Das Thema

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. Januar 1942)

 

Begriff Wehrmacht

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, dass er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 

01.01. - 10.01.1942

Die Berichte des Tages

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

 

Donnerstag, 1. Januar 1942

Die in Feodosia gelandeten sowjetischen Kräfte und Nachschubwege über das Schwarze Meer wurden von starken Verbänden der Luftwaffe angegriffen. Der Feind erlitt erhebliche Verluste an Menschen und Material.
Im mittleren Abschnitt der Ostfront hielten auch gestern die schweren Kämpfe an. Die Luftwaffe setzte die planmäßige Störung der feindlichen Angriffsbewegungen fort. Mehrere Ortschaften wurden in Brand geworfen. Bahnlinien unterbrochen und rollendes Material vernichtet. Am Ilmen-See wurde eine größere Anzahl sowjetischer Flugzeuge durch Bombenangriff am Boden zerstört.

In Nordafrika nahmen die Kämpfe der deutsch-italienischen Kräfte im Raum um Agedabia auch in den letzten Tagen einen günstigen Verlauf. Weitere 48 Panzerkampfwagen und zahlreiche Panzerspähwagen wurden vernichtet. In Luftkämpfen wurden drei britische Jäger abgeschossen.
Auf der Insel Malta wurden Flugplätze bei Tag und Nacht von der Luftwaffe angegriffen.

 

Freitag, 2. Januar 1942

Im Osten setzte der Feind seine Angriffe an zahlreichen Stellen fort. Einzelne Einbruchstellen wurden abgeriegelt, andere im Gegenstoß beseitigt.
Die Luftwaffe unterstützte den Abwehrkampf des Heeres und führte nachhaltige Zerstörungsangriffe gegen die rückwärtigen Verbindungen des Feindes.

Starke Kampf- und Jagdfliegerverbände bekämpften auch gestern die bei Feodosia auf der Krim gelandeten feindlichen Kräfte sowie die Hafenanlagen. Ein Handelsschiff mittlerer Größe und ein kleines Kriegsschiff wurden versenkt, drei größere Frachter in Brand geworfen und vier Transporter schwer beschädigt.

In Nordafrika fanden auf der Erde keine größeren Kampfhandlungen statt. Die bei Agedabia zurückgeworfenen Briten wurden von starken deutschen Kampffliegerverbänden angegriffen und erlitten empfindliche Verluste.

Die rollenden Luftangriffe gegen Flugplätze auf der Insel Malta wurden erfolgreich fortgesetzt.

In der Zeit vom 24. bis 31. Dezember verlor die britische Luftwaffe 58 Flugzeuge, davon 33 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 18 eigene Flugzeuge verloren.

 

Sonnabend, 3. Januar 1942

Im südöstlichen und nördlichen Abschnitt der Ostfront nur örtliche Kampfhandlungen. Die Abwehrkämpfe im mittleren Abschnitt dauern bei starker Kälte an. Zahlreiche Angriffe des Gegners sind am entschlossenen Widerstandswillen unserer Truppen gescheitert.

Die Luftwaffe griff mit Kampf- und Jagdfliegerverbänden in die Erdkämpfe ein und zerschlug an mehreren Stellen im Tiefangriff die Bereitstellung sowjetischer Kräfte.
Bei Nachtangriffen auf Moskau erzielten deutsche Kampfflugzeuge Volltreffer in einem Bahnhof und in Lagerhallen.

In Nordafrika wurde nach mehrwöchigem heldenhaften Widerstand deutsch­italienischer Truppen Bardia vom Feinde besetzt. Im Raum von Agedabia lebhafte beiderseitige Aufklärungstätigkeit. Britische Kraftwagenkolonnen wurden durch Luftangriffe zersprengt.

Wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich gegen britische Flugplätze auf der Insel Malta.

 

Sonntag, 4. Januar 1942

Im Südabschnitt der Ostfront beschränkt sich die Kampftätigkeit bei strengem Frost auf örtliche Spähtruppunternehmen und Artilleriestörungsfeuer.
Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt setzte der Gegner seine Angriffe fort. Sie wurden in harten Kämpfen, zum Teil im Gegenstoß, abgewiesen. Örtliche Einbrüche wurden abgeriegelt.
Die Luftwaffe griff bei Tag und Nacht Hafenanlagen und Schiffsziele sowie den Flugplatz von Feodosia an. Mehrere Flugzeuge wurden am Boden zerstört und beschädigt. Im Hafen sank ein kleines Schiff nach Bombentreffer; ein größeres Handelsschiff und ein Schwimmkran wurden schwer beschädigt.

Weitere mit Schwerpunkt im Raum um Moskau geführte Angriffe trafen Marsch- und Fahrzeugkolonnen, Panzerbereitstellungen, belegte Ortschaften, Eisenbahnen und Flugplätze der Sowjets. Der Feind erlitt hierdurch erhebliche Verluste an Menschen und Material.

Im hohen Norden wurde die Murman-Bahn durch Bombenangriffe mehrfach unterbrochen.

In Nordafrika lebhafte beiderseitige Aufklärungstätigkeit; im Raum um Agedabia scheiterten einzelne britische Angriffe. Feld- und Barackenlager sowie Fahrzeugkolonnen der Briten wurden mit Bomben und Bordwaffen erfolgreich angegriffen. Wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich ferner gegen Tobruk. Auf einem Flugplatz bei Bengasi konnten zahlreiche Bombentreffer zwischen abgestellten Flugzeugen erzielt werden. Im Seegebiet um Bengasi wurde ein feindlicher Zerstörer durch Bombenvolltreffer schwer beschädigt.

Die bei Tag und Nacht fortgesetzten Angriffe starker deutscher Kampf- und Jagdfliegerverbände riefen schwere Zerstörungen auf den britischen Flugplätzen der Insel Malta hervor. Durch Bombenvolltreffer in den Hallen und zwischen abgestellten Flugzeugen entstanden starke Brände und Explosionen.

In der Zeit vom 27. Dezember 1941 bis zum 2. Januar 1942 verlor die sowjetische Luftwaffe 98 Flugzeuge. Davon wurden 72 in Luftkämpfen und 13 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront zwölf eigene Flugzeuge verloren.

Die britische Kriegsmarine erlitt auch im Dezember schwere Verluste. Deutsche See- und Luftstreitkräfte versenkten drei Kreuzer, einen Flugzeugträger, drei Zerstörer, drei Schnellboote, ein Kanonenboot, ein Unterseeboot. Außerdem wurden, zum Teil schwer, beschädigt: sechs Kreuzer, fünf Zerstörer, vier Schnellboote, ein Minenleger, zwei Bewacher, zwei Unterseeboote.
Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt wurden im Dezember 1941 74 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 257.200 BRT versenkt. Davon vernichtete die Unterseebootwaffe 23 Schiffe mit 115.700 BRT.

 

Montag, 5. Januar 1942

Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden wiederum zahlreiche feindliche Angriffe und Vorstöße erfolgreich abgewehrt. In den übrigen Frontabschnitten nur örtliche Kampftätigkeit.
Angriffe starker Kampf- und Jagdfliegerverbände richteten sich gegen feindliche Stellungen und Schiffe im Raum von Feodosia. Fünf große Schiffe gerieten nach Bombentreffern in Brand. Zwei Zerstörer und ein großes Handelsschiff wurden durch Volltreffer beschädigt.

Im Zuge bewaffneter Aufklärung gegen Großbritannien griffen Kampfflugzeuge bei Tage Hafen- und Funkanlagen auf den Faröern und Shetlands sowie Industrieanlagen an der englischen Ostküste erfolgreich an.

