Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Rede Hitlers

(11.12.1941)

 


Hitlers Rede

 

Wichtiges zum Tage

 

Rede vor dem Großdeutschen Reichstag

Abgeordnete!

Männer des Deutschen Reichstages!

Ein Jahr weltgeschichtlicher Ereignisse geht zur Neige, ein Jahr größter Entscheidungen steht vor uns. In dieser ernsten Zeit spreche ich zu Ihnen, Abgeordnete des Reichstags, als den Vertretern der deutschen Nation. Allein darüber hinaus soll das ganze deutsche Volk von diesem Rückblick Kenntnis nehmen und von den Entscheidungen, die uns Gegenwart und Zukunft aufzwingen.
Nach der abermaligen Ablehnung meines Friedensangebotes im Jahre 1940 durch den derzeitigen britischen Ministerpräsidenten und der ihn tragenden oder beherrschenden Clique, war es im Herbst klar, dass dieser Krieg gegen alle Gründe der Vernunft und der Notwendigkeit mit den Waffen bis zum Ende durchgekämpft werden muss. Sie kennen mich. meine alten Parteigenossen, dass ich stets ein Feind halber oder schwächlicher Entschlüsse war. Wenn die Vorsehung es so gewollt hat, dass dem deutschen Volk dieser Kampf nicht erspart werden kann, dann will ich ihr dafür dankbar sein, dass sie mich mit der Führung eines historischen Ringens betraute, das für die nächsten 500 oder 1000 Jahre nicht nur unsere deutsche Geschichte, sondern die Geschichte Europas, ja, der ganzen Welt, entscheidend gestalten wird.
Das deutsche Volk und seine Soldaten arbeiten und kämpfen heute nicht nur für sich und ihre Zeit, sondern für kommende, ja, fernste Generationen. Eine geschichtliche Revision einmaligen Ausmaßes wurde uns vom Schöpfer aufgetragen, die zu vollziehen wir nunmehr verpflichtet sind. Der schon kurz nach der Beendigung des Kampfes in Norwegen mögliche Waffenstillstand im Westen zwang die deutsche Führung zuallererst, die gewonnenen politisch, strategisch und wirtschaftlich wichtigen Gebiete militärisch zu sichern. So haben die damals eroberten Länder seitdem ihre Widerstandsmöglichkeit wesentlich verändert. Von Kirkenes bis zur spanischen Grenze erstreckt sich ein Gürtel von Stützpunkten und Befestigungen größten Ausmaßes.
Zahllose Flugplätze wurden gebaut oder im hohen Norden zum Teil aus dem Urgestein des Granits gesprengt. Marinebasen erhielten Schutzbauten für U-Boote in einem Ausmaß und in einer Stärke, dass sie sowohl von See aus als auch von der Luft aus praktisch unverletzbar sind. Der Verteidigung selbst dienen mehr als eineinhalb tausend neue Batterien, deren Stellungen erkundet, geplant und ausgebaut werden mussten. Ein Netz von Straßen und Eisenbahnen wurde angelegt, so dass heute die Verbindung zwischen der spanischen Grenze bis Petsamo unabhängig vom Meere sichergestellt ist. Pioniere und Baubataillone der Marine, des Heeres und der Luftwaffe in Verbindung mit der Organisation Todt haben hier Anlagen geschaffen, die dem Weestwall in nichts nachstehen. An ihrer Verstärkung wird unentwegt weitergearbeitet. Es ist mein unbeirrbarer Entschluss, diese europäische Front für jeden Feind unangreifbar zu machen. Diese auch über den letzten Winter hin fortgesetzte Arbeit defensiver Art fand ihre Ergänzung durch eine offensive Kriegführung, wie sie durch die jahreszeitlichen Verhältnisse bedingt möglich war. Deutsche Überwasser- und Unterwasser-Seestreitkräfte führten ihren stetigen Vernichtungskrieg gegen die britische und die ihr dienstbare Kriegs- und Handelsmarine weiter. Die deutsche Luftwaffe unterstützte durch Angriffe, durch Aufklärung die Schädigung der feindlichen Tonnage und brachte in zahllosen Vergeltungsflügen dem Engländer eine bessere Vorstellung über den "reizenden Krieg" bei, dessen Urheber mit in erster Linie sein heutiger Premierminister ist. In diesem Kampf wurde in der Mitte des vergangenen Jahres Deutschland vor allem durch seinen italienischen Bundesgenossen unterstützt. Viele Monate lastete das Gewicht eines großen Teiles der britischen Macht auf den Schultern des mit uns verbündeten italienischen Staates. Nur infolge der enormen Überlegenheit an schweren Panzern gelang es den Engländern, in Nordafrika vorübergehend eine Krise herbeizuführen.
Schon am 24. März des vergangenen Jahres aber begann eine kleine Gemeinschaft deutsch-italienischer Verbände unter der Führung Rommels zum Gegenangriff anzutreten. Am 2. April fiel Agedabia. Am 4. wurde Benghasi erreicht. Am 8. zogen unsere gemeinsamen Verbände in Derna ein, am 11. wurde Tobruk eingeschlossen und am 12. April Bardia besetzt. Das Deutsche Afrika-Korps hat umso Hervorragenderes geleistet, als den Deutschen rein klimatisch dieser Kriegsschauplatz vollkommen fremd und ungewohnt war. So wie einst in Spanien sind nunmehr in Nordafrika Deutsche und Italiener dem gleichen Feinde stets gemeinsam gegenübergetreten. […]
Von Monat zu Monat mehr wurde schon im Jahr 1940 die Erkenntnis gewonnen, dass die Pläne der Männer im Kreml bewusst auf die Beherrschung und damit Vernichtung ganz Europas hinzielten. Ich habe der Nation schon ein Bild des Aufmarsches der russischen militärischen Machtmittel im Osten gegeben, zu einer Zeit, in der Deutschland nur wenige Divisionen in den an Russland angrenzenden Provinzen besaß. Nur ein Blinder konnte es übersehen, dass sich hier ein Aufmarsch von weltgeschichtlich einmaligen Dimensionen vollzog. Und zwar nicht um etwas zu verteidigen, sondern nur um etwas anzugreifen, was zur Verteidigung nicht mehr fähig zu sein schien. Wenn die blitzartige Beendigung des Feldzuges im Westen den Moskauer Machthabern auch die Möglichkeit nahm, mit einer sofortigen Erschöpfung des Deutschen Reiches rechnen zu können. so beseitigte dies keineswegs ihre Absichten, sondern verschob nur den Zeitpunkt des Angriffes. Im Sommer 1941 glaubte man den günstigsten Moment des Losschlagens zu sehen. Nun sollte ein neuer Mongolensturm aber Europa hinwegbrausen. Für die gleiche Zeit aber versprach Mister Churchill auch die Wende des englischen Kampfes gegen Deutschland Er versucht heute in feiger Weise abzuleugnen, dass er in den Geheimsitzungen des Jahres 1940 im englischen Unterhaus als wesentlichen Faktor für die erfolgreiche Fortführung und Beendigung dieses Krieges auf den sowjetischen Kriegseintritt hinwies, der spätestens im Jahr 1941 kommen sollte und der England dann in die Lage versetzen würde, auch seinerseits zum Angriff überzugehen.
Im Frühling dieses Jahres verfolgten wir deshalb in gewissenhafter Pflicht den Aufmarsch einer Weltmacht, die an Menschen und Material über unerschöpfliche Reserven zu verfügen schien. Schwere Wolken begannen sich über Europa zusammenzuziehen. Denn, meine Abgeordneten, was ist Europa? Es gibt keine geographische Definition unseres Kontinents, sondern nur eine volkliche und kulturelle. Nicht der Ural ist die Grenze dieses Kontinents, sondern immer jene Linie, die das Lebensbild des Westens von dein des Ostens trennt. […] Als die deutschen und italienischen Armeen am 6. April dieses Jahres zum Angriff gegen Jugoslawien und Griechenland antraten, war dies die Einleitung des großen Kampfes, in dem wir uns zurzeit noch befinden. Denn die Revolte, die in Belgrad zum Sturz des ehemaligen Prinzregenten und seiner Regierung führte, war bestimmend für den weiteren Ablauf der Geschehnisse in diesem Raum Europas. Wenn auch England an diesem Putsch maßgebend beteiligt war, so spielte doch die Hauptrolle Sowjet-Russland. Was ich Herrn Molotow anlässlich seines Besuches in Berlin verweigert hatte, glaubte Stalin nunmehr auf dem Umweg einer revolutionären Bewegung auch gegen unseren Willen erreichen zu können. Ohne Rücksicht auf die abgeschlossenen Verträge weiteten sich die Absichten der bolschewistischen Machthaber. Der Freundschaftspakt mit dem neuen revolutionären Regime erhellte blitzartig die Nähe der drohenden Gefahr.
Was von der Deutschen Wehrmacht in diesem Feldzuge geleistet wurde, fand im Deutschen Reichstag am 4. Mai 1941 seine Würdigung. Was auszusprechen mir damals aber leider versagt bleiben musste, war die Erkenntnis, dass wir mit rasender Schnelligkeit der Auseinandersetzung mit einem Staat entgegengingen, der im Augenblick des Balkanfeldzuges nur deshalb noch nicht eingriff, weil sein Aufmarsch noch nicht vollendet und die Benützung der Flughäfen vor allem infolge der um diese Jahreszeit erst einsetzenden Schneeschmelze und damit der Grundlosmachung der Rollfelder unmöglich war.

Meine Abgeordneten! So wie mir im Jahre 1940 durch Mitteilungen aus dem englischen Unterhaus und durch Beobachtung der russischen Truppenverschiebungen an unseren Grenzen die Möglichkeit der Entstehung einer Gefahr im Osten des Reiches bewusst wurde, erteilte ich sofort die Anweisung zur Aufstellung zahlreicher neuer Panzer-, Mot- und Infanterie-Divisionen. Die Voraussetzungen dafür waren sowohl personell als auch materiell reichlich vorhanden. Wie ich Ihnen, meine Abgeordneten, und überhaupt dem ganzen deutschen Volk nur eine Versicherung geben kann: wenn man auch in den Demokratien von Rüstung, wie leicht begreiflich, sehr viel redet, dann wird aber trotzdem im nationalsozialistischen Deutschland dafür immer noch mehr gearbeitet. Es war in der Vergangenheit so und es ist dies auch heute nicht anders. Jedes Jahr wird uns mit vermehrten und vor allem auch besseren Waffen dort finden, wo die Entscheidungen fallen. Trotz aller Einsicht in die Notwendigkeit, unter keinen Umständen dem Gegner die Möglichkeit zu bieten, den ersten Stoß in unser Herz tun zu können, war der Entschluss in diesem Fall doch ein sehr schwerer. Wenn die Artikelschreiber unserer demokratischen Zeitungen heute erklären, dass ich bei genauerer Kenntnis der Stärke des bolschewistischen Gegners mir überlegt haben würde, zum Angriff zu schreiten, so verkennen sie ebenso sehr die Lage wie meine Person. Ich habe keinen Krieg gesucht, sondern habe im Gegenteil alles getan, um ihn zu vermeiden. Ich würde aber pflichtvergessen und gewissenlos handeln, wenn ich es trotz der Kenntnis der Unvermeidbarkeit eines Waffenganges versäumen würde, die daraus einzig möglichen Konsequenzen zu ziehen. Weil ich Sowjet-Russland für die tödlichste Gefahr nicht nur des Deutschen Reiches, sondern für ganz Europa hielt, habe ich mich entschlossen, wenn möglich noch wenige Tage vor Ausbruch dieser Auseinandersetzung selbst das Signal zum Angriff zu geben. Für die Tatsache der Absicht aber des russischen Angriffes liegt heute ein wahrhaft erdrückendes und authentisches Material vor. Ebenso sind wir uns im Klaren über den Zeitpunkt, an dem dieser Angriff stattfinden sollte. Angesichts der uns vielleicht im ganzen Umfang aber wirklich erst heute bewusst gewordenen Größe der Gefahr kann ich dem Herrgott nur danken, dass er mich zur richtigen Stunde erleuchtet hat und mir die Kraft schenkte, das zu tun, was getan werden musste. Dem verdanken nicht nur Millionen deutscher Soldaten ihr Leben, sondern ganz Europa sein Dasein. Denn das darf ich heute aussprechen: Wenn sich diese Welle von über 20 000 Panzern, Hunderten an Divisionen, Zehnlausenden an Geschützen, begleitet von mehr als 10 000 Flugzeugen, unversehens über das Reich hin in Bewegung gesetzt haben würde, wäre Europa verloren gewesen! Das Schicksal hat eine Reihe von Völkern bestimmt, durch den Einsatz ihres Blutes diesem Stoß zuvorzukommen bzw. ihn aufzufangen. Hätte sich Finnland nicht sofort entschlossen, zum zweiten Male die Waffen zu er,-reifen. dann würde die gemächliche Bürgerlichkeit der anderen nordischen Staaten schnell ihr Ende gefunden haben. Wäre das Deutsche Reich nicht mit seinen Soldaten und Waffen vor diesen Gegner getreten, würde ein Strom über Europa gebrandet sein, der die lächerliche britische Idee der Aufrechterhaltung des europäischen Gleichgewichts in ihrer ganzen Geistlosigkeit und stupiden Tradition einmal für immer erledigt hätte. Würden nicht Slowaken, Ungarn und Rumänen den Schutz dieser europäischen Welt mit übernommen haben, dann wären die bolschewistischen Norden wie der Hunnenschwarm eines Attila über die Donauländer gebraust, und an den Gefilden des Ionischen Meeres würden heute Tataren und Mongolen die Revision des Vertrages von Montreux erzwingen. Hätten nicht Italien, Spanien, Kroatien ihre Divisionen gesendet, dann würde nicht die Abwehr einer europäischen Front entstanden sein, die als Proklamation des Begriffs des neuen Europas ihre werbende Kraft auch auf alle anderen Völker ausstrahlen ließ. Aus diesem ahnungsvollen Erkennen heraus sind von Nord- und Westeuropa die Freiwilligen gekommen: Norweger, Dänen, Holländer, Flamen, Belgier usw., ja, selbst Franzosen, die dem Kampf der verbündeten Mächte der Achse im wahrsten Sinne des Wortes den Charakter eines europäischen Kreuzzuges geben. Es ist noch nicht die Zeit, über die Planung und Führung dieses Feldzuges zu sprechen. Allein ich glaube schon jetzt, in diesem gewaltigsten Kampfe alter Zeiten, bei dem sich durch die Größe des Raumes, die Vielzahl und Gewalt der Ereignisse nur zu leicht die einzelnen Eindrücke verwischen, in der Erinnerung verblassen, in wenigen Sätzen auf das Erreichte hinweisen zu dürfen.
Am 22. Juni begann im grauenden Morgen der Angriff. Mit unwiderstehlicher Kühnheit waren jene Grenzbefestigungen durchstoßen worden, die bestimmt waren, den russischen Aufmarsch gegen uns vor jeder Überraschung zu sichern.
Schon am 23. Juni war Grodno gefallen.
Am 24. Juni waren nach der Einnahme von Brest-Litowsk die Zitadelle niedergekämpft und ebenso Wilna und Kowno genommen. Am 26. Juni fiel Dünaburg.
Am 10. Juli wurden die ersten beiden großen Umfassungsschlachten bei Bialystok und Minsk abgeschlossen. 324 000 Gefangene, 3332 Panzer und 1809 Geschütze fielen in unsere Hand.
Schon am 13. Juli erfolgte an fast allen entscheidenden Stellen der Durchbruch durch die Stalin-Linie.
Am 16. fiel nach schweren Kämpfen Smolensk, während am 19. Juli deutsche und rumänische Verbände den Übergang über den Dnjestr erzwangen.
Am 6. August wurde in vielen Kesseln die Schlacht von Smolensk beendet. Wieder marschierten in deutsche Gefangenschaft 310 000 Russen, während 3205 Panzer und 3120 Geschütze teils als vernichtet, teils als Beute gezählt werden konnten. Schon drei Tage später vollendete sich das Schicksal einer weiteren russischen Heeresgruppe.
Am 9. August wurden in der Schlacht von Uman wieder 103 000 Sowjetrussen gefangen, 317 Panzer, 1100 Geschütze zerstört oder erbeutet.
Am 17. August fiel Nikolajew, am 21. wurde Cherson genommen. Am selben Tag fand die Schlacht bei Gomel ihren Abschluss mit 84 000 Gefangenen und 144 Panzern und 848 Geschützen, die abermals teils erbeutet, teils vernichtet worden waren.
Am 21. August wurden die russischen Stellungen zwischen dem Ilmen- und Peipus-See durchbrochen, während am 26. August der Brückenkopf um Dnjepropetrowsk in unsere Hängte kam.
Schon am 23. des gleichen Monats zogen deutsche Truppen nach schweren Kämpfen in Roval und Baltisch Port ein, während am 30. Viipuri durch die Finnen genommen wurde.
Mit der am 8. September erfolgten Eroberung von Schlüsselstellung bei Leningrad endgültig auch nach dem Süden hin abgeschlossen.
Am 16. September gelang es, die Brückenköpfe über den Dnjepr zu bilden, und schon am 13. September fiel Poltawa in die Hand unserer Soldaten.
Am 19. September erstürmten deutsche Verbände die Zitadelle von Kiew und am 22. wurde die Eroberum, von Oesel durch die Einnahme der Hauptstadt gekrönt. Nunmehr aber erst reiften die größten Operationen zu den erwarteten Erfolgen heran.
Am 27. September war die Schlacht bei Kiew abgeschlossen. 665 000 Gefangene setzten sich in endlosen Kolonnen nach Westen in Bewegung. 884 Panzer, 3178 Geschütze aber blieben in den Kesseln als Beute liegen.
Schon am 2. Oktober begann die Durchbruchsschlacht nunmehr in der Mitte der Ostfront, während am 11. Oktober die Schlacht am Asowschen Meer ihren erfolgreichen Abschluss fand. Wieder wurden 107 000 Gefangene 212 Panzer und 672 Geschütze gezählt.
Am 16 Oktober erfolgte nach hartem Kampf der Einzug der deutschen und rumänischen Verbände in Odessa.
Am 18. Oktober war die am 2. Oktober begonnene Durchbruchsschlacht in der Mitte der Ostfront mit einem neuen weltgeschichtlich einmaligen Erfolg beendet. 663 000 Gefangene waren das eine Ergebnis, 1242 Panzer, 5452 Geschütze, teils vernichtet und teils erbeutet, das andere.
Am 21. Oktober wurde die Eroberung von Dagö abgeschlossen.
Am 24. Oktober das Industriezentrum Charkow genommen.
Am 28. Oktober in schwersten Kämpfen der Zugang zur Krim endgültig erzwungen und schon am 2. November die Hauptstadt Simferopol erstürmt.
Am 16. November war die Krim durchstoßen bis Kertsch.
Am 1. Dezember aber betrug die Gesamtzahl der gefangenen Sowjetrussen 3 806 865. Die Zahl der vernichteten oder erbeuteten Panzer betrug 21 391, die der Geschütze 32 541 und die der Flugzeuge 17 322. Im gleichen Zeitraum wurden 2191 britische Flugzeuge abgeschossen, durch die Kriegsmarine 4 170 611 Bruttoregistertonnen, durch die Luftwaffe 2 346 180 Bruttoregistertonnen versenkt, also zusammen: 6 516 791 Bruttoregistertonnen vernichtet.

Meine Abgeordneten! Mein deutsches Volk!

Das sind nüchterne Tatsachen und vielleicht trockene Zahlen. Mögen sie aber nie der Geschichte und vor allem dem Bewusstsein und der Erinnerung unseres eigenen deutschen Volkes entschwinden! Denn hinter diesen Zahlen verbergen sieh die Leistungen, Opfer und Entehrungen, stehen der Heldenmut und die Todesbereitschaft von Millionen der besten Männer unseres eigenen Volkes und der mit uns verbündeten Staaten. Alles das musste erkämpft werden mit dem Einsatz der Gesundheit und des Lebens und unter Anstrengungen, von denen die Heimat wohl kaum eine Ahnung hat. In endlose Fernen marschierend, gequält von Hitze und Durst, oft fast bis zur Verzweiflung gehemmt durch den Schlamm grundloser Wege, vom Weißen bis zum Schwarzen Meer den Unbilden eines Klimas ausgesetzt, das von der Glut der Juli- und Augusttage sich senkte bis zu den Winterstürmen des November und Dezember, gepeinigt von Insekten, leidend unter Schmutz und Ungeziefer, frierend in Schnee und Eis, haben sie gekämpft, die Deutschen und die Finnen, die Italiener, Slowaken, Ungarn und Rumänen, die Kroaten. die Freiwilligen aus den nordischen und westeuropäischen Ländern, alles in allem: die Soldaten der Ostfront! Der Einbruch des Winters allein wird dieser Bewegung nunmehr eine Hemmung auferlegen. Der Einbruch des Sommers wird die Bewegung wieder nicht mehr verhindern können.
Ich will an diesen Tag keine einzelnen Waffen nennen, will keine Führung rühmen, sie haben alle ihr Höchstes gegeben. Und doch verpflichten Einsicht und Gerechtigkeit, eines immer wieder festzustellen: von all unseren deutschen Soldaten trägt so wie einst auch heute die schwerste Last des Kampfes unsere einzig dastehende Infanterie. Vom 22. Juni bis 1. Dezember hat das deutsche Heer in diesem Heldenkampf verloren: 158 773 Tote, 563 082 Verwundete und 31 191 Vermisste. Die Luftwaffe 3231 Tote, 8453 Verwundete und 2028Vermißte. Die Kriegsmarine 310 Tote, 232 Verwundete und 115 Vermisste. Mithin die deutsche Wehrmacht zusammen. 162 314 Tote, 571 767 Verwundete und 33 334 Vermisste. Also an Toten und Verwundeten etwas mehr als das Doppelte der Somme-Schlacht des Weltkrieges, an Vermissten etwas weniger als die Hälfte der damaligen Zahl, alles aber Väter und Söhne unseres deutschen Volkes. Und nun lassen Sie mich demgegenüber zu jener anderen Welt Stellung nehmen, die ihren Repräsentanten in dem Mann hat, der, während die Völker und ihre Soldaten in Schnee und Eis kämpfen, in taktvoller Weise vom Kaminteuer aus zu plaudern pflegt, und damit also vor allem von jenem Mann, der der Hauptschuldige an diesem Kriege ist. Als sich im Jahre 1939 die Lage der Nationalitäten im damaligen polnischen Staat als immer urerträglicher erwies, versuchte ich zunächst auf dem Wege eines billigen Ausgleichs die untragbar gewordenen Zustände zu beseitigen. Es schien eine gewisse Zeit so, als ob die polnische Regierung selber ernstlich erwogen hätte, einer vernünftigen Lösung zuzustimmen. Ich darf hier noch einfügen, dass bei all diesen Vorschlägen von deutscher Seite nichts gefordert wurde, was nicht schon früher deutsches Eigentum gewesen war, ja, dass wir im Gegenteil auf sehr viel Verzicht leisteten, was vor dem Weltkrieg Deutschland gehörte. Sie erinnern sich noch der dramatischen Entwicklung dieser Zeit, der sich fortgesetzt erhöhenden Opfer der deutschen Volksgruppe. Sie sind, meine Abgeordneten, am besten in der Lage, die Schwere dieser Blutopfer zu ermessen, wenn Sie sie in Vergleich setzen zu den Opfern des jetzigen Krieges. Denn der bisherige Feldzug im Osten hat die gesamte deutsche Wehrmacht rund 160 000 Tote gekostet, allein im tiefsten Frieden sind damals in wenigen Monaten in Polen über 62 000 Volksdeutsche zum Teil unter den grausamsten Martern getötet worden. […] (Weitere Ausschweifende Erklärungen zum Kriegswillen der USA gegen Deutschland, ein Weg, der nach Hitlers Meinung unwiderruflich eintreten müsse, auch wegen des Ersten Weltkrieges und des Verhaltens der USA in den folgenden Jahren)
Am 6. bis 7. Juli erfolgt die Besetzung des in der deutschen Kampfzone gelegenen Island auf den Befehl Roosevelts durch amerikanische Streitkräfte. Er hofft dadurch nun bestimmt,
1. Deutschland endlich zum Kriege zu zwingen,
2. ansonsten den deutschen U-Bootkrieg genauso wertlos zu machen wie etwa im Jahre 1915-1916.
Zum gleichen Zeit schickt er ein amerikanisches Hilfsversprechen an die Sowjetunion ab. Am 10. Juli gibt plötzlich der Marineminister Knox bekannt, dass die USA-Marine einen Schießbefehl gegen die Achsenkriegsschiffe besitze. Am 4. September operiert der USA.-Zerstörer "Greer" entsprechend dem ihm gegebenen Befehl mit englischen Flugzeugen gegen deutsche U-Boote im Atlantik. Fünf Tage später stellt ein deutsches U-Boot USA.-Zerstörer als Geleitfahrzeuge im englischen Konvoi fest. Am 11. September endlich halt Roosevelt jene Rede, in der er selbst den Befehl zum Schießen gegen alle Achsen-Schiffe bestätigt und neu erteilt. Am 29. September greifen USA.-Bewacher ein deutsches U-Boot östlich Grönland mit Wasserbomben an. Am 17. Oktober bekämpft der USA.-Zerstörer "Kearny", im Geleitschutz für England fahrend, wieder ein deutsches Ü-Boot mit Wasserbomben, und am 6. November endlich kapern USA-Streitkräfte völkerrechtlich den deutschen Dampfer "Odenwald", schleppen ihn in einen amerikanischen Hafen und setzen die Besatzung gefangen. […] Aber abgesehen davon kann ich von Herrn Roosevelt überhaupt nicht beleidigt werden, denn ich halte ihn so, wie einst es Woodrow Wilson war, ebenfalls für geisteskrank. […] Wir wissen, welche Kraft hinter Roosevelt steht. Es ist jener ewige Jude, der seine Zeit als gekommen erachtet, um das auch an uns zu vollstrecken, was wir in Sowjetrussland alle, schaudernd sehen und erleben mussten. Wir haben das jüdische Paradies auf Erden nunmehr kennengelernt. Millionen deutscher Soldaten haben den persönlichen Einblick gewinnen können in ein Land, in dem dieser internationale Jude Mensch und Gut zerstörte und vernichtete. Der Präsident der Vereinigten Staaten mag das vielleicht selbst nicht begreifen. Dann spricht dies nur für seine geistige Beschränktheit.
(Weitere Erklärungen Hitlers folgen, die alle den ideologischen und rassistischen Bewegrund und einzigen Auswegs Deutschland im Krieg gegen die USA suchen)
Wir aber wissen, dass dies das Ziel seines ganzen Kampfes ist: Auch wenn wir nicht im Bündnis mit Japan stünden, wären wir uns darüber im Klaren, dass es die Absicht der Juden und ihres Franklin Roosevelt ist, einen Staat nach dem andern allein zu vernichten. Das heutige Deutsche Reich hat aber nun nichts mehr gemein mit dem Deutschland von einst. Wir werden daher auch von unserer Seite nun das tun. was dieser Provokateur seit Jahren zu erreichen versuchte. Nicht nur, weil wir Verbündete von Japan sind.. sondern weil Deutschland und Italien in ihrer derzeitigen Führung genügend Einsicht und Stärke besitzen, um zu begreifen, dass in dieser historischen Zeit das Sein oder Nichtsein der Nationen bestimmt wird, vielleicht für immer. […] Deutschland und Italien haben demgegenüber sich nunmehr endlich gezwungen gesehen, getreu den Bestimmungen des Dreimächtepakts vom 27. September 1940, Seite an Seite mit Japan den Kampf zur Verteidigung und damit zur Erhaltung der Freiheit und Unabhängigkeit ihrer Völker und Reiche gegen die Vereinigten Staaten von Amerika und England gemeinsam zu führen. Die drei Mächte haben deshalb (las folgende Abkommen abgeschlossen und am heutigen Tage in Berlin unterzeichnet:
In dem unerschütterlichen Entschluss, die Waffen nicht niederzulegen, bis der gemeinsame Krieg gegen die Vereinigten Staaten von Amerika und England zum erfolgreichen Ende geführt worden ist […] Dieses Abkommen tritt sofort mit seiner Unterzeichnung in Kraft und bleibt ebenso lange wie der Dreimächtepakt vom 27. September 1940 in Geltung. Die Hohen Vertragschließenden Teile werden sich rechtzeitig vor Ablauf dieser Geltungsdauer über die weitere Gestaltung ihrer im Artikel 3 dieses Abkommens vorgesehenen Zusammenarbeit verständigen.

