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Das Thema

Arbeiterwiderstand 1933 - 1945

 


Vorwort

 

Vorwort

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland dem Widerstand der Arbeiterorganisationen und den dazu gehörenden Personen gegen das NS- Regime kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Erst in den letzten Jahrzehnten änderte sich das Bild vom Widerstand in Deutschland und damit der Dreiklang von Graf Staufenberg, Kardinal Galen, Dietrich Bonhoeffer und den Geschwistern Scholl, also von Militär, Kirche, und bürgerlicher Jugend. Die Bedeutung und Leistungen dieser Gruppen sollten in keiner Weise unterschätzt werden, aber das gilt auch für den Arbeiterwiderstand. Dieser hat ähnlich viel zum Widerstand gegen das NS-Regime beigetragen und somit einen erwähnenswerten Platz in der Geschichte verdient. Die Erinnerungsschwäche ist auch damit nicht zu begründen, dass das Attentat am 20. Juli 1944 ein spektakuläreres Ereignis war, als graue Zellenarbeit und Aufklärung in Arbeiterorganisationen.
Hauptgrund hierfür war der Kalte Krieg, der beide deutschen Staaten ideologisch voneinander trennte. Die Deutsche Demokratische Republik beanspruchte den „proletarischen Widerstand“ für sich und in ihren Augen gab es nur Widerstand unter der Führung KPD. Sozialdemokratischer Widerstand wurde von der DDR totgeschwiegen und nirgendwo erwähnt oder geehrt. In der Bundesrepublik Deutschland wurde diese Einstellung stillschweigend akzeptiert, zugleich blendete man den Arbeiterwiderstand aus dem geschichtlichen Selbstverständnis aus. Hinzu kommt das in der Adenauer Ära der militärische-, kirchliche- und konservative Widerstand besonders hervorgehoben wurde und der gesamte Arbeiterwiderstand in die Nähe des Kommunismus gestellt wurde. Das ging so weit das z.B. Sozialdemokraten die im Untergrund oder im Exil gekämpft hatten, vergessen und übergangen wurden bis hin zu öffentlichen Attacken gegen sozialdemokratische Emigranten. Erst Ende der sechziger Jahre, mit dem Aufkommen der Studentenbewegungen, änderte sich etwas an der verkrusteten Einstellung zum Widerstand in der Bundesrepublik. Im heutigen und wiedervereinten Deutschland ist es auch an der Zeit alte Vorurteile zu überwinden und den gesamten Widerstand ins rechte Licht zu rücken.


1933

Am 27.Februar 1933 fast einem Monat nach der Machtübernahme Hitlers brannte es im Berliner Reichstag. Der Brand im Reichstag hatte sich zwar nicht so weit ausgebreitet und konnte nach 3 Stunden gelöscht werden viel schlimmer waren aber die Auswirkungen auf die Demokratie. Marinus van der Lubbe der Mitglied einer Splittergruppe der niederländischen Kommunistischen Partei war wurde noch im Reichstag festgenommen. Er erklärte beim Verhör das er den Brand allein gelegt hatte um die Deutsche Arbeiterschaft zum Widerstand gegen das NS-Regime aufzurufen. Die Nationalsozialisten nutzten den Brand um es in der Öffentlichkeit als tat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) hinzustellen. Noch in der Nacht lies Hermann Göring das Gerücht verbreiten das ein kommunistischer Aufstand kurz vor dem Ausbruch stehen würde.

 

Am 28. Februar 1933 wurde die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat von Reichpräsident Paul von Hindenburg, auf Empfehlung des Kabinetts, erlassen. Durch die Notverordnung wurden die Grundrechte der Bürger außer Kraft gesetzt. Die politische Linke reagierte mit einer Gegenpropaganda und stellte ebenfalls unbewiesene Behauptungen auf. Sie argumentierten mit der Anschuldigung, dass die Nationalsozialisten den Reichstagsbrand selbst gelegt hätten, um die Notstandsverordnung durchsetzten zu können. Durch die Verordnung wurde die KPD verboten und im Anschluss in den ersten Märzwochen 11.000 Kommunisten verhaftet. Bereits im Juni wurden 17 von 28 Bezirksleitern der KPD in Schutzhaft genommen. Des Weiteren war ein Drittel der kommunistischen Abgeordneten des Reichstages nicht mehr auf freiem Fuß. Die SPD versuchte nach dem Verbot der KPD, weiterhin mit legaler Oppositionspolitik sich dem NS-Regime entgegenzustellen. Am 5. März 1933, bei den Reichstagsneuwahlen, erzielte die NSDAP 43,9% (288 Sitze), die SPD 18,3% (120 Sitze), die KPD 12,3% (81 Sitze) (trotz des Verbots), das Zentrum 11,3 (73 Sitze), Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (Koalition aus DNVP/Stahlhelm/Landbund) 8% (52 Sitze) und andere kleinerer Parteien 6,2% (33 Sitze). Vor der ersten Sitzung wurden die Sitze der KPD annulliert, damit hatte die NSDAP die Mehrheit im Reichstag und dennoch reichte es immer noch nicht für ihr großes Ziel, alle Parteien im Deutschen Reich zu verbieten. Am 23. März 1933 kam das neu gewählte Parlament des Reichstags zusammen. In dieser Sitzung forderten die Nationalsozialisten das Ermächtigungsgesetz (Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich) zu ratifizieren. Um das Gesetz durch zu bekommen, brauchte die NSDAP eine Zweidrittelmehrheit. Die NSDAP setzte alle anderen Parteien unter Druck, mit Drohungen und Zugeständnissen, versuchte man das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Mit Erfolg, bei der Abstimmung stimmten alle Parteien für das Ermächtigungsgesetz. Außer 94 Abgeordnete der SPD, 26 waren bereits verhaftet oder befanden sich auf der Flucht. Damit entmachtete sich der Reichstag selbst und legte die ganze Macht des Parlaments in die Hände der NSDAP und Adolf Hitlers. Es war das Ende der Weimarer Republik und die Geburt des Dritten Reiches. Am 10. Mai 1933 wurde das Parteivermögen der SPD beschlagnahmt und am 22. Juni 1933 wurde die SPD verboten.