Unterseeboote versenkten im Atlantik, im Eismeer und im Mittelmeer vier Schiffe, darunter einen großen Tanker, mit zusammen 20.000 BRT. Zwei weitere Schiffe wurden durch Torpedotreffer beschädigt.

In Nordafrika fanden keine größeren Kampfhandlungen statt. Verbände der deutschen Luftwaffe griffen britische Flugplätze, Molen und Flakstellungen bei
Bengasi an und belegten die Küstenstraßen wirksam mit Bomben. In Luftkämpfen wurden fünf Flugzeuge abgeschossen.

Auf der Insel Malta wurden die Luftangriffe gegen britische Flugplätze erfolgreich fortgesetzt.

Versuche einzelner britischer Bomber, das norddeutsche Küstengebiet anzugreifen, blieben erfolglos. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verletzte.

 

Dienstag, 6. Januar 1942

Die Kämpfe im mittleren Abschnitt der Ostfront dauern an. Unsere Truppen fügen dem Feinde durch Abwehrfeuer und Gegenstöße überall schwere Verluste zu.
Im Rahmen der Kampfführung aus der Luft hat sich ein kroatischer Fliegerverband durch kühn geführte Tiefangriffe besonders ausgezeichnet.

Die bei Feodosia gelandeten sowjetischen Kräfte sowie Schiffsziele vor Jewpatoria wurden von Kampf- und Jagdfliegerverbänden erfolgreich angegriffen. Ein Schnellboot wurde versenkt, drei Transporter beschädigt.

Bei den Faröern und an der englischen Westküste wurden zwei feindliche Handelsschiffe durch Bombenwurf beschädigt.

In Nordafrika lebhafte Aufklärungs- und Artillerietätigkeit im Raum von Sollum und bei Agedabia. Wirksame Luftangriffe richteten sich gegen britische Stellungen und Nachschubwege.
Auf der Insel Malta wurden britische Flugplätze bombardiert.

 

Mittwoch, 7. Januar 1942

Auf der Krim wurden feindliche Kräfte, die unter dem Schutz von Kriegsschiffen in Jewpatoria gelandet waren, durch raschen Zugriff in zähem Häuserkampf vernichtet. Eine südwestlich Feodosia gelandete kleine Kräftegruppe wurde von rumänischen Verbänden zerschlagen. Deutsche Kampf-, Sturzkampf- und Jagdfliegerverbände führten wirkungsvolle Angriffe gegen die Landungskräfte der Sowjets auf der Krim und deren Nachschubwege über das Schwarze Meer.

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront scheiterten bei nachlassendem Frost auch gestern zahlreiche Angriffe des Feindes.
Im Raum nordostwärts Charkow wurde ein örtlicher Einbruch des Gegners in unsere Linien durch Gegenangriff beseitigt. Zwei sowjetische Bataillone wurden hierbei aufgerieben.

An der englischen Ostküste wurde ein Handelsschiff von 4.000 BRT durch Bombenwurf versenkt und mehrere Bombenvolltreffer in einem größeren Industriewerk erzielt.

In Nordafrika keine wesentlichen Kampfhandlungen. Deutsche Kampfflugzeuge griffen britische Flugplätze in der Marmarica und auf der Insel Malta wirksam an.

 

Donnerstag, 8. Januar 1942

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront wiederholte der Feind auch gestern unter blutigen Verlusten seine Angriffe. An einzelnen Stellen sind die Kämpfe noch im Gange.

Die Luftwaffe griff Kaianlagen und Schiffsziele im Hafen von Feodosia erfolgreich an. An den übrigen Frontabschnitten setzte sie die wirksame Bekämpfung der angreifenden Sowjets fort und bombardierte rückwärtige Verbindungen des Feindes.

Vor der schottischen Küste versenkten Kampfflugzeuge bei Tage ein Handelsschiff von 6.000 BRT. Ein weiteres Schiff wurde durch Bombenwurf schwer beschädigt.

In Nordafrika lebhaftes feindliches Artilleriefeuer im Raum von Sollum. An den übrigen Abschnitten der Front keine wesentliche Kampftätigkeit.
Die Luftangriffe auf britische Flugplätze auf der Insel Malta wurden mit Erfolg fortgesetzt.

In den frühen Morgenstunden des 7. Januar warfen einige britische Flugzeuge wahllos Bomben auf Orte in Westdeutschland und im norddeutschen Küstengebiet. Schaden entstand nicht.

 

Freitag, 9. Januar 1942

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront dauern die erbitterten Abwehrkämpfe an. Dabei wurden Bereitstellungen des Gegners durch zusammengefaßtes Artilleriefeuer zerschlagen und zahlreiche feindliche Angriffe abgewiesen. Kampf-, Sturzkampf- und Jagdfliegerverbände unterstützten die Abwehrkämpfe des Herres.

In Nordafrika hielt das feindliche Artilleriefeuer auf die deutsch-italienischen Stellungen bei Sollum an. Im Raum von Agedabia beiderseitige Aufklärungstätigkeit. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bombardierten britische Kraftfahrzeugkolonnen. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger ohne eigene Verluste sechs feindliche Flugzeuge ab.
Britische Flugplätze auf der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht erfolgreich mit Bomben belegt.

 

Sonnabend, 10. Januar 1942

Auf der Krim und im südlichen Abschnitt der Ostfront nur geringe Kampftätigkeit. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge versenkten im Seegebiet von Sewastopol und Feodosia einen Transporter von 4.000 BRT und beschädigten zwei größere Handelsschiffe sowie einen Leichten Kreuzer durch Bombenwurf. Vor der Ostküste des Schwarzen Meeres wurde ein weiteres Handelsschiff in Brand geworfen.
Im mittleren und einem Teil des nördlichen Frontabschnittes halten die schweren Abwehrkämpfe in unverminderter Stärke an.

In Nordafrika verstärkte der Feind sein Artilleriefeuer und seine Luftangriffe im Raum von Sollum. Im Gebiet von Agedabia beiderseitige Spätrupptätigkeit.
Die Angriffe auf Flugplätze der Insel Malta wurden erfolgreich fortgesetzt.

Bei Versuchen britischer Bomber, die französische Küste anzugreifen, wurden vier feindliche Bomber abgeschossen.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreten bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

 