Abgeordnete! Männer des Deutschen Reichstags!

Wir sind uns schon seit der Ablehnung meines letzten Friedensvorschlages vom Juli 1940 im Klaren, dass dieser Kampf bis zur letzten Konsequenz durchgekämpft werden muss, dass sich die angelsächsisch-jüdisch-kapitalistische Welt mit dem Bolschewismus dabei in einer Front befindet, ist für uns Nationalsozialisten keine Überraschung. Wir haben sie im Inneren stets in der gleichen Gemeinschaft gefunden. Allein wir haben diesen Kampf im Innern erfolgreich bestanden und unsere Gegner endlich nach sechzehnjährigem Ringen um die Macht vernichtet. […] Heute stehe ich an der Spitze des stärksten Heeres der Welt, der gewaltigsten Luftwaffe und einer stolzen Marine. Hinter mir und um mich als eine verschworene Gemeinschaft weiß ich die Partei, mit der ich groß geworden bin und die durch mich groß geworden ist. Die Gegner, die ich vor mir sehe, sind die bekannten Feinde seit über zwanzig Jahren. Allein der Weg, der vor mir liegt, ist nicht zu vergleichen mit dem Weg, auf den ich zurückblicken kann. Das deutsche Volk steht in der Erkenntnis der entscheidendsten Stunde seines Daseins. Millionen von Soldaten erfüllen unter den schwersten Bedingungen gehorsam und treu ihre Pflicht. Millionen deutscher Bauern und Arbeiter, deutscher Frauen und Mädchen stehen in den Fabriken und Kontoren, auf den Feldern und Ackern und schaffen im Schweiße ihres Angesichts der Heimat das Brot und der Front die Waffen. Mit uns im Bunde sind starke Völker, die von der gleichen Not gequält, die gleichen Feinde vor sich finden. […]
Ich habe Ihnen in meiner ersten Rede am 1. September 1939 versichert, dass in diesem Krieg weder Waffengewalt noch Zeit Deutschland niederzwingen werden. Ich will meinen Gegnern auch versichern, dass uns nicht nur die Waffengewalt oder die Zeit nicht bezwingen werden, sondern dass uns auch kein innerer Zweifel wankend machen kann in der Erfüllung unserer Pflicht. Wenn wir an die Opfer unserer Soldaten denken, an ihren Einsatz, dann ist jedes Opfer der Heimat gänzlich belanglos und unbedeutend. Wenn wir aber die Zahl all jener uns überlegen, die in den Generationen schon vor uns für das deutschen Volkes Bestehen und Größe gefallen sind, dann wird uns erst recht die Größe der Pflicht bewusste, die auf uns selbst lastet.

Wer aber dieser Pflicht sich zu entziehen beabsichtigt, der hat keinen Anspruch darauf, in unserer Mitte als Volksgenosse bewertet zu werden. So wie wir mitleidslos hart gewesen sind im Kampf um die Macht, werden wir genauso mitleidslos und hart sein im Kampf um die Erhaltung unseres Volkes. In einer Zeit, in der Tausende unserer besten Männer, Väter und Söhne unseres Volkes fallen, soll keiner mit dem Leben rechnen, der in der Heimat die Opfer der Front entwerten will. Ganz gleich, unter welchen Tarnungen jemals der Versuch gemacht werden würde, diese Front zu stören, den Widerstandswillen unseres Volkes zu untergraben, die Autorität des Regimes zu schwächen, die Leistungen der Heimat zu sabotieren. Der Schuldige wird fallen! Nur mit einem Unterschied, dass der Soldat an der Front dieses Opfer in höchster Ehre bringt, während der andere, der dieses Ehrenopfer entwertet, in Schande stirbt. Unsere Gegner sollen sich nicht täuschen. In den zweitausend Jahren der uns bekannten deutschen Geschichte ist unser Volk niemals geschlossener und einiger gewesen als heute. Der Herr der Welten hat so Großes in den letzten Jahren an uns getan, dass wir in Dankbarkeit uns vor einer Vorsehung verneigen, die uns gestattet hat, Angehörige eines so großen Volkes sein zu dürfen. Wir danken ihm, dass wir angesichts der früheren und kommenden Generationen des deutschen Volkes auch uns in Ehren eintragen können in das unvergängliche Buch der deutschen Geschichte!

 

Deutsche Kriegserklärung an die USA
11. Dezember 1941

Herr Geschäftsträger!

Nachdem die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika von Ausbruch
des durch die englische Kriegserklärung an Deutschland vom 3.
September 1939 heraufbeschworenen europäischen Krieges an alle Regeln
der Neutralität in immer steigendem Maße zugunsten der Gegner
Deutschlands auf das Flagranteste verletzt, sich fortgesetzt der
schwersten Provokationen gegenüber Deutschland schuldig gemacht hat,
ist sie schließlich zu offenen militärischen Angriffshandlungen
übergegangen.

Am 11. September 1941 hat der Herr Präsident der Vereinigten Staaten
von Amerika öffentlich erklärt, daß er der amerikanischen Flotte und
Luftwaffe den Befehl gegeben habe, auf jedes deutsche Kriegsfahrzeug
ohne weiteres zu schießen. In seiner Rede vom 27. Oktober ds. Js. hat
er noch ausdrücklich bestätigt, daß dieser Befehl in Kraft sei. Gemäß
diesem Befehl haben seit Anfang September ds. Js. amerikanische
Kriegsfahrzeuge deutsche Seestreitkräfte systematisch angegriffen. So
haben amerikanische Zerstörer, z. B. die "Greer", die "Kearny" und die
"Reuben James", planmäßig das Feuer auf deutsche U-Boote eröffnet. Der
Staatssekretär der amerikanischen Marine, Herr Knox. hat selber
bestätigt, daß amerikanische Zerstörer deutsche U-Boote angegriffen
haben. Ferner haben die Seestreitkräfte der Vereinigten Staaten von
Amerika auf Befehl ihrer Regierung deutsche Handelsschiffe auf dem
offenen Meere völkerrechtswidrig als feindliche Schiffe behandelt und
gekapert.

Die Reichsregierung stellt daher fest: Obwohl sich Deutschland
seinerseits gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika während des
ganzen gegenwärtigen Krieges streng an die Regeln des Völkerrechts
gehalten hat, ist die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika
von anfänglichen Neutralitätsbrüchen endlich zu offenen
Kriegshandlungen gegen Deutschland übergegangen. Sie hat damit
praktisch den Kriegszustand geschaffen.

Die Reichsregierung hebt deshalb die diplomatischen Beziehungen zu den
Vereinigten Staaten von Amerika auf und erklärt, daß sich unter diesen
durch den Präsidenten Roosevelt veranlaßten Umständen auch Deutschland
von heute ab als im Kriegszustand mit den Vereinigten Staaten von
Amerika befindlich betrachtet"

Mit vorzüglicher Hochachtung

Unterschrift:
Ribbentrop 11. Dezember 1941


Hintergrund

 

 

 

„Schließlich sei noch erwähnt, daß Hitler zwar stets seine soldatische Einstellung betonte und gern erwähnte, daß er seine militärischen Erfahrungen als Frontsoldat gewonnen habe. In Wahrheit lag seinem innersten Wesen soldatischens Denken und Fühlen fern. Ebenso wie das Gebaren seiner Partei mit preußischem Wesen, auf das sie sich so gern berief, nichts zu tun hatte. Wohl war Hitler über die Zustände an der Front durch die Berichte der H.Gr., Armeen usw. völlig eindeutig unterrichtet. Er ließ sich auch öfters durch Frontoffiziere unmittelbar mündlich vortragen. Er kannte also nicht nur die Leistungen unserer Truppen, sondern wußte auch von dem, was sie infolge dauernder Überbeanspruchung [...] zu erdulden hatten. Vielleicht ist dieses Wissen mit ein Grund dafür gewesen, daß es im Osten nicht gelungen ist, Hitler an die Front zu bringen.“
Erwin von Mahnstein

Die Rede ist hier nur in Ausszügen festgehalten, auch weil sich der Hauptteil der Rede in ausladendem ErläuterungenHitlers zur "ideologischen Sinnhaftigkeit" eines "unabwendbaren" Krieges dreht. Der Bolschewismus wird als einer der Hauptfeinde des Menschen dargestellt, gepaart mit der "jüdischen Rasse", die Rede strotzt nur so vor NS-Phrasen. Dabei griff Hitler auf einen altbewährten, immer wieder aufgegriffenen Feind der Menschen zurück – die Juden. Sie mussten immer wieder Pogrome erleiden, sind von jeher aus der Gesellschaft ausgeschlossen und Stossfänger jeder gesellschaftlichen Kränkung. So nahm Hitler die allgegenwärtigen antisemitischen und nationalistischen Bestrebung auf und nahm dazu, für alle Erklärungen seines undankbaren Daseins offen, die Abneigung gegen Marxismus und Liberalismus mit auf. Für Hitler ist dieses Feindbild anscheinend allgegenwärtig und auf alles bzw. jeden Anwendbar, der Bolschewismus, der Kapitalismus und jedwede feindliche bzw. gegen Hitlers Pläne agierende/bestehende Idee, Person oder Institution.
Hitler als gestandener Antibolschewist ist ein Bild, das sich wohl am längsten in der Geschichte gehalten hat. Ein oftmals angeführter Grund, um Hitlers Terror im Osten als europäischen Verdienst zu rechtfertigen und vor allem zu verherrlichen. In der Propaganda wird diese Weltanschauung Hitlers als Fügung des Schicksals gedeutet, welche Deutschland vor einer kommunistischen Diktatur gerettet hat. Seine Bündnisse mit zahlreichen Regierungen und Gruppen aus Europa, haben den Kampf gegen den Bolschewismus geschürt und Hitler dadurch Europa "geeint".
Diese Argumente sind Fehlinterpretation und gehen weit an der Wirklichkeit vorbei. Wenn man die Fakten objektiv betrachtet, so ist schon das Prinzip der Totalität bzw. der totalitären Herrschaftsform an ein Feindbild gekoppelt. Dieses Feindbild dient vor allem dazu den Menschen zu binden, zu einen und zur ständiger Wachsamkeit wie äußersten Anstrengungen zu bringen. Faktisch also einen ständigen Ausnahmezustand zu legitimieren. Bereits in den frühen Regierungsjahren wendet Hitler dieses System an und etabliert durch seine Gesetze: Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat (Reichstagsbrandverordnung) dem das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (Ermächtigungsgesetz) folgte. Diese Gesetze, basierend auf den Artikel 48 (Notstand) der Weimarer Reichsverfassung erlassen, schufen eine ständigen Ausnahmezustand „zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte“.
Das Feindbild war geschaffen und mit nur 2 Gesetzen wurde ab dem 28. Februar 1933 bzw. 24. März 1933 die Verfassung für die kommenden 12 Jahre ausgehebelt. Das Feindbild zur Machtsicherung und Etablierung einer Schreckensherrschaft.
Dabei wirkte die Argumentation Hitlers geradezu zynisch und naiv, wenn er in aller Öffentlichkeit behauptete, dass die Juden gezeitigt als Plutokrat Wallstreet und als Bolschewist den Kreml beherrschen. Die internationale Weltverschwörung der Juden in Deutschland bedrohe den rassisch wertvollsten Teil der Welt. Nicht nur das er Feindbilder aus dem Nichts erschuf, außerdem erhob er eine Religion gleich zur Rasse, dessen eigentlich durch die Geschichte aufgezwungene Isolation und Abschottung in der Gesellschaft durch ihn als langfristiger Plan zur Vernichtung der arischen Rasse gedeutet wurden. Unglaublich aber wahr, ganz nach Murphys Gesetz: "Der komplizierteste Lösungsansatz ist meist der Falsche und das Ergebnis immer eine Katastrophe". Dabei ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass Hitler sich dieser Tatsache bewusst war und dieses Feindbild sogar bewusst eingesetzt hat: "Es gehört zur Genialität eines großen Führers, selbst auseinander liegende Gegner immer als nur zu einer Kategorie gehörend erscheinen zu lassen." Schlauer Politiker und gerissener Schurke? Wahrscheinlich von beidem etwas, bis zu dem Punkt an dem Hitler die Macht zu Kopf steigt und seine Hirngespinste für ihn wahr werden, was Murphys Gesetz nur untermauert: „Was man seinem Unterbewusstsein als wahr übermittelt, wird wahr.“ An einem Punkt in seiner Karriere wird aus dem Feindbild Jude eine wahrer Hass und Vernichtungswahn, und aus dem verlorenen Krieg in der Realität nur schlecht eingesetzte Kräfte auf dem Schlachtplänen im bereits eingekreisten Bunker unter Berlin.
Die marxistische Ideologie war dem selbsternannten Führer eigentlich schon immer egal, auch weil Sie der eigenen Ideologie doch sehr nahe war. Hitler sah in Russland bzw. die Sowjetunion, vor allem der Unkenntnis der marxistischen Ideologie in seinen Grundzügen und der inneren Entwicklung nur den "Jüdischen Vampir." Dazu kam sein Ziel und Streben in der Außenpolitik, dass nur die "Rasse" und den "Lebensraum" sah, das politische war doch nur ungeliebtes Theater. So schließt er einen Nichtangriffspakt mit der SU und erklärt dennoch auf dem Reichstag "Der Bolschewismus ist eine Lehre der Weltrevolution, d.h. der Weltzerstörung. Diese Lehre als einen gleichberechtigen Lebensfaktor in Europa aufzunehmen, heißt ihm Europa auszuliefern [...]" Was ist dieser Mann also nun, ein Politiker wider Willen ohne diplomatisches Feingefühl, ein gerissener und von sich eingenommer Politiker oder ein launischer Diktator ohne Gewissen und Skrupellosigkeit? Wie die Geschichte gezeigt hat, war er letzteres wobei man die Unberechenbarkeit noch hinzufügen muss.

„So sehr Hitler gelegentlich seine frühere Frontkämpfereigenschaft hervorhob, so habe ich doch nie das Gefühl gehabt, daß sein Herz der Truppe gehört hätte. Verluste waren für ihn nur Zahlen, die die Kampfkraft verminderten. Menschlich dürften Sie ihn kaum ernstlich berührt haben. Ein früherer Offizier des OKW, der dorthin nach schwerer Verwundung, als Frontoffizier versetzt worden war und dessen Stellung es mit sich brachte, daß er Hitler fast täglich, [...] erlebte, schreibt mir zu Vorstehendem: "Ich erkenne die Berechtigung dieses subjektiven Gefühls [...] durchaus an. Er erschien so im größeren Kreis, in Wirklichkeit aber war es fast gegenteilig. Er war vom Soldatischen her gesehen vielleicht sogar zu weich, in jedem Fall zu gefühlsabhängig. Es war symptomatisch, daß er die Begegnung mit dem Grauen des Krieges nicht ertrug. Er fürchtete sich vor seiner eigenen Weichheit und Empfindsamkeit, die ihn daran gehindert hätten, Entschlüsse zu fassen, die sein politischer Wille von ihm forderte. Verluste, mit denen er sich auseinandersetzen mußte, oder die plastisch geschildert wurden, waren ihm furchtbar, er litt förmlich darunter. [...] Es war ganz sicher kein Mangel an persönlichem Mut, sondern Angst vor dem Grauen des Erlebens. In inoffiziellem Kreis gab es oft Gelegenheiten, wo man bei Unterhaltungen über Leistungen und Anstrengungen der Truppe - ohne Unterschied der Dienstgrade - sichtbar merkte, daß er für die kämpfende Truppe viel Verständnis und Herz hatte." Das Urteil dieses Offiziers, der nicht zu den Anhängern oder Bewunderern Hitlers gehört hat, zeigt zum mindesten, wie gegensätzlich der Eindruck sein konnte [...] War Hitler - wie vorstehend gesagt wird - wirklich zu "weich", wie kann man dann die grausame Brutalität erklären, die, immer zunehmend, sein Regime kennzeichnete?“
Erwin von Mahnstein

 

„Wir haben Heeresgruppen, die sind rein landwirtschaftliche Genossenschaftsunternehmen: Sie versorgen sich mit allem Lebensnotwendigen selbst [...]
Wir werden, einschließlich Baumwolle, der autarkste Staat, den es gibt. Das einzige, was wir nicht haben werden, wird der Kaffee sein; aber eine Kaffeekolonie werden wir schon irgendwo zusammenkratzen [...]
Eine Bezahlung der Kriegsschuld durch den Gegner kann ich nicht erzwingen. Ich glaube nicht, daß wir von den Engländern etwas kriegen. Wenn der Engländer morgen kommen würde, er möchte jetzt Frieden schließen auf der Basis, jeder trägt seine Kosten, da würde ich wahrscheinlich sagen: Gut. Eigentlich sind wir bezahlt [...] Das billigste für uns ist der Frieden.“

(Monologe Hitler 8. bis 11. August 1942)

Die Rede ist eine Aufzählung der bisherigen Erfolge im Krieg, eine Erläuertung des Herrschaftsanspruchs des Deutschen Reiches wie der NS Ideologie über Europa (wenn nicht gar die Welt) und eine Kriegserklärung Deutschlands an die USA. Dabei mutet die Erklärung auf der einen Seite einfach (Bündnissystem mit Japan und Italien verpflichtet), wie auf der anderen Seite als alte Angewohnheit antiker Herrscher, seinen Stammbaum auf Herakles zurückzuführen. Hitler verschiebt in seinen Phrasen der Erklärung historische Thesen und mythische Behauptungen nach Belieben ineinander. Vor allem seine persönlichen Vergleiche mit Roosevelt, die Generalschuld USA, welche zum Zweiten Weltkrieg führte und die Verklärung der eigenen über alles stehende Gesellschaftsordnung, lässt die Rede zu "Propagandaschmalz" aller erster Güte aufsteigen. Dabei war allen Zuhörern und allen Kriegsparteien bereits schon lange bewusst, dass das Deutsche Reich den USA 1941 den Krieg zwar erklärte, obwohl diese schon längere Zeit zu Gunsten des Kriegsgegners Großbritannien logistische und aufklärende Unterstützung geleistet hatten, ohne dass danach offene Kriegshandlungen gefolgt waren. Wollte Hitler amerikanische Kräfte aus dem Pazifikkrieg durch seine Kriegserklärung abziehen, abzuziehen, kurzfristig Japan entlasten und gleichzeitig eine zweite Front durch die Japaner gegen die Sowjetunion unterstützen? Das hätte den schnellen Zusammenbuch Russlands zur Folge gehabt und Hitler hätte rechtzeitig die Westfront aufrüsten können. Oder war Hitler nur dermaßen überzeugt von seiner Unbesiegbarkeit, gegen jeden Gegner, dass auch die USA nur als eine zukünftige Trophäe auf dem Plan stand? Japan hatte inzwischen fast ganz Ostasien besetzt. Hatte gezeigt wie stark es ist durch die Zerstörung fast der gesamten US-Pazifikflotte. Bessere Bedingungen hätte Hitler nicht antreffen können, um den USA den Krieg zu erklären. Europa fest in deutscher Hand und im Osten stand man kurz vor Moskau. Dennoch sind die meisten Generäle geschockt von der Kriegserklärung und sehen in dieser Handlung des Führers nicht nur übermenschliche Aufgaben auf die Truppe zukommen, sondern auch eine Niederlage in den Bereich des Möglichen aufrücken.
Fakt ist, einen militärischen Grund, den USA den Krieg zu erklären, gab es nicht. Doch diese Rede, seine konfusen Erklärungen und eine neue Stufe deutscher Aggressivität gegen eine anders denkende Welt, spielte F. D. Roosevelt quasi in die Karten. Die amerikanische Bevölkerung wollte nicht in den europäischen Krieg hineingezogen werden, man hatte einfach keine Angst, weil man durch zwei Ozeane sich in Sicherheit wägte. Sie unterstützten Großbritannien materiell und weiteten auch den Bereich aus, in dem Schiffskonvois über den Atlantik Schutz durch US-Kriegsschiffe bekamen. Erst ein militärischer Zwischenfall machte es politisch möglich aktiver in den Zweiten Weltkrieg einzusteigen. Der Angriff auf Pearl Harbor, der persönliche Angriff Hitlers auf den Präsidenten und die amerikanische Lebensart, sowie die Bedrohung der freien westlichen Welt, ließ die US-Bevölkerung umschwenken. Die unsinnige deutsche Kriegserklärung am 11.Dezember 1941 war nun endlich der Funken, der einen Kriegsantritt mit Unterstützung der breiten Masse des amerikanischen Volkes möglich machte.

Schaut man sich den Krieg in der Weltgeschichte an, dann erkennt man, dass der "Krieg aus dem Staatensystem ebenso wenig zu verbannen ist wie der Stuhlgang aus dem biologischen System des menschlichen Körpers" (Sebastian Haffner). Kriege sind mit dem Staatengebilde in einer Symbiose verbunden und werden niemals verschwinden können, wenn man nun versucht zu Hitlers Krieg eine Schuldfrage zu treffen, dann ist das ein Witz. Hitler plante eine Weltherrschaft basierend auf Rassenideologischen Säuberungen - weltweit! Diese Schuld war ihm bewusst, darum war dieser Krieg keine Frage des Sieges oder der Niederlage, sondern um Leben und Tod. Dieses Schicksal verband Hitler mit seinem Krieg und er verband es mit ganz Deutschland!
Der Feldherr Hitler schwört schon zu Beginn seines militärischen Wirkens allen militärischen Statuten und Regeln ab. Er wird im Laufe des Krieges zu einer paradoxen und naiven Persönlichkeit, für den die in den letzten dreieinhalb Kriegsjahren zu einer Art Wettlauf kulmunieren. "Wer würde früher am Ziele sein: Hitler mit seiner Judenausrottung oder die Alliierten mit ihrer militärischen Niederwerfung Deutschlands? Die Alliierten brauchten dreieinhalb Jahre, bis sie am Ziel waren. Und inzwischen war auch Hitler seinem Ziel immerhin schrecklich nahe gekommen."

„Liebte er die Deutschen?
Er hatte sich Deutschland ausgesucht - ohne es zu kennen; und eigentlich kennengelernt hat er es nie. Die Deutschen waren sein erwähltes Volk, weil sein angeborener Machtinstinkt wie eine Magnetnadel auf sie hindeute als auf das zu seiner Zeit größte Machtpotential Europas; was sie ja waren.
Und nur als Machtinstrument haben sie ihn je wirklich interessiert.“

(Aus Sebastian Haffner, ' Anmerkungen zu Hitler')

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Adolf Hitler - Vom Feldherr zum Massenmörder

SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. Dezember 1941)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.12. - 10.12.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 1. Dezember 1941

 

Im Raum von Rostow setzte der Feind auch gestern seine Gegenangriffe unter rücksichtslosem Einsatz von Menschen und Material fort. Er erlitt dabei wieder schwerste blutige Verluste.
Im Raum von Moskau angreifende Infanterie- und Panzerverbände sind in weiterem Vordringen gegen die sowjetische Hauptstadt.

Vor Leningrad setzte der Gegner seine vergeblichen Ausbruchsversuche auch gestern fort. Bei der Abwehr eines mit stärkeren Kräften über das Eis der Newa geführten Angriffes verlor der Feind bei hohen blutigen Verlusten zahlreiche Gefangene sowie 30 Panzer, darunter sechs schwerste.

Die Luftwaffe bekämpfte im Mittel- und Nordabschnitt der Front mit guter Wirkung Nachschubwege der Sowjets. Ostwärts des Wolchow wurden Truppenunterkünfte und Materiallager bombardiert. In den Gewässern um Kronstadt versenkten Kampfflugzeuge einen Eisbrecher, ein größerer Frachter wurde durch Bombenwurf schwer beschädigt. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Moskau und Leningrad.