 


 
Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat
(Reichstagsbrandverordnung)
 
vom 28. Februar 1933
 
geändert
durch das
Gesetz vom 24. April 1934 (RGBl. I. S. 341, 347),
Gesetz vom 28. Juni 1935 (RGBl. I. S. 839),

Gesetz Nr. 55 des Alliierten Kontrollrats für Deutschland vom 20. Juni 1947 (ABl. S. 284).

Gemäß Artikel 123 Abs. 1 in Verbindung mit den Art. 1 bis 19 und Art. 30

des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949 (BGBl. S. 1) aufgehoben.

 
Aufgrund des Artikels 48 Abs. 2 der Reichsverfassung wird zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte
folgendes verordnet:
 
§ 1.
Die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 der Verfassung des Deutschen Reichs werden bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Es sind daher Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungsäußerung, einschließlich der Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungsrechts, Eingriffe in das Brief-, Post-, Telegrafen- und Fernsprechgeheimnis, Anordnungen von Haussuchungen und von Beschlagnahmen sowie Beschränkungen des Eigentums auch außerhalb der sonst hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen zulässig.
 
§ 2.
Werden in einem Lande die zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nötigen Maßnahmen nicht getroffen, so kann die Reichsregierung insoweit die Befugnisse der obersten Landesbehörde vorübergehend wahrnehmen.
 
§ 3.
Die Behörden der Länder und Gemeinden (Gemeindeverbände) haben den aufgrund des § 2 erlassenen Anordnungen der Reichsregierung im Rahmen ihrer Zuständigkeit
Folge zu leisten.
 
§ 4.
(1) Wer den von den obersten Landesbehörden oder den ihnen nachgeordneten Behörden zur Durchführung dieser Verordnung erlassenen Anordnungen oder den von der Reichsregierung gemäß § 2 erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt oder wer zu solcher Zuwiderhandlung auffordert oder anreizt, wird, soweit nicht die Tat nach anderen Vorschriften mit einer schwereren Strafe bedroht ist, mit Gefängnis nicht unter einem Monat oder mit Geldstrafe von 150 bis zu 15.000 Reichsmark bestraft.

(2) Wer durch Zuwiderhandlung nach Abs. 1 eine gemeine Gefahr für Menschenleben herbeiführt, wird mit Zuchthaus, bei mildernden Umständen mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten und, wenn die Zuwiderhandlung den Tod eines Menschen verursacht, mit dem Tode, bei mildernden Umständen mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft. Daneben kann auf Vermögenseinziehung erkannt werden.

(3) Wer zu einer gemeingefährlichen Zuwiderhandlung (Abs. 2) auffordert oder anreizt, wird mit Zuchthaus, bei mildernden Umständen mit Gefängnis
nicht unter drei Monaten bestraft.

 
§ 5.
(1) Mit dem Tode sind die Verbrechen zu bestrafen, die das Strafgesetzbuch in den §§ 81 (Hochverrat), 229 (Giftbeibringung), 307 (Brandstiftung), 311 (Explosion), 312 (Überschwemmung), 315 Abs. 2 (Beschädigung von Eisenbahnanlagen), 324 (gemeingefährliche Vergiftung) mit lebenslangem Zuchthaus bedroht.

(2) Mit dem Tode oder, soweit nicht bisher eine schwerere Strafe angedroht ist, mit lebenslangem Zuchthaus oder mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren wird bestraft:

1. Wer es unternimmt, den Reichspräsidenten oder ein Mitglied oder einen Kommissar der Reichsregierung oder einer Landesregierung zu töten oder wer zu einer solchen Tötung auffordert, sich erbietet, ein solches Erbieten annimmt oder eine solche Tötung mit einem anderen verabredet;

2. wer in den Fällen des § 115 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs (schwerer Aufruhr) oder des § 125 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs (schwerer Landfriedensbruch) die Tat mit Waffen oder in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken mit einem Bewaffneten begeht;

3. wer eine Freiheitsberaubung (§ 239 des Strafgesetzbuchs) in der Absicht begeht, sich des der Freiheit Beraubten als Geisel im politischen Kampfe zu bedienen.


Quellen:Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat
http://www.documentarchiv.de/ns/rtbrand.html (07.11.2009)
http://www.verfassungen.de/de/de33-45/reichstagsbrand33.htm (07.11.2009)
http://www.internat-recht.uni-kiel.de/veranstaltungen/lehrveranstaltungen/archiv/ss09/giegerich/verfgnz/materialien/VerfGNZReichstagsbrandVO.pdf (07.11.2009)
http://www.digam.net/expo/ns-revolution-1933/reichsgesetzblatt/33-00/bilder04.htm (07.11.2009)


Rote Hilfe

 

Rote Hilfe

 

Die Rote Hilfe entstand mach einem Beschluss einer KPD Konferenz im April 1921, als Folge der politischen Repression nach den Märzkämpfen in Mitteldeutschland. Auf dem IV. Weltkongress der Komintern in Moskau, am 5. bis 12. November 1922, wurde die Schaffung eines „proletarischen Roten Kreuzes“ beschlossen. Am 1. Oktober 1924 wurde die „Rote Hilfe Deutschland“ (RHD) gegründet, die der KPD sehr nah stand. Der 1. Vorsitzende der RHD wurde Wilhelm Piek, dieser wurde später Präsident der DDR. Bevor er dieses hohe politische Amt bekleidete, wurde er Leiter der „Juristischen Zentralstelle der Landtags- und Reichstagsfraktion der KPD“. Clara Zetkin übernahm 1925 die RHD-Leitung. Die Hauptaufgabe des RHD war die Unterstützung inhaftierter Mitglieder des Rotfrontkämpferbundes, der SAP, KAP, Gewerkschaftern sowie von Parteilosen. Die RHD stellte Anwälte für die Betroffenen und unterstütze deren Familien, die ohne Unterstützung des eigentlichen Ernährers ihr Dasein fristeten.