Der Tag

An der Ostfront scheint die Lage stabil und dennoch hat die Rote Armee leichte Vorteile auf ihrer Seite. So nimmt man Rückeroberung des von der Wehrmacht zuvor zerstörten Stariza, 48 km nordöstlich von Rschew, durch die Rote Armee ernsthaft auf. Die Führung weiß um die Gefahr und mögliche Instabilität der Front im Osten. In den nächsten Tagen wird sich diese Lage noch zuspitzen, denn die Russen schlagen 3 deutsche Divisionen und erobern Malojaroslawez zurück, 129 km südwestlich von Moskau. Die sowjetische Hauptstadt ist nun wieder sicher in der Hand der Roten Armee, dabei verliert die Wehrmacht zunehmend Material und Initiative.
Stalin befiehlt derweilen eine massive Gegenoffensive auf ganzer Front. Die Stavka (Hauptquartier des sowjetischen Oberkommandos) soll nun kein Boden russischer Erde mehr preisgeben und auf den vier Frontabschnitten Leningrad, Moskau, Ukraine und Krim die Deutschen zurückgeschlagen werden. Stalins erfolgreichster Marschall Schukow dagegen fordert, dass alle Anstrengungen auf die Zerschlagung der in Auflösung befindlichen deutschen Heeresgruppe Mitte, westlich von Moskau, konzentriert werden sollten. Er sieht hier die wichtigste Stütze der deutschen Militärmaschinerie an der Ostfront, welche wenn sie fällt, den Weg nach Berlin frei macht. Stalin schmettert diesen Rat aber ab. Die Offensive hat Erfolg, wenn auch nicht durchschlagenden, den sich Stalin gewünscht hat. Die Rückeroberung des Eisenbahnknotenpunktes Kirichi an der Front bei Leningrad und die Verkündung der Befreiung von 572 bevölkerten Ortschaften an der mittleren Front vor Moskau durch die Russen, haben dennoch Eindruck auf das Volk gemacht. Der Kampf um Mütterchen Russland und die von Stalin ausgerufene Aufbegehren des Volkes, nimmt langsam Fahrt auf. Die russische Beute zwischen dem 1. und 5. Januar beträgt 462 Kanonen, 86 Panzer und andere Panzerfahrzeuge, 202.000 Granaten, 75.210 Landminen, 3.091 Feldkarren, 9 Eisenbahnzüge und 1.235 Tonnen an Lebensmitteln. Dieses Material fehlt an der Front und hindert die deutschen Verbände an weiteren Offensiven. Dies weiß Schukow zu nutzen, der 51 Ortschaften in zwei Tagen erobern kann. Insgesamt kämpfen 3 sowjetische 'Fronten' (Gruppen aus Armeen, wobei jede Armee etwa nur einem deutschen Korps entspricht) gegen die Wehrmacht und können dabei große Erfolge verbuchen. Die Russen können 113 Kilometer tief zwischen Smolensk und dem Illmensee durchbrechen und neun Ortschaften zurückerobern. Auch bei Sewastopol versuchen die Sowjets einen Ausbruch aus der Belagerung. Die Garnison führt einen Gegenangriff durch, während die sowjetische Schwarzmeer-Flotte Verstärkungen anlandet. Ebenso in Leningrad, wo die Rote Armee wichtige Orte zurückerobern konnte. Die spanischen Freiwilligen der Blauen Division, welche vor Leningrad kämpfen, erleiden schwere Verluste, vor allem durch Erfrierungen.
Dieser Schlag hat die Wehrmacht in ihrem Siegestaumel schwer erschüttert und die Führung weiß nun, dass die Rote Armee noch lange nicht geschlagen ist. Derweilen lässt die Führung der Wehrmacht erstmalig nicht alle Nachrichten an den Führer mehr durch stellen, auch wird der Geheimdienst nicht mehr an den Besprechungen es Generalstabs teilnehmen. Admiral Canaris warnt nun zunehmend vor den Massen der Roten Armee, die sich hinter den Fronten mobilisieren, doch wird er nicht mehr bis zum Führer vordringen und seine Meldungen schon gar nicht. Es gelingt dem OKW zwar die Lage an den Fronten im Osten zu stabilisieren, aber an Offensive ist nicht zu denken. Radio Berlin meldet, dass die deutschen Truppen an der Ostfront ihre Stellungen in einem 'Meer aus Blut' verteidigen.
An den anderen Fronten scheint die Lage noch besser auszusehen, zwar verliert man in Afrika hier und da an Boden, Britische und südafrikanische Verbände erobern das nun weit hinter der Front liegende Bardia, aber die Lage ist stabil. In Ostindien landen die Japaner auf der Labuan-Insel (vor Borneo) und auf den Philippinen besetzen sie Manila und die Cavite Marinebasis.

 

Die britische Marine verkriecht sich nicht in den Häfen, sondern kann man dem 'Port T', einen geheimen britischen Marinestützpunkt auf dem Addu-Atoll (Malediven) in nur 3 Monaten einrichten. Man will versuchen die Initiative auf See zurückzugewinnen, gerade wo man weiß, dass die amerikanische Marine nun in den Krieg ein gewichtiges Wort mitzureden haben wird. In seiner Erklärung zur Lage der Nation erklärt Roosevelt vor dem Kongress, dass 60.000 Flugzeuge und 8 Millionen Tonnen Handelsschiffraum im Jahr 1942 gebaut werden sollen und im Jahre 1943 125.000 Flugzeuge und 10 Millionen Tonnen Schiffsraum. Die Briten wollen ihren Verbündeten möglichst viel beisteuern und organisieren ihre Bevölkerung zu einem Befreiungskampf Europas. Die Gründungserklärung der Vereinigten Nationen, in welcher sich 26 Nationen verpflichten keinen Separatfrieden mit den Achsenmächten einzugehen und alle ihre Ressourcen im Kampf gegen diese einzusetzen, unterstützt nun die Briten in diesem Kampf.

 

11.01. - 20.01.1942

Die Berichte des Tages

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

 

Sonntag, 11. Januar 1942

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Osstfront fügten die deutschen Truppen dem Gegner bei der Abwehr zahlreicher, teilweise mit zusammengefaßten Kräften und mit Panzerunterstützung geführter Angriffe am gestrigen Tage besonders hohe Verluste an Menschen und Material zu.
Die Luftwaffe bombardierte Hafenanlagen in Feodosia sowie an der Ostküste des Schwarzen Meeres und griff an den übrigen Abschnitten der Ostfront erfolgreich in den Erdkampf ein.

In der Nacht zum 11. Januar wurden kriegswichtige Hafenanlagen auf der Britischen Insel mit Bomben belegt.

In Nordafrika dauert der Druck des Feindes auf die Stellungen bei Sollum an. Im Gebiet von Agedabia lebhafte Spähtrupptätigkeit. Deutsche Sturzkampf- und Kampffliegerverbände griffen Truppenansammlungen des Feindes im Raum von Agedabia sowie britische Flugplätze in der Marmarica wirksam an. In Luftkämpfen wurden vier feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Die Luftangriffe auf Flugplätze der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht mit guter Wirkung fortgesetzt.

Britische Bomber griffen in der Nacht zum 11. Januar Orte im norddeutschen Küstengebiet an. Die Bevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Sechs der angreifenden Bomber wurden abgeschossen.

In der Zeit vom 3. bis 9. Januar verlor die sowjetische Luftwaffe 112 Flugzeuge. Davon wurden 82 in Luftkämpfen und zwölf durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 16 eigene Flugzeuge verloren.

 

Montag, 12. Januar 1942

Die Kämpfe im mittleren Abschnitt der Ostfront und im Waldai-Gebiet dauern an. An den übrigen Abschnitten der Front keine wesentlichen Kampfhandlungen.

Eine Fernkampfbatterie der Kriegsmarine beschoß Dover mit beobachteter Trefferwirkung.

Unterseeboote versenkten einen britischen Zerstörer im Atlantik und torpedierten einen im Mittelmeer.

In Nordafrika lebhafte Aufklärungstätigkeit. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten die Küstenstraße der Cyrenaika sowie britische Flugplätze auf der Insel Malta.

In der Zeit vom 1. bis 10. Januar verlor die britische Luftwaffe 42 Flugzeuge, davon 19 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien neun eigene Flugzeuge verloren.
Bei dem im Wehrmachtbericht vom 7. Januar gemeldeten sowjetischen Landungsunternehmen in Jewpatoria auf der Krim ließ der Gegner in zähen Häuser-und Straßenkämpfen 600 tote Soldaten und 1.300 Partisanen auf dem Kampffeld. 203 Gefangene fielen in unsere Hand.
Dieser Erfolg ist in besonderem Maße dem entschlossenen Zupacken des Oberstleutnants von Boddien zuzuschreiben, der als Kommandeur der Aufklärungsabteilung einer Infanteriedivision in diesem Kampf gefallen ist.
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat diesem tapferen Offizier nachträglich das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

 

Dienstag, 13. Januar 1942

Auf der Krim und im Donez-Bogen nur geringe Gefechtstätigkeit.