An der schottischen Ostküste griff die Luftwaffe bei Tage einen Flugplatz mit Bomben und Bordwaffen an. In Hallen und Unterkünften wurden Volltreffer erzielt und mehrere am Boden abgestellte Flugzeuge beschädigt. Bei Nacht griffen Kampfflugzeuge Hafenanlagen in Südwestengland an.

In Nordafrika dauern die Kämpfe südostwärts Tobruk noch an. Von Süden hergeführte britische Gegenangriffe wurden erfolgreich abgewiesen. Deutsche und italienische Kampf- und Jagdfliegerverbände unterstützten die Operationen.

Britische Bomber griffen in der letzten Nacht das norddeutsche Küstengebiet an. In Hamburg und Emden hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Die britische Luftwaffe erlitt bei diesen Angriffen wieder schwere Verluste. Sie verlor 15 Flugzeuge, von denen zehn durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen wurden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 2. Dezember 1941

 

An der Ostfront dauern die Kämpfe im Raum von Rostow an.
Im Kampfgebiet vor Moskau drangen die deutschen Truppen an weiteren Abschnitten tief in das feindliche Verteidigungssystem ein.

Vor Leningrad wurden mehrere nach starker Artillerievorbereitung unternommene Ausbruchsversuche sowjetischer Kräfte abgewiesen.
Die Luftwaffe erzielte Bombenvolltreffer in einem Flugzeugwerk bei Rybinsk an der Wolga, bekämpfte feindliche Transportbewegungen auf dem Eis des Ladoga-Sees und setzte die Zerstörung von Eisenbahnverbindungen ostwärts Tichwin fort.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht Leningrad sowie sowjetische Flugstützpunkte im Nordabschnitt der Front.

Im Seegebiet um England versenkte die Luftwaffe einen Frachter von 2.000 BRT. Zwei weitere Handelsschiffe wurden durch Bombenwurf beschädigt. Weitere Luftangriffe richteten sich in der letzten Nacht gegen Hafenanlagen und Versorgungsbetriebe in Westengland.

In Nordafrika verliefen die wechselvollen Kämpfe südostwärts Tobruk in den letzten Tagen zugunsten der deutsch-italienischen Truppen. Bei dem Versuch eingeschlossene Kräfte zu befreien, wurde der Feind unter starken Verlusten zurückgeworfen.
Deutsche Kampfflugzeuge belegten die britische Nachschubbahn zur Sollum-Front mit Bomben und richteten schwere Schäden an Transportanlagen bei Sidi Barani und Marsa Matruk an.

Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden seit Beginn der Kämpfe über 9.000 Gefangene, darunter drei Generale, eingebracht. Neben zahlreichen Geschützen wurden 814 britische Panzerfahrzeuge erbeutet oder vernichtet und 121 britische Flugzeuge abgeschossen.

Die britische Kriegsmarine erlitt im Monat November empfindliche Verluste. Insgesamt wurden durch deutsche See- und Luftstreitkräfte versenkt: ein Flugzeugträger, ein Kreuzer, drei Zerstörer, vier Schnellboote, ein Bewacher und ein Vorpostenboot. Außerdem wurden zwei Schlachtschiffe, zwei Zerstörer, sieben Schnellboote und drei weitere Kriegsfahrzeuge schwer beschädigt.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat November 48 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 231.870 BRT. Daneben wurden 39 Schiffe zum Teil schwer beschädigt. Weitere Verluste an Schiffsraum erlitt der Feind durch Minenunternehmungen in verschiedenen Seegebieten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 3. Dezember 1941

 

An der Front vor Moskau gewannen die von starken Kampf- und Sturzkampffliegerverbänden unterstützten Angriffe unserer Infanterie- und Panzerverbände trotz zähen Widerstandes und örtlicher Gegenstöße des Feindes weiter an Boden. Bei diesen Kämpfen wurden gestern insgesamt 20 feindliche Panzer vernichtet.

Im Finnischen Meerbusen ist ein großer sowjetischer Transporter auf eine deutsch-finnische Minensperre gelaufen und gesunken.

Im Seegebiet um England wurde ein größeres Handelsschiff durch Bombenwurf schwer beschädigt. In der Nacht zum 3. Dezember bombardierte die Luftwaffe eine Hafenanlage an der englischen Südwestküste.

In einem Gefecht mit britischen Schnellbooten im Kanal erzielten Minenräumboote mehrere Artillerietreffer auf feindlichen Einheiten. Der Gegner brach darauf das Gefecht ab.

Vor der Australischen Küste kam es zu einem Seegefecht zwischen dem deutschen Hilfskreuzer „Cormoran" und dem australischen Kreuzer „Sydney".
Unter dem Komando des Fregattenkapitäns Detmers hat der deutsche Hilfskreuzer den an Bewaffnung und Geschwindigkeit weit überlegenen Gegner niedergekämpft und versenkt. Der 6.830 BRT große Kreuzer „Sydney" ist mit der gesamten Besatzung von 42 Offizieren und 603 Mann untergegangen. Infolge der Beschädigung, die das deutsche Schiff in dem schweren Gefecht erlitten hatte, mußte es nach siegreichem Kampf aufgegeben werden.
Ein großer Teil der Besatzung wurde gerettet und erreichte die australische Küste.
Der Hilfskreuzer „Cormoran" hat im Kreuzerkrieg in überseeischen Gewässern unter seinem tapferen Kommandanten eine große Anzahl feindlicher Handelsschiffe versenkt.

In Nordafrika wurden die südostwärts von Tobruk eingeschlossenen britischen Kräfte - die Masse einer neuseeländischen Division - teils vernichtet, teils gefangengenommen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 4. Dezember 1941

 

Im Donez-Becken wurden stärkere feindliche Angriffe unter blutigen Verlusten für den Gegner abgewiesen.
Vor Leningrad scheiterten erneute Ausbruchsversuche des Feindes. Die Luftwaffe zerstörte eine Teilstrecke der Murman-Bahn und bombardierte Leningrad bei Tag und Nacht.

Finnische Truppen haben Hangö besetzt. Bei der Flucht aus Hangö lief der 12.000 BRT große sowjetische Truppentransporter „Stalin" auf eine deutsch-finnische Minensperre und wurde durch drei Minentreffer beschädigt.
Zwei deutsche Vorpostenboote mit einer Besatzung von zusammen 80 Mann nahmen den Transporter in Schlepp und brachten ihn mit den an Bord befindlichen 6.000 Soldaten aller Dienstgrade sowie reichlichem Kriegsmaterial in einen deutschen Stützpunkt ein.

Bei einem Seegefecht im Kanal versenkte ein Sperrbrecher zwei britische Schnellboote und beschädigte zwei weitere durch Volltreffer. Vorpostenboote griffen in den Kampf ein, versenkten ein britisches Kanonenboot und beschädigten ein Schnellboot schwer.

In Nordafrika fanden gestern keine größeren Kampfhandlungen statt.

In der Zeit vom 26. November bis 2. Dezember schossen Verbände der deutschen Luftwaffe und Einheiten der deutschen Kriegsmarine 44 britische Flugzeuge ab. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien sechs eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 5. Dezember 1941

 

Im Südabschnitt der Ostfront sind erneute Angriffe des Gegners gescheitert.

Bei der Beschießung kriegswichtiger Ziele in Leningrad wurden in einem Munitionslager starke Explosionen und ausgedehnte Brände hervorgerufen.

Nach der Flucht aus Hangö sind außer dem Truppentransporter „Stalin" noch mehrere andere sowjetische Schiffe auf deutsch-finnische Minensperren gelaufen. Dabei sind ein Truppentransporter von 3.000 BRT, ein Dampfer von 700 BRT und ein sowjetisches Schnellboot gesunken.

Starke Verbände der Luftwaffe führten im Südabschnitt der Front und im Kampfraum um Moskau Angriffe auf Truppenbereitstellungen und Feldbefestigungen des Feindes. Die Sowjets erlitten hohe blutige Verluste und büßten eine erhebliche Zahl von Geschützen und Fahrzeugen ein. Erfolgreiche Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Moskau und Leningrad.

In Nordafrika wiesen die deutsch-italienischen Truppen Vorstöße feindlicher Aufklärungskräfte zurück. Deutsche und italienische Sturzkampffliegerverbände zersprengten britische Panzeransammlungen in der südlichen Marmarica. Bei Nacht wurden Bombenvolltreffer in Flugstützpunkten und auf Nachschublager des Feindes im Raum Sidi Barani, Marsa Matruk erzielt. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger sieben britische Jagdflugzeuge ab.

Ein deutsches Unterseeboot beschädigte vor der Küste der Cyrenaika einen britischen Zerstörer durch Torpedotreffer.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 6. Dezember 1941

 

An verschiedenen Stellen der Ostfront wurde der Feind durch örtliche Angriffe geworfen.
Im Donez-Bogen wurden starke sowjetische Angriffe unter schweren Verlusten für den Gegner abgewiesen.
Ein feindlicher Ausbruchsversuch aus Leningrad scheiterte unter hohen blutigen Verlusten.

Im Finnischen Meerbusen wurde die Insel Osmussar durch eine Marinestoßtruppabteilung besetzt.

Die Luftwaffe erzielte Bombenvolltreffer auf mehrere Transportzüge im Wologda-Gebiet und griff in der letzten Nacht Bahnanlagen und Versorgungsbetriebe von Moskau an. Das Flugzeugwerk Rybinsk an der Wolga wurde mit Bomben schweren Kalibers belegt.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Unterseeboote fünf Schiffe mit zusammen 25.500 BRT.

Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht Hafenanlagen in Südwestengland an.

Bei Angriffsversuchen der britischen Luftwaffe im Kanalgebiet und an der holländischen Küste wurden acht feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Vor der norwegischen Küste griffen zwei Unterseebootjäger der Kriegsmarine ein britisches Unterseeboot an, zwangen es durch Wasserbomben zum Auftauchen und versenkten es durch Artilleriefeuer.

In Nordafrika sind erneute schwere Kämpfe entbrannt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 7. Dezember 1941

 

Trotz starker Kälte errangen im Donez-Becken deutsche und italienische Truppen örtliche Angriffserfolge.
An mehreren Stellen der Ostfront wurden sowjetische Angriffe abgewiesen.

Vor Leningrad scheiterte ein unter Einsatz von Panzern und Schlachtfliegern unternommener Ausbruchsversuch. Die Beschießung kriegswichtiger Anlagen im Bereich der Stadt wurde fortgesetzt.

Die Luftwaffe unterstützte an der gesamten Ostfront die Kämpfe des Heeres durch Angriffe auf feindliche Stellungen, Truppenansammlungen und Eisenbahnen. Südostwärts des Ladoga-Sees wurden sowjetische Flugstützpunkte bombardiert. An der Westküste des Golfes von Onega erzielten Kampfflugzeuge Volltreffer schweren Kalibers in einer Industrieanlage.

Im Kanalgebiet kam es zu einem Gefecht zwischen deutschen Minensuchbooten und mehreren britischen Schnellbooten. Ein feindliches Boot wurde versenkt, ein weiteres schwer beschädigt. Unsere Boote erlitten weder Verluste noch Beschädigungen.

In Nordafrika dauern die Kämpfe an. Vor der Küste der Cyrenaika griff ein deutsches Unterseeboot einen britischen Geleitzug mit Nachschub für Tobruk an und erzielte Treffer auf einem Zerstörer, einem Tanker und einem Frachter. Das Sinken der Schiffe konnte wegen starker Abwehr nicht beobachtet werden.

Nachtangriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten sich gegen britische Flugplätze auf der Insel Malta. Bombentreffer in Hallen und Unterkünften wurden beobachtet.

In der Zeit vom 29. November bis 5. Dezember verlor die sowjetische Luftwaffe 228 Flugzeuge. Davon wurden 136 in Luftkämpfen und 67 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 21 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 8. Dezember 1941

 

Die Fortsetzung der Operationen und die Art der Kampfführung im Osten sind von jetzt ab durch den Einbruch des russischen Winters bedingt. Auf weiten Strecken der Ostfront finden nur noch örtliche Kampfhandlungen statt.
An der Westküste der Krim wurde ein feindlicher Landungsversuch vereitelt.

Im Donez-Becken brachte der Angriff deutscher und italienischer Truppen weitere Fortschritte. Vor Leningrad setzte der Gegner seine Ausbruchsversuche vergeblich fort.

Die Luftwaffe führte trotz schlechter Wetterlage schwere Angriffe gegen sowjetische Truppenansammlungen, Panzerbereitstellungen und Feldbefestigungen durch. Der Feind hatte wieder hohe Verluste an Menschen, schweren Waffen und rollendem Material. Die nach Moskau führenden Eisenbahnstrecken wurden an vielen Stellen durch Bombenangriffe zerstört.

Im Seegebiet um England wurde bei Tage nordostwärts Aberdeen ein Handelsschiff mittlerer Größe durch Bombenwurf beschädigt. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Ostküste und im Südwesten der Insel.

Die schweren Kämpfe in Nordafrika nehmen ihren Fortang. In Tobruk wurden Hafenanlagen und Artilleriestellungen des Feindes bei Tage und bei Nacht mit Bomben schweren und schwersten Kalibers belegt.

Vor der nordafrikanischen Küste beschädigten deutsche Kampfflugzeuge einen großen britischen Truppentransporter so schwer, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. Ein leichter britischer Kreuzer erhielt Bombentreffer.

Bei wirkungslosen Luftangriffen auf einige Orte in Westdeutschland und in den besetzten Westgebieten wurden in der letzten Nacht drei britische Bomber abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 9. Dezember 1941

 

An der Ostfront nur örtliche Kampfhandlungen.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkte die Luftwaffe am gestrigen Tage in den Gewässern ostwärts Dundee aus einem Geleitzug einen Zerstörer und vier Handelsschiffe mit zusammen 14.000 BRT. Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht den wichtigen Schiffbauplatz Newcastle. Heftige Explosionen und ausgebreitete Brände in Dockanlagen und Versorgungsbetrieben der Stadt ließen den Erfolg dieses zum Teil aus geringer Höhe geführten Angriffs erkennen.

An der Kanalküste verlor der Feind am gestrigen Tage durch Jagdabwehr zehn, durch Marineartillerie weitere zwei Flugzeuge.

In Nordafrika dauern die Kämpfe an. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen sechs britische Flugzeuge ab.

In der Nacht zum 8. Dezember wurden Hafenanlagen und Flugplätze auf Malta von deutschen Kampfflugzeugen bombardiert.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 10. Dezember 1941

 

An der Ostfront wurden örtliche Angriffe des Feindes erfolgreich abgewehrt. Hierbei erlitt der Gegner erneut schwere blutige Verluste.

Die Luftwaffe zersprengte mit starken Kräften im Südabschnitt der Ostfront Truppenansammlungen sowie Panzerbereitstellungen und bombardierte wirksam Flugplätze der Sowjets. Auch im Raum um Moskau sowie nordostwärts des Ilmen-Sees erlitt der Feind durch Angriffe von Kampfflugzeugen erhebliche Verluste.

In Nordafrika dauern die schweren Kämpfe an. Deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge bekämpften wirksam britische Fahrzeugkolonnen und Flakstellungen. Deutsche Jäger schossen bei Tobruk fünf feindliche Flugzeuge ab.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

'Trotz dieser ungewöhnlich ernsten Signale wurden keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen, um das Land zur Verteidigung vorzubereiten und das Überraschungsmoment auszuschließen. Hatten wir Zeit und Möglichkeiten für solche Vorbereitungen? Ja, wir hatten die Zeit und die Möglichkeiten. Unsere Industrie war bereits auf einem solchen Niveau, dass sie die Sowjetarmee mit allem, was sie benötigte, versorgen konnte. Das wird schon dadurch bestätigt, dass das sowjetische Volk, nachdem wir im Verlauf des Krieges fast die Hälfte un-serer gesamten Industrie wegen der Besetzung der Ukraine, des Nordkaukasus, der West-gebiete des Landes, wichtiger Industrie- und Getreidegebiete durch die Deutschen verloren hatten, in der Lage war, die Produktion von militärischer Ausrüstung in den östlichen Ge-bieten des Landes zu organisieren, die dorthin aus den westlichen Industrierevieren transpor-tierten Ausrüstungen in Betrieb zu setzen und unsere Streitkräfte mit allem zu versorgen, was zur Zerschlagung des Feindes gebraucht wurde. Wenn unsere Industrie rechtzeitig und aus-reichend zur Versorgung der Armee mit Waffen und nötigem Gerät mobilisiert worden wäre, dann hätten wir unermesslich weniger Opfer in diesem Krieg davongetragen. Eine solche Mobilisierung wurde jedoch nicht rechtzeitig vorgenommen. Und bereits in den ersten Kriegstagen zeigte sich, dass unsere Armee schlecht ausgerüstet war, dass sie nicht genügend Artillerie, Panzer und Flugzeuge zur Abwehr des Feindes besaß.'
Zur Rolle Stalins im Großen Vaterländischen Krieg - Nikita S. Chruschtschow - Aus: Über den Personenkult und seine Folgen Rede auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 25. Februar 1956

Mit unermüdlichen Willen und dem Drängen Hitlers, beginnt die deutsche 4. Armee und Guderians und Hoepners Panzer-Armeen einem letzten Versuch, Moskau einzuschließen und zu erobern. Man muss sich dabei gegen sibirische Truppen erwehren, genauso wie den Willen so viele russische Soldaten zu opfern, wie nötig sind um in Moskau weiterhin sowjetische Herrschaft zu garantieren! Eine Abteilung deutscher Infanterie erreicht die Khimki-Straßenbahnhaltestelle, von der es nur noch 19 Kilometer bis zum Zentrum von Moskau sind. Sie werden jedoch von russischen Arbeiter-Milizen (Opolchenie) zurückgeworfen. Dabei lassen die sowjetischen Kommissare Massen von Sowjets auf die deutsche Stellungen einrennen, solange bis die deutschen Invasoren zum Halten gebracht sind. Dabei baut man vor allem auch auf Propaganda und will den Willen der Moskauer Bevölkerung und eingesetzten Soldaten stärken. General Sikorski, Ministerpräsident der polnischen Exil-Regierung, spricht von Moskau aus über Radio zum russischen Volk. Man kann die Deutschen solange aufhalten, dass die Rote Armee eine Gegenoffensive starten kann. Insgesamt 4 Armeen, gut ausgerüstet und im winterlichen Klima erprobt, greifen nördlich der Stadt an. Guderian hatte bereits zuvor beschlossen, seine 2. Panzer-Armee nach schweren Verlusten durch die Russen, Erfrierungen und kältebedingten Ausfällen an Fahrzeugen zurückzunehmen. Damit müssen die Deutschen erstmals in diesem Kriegs, trotz Offensive und koordinierten Kräften, den Rückzug in Kauf nehmen! Im weiteren Verlauf werden sogar 10 Armeen russische Armeen in einem gewaltigen Schlag gegen die Deutschen geführt, sie greifen auf einer Frontlänge von 322 km an. Darunter befinden sich viele sibirische Eliteeinheiten und tausend T-34 Panzer. Für die Deutschen ist diese Übermacht, bei überdehnter Front und nur unzureichend vorbereiteten Soldaten ein Schlag ins Gesicht.

'Die sowjetische Wissenschaft und Technik hatte vor dem Krieg ausgezeichnete Typen von Panzern und Artillerie entwickelt. Doch es wurde für all das keine Massenproduktion organi-siert, und wir sind praktisch erst am Vorabend des Krieges zur Modernisierung der Armeeaus-rüstung übergegangen. Infolgedessen hatten wir im Augenblick des Überfalls des Feindes auf das Sowjetland weder ausreichende Mengen an altem Gerät, das wir ja aus der Ausrüstung herausgenommen hatten, noch an neuem Gerät, dessen Einführung wir erst beabsichtigten. Sehr schlecht stand es um die Luftabwehrgeschütze, nicht organisiert worden war die Pro-duktion von Panzerabwehrmunition. Viele befestigte Räume erwiesen sich im Augenblick des Überfalls als ungeschützt, weil die alten Waffen von ihnen abgezogen und neue noch nicht verfügbar waren.'
Zur Rolle Stalins im Großen Vaterländischen Krieg - Nikita S. Chruschtschow - Aus: Über den Personenkult und seine Folgen Rede auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 25. Februar 1956

 

'Leider galt dies nicht nur für Panzer, Artillerie und Flugzeuge. Im Moment des Kriegsausbruchs hatten wir nicht einmal eine ausreichende Zahl von Gewehren zur Bewaffnung der Einberufenen. Ich erinnere mich, dass ich in jenen Tagen von Kiew aus Malenkow anrief und ihm sagte: „Die Menschen melden sich zur Armee und verlangen Waffen. Schickt uns Waffen.“ Darauf sagte mir Malenkow: „Wir können keine Waffen schicken. Alle Karabiner haben wir nach Leningrad geschickt. Sie müssen sich selbst bewaffnen.“ So stand die Sache mit der Bewaffnung.'
Zur Rolle Stalins im Großen Vaterländischen Krieg - Nikita S. Chruschtschow - Aus: Über den Personenkult und seine Folgen Rede auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 25. Februar 1956

Der Wortlaut der sogenannten „Geheimrede“ Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU wurde in Russisch erstmalig veröffentlicht in: Iswestija ZK KPSS, 1989, Nr. 3, S. 128-170. Eine deutsche Übersetzung erschien 1990 im Dietz Verlag unter dem Titel „Die Geheimrede Chruschtschows. Über den Personenkult und seine Folgen“

Die Belagerung von Lenigrads dagegen geht bereits in den 90. Tag, wobei jede Person in der Stadt nicht nur hungert, sondern auch jeden Tag in Fabriken und Versorgungsreinrichtungen arbeitet. Die 'Straße des Lebens', welche 322 km über den zugefrorenen Ladogasee führt, wird zur Lebensader der Stadt ausgebaut und wird in diesen ersten Dezembertagen von den ersten LKW mit Versorgungsgütern befahren. Die Fahrzeuge werden per Eisenbahnverbindung zum Ladoga-See gebracht und müssen dort übersetzen. Jedes Fahrzeug kann an einem Tag jedoch nicht mehr als 32 Kilometer zurücklegen.

"Ich will Moskau, ich werde Moskau haben. Sie (die 'archaische und dumme Kaste von Berufssoldaten') werden mich nicht daran hindern, Moskau zu bekommen ... fanatischen Widerstand, ohne Rücksicht auf den durchbrechenden Feind in Flanke und Rücken ..."
Hitler zum Rückzug der Wehrmacht vor Moskau

Auf See scheint dagegen alles für die Alliierten richtig zu laufen und mit der formierten 'Force Z' aus dem Schlachtschiff Prince of Wales, dem Schlachtkreuzer Repulse und 4 Zerstörern, scheint der Pazifik in fester Hand der US Navy zu sein. Unentdeckt kann eine japanische Invasionsflotte dennoch aus Süd-China in Richtung Thailand und Malaya auslaufen. Währenddessen Roosevelt sich persönlich für den Frieden im Pazifik an Kaiser Hirohito von Japan wendet. Dies alles kann aber nicht den so einprägsamen und ernüchternden 7. DEZEMBER 1941 verhindern. Die Japaner haben die ganzer Zeit geblufft und die US Navy hatte seine Augen zu sehr auf den Atlantik und zu wenig Glauben an die Bedrohung durch die Japaner gehabt. So erfolgt der japanische Angriff auf Pearl Harbor: 350 Sturzkampfbomber, Torpedobomber und Zero-Jäger greifen in 2 Wellen von 6 Flugzeugträgern aus die US-Pazifikflotte und Luftwaffenstützpunkte auf Hawaii an. Das Schlachtschiff Arizona explodiert, California, Nevada, Oklahoma und West Virginia sinken. Die Schlachtschiffe Maryland, Pennsylvania und Tennessee werden beschädigt. 10 andere Kriegsschiffe sinken oder werden schwer beschädigt. 188 US-Flugzeuge werden zerstört. Amerikanische Verluste: 2.403 Tote und 1.178 Verwundete. Japanische Verluste: 55 Tote (29 Flugzeuge abgeschossen). Gleichzeit landen japanische Truppen bei Singora und Patani in Thailand sowie bei Kota Bharu im nördlichen Malaya, nördlichen Philippinen, erobern Guam, besetzen die Atolle Tarawa und Makin und bei Formosa. Die ‚Force Z‘ der Amerikaner wird vernichtet und Opfer der hochtechnisierten Horizontal- und Torpedobombern der Japaner. Damit haben die Japaner ihren Anspruch auf Vormachtstellung in Asien unter Beweis gestellt. So erklärt Japan den USA und GB den Krieg.

„Unser Kaiserreich wird zum Zweck der Selbstverteidigung und Selbsterhaltung die Kriegsvorbereitungen vollenden“ und ist „entschlossen, falls nötig mit den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden in den Krieg zu treten. Unser Reich wird gleichzeitig alle möglichen diplomatischen Mittel gegenüber den USA und dem Vereinigten Königreich einsetzen, um dadurch zu versuchen unsere Ziele zu erreichen […]. Wenn es bis zum 10. Oktober keine Aussicht gibt, dass unsere Forderungen durch die oben genannten diplomatischen Verhandlungen erfüllt werden, werden wir sofort entscheiden, Feindseligkeiten gegen die USA, das Vereinigte Königreich und die Niederlande aufzunehmen.“
4. September 1941, Japanisches Kabinett zu den vom Kaiserlichen Generalhauptquartier vorbereiteten Kriegspläne

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Armeekorps der Wehrmacht

Divisionen der Wehrmacht

Heeresgruppen der Wehrmacht


11.12. - 20.12.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 11. Dezember 1941

 

Im Osten wurden dem Gegner bei der Abwehr örtlicher Angriffe schwere Verluste zugefügt.

Die Luftwaffe unterstützte die Kämpfe des Heeres durch erfolgreiche Angriffe auf feindliche Kolonnen, Panzeransammlungen, befestigte Stellungen und rückwärtige Verbindungen.

In Nordafrika fanden gestern keine größeren Kampfhandlungen statt. Deutsche Kampfflugzeuge zersprengten Panzer- und Kraftfahrzeugansammlungen.

Vor der nordafrikanischen Küste wurden ein britischer Kreuzer und ein Zerstörer durch deutsche und italienische Flugzeuge angegriffen und schwer beschädigt.