 

Die Unterstützung für die RHD kam aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. An erster Stelle der Spendenliste standen Arbeitern und Funktionäre, danach dürfen sich ca. 300 Rechtsanwälte, mit unterschiedlicher Gesinnung, einreihen. Eine weitere wichtige Einnahmequelle und somit auch Spender des RHD, waren berühmte Persönlichkeiten wie Albert Einstein oder Heinrich und Thomas Mann. Sie warben auch aktiv für den RHD und konnten natürlich durch ihre große Aufmerksamkeit viele Menschen erreichen. Nach der Reichstagsbrandverordnung von 1933 wurde das RHD verboten und ihre Anwälte, wie Hans Litten, Felix Halle und Alfred Apfel, noch in der gleichen Nacht verhaftet. Nach 1933 gingen die Mitglieder des RHD in den Untergrund und schleißten antifaschistische Zeitungen, Flugblätter und Broschüren weiter. Des Weiteren versuchten sie sich in NS-Organisationen, wie die Volkswohlfahrt einzuschleusen, um Gelder für Familien der inhaftierten politischen Gegner des NS-Regimes abzuzweigen. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) konnte 1935/36 die RHD zerschlagen, aber einige Mitglieder konnten fliehen und setzten ihre Arbeit im Ausland fort.


Quellen:Rote Hilfe (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Hilfe_Deutschlands (07.11.2009)
http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/gewalt/frontkaempfer/index.html (07.11.2009)
http://www.raeterepublik.de/Werbetext_Rote_Hilfe_Deutschlands.htm (07.11.2009)

 


Klettergruppe

 

Vereinigte Kletterabteilung

Die Vereinigte Kletterabteilung oder auch Rote Bergsteiger, gründete sich bereits in den Zwanziger Jahren als Vereinigung Linker Bergsteiger. Die Mitglieder VKA waren Kommunisten, Sozialdemokraten, Trotzkisten und Naturfreunde und die meisten waren in der Sächsischen Schweiz und im Erzgebirge aktiv. Zwei Dinge waren für die VKA unerlässlich, zum einen war dies die sportliche Herausforderung die schwierigen Gipfel zu erklimmen und die damit verbundene Bergkameradschaft zu pflegen, aber auch der politische Widerstand gegen das NS-Regime und alles Reaktionäre.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kamen den Mitgliedern ihre guten Geländekenntnisse zu gute. Da einige Organisationen und Mitglieder der KPD und SPD ins Exil in die Tschechoslowakei geflohen waren und nun von dort Aufrufe und Zeitungen druckten. Die VKA schleuste Verfolgte über die Grenze und schmuggelten illegale Zeitungen und Aufrufe ins Dritte Reich. Da sie sich in der Gegend gut auskannten, wurden selten Mitglieder der Gruppe verhaftet und in Konzentrationslager gebracht oder ermordet. Die DDR ehrte die VKA in der Höhle am Satanskopf, wo sie eine versteckte Druckmaschine hatten, mit einer Kupfertafel die aber Heute verschwunden ist.

Quellen:Vereinigte Kletterabteilung (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Kletterabteilung (07.11.2009)
http://www.floerken.de/texte/heidenau.htm (07.11.2009)
http://www.naturfreunde-berlin.de/media/downloads/NF-Berlin-Geschichte-Dissertation-Schlussbetrachtung.pdf (07.11.2009)

 

 

Transportkolonne Otto

Der kommunistische Journalist Willi Bohn gründete 1933 die Widerstandsgruppe Transportkolonne Otto. Die Gruppe druckte Zeitungen und Flugblätter in der Schweiz und schmuggelte sie über den Bodensee und Rhein nach Süddeutschland. Der Transport nach Süddeutschland war zum Teil recht abenteuerlich und gefährlich. Zum Beispiel wurden Zeitungen in wasserdichten Säcken gepackt und mit Paddelbooten über den Rhein gebracht. Die Gruppe war eine verschworene Gemeinschaft, in der nur wenige Mitglieder alle anderen persönlich kannten. Ihre Mitglieder waren nicht nur Kommunisten sondern bestanden auch aus Grenzbewohnern aller Schichten. Bereits im Oktober 1933 geriet die Gruppe ins Visier der Gestapo, was die spätere Folge hatte, dass Willi Bohn verhaftet wurde. Dennoch konnte die Gruppe ihre Schmuggeltätigkeit während des ganzen Krieges aufrecht erhalten.

Quellen:Transportkolonne Otto
http://de.wikipedia.org/wiki/Transportkolonne_Otto (07.11.2009)
http://www.mahnung-gegen-rechts.de/pages/staedte/Heilbronn/pages/HeilbronnHoffnungstraeger.htm (07.11.2009)
http://library.fes.de/jportal/servlets/MCRFileNodeServlet/jportal_derivate_00023863/afs-1970-500.pdf (07.11.2009)


Georg Elser

 

Georg Elser

 