Im Raum ostwärts Charkow führten unsere Truppen erfolgreiche Erkundungsvorstöße gegen feindliche Stützpunkte durch. Der Gegner verlor 219 Tote und 93 Gefangene.

Die Kämpfe im mittleren Frontabschnitt und im Waldai-Gebiet halten an.
Bei einem Stoßtruppunternehmen an der Einschließungsfront von Leningrad wurden 22 feindliche Bunker mit ihrer Besatzung vernichtet.
Starke Kampf-, Sturzkampf- und Jagdfliegerverbände griffen in die Erdkämpfe ein. Die Sowjets erlitten besonders hohe blutige Verluste und büßten umfangreiches Kriegsmaterial ein. Zahlreiche belegte Ortschaften und Eisenbahnzüge wurden in Brand geworfen.

In Nordafrika wurden heftige britische Angriffe im Raum von Sollum abgeschlagen. Die schweren Kämpfe dauern an. Südwestlich von Agedabia scheiterte ein feindlicher Panzerverstoß. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bombardierten britische Kraftfahrzeug- und Panzeransammlungen im Raum von Agedabia sowie Flugplätze und Hafenanlagen in der Cyrenaika. In Luftkämpfen wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Die Luftangriffe auf Flugplätze der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht erfolgreich fortgesetzt.

 

Mittwoch, 14. Januar 1942

Im südlichen Abschnitt der Ostfront wurden mehrere Vorstöße des Feindes abgewiesen.
Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt dauern die schweren Kämpfe an. Durch das Abwehrfeuer und die Gegenangriffe der deutschen Truppen sowie durch das Eingreifen der Luftwaffe in die Erdkämpfe erlitt der Feind auch gestern hohe blutige Verluste.

Im Nördlichen Eismeer versenkten Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 5.000 BRT.
Ein Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Lüth versenkte in zähen Angriffen aus einem stark gesicherten Geleitzug im Atlantik vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 21.000 BRT.

An der englischen Ostküste griffen deutsche Kampfflugzeuge bei Tage ein Industriewerk sowie Hafenanlagen erfolgreich mit Bomben an und versenkten ein Handelsschiff von 8.000 BRT. Ein weiteres, gleich großes Schiff wurde durch Bombenwurf schwer beschädigt.

In Nordafrika setzte der Gegner seine heftigen Angriffe, unterstützt durch das Feuer seiner Seestreitkräfte, auf die deutsch-italienischen Stellungen im Raum von Sollum fort. In der westlichen Cyrenaika beiderseitige Aufklärungs- und Artillerietätigkeit. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bombardierten britische Kolonnen, Kraftfahrzeugansammlungen und Flugplätze.
Bei Tag und Nacht richteten sich Luftangriffe gegen die Hafenanlagen von La Valetta und gegen die britischen Flugplätze auf der Insel Malta. Hierbei wurden drei feindliche Bomber abgeschossen.

 

Donnerstag, 15. Januar 1942

Bei Feodosia und auf der Halbinsel Kertsch griff die Luftwaffe feindliche Truppenansammlungen, Flakstellungen und Flugplätze mit guter Wirkung an. Im Schwarzen und Asowschen Meer wurden drei feindliche Handelsschiffe durch Bombenwurf beschädigt.

Im Raum von Taganrog wiederholte der Gegner nach starker Artillerievorbereitung seine Vorstöße ohne Erfolg.

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront nimmt die Abwehrschlacht ihren Fortgang. Bei einem Gegenangriff erbeutete von Sturmgeschützen begleitete deutsche Infanterie acht Geschütze sowie zahlreiches anderes Gerät. Der Feind verlor hierbei etwa 600 Tote.
Bei einem erfolgreichen Stoßtruppunternehmen an der Front von Leningrad brachen Teile einer von Pionieren unterstützten Infanteriekompanie in 200m Breite in die feindliche Stellung ein und vernichteten 20 Bunker mit ihren Besatzungen.

In Nordafrika dauert das feindliche Artilleriefeuer auf die deutsch-italienischen Stützpunkte im Raum von Sollum mit unverminderter Heftigkeit an. Der Feind hatte einige örtliche Erfolge. Angriffe deutscher Kampf- und Sturzkampfflugzeuge richteten sich gegen britische Kraftfahrzeugkolonnen sowie Hafen- und Flugplatzanlagen im Raum südlich Agedabia und in Tobruk,
La Valetta und britische Flugplätze auf der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht wirkungsvoll bombardiert.

Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben auf mehrere Orte im norddeutschen Küstengebiet. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Mehrere Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Drei der angreifenden Bomber wurden abgeschossen.

 

Freitag, 16. Januar 1942

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront dauern die Kämpfe an. Beim Angriff gegen starke feindliche Kavallerie im mittleren Frontabschnitt nahm ein deutsches Infanteriebataillon am 14. Januar nach harten Kämpfen eine wichtige Ortschaft und erbeutete zehn Geschütze, zahlreiche Maschinengewehre, Granatwerfer, Hunderte von Gewehren und 850 Pferde. Der Feind ließ mehr als 1.300 Tote zurück.

Durch unsere Luftangriffe auf Schiffsziele bei Feodosia und Kertsch wurde ein Transporter von 1.500 BRT versenkt, ein größerer Transporter und ein Zerstörer schwer beschädigt.
Im Westfahrwasser des Weißen Meeres wurde ein Eisbrecher der Stalin-Klasse durch mehrere Bombenvolltreffer schwer beschädigt.

In der Nacht zum 16. Januar griffen Kampfflugzeuge Hafenanlangen an der englischen Ostküste an und erzielten mehrere Volltreffer in einer größeren Hochofenanlage.

In Nordafrika setzte der Feind die Beschießung der deutsch-italienischen Stützpunkte im Raum von Sollum durch Land- und Seestreikräfte fort. In der westlichen Cyrenaika keine wesentlichen Kampfhandlungen. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge griffen britische Kraftfahrzeugkolonnen und Flugplätze in der Cyrenaika sowie bei Marsa Matruk an.
Die Luftangriffe auf britische Flugzplätze und Verteidigungsanlagen auf der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht wirksam fortgesetzt.

Deutsche Transportflugzeuge schossen am 13. Januar über dem Mittelmeer zwei angreifende britische Zerstörerflugzeuge ab.

Britische Bomber griffen in der letzten Nacht Emden und weitere Orte im norddeutschen Küstengebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Drei der angreifenden britischen Bomber wurden abgeschossen.

 

Sonnabend, 17. Januar 1942

An der Front von Sewastopol wiesen deutsche und rumänische Truppen wiederholte feindliche Verstöße unter hohen Verlusten für den Gegner ab. An der Westküste der Krim zwang eine deutsche Küstenbatterie feindliche Kriegsschiffe zum Abdrehen.

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront fügten Truppen des deutschen Heeres, durch starke Verbände der Luftwaffe unterstützt, dem Feind in hartem Abwehrkampf auch gestern schwere Verluste zu. Im Raum ostwärts Kursk wurden bei einem Stoßtruppunternehmen drei feindliche Geschütze und mehrere Maschinengewehre erbeutet oder vernichtet.

Vor der englischen Ostküste wurde ein britischer Minensucher durch Bombenwurf schwer beschädigt.

In Nordafrika dauern die lebhaften Angriffe und das heftige Artilleriefeuer auf die deutsch-italienischen Stellungen im Raume von Sollum an. Britische Panzer- und Kraftwagenkolonnen sowie Flugplätze und Zeltlager in der Cyrenaika und an der ägyptischen Küste wurden erfolgreich bombardiert.