Hauptmann Müncheberg errang seinen 60. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 12. Dezember 1941

 

An der Ostfront fanden auch gestern nur örtliche Kampfhandlungen statt.

Im Atlantik versenkten deutsche Unterseeboote vier britische Schiffe mit zusammen 27.700 BRT, darunter einen großen Tanker. Außerdem wurden zwei Bewachungsfahrzeuge und ein Tanker durch Torpedotreffer schwer beschädigt.

In Nordafrika gehen die Kämpfe weiter. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe zersprengten Panzer- und Kraftfahrzeugkolonnen der Briten. Bei den sich entwickelnden Luftkämpfen schossen deutsche Jäger sechs feindliche Flugzeuge ab. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht den Hafen von Tobruk und Eisenhahnziele bei Sidi Barani.

Wirkungslose Störangriffe der britischen Luftwaffe richteten sich am gestrigen Tage gegen den Raum der Deutschen Bucht, in der vergangenen Nacht gegen Nord- und Westdeutschland. Hierbei wurden zwei feindliche Bombenflugzeuge abgeschossen.

In der Zeit vom 3. bis 9. Dezember verlor die britische Luftwaffe 69 Flugzeuge, davon 34 im Mittelmeer und in Nordafrika. In der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 18 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 13. Dezember 1941

 

An der Ostfront wurden örtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Die Luftwaffe bekämpfte mit guter Wirkung Truppenbereitstellungen sowie Eisenbahnziele im Donez-Bogen, am unteren Don und an der Nordfront. Sie bombardierte ferner Flugstützpunkte der Sowjets südostwärts des Ladoga-Sees und griff in der vergangenen Nacht militärische Ziele in Moskau an.

In der Nacht zum 13. Dezember wurden Hafenanlagen an der Ost- und Südwestküste Englands von Kampffliegerkräften mit Bomben belegt.

Das Schwergewicht der in Nordafrika noch in vollem Gange befindlichen Kämpfe hat sich in die Gegend westlich Tobruk verschoben, ohne daß es dem Gegner gelungen wäre, entscheidende Erfolge zu erzielen. Bardia und Sollum widerstehen mit großer Hartnäckigkeit dem wachsenden Druck des Gegners.

Im Schutze tiefliegender Wolken warfen einzelne feindliche Flugzeuge Bomben auf einige Orte des holländisch-deutschen Grenzgebietes, die geringe Opfer unter der Zivilbevölkerung forderten. Bei diesen Einflügen und bei wirkungslosen Nachtangriffen auf die besetzten Westgebiete verlor die britische Luftwaffe zwei Bomber.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 14. Dezember 1941

 

Im Osten bekämpfte Artillerie des deutschen Heeres feindliche Schiffe im Hafen von Sewastopol und kriegswichtige Ziele in Leningrad mit guter Wirkung.
Im übrigen beschränkten sich die Kampfhandlungen auf die Abwehr örtlicher feindlicher Angriffe.

Bei Angriffen auf Transportbewegungen, belegte Ortschaften, Kolonnen und Barackenlager fügte die Luftwaffe an der Ostfront dem Feind starke Verluste an Menschen und Kriegsmaterial zu.

Im Seegebiet um England wurde ein feindlicher Zerstörer am Eingang zum Bristol-Kanal durch Bombentreffer so schwer beschädigt, daß mit seiner Vernichtung gerechnet wird.
In der Nacht zum 14. Dezember belegte die Luftwaffe an der britischen Ostküste militärische Ziele erfolgreich mit Bomben.

Bei Versuchen, an der Kanalküste einzufliegen, verlor der Feind sieben Flugzeuge.

In Nordafrika wiesen die deutsch-italienischen Truppen im Räume westlich Tobruk Angriffe zusammengefaßter britischer Kräfte ab und vernichteten mehrere Batterien sowie elf Panzerkampfwagen.
Deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge fügten feindlichen motorisierten Kolonnen starke Verluste zu. Jagdflugzeuge der Achsenmächte schossen in Luftkämpfen 15 Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. Ferner wurden von deutschen Kampfflugzeugen Flugplätze, Versorgungslager, Panzer- und Kraftfahrzeugkolonnen des Gegners im Räume von Tobruk mit guter Wirkung bombardiert.

Die bolschewistische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 6. bis 12. Dezember insgesamt 125 Flugzeuge. Davon wurden 88 in Luftkämpfen, 32 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest wurde am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront sieben eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 15. Dezember 1941

 

Im Osten wurden an mehreren Stellen der Front feindliche Angriffe unter starken Verlusten des Gegners abgewiesen.

Die Luftwaffe bekämpfte erfolgreich Ansammlungen des Feindes im Donez-Bogen sowie Eisenbahnziele zwischen Don und Donez. Starke Kräfte von Kampf- und Sturzkampfflugzeugen führten unter Jagdschutz vernichtende Schläge gegen Panzerbereitstellungen und Nachschubkolonnen der Sowjets im Mittelabschnitt der Front. Der Feind erlitt hier besonders empfindliche Verluste an schweren Waffen und rollendem Material. Auch im Wolchow-Abschnitt sowie an der Murman-Bahn waren Angriffe der Luftwaffe erfolgreich.

Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine beschädigten im Ägäischen Meer durch Wasserbomben ein britisches Unterseeboot, mit dessen Verlust zu rechnen ist.
In Nordafrika wurden erneute britische Angriffe zurückgeschlagen. Deutsche und italienische Sturzkampfverbände erzielten Bombenvolltreffer schweren Kalibers in feindliche Kolonnen und Geschützstellungen südwestlich Tobruk. Auf einem Flugstützpunkt warfen Kampfflugzeuge Betriebsstofflager in Brand.

Marineartillerie schoß an der Atlantischen Küste zwei britische Kampfflugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 16. Dezember 1941

 

Bei örtlichen Kampfhandlungen an mehreren Abschnitten der Ostfront erlitt der Feind auch gestern hohe Verluste. Die Luftwaffe bombardierte Ziele bei Sewastopol und im Raum um Woroschilowgrad und griff mit starken Kampf- und Sturzkampfverbänden in die Erdkämpfe ein.

Im Wolchow-Gebiet sowie auf der Eisstraße des Ladoga-Sees wurde der feindliche Nachschub von der Luftwaffe schwer getroffen. Im hohen Norden belegten Sturzkampfflugzeuge Eisenbahnziele der Murman-Strecke, Flakbatterien und Barackenlager der Sowjets mit Bomben.

In Nordafrika kam es im Raum westlich Tobruk erneut zu schweren Abwehrkämpfen. Im Gegenangriff zerschlugen die deutsch-italienischen Truppen starke Teile des Gegners. Hierbei wurden mehrere hundert Gefangene, darunter ein Brigadegeneral, eingebracht und eine größere Anzahl Panzer und Geschütze erbeutet oder vernichtet. Deutsche Kampfflugzeuge warfen Kaianlagen des Hafens von Tobruk in Brand. Weitere Angriffe richteten sich gegen den wichtigen Bahnendpunkt Abu Schaidan in Nordägypten.

Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Paulsen griff im östlichen Mittelmeer vor Alexandria einen britischen Kreuzerverband an und versenkte durch Torpedotreffer einen Kreuzer, der nach gewaltiger Explosion in der Mitte durchbrach und innerhalb weniger Minuten unterging.

Bei Einflügen schwacher britischer Luftstreitkräfte in die Deutsche Bucht und in die besetzten Westgebiete verlor der Feind ein Bombenflugzeug.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 17. Dezember 1941

 

Im Zuge des Übergangs aus den Angriffsoperationen zum Stellungskrieg der Wintermonate werden zur Zeit an verschiedenen Abschnitten der Ostfront die erforderlichen Frontverbesserungen und Frontverkürzungen planmäßig vorgenommen.
Die Luftwaffe setzte mit starken Kampf- und Jagdfliegerverbänden ihre Angriffe gegen sowjetische Truppen im Don-Gebiet und im Mittelabschnitt der Ostfront fort. Truppen- und Panzeransammlungen wurden zersprengt, Batterien außer Gefecht gesetzt und eine größere Zahl von Kraftfahrzeugen vernichtet. Auch im Wolchow-Abschnitt erlitt der Feind durch Luftangriffe starke Verluste.

An der englischen Südküste bombardierten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht Hafenanlagen sowie Versorgungsbetriebe von Plymouth und Dover. Im Seegebiet nordostwärts Fraserburgh wurde ein Handelsschiff mittlerer Größe durch Bombenwurf beschädigt.

In Nordafrika nahmen die schweren Abwehrkämpfe westlich Tobruk auch gestern ihren Fortgang. Starke feindliche Angriffe bei Bardia wurden unter erheblichen Verlusten für den Gegner abgewiesen.

Schwache Kräfte der britischen Luftwaffe warfen in der Nacht zum 17. Dezember Spreng- und Brandbomben auf einige Orte des nordwestdeutschen Küstengebietes. In Wohnvierteln entstanden Gebäudeschäden. Vier britische Flugzeuge wurden abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 18. Dezember 1941

 

Durch unsere Luftangriffe im Mittelabschnitt der Ostfront erlitt der Feind auch gestern hohe Einbuße an Menschen, Panzern und rollendem Material.

Westlich der Kandalakscha-Bucht belegten Kampfflugzeuge Eisenbahnziele an der Murman-Strecke sowie einen Flugstützpunkt mit Bomben.

An der englischen Ost- und Südwestküste wurden in der letzten Nacht Hafenanlagen bombardiert.

In Nordafrika kam es gestern nicht zu größeren Kampfhandlungen. In den Gewässern der Cyrenaika stellten deutsche Kampfflugzeuge einen größeren Verband britischer Seestreitkräfte und erzielten zwei Lufttorpedotreffer auf einem schweren Kreuzer. Deutsche Jäger und Flakartillerie schossen sieben britische Flugzeuge ab.

Bei Nachtangriffen der britischen Luftwaffe auf die besetzten Westgebiete verlor der Feind vier Bomber.
In der Zeit vom 10. bis 16. Dezember schossen Verbände der deutschen Luftwaffe und Einheiten der deutschen Kriegsmarine 74 Flugzeuge ab, davon 52 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Im gleichen Zeitraum gingen im Kampf gegen Großbritannien 17 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 19. Dezember 1941

 

Bei der Abwehr feindlicher Angriffe kam es an mehreren Stellen der Ostfront zu harten Kämpfen. Der Feind erlitt schwere Verluste.
Die Luftwaffe bekämpfte trotz schlechter Wetterlage Truppenansammlungen, Artilleriestellungen, Panzerkräfte und Nachschubwege des Gegners.

In der Kola-Bucht wurde ein Handelsschiff mittlerer Größe durch Bombenwurf schwer beschädigt.

Im Mittelmeer versenkte ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Driver vor Alexandria einen britischen Kreuzer der Leander-Klasse.

Der Versuch eines starken Verbandes britischer Bomber und Jäger, einen Hafen in den besetzten Westgebieten anzugreifen, brach gestern unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Deutsche Jäger und Flakartillerie schossen zwölf britische Flugzeuge ab, darunter fünf viermotorige Bomber. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 20. Dezember 1941

 

Im mittleren Abschnitt der Ostfront dauern die schweren Kämpfe an. Der Gegner erlitt neue starke Verluste. Kampf-, Sturzkampf- und Jagdfliegerverbände vernichteten feindliche Feld- und Batteriestellungen und zersprengten durch Bombenwurf und Beschuß mit Bordwaffen berittene und motorisierte sowjetische Kolonnen. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen Flugstützpunkte und Eisenbahnanlagen. Ein Frachter erhielt in der Barents-See Bombentreffer schweren Kalibers.

In der Barents-See kam es zu einem nächtlichen Seegefecht zwischen deutschen und sowjetischen Zerstörern. Ein feindlicher Zerstörer wurde durch Torpedotreffer versenkt, ein anderer durch Artillerietreffer beschädigt. Die deutschen Zerstörer liefen nach erfolgreichem Gefecht unbeschädigt in einen Stützpunkt ein.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Unterseeboote im Atlantik vier feindliche Schiffe mit zusammen 17.000 BRT. Außerdem wurden zwei Tanker und ein Frachter durch Torpedotreffer beschädigt. Im St. Georgs-Kanal vernichteten Flugzeuge, die zu bewaffneter Seeaufklärung eingesetzt waren, in der vergangenen Nacht aus einem Geleitzug heraus einen Tanker von 8.000 BRT.

In Nordafrika setzten sich die deutsch-italienischen Truppen nach Abwehr feindlicher Angriffe planmäßig vom Gegner ab. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 20. Dezember mit guter Trefferlage militärische Anlagen im Hafen von Tobruk.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

'In der Reinheit und Echtheit nationalsozialistischer Weltanschauung darf sich das Offizierskorps von niemanden übertreffen lassen ... Es ist selbstverständlich, dass der Offizier in jeder Lage den Anschauungen des Dritten Reiches gemäß handelt.'
Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945., 2. Aufl., Frankfurt a.M. 2007, S. 71.
(Anpassung des Zitats an die ref. dt. Rechtschr.)

Die Amerikaner wehren sich erbittert gegen den japanischen Angriff im Pazifik, so wird Wake Island (kleine Garnison US-Marines) zum Symbol der amerikanischen Gegenwehr. Dort kann man zu mindestens den ersten Versuch einer japanischen Landungsflotte abwehren. Ein zweiter Invasionsversuch am 23./24. Dezember zerschlägt schließlich jeden Widerstand. Die US Pazifik-Flotte erreicht Wake zu spät, um noch einzugreifen. Die Japaner setzen ihre Invasion in Gesamt-Ostasien fort und setzen auf breiter Front von Kaulun auf die Insel von Hong Kong über.
Ein Sturmangriff sibirischer Infanterie zeigt den Deutschen die Entschlossenheit der Roten Armee auf dem winterlichen Schlachtfeld. Stalin befiel Mitte Dezember einen Großangriff entlang der gesamten Front und schon wenige Tage später wird Kalinin, nordwestlich von Moskau, zurückerobert. Hitler will die Niederlage nicht glauben und gibt den deutschen Offizieren die Schuld, nun sollen die Deutschen Soldaten halten um jeden Preis. Wo die Truppe steht, dort soll Sie bleiben und fanatisch Widerstand leisten, sich in den Boden 'einkrallen', auch dann, wenn die Russen überflügeln oder abschneiden. Ein solcher Widerstand würde die benötigte Zeit verschaffen, um Verstärkungen aus dem Reich und dem Westen heranzubringen, was bei der russischen Großoffensive an breiter Front illusorisch erscheint.

 

Hitler entlässt auch gleich den Oberbefehlshaber des Heeres von Brauchitsch und übernimmt von nun an persönlich den Oberbefehl über alle Militäroperationen. Hitler befiehlt den deutschen Armeen, Stalins Taktik der 'Verbrannten Erde' zu übernehmen und verlangt, dass alles auf was der Roten Armee nützlich erscheint, sofort vernichtet wird. Goebbels ruft dazu auf, Wintersachen für die im tiefen Schnee und bei Temperaturen unter null Grad an der Ostfront kämpfenden deutschen Landser zu spenden. Bei der Heeresgruppe Süd startet in jenen Tagen ein zweiter deutsch-rumänischer Angriff vom 17. bis 31. Dezember und zwingt die russische Garnison, sich auf die letzte Verteidigungslinie 8 km nördlich der Stadt zurückzuziehen.

'Hitler war Deutschlands Schicksal, und dieses Schicksal war nicht abzuwenden.'
Generalfeldmarschall Walter von Brauchitsch, Oberbefehlshaber des Heeres 1938-1941

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Der deutsche Offizier (Offizierskorps im Deutschen Heer)

Befehlsdoktrin


21.12. - 31.12.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 21. Dezember 1941

 

Die Kämpfe im mittleren Abschnitt der Ostfront halten mit unverminderter Härte an. Mehrere starke Angriffe des Gegners wurden abgeschlagen. Im Abschnitt eines Armeekorps wurden hierbei 20 sowjetische Panzer vernichtet. Auch an der Einschließungsfront von Leningrad wurden heftige, von Panzern unterstützte Ausbruchsversuche unter erheblichen Verlusten für den Gegner abgewiesen. Hierbei wurden 19 feindliche Panzer abgeschossen.

Die Luftwaffe bekämpfte mit starker Wirkung feindliche Truppen- und Fahrzeugkolonnen, Panzeransammlungen, Batterie- und Bunkerstellungen. Im nördlichen und im finnischen Abschnitt der Ostfront wurden Transportbewegungen des Feindes durch Vernichtung von Nachschubmaterial, Eisenbahnzügen und Gleisanlagen erfolgreich gestört.

An der englischen Ostküste erzielte die Luftwaffe in der letzten Nacht Bombentreffer in einem großen Industriewerk. Aufklärungsflugzeuge beschädigten im Seegebiet um England zwei feindliche Schiffe durch Bombentreffer.

In Nordafrika dauern die Kämpfe unter heldenhaftem Einsatz aller Erd- und Luftstreitkräfte der Verbündeten an. Ein deutscher Kampffliegerverband vernichtete beim Angriff auf einen britischen Flugplatz und auf Fahrzeugansammlungen des Feindes mehrere Flugzeuge und zahlreiche Lastkraftwagen.

In der Zeit vom 13. bis 19. Dezember 1941 verlor die sowjetische Luftwaffe 81 Flugzeuge, davon wurden 45 in Luftkämpfen und 30 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 18 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 22. Dezember 1941

 

Im mittleren Abschnitt der Ostfront scheiterten zahlreiche sowjetische Angriffe am zähen Widerstand unserer Truppen. Die Luftwaffe unterstützte die harten Kämpfe des Heeres durch starken Einsatz gegen Feldstellungen, Panzeransammlungen, Fahrzeugkolonnen und Eisenbahnverbindungen des Feindes.

An der englischen Südostküste warfen Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht Bomben auf Hafenanlagen.

In Nordafrika fanden keine größeren Kampfhandlungen statt. In Luftkämpfen wurden sieben britische Jagdflugzeuge abgeschossen.

Auf der Insel Malta belegten Verbände der deutschen Luftwaffe bei Tage und bei Nacht Schiffsziele sowie Betriebsstoff- und Munitionslager im Hafen La Valetta mit Bomben schweren und schwersten Kalibers. Vier feindliche Jagdflugzeuge wurden ohne eigene Verluste abgeschossen.

Bei wirkungslosen Angriffsversuchen einzelner britischer Kampfflugzeuge im Kanalgebiet und in der Deutschen Bucht verlor der Feind zwei Bomber.

 

Sondermeldung:

Ein im Atlantik operierendes Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Bigalk torpedierte einen englischen Flugzeugträger. Das Schiff ist gesunken.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 23. Dezember 1941

 

Die schweren Kämpfe im Mittleren Abschnitt der Ostfront dauern fort. An mehreren Stellen wehrten unsere Truppen starke Angriffe des Feindes erfolgreich ab und vernichteten hierbei 19 sowjetische Panzer. Kampf- und Sturzkampffliegerverbände unterstützten die Kämpfe auf der Erde. Sie fügten dem Feind hohe blutige Verluste zu, vernichteten zahlreiche Panzer- und Fahrzeuge aller Art und setzten mehrere Batterien außer Gefecht.

In den Gewässern von Sewastopol beschädigte die Luftwaffe ein sowjetisches Kriegsfahrzeug durch Bombenvolltreffer. Ostwärts der Fischerhalbinsel versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter mittlerer Größe, ein weiteres Handelsschiff wurde in der Kola-Bucht durch Bombenwurf beschädigt.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, griff ein Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Bigalk im Atlantik einen britischen Flugzeugträger an, der zur Sicherung eines Geleitzuges eingesetzt war. Das Unterseeboot machte den Flugzeugträger durch Torpedotreffer in die Schraube manövrierunfähig. Nach zwei weiteren Torpedotreffern im Vorschiff und in der Mitte ist der Flugzeugträger über das Vorschiff gesunken.

In Nordafrika kam es am gestrigen Tage im Räume ostwärts von Bengasi zu Kämpfen, die noch andauern. Deutsche Kampfflugzeuge zersprengten in der westlichen Cyrenaika britische Truppenansammlungen und Lastkraftwagenkolonnen.

Militärische Anlagen auf der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht bombardiert. Deutsche Jäger schossen hierbei zwei britische Flugzeuge ab.
Die britische Luftwaffe warf in der vergangenen Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben auf Wohnviertel einiger Orte an der Deutschen Bucht. Marineartillerie schoß einen feindlichen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 24. Dezember 1941

 

Im Osten hat der Gegner seine unter hohem Bluteinsatz geführten Angriffe auch gestern fortgesetzt. Einzelne örtliche Einbrüche wurden im Gegenstoß beseitigt. An anderen Stellen wurden feindliche Bereitstellungen durch eigenen Vorstoß zerschlagen.

An der Nordostküste des Schwarzen Meeres warfen Kampfflugzeuge Öllager und Bahnhofsanlagen im Hafen Tuapse in Brand und führten erfolgreiche Angriffe auf feindliche Bahntransporte im Südteil der Ostfront. Starke Kräfte der Luftwaffe griffen in die Erdkämpfe ein und fügten dem Feinde erhebliche Verluste an Menschen und Material zu.
Sowjetische Kolonnen auf der Eisstraße des Ladoga-Sees wurden bei Tag und bei Nacht mit Bomben belegt. Im hohen Norden setzten Kampffliegerverbände durch Bombentreffer feindliche Batterien außer Gefecht und vernichteten Nachschubzüge auf der Murman-Bahn. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Moskau.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote vier feindliche Handelsschiffe, darunter einen großen Transporter, mit zusammen 23.500 BRT.
Das durch das Unterseeboot des Kapitänleutnants Bigalk versenkte britische Kriegsschiff ist inzwischen als der Flugzeugträger „Unicorn" festgestellt worden. Es handelt sich hierbei um das neueste, erst während des Krieges fertiggestellte Schiff dieser Gattung, das in den britischen Flottenlisten als Flugbootträger geführt wird.

In Nordafrika gehen die Kämpfe weiter. Deutsche Truppen vernichteten in entschlossenem Gegenangriff zwei britische Batterien und acht Panzerkampfwagen. Deutsche Kampfflugzeuge zersprengten Ansammlungen des Feindes in der nördlichen Cyrenaika.

Über Malta wurden in Luftkämpfen zwei britische Jagdflugzeuge abgeschossen, an einer anderen Stelle des Mittelmeerraumes ein großes Flugboot.

Die britische Luftwaffe warf in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf einige Orte Westdeutschlands und der besetzten Westgebiete. Die Schäden sind unerheblich. Der Feind verlor zwei Bomber.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 25. Dezember 1941

 

Im Osten auch gestern starke Kampftätigkeit. Bei der Abwehr sowjetischer Angriffe im Mittleren Frontabschnitt wurden durch die Truppen eines Armeekorps 21 sowjetische Panzer abgeschossen. Kampf-, Sturzkampf- und Jagdverbände griffen im Mittel- und Nordabschnitt Truppenbereitstellungen an und zersprengten feindliche Kolonnen aller Waffen. Ostwärts Tichwin und auf der Murman-Strecke wurden mehrere sowjetische Transportzüge von der Luftwaffe schwer getroffen.

Eine Fernkampfbatterie der Kriegsmarine beschoß in der letzten Nacht einen feindlichen Geleitzug vor Dover.

In Nordafrika verlaufen die Bewegungen unserer Truppen planmäßig. Deutsche Kampffliegerverbände griffen in der Cyrenaika britische Kraftfahrzeugansammlungen an und erzielten auf einem Flugstützpunkt Bombentreffer zwischen abgestellten Flugzeugen.

Vor der Lybischen Küste versenkte ein deutsches Unterseeboot einen feindlichen Zerstörer.

Auf der Insel Malta bombardierten deutsche Kampfflugzeuge bei Tag unter Jagdschutz Hafenanlagen in La Valetta.

In der Zeit vom 17. bis 23. Dezember verlor die britische Luftwaffe 54 Flugzeuge, davon 19 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 16 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 26. Dezember 1941

 

Im Donez-Bogen wurden starke feindliche Angriffe unter hohen Verlusten für den Gegner abgewiesen. An der erfolgreichen Abwehr waren auch italienische und slowakische Truppen hervorragend beteiligt.
Im Mittleren Abschnitt der Ostfront dauern die harten Abwehrkämpfe an. Zahlreiche sowjetische Panzer wurden vernichtet.

Vor Leningrad scheiterte ein von stärkeren Kräften geführter Ausbruchsversuch, der von 30 Panzern unterstützt wurde. Der Feind verlor hierbei über 1.000 Tote und 19 zum Teil schwere und schwerste Panzer. Sechs weitere Panzer wurden in Brand geschossen.

Verbände der Luftwaffe bekämpften im Mittelabschnitt der Ostfront sowie an der Front vor Leningrad feindliche Kolonnen, Truppenquartiere und Eisenbahnanlagen mit Bomben und Bordwaffen. Kampfflugzeuge erzielten Bombentreffer auf Nachschubzügen der Murman-Strecke. An einer anderen Stelle der Ostfront schossen italienische Jagdflieger vier sowjetische Flugzeuge ab.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht vor der Englischen Ostküste einen Frachter von 3.000 BRT. Vier weitere große Handelsschiffe wurden durch Bombentreffer zum Teil schwer beschädigt.

In Nordafrika dauern die Kämpfe an. Bengasi wurde planmäßig geräumt und vom Feind ohne Kampf besetzt. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten militärische Anlagen an der Nordküste der Cyrenaika.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 27. Dezember 1941

 

Die Abwehrkämpfe im Osten dauern fort. An mehreren Abschnitten der Front werden sowjetische Kräfte in der Bereitstellung zerschlagen oder durch Gegenangriffe vernichtet.
Starke Verbände von Kampf- und Sturzkampfflugzeugen versenkten in der Straße von Kertsch vier feindliche Truppentransporter mit zusammen 7.000 BRT. Fünf weitere Transporter sowie zahlreiche kleinere Fahrzeuge wurden durch Bombenwurf beschädigt. Der Feind erlitt hierdurch schwere Verluste an Menschen und Material.