Georg Elser wurde am 04. Januar 1903 in Hermaringen/Württemberg (Kreis Heidenheim ) geboren. Er war der älteste Sohn des Landwirts und Holzhändlers Ludwig Elser und hatte fünf Geschwister. Nach einer siebenjährigen Schulzeit machte er 1917 eine Eisendreherlehre, die er aber 1919 aus gesundheitlichen Problemen aufgeben musste. Stattdessen machte er eine Schreinerlehre in der Gewerbeschule Heidenheim, in der er 1922 die Gesellenprüfung ablegte. Von 1923 bis 1925 arbeitete er bei der Firma Riederer in Aalen. Aufgrund der großen Inflation Mitte der Zwanziger Jahre wurde er aber entlassen. Die Arbeitslosigkeit war in allen gesellschaftlichen Bereichen sehr hoch und so fand aus Elser keine neue Arbeitsstelle. Er wanderte daraufhin durch die Lande, was sich auch auf das Ausland ausdehnte und versuchte sich durchzuschlagen mit Gelegenheitsjobs. Eine zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit konnte er trotz allen Bemühungen nicht verhindern. 1932 kehrte er in das elterliche Anwesen in Königsbrunn zurück und richtete sich dort eine kleine Schreinerwerkstatt ein. Er erhielt eine Aufgabe für einen Schreiner etwas anzufertigen, diese Arbeit brachte ihm einen Job bei seinem Auftraggeber als Geselle ein. Für diese Arbeit zog es ihn wieder nach Heidenheim.

1936 bekam er eine Stellung bei der Firma Waldenmaier, Armaturenfabrik, in Heidenheim in der er ab 1938 in der Sonderabteilung Rüstung arbeitete. In der Zwischenzeit bereiteten ihm die innen- sowie außenpolitischen Machenschaften der Nationalsozialisten immer mehr Kopfzerbrechen. Er beschloss, dass er etwas unternehmen musste und gab 1939 seine Arbeitsstelle auf, um sich mit all seiner Kraft auf das Attentat konzentrieren zu können.
Georg Elser hatte eigentlich keine politische Ausrichtung. Er war zwar 1929 den kommunistischen Roten Frontkämpferbund beigetreten, engagierte sich aber nicht aktiv. Er wählte bis 1933 die KPD, weil er sie für die beste Vertretung der Arbeiterinteressen hielt. Vielmehr war er ein Gegner der Nationalsozialisten und hatte miterlebt, wie die Beschränkungen für Arbeiter im Laufe der Jahre immer stärker wurden. Er hatte auch an seinen Arbeitsplatz miterleben müssen, wie auf Rüstungsproduktion umgestellt wurde. Aber das entscheidende Erlebnis war die Sudetenkrise bei der Georg Elser zum Schluss kam, das es mit diesem Regime unweigerlich zum Krieg kommen würde. In ihm wuchs immer stärker der Wille die führenden Mitglieder dieser Regierung zu beseitigen, um einem Kriegsausbruch verhindern zu können, der sich für ihn ganz klar am Horizont schon abzeichnete.

Nach dem Polenüberfall verstärkte sich diese Einstellung und er begann, Pläne auszuarbeiten. Er entschied sich dafür bei der alljährlichen Gedenkveranstaltungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) den Hitler Putsch zu verüben. Er zog nach München und baute unter größter Geheimhaltung die Bombe (Höllenmaschine) mit Teilen, die er bei seinen Arbeitsplätzen geklaut hatte. Die Zündung der Bombe sollte durch ein normales Uhrwerk ausgelöst werden. Den Bürgerbräukeller, dort wo Adolf Hitler seine Rede halten würden späte er aus und schlich sich 30 bis 40 Nächte hinein. In den Nächten höhlte er eine Säule aus die direkt unter dem Rednerpult war und morgens versteckte er den Hohlraum durch eine Holzverschalung. Am letzten Morgen, den 7. November platzierte er die Bombe und stellte den Mechanismus der Uhr auf den Abend des 8. November und verließ München. Hitler sprach erheblich kürzer als bei früheren Feiern, weil er unmittelbar danach wieder nach Berlin zurückkehren musste. Dadurch verließ er viel zu früh das Gebäude. Er verabschiedete sich gegen 21.07 Uhr, 13 Minuten später ging die Bombe hoch und tötet 8 Menschen und verletzte weitere 60. Adolf Hitler, dem dieses Attentat galt erfuhr erst im Nachhinein von diesem Ereignis und sollte dies, wie viel andere auch, als Fügung ansehen und verkaufen.

 

Georg Elser wollte zur Zeit des Anschlag über Konstanz in die Schweiz fliehen, wurde aber von zwei Zollbeamten festgenommen, weil er keine Ausreisegenehmigung hatte und der Inhalt seiner Tasche den Beamten merkwürdig erschien. Er wurde von der Gestapo nach München gebracht und verhört sowie gefoltert. Dort gestand er den Anschlag auf Hitler begangen zu haben und am 19. und 23. November 1939 wurde er nach Berlin gebracht, um abermals und sehr ausführlich verhört zu werden. Weil Hitler glaubte, der Anschlag sei vom britischen Geheimdienst geplant und er einen Schauprozess gegen Elser nach dem „Endsieg“ veranstalten wollte, lies er ihn am Leben.
Er wurde in das KZ Sachsenhausen gebracht und saß dort 4 Jahre als Sonderhäftling in Isolationshaft, immer streng bewacht von zwei SS-Männern. Zwischen 1944 bis Anfang 1945 wurde er in das KZ Dachau gebracht und saß auch da schwer bewacht in Einzelhaft. 1945 sah auch das NS-Regime ein, das der Krieg verloren sei und so wurde am Ende noch mit allen abgerechnet die sich dem Regime entgegen gestellt hatten. Unter ihnen auch Georg Elser. Am 9. April 1945 wurde Georg Elser auf Führerbefehl im KZ Dachau erschossen. Das untergehende Regime riss ihn mit in den Abgrund.