Deutsche Kampfflugzeuge führten bei Tag und Nacht wirksame Angriffe gegen Schiffsziele und Hafenanlagen in La Valetta sowie gegen britische Flugzeuge auf der Insel Malta.

 

Sonntag, 18. Januar 1942

Auf der Krim wurden erneute Angriffe des Feindes vor Sewastopol unter hohen Verlusten für den Gegner abgeschlagen.

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront wiesen die deutschen Truppen im Verlaufe der weiterhin anhaltenden schweren Kämpfe zahlreiche Angriffe des Feindes ab. An mehreren Stellen wurden erfolgreiche Gegenangriffe geführt. Im Rahmen dieser Kämpfe kam es zu starkem Einsatz deutscher Kampf- und Jagdfliegerverbände. Sie vernichteten, zum Teil in kühnen Tiefangriffen, Hunderte von Fahrzeugen und anderen Transportmitteln sowie zahlreiche schwere Waffen und anderes Kampfgerät des Gegners. Bei Luftangriffen auf Eisenbahnanlagen wurden mehrere beladene Transportzüge der Sowjets beschädigt.

Bei einem Angriff einer deutschen Panzerdivision im mittleren Frontabschnitt wurde der Feind unter Zurücklassung von 450 Toten geworfen.
Ein Verband der Waffen-SS sprengte bei Stoßtruppunternehmungen vor Leningrad 15 Bunker und Kampfstände, erbeutete zahlreiche Waffen und fügte dem Gegner schwere Verluste zu.

Im Eismeer wurde durch die deutsche Unterseebootwaffe ein feindliches Unterseeboot versenkt.
Im Atlantik versenkten deutsche Unterseeboote vier feindliche Schiffe mit zusammen 21.000 BRT. Außerdem wurde ein großer Transporter durch zwei Torpedotreffer schwer beschädigt.
Bei bewaffneter Luftaufklärung über der Nordsee wurde in der letzten Nacht vor der englischen Ostküste ein größerer Geleitzug angegriffen und zersprengt. Mehrere Schiffe wurden schwer beschädigt.
Andere Kampfflugzeuge belegten Häfen an der englischen Südwestküste mit Bomben mittleren und schweren Kalibers.

Britische Überwasserstreitkräfte griffen im Kanal einen deutschen Geleitzug erfolglos an. In den Kampf griff auch unsere Küstenabwehr ein. Ein englisches Schnellboot sank brennend.

In Nordafrika hat die von allen Verbindungen abgeschnittene schwache Besatzung der deutsch-italienischen Stützpunkte im Raum von Sollum, nachdem sie in wochenlangem heldenhaften Widerstand ihre Munitions- und Verpflegungsvorräte aufgebraucht hatte, die Übergabe angeboten. Die Luftwaffe führte erfolgreiche Angriffe gegen britische Marsch- und Nachschubkolonnen auf der Küstenstraße.

Deutsche Unterseeboote vernichteten ostwärts von Sollum einen englischen Zerstörer und erzielten drei Treffer auf einen Geleitzug im Seegebiet von Tobruk; das Sinken der Schiffe konnte nicht beobachtet werden.

Der Feind warf in der letzten Nacht Bomben auf verschiedene Orte in Nordwestdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. In den Wohnvierteln einiger Städte entstanden Gebäudeschäden. Zwei britische Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht.

In der Zeit vom 10. bis 16. Januar verlor die sowjetische Luftwaffe 105 Flugzeuge. Davon wurden 66 in Luftkämpfen und 14 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostküste 15 eigene Flugzeuge verloren.

 

Montag, 19. Januar 1942

Deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie von Manstein haben im Zusammenwirken mit den Luftwaffenverbänden des Generals der Flieger Ritter von Greim nach mehrtägigen harten Kämpfen die an der Südküste der Krim gelandeten sowjetischen Kräfte zurückgeworfen und die Stadt Feodosia in entschlossenem Angriff wieder in Besitz genommen. Bisher wurden mehr als 4.600 Gefangene eingebracht sowie 73 Panzerkampfwagen, 7 Geschütze und zahlreiches anderes Kriegsmaterial erbeutet.

Im mittleren und nördlichen Abschnitt hatte der Feind bei der Fortsetzung seiner Angriffe erneut schwere Verluste. Bei einem am 17. und 18. Januar durchgeführten Gegenangriff deutscher Infanterie und Panzerverbände wurden insgesamt 35 Geschütze, 23 Granatwerfer, 45 Maschinengewehre sowie zahlreiches sonstiges Material erbeutet. Der Feind verlor hierbei 430 Tote und 140 Gefangene.

Die Luftwaffe beschädigte im Seegebiet von Murmansk ein großes Handelsschiff durch Bombenwurf.

Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der englischen Südwestküste und erzielten Bombenvolltreffer in einem Munitionslager auf den Shetlands.

In Nordafrika wurde bei erfolgreichen Spähtruppunternehmungen der deutsch-italienischen Truppen in der Cyrenaika eine Anzahl von Gefangenen eingebracht. Deutsche Kampfflugzeuge griffen Hafenanlagen und Flugplätze an der Küste der Cyrenaika an. In der Großen Syrte wurden bei einem Luftangriff auf einen britischen Geleitzug mehrere große Handelsschiffe durch Bombenwurf schwer beschädigt.

Bei der Wiedereroberung von Feodosia hat sich der Ritterkreuzträger Oberst Müller erneut durch hervorragende persönliche Tapferkeit, Entschlußkraft und umsichtigte Führung seines Regiments ausgezeichnet.

 

Dienstag, 20. Januar 1942

Auf der Krim wurden die im Raum nordostwärts Feodosia kämpfenden feindlichen Kräfte weit nach Osten zurückgeworfen.
An der Donez-Front sowie im mittleren und nördlichen Frontabschnitt dauern die Abwehrkämpfe an. Bei erfolgreichen Stoßtruppunternehmungen fügten slowakische Truppen dem Gegner blutige Verluste zu.

Die Luftwaffe unterstützte an der gesamten Ostfront zum Teil unter schwierigsten Einsatzbedingungen die Kämpfe auf der Erde. Die Murman-Bahn wurde an mehreren Stellen durch Bombenwurf unterbrochen, ein Betriebsstoffzug wurde in Brand geworfen.

In Nordafrika beiderseitige Spähtrupp- und Artillerietätigkeit. Wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich in der Cyrenaika gegen Hafenanlagen und gegen die Küstenstraße. Im Raum südlich Agedabia wurden britische Kraftfahrzeugansammlungen und Zeltlager mit Bomben belegt.