An der Karelischen Front erzielten Sturzkampfflugzeuge Bombenvolltreffer in einem Kraftwerk nördlich Kandalakscha.
Unterseeboote versenkten aus dem bereits hart getroffenen feindlichen Geleitzug ostwärts Gibraltar vier weitere Schiffe mit zusammen 13.000 BRT.
Damit wurde nach mehrtägigen harten Angriffen folgendes Gesamtergebnis erzielt:
ein Flugbootträger,
neun Handelsschiffe mit zusammen 37.000 BRT versenkt,
zwei Handelsschiffe schwer beschädigt.

Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht ein größeres Handelsschiff durch Bombenwurf.

In Nordafrika wurden Vorstöße des Feindes gegen die deutsch-italienischen Stellungen abgewiesen. Deutsche Kampfflugzeuge zerstörten Flugplatzanlagen der Briten in der Cyrenaika. Mehrere Flugzeuge wurden hierbei am Boden vernichtet oder beschädigt.

Auf Malta belegten Verbände der deutschen Luftwaffe den Flugplatz Lucca und den Hafen La Valetta mit Bomben schweren Kalibers. In mehreren Anlagen entstanden große Brände. Der Feind verlor in Luftkämpfen einen Bomber und zwei Jagdflugzeuge.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 28. Dezember 1941

 

Im Südlichen Abschnitt der Ostfront wurde der Gegner, der einige örtliche Einbrüche in unsere Stellungen erzielt hatte, durch schwungvolle Gegenangriffe zurückgeworfen. Deutsche, italienische und slowakische Truppen sowie die aus dänischen, deutschen, finnischen, flämischen, niederländischen und norwegischen Freiwilligen zusammengefaßte SS-Division „Wiking" haben sich erneut im Kampf bewährt.
Im Mittleren Abschnitt der Ostfront wurden stärkere feindliche Angriffe in harten Kämpfen zum Stehen gebracht.
Schwächere Angriffe des Gegners im Nördlichen Frontabschnitt wurden ebenfalls abgeschlagen.

Die Luftwaffe unterstützte an allen Frontabschnitten die Kämpfe des Heeres durch wirksame Angriffe auf Bereitstellungen, rückwärtige Einrichtungen und Eisenbahnanlagen des Gegners.
In der Straße von Kertsch setzten starke Kampf- und Sturzkampffliegerverbände die Angriffe gegen feindliche Schiffe fort. Sie versenkten drei Transporter mit zusammen 2.800 BRT und beschädigten ein Kanonenboot sowie vier weitere Schiffe.

An der Englischen Ostküste versenkten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 28. Dezember ein Handelsschiff von 6.000 BRT.
Britische Seestreitkräfte versuchten am 27. Dezember eine handstreichartige Unternehmung an zwei entlegenen Punkten der Norwegischen Küste. Nach kurzen heftigen Gefechten mit den örtlichen Wachmannschaften des Heeres und der Kriegsmarine wurden die britischen Landungstrupps vertrieben. Sie zogen sich auf ihre Schiffe zurück. Deutsche Kampfflugzeuge versenkten aus einem flüchtenden Kriegsschiffsverband einen Zerstörer und beschädigten einen Kreuzer sowie einen weiteren Zerstörer. In Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden zehn feindliche Bomber abgeschossen.

Bei Annäherung des Feindes wurde das deutsche Vorpostenboot „Föhn" durch zahlreiche britische Bomber angegriffen. Das Vorpostenboot schoß ein feindliches Flugzeug ab und ist dann in heldenmütigem Kampf gegen das überlegene Feuer eines britischen Kreuzers und mehrerer Zerstörer verlorengegangen. Einige norwegische Handelsschiffe, die in friedlicher Küstenfahrt beschäftigt waren, wurden von den Briten überfallen und versenkt.

In Nordafrika sind britische Angriffe gegen die deutsch-italienischen Stellungen gescheitert. Verbände der deutschen Luftwaffe griffen britische Flugplätze, Kraftfabrzeugkolonnen und Zeltlager in der Cyrenaika mit Erfolg an.

Bei Bombenangriffen auf Flugplätze und Hafenanlagen in Malta wurden von den begleitenden deutschen Jägern drei britische Flugzeuge abgeschossen.
Britische Bomber griffen in der letzten Nacht Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Nach bisherigen Meldungen schossen Nachtjäger und Flakartillrie zehn feindliche Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 29. Dezember 1941

 

An der Ostfront halten die Abwehrkämpfe in unverminderter Härte an. Vor Leningrad erzielte schwere Artillerie des Heeres fünf Treffer auf einem sowjetischen Schlachtschiff.

Bei erneuten Luftangriffen gegen feindliche Truppen und Schiffsbewegungen in der Straße von Kertsch wurden ein Transporter versenkt und sechs weitere Transporter sowie zahlreiche kleinere Fahrzeuge beschädigt.

In Nordafrika fühlte der Feind gegen die deutsch-italienischen Stellungen im Räume von Agedabia vor. Im erfolgreichen Gegenangriff wurden 58 britische Panzerkampfwagen sowie eine größere Anzahl von Panzerspähwagen und Kraftfahrzeugen vernichtet. In der Cyrenaika wurden Flugplätze und Truppenansammlungen des Feindes bombardiert.
Im Seegebiet nördlich Tobruk erzielten deutsche Kampfflugzeuge mehrere Treffer auf einem britischen Zerstörer und einem im Geleit fahrenden Handelsschiff.
Ein deutsches Unterseeboot griff auf der Höhe von Marsa Matruk einen militärischen Geleitzug an, versenkte zwei britische Transporter mit zusammen etwa 9.000 BRT und beschädigte ein weiteres Schiff durch Torpedotreffer.

Auf der Insel Malta griffen deutsche Kampfflugzeuge bei Tag und Nacht mit guter Wirkung britische Flugplätze und Hafenanlagen an.

Britische Bomber griffen in der Nacht zum 29. Dezember Orte in Westdeutschland und im Norddeutschen Küstengebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte besonders in Emden Verluste an Toten und Verletzten. Neun der angreifenden britischen Bomber wurden abgeschossen. Ein weiteres britisches Flugzeug wurde beim Versuch, am Tage in die besetzten Gebiete einzufliegen, zum Absturz gebracht.

Bei den Abwehrkämpfen der letzten Tage zeichnete sich Oberleutnant Mügge als Führer eines Infanteriebataillons in hervorragendem Maße aus. Mit den sehr schwachen Kräften seines Bataillonsstabes warf er eingebrochenen, weit überlegenen Feind aus eigenem Entschluß im Gegenangriff zurück, nahm eine vom Feind besetzte Ortschaft und hielt diese gegen weitere starke Angriffe.
Der Führer hat dem Oberleutnant Mügge das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 30. Dezember 1941

 

An verschiedenen Abschnitten der Ostfront wurden starke feindliche Angriffe in engem Zusammenwirken des Heeres und der Luftwaffe zerschlagen.
Im Schwarzen Meer versenkten Kampfflugzeuge einen sowjetischen Zerstörer und beschädigten einen Kreuzer.
An der Murman-Front schlugen deutsche Truppen in der Zeit vom 21. bis 26. Dezember hartnäckige Angriffe der Sowjets bei strengstem Frost und Schneesturm mit vollem Erfolg ab. Der Feind hatte schwere blutige Verluste.

Starke Verbände von Kampfflugzeugen griffen in der Nacht zum 30. Dezember einen kriegswichtigen Versorgungshafen an der Englischen Ostküste mit guter Trefferlage an. Bei Tage wurde westlich der Faröer ein Handelsschiff durch Bombenwurf versenkt.

Im Geleitdienst eingesetzte Unterseebootjäger schossen drei von sechs angreifenden britischen Bombern ab. Alle geleiteten Schiffe erreichten sicher ihre Bestimmungsorte.

In Nordafrika erzielten die deutsch-italienischen Truppen im Raum um Agedabia weitere örtliche Erfolge. Die Zahl der beim Gegenangriff abgeschossenen feindlichen Panzer hat sich auf 74 erhöht. Mehrere hundert Briten wurden gefangengenommen.

Auf der Insel Malta wurden Flugplätze des Feindes bei Tage und Nacht angegriffen. Vor La Valetta versenkten deutsche Kampfflugzeuge ein größeres Segelschiff. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger fünf britische Flugzeuge ab, ein weiteres Flugzeug wurde am Boden zerstört.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 31. Dezember 1941

 

Unter Zusammenfassung aller auf der Krim verfügbaren deutschen und rumänischen Kräfte ist seit dem 17. Dezember der planmäßige Angriff auf die Festung Sewastopol im Gange. Trotz heftigster Gegenwehr wurde eine große Zahl der zum Teil stark gepanzerten sowjetischen Verteidigungsanlagen in schweren Einzelkämpfen genommen und tiefe Einbrüche in das feindliche Stellungssystem erzielt.

Zur Entlastung der Verteidigung von Sewastopol hat der Gegner in den letzten Tagen auf der Halbinsel Kertsch und bei Feodosia wieder stärkere Kräfte gelandet. Die erforderlichen Gegenmaßnahmen sind eingeleitet.

An mehreren anderen Abschnitten der Ostfront kam es bei strengem Frost zu erbitterten Abwehrkämpfen. Schwere Artillerie des Heeres nahm kriegswichtige Anlagen in Leningrad unter wirksames Feuer.

Die Luftwaffe unterstützte vor allem im mittleren Frontabschnitt den Abwehrkampf des Heeres durch wirkungsvolle Tiefangriffe. An verschiedenen Stellen wurden zum Angriff bereitgestellte Infanterie und Kavallerie des Feindes unter hohen Verlusten zerschlagen.

In Nordafrika erfolgreiche Gefechtstätigkeit im Raum ostwärts Agedabia. Bombenangriffe gegen Kraftfahrzeugkolonnen, Betriebsstoff- und Zeltlager der Briten in der Cyrenaika und Marmarica riefen starke Brände hervor.

Auf der Insel Malta wurden mehrere Flugplätze und andere militärische Einrichtungen erneut von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

„Ein Freund, wie ich 18 Jahre alt, ging eines Abends auf die Straße und erfror [...] Man hatte sich so daran gewöhnt, dass man die Leichen auf der Straße gar nicht mehr sah [...] Wir wussten, es kann jeden Tag zu Ende sein. Nur die tägliche Arbeit hat uns abgelenkt.“
Anna Reid, „Blokada“

Russische Kriegsschiffe transportieren zwischen dem 21. und 27. Dezember 10.000 Mann Verstärkung nach Sewastopol und beschießen die deutschen Stellungen vor der Stadt. Russische Landungen zwischen dem 26. und 30. Dezember auf der Halbinsel Kertsch, um die Verteidiger von Sewastopol zu entlasten. Guderian wird von Hitler entlassen, nachdem er gegen dessen 'Halte-Befehl' verstoßen hatte. Ostfront: Rückeroberung von Kaluga, südwestlich von Moskau, durch russische Streitkräfte. Die Belagerung von Leningrad geht in 115 Tag, wobei 52.000 Menschen sterben während des Monats an Hunger oder dem Mangel an medizinischer Behandlung gestorben.

 

Verluste Schlacht im Atlantik (Dezember 1941)

26 alliierte Handelsschiffe (124.000 BRT)
10 deutsche U-Boote (80 einsatzbereit).


Seekrieg, gesamte Handelsschiffsverluste 1941

Alliierte und Neutrale: 1.299 Schiffe mit insgesamt 4.398.031 Tonnen.
Achse: 35 deutsche U-Boote, 18 italienische Unterseeboote, 3 japanische Unterseeboote.
Grund der Handelsschiffsverluste 1941

„Wir wurden zweifach belagert, von innen und von außen“
Dmitri Lichatschow, junger Sprachwissenschaftler, der die Belagerung überlebte
Anna Reid: Blokada. Die Belagerung von Leningrad 1941-1944

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Der deutsche Offizier (Offizierskorps im Deutschen Heer)

Befehlsdoktrin


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... Jan-42.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Rede Hitlers

(10.11.1941)

 


Hitlers Rede

 

Wichtiges zum Tage

 

Rede vor der alten Garde

Parteigenossen und -genossinnen!

Deutsche Volksgenossen!

Ich bin wieder auf wenige Stunden hierhergekommen, um dem alten Brauche treu, zu Ihnen, meine ersten Anhänger und Mitkämpfer, zu sprechen und diejenigen zu ehren, die damals das größte Opfer, das sie bringen konnten, für unsere Bewegung und damit für Deutschland gebracht hatten. Als ich das letzte Mal hier vor Ihnen stand, lag dahinter ein ruhmvolles Jahr großer Geschehnisse. Ich weiß nicht, wie viele außerhalb des Reiches sich vor dem Jahre 1940 eine klare Vorstellung gemacht hatten, was passieren würde können und was geschehen wird. Selbst in unserem eigenen Volk gab es wohl nur ganz wenige, die eine Kenntnis besaßen von dem, was bevorstand, was gelingen musste und was gelingen würde. Nachdem im Jahre 1939 abschließend auch meine letzten Bemühungen, die notwendigen Revisionen auf friedlichem Wege zu erreichen, gescheitert waren, nachdem es damals endlich den internationalen demokratischen Hetzern gelang, Europa in den Krieg zu stürzen, war zunächst unsere erste Aufgabe, den einen Feind im Osten zu beseitigen. Es geschah dies in 18 Tagen. Eigentlich hätten sich die nicht ganz vom Geist Verlassenen schon nach diesen wenigen Wochen Rechenschaft darüber ablegen müssen, wie aussichtslos ihr Versuch war, das Deutsche Reich noch einmal niederzuzwingen. Sie taten es nicht, im Gegenteil, die Friedenshand, die ich ihnen entgegenstreckte, wurde zurückgestoßen, ja, ich persönlich wurde dafür sogar noch beschimpft und als Feigling bezichtigt. So blieb nichts anderes übrig, als das Jahr 1940 zu beginnen mit dem Entschluss, nunmehr den westlichen Gegner des Reiches endgültig niederzuwerfen.
Nur durch Unvorsichtigkeiten, durch Schwatzhaftigkeit unserer Gegner erfuhren wir, dass man einen Handstreich, unter dem Motto, Finnland helfen zu wollen, gegen Norwegen, in Wirklichkeit gegen die schwedische Erzbahn und die schwedischen Erzgruben, plante. Sie haben damals schon nicht gerechnet mit unserer und mit meiner Entschlusskraft. Sie haben das Bild meiner Persönlichkeit sich zeichnen lassen von jenen Emigranten, die vor meiner Persönlichkeit Deutschland verlassen mussten. Dieses Bild stimmte nicht ganz genau; es war falsch. Ich habe mich daher im Gegensatz zu den Erwartungen dieser Gegner sehr schnell entschlossen, zunächst die norwegische Frage in unserem Sinn zu lösen. Es ist das damals gelungen. Und dann kam kurze Zeit darauf jener beispiellose Siegeszug, der den Gegner im Westen niederwarf und England zu jenem "ruhmvollen" Rückzug zwang, der, wie man behauptet, einer der Ruhmestitel der britischen Militärgeschichte sein wird für alle Zeiten. Ich habe die Spuren dieser "ruhmvollen" Aktion persönlich gesehen; sie sahen sehr unordentlich aus. Ich habe mich dann wieder noch einmal und zum letzten Male - ich habe es damals betont - entschlossen, England die Hand hinzuhalten und hinzustrecken und es darauf hinzuweisen, dass eine Weiterführung dieses Krieges gerade für England selbst nur sinnlos sein könnte, dass es nichts gebe, was einen vernünftigen Friedensschluss verhindern könnte, ja, dass zwischen England und zwischen Deutschland an sich keine Gegensätze vorhanden seien, außer solchen, die künstlich gemacht würden. Der wahnsinnige Säufer, der nun seit Jahren England dirigiert, hat auch darin sofort wieder ein neues Zeichen meiner Schwäche erblickt. Ich wurde abermals als ein Mann hingestellt, der die Zukunft in schwarz erblickt und deshalb nicht mehr sich getraut, den Kampf fortzusetzen. Ich habe nun die Zukunft nicht anders gesehen, als sie sich abspielte. Aber ich habe neben all dem Glorreichen auch die Opfer vorausgesehen, und ich wollte diese Opfer nur ersparen, auf allen Seiten. Ich wollte sie selbstverständlich zuerst unserem eigenen Volk ersparen, aber auch der übrigen Welt gegenüber glaubte ich es verantworten zu können, als Sieger ihr die Hand hinzuhalten. Das wurde, wie gesagt, von jenen nicht begriffen, die ja selbst noch nie in ihrem Leben ein Opfer gebracht hatten und die auch nicht eine nähere Berührung mit den Opfern ihres eigenen Volkes besaßen.
So blieb ihnen nichts anderes übrig, als nunmehr den Helm endgültig festzuschnallen und den Weg anzutreten, der uns für alle Zeiten von den Gefahren befreien wird, die nicht nur das Deutsche Reich, sondern ganz Europa bedrohen.
Als ich das letzte Mal hier zu Ihnen sprach, meine alten Parteigenossen, da konnte ich im Vollgefühl eines Sieges sprechen wie vielleicht kaum je ein Sterblicher vor mir. Und trotzdem lastete damals auf meiner Einsicht eine schwere Sorge: Ich war mir im Klaren, dass hinter all diesem Weltgeschehen derjenige als letzter Brandstifter zu suchen ist, der den Händen der Nationen gelebt hat: der internationale Jude! Ich wäre kein Nationalsozialist mehr gewesen, wenn ich mich von dieser Erkenntnis je entfernt hätte. Wir haben seine Spuren verfolgt durch so viele Jahre, wir haben wohl in diesem Reich zum ersten Mal planmäßig, wissenschaftlich dieses Problem und Phänomen der Menschheit geklärt und haben so recht die Worte eines großen Juden selber begriffen, der sagt, die Rassenfrage sei der Schlüssel zur Weltgeschichte. Wir wussten daher auch ganz genau, und ich wusste es vor allem, dass auch hinter diesem Geschehen der Jude die treibende Kraft war, dass er - wie immer in der Geschichte - teils Strohköpfe fand, die bereit waren, für ihn einzutreten, teils charakterlose bezahlte Subjekte, Leute, die Geschäfte machen wollten und die bereit waren und bereit sind, für solche Geschäfte jederzeit Blut zu vergießen. Ich habe diesen Juden als den Weltbrandstifter damals kennen gelernt. Man sah es ja, wie er über den Umweg von Presse, von Rundfunk, von Film, von Theater usw. langsam die Völker in den Jahren vorher vergiftet hatte, und man sah, wie seine Vergiftung weiterlief, man sah, wie sein Geldinteresse in diesem Sinne ja arbeiten musste. Und in den ersten Tagen des Krieges, da haben ja bestimmte Engländer es ganz offen ausgesprochen - es waren nur Rüstungsaktieninhaber: "Der Krieg muss mindestens drei Jahre dauern. Er wird vor drei Jahren nicht enden!" So sagten sie. Es war das verständlich, sie hatten ja ihre Kapitalien festgelegt und konnten nicht hoffen, dass sie unter drei Jahren eine Amortisation dieser Betriebskapitalien würden erreichen können. Gewiss, für uns Nationalsozialisten, meine Parteigenossen und -genossinnen, ist das fast unverständlich. Aber in dieser demokratischen Welt ist es ebenso. Man ist Ministerpräsident oder man ist Kriegsminister und zugleich der Inhaber zahlloser Aktienpakete von Rüstungsfabriken. Die Interessen sind damit geklärt.
Wir haben diesen Gegner einst als die treibende Kraft in unserem inneren Kampf kennengelernt. Wir hatten diese Koalition vor uns, die schwarz-rot-goldene, diese Vermischung von Heuchelei, Missbrauch von Religion auf der einen Seite, Kapitalsinteressen auf der anderen Seite, und endlich die wirklich jüdisch-marxistischen Interessen. Wir sind mit dieser Koalition im Innern in einem harten Kampf restlos fertig geworden. Damit aber stand dieser Feind im Äußeren natürlich noch vor uns, und er war ja der Inspirator der Weltkoalition gegen das deutsche Volk und gegen das Deutsche Reich. Er hatte einst Polen vorgeschoben, er hatte dann später Frankreich, Belgien und Holland und Norwegen in den Bann seiner Dienste gezwungen. England war von vornherein eine treibende Kraft. Was war verständlicher, als dass eines Tages die Macht gegen uns antreten würde, die diesen jüdischen Geist als klarsten Herrscher besitzt? Denn dieser urgrößte Diener des Judentums war nun einmal Sowjetrussland. Die Zeit hat unterdes alles das bestätigt, was wir Nationalsozialisten viele Jahre hindurch behauptet hatten; ein Staat, bei dem die gesamte nationale Intelligenz abgeschlachtet worden war, ein geistloses, mit Gewalt proletarisiertes Untermenschentum übrigblieb und darüber eine Riesenorganisation jüdischer Kommissare, das heißt in Wirklichkeit Sklavenhalter. Es gab oft Zweifel, ob nicht vielleicht doch in diesem Staat plötzlich die nationale Tendenz siegen würde. Man hat dabei nur ganz vergessen, dass es die Träger einer bewussten nationalen Einsicht dort gar nicht mehr gab, dass letzten Endes der Mann, der vorübergehend der Herr dieses Staates wurde, doch nichts anderes ist, als ein Instrument in der Hand dieses allmächtigen Judentums und dass, wenn Stalin vor der Bühne steht oder vor dem Vorhang, dann hinter ihm jedenfalls Kaganowitsch und alle diejenigen Juden, die in einer zehntausendfachen Verästelung bis herunter dieses gewaltige Reich führen.
Als ich damals im vergangenen Jahr zu Ihnen hier sprach. da bedrückte mich bereits die Einsicht in eine Entwicklung, die nicht mehr missdeutet werden könnte. Während wir gerade den Aufmarsch im Westen durchführten, begann Sowjetrussland bereits den Aufmarsch im Osten. Es trat ein Moment ein, da standen von uns in Ostpreußen drei Divisionen, in dem baltischen Raume hatte Russland bereits 22 Divisionen mobilisiert. Und das verstärkte, sich nun von Monat zu Monat. Und es blieb uns das nicht verborgen. Jeden einzelnen Verband konnten wir fast Monat für Monat genau feststellen, wo, wie und wann er einrückte. Damit verbunden war eine ungeheure Arbeit an unserer Front, die auch nicht übersehen werden sollte. Im Laufe von wenigen Monaten wurden nicht hundert, sondern einhundert Flugplätze in Bau gegeben, begonnen,. teils fertiggestellt, angelegt. Man konnte sich ausrechnen, zu welchem Zweck eine so gigantische, über alle Vorstellungen hinausreichende Massierung - der russischen Flugwaffe stattfand. Dazu begann nun das Auffüllen einer Basis für einen Aufmarsch, einer Basis, die so gigantisch war, dass man schon daraus auch wieder auf die Größe des Aufmarsches schließen konnte. Parallel damit ging eine unerhörte Steigerung der Rüstungsproduktion. Neue Fabriken wurden eingerichtet, Fabriken, von denen Sie sich, meine Parteigenossen, zum Teil vielleicht gar keine Vorstellung machen können; Fabriken, die vor zwei Jahren noch ein Bauerndorf gewesen sind, in zwei Jahren aufgerichtet wurden und nunmehr 65 000 Arbeiter hatten. Die Arbeiter in Lehmhöhlen, nur die Fabrikgebäude, Verwaltungsgebäude der GPU. vorne als Paläste, rückwärts als Gefängnisse mit Zellen für die grausamsten Martern und Torturen. Parallel damit ging nun eine Verschiebung von Truppen nicht nur aus dem Innern, sondern sogar aus dem fernen Osten des Weltreiches an unsere Grenze. Division reihte sich an Division. Die Zahlen gingen endlich schon weit über 100, 120, 140, 150, 170 Divisionen hinaus. Unter diesen bedrückenden Erkenntnissen habe ich damals Molotow nach Berlin geladen. Sie wissen ja die Ergebnisse dieser Berliner Besprechung. Sie ließen keinen Zweifel mehr darüber, dass Russland entschlossen war, spätestens in diesem Herbst vorzugehen, möglicherweise bereits im Sommer. Man verlangte, dass wir selbst, ich möchte sagen, das Tor des Aufmarsches friedlich öffnen würden. Ich gehöre nun nicht zu den Menschen, die gewisse Tiere nachahmen, die sich ihre Schlächter selbst aussuchen. Ich habe daher auch Molotow damals in Berlin kurz verabschiedet. Und ich war mir im Klaren, dass nunmehr die Würfel gefallen waren und dass uns der schwerste Gang nicht erspart bleiben würde. Dies wurde bestätigt durch die Tätigkeit Russlands vor allem auf dem Balkan, durch jene unterirdische Tätigkeit, die wir ja von Deutschland her zur Genüge kennen. Überall bolschewistische Agenten, überall neue Juden, überall Zersetzungsschriften. Es begann jene unterirdische Arbeit, die man gar nicht mehr nach kurzer Zeit verheimlichen konnte und endlich auch nicht mehr verheimlichen wollte. Auch bei uns begann man mit der neuen Propaganda wieder. Sie war nicht sehr erfolgreich, denn die Wirksamkeit der nationalsozialistischen Arbeit hatte sich unterdes doch gezeigt.
Endlich kam der Moment, da man den Abschluss des russischen Aufmarsches daran erkennen konnte, dass es -ausgenommen ein paar Divisionen um Moskau, die man ersichtlich zurückhielt als Garde gegen das eigene Volk, und ehemalige Divisionen im Osten - nichts mehr gab, was nicht an der Westfront war. Und zu all dem brach nun in Serbien der Ihnen bekannte Aufstand los, von Russland geschürt, der Putsch von bolschewistischen Agenten und englischen Emissären angezettelt, und gleich darauf der Freundschaftspakt. der Unterstützungspakt Russlands mit Serbien. Damals war Herr Stalin der Überzeugung, dass schon dieser Feldzug uns vielleicht das ganze Jahr festhalten würde, und dass dann der Moment kommen konnte, in dem er nicht nur mit Waffen und Material, sondern endlich mit seinem gigantischen Menschenreservoir würde in Erscheinung treten können. Aber heute kann ich es zum ersten Mal aussprechen: Es war noch etwas weiteres, was uns darüber belehrt hat
Im Jahre 1939 und 1940 fanden in London eine große Anzahl von sogenannten Geheimsitzungen des britischen Unterhauses statt. Und in diesen Geheimsitzungen hat der whiskybeseligte Herr Churchill seine Gedanken geäußert und seine Hoffnungen und endlich seine Überzeugung, nämlich, dass Russland auf dem Marsch sei zu England hin, dass er von Mister Cripps die absoluten Unterlagen besitze, dass es höchstens ein bis anderthalb Jahre dauern würde, bis dann Russland in Erscheinung tritt, höchstens ein bis anderthalb Jahre also man noch aushalten müsste. Das war auch der Grund für diesen damals nicht begreiflichen Mut dieses Herrn. Wir haben davon Kenntnis erhalten, laufend Kenntnis erhalten. Und ich habe nun daraus die Konsequenzen gezogen. Die erste Konsequenz war die der Freimachung unserer Südostflanke. Ich kann nur sagen, wir müssen heute, nach Kenntnis von all dem, was vorgefallen war, Mussolini wirklich danken, dass er noch im Jahre 1940 in diese Eiterbeule hineingestoßen und gestochen hat. Es war uns gelungen, noch im Frühjahr eigentlich in wenigen Wochen endgültig mit Hilfe der zu uns stehenden europäischen Staaten dieses Problem zu lösen und die Frage endgültig zu klären, ruhmvoll abgeschlossen mit der Einnahme von Kreta und damit mit dem Vorlegen eines Riegels vor die Dardanellen.