 

 

Der Bürgerbräukeller nach dem Attentatsversuch von Georg Elser


Ouellen:Georg Elser
http://www.georg-elser.de/dok/index.html (07.11.2009)
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ElserJohannGeorg/index.html (07.11.2009)
http://www.georg-elser-arbeitskreis.de/ (07.11.2009)
http://www.eglofs.rv.schule-bw.de/m14.htm (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Elser (07.11.2009)


Widerstandgruppen

 

Die Rote Kapelle

 

Die Rote Kapelle war ein Sammelbegriff die die Gestapo mehreren kommunistischen Widerstandsgruppen in Westeuropa gab, deren Funksprüche sie abhörte. In Deutschland entstand eine solche Gruppe in einem Freundeskreis, die sich bereits seit 1933 traf und Kritik an dem Nationalsozialismus äußerten. Aber erst 1939 wurden die ersten Strukturen gebildet und Kontakte geknüpft. Die Gruppe war eher lose miteinander verbunden und hatte 150 Mitglieder, die teils gemeinsam, teils unabhängig voneinander agierten. Einige Mitglieder hatten hohe Stellungen in der Wehrmacht und in den Ministerien, nutzen diese auch aus um wichtige Informationen zu sammeln. Die Zusammensetzung der Gruppe war sehr bunt und sie hatte Mitglieder in allen Gesellschaftsschichten. Sie waren sich aber auch sehr wohl bewusst, dass sie nur eine kleine Minderheit darstellten. Die Gruppe verfasste mehrere illegale Schriften, verteilte Flugblätter, vervielfältigte und verbreitete die regimekritischen Predigten des Bischofs von Galen. Mitglieder der Gruppe hatten auch Kontakt mit anderen Widerstandsgruppen wie dem Kreisauer Kreis und dem kommunistischen Widerstand in Hamburg. Die Hauptziele waren, die sofortige Beendigung des Krieges und Verständigung mit der Sowjetunion, damit Deutschland nach dem Krieg ein unabhängiger Staat bleiben könnte. 1940 stand die Gruppe mit einem Mitarbeiter der Sowjetbotschaft in Kontakt, dem sie Informationen übergaben, die sie aus Wehrmachtskreisen und den Ministerien gesammelt hatten. Die Sowjets rüsteten sie mit zwei Funkgeräten aus, aber mit diesen Geräten konnten sie Monatelang keinen Kontakt mit Moskau herstellen. Das änderte sich erst, als ein Agent des nachrichtendienstlichen Netz Informationen nach Moskau bringen konnte. Die Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) hörte alle verschlüsselten Funksprüche nach Westeuropa ab und knackte den Code. Am 26. April 1941 wurde in einem Funkspruch der Name eines der Mitglieder der deutschen Gruppe genannt. Daraufhin begann die Gestapo zu ermitteln und nahm zwischen August 1942 und März 1943 ungefähr 130 Mitglieder fest. 57 Mitglieder darunter 19 Frauen wurden vom Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht wegen Spionage und Landesverrat hingerichtet.

 

Quellen:Die Rote Kapelle
http://www.gdw-berlin.de/b17/start-d.php (07.11.2009)
http://www.gegen-diktatur.de/beispiel.php?beisp_id=444&tafel_id=9&thema= (07.11.2009)
http://www.exil-club.de/html/30_projekte/32_projekte_02/portraets/weisenborn/DieRoteKapelle.doc (07.11.2009)

 

Sopade

Nach dem Verbot der SPD im 3. Reich gingen einige Mitglieder nach Prag, um von dort aus dem NS-Regime Widerstand leisten zu können. Dort gründeten sie die Sopade (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und bauten ein Auslandszentrum auf.
Die Sopade druckte den sogenannten Deutschland-Bericht, der über ein geheimes Berichterstattungssystem über die Situation im nationalsozialistischen Deutschland berichtete.
Von April/Mai 1934 bis Dezember 1936 wurden die Berichte unter dem Titel Deutschland-Bericht der Sopade verbreitet und ab dem Januar 1937 bis April 1940 unter dem Titel „Deutschlandberichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ (Sopade).
Andere innerparteiliche Oppositionsgruppen wie „Neu Beginnen“ oder „Revolutionäre Sozialisten“ setzen 1934 die Sopade unter Druck endlich etwas aktiv gegen das NS-Regime zu unternehmen. So unter Druck, verfasste die Sopade das Prager Manifest in dem sie zum revolutionären Umsturz des Hitler-Regimes aufrief, der aber schon zu spät war, da die Nationalsozialisten die Arbeiterschicht durch Verhaftungen, Repressalien und durch Einschüchterungen schwer zugesetzt hatten. Nach der Annektierung der Tschechoslowakei durch das 3. Reich flohen die Mitglieder der Sopade nach Paris und setzten dort ihre Arbeit fort. 1940 musste sie auch aus Frankreich fliehen, weil die Deutsche Wehrmacht ins Land einmarschierte. Sie bauten in London einen Stützpunkt auf und operierten von dort aus weiter.

Quellen:Sopade
http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/stichwort/deutschlandberichte.htm (07.11.2009)
http://www.spd.de/de/partei/geschichte/chronologie/1933_1945/exil-parteivorstand/index.html (07.11.2009)
http://www.bwbs.de/bwbs_biografie/SOPADE_G1146.html (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Sopade (07.11.2009)

 

Die Gruppe "Neu Beginnen"