Im Seegebiet von Tobruk beschädigten deutsche Kampfflugzeuge ein größeres Handelsschiff durch mehrere Bombentreffer.
Die Bombardierung von La Valetta und britischen Flugplätzen auf der Insel Malta durch deutsche Kampfflugzeuge wurde mit starker Wirkung fortgesetzt.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreten bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

 

Der Tag

An der Ostfront nimmt die Rote Armee nun Fahrt auf und kann mit Rückeroberung von Ljudinowo, südwestlich von Kaluga, und dem Eisenbahnknotenpunkt Tikhonovo Pustyn, nordwestlich von Kaluga, sowie von Popovka im Donezbecken (Ukraine), eine wichtige strategische Position für weiteres Vorrücken einnehmen. In der Schlacht von Moschaisk kann die Rote Armee die Deutschen westlich von Moskau zu vertreiben. Schukow hat es vor allem auf die Eisenbahnen abgesehen, nur Sie können die Massen von Panzern schnell genug nach vorn bringen. Schon vor einer größeren Offensive, will er Nachschublinien aufbauen, die unbegrenzt Nachschub liefern können. In gleichem Atemzug gehen die russischen Panzerspitzen gegen Charkow vor, erobern Medyn, westlich von Malojaroslawez, zurück und können eine neue Frontlinie etablieren.
Natürlich weiß Stalin, dass neben dem militärischen Kampf auch der Kampf um die Herzen der eigenen Armee wichtig ist. Der Fakt, dass man weiter mehr Russen opfern muss, als man Deutsche besiegt, ist auch der Truppe bewusst. Das russische Oberkommando veröffentlicht darum ein Dokument, welches von Feldmarschall von Reichenau, dem Oberbefehlshaber der deutschen 6. Armee unterzeichnet ist, und bei Kalinin nordwestlich von Moskau gefunden wurde. Darin weißt dieser die deutschen Truppen an, sich 'gnadenlos' gegenüber der russischen Zivilbevölkerung zu verhalten. Damit will man den Rotarmisten bewusst machen, dass der Feind schlimmeres mit einem vorhat und die Taten der Vorgesetzten bzw. Opferungen die einzige Lösung sind.
Die weiteren Hauptangriffe der Sowjets gehen gegen die Heeresgruppe Mitte, welche bis Smolensk zurückgedrängt werden kann. Timoschenko beginnt mit einer Großoffensive an der Front in der Ukraine und kommt bis auf 97 km an den Fluß Dnjepr und der wichtigen Industriestadt und Nachschubdepot Dnjepropetrowsk heran. General Gretchko, welcher nach dem Krieg Marschall der Sowjetunion und sowjetischer Verteidigungsminister wird, zeichnet sich dabei besonders aus. Ebenso zeichnen sich die russischen Fallschirmjäger-Brigaden und Luftlanderegimenter aus, welche hinter den deutschen Linien bei Wjasma landen und sich mit den dortigen Partisanen vereinigen.

 

Einziger Erfolgsgarant dieser Tage scheint die deutsche Kriegsmarine zu sein, welche im Unternehmen Paukenschlag mit 5 deutschen U-Booten gegen die Handelsschifffahrt vor der amerikanischen Ostküste vorgeht. Bis zum 11. Februar werden 20 Schiffe versenkt. Auch starten deutsche U-Boote Angriffe auf den Arktis Konvoi.
In Deutschland findet in jenen Tagen die Wannsee Konferenz statt. Dabei bespricht Heydrich die Pläne für die 'Endlösung' der 'Judenfrage'. Alle Juden im deutschen Machtbereich sollen nach Osteuropa deportiert werden und dort, entweder durch Zwangsarbeit oder durch Liquidierung, ums Leben kommen.

 

21.01. - 31.01.1942

Die Berichte des Tages

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:


Mittwoch, 21. Januar 1942

An der Donez-Front kam es auch gestern zu erbitterten Kämpfen. Feindliche Kräfte, die am Oberlauf des Flusses in die deutschen Linien eingebrochen waren, wurden im Gegenangriff zurückgeworfen. Dabei verloren die Sowjets 1.100 Tote und einige hundert Gefangene sowie 19 Geschütze und 30 Maschinengewehre.

Auch im mittleren und nördlichen Frontabschnitt setzte der Feind seine Angriffe fort. Bei den Abwehrkämpfen und bei erfolgreichen Gegenangriffen erlitt der Feind erneut schwere Verluste an Menschen und Material.

Die Beute in der Schlacht um Feodosia hat sich nunmehr auf 10.605 Gefangene, 85 Panzer und 177 Geschütze erhöht. Die Luftwaffe beschädigte in der Straße von Kertsch ein größeres feindliches Handelsschiff durch Bombenwurf und griff an der gesamten Ostfront erfolgreich in den Abwehrkampf ein.

Ein Unterseeboot versenkte im Eismeer aus einem stark gesicherten feindlichen Geleitzug heraus einen Zerstörer und einen Dampfer. Ein weiterer Zerstörer und zwei Dampfer wurden durch Torpedotreffer beschädigt.

Bei bewaffneter Aufklärung über dem Seegebiet um England erzielten Kampfflugzeuge Bombentreffer in Hafenanlagen und einem großen Industriewerk der englischen Ostküste, sowie in einer Funkstation in Südostengland.

In Nordafrika schwache beiderseitige Artillerietätigkeit. Bewegungen britischer Truppen auf der Küstenstraße und Schiffsziele vor der nordafrikanischen Küste wurden mit guter Wirkung bombardiert.

Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich bei Tag und Nacht gegen La Valetta und britische Flugplätze auf der Insel Malta.

In der letzten Nacht warf der Feind mit schwachen Kräften Bomben im nordwestdeutschen Küstengebiet. Es entstand einiger Häuserschaden. Vier der angreifenden britischen Bomber wurden abgeschossen.
Hierbei errang Oberleutnant Becker seinen neunten, zehnten und elften Nachtjagdsieg.

 

Donnerstag, 22. Januar 1942

Auf der Krim scheiterten mehrere feindliche Vorstöße gegen die Einschließungsfront von Sewastopol.
An der Donez-Front sowie im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront nehmen die Abwehrkämpfe bei starkem Frost ihren Fortgang. Zahlreiche feindliche Angriffe wurden abgewiesen. Eigene Gegenangriffe waren erfolgreich.

Vor Leningrad scheiterten wiederholte Ausbruchsversuche der Sowjets.

In der Straße von Kertsch beschädigten Kampfflugzeuge ein großes sowjetisches Handelsschiff durch Bombenwurf.

Bei bewaffneter Aufklärung im Seegebiet von Großbritannien versenkten deutsche Kampfflugzeuge vor der schottischen Nordwestküste ein Handelsschiff von 6.000 BRT und einen Kohlenleichter von 600 BRT. Vor der englischen Südwestküste wurde ein größeres Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. Auf einer den Shetlands vorgelagerten Insel erzielten Kampfflugzeuge mehrere Volltreffer in kriegswichtige Anlagen.

In Nordafrika haben deutsch-italienische Panzertruppen in überraschendem Vorstoß die vor unseren Stellungen in der Cyrenaika aufmarschierten britischen Kräfte angegriffen und geworfen. Der Feind ging fluchtartig in Richtung auf Agedabia zurück. Starke Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe griffen in die Kämpfe auf der Erde ein und bombardierten Truppen- und Panzeransammlungen des Feindes. An der ägyptischen Küste wurden Vorratslager der Briten in Brand geworfen.

Der Feind warf in der letzten Nacht Bomben auf Wohnviertel im nordwestdeutschen Küstengebiet. Die Zivilbevölkerung hatte keine Verluste. Militärischer Schaden entstand nicht. Fünf der angreifenden britischen Bomber wurden zum Absturz gebracht.

In der Zeit vom 11. bis 20. Januar verlor die britische Luftwaffe 36 Flugzeuge, davon 16 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 16 eigene Flugzeuge verloren.

 

Freitag, 23. Januar 1942

Im Osten weiterhin heftige Kämpfe.

Bei einem Gegenangriff im mittleren Frontabschnitt wurden dem Feinde wiederum hohe blutige Verluste zugefügt. 35 Geschütze, sowie zahlreiche schwere Waffen fielen in unsere Hand.

Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge durch Bombenwurf einen größeren Frachter. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Häfen und militärische Anlagen in Süd- und Südostengland.