Ich habe so oft schon über die Leistungen unserer Wehrmacht gesprochen. Sie hat sich auch in diesem Feldzug ruhmvoll bewährt, besonders nicht nur das Heer, sondern auch die Luftwaffe. Und nun achtete ich auf jede Bewegung unseres großen Gegners im Osten. Ich war seit April und Mai, ich möchte sagen, fortgesetzt auf der Beobachtungsstation und sah mix nun ununterbrochen jeden Vorgang an, entschlossen, in jedem, Moment, in dem mir bewusst wurde, dass der Gegner nun Anstalten machte, seinerseits anzugreifen, wenn notwendig 24 Stunden vorher loszuschlagen. Mitte Juni wurden die Anzeichen drohend, und so in der zweiten Hälfte des Juni konnte es keinen Zweifel mehr geben, dass es sich hier um eine Frage von vielleicht Tagen, von vielleicht Wochen noch handeln würde. Und so gab ich denn den Befehl für den 22. Juni, nun unsererseits sofort anzutreten. Glauben Sie mir, meine alten Parteigenossen, es war das der schwerste Entschluss meines ganzen bisherigen Lebens, ein Entschluss, von dem ich wusste, dass er uns in einen sehr schweren Kampf verwickeln würde, von dem ich aber hoffte, dass die Chancen, ihn zu gewinnen, umso größer waren, je schneller wir dem anderen zuvorkommen würden.
Denn wie war nun damals die Lage? Der Westen war an sich gesichert. Ich möchte gleich eines vorwegnehmen. Es gibt so ganz geniale Politiker im Lager unserer Gegner, die jetzt sagen, ich hätte gewusst, dass man im Westen uns nicht angreift, und daher hätte ich den Mut gehabt, im Osten anzugreifen. Diesen Genies kann ich nur sagen. sie verkennen meine Vorsicht. Ich habe mich im Westen so vorbereitet, dass sie jederzeit antreten können. Wenn es den Herren Engländern beliebt, sei es in Norwegen oder sei es an unserer deutschen Küste oder sei es in Holland oder in Belgien oder in Frankreich, eine Offensive zu unternehmen, so können wir nur sagen: Tretet an, ihr werdet schneller wieder abtreten, als ihr gekommen seid! - Wir haben diese Küsten heute in einen anderen Zustand versetzt, als sie noch vor einem Jahr gewesen waren. Es ist dort gearbeitet worden, und zwar mit nationalsozialistischer Gründlichkeit gearbeitet worden. Und der Chef eines großen Teiles dieser Arbeit - ich brauche nur einen einzigen Namen zu sagen - war unser Todt. Und es wird dort noch dauernd natürlich weitergearbeitet. Sie kennen mich ja aus unserer Parteizeit her. Ich habe niemals den Stillstand gekannt, sondern -wenn irgendwo zehn Batterien stehen, dann kommen noch fürnf dazu vorsichtigerweise, und wenn fünfzehn stehen, dann noch einmal fünf weitere Batterien dazu, und weitere, - und unsere Gegner liefern uns ja die Batterien selber genügend.
Wir haben auch genügend Kräfte überall gelassen, um jederzeit bereit zu sein. Sie sind nicht gekommen. Auch gut. Ich will ja gar kein Blut vergießen. Aber wenn sie gekommen wären, dann - wie gesagt - wären sie schon längst wieder gegangen. Hier waren wir also sicher. Den Balkan hatten wir auch gesichert. In Nordafrika war es unseren gemeinsamen Bestrebungen gelungen, ebenfalls eine stabile Ordnung herzustellen. Finnland erklärte sich bereit, an unsere Seite zu treten. Rumänien desselben. Bulgarien begriff die Gefahr und tat nichts, was uns irgendwie hätte Abbruch tun können. Ungarn erkannte ebenfalls die große historische Stunde und fasste einen heroischen Entschluss, so dass, als der 22. Juni kam, ich es glaubte vor meinem Gewissen verantworten zu können, dieser Gefahr - und wenn auch nur mit wenigen Tagen Vorsprung - entgegenzutreten.
Das ist das nun, meine alten Parteigenossen, ein Kampf wirklich nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa, ein Kampf um Sein oder um Nichtsein!
Sie kennen unsere Verbündeten, angefangen vom Norden das tapfere kleine Heldenvolk der Finnen, das sich wieder so über alle Maßen bewährt hat. Aber dazu sind dann gekommen Slowaken, Ungarn, Rumänen, dazu endlich - denn Sie dürfen nicht vergessen, es handelt sich hier um ungeheure Märsche, um ungeheure Transportwege - Verbündete fast aus ganz Europa: Italiener, Kroaten, Holländer, dänische Freiwillige, schwedische Freiwillige, norwegische Freiwillige, selbst französische Freiwillige, belgische Freiwillige. Ich kann wirklich sagen, dass im Osten vielleicht zum ersten Male in einer Erkenntnis ganz Europa kämpft: so wie einst gegen die Hunnen, diesmal gegen diesen Mongolenstaat eines zweiten Dschingis Khan. Das Ziel dieses Kampfes war die Vernichtung der feindlichen Macht, das heißt, der feindlichen Streitkraft, und zweitens die Besetzung der feindlichen Rüstungs- und Ernährungsgrundlagt. Ich brauche Ihnen nicht zu versichern, dass Prestigemomente überhaupt keine Rolle spielen. Wenn daher einer heute sagt, wir sind in Leningrad ja in der Defensive, -: wir waren vor Leningrad genau solange offensiv, als es notwendig war, um Leningrad einzuschließen. Jetzt sind wir defensiv, der andere muss jetzt ausbrechen; er wird verhungern in Leningrad, oder er wird kapitulieren! Ich werde aber sicher nicht einen Mann mehr opfern, als unbedingt notwendig ist. Wenn heute jemand da wäre, um Leningrad zu entsetzen dann würde ich den Befehl geben, es zu stürmen, und wir würden es brechen. Denn wer von der ostpreußischen Grenze bis zehn Kilometer vor Leningrad marschiert ist, der kann auch noch die zehn Kilometer vor Leningrad bis in die Stadt hineinmarschieren. Das kann man uns schon glauben. Aber das ist nicht notwendig. Die Stadt ist umklammert, niemand wird sie mehr befreien, und sie fällt in unsere Hand. Und wenn man sagt: "Nur als Trümmerhaufen" - ich habe gar kein Interesse an irgendeiner Stadt Leningrad, sondern nur an der Vernichtung des Industriezentrums Leningrads. Wenn es den Russen gefällt, ihre Städte in die Luft zu sprengen, ersparen sie uns vielleicht die Aufgabe. Ich möchte also noch einmal betonen: Prestigemomente spielen hier überhaupt keine Rolle. Oder wenn man sagt: "Warum marschieren Sie denn jetzt nicht?" - Weil es momentan regnet oder schneit, oder weil wir vielleicht die Bahnen noch nicht ganz fertig haben. Das Tempo unseres Vormarsches bestimme nicht jene wunderbaren britischen Strategen, die das Tempo ihrer Rückzüge bisher bestimmt haben, sondern das bestimmen wir selber!
Zweitens: Besetzung der feindlichen Rüstungs- und Ernährungsgrundlagen. Auch hier werden wir planmäßig vorgehen! Es genügt manchesmal die Zerstörung eines einzigen Werkes, um sehr viel endgültig lahmzulegen.
Wenn ich nun zusammenfassend den Erfolg dieses Feldzuges bisher umreißen will, dann hat die Zahl der Gefangenen nuninehr rund 3,6 Millionen erreicht - das heißt. 3 600 000 Gefangene. Und ich verbitte mir, dass hier ein englischer Strohkopf kommt und sagt, das sei nicht bestätigt. Wenn eine deutsche militärische Stelle etwas abgezählt hat, dann stimmt das! Anders, als wenn das ein Börsengauner abzählt. Denn zwischen einem deutschen Offizier und einer britischen Börsenjobber ist immerhin noch ein wesentlicher Unterschied. Das stimmt also genau so, wie ja auch die Zahlen gestimmt haben unsere Angaben über die französischen Gefangenen. Sie haben genau gestimmt. Die Engländer wissen es selber ja sehr gut, weil sie sich ja dauernd darum kümmern wollen.
Wenn ich nun 3,6 Millionen Gefangene auf der einen Seite sehe, und ich nehme nur Weltkriegsverhältnisse, dann entspricht dies mindestens der gleichen Zahl an Gefallene. Es würde ein schlechtes Zeugnis sein für Herrn Stalin, wenn etwa jetzt seine Leute weniger tapfer kämpfen würden, als sie das im Weltkrieg getan haben; im Gegenteil, sie kämpfen ja teils aus Angst, aus Furcht und teils aus tierisch-fanatischem Wahnwitz. Und wenn ich nun annehme, dass in Russland ähnlich wie bei uns auf einen Gefallenen drei bis vier Verwundete kommen, dann ergibt das eine Zahl, die einen absoluten Ausfall von mindestens acht bis zehn Millionen Mann bedeutet, und zwar endgültigen Ausfall, ohne die leichter Verwundeten, die vielleicht noch einmal geheilt werden können.
Meine Parteigenossen, davon erholt sich keine Armee, der Welt mehr, auch die russische nicht!
Wenn nun Herr Stalin plötzlich sagt, wir hätten 4,5 Millionen verloren, und Russland hätte nur 350 000 Vermisste -das können also dann jetzt Gefangene sein - , 350 000 Tote und 1 000 000 Verwundete, dann fragt man sich nur. Warum sind die Russen dann 1,5 tausend Kilometer zurückgelaufen, wenn sie bei ihren Riesenzahlen nur die Hälfte der Opfer hatten, die wir hatten? Also, es ist wirklich schon stark jüdisch, was dieser Kremlgewaltige hier von sich gibt. Im Übrigen werden ja sich die Gefangenen langsam den europäischen Gefilden nähern. Wir werden sie hier nützlich in Produktionen einbauen, und man wird ja dann sehen, dass es nicht 350 000, sondern wirklich 3,5 Millionen sind.
Das Material, das wir in dieser Zeit erbeuteten, ist unermesslich. Zurzeit über 15 000 Flugzeuge, über 22 000 Panzer, über 27 000 Geschütze. Es ist ein unermessliches Material. Die ganze Industrie der Welt, einschließlich selbst unserer deutschen, könnte dieses Material nur langsam ersetzen. Die Industrie unserer Demokratien jedenfalls ersetzt es in den nächsten Jahren nicht!

Und nun komme ich zum Territorialen.. Wir haben bisher 1 670 000 Quadratkilometer besetzt. Das ist also immerhin ein Gebiet, das etwa dreimal oder viermal Frankreich und etwa fünfmal England umfasst. In diesem Gebiet liegen 60 bis 75 % aller Industrien und aller Rohstoffe, die Russland besitzt. Ich hoffe, dass wir in kurzer Zeit noch ein paar weitere Schritte machen können, um ihnen so Strang um Strang langsam aber sicher abzuschneiden.
Wenn nun jemand sagt: "Ja, aber sie haben sich in der Zeit geirrt" - die Leute wissen genau, was ich für Zeitmaße habe! Wir haben Frankreich in rund sechs Wochen besiegt. Das besetzte Gebiet ist nur ein Bruchteil dessen, was wir im Osten besetzten. Jetzt kommt jemand und sagt, wir hätten erwartet, dass wir im Osten das in eineinhalb Monaten machen. Blitzkriege in allen Ehren! Aber marschieren muss man dabei trotzdem.
Und was nun unsere Infanterie hier geleistet hat im Marschieren, ist weltgeschichtlich überhaupt einmalig. Natürlich, wenn mg von Ostende nach Dünkirchen läuft, oder von Dünkirchen nach Ostende, dann geht das leichter, das gebe ich zu. Aber wenn man immerhin von der deutschen Grenze bis vor Rostow marschiert oder jetzt bis zur Krim oder bis nach Leningrad, dann sind das Einteilungen, besonders wenn man die Straßen des "Paradieses der Arbeiter und der Bauern" berücksichtigt. Ich habe noch nie das Wort Blitzkrieg verwendet, weil es ein ganz blödsinniges Wort ist. Wenn man es aber überhaupt auf einen Feldzug anwenden könnte, dann wäre es auf den Feldzug! Noch niemals ist ein Riesenreich in kürzerer Zeit zertrümmert worden und niedergeschlagen worden als dieses Mal Russland. Geschehen und gelingen konnte dies nur durch die unerhörte einmalige Tapferkeit, Opferwilligkeit, durch das auf sich nehmen von unvorstellbaren Strapazen unserer deutschen Wehrmacht. Was hier alle die deutschen Waffen geleistet haben, das ist zum Teil unvorstellbar. Wir können uns nur vor unseren Helden auf das tiefste verneigen.
Ich habe schon in Berlin gesagt: ob wir unsere Panzerschätzen nehmen oder ob wir unsere Pioniere nehmen oder ob wir unsere Artillerie nehmen, unsere Nachrichtentruppen oder unsere Flieger, unsere Sturzkampfbomber, unsere AufkIärer, unsere Jäger, was wir immer nehmen, am Ende kommt man doch immer wieder zu dem Resultat: Die Krone gebührt dem deutschen Infanteristen, dem deutschen Musketier. Er marschierte in endlosen Weiten auf grundlosen Wegen, durch Moraste, durch Sümpfe, er marschierte im Sonnenbrand über die endlosen Felder der Ukraine und er kämpft Bunker um Bunker nieder. Mit seinen Sturmpionieren reißt er Front um Front auf. Es ist wirklich ein Heidenlied, was er sich hier selber singt.
Hinter dieser Front aber, da steht nun die zweite Front, und das ist die deutsche Heimat. Und hinter dieser deutschen Heimat steht eine dritte Front, und die heißt Europa. Wenn mir in letzter Zeit so oft gesagt wird, dass nunmehr die Demokratien rüsten, - ich habe schon so oft es erwähnt, dass wir doch auch nicht nichts tun, sondern ich habe ja nicht die deutsche Rüstung etwa im Jahre 1939 oder 1940 oder 1941 eingestellt. Was wir bisher auf dem Gebiete leisteten, war doch allerhand. Und wir rüsten weiter, und zwar gründlich. Und ich habe die Rüstung jetzt auf einige besondere Gebiete verlagert. Wenn die anderen Herren dauernd mit ihren Zahlen kommen, - ich rede nicht von Zahlen, aber ich spreche nur das eine aus: Sie werden staunen, nur was wir eines Tages antreten.
Wir haben das, meine alten Parteigenossen, ja auch im Innern immer erlebt. Jedes Jahr hörten wir, was die Demokraten machen, was die Sozialdemokraten machen, was das Zentrum oder die Bayerische Volkspartei macht, was meinetwegen die bürgerlichen sonstigen Gruppen al)es machen usw., oder was gar die Kommune macht. Wir haben auch etwas gemacht, und zwar am Ende mehr als diese ganze Koalition, denn wir haben sie niedergeschmettert. Man sagt mir: "Ja, aber da ist Amerika mit 125 Millionen Menschen." - Das Reichsgebiet mit Protektorat und mit Gouvernement umfasst nämlich auch 125 Millionen Menschen! Das Gebiet, das heute direkt für uns arbeitet, umfasst weit mehr als 250 Millionen Menschen! Das Gebiet. das in Europa indirekt aber für diesen Kampf arbeitet, durch unsere Verbündeten, umfassen schon jetzt über 350 Millionen Menschen. Soweit es sich nun um das deutsche Gebiet handelt, das Gebiet, das wir besetzt haben, das Gebiet, dass wir jetzt in unsere Verwaltung genommen haben, - man soll nicht darüber zweifeln, wir bringen es fertig, das in die Arbeit einzuspannen. Das kann man uns glauben! Es ist nicht mehr das Deutschland des Weltkrieges. Es ist ein ganz anderes Deutschland. Und es ist das Unglück unserer Gegner, dass sie dar, nicht begriffen haben und dass sie diesem jüdischen Strohkopf nachlaufen, der ihnen immer wieder erklärt: "Man braucht es nur genauso zu machen, wie man es schon einmal gemacht hat." - Das tue nicht einmal ich, obwohl ich meine Gegner nicht für gescheit halte. Selbst ich mache zweimal nicht das gleiche, sondern immer wieder etwas anderes. Sie sollten auch etwas Neues lernen, und nicht immer auf das Alte hoffen! So sagen sie zum Beispiel: "In der Etappe wird ein Aufruhr ausbrechen." - Es kann irgendeinen Dummkopf geben, der auf englische Rundfunkmitteilungen sich plötzlich rührt. Aber nicht lange! Wir werden damit fertigt Die Aufruhr-Aktionen - man soll sich darüber keiner Täuschung hingeben -, die Aufruhr-Aktionen brechen sehr schnell zusammen, denn heute tritt ihnen nicht mehr ein bürgerliches Deutschland mit Glacéhandschuhen entgegen, sondern das nationalsozialistische, das hat rohe Fäuste.
Wir sind überall dort, wo wir Gebiete besetzen, sehr höflich und sehr anständig zur Zivilbevölkerung, vielleicht manches Mal zu anständig, sehr entgegenkommend. Bei uns wird niemand vergewaltigt da drüben, aus vielerlei Gründen nicht. Es finden auch keine Einbruchsdiebstähle statt. Der deutsche Soldat, der dort auf Raub oder Plünderung ausgeht, der wird härter bestraft sogar, als in der Heimat einer bestraft würde. Wir schützen diese Bevölkerung. Wenn aber einer glaubt, sich gegen die Besatzung auflehnen zu können oder durch Meuchelmord sie vielleicht erschüttern zu können, dann werden wir zuschlagen, so wie wir zu Hause zugeschlagen haben in den Jahren, wo auch unsere Gegner glaubten uns terrorisieren zu können. Am Ende sind wir mit dem Terror fertig geworden; wir haben uns die Organisationen dafür geschaffen. Und wir werden auch mit dem Terror dieser Gegner fertig! Dann kommt nun die allerblödeste Hoffnung, nämlich, in Deutschland bricht ein Aufstand aus, eine Revolution. Die Leute, die hier eine Revolution machen könnten, die sind gar nicht mehr da. Die sind nämlich sowieso schon alle in England und in Amerika und in Kanada usw. Die haben wir nicht mehr. Die Leute, die vielleicht eine machen wollten, die sind so wenige und so belanglose, dass es geradezu ein Witz ist, auf eine solche Hilfe zu hoffen. Sollte aber irgendeiner auch bei uns noch glauben, diese Front stören zu können, ganz gleich, woher er stammt, aus welchem Lager er kommt, so - Sie kennen meine Methode - sehe ich ihm eine gewisse Zeitlang zu. Das ist die Bewährungsfrist, die ich jedem gebe. Er kann sein, was er will, ich sehe ihm eine Zeitlang zu. Aber dann kommt der Augenblick, wo ich blitzartig zuschlage und so etwas sehr schnell beseitige. Und dann hilft alle Tarnung nichts, auch nicht die Tarnung mit der Religion. Aber, wie gesagt, das wird ja bei uns gar nicht notwendig sein, weil ja vor allem dieses ganze deutsche Volk heute in einer Bewegung organisiert ist, was unsere Gegner nur nicht begriffen haben, eine Bewegung, die bis in jedes Haus hineinreicht und die eifersüchtig dafür sorgt, dass sich ein November 1918 niemals mehr wiederholt. Ich hin so oft Prophet gewesen in meinem Leben. Man hat mich ja immer ausgelacht, aber ich habe immer Recht bekommen. Ich möchte es wieder sein: Niemals wird in Deutschland sich ein November 1918 wiederholen. Er kann sich gar nicht wiederholen. Alles wäre denkbar, nur eines nicht: dass Deutschland jemals kapituliert!
Wenn unsere Gegner sagen: "Ja, dann dauert eben der Kampf bis zum Jahre 1942" - er kann dauern, solange er will -, das letzte Bataillon auf diesem Feld wird ein deutsches sein. Es ist auch ganz zwecklos, mich irgendwie einschüchtern zu wollen. Sie wissen, dass ich oft monatelang, ja oft jahrelang über eine Sache schweige. Das heißt nicht, dass ich sie nicht sehe, das heißt nicht, dass ich sie nicht berücksichtige oder, dass ich sie nicht erkenne. Wenn heute, besonders von Amerika aus, immer neue Drohungen gegen Deutschland ausgestoßen werden, so habe ich auch das beizeiten ins Auge gefasst. Ich habe schon vor über einem Jahr erklärt: Was immer für ein Schiff Kriegsmaterial bringt, also Material, um Menschen zu töten, wird torpediert werden Wenn nun der amerikanische Präsident Roosevelt, der einst schon verantwortlich war für den Eintritt Polens in den Kampf, der, wie wir es heute ja genau belegen können, Frankreich bestimmte, in diesen Kampf einzutreten, glaubt, durch einen Schießbefehl uns vielleicht mürbe machen zu können, dann kann ich diesem Herrn nur eines zur Antwort geben: Herr Präsident Roosevelt hat seinen Schiffen befohlen. sowie sie Deutsche sehen, auf sie zu schießen. Ich habe den deutschen Schiffen befohlen, sowie sie amerikanische sehen, nicht darauf zu schießen, sowie aber ein deutsches Schiff angegriffen wird, sich zu wehren. Sonst stelle ich einen Offizier, der sich nicht wehrt, vor ein Kriegsgericht. Wenn also ein amerikanisches Schiff auf Grund des Befehls seines Präsidenten schießt, dann wird es auf eigene Gefahr hin das tun. Das deutsche Schiff wird sich wehren, und unsere Torpedos treffen.
Ich habe mich nicht mit diesen lächerlichen Fälschungen abzugeben, z. B. dass wir eine Landkarte fabriziert hätten, und zwar Experten, deutsche Experten. Ich kann dem Herrn Präsidenten Roosevelt nur sagen: Ich habe auf gewissen Gebieten überhaupt keine Experten. Bei mir genügt immer mein Kopf ganz allein. Ich habe keinen Gehirntrust zur Unterstützung notwendig. Wenn also wirklich eine Veränderung irgendwo stattfinden soll, dann entsteht das zunächst in meinem Gehirn und nicht im Gehirn anderer, auch nicht bei Experten. Und ich bin nun kein Gymnasiast, der in einem Atlas, in einem Schulatlas Karten einzeichnet. Südamerika liegt uns so weit wie meinetwegen der Mond weg. Es sind das dümmste, plumpste Fälschungen. Oder die Behauptung, wir wollten alle Religionen der Welt auslöschen. Ich bin jetzt 52 Jahre alt, und ich habe etwas anderes zu tun, als mich mit Kindereien oder Dummheiten zu beschäftigen. Außerdem interessiert es mich gar nicht, welche Arten von Religionen in der Welt sind und wie die Völker zu diesen Religionen stehen. Das interessiert nur den Herrn amerikanischen Präsidenten Wilson oder Roosevelt, aber mich überhaupt nicht. Im Deutschen Reich und nach unserer Auffas8ung kann jeder nach seiner Fasson selig werden.
Ich habe nun gelesen, dass in Amerika es verboten ist, dass ein Prediger gegen den Staat predigt, und dass Soldaten verboten ist, da solche Predigten zu besuchen. Das ist genau wie bei uns. Es ist bei uns das gleiche. Im Übrigen ist da nur noch ein Unterschied, nämlich, dass im Deutschen Reich die Konfessionen fast 900 Millionen Mark jährlich von Staats wegen usw. bekommen, während in Amerika keinen Pfennig! Es ist auch im Deutschen Reich nicht ein Priester je verfolgt worden wegen Glaubensgrundsätzen, sondern nur dann, wenn er von Glaubensgrundsätzen weg sich in Staatsgrundsätze hineinmischte. Das haben aber immer nur sehr wenige getan. Die größte Mehrzahl steht auch trotz allem in dem Kampf hinter dem deutschen Staat. Sie weiß ganz genau, dass, wenn dieser Kampf für das Deutsche Reich verloren würde, dass unter dem Protektorat von Stalin jedenfalls die Religionen schlechter fahren würden als unter unserem. Alle anderen Versuche, von außen her vielleicht auf das deutsche Volk einzuwirken, sind kindisch und lächerlich. Das deutsche Volk kennt nun das nationalsozialistische Regime als Partei seit bald zwanzig Jahren, aber als Staatsführung jetzt ebenfalls schon acht Jahre, und ich glaube, dass es keine Zeit der deutschen Geschichte gibt, innerhalb der in acht Jahren so Gewaltiges geleistet worden wäre als im Deutschen Reich unter der Führung der nationalsozialistischen Bewegung.
Die größten Zeugen aber für das Wirken unserer Bewegung werden diejenigen sein, die von der Front zurückkommen und ein 23jähriges Wirken des Kommunismus mit unserem Wirken vergleichen. Die können erst ein Urteil abgeben, was der Nationalsozialismus geleistet hat und was unserem Europa bevorstünde, wenn diese andere Weit siegreich sein sollte. Und das ist die große Zielsetzung: dass wir in diesem Kampf nunmehr endlich die Gefahr des Ostens von Europa wegnehmen und dass wir diesen Osten in seiner unermesslichen Fruchtbarkeit, in seinem unermesslichen Bodenreichtum, in seinem Reichtum an Bodenschätzen, an Erzen usw., dass wir diesen Osten nicht mehr mobilisieren lassen gegen Europa, sondern dass wir diesen Osten für Europa in den Dienst Europas stellen. Das ist nun ein gewaltiges Ziel, das weit über die Grenzen unserer Partei, ja, unseres Deutschen Reiches hinausreicht, gewaltig nicht nur als Leistung, sondern auch gewaltig in den Folgen. Es ist doch ein Wahnsinn, wenn wir heute dieses Europa besehen, in dem auf manchen Gebieten - ich brauche nur an den Westen zu denken - bis zu 260 Menschen auf dem Quadratkilometer leben!
Ich sehe alle diese Dinge von einer - ich darf wohl sagen - etwas höherer Warte. Ich unterscheide zwischen dem Franzosen und seinen Juden, zwischen den Belgiern und ihren Juden, zwischen den Holländern und ihren Juden. Ich weiß, dass dort zahllose Menschen sind, die auch die Opfer dieser wahnwitzigen europäischen Konstruktion sind, nach der tatsächlich der reichste Teil Europas gegen Europa fortgesetzt mobilisiert wird, ohne dass dabei die eigenen Menschen dort auch nur den primitivsten Gewinn, auch nur den primitivsten Lebensstandard besitzen. Denn das haben ja auch unsere Soldaten gesehen: In einem Land, in dem die fruchtbarste Erde aus dem Boden so herausquillt, in einem Land, in dem man mit einem Bruchteil der Arbeit ein Vielfaches an Gewinn erzielen würde wie bei uns, da haben die Menschen selbst kaum so viel, dass sie auch nur einen Kochtopf besitzen, in elenden Katen hausen sie, verkommen, verlaust und verdreckt. Ich habe vor wenigen Tagen gelesen, dass man bei einem deutschen Kriegsgefangenen Läuse gefangen haben soll im Osten. Das lässt Herr Stalin verbreiten. Ich nehme an, er wird doch nicht glauben, dass dieser Kriegsgefangene die Läuse etwa nach Russland von München oder von Berlin mitgebracht hat. Er hat sie doch dort bekommen. Es ist doch wirklich das Miserabelste, was man an Sklaventum überhaupt auf dieser Welt feststellen konnte, verängstigte, unterdrückte, verkommene Menschen, halbverhungert. Und darüber allerdings ein Regime von Kommissaren, zu 90 Prozent jüdischer Herkunft, die diesen ganzen Sklavenstaat dirigieren. Es wird für Europa eine Erlösung sein, wenn nicht nur diese Gefahr verschwindet, sondern wenn diese Fruchtbarkeit und wenn dieser Reichtum des Bodens und der Erde ganz Europa zugutekommt. Das ist eine gewaltige Aufgabe, die uns gestellt ist, und ich bin nun so viel Materialist, dass ich diese Aufgabe als viel wichtiger ansehe, als mich etwa darum zu kümmern, was in Amerika für Religionen herrschen.
Wir haben ein Ziel, das diesen Kontinent umfasst, primär unser Vaterland, dann darüber hinaus aber auch alle diejenigen, die in gleicher Not leben wie wir auch. Und dann bin ich der Überzeugung, dass dieser Kontinent nicht der zweite der Welt sein wird, sondern dass er nach wie vor der erste bleiben wird. Denn wenn Herr Willkie, dieser Ehrenmann, erklärt, es gebe nur zwei Möglichkeiten, entweder Berlin wird Welthauptstadt oder Washington wird Welthauptstadt, dann kann ich nur sagen: Berlin will gar nicht Welthauptstadt sein, und Washington wird nie Welthauptstadt werden! Da würden in Europa, so, ich glaube, ein halbes Hundert von Mittelstädten so-ar protestieren gegen eine derartige Kulturbelastung der Menschheit. Dieses große Ziel ist im Grunde genommen nur die letzte Auswertung unseres Programms, nach dem wir einst angetreten sind, dieses nüchternen Programms, das die Menschen ihre Arbeit und damit den Menschen selbst in den Mittelpunkt des Handelns, des Strebens und auch des Erfüllens rückt.
Wir haben damals gegen die Begriffe von Gold und Kapital den Begriff Mensch, Volksgenosse und Arbeit gesetzt, und wir setzen heute gegen diese Begriffe wieder den Menschen und seine Arbeit. Wir umfassen damit auch alle diejenigen, die mit uns heute als Verbündete stehen, vor allem in erster Linie den Staat, der unter der gleichen Not, zum Teil unter einer noch viel größeren leidet, als Deutschland selbst: Italien. Der Duce - ich weiß es - er empfindet diesen Kampf nicht anders als wir: ein armes Land, übervölkert, immer benachteiligt, nicht wissend, woher das tägliche Brot genommen werden soll. Er hat sich mit mir verschworen, und diesen Bund wird und kann keine Gewalt der Welt lösen! Es sind zwei Revolutionen, die zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Formen, aber doch mit gleichem Ziel angetreten sind. Sie werden gemeinsam ihre Ziele erreichen.
Und zu uns sind nun gestoßen eine ganze Anzahl weiterer europäischer Staaten. Wir können sagen, dass fast ganz Südost-Europa heute in unserem Lager steht, und dass große Teile des übrigen Europa sich, wenn auch nicht staatlich, dann wenigstens gesinnungsmäßig in unserer Front befinden. So kämpfen wir als Nationalsozialisten heute nicht mehr allein, sondern in einer gewaltigen europäischen Front. Und wir können am Ende dieses Jahres wohl sagen, dass von dieser europäischen Front die größte Gefahr bereits abgewendet worden ist.
Als ich neulich in Berlin sprach, da standen wir gerade vor dem Anlauf zu einem letzten gigantischen Hieb. Er ist über alle Maßen gelungen. Rund 75 Divisionen wurden mit einem Schlag ausgelöscht und vernichtet. Und die Führung dieses Kampfes sowohl als die Ausführung wird nicht ermüden und wird nicht ermatten. Was der Heldenmut an der Front geleistet hat, ist unsterblich, und für eine so unsterbliche Tat wird auch - das können wir als Menschen, die an eine Vorsehung glauben, annehmen - auch ein unvergänglicher Lohn kommen.
Wir dürfen keinen Zweifel darüber haben, dass in diesen Zeiten jetzt das Schicksal Europas für die nächsten tausend Jahre entschieden werden wird. Und wir alle können glücklich sein, dass wir diese Zeit anbahnten, und Sie, meine Freunde aus alter Zeit, Sie können stolz darauf sein, dass Sie mir, der ich von der Vorsehung nun bestimmt wurde, diesen Weg zu beschreiten, dass Sie mir schon damals folgten in einer Zeit und unter Umständen, in denen ich noch als unbekannter Mann in dieser Stadt meinen Weg zu beschreiten anfing. Und wir dürfen gerade in diesem Jahr mit noch mehr Stolz vor die Gräber unserer damaligen Kameraden hintreten. Im vergangenen Jahr konnte uns leise etwas belasten. Wir haben alle damals gegen Rotfront gekämpft, und das Schicksal hatte uns gezwungen, nun mit Rotfront einen Waffenstillstand zu schließen. Ich habe diesen Waffenstillstand treu und redlich gehalten. Es ist nun von der anderen Seite die Entbindung von dieser Verpflichtung erfolgt. Und ich trete jetzt last wie erlöst in diesem Jahr vor die Gräber unserer Parteigenossen hin; denn ich weiß, dass diese Parteigenossen ja alle nur dieses eine Ziel hatten: Kampf gegen diesen Weltfeind, gegen diesen marxistischen Weltfeind, und Kampf gegen seine Verbündeten. Sie sind damals unter den Kugeln dieser Front, die sich von einer dummen Reaktion bis zu dieser fanatisierten wahnwitzigen Front des Bolschewismus hin erstreckte, gefallen.
Wir erinnern uns gerade in diesem Jahr dieser Gefallenen mit besonderer Rührung und mit besonderer Ergriffenheit. Meine eigenen Empfindungen, die werden Sie verstehen. Ich bin nur wenige Stunden hier wieder in dieser Stadt, von der ich einst auszog, aber ich bin so glücklich, Sie wieder hier zu sehen, meine alten Gefährten, meine alten Kampfgenossen. Und Sie dürfen mir schon glauben, dass mir in diesem Jahr eine ungeheure Last vom Herzen genommen worden war. Ich empfinde so recht die ganzen Opfer, die wir bringen mussten: alle, unsere vielen jungen und alten Freunde, die jetzt wieder mit ihrem Blut Deutschlands Rettung bezahlen mussten und vielleicht noch bezahlen müssen.
Allein es ist der alte, ewige Streit und der alte, ewige Kampf. Er hat eben im Jahre 1918 kein Ende gefunden. Damals hat man uns eben um den Sieg betrogen. Wir haben damals zwei Millionen Tote geopfert, wir haben über 7,5 Millionen Verwundete damals gehabt, und wir sind um den Sieg damals durch den Wahnwitz einer inneren Revolution wirklich betrogen worden. Das war aber nur der Anfang, das erste Stück dieses Dramas, das zweite, und der Schluss werden jetzt geschrieben, und wir werden dieses Mal nun das einholen, um was man uns damals betrogen hat, Punkt um Punkt und Position um Position wird jetzt wieder in Rechnung gestellt und einkassiert werden. Und damit sind nicht nur die 16 Männer als erste Blutzeugen unserer Bewegung an der Feldherrnhalle gefallen, sondern all die Millionen vorher auch. Auch sie sind jetzt nicht mehr umsonst gefallen.
Es wird die Stunde kommen, da wir auch vor ihre Gräber hintreten können und sagen können: Kameraden, Ihr seid nicht umsonst gefallen! Das, was wir einst vor der Feldherrnhalle aussprachen. "Ihr habt doch gesiegt", das werden wir noch mit einem tausendmal größeren Recht vor den Gräbern unserer Weltkriegssoldaten aussprechen können: "Kameraden, Ihr habt doch gesiegt!"