Walter Loewenheim gründete 1929 die Gruppe Neu Beginnen, in der Sozialdemokraten und Kommunisten, Mitglieder waren. Die Gruppe hielt die SPD und KPD für zu bürgerlich und lehnte sich an Lenis Schriften „Was tun“ an. Die Gruppe war vor allem in Süddeutschland beheimatet, hatte aber auch Zellen in Mannheim und Berlin. Insgesamt war die Gruppe sehr klein und hatte wenig Einfluss landesweit, was ihr aber nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zu gute kam. Von Anfang an wurde auf Geheimdienst ähnliche Taktiken gesetzt. Jedes Mitglied hatte einen Tarnnamen, auf Werbung neuer Mitglieder wurde verzichtet und ein verstecktes Kuriersystem wurde betrieben. Sie bauten auch ein Auslandsbüro in Prag auf, unterstützen die Forderung der Revolutionären Sozialisten Deutschlands nach einem Aufruf zum aktiven Umsturz des Regimes, den die Sopade dann auch ausrief. 1935 kommt es innerhalb der Gruppe zur Spaltung, weil einige Mitglieder, wegen der Stabilisierung des nationalsozialistischen Regimes, es für sinnlos hielten, im Land zu verweilen und gingen somit ins Exil. Die Mitglieder die im Land blieben, arbeiteten weiter am Widerstand mit Gruppen in Süddeutschland und Österreich zusammen und wurden erst 1942 von der Gestapo zerschlagen. Die Exilmitglieder bauten im Ausland Büros auf, unter anderem in Paris (bis 1940), London und den USA.

Quelle:Die Gruppe "Neu Beginnen
http://widerstandsausstellung.m-o-p.de/ausstellung/neu_beginnen.htm (07.11.2009)
http://www.gdw-berlin.de/bio/ausgabe_mit.php?id=254 (07.11.2009)
http://www.diehedwig.org/ecf70748-27a6-4386-935b-19c728cea51d.html?t=1257535125582 (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Neu_Beginnen (07.11.2009)

 

 

Revolutionären Sozialisten Deutschlands

Die Mitglieder der Gruppe Revolutionäre Sozialisten Deutschlands (RFD) waren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die Tschechoslowakei geflohen. Sie war in der SPD eine der einflussreichsten Oppositionsgruppen und eng verflochten mit der Sopade, in der einige Mitglieder im Vorstand saßen. Sie hatten vor allem große Anhängerschaften in Sachsen und Thüringen. Sie gaben als eine der ersten Gruppen den offenen Widerstand auf und bauten ein eigenes Kuriernetz auf. Das RFD und die Gruppe Neu Beginnen setzen die Sopade unter Druck endlich etwas aktiv gegen das Hitler-Regime zu unternehmen. Widerwillig rief die Sopade im Herbst 1934 zum Umsturz gegen das NS-Regime auf. Die Gruppe wurde durch die Besetzung der Rest-Tschechei 1939 zerschlagen und einige Mitglieder flohen mit der Sopade.

http://library.fes.de/fulltext/sozmit/einl-04.htm (07.11.2009)
http://www.gdw-berlin.de/pdf/B13.pdf (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution%C3%A4re_Sozialisten_Deutschlands (07.11.2009)

 

 

Roter Stoßtrupp

Eine der ersten Widerstandsgruppen war der Rote Stoßtrupp, der sich aus sozialdemokratisch-linkssozialistisch orientierten Studenten, Jungarbeiter und Arbeitslosen zusammensetze. Sie druckten eine Zeitung mit dem Namen ihrer Gruppe, die in das ganze Land geschmuggelt wurde. Des Weiteren verschafften sie politisch Verfolgten Unterschlupf und fälschten Papiere, um sie aus dem Land zu schaffen. Aber ihr Hauptziel war es dem Ausland zu zeigen, dass es in Deutschland nicht nur Nazis gab. Sie versuchten auch die ganze Linke zusammenzubringen im Kampf gegen Hitler und hatten viele Kontakte mit anderen Organisationen. Die Gestapo kam Ende November 1933 der Gruppe auf die Spur und zerschlug sie. Es wurden 240 Mitglieder verhaftet. 180 wurden zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt und einige wurden in Konzentrationslager gebracht. Einige Zellen der Gruppe blieben unentdeckt und konnte den ganzen Krieg überstehen, weil sie auf öffentlichen Widerstand verzichteten.

Quellen:Roter Stoßtrupp
http://www.ta7.de/txt/politik/poli0017.htm (07.11.2009)
http://projects.brg-schoren.ac.at/nationalsozialismus/widerstand.html (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Sto%C3%9Ftrupp (07.11.2009)
http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/ausstellung/historische/widerstand-kampf.htm (07.11.2009)

 

 

Internationaler Sozialistischer Kampfbund

Die Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK) wurde vom Philosophen Lenard Nelson und seiner Mitarbeiterin Minna Specht gegründet und von Albert Einstein unterstützt. Die Organisation war strikt für eine Trennung von Staat und Kirche und deren Einflüssen. Sie verurteilten auch undemokratische Parteien im Sozialismus und wollten einen starken Tierschutz. Sie kauften 1926 den Verlag „Öffentliche Leben“, druckten Mitteilungsblätter und verlegten die Werke von Lenard Nelson. In der Spätphase der Weimarer Republik druckte die ISK die Tageszeitung „Der Funke“ die den Wahlerfolgen der NSDAP etwas entgegen setzen sollte. Eine der spektakulärsten Aktionen der ISK war der Aufruf vor den Reichstagwahlen 1932 die ganze Linke zu einer Partei zu vereinen. Diese Idee wurde auch von sehr vielen Prominenten unterstützt. Nach der Reichstagsbrandverordnung 1933 wurde die Organisation verboten, aber die Mitglieder arbeiteten im Untergrund weiter. Sie vernichteten alle Unterlagen ihrer Partei, damit sie die Gestapo nicht gegen die Mitglieder verwenden konnte und organisierten sich straffer. Sie schleusten politisch Verfolgte außer Land, führten technische Sabotagen durch und verteilten Flugblätter. Die Bekannteste Aktion, war die Sabotage der Einweihung eines Reichsautobahnstückes in der an jeder Brücke, die die Autobahn überführte, Parolen gegen die NSDAP aufgemalt wurden. Die ISK konnte bis 1945 aktiv bleiben und löste sich erst nach dem Krieg auf.