In Nordafrika stießen deutsche und italienische Truppen dem geschlagenen Feinde nach. Bisher wurden zehn britische Panzer, 46 Geschütze und über 100 Kraftfahrzeuge erbeutet oder vernichtet. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe fügten den im Raum südlich Agedabia geworfenen britischen Truppen neue schwere Verluste zu.
Auf der Insel Malta wurden Flug- und Seestützpunkte des Feindes bei Tag und Nacht von deutschen Kampfflugzeugen bombardiert.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Westdeutschlands - unter anderem auf Wohnviertel und öffentliche Gebäude in Münster Spreng- und Brandbomben. Einheiten der Kriegsmarine schossen drei britische Bomber ab.

 

Sonnabend, 24. Januar 1942

An mehreren Stellen des mittleren Abschnittes der Ostfront führten unsere Truppen erfolgreiche Angriffe und fügten dem Feind hohe Verluste an Menschen und Material zu.
Im Hohen Norden wurden Teilstrecken der Murman-Bahn durch Bombentreffer zerstört und eine Industrieanlage schwer getroffen.
Die Sowjets verloren am gestrigen Tage 27 Flugzeuge, während nur ein eigenes Flugzeug vermißt wird.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe bei Tage Versorgungsbetriebe des Hafens Great-Yarmouth sowie einen Flugplatz in Schottland.

Vor der norwegischen Küste beschädigte ein Minensuchboot ein feindliches Unterseeboot durch Wasserbomben.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche Unterseeboote bei ihrem ersten Auftreten in nordamerikanischen und kanadischen Gewässern der feindlichen Versorgungsschiffahrt schweren Schaden zugefügt. Unmittelbar vor der feindlichen Küste versenkten sie 18 Handelsschiffe mit zusammen 125.000 BRT. Ein weiteres Schiff und ein Bewacher wurden torpediert.
Bei diesen Kämpfen hat sich besonders das Unterseeboot des Kapitänleutnants Hardegen ausgezeichnet; es versenkte allein acht Schiffe mit 53.000 BRT, darunter drei Tanker, vor New York.

In Nordafrika verlief der Angriff der deutschitalienischen schnellen Verbände, unterstützt von Kampf- und Sturzkampffliegerverbänden, weiterhin erfolgreich. Starke britische Kräfte wurden über Agedabia hinaus nach Osten zurückgeworfen.
Deutsche Kampfflugzeuge setzten die Angriffe auf militärische Anlagen der Insel Malta mit guter Wirkung fort.

 

Sonntag, 25. Januar 1942

Im Osten dauern die Kämpfe bei großer Kälte an.
Bei der Abwehr eines feindlichen Angriffs im Raum südostwärts Charkow wurden mehrere sowjetische Panzer abgeschossen.

Deutsche und finnische Luftstreitkräfte fügten dem Feinde an der karelischen Front erhebliche Verluste an Menschen und Material zu.
In den Gewässern der Fischer-Halbinsel wurde ein kleiner Transporter durch Bombenwurf versenkt.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat der Angriff der deutsch-italienischen Verbände in Nordafrika zu einem vollen Erfolg geführt. Nordostwärts von Agedabia wurden starke britische Kräfte unter schwersten Verlusten geschlagen und nach Nordosten zurückgeworfen. Zahlreiche Gefangene
fielen in unsere Hand. 143 Panzer und 80 Geschütze wurden erbeutet oder vernichtet.

Auf der Insel Malta belegten deutsche Kampfflugzeuge die Anlagen der Flugplätze Luca und Hal Far mit Bomben schweren Kalibers.

In der Zeit vom 17. bis 23. Januar verlor die sowjetische Luftwaffe 110 Flugzeuge; davon wurden 59 in Luftkämpfen und 17 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 16 eigene Flugzeuge verloren.

 

Montag, 26. Januar 1942

Im Osten anhaltende Kämpfe.

Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht westlich Pembroke einen größeren Frachter durch Bombenwurf so schwer, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. Weitere Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen einen Hafen an der Südwestküste der Insel.

In Nordafrika stießen die deutsch-italienischen Verbände dem geschlagenen Gegner nach und fügten ihm in heftigen Kämpfen weitere schwere Verluste an Menschen und Material zu. Allein am gestrigen Tage wurden 96 Panzer, 38 Geschütze und zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet.

Im Mittelmeergebiet stellten deutsche Kampfflugzeuge nördlich Tobruk einen britischen Flottenverband und erzielten Bombenvolltreffer auf einem leichten Kreuzer.

Bei einem Tagesangriff deutscher Kampffliegerkräfte auf den Flugplatz Hal Far auf der Insel Malta wurden Bombeneinschläge in Hallen und zwischen abgestellten Flugzeugen erzielt.
Deutsche Jäger schossen hierbei in Luftkämpfen ohne eigene Verluste acht britische Jagdflugzeuge ab.

 

Dienstag, 27. Januar 1942

Im Osten fügten die deutschen Truppen in andauernden harten Kämpfen dem Feinde erneut schwere Verluste an Menschen und Material zu. Die Luftwaffe unterstützte diese Kämpfe trotz schwieriger Wetterlage. Die Beschießung kriegswichtiger Ziele in Leningrad wurde fortgesetzt.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote an der nordamerikanischen und kanadischen Küste in Fortsetzung ihrer Angriffe auf die feindliche Schiffahrt in diesen Gewässern weitere zwölf Handelsschiffe mit zusammen 103.000 BRT, darunter sechs große Tanker. Bei diesen Angriffen war das Unterseeboot des Korvettenkapitäns Zapp besonders erfolgreich.
Seit ihrem am 24. Januar gemeldeten ersten Auftreten am Westrande des Atlantischen Ozeans haben unsere Unterseeboote damit 30 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 228.000 BRT versenkt.

Kampfflugzeuge, die zu bewaffneter Aufklärung eingesetzt waren, griffen militärische Anlagen an der schottischen Ostküste und in Südwestengland an.

In Nordafrika hat sich die Beute der deutsch-italienischen Truppen in den Kämpfen vom 21. bis 25. Januar auf 283 Panzerfahrzeuge, 127 Geschütze und 563 Kraftwagen erhöht; außerdem wurde zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Durch Einheiten des Heeres wurden 28, durch Einheiten der Luftwaffe 12 britische Flugzeuge abgeschossen oder am Boden zerstört.

In den Gewässern um Malta erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombenvolltreffer auf einen britischen Zerstörer. Ein größeres feindliches Handelsschiff wurde schwer getroffen. Luftangriffe auf Flug- und Seestützpunkte der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf einige Orte in Nordwestdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Einzelne feindliche Flugzeuge drangen bis in die weitere Umgebung der Reichshauptstadt vor. Drei der angreifenden Bomber wurden abgeschossen.

Wie im Wehrmachtbericht vom 26. November gemeldet wurde, griff ein deutsches Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Freiherr von Tiesenhausen vor Sollum ein britisches Schlachtschiff an und beschädigte es schwer durch Torpedotreffer. Wie inzwischen festgestellt werden konnte, handelt es sich um das Schlachtschiff Barham, das nach drei Torpedotreffern gesunken ist.

 

Mittwoch, 28. Januar 1942

Eine an der Südküste der Krim gelandete feindliche Kräftegruppe wurde in mehrtägigen Kämpfen zurückgeworfen und bis auf kleine Reste vernichtet.
An zahlreichen Stellen der Ostfront führten die deutschen Truppen erfolgreiche örtliche Angriffe. Panzer, Geschütze und anderes Kriegsmaterial wurden erbeutet oder vernichtet. Vor Leningrad zerstörten Verbände der Waffen-SS bei einem Stoßtruppunternehmen 58 feindliche Bunker und Kampfstände.
Die Luftwaffe führte wirksame Angriffe gegen Truppenbewegungen, Nachschubkolonnen, Eisenbahnzüge und Flugstützpunkte der Sowjets.

Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten Barackenlager und Kraftfahrzeugansammlungen der Briten in der nördlichen Cyrenaika.
Tag- und Nachtangriffe deutscher Kampffliegerkräfte richteten sich gegen Hafennlagen auf der Insel Malta. Bombenvolltreffer schweren und schwersten Kalibers richteten vor allem in der Staatswerft Schäden an.

Bei der Abwehr eines Angriffs britischer Bomber auf das Reichsgebiet in der Nacht zum 27. Januar erzielte eine Nachtjagdstaffel unter Führung von Hauptmann Lent und Oberleutnant Prinz zu Lippe-Weißenfeld ihren 100. Abschuß.

 

Donnerstag, 29. Januar 1942

Auf der Krim und im südlichen Abschnitt der Ostfront infolge heftigen Schneetreibens geringe Kampftätigkeit.

Bei der im gestrigen Wehrmachtbericht gemeldeten Vernichtung einer feindlichen Kräftegruppe an der Südküste der Krim fielen 840 Gefangene, zwölf Geschütze sowie 111 Maschinengewehre und Granatwerfer in die Hand der deutschen und rumänischen Truppen.
An der Donez-Front wiesen deutsche und slowakische Verbände örtliche Angriffe der Sowjets ab. Eigene Gegenangriffe waren erfolgreich.
Im mittleren Frontabschnitt griff der Feind an mehreren Stellen erfolglos an. Bei eigenen Angriffen wurden zahlreiche Ortschaften nach heftigen Kämpfen genommen und eine Anzahl Geschütze erbeutet.
Im Nordteil der Ostfront setzte der Feind seine Angriffe fort. Die Kämpfe sind zum Teil noch im Gange.
Südostwärts des Ilmen-Sees, an der Einschließungsfront von Leningrad und an der deutsch-finnischen Front in Lappland erfolgreiche eigene Stoßtruppunternehmen.
Starke Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen besonders im mittleren und nördlichen Abschnitt in die Erdkämpfe ein. Zahlreiche sowjetische Flugzeuge wurden in Brand gesetzt.

In Nordafrika lebhafte Spähtrupptätigkeit in der Cyrenaika. Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen britische Kraftfahrzeugkolonnen, Truppenansammlungen und Treibstofflager im nordafrikanischen Küstengebiet von Bengasi bis Marsa Matruk.

Bei Tag- und Nachtangriffen auf britische Flugzeuge der Insel Malta wurden mehrere Flugzeuge am Boden beschädigt.

Britische Bomber, die in der letzten Nacht versuchten, Münster anzugreifen, wurden durch starke Abwehr vertrieben und warfen planlos Bomben in Nordwestdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. An einigen Orten entstand Häuserschaden. Drei britische Bomber wurden abgeschossen.

 

Freitag, 30. Januar 1942

Sondermeldung:

Deutsche und italienische Truppen haben Donnerstag früh Bengasi genommen.

 

Sondermeldung:

Deutsche Unterseeboote haben in Fortsetzung ihrer Angriffe auf die feindliche Versorgungsschiffahrt in nordamerikanischen und kanadischen Gewässern weitere 13 Schiffe mit zusammen 74.000 BRT versenkt. Hierbei hat sich das Unterseeboot des Korvettenkapitäns Kals besonders ausgezeichnet.
Seit ihrem ersten Auftreten jenseits des Atlantischen Ozeans haben unsere Unterseeboote damit vor der dortigen Küste 43 feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 302.000 BRT versenkt.

An der Ostfront anhaltende Kampftätigkeit.

Auf den Faröern und an der schottischen Nordostküste bombardierten Kampfflugzeuge Hafenanlagen und Versorgungsbetriebe. Vor der Südwestküste Englands versenkte die Luftwaffe ein Handelsschiff von 4.000 BRT.

Wie ebenfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben, nahmen in Nordafrika deutsch-italienische Truppen Bengasi. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge zersprengten britische Fahrzeugkolonnen bei Barce und ostwärts Sollum sowie im Wüstengebiet der Cyrenaika. Bei Luftangriffen gegen den Hafen Tobruk wurden Bombentreffer in Verladeeinrichtungen und Flakstellungen erzielt. Flugplätze auf der Insel Malta wurden von Kampffliegerkräften bei Tag und Nacht mit Bomben belegt.

 

Sonnabend, 31. Januar 1942

An mehreren Stellen der Ostfront fügten deutsche, italienische, rumänische und slowakische Truppen bei der Abwehr örtlicher feindlicher Angriffe sowie bei eigenen Angriffs- und Stoßtruppunternehmungen dem Gegner erneut schwere Verluste zu. Dabei wurden 19 feindliche Panzer vernichtet und zahlreiche feindliche Kampfstände zerstört.
Im Raum nordostwärts von Kursk führte ein Gegenangriff deutscher Infanterie und Panzertruppen unter Führung des Generalmajors Breith nach mehrtägigen Kämpfen zu einem vollen Erfolg. Eine in die deutschen Linien eingebrochene­ feindliche Kräftegruppe von mehreren Divisionen und Panzerverbänden wurde unter hohen feindlichen Verlusten geschlagen und nach Osten zurückgeworfen.

Im Seegebiet um England griffen Flugzeuge im Rahmen der bewaffneten Aufklärung eine militärische Anlage an der Ostküste der Insel an und beschossen Eisenbahnziele in Nordirland mit Bordwaffen.

In Nordafrika Aufklärungstätigkeit.
In der nördlichen Cyrenaika zersprengten deutsche Kampf-, Sturzkampf- und Zerstörerverbände Kraftfahrzeugansammlungen der Briten.
Die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf Flugzeug- und Seestützpunkte der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht mit Erfolg fortgesetzt. Die Staatswerft in La Valetta wurde mit Spreng- und Brandbomben belegt.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreten bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

 

Der Tag

Diesmal starten wir in Nordafrika, dort ergreift Rommel wieder die Initiative und erobert Agedabia zurück, wenig später sogar Bengasi. Währenddessen geht es an der Ostfront für die Wehrmacht weiter nur zurück. Die Rote Armee erobern Uvarovo, 32 km westlich von Moshaisk, ebenso Losowaja, ein Eisenbahnknotenpunkt und Nachschubbasis südlich von Charkow, zurück. Bei Leningrad schaffen es die Russen außerdem immer mehr Leute über den zugefrorenen Ladoga-See zu evakuieren. Dennoch geschehen zu dieser Zeit in der belagerten Stadt unmenschlicher Gräueltaten. Die Leute verhungern, sterben an Typhus, Ruhr, Herzinsuffizienz usw. beläuft sich von Januar bis Februar auf mehr als 200.000. Es kommen Fälle von Kannibalismus vor.
Der See- und Luftkrieg im Pazifik gewinnt derweilen an Fahrt auf, die Schlacht in der Makassar-Strasse und das Zusammentreffen von japanischen wie amerikanischen Verbänden nimmt an Häufigkeit zu.

 

Verluste Handelsschiffskrieg (Januar 1942)

62 alliierte Schiffe im Atlantik (293.136 Tonnen)
44 alliierte Schiffe anderweitig (123.771 Tonnen)
8 Handelsschiffe der Achsenmächte im Mittelmeer (40.274 Tonnen)
17 japanische Schiffe im Pazifik (73.865 Tonnen)

 

Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... Jan-42.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
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http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

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http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... Jan-42.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg