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Das Thema

Dr. Julius Leber
 


Zur Person

Julius Leber wurde in Biesheim (Elsaß-Lothringen) am 16. November 1891 als uneheliches Kind geboren. Seine Mutter Katharina Schubetzer heiratete den Maurer Jean Leber und er nahm auch das Kind Julius an. 1902 kam Leber durch Fürsprache des Ortsgeistlichen auf die Höhere Bürgerschule im badischen Breisach, wo er 1908 mit der Mittleren Reife abschloss. Danach machte er in einer Tapetenfabrik in Breisach, eine kaufmännische Ausbildung. Ab 1910 besuchte er die Unterprima der Oberrealschule in Freiburg und finanzierte es mit Nachhilfeunterricht, mit dem schreiben von Artikeln für eine Zeitung. Der SPD trat Leber schon früh als Schüler bei.

Nach dem Abitur 1912 studierte er Geschichte und Nationalökonomie in Straßburg. Er trat im Wintersemester 1912/13 dem katholischen Studentenverein Rheno-Frankonia (später Rheinpfalz Köln im KV) bei, wo er aber wegen eines Verstoßes im Sommersemester ausgeschlossen wurde.
Zum Beginn des Ersten Weltkrieg 1914 meldete sich Leber freiwillig zum Kriegsdienst.

Im Krieg wurde er zweimal verwundet und als Frontoffizier mehrfach ausgezeichnet. Er wurde bis zum Leutnant befördert und blieb auch nach dem Kriegsende in der Reichswehr, diente bei den Grenzschutztruppen im Osten. Im März 1920 war Leber als Reichswehroffizier auf der Seite der Republik mit seiner Einheit bei der Niederschlagung des Kapp-Putsches beteiligt. Aus Protest nahm er seinen Abschied von der Reichswehr und nahm sein Studium wieder auf. Er promovierte an der Universität Freiburg zum Dr. rer. pol.

1921 siedelte Leber nach Lübeck über, wo er beim sozialdemokratischen "Lübecker Volksboten" Chefredakteur wurde. Noch im gleichen Jahr wurde er in die Lübecker Bürgerschaft gewählt. Dort war er bis 1933 Mitglied. Im Mai 1924 wurde Julius Leber in den deutschen Reichstag gewählt und avancierte in der Lübecker und der Norddeutschen Arbeiterbewegung zur Führungspersönlichkeit. Zum anderen war er auch der Förderer von einem gewissen Herbert Frahm (Willy Brandt), der einige Artikel für den „Lübecker Volksboten“ geschrieben hatte. 1927 heiratete Julius Leber die Tochter des Direktors eines Gymnasium im Lübeck, Annedore Rosenthal. Leber nahm auch als aktives Mitglied des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (Sozialdemokratische Kampftruppe) an Angriffen auf Nationalsozialisten, Kommunisten und andere Linke teil.

Am Abend des 31. Januar 1933 wurde ein Fackelzug zu ehren der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler der NSDAP, SA, SS und dem Stahlhelm veranstaltet, wobei es zu schweren Zusammenstößen zwischen der beschützenden Polizei und den Mitgliedern des Reichsbanners, anderen kommunistischen sowie weiteren linken Gruppen kam. Am darauf folgenden Morgen kam es zu einer Straßenschlacht zwischen Reichsbannermitgliedern und einer SA-Gruppe. Bei dieser Auseinandersetzung wurde Leber angegriffen und von seinem Bodyguard Willi Rath verteidigt, der dabei den SA-Marinesturmmann Rudolf Brügmann erstach. Trotz seiner Immunität als Mitglied des Reichstages wurde Leber verhaftet, was zu großen Arbeiterdemonstration führte. Als geistiger Urheber wurde Julius Leber zu 18 Monaten Haft verurteilt, während Willi Rath nur zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt wurde. Nach der Haft wurde Leber in das KZ Esterwegen und das KZ Sachsenhausen gebracht. Dort wurde er von 1935 bis 1937 festgehalten. Nach seiner Entlassung aus dem KZ, arbeitete er zum Schein als Kohlenhändler in Berlin. In dieser Zeit wurde er von Gustav Dahrendorf, Ernst von Harnack und Ludwig Schwamp unterstützt.

 

Julius Leber versuchte 1940 Kontakt zur Wirtschaftsführung herzustellen, was ihm auch gelang und dabei auch Claus Graf Schenk zu Staufenberg kennenlernte. Später hatte er auch Kontakt mit dem Kreisauer Kreis, zu dem auch unter anderem Carl Friedrich Goerdeler und Helmuth James Graf von Moltke angehörte. Leber sollte laut des Putschplans nach gelingen des Attentats auf Hitler, als Innenminister eingesetzt werden. Er wurde aber von der Gestapo schon am 5. Juli 1944, also kurz vor dem gescheiterten Attentatsversuch am 20.Juli 1944, verhaftet. Der Grund für seine Verhaftung war ein Treffen, mit drei hochrangigen Vertretern der Saefkow-Jakob-Bästlein-Organisation, die von einem Spitzel verraten wurde. Es fand ein Schauprozess vor dem Volksgerichtshof am 20. Oktober 1944 gegen Leber statt. Leber wurde zum Tode durch den Strang verurteilt, das Urteil wurde am 5. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee vollstreckt.

 

Nach Julius Leber wurden viele Straßen und auch einige Schulen benannt. In Berlin trägt auch eine Kaserne der Bundeswehr seinen Namen.