Quellen:Internationaler Sozialistischer Kampfbund
http://www.shoa.de/drittes-reich/widerstand-resistenz-und-dissens/433-widerstand-des-internationalen-sozialistischen-kampfbundes-isk.html
http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/bestand_andere/ijb.htm (07.11.2009)
http://pdf.zeit.de/1965/46/Sekte-oder-politische-Kraft.pdf (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Sozialistischer_Kampfbund (07.11.2009)

 

 

Antinazistische Deutsche Volksfront

Die Antinazistische Deutsche Volksfront (ADV) wurde 1937 von den Arbeitern Robert Huber und Karl Zimmet gegründet. Die Gruppe setze sich aus ehemaligen Mitglieder der linksgerichteten Christlichen-Sozialen-Reichspartei (CSRP ) und der KPD zusammen. Sie waren im Raum München aktiv. Sie druckten und verteilten Flugblätter gegen Franco im Spanischen Bürgerkrieg und gegen die Aufrüstung Deutschlands zum Krieg. Als 1941 der Krieg gegen die Sowjetunion begann, verstärkte die ADV ihre Aktivitäten und druckte von 1941 bis 1943 zwölf Ausgaben von Flugschriften und zwei Ausgaben der Zeitung „Der Wecker“, sie forderte die Beendigung des Krieges. Mitte 1943 kooperierte die ADV mit der Kriegsgefangenenorganisation Brüderliche Zusammenarbeit der Kriegsgefangenen (BZK russisch BSW) und versorgte sie mit Kleidung, Nahrung, Informationen und Papieren. Der BZK wurde auch mit Waffen versorgt, die für einen Aufstand benutzt werden sollten, zu dem es aber nicht mehr kam, weil die Organisation durch Spitzel von der Gestapo zerschlagen wurde. Mit dem Ende der BZK kam die Gestapo auch der ADV auf die Spur und verhaftete einen Großteil der Gruppe. Vom Volksgerichtshof wurden 6 Mitglieder zum Tode verurteilt und hingerichtet, nur Karl Zimmet konnte überleben, weil er eine Geisteskrankheit vortäuschte und das letzten Kriegsjahr in einer Anstalt verbrachte.

Quellen:Antinazistische Deutsche Volksfront
http://www.widerstand.musin.de/index3-14.html (07.11.2009)
http://www.gdw-berlin.de/bio/ausgabe_mit.php?id=447 (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Antinazistische_Deutsche_Volksfront (07.11.2009)


Widerstand

 

Edelweißpiraten

 

Die Edelweißpiraten waren rebellische Gruppen oder Jugendbanden, die sich dem Zwang der Hitlerjugend (HJ) zu entziehen versuchten und im Laufe der Jahre in einigen Regionen offenen Widerstand betrieben. Ihre Wurzeln hatten sie bei der Bündischen Jugend, in der linksgerichteten Naturfreunde und im kommunistischen Rotfrontkämpferbund die alle Verboten waren. Es gab aber auch wilde oder freie Gruppen, die ohne diese Organisationen entstanden sind. Die meisten von ihnen kamen aus der Arbeiterschicht und waren hauptsächlich in Großstätten des Ruhrgebiets aktiv. In den Gruppen waren die Mitglieder meist 14-17 Jahre alt und es gab auch keine Geschlechtertrennung wie bei den NS-Organisationen. Eines ihrer Erkennungszeichen war eine Edelweißanstecknadel an der Jacke oder ein Edelweiß unter dem linken Rockaufschlag. Sie trugen auffällige Kleidung, um sich vom HJ Einheitsbrei abzuheben. Der Widerstand bestand am Anfang darin, trotz Fahrtenverbots, trotzdem zu fahren und schwänzens des HJ-Dienstes. Als nächstes schlug man sich mir der HJ, malten Wandparolen und verteilten illegale Zeitungen und Flugblätter weiter.

 

 

Bartholomäus (Barthel) Schink, * 25. November 1927 wurde am 10.11.1944 mit sechs Edelweißpiraten
und sieben befreundete Erwachsene ohne Gerichtsverfahren öffentlich erhängt.

Besonderer Widerstand kam erst im letzten Kriegsjahr vor, wo alles im Niedergang begriffen war. In dieser Zeit war vor allem die „Ehrenfelder Gruppe“ die aus geflohenen Häftlingen, Zwangsarbeiter, Juden, Russen, Deserteure und Jugendliche bestand und Widerstand leistete. Der Anführer dieser Gruppe war der aus dem KZ-Außenlager Köln-Messe geflohenen Häftling Hans Steinbrück (genannt Bombenhans), der die meisten Aktionen geplant hatte. Die Gruppe legte ein Waffenlager an, versteckte Juden und Deserteure bei sich, machten Flugblattaktionen und verübte Diebeszüge. Ihr Plan war es das Gestapogebäude in die Luft zu sprengen und jeden Nazi zu töten, der ihnen begegnete. Steinbrück und seine Gruppe erbeuteten im einen Lagerhaus 26 Zentner Butter, da sie nicht lagern konnten, verkauften sie es auf dem Schwarzmarkt. Das brachte natürlich sehr viel Aufmerksamkeit und einige Mitglieder verließen die Gruppe. Bei einer Personenkontrolle bekam eine Heeresstreife einen Tipp, wo ein Deserteur zu finden sei und durchsuchte den Keller der Gruppe. Dabei wurde das Waffenlager entdeckt. Die Kriminalpolizei durchsuchte die Kellerräume am nächsten Tag und nahm zwei Jüdinnen sowie die Kellerbewohnerin fest. Am Tag fuhren die Mitglieder der Gruppe herum und schossen auf alles, was eine Uniform trug. Sie töteten einen SA-Angehörigen und ein HJ-Streifenführer. Am darauf folgenden Tag wiederholte sich das Ganze noch einmal mit dem Unterschied, das die Gruppe versuchte Sprengstoff zu klauen, was von der Polizei vereitelt wurde. Am 4. Oktober 1944 verhaftete die Gestapo Steinbrück und einige Mitglieder seiner Gruppe. Bis Mitte Oktober wurden 63 Personen festgenommen darunter ganze Familien. 13 Mitglieder wurden am 10. November 1944 in der Hüttenstraße in Ehrenfeld ohne Gerichtsverfahren von der Gestapo erhängt.

Quellen:Edelweißpiraten
http://www.aussichten-online.de/edelweisspiraten.html (07.11.2009)
http://musik-us-koelle.foren-city.de/topic,205,-edelweisspiraten.html (07.11.2009)
http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/epis/index.html (07.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Edelwei%C3%9Fpiraten#Aktionen_des_Widerstandes (07.11.2009)

 

Wilhelm Leuschner

 

Im Jahre 1913 trat Wilhelm Leuschner in die SPD ein und wurde ein engagiertes Gewerkschaftsmitglied. Er musste 1916 als Soldat an die Ostfront im Ersten Weltkrieg. Nach seiner Rückkehr 1919 wurde er Stadtverordneter und Vorsitzender der Darmstädter Gewerkschaften und konnte 1924 als SPD-Abgeordneter in den Landtag des Volksstaates Hessen gewählt werden. 1928 wurde er zum Innenminister des Volksstaates Hessen berufen. Unter anderem trat er mit Plänen zum Autobahnbau hervor. Besonders auffällig wurde er jedoch als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Leuschner wurde zu einem der meistgehassten Gegner der Nationalsozialisten, nachdem er die Veröffentlichung der Boxheimer Dokumente veranlasst hatte. In den Boxheimer Dokumenten war die beabsichtigte Errichtung eines Terrorregimes der Nazis deutlich zu erkennen, sie ließen erkennen, dass der vermeintlich legale und demokratische Kurs der Nationalsozialisten eine bloße Fassade war.

 

Die Verfolgung

 

Anfang 1933 wurde Leuschner in den Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB) gewählt. Im April 1933 wurde Leuschner, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zum Rücktritt gezwungen, er gab sein Amt als hessischer Innenminister auf. Da er als Gewerkschaftsführer immer wieder die von Robert Ley gewünschte Kooperation mit den Nationalsozialisten ablehnte, kam es im kurz nach Ostern desselben Jahres dazu, dass er inhaftiert wurde. Es hieß, dass er offiziell in „Schutzhaft“ genommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnten alle Gewerkschaften offiziell zerschlagen werden. Juni 1933 wurde er zum zweiten Mal festgenommen, misshandelt und mehrere Monate lang in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern gefangen gehalten, darunter im berüchtigten Emslandlager Börgermoor, in dem sein Mitgefangener Wolfgang Langhoff das bekannte Moorsoldatenlied schuf.

 

Der Widerstand

Das letztendliche Ziel, die Beugung seiner Persönlichkeit, erreichten die Nationalsozialisten jedoch nie. Kurz darauf, nachdem Wilhelm Leuschner im Sommer 1934 aus dem Konzentrationslager freikam, organisierte er sofort den Neuaufbau eines Widerstandsnetzwerks. Er folgte 1936 Ernst Schneppenhorst in der Leitung einer kleinen Fabrik zur Herstellung von Bierschank Utensilien. Dieser Ort wurde sehr schnell zur Schaltzentrale der illegalen Reichsleitung der inzwischen verbotenen deutschen Gewerkschaften. Hermann Maaß wurde in dieser Zeit zu einem seiner engsten Mitarbeiter. Wilhelm Leuschner kämpfte sehr aktiv in gewerkschaftsnahen Gruppen des Widerstandes und hatte Kontakte zum sogenannten Kreisauer Kreis. Daraufhin trat er nach dem Jahr 1939 ebenfalls zur Widerstandsgruppe von Carl Friedrich Goerdeler bei. Leuschner hätte voraussichtlich nach einem erfolgreichen Putsch gegen Hitler im Schattenkabinett Beck/Goerdeler Vizekanzler werden sollen. Das Attentat vom 20. Juli 1944 und der Umsturzversuch misslangen jedoch. Wilhelm Leuschner stellte sich am 16. August 1944, nachdem die Nationalsozialisten seine Frau als Geisel genommen hatten freiwillig dem Regime. Er wurde darauf vom Volksgerichtshof unter dem Vorsitz des berüchtigten Richters Roland Freisler direkt zum Tode verurteilt. Wilhelm Leuschner wurde am 29. September 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee von den Nationalsozialisten erhängt.

 

 

Er wurde 54 Jahre alt.


Nach Leuschner ist seit 1964 die Wilhelm-Leuschner-Medaille, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen, benannt. Zahlreiche Straßen in Deutschen Großstätten tragen seinen Namen.

Quellen:Wilhelm Leuschner
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/LeuschnerWilhelm/index.html (25.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Leuschner (25.11.2009)
http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/bezirk/gedenktafeln/leuschner.html (25.11.2009)
http://geschichte.verdi.de/jahrestage_gedenktage/20._juli_1944_leuschner_und_der_gewerkschaftliche_widerstand/wilhelm_leuschner_-_ein_leben_fuer_die_soziale_demokratie_von_wolfgang_hasibether (25.11.2009)

 

Der Artikel über Wilhelm Leuschner hat aus persönlichen Gründen Gastronaut geschrieben vielen Dank nochmal.
 
Wer Interesse am Widerstand hat kann sich diesen Heft kostenlos bestellen den Link habe ich dran gehängt
http://www.bpb.de/publikationen/1X57WC,0,0,Opposition_und_Widerstand_der_Arbeiterbewegung.html (07.11.2009)


Quellen

Autor: Partisan