Hintergrund

 


 


 

„Als ich noch nicht Reichskanzler war, habe ich gemeint, der Generalstab gleiche einem Fleischerhund, den man fest am Halsband haben müsse, weil er sonst jeden Menschen anzufallen drohe. Nachdem ich Reichskanzler geworden war, habe ich feststellen müssen, daß der deutsche Generalstab nichts weniger als ein Fleischerhund ist. Dieser Generalstab hat mich immer gehindert, das zu tun, was ich für nötig halte. Der Generalstab hat der Aufrüstung, der Rheinlandbesetzung, dem Einmarsch nach Österreich, der Besetzung der Tschechei und schließlich sogar dem Krieg gegen Polen widersprochen. Der Generalstab hat mir abgeraten, gegen Frankreich offensiv vorzugehen. Der Generalstab hat mir abgeraten, gegen Rußland Krieg zu führen. Ich bin es, der diesen Fleischerhund immer erst antreiben muß.“
8./19. Januar 1942 in der Wolfsschanze
(Werner Jochmann (Hrsg.): Monologe im Führer-Hauptquartier 1941-1944. Hamburg 1982)

Diese Rede lässt Hitler auf dem Höhepunkt seiner Macht, Machtbestrebungen und dem Glauben an seine eigene Unfehlbarkeit ankommen. Der verkappte Künstler, als einfacher Gefreiter einen fehlgeleiteten Lebensinhalt gefunden wird durch den Ersten Weltkrieg „ geprägt in die Politik entlassen“. Er kann diese Zeit als Soldat nicht vergessen, die Schmach des Versailler Vertrag die Deutschland in seinen Augen zu seinem Schicksal verdammt – des „Unschuldig“ bestraften. So will er die Geschehnisse nach 1918 umkehren, sich die Zeiten einer klaren Hierarchie zurückholen und sich in die Glückseligkeit emporschwingen. Er schafft es dabei immer wieder „ nur das Fallende (zu stürzen), tötete er nur das schon Sterbende." Dieser Instinkt ist nicht erlernbar, er war Hitler angeboren und zeigt sich schon in seinen jungen Jahren, doch hat Haffner zum Schluss richtig bemerkt, dass diese Gabe "weniger dem Blick des Adlers als der Witterung eines Geiers" entspricht. So lebt er mit diesen glücklichen Fügungen, baut eine Tradition des „Dritten Reiches“ ohne die von ihm entlarvten Fehler der Demokratie auf und schafft einen „Führerkult“, der dem siegreichen Deutschland in der Tradition des Kaiserreiches in seinen letzten Zügen gerecht wird. Hitler lebt so nach 1933 sein Ideal der Militär-Politik, eines Führerstaates, Parteiarmee und Volksgemeinschaft. Als Krönung dieser Bestrebungen macht er sich zum Führer der militärischen Kräfte des Landes, lässt sich nur zu gerne mit „größten Feldherr aller Zeit“ titulieren und als Beweis seiner Reputation trägt er bis zum Ende sein Eisernes Kreuz an der immerbraunen Uniform.
Mit dem Krieg, der für ihn so unausweichlich wie nötig ist, wird die „Kriegskunst“ nun sein Lebensinhalt und gleichzeitig soll es sein Lebenswerk werden. Dies macht er in vielen Reden und Monologen klar, und rechtfertig sein Schlachtenglück nachträglich mit der Übernahme alle operativen Entscheidungen im Russlandfeldzug, der alle Erwartungen der Militärs bis Ende 1941 übertrifft. Kein General sollte ihm noch reinreden und sein militärisches Hauptquartier wurde nun Zentrum des Reiches. Hatte er als Reichskanzler nur unregelmäßig gearbeitet und überwogen vor dem Krieg die bohemienhaften Phasen des Nichtstun sein Leben, so war Hitler als Feldherr täglich 12-14 Stunden an der Arbeit. Von nun an sprechen die Memoiren der Generäle von damals von einer Energie, Fanatismus, Unduldsamkeit und einem faszinierenden-dämonischen Willen bzw. Wirken auf sein Umfeld. Ohne dieses Charisma und Wirkung auf Menschen um ihn, wäre wohl der Krieg nie so verlaufen. Er verstand es Privilegien im Führerhauptquartier zu verteilen, die an das Versaille Ludwig XIV. erinnerten. Ein goldener Käfig für seine Generäle, die durch das "Hof-"Zeremoniell des Führers geprägt und gefesselt sind. Wer darf wo beim Essen sitzen, wer wo am Kartentisch stehen oder Gast seines inneren Zirkels sein. Spaziergänge zur Beratung und anregendem Gespräch werden zu Audienzen, für die so mancher General alles stehen und liegen lässt. "Der Führer wünscht Sie zu sprechen ..." gilt als Ritterschlag und die Verleihungen von Ritterkreuzen werden wie zu absolutistischen Zeiten zelebriert. Die Wolfschanze und ihr tägliches Ritual wurden zum Kompass des Krieges. Während der Operation Barbarossa bestimmte der "größte Feldherr aller Zeiten" nicht nur das Vorgehen nach seinem Willen, sondern musste sich die ganze Planung seinen Schlaf- und Wachgewohnheiten unterordnen. Der Boheme Hitler hatte seinen ganz eigenen Tagesrhythmus, so verließ er sein Bett nicht vor 12 Uhr, woraufhin er ein kleines Frühstück zu sich nahm, meist im Stehen oder während eines Spaziergangs mit Hund Blondi. Meist wurde nach diesen Spaziergängen die erste Lagebesprechung abgehalten - "Mittagslage" - welche oft bis 14 oder 16 Uhr ging. Die Termine des Führers verschoben sich danach meist nach hinten, oder wurden kurzfristig abgesagt. Ein Faktum, dass so manchen Attentatsversuch auf Hitler scheitern ließ - Unpünktlichkeit als Überlebensgarant.

„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergeßlichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Wort das Gewollte sich vorzustellen vermag.“
8./19. Januar 1942 in der Wolfsschanze
(Werner Jochmann (Hrsg.): Monologe im Führer-Hauptquartier 1941-1944. Hamburg 1982)

 

„Wenn in diesen kommenden Tagen und Wochen jeder Soldat an der Ostfront seine Pflicht tut, wird der letzte Ansturm Asiens zerbrechen, genauso, wie am Ende auch der Einbruch unserer Gegner im Westen trotz allem scheitern wird. [...] In dem Augenblick, in dem das Schicksal den größten Kriegsverbrecher aller Zeiten [ Franklin D. Roosevelt ] von dieser Erde weggenommen hat, wird sich die Wende des Krieges entscheiden.“
Tagesbefehl vom 15. April 1945
(John Toland: Adolf Hitler. Bergisch Gladbach 1977, S. 1005.)

Er schuf sich eine Clique um seine Person, die abhängig von seinem Tun war und jede Niederlage würde auch Sie unvermeidlich treffen. Die Generäle ließ er fortan außen vor, vor allem die es wagten ihm zu wiedersprechen bzw. die die Realität dieses Krieges Ende 1941 begriffen haben. Hitler schwelgt lieber in seinem ach so vergänglichen Erfolg und sieht den militärischen Teil seines Vernichtungskrieges bereits hinter sich liegen. Für ihnen wurden die Planungen seines „Lebenszieles“ im wichtiger und auch in der Rede spricht nun vielmehr vom allgegenwärtigen und vor allem allseits schuldigen Judentum, das vernichtet gehört und getilgt. Allmachtphantasien einen Wahnsinnigen, der sich zum Feldherrn erkoren und zum Massenmörder berufen fühlt. Der Winter naht, die überdehnte Front und der lange Feldzug haben an allen Enden der kämpfenden Wehrmacht ihre Spuren hinterlassen und so war es nur eine Frage der Zeit bis die Front im Osten ins Stocken geriet. Als Guderian in draufhinweist, dass seine militärischen Berater es an Fronterfahrung und Blick fürs Wesentliche fehlte, antwortete Hitler nur entrüstet: "Ich kann mich jetzt von meiner Umgebung nicht trennen." Diese Umgebung agierte nun mittlerweile wie ihr Führer, Geier, für die das Aas der Niederlage mit den richtigen Worten gewürzt durchaus als Festmahl durchgeht. Gefügige Wehrmachtsgeneralen, geschmückt mit den Siegesorden, die Ihnen im Ersten Weltkrieg verwehrt blieben, SS-Prätorianer, die ideologisch geschult den Rassenwahn des Führer in die russischen Weiten tragen und daneben die Parteibonzen, die sich nur zu gern mit der Aura des Führers schmücken und die monetäre Macht eroberter Gebiet lockt. So entwickelte sich das Führerhauptquartier zu einer realitätsfernen Kommandoeinrichtung, die eher einem absolutistischen Hofstaat glich als einem militärischen Nervenzentrum. Die Rede an diesem 10. November spiegelt dieses nationalsozialistischen-rassistisch patriarchalen – absolutistischen Wahn eines siegesgewissen Regimes vor, dessen Führer den Ersten Weltkrieg gerächt sieht, die deutsche Schande in einen germanischen Sieg umgedeutet hat. Dennoch sollte nach den siegreichen Kesselschlachten die Quittung kommen, denn die russische Rüstungsproduktion hinter dem Ural lief bereits auf Hochtouren und ließen täglich Mengen an Panzer vom Band laufen, die das Deutsche Reich nicht in Wochen hätte produzieren können. Die Clique um den Führer weiß zu diesem Zeitpunkt um das bevorstehende Fiasko, ist aber schon im blinden Kadergehorsam verfallen. Ihr Führer hält dagegen eine Rede, die von Inhalt eher einer Wagner Oper als einer politischen Rede ähnelt. Er der germanische Fürst, der omnipotent das Reich rettet und dabei zehntausende deutsche Soldaten mit heroischen Befehlen dem sicheren Tod ausliefert. Schon bald heißt der Tagesbefehl „ohne Rücksicht auf durchgebrochenen Feind in Flanke und Rücken“ halten und kämpfen. Die Generäle mit Verstand und offenen Auge für die massiv gestiegenen Verluste entlässt er und die Rede gibt sein Handeln vor: „Und die Führung dieses Kampfes sowohl als die Ausführung wird nicht ermüden und wird nicht ermatten. Was der Heldenmut an der Front geleistet hat, ist unsterblich, und für eine so unsterbliche Tat wird auch - das können wir als Menschen, die an eine Vorsehung glauben, annehmen - auch ein unverginglicher Lohn kommen.“ Nach dieser Rede wird der Vernichtungskrieg endgültig losbrechen, hinter den Fronten durch die erbarmungslosen Einsatzkommandos, die vor keinem Greuel zurückschrecken und dazu die organisierten Lager für das Massensterben. An der Front der Kampf gegen übermächtige und an der Zahl mehrfach überlegenden Gegner, gegen das Klima, den Hunger, die Angst und der unvermeidlichen Tod. Dieser Feldzug wird ca. 27 Millionen Sowjetbürger das Leben, darunter 15 Millionen Zivilisten das Leben kosten.
Das Jahr 1941 endet als letztes Jahr im Siegestaumel und wird abgelöst durch ein Jahr der Stagnation und Lügen der Propaganda. Hitler selbst wird nur noch für wenige Untergebene direkt anzusprechen sein, seine Clique schirmt ihn ab und verliert sich im Glauben an seine Unfehlbarkeit. Aufgerüttelt werden alle erst mit dem nahe Artilleriefeuer, das den Führerbunker in Berlin erschüttert und das „Dritte Reich“ nur noch knapp 3 Kilometer an der breitesten Stelle hat!

„Was wir im deutschen Widerstand während des Krieges nicht wirklich begreifen wollten, haben wir nachträglich vollends gelernt: dass der Krieg schließlich nicht gegen Hitler, sondern gegen Deutschland geführt wurde.“
(Eugen Gerstenmaier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 1975)

 

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Adolf Hitler - Vom Feldherr zum Massenmörder

Wehrmacht und Widerstand



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 30. November 1941)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.11. - 10.11.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 1. November 1941

 

Auf der Halbinsel Krim befinden sich die deutschen und rumänischen Truppen weiterhin in rastloser Verfolgung des geschlagenen Feindes.

Im Donez-Becken wurde der Oberlauf des Donez an mehreren Stellen überschritten.

Im Nordabschnitt der Ostfront durchbrach ein Infanterieregiment westlich des Wolchow eine stark befestigte feindliche Verteidigungszone in erbittertem Nahkampf und nahm 533 Bunker.
An der Einschließungsfront vor Leningrad wurden mehrere Übersetzversuche des Feindes über die Newa abgewiesen.

Die Luftwaffe unterstützte die erfolgreichen Operationen des Heeres in der Krim durch wuchtige Schläge auf rückwärtige Verbindungen des Feindes und fügte der Sowjet-Flotte schwere Verluste zu. Sie versenkte ein Handelsschiff von 3.000 BRT und beschädigte drei Kriegsschiffe sowie einen großen Truppentransporter.
Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Moskau.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichteten Kampfflugzeuge bei den Faröern einen Frachter von 2.000 BRT und versenkten vor der britischen Ostküste aus einem Geleitzug heraus vier feindliche Handelsschiffe, darunter einen großen Tanker, mit zusammen 29.000 BRT. Vier weitere Handelsschiffe des Geleitzuges wurden durch Bombentreffer so schwer beschädigt, daß mit dem Verlust noch weiteren Schiffsraumes gerechnet werden kann.

Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben auf verschiedene Orte Nord- und Nordwestdeutschlands, unter anderem auf Hamburg. Neun feindliche Bomber wurden abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 2. November 1941

 

In entschlossener Ausnutzung unseres Sieges auf der Krim wird die Verfolgung des geschlagenen Gegners schwungvoll fortgesetzt. Der Nordrand des Jaila-Gebirges ist, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, in breiter Front erreicht. Deutsche und rumänische Truppen haben gestern Simferopol, die Hauptstadt der Krim, genommen und befinden sich im weiteren Vorgehen auf Sewastopol.

Im Donez-Becken brachen deutsche und italienische Truppen trotz schlechtester Wegeverhältnisse feindlichen Widerstand und besetzten weitere Industriegebiete.

Vor Leningrad wurde ein erneuter Übersetzversuch über die Newa unter Verlusten für den Feind abgewiesen. Die Beschießung kriegswichtiger Ziele in Leningrad und in Kronstadt wurde mit guter Wirkung fortgesetzt.
Die Luftwaffe bombardierte bei Tag und Nacht die Seefestung Sewastopol. Sie erzielte Volltreffer in den Hafenanlagen, beschädigte ein sowjetisches Kriegsschiff und warf einen größeren Transporter in Brand.

Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht wichtige Versorgungshäfen an der Westküste Englands an.

Der Feind warf in der Nacht zum 2. November an einigen Orten Nordwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Drei britische Bomber wurden abgeschossen.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat Oktober 441.300 BRT feindlichen Handelsschiffsraums. An diesen Erfolgen sind Unterseeboote mit 255.200 BRT, Überwasserstreitkräfte der Kriegsmarine mit 18.000 BRT und Verbände der Luftwaffe mit 168.100 BRT beteiligt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 3. November 1941

 

Unter dem Druck der scharfen Verfolgung durch deutsch-rumänische Verbände wurde der in der Krim geschlagene Gegner - wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben - in zwei Gruppen zersprengt, von denen die eine über Sewastopol, die andere über Kertsch zu entkommen versucht. Im Angriff auf die zur Flucht dieser Kräfte bereitgestellten Transporter hat die Luftwaffe zehn Handelsschiffe mit zusammen etwa 33.000 BRT durch Bombentreffer versenkt, 14 weitere schwer beschädigt.
Andere Kampfflugzeuge bombardierten Sewastopol und das Hafengebiet von Jalta, sowie militärische Ziele in der Straße von Kertsch und an der Nordostküste des Schwarzen Meeres. Ein großes Schwimmdock erhielt Bombentreffer schweren Kalibers.
Bei den Durchbruchs- und Verfolgungskämpfen auf der Krim wurden bisher insgesamt 53.175 Gefangene eingebracht sowie 230 Panzerkampfwagen, 218 Geschütze, mehrere Panzerzüge und große Mengen an sonstigem Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet. Femer wurden über 13.000 Minen beseitigt, die zur Verhinderung unseres Vormarsches ausgelegt waren.
Italienische Truppen nahmen im Donez-Becken weitere Industrieorte durch Kampf in Besitz.

Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurde gestern - wie ebenfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben - die als Eisenbahnknotenpunkt und Industriezentrum bedeutsame Gebietshauptstadt Kursk durch Infanterie- und Panzerverbände genommen.

Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter von 4.000 BRT und trafen sechs Schiffe so schwer, daß mit weiteren Verlusten gerechnet werden kann.

In Nordafrika zersprengten deutsche Kampfflugzeuge Ansammlungen britischer Kraftfahrzeuge bei Sollum. Bei Luftangriffen auf die Reede von Suez wurde ein Handelsschiff von 6.000 BRT vernichtet.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 4. November 1941

 

Auf der Halbinsel Krim setzen deutsche und rumänische Truppen die Verfolgung fort. Örtlicher Widerstand zersprengter Teile des Gegners wurde gebrochen. An der Küste des Schwarzen Meeres wurde die Hafenstadt Feodosia genommen.

Zwei von Panzern unterstützte Ausbruchsversuche stärkerer feindlicher Kräfte aus Leningrad wurden unter schweren blutigen Verlusten für den Gegner zerschlagen, bevor sie die deutschen Linien erreichten.
Die Luftwaffe setzte die Angriffe auf Sowjet-Schiffe in den Gewässern der Krim fort. Sie vernichtete ein Handelsschiff von 1.000 BRT und erzielte Bombentreffer auf fünf großen Transportern.

Moskau wurde am Tage bombardiert. Bei Nachtangriffen der Luftwaffe auf Leningrad entstanden große Brände in mehreren Stadtteilen.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Kriegsmarine und Luftwaffe der britischen Versorgungsschiffahrt wiederum schwere Schläge zugefügt. Unterseeboote versenkten im Atlantik elf feindliche Handelsschiffe mit zusammen 53.000 BRT sowie einen Zerstörer. Weitere drei Schiffe und ein Zerstörer wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt.

Kampfflugzeuge vernichteten in der vergangenen Nacht ostwärts Aberdeen drei Handelsschiffe mit zusammen 20.000 BRT. Außerdem wurde bei den Shetland-Inseln ein Frachter durch Bombenwurf schwer beschädigt.

In Nordafrika bombardierten deutsche Sturzkampfflugzeuge britische Artillerie- und Bunkerstellungen bei Tobruk. Ein britischer Flugplatz wurde mit Spreng- und Brandbomben angegriffen.

Der Feind flog in der letzten Nacht mit schwachen Kräften nach Nordostdeutschland ein. Bei Einflügen in die besetzten Gebiete wurde ein britischer Bomber abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 5. November 1941

 

Auf der Krim wird die Verfolgung sowohl in südlicher wie in ostwärtiger Richtung fortgesetzt. Trotz schwieriger Geländeverhältnisse ist das Jaila-Gebirge an einer Stelle bereits durchstoßen und die Küste des Schwarzen Meeres erreicht. Die Luftwaffe bombardierte die Krim-Häfen Sewastopol, Jalta und Kertsch und versenkte in diesen Gewässern zwei Transporter mit zusammen 10.000 BRT sowie ein Bewachungsschiff. Fünf weitere Handelsschiffe und ein Kleiner Kreuzer der Sowjets wurden durch Bombenwurf erheblich beschädigt.

Bei Leningrad brach ein nach starker Artillerievorbereitung unternommener erneuter Übersetzversuch des Feindes über die Newa unter schweren Verlusten für den Gegner in der deutschen Abwehr zusammen. Von etwa hundert Booten wurde die Hälfte versenkt, der Rest zur Umkehr gezwungen. Wiederholte von Panzern unterstützte Ausbruchsversuche des Feindes an der übrigen Einschließungsfront wurden größtenteils schon in der Bereitstellung zerschlagen.

Starke Kampffliegerkräfte führten bei Tage schwere Angriffe gegen die für die Kraftwagen- und Flugzeugerzeugung bedeutende Industriestadt Gorki durch. Volltreffer schweren Kalibers richteten im Autowerk Molotow, im Werftgelände an der Wolga und in den Bahnanlagen der Stadt große Zerstörungen an. Mehrere ausgebreitete Brände entstanden.

Bei Luftangriffen auf Leningrad konnten kriegswichtige Anlagen in Brand geworfen werden. Auch Moskau wurde in der letzten Nacht bombardiert.

Im Seegebiet der Faröer versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter von 5.000 BRT und erzielten Bombentreffer auf einem weiteren größeren Handelsschiff.

Vorpostenboote wehrten im Kanal wiederholte Angriffe britischer Schnellboote erfolgreich ab. Im Artilleriegefecht wurde ein feindliches Schnellboot versenkt, zwei andere durch mehrere Treffer beschädigt.

Im Golf von Suez wurde am 3. November ein britisches Torpedoboot durch Bombenwurf eines deutschen Kampfflugzeuges beschädigt.

Britische Bomber unternahmen in der vergangenen Nacht wirkungslose Angriffe auf West- und Norddeutschland.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 6. November 1941

 

Auf der Krim wurde die Verfolgung des geschlagenen Feindes auf der gesamten Front erfolgreich fortgesetzt. Im Jaila-Gebirge warfen deutsche und rumänische Truppen abgeschnittene Kräfte des Feindes und stießen zwischen Jalta und Feodosia in breiter Front zur Küste des Schwarzen Meeres vor. Auch im Gebirge ostwärts Sewastopol wurde feindlicher Widerstand gebrochen.

Die Luftwaffe unterstützte die Operationen und fügte den Sowjets in den Gewässern der Krim sowie vor der Nordostküste des Schwarzen Meeres neue schwere Schiffsverluste zu. Sie versenkte drei Truppentransporter mit zusammen 13.000 BRT und beschädigte durch Bombenwurf vier weitere größere Handelsschiffe.

Vor Leningrad wurden Ausbruchsversuche des Gegners abgewiesen. Schwere und schwerste Batterien des Heeres bekämpften kriegswichtige Ziele in Leningrad und feindlichen Schiffsverkehr am Finnischen Meerbusen. Zwei Kriegsschiffe und ein Frachter wurden schwer getroffen.

Bei einem Nachtangriff der Luftwaffe auf die Industriestadt Gorki wurden neue schwere Zerstörungen in Rüstungswerken und Versorgungsbetrieben angerichtet.

Andere Kampffliegerverbände belegten in der letzten Nacht Moskau und Leningrad mit Spreng- und Brandbomben.

An der Südwestküste Englands bombardierte die Luftwaffe in der Nacht zum 6. November Werftanlagen des Hafens Falmouth.
Der Feind flog in der vergangenen Nacht mit schwachen Kräften in das deutsche Küstengebiet ein. Der Angriffsversuch blieb ohne Wirkung. Sieben britische Bomber wurden abgeschossen.

In der Zeit vom 29. Oktober bis 4. November verlor die britische Luftwaffe 37 Flugzeuge. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien sieben eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 7. November 1941

 

Auf der Krim setzten die deutschen und rumänischen Truppen die Verfolgung trotz unwegsamen Gebirgsgeländes und zäh kämpfender Nachhuten des Gegners erfolgreich fort. Sturzkampfflugzeuge zerschlugen feindliche Stellungen im Festungsgebiet von Sewastopol und brachten mehrere Batterien zum Schweigen.

Im Donez-Becken kämpften sich deutsche und italienische Verbände weiter vorwärts.

Im Mittleren Abschnitt der Ostfront durchbrachen Infanteriedivisionen stark ausgebaute Stellungen des Feindes und brachten zahlreiche Gefangene und Geschütze als Beute ein.

Vor Peterhof versenkten Batterien des Heeres einen feindlichen Frachter. Leningrad wurde bei Tage mit Bomben schweren und schwersten Kalibers belegt.

Im Kampfgebiet gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht Häfen an der englischen Ost- und Südwestküste. Volltreffer in Versorgungsbetrieben riefen große Brände hervor.

Im Kanalgebiet und vor der niederländischen Küste wurden zehn, vor der norwegischen Küste ein britisches Flugzeug abgeschossen.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge mit guter Wirkung britische Zeltlager und Befestigungen in Tobruk an.

Der Feind unternahm in der Nacht zum 7. November mit einer geringen Zahl von Bomben wirkungslose Angriffsversuche auf einige Orte Norddeutschlands.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 8. November 1941

 

Bei den Verfolgungskämpfen auf der Krim vernichteten deutsche und rumänische Truppen am Südhang des Jaila-Gebirges eine sowjetische Kavalleriedivision. Auf der Enge zur Landzunge Kertsch wurde eine 10 km tiefe, neuzeitlich ausgebaute Stellungszone durchstoßen. Die Verfolgung des hier geschlagenen Gegners ist im Gange.

Die Luftwaffe vernichtete in den Gewässern südlich Jalta einen Transporter von 8.000 BRT.

Ein rumänisches Unterseeboot versenkte im Schwarzen Meer sowjetische Transportschiffe von insgesamt 12.000 BRT.

Im Atlantik versenkten die Unterseeboote vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 28.000 BRT.

An der britischen Nordostküste griff die Luftwaffe bei Tage mit guter Wirkung die Dockanlagen in Blyth an. In der letzten Nacht bombardierten starke Kampffliegerverbände in Ost- und Südostengland verschiedene Hafenanlagen, besonders in Sunderland. Volltreffer in Werften und Versorgungsbetrieben riefen heftige Explosionen und ausgebreitete Brände hervor. Ostwärts Aberdeen wurde ein britischer Zerstörer durch Bombenwurf versenkt.

Der Feind flog in der letzten Nacht an vielen Stellen in das Reichsgebiet ein. Durch Bombenwurf auf Wohnviertel, unter anderem auch in der Reichshauptstadt, hatte die Zivilbevölkerung geringe Verluste an Toten und Verletzten. Die angerichteten Schäden sind unbedeutend. Demgegenüber hatte die britische Luftwaffe besonders schwere Verluste. 27 der angreifenden Bomber fielen der deutschen Abwehr zum Opfer.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 9. November 1941

 

Auf der Krim setzten die deutschen und rumänischen Truppen die Verfolgung des geschlagenen Feindes entlang der Südküste und auf der Halbinsel Kertsch erfolgreich fort. Jalta wurde genommen.

Im Kampf gegen die britische Versorgungswirtschaft war die Luftwaffe in der letzten Nacht besonders erfolgreich. Vor der englischen und schottischen Ostküste versenkten Kampfflugzeuge aus Geleitzügen heraus sechs feindliche Handelsschiffe, darunter einen großen Tanker mit zusammen 38.000 BRT.

Im Seegebiet der Faröer wurde bei Tage ein kleiner Frachter durch Bombenwurf vernichtet. Sturzkampfflugzeuge belegten in der Nacht zum 9. November die Hafenanlagen von Dover mit Bomben schweren Kalibers. Es entstanden mehrere ausgebreitete Brände.

Bei Versuchen, am gestrigen Tage die besetzten Gebiete am Kanal anzugreifen, erlitt die britische Luftwaffe wieder schwere Verluste. Jäger schossen in heftigen Luftkämpfen 23, Flakartillerie zwei feindliche Flugzeuge ab.

Britische Bomber unternahmen in der letzten Nacht Angriffe auf Westdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Neun der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 10. November 1941

 

Auf der Krim wurden ostwärts Sewastopol und westlich Kertsch zäh Widerstand leistende feindliche Nachhuten weiter zurückgedrängt. Wuchtige Luftangriffe richteten sich bei Tag und Nacht gegen Sewastopol. In Öltanks und Lagerhäusern entstanden große Brände. Im Hafen der Seefestung wurden ein sowjetischer Kreuzer und ein großes Handelsschiff durch Bombentreffer schwer beschädigt.

Zwischen Donez und Wolga und im Raum um Moskau vernichtete die Luftwaffe eine große Zahl von Transportzügen der Sowjets. Stärkere Kampffliegerverbände belegten Moskau mit Spreng- und Brandbomben.

Im Zuge der zwischen Urnen- und Ladoga-See über den Wolchow hinweg geführten Operationen nahmen - wie durch Sondermeldung bekanntgegeben - Infanterie- und Panzerverbände in der Nacht zum 9. November durch überraschenden Angriff den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Tichwin. Zahlreiche Gefangene und große Beute wurden hierbei eingebracht. Der Stab der 4. sowjetischen Armee entging der Gefangennahme nur unter Zurücklassung seiner Kraftwagen und wichtiger militärischer Schriftstücke.
In den Kämpfen an diesem Frontabschnitt wurden seit dem 16. Oktober rund 20.000 Gefangene eingebracht sowie 96 Panzerkampfwagen, 179 Geschütze, ein Panzerzug und zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Etwa 6.000 Minen wurden aufgenommen.

Die Gesamtzahl der im Ostfeldzug eingebrachten sowjetischen Kriegsgefangenen hat sich nunmehr auf 3.632.000 Mann erhöht.

Vor der schottischen Ostküste versenkte die Luftwaffe in der Nacht zum 10. November einen Frachter von 2.000 BRT. Ein weiteres Handelsschiff wurde durch Bombenwurf beschädigt. Sturzkampfflugzeuge bombardierten an der englischen Südostküste das Hafengebiet von Margate. Ausgebreitete Brände und starke Explosionen ließen den Erfolg des Angriffs erkennen.

In Nordafrika griffen deutsche Kampffliegerverbände mit guter Wirkung britische Stützpunkte bei Marsa Matruk und Bunkeranlagen bei Tobruk an.

Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften Bomben auf einige Orte in Nordwestdeutschland, vor allem auf Wohnviertel in Hamburg. Die Zivilbevölkerung hatte verluste an Toten und Verwundeten. Zwei britische Bomber wurden abgeschossen.

Oberleutnant Lent errang seinen 20. Nachtjagdsieg.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

'Die Einzelherrschaft Stalins führte zu schweren Folgen im Verlauf des Großen Vaterländischen Krieges. Nimmt man unsere zahlreichen historischen Romane, Filme und historischen „wissenschaftlichen Studien“, so wird in ihnen die Rolle Stalins im Vaterländischen Krieg ganz und gar nicht wahrheitsgemäß dargestellt. Gewöhnlich zeichnet man folgendes Schema: Stalin hat alles vorausgesehen. Die Sowjetarmee verfolgte, wahrscheinlich aufgrund des von Stalin ausgearbeiteten strategischen Plans, die Taktik der aktiven Verteidigung, eine Taktik, die bekanntlich die Deutschen bis vor Moskau und Stalingrad kommen ließ. In Anwendung dieser Taktik ging die Sowjetarmee angeblich nur dank der Genialität Stalins zur Offensive über und zerschmetterte den Feind. Der epochale Sieg, der von den bewaffneten Kräften des Sowjetlandes, von unserem heldenhaften Volk errungen wurde, wird somit in den Romanen, Filmen und „wissenschaftlichen Studien“ vollkommen der strategischen Genialität Stalins zugeschrieben.'
Zur Rolle Stalins im Großen Vaterländischen Krieg - Nikita S. Chruschtschow - Aus: Über den Personenkult und seine Folgen Rede auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 25. Februar 1956

Noch geht an der Ostfront der deutsche Vormarsch fast ungebremst weiter, wenn die deutschen Truppen auch in der Mitte schwere Kämpfe durchstehen müssen, so schaffen Sie es dennoch Tula, südlich von Moskau, zu besetzen. Mit dabei die 2. SS-Division mit Panzereinheiten, welche in den schweren Kämpfe wichtige Impulse setzen kann. An einer anderen Front sind deutsche Truppen bis Kursk vorgerückt und können diesen Frontteil erobern. Die russischen Städte brennen und nichts scheint den Vormarsch stoppen zu können. Die Führung der roten Armee ist nur unzureichend auf die Taktik der Deutschen angepasst und die sowjetische Panzerwaffe kann es nicht mit ihren deutschen Pendants aufnehmen. Doch ahnt keiner der deutschen Generale, dass du schier unerschöpflichen Ressourcen der Sowjetunion hinter den Fronten massiv aufrüsten, neue Technologien entwickeln und sprichwörtlich Millionen neuer Soldaten auf den Weg an die Front schicken. Diese Vorteile hat das deutsche Militär nicht ansatzweise und läuft damit in die Falle des Massenkrieges. Dabei legen die Deutschen auch keinen Wert darauf die Bevölkerung auf ihrer Seite zu wissen, das Hinterland so frei von Partisanen zu wissen und möglichweise sogar Unterstützung an Ort und Stelle zu requirieren. So sind es die Einsatzgruppe,, im November vor allem die Einsatzgruppe C, welche im Rücken der Heeresgruppe Süd 75.000 Juden erschießt und ein eindeutige Signal an die Bevölkerung Russland sendet.

'Viel Blut kostete uns auch jene Taktik, auf der Stalin, der das Wesen der Führung von Kampfoperationen nicht kannte, bestand, nachdem es gelungen war, den Gegner aufzuhalten und zur Offensive überzugehen. Die Militärs wissen, dass Stalin bereits von Ende 1941 an forderte, anstelle großer operativer Manöver zur Umgehung des Gegners an den Flanken, zur Schwenkung in seinen Rücken ständige Frontalangriffe zu führen und ein Dorf nach dem an-deren zu erobern. Wir erlitten aus diesem Grund gewaltige Verluste, bis es unserer Generalität, auf deren Schultern das gesamte Gewicht der Kriegführung ruhte, gelungen war, die Situation zu ändern und zur Führung beweglicher Operationen überzugehen, was umgehend zu einer ernsthaften Veränderung an den Fronten zu unseren Gunsten führte.'
Zur Rolle Stalins im Großen Vaterländischen Krieg - Nikita S. Chruschtschow - Aus: Über den Personenkult und seine Folgen Rede auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 25. Februar 1956

 

'Sehr schwerwiegende Folgen, insbesondere für die Anfangsperiode des Krieges, hatte der Umstand, dass infolge des Misstrauens Stalins im Verlauf der Jahre 1937 bis 1941 auf der Basis verleumderischer Anklagen viele militärische Kommandeure und Politarbeiter liquidiert worden waren. Im Lauf dieser Jahre wurden mehrere Schichten von Führungskadern Repressalien ausgesetzt, angefangen bei der Kompanie- und Bataillonsebene bis hin zu allen höheren Militärzentren. Dabei wurde der Führungskader, der eine bestimmte Erfahrung bei der Kriegführung in Spanien und im Fernen Osten erworben hatte, nahezu völlig liquidiert.
Die Politik der in breitem Maßstab gegenüber Militärkadern verfügten Repressionen hatte auch die schwerwiegende Folge, dass sie die Grundlagen der militärischen Disziplin unter-grub, weil im Laufe mehrerer Jahre die Befehlshaber aller Dienstgrade, ja selbst die Soldaten in den Partei- und Komsomolzellen angewiesen wurden, ihre Vorgesetzten als getarnte Feinde zu entlarven. Es ist klar, dass dies in der ersten Kriegsperiode einen negativen Einfluss auf die militärische Disziplin hatte.'

Zur Rolle Stalins im Großen Vaterländischen Krieg - Nikita S. Chruschtschow - Aus: Über den Personenkult und seine Folgen Rede auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 25. Februar 1956

Stalin hingegen weiß um das Volk hinter seinen Waffen, vor allem im Riesenreich Russland. Er ruft zur Verteidigung von „Mütterchen Russland“ auf, führt dem Volk vor Augen, dass ihn bei einer Niederlage der Tod oder die Verelendung gewiss ist. Sie kämpfen nun nicht mehr nur für Stalin, sondern für ihren Acker, ihr Haus und ihre Familien. Stalin fordert zudem eine 'Zweite Front' in Westeuropa und prophezeit damit ein 'unausweichliches Verhängnis' für Hitler. Was er bekommt sind Versprechungen und eine Milliarde US-Dollar amerikanischer Kredite für Waffen- und Güterlieferungen an die UdSSR, gemäß den Bestimmungen des ' Lend-Lease Act'. Die Westalliierten haben derzeit aber andere Sorgen, machen Ihnen die japanischen Aggressionen sorgen und eine mögliche neue Front im ihrem Rücken. In Moskau lässt Stalin derweil eine traditionelle Militärparade zum Jahrestag der Sowjetischen Oktoberrevolution in Moskau abhalten, demonstriert damit Gelassenheit und betont die Gewährleistung einer Verteidigung Moskaus. Fakt ist aber, dass seine Abreise aus Moskau im geheimen bereits geplant ist, der Panzerzug bereit steht und man weit im Osten bereits eine neue Basis für Stalin errichtet hat. Er prophezeit den Untergang von Nazi-Deutschland innerhalb der nächsten 12 Monate, doch glaubt er bisweilen nicht selber daran. Hitler lässt auf eine Antwort nicht lange warten und motiviert seinerseits die Leute. In einer Rede in München beschreibt Hitler die UdSSR als 'Mongolen-Staat' und Stalin als den 'zweiten Dschingis Khan'. Der Führer behauptet, dass sich die Rote Armee niemals mehr von den bisherigen Gesamtverlusten von 10 Millionen Mann erholen kann. Doch wissen seine Militärs um die Geschichte und das Potential des Riesenreiches, zum Verhängnis wird Ihnen der Schleier der Euphorie, der anscheinende Allmacht der Hitlerpläne und der Irrglauben in die Möglichkeiten ihrer Wehrmacht. Gestärkt wird dies durch immer neue Erfolgsmeldungen, so dass deutsche Truppen Jalta auf der Halbinsel Krim besetzen. Auch, dass deutsche Verbände Tichwin östlich der Stadt Leningrad erobert haben, zusammen mit seinem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. Nun bricht praktisch jegliche Versorgung für die Stadt vorübergehend zusammen und man plant bereits mit der Besetzung Leningrads den Hafen als Nachschubbasis für die Truppen zu nutzen.

'In einem Gespräch jener Tage sagte er: „Alles, was Lenin geschaffen hat, haben wir unwiederbringlich verloren.“ Danach leitete Stalin über lange Zeit faktisch keine Militär-operationen und befasste sich überhaupt nicht mit irgendwelchen Angelegenheiten, er kehrte erst an die Führung zurück, nachdem einige Mitglieder des Politbüros zu ihm gekommen waren und sagten, man müsse unverzüglich diese und jene Maßnahmen ergreifen, um die Situation an der Front zu verbessern. Somit war also die bedrohliche Lage, in der sich unsere Heimat in der ersten Periode des Krieges befand, in hohem Grade das Ergebnis der falschen Methoden der Leitung des Landes und der Partei durch Stalin selbst.'
Zur Rolle Stalins im Großen Vaterländischen Krieg - Nikita S. Chruschtschow - Aus: Über den Personenkult und seine Folgen Rede auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 25. Februar 1956

Der Wortlaut der sogenannten „Geheimrede“ Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU wurde in Russisch erstmalig veröffentlicht in: Iswestija ZK KPSS, 1989, Nr. 3, S. 128-170. Eine deutsche Übersetzung erschien 1990 im Dietz Verlag unter dem Titel „Die Geheimrede Chruschtschows. Über den Personenkult und seine Folgen“.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generalfeldmarschall Erich von Manstein

Marschall Georgi Konstantinovich Schukov


11.11. - 20.11.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 11. November 1941

 

Auf der Krim sind die deutschen und rumänischen Truppen in weiterem Vordringen gegen Sewastopol und Kertsch. Beide Häfen wurden mit guter Wirkung von der Luftwaffe bombardiert.
Im Raum von Moskau erlitt der Feind durch Luftangriffe erhebliche Verluste an schweren Waffen und rollendem Material. Militärische Anlagen in der sowjetischen Hauptstadt wurden mit Bomben belegt.
In Nordkarelien haben deutsche und finnische Truppen unter schwierigen Kampf- und Geländeverhältnissen starke Teile einer feindlichen Division vernichtet. Hierbei wurden 700 Bunker im Kampf genommen, 1.200 Gefangene gemacht, vier Panzerwagen, 30 Geschütze, über 100 Maschinengewehre und Granatwerfer sowie zahlreiches anderes Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet. Die blutigen Verluste des Feindes betragen ein Mehrfaches der Gefangenenzahl.

Vor der britischen Südostküste erzielten Kampfflugzeuge bei Tage Bombentreffer auf drei größere Frachter. Die Schiffe wurden so schwer beschädigt, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Ostwärts Easton wurde ein Hochofenwerk von Bomben schweren Kalibers getroffen.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge einen britischen Flugplatz ostwärts Marsa Matruk mit Spreng- und Brandbomben an.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 12. November 1941

 

Auf der Krim erreichten deutsche und rumänische Truppen in scharfen Verfolgungskämpfen die Küste südlich Kertsch. Die Luftwaffe setzte die Bombardierung der Häfen Sewastopol, Kertsch und Anapa mit guter Wirkung fort.

Im Raum südlich Tula zerschlugen Infanterie- und Panzerverbände in umfassendem Angriff eine sowjetische Kavalleriedivision, machten zahlreiche Gefangene und erbeuteten 91 Geschütze sowie sonstiges Kriegsgerät.

Ein von zusammengefaßten Kräften unternommener Ausbruchsversuch aus Leningrad scheiterte an der Abwehr der deutschen Truppen unter schwersten blutigen Verlusten für den Gegner. Dabei wurden von 17 angreifenden Panzern elf, darunter sieben schwerste, vernichtet.

Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen an der gesamten Front rückwärtige Verbindungslinien und Flugplätze des Feindes erfolgreich an. Sie zerstörten eine große Zahl von Eisenbahnzügen und fügten den sowjetischen Luftstreitkräften erhebliche Verluste zu.

Moskau wurde bei Tage und bei Nacht mit Spreng- und Brandbomben belegt. Volltreffer in Bahnanlagen verursachten schwere Schäden. Weitere Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Rüstungswerke in Gorki.

Im Seegebiet um England erzielten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht Bombenvolltreffer auf einem großen Handelsschiff ostwärts Lowestoft. An der Kanalküste schoß Flakartillerie aus einem britischen Jagdverband sechs Flugzeuge ab.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 13. November 1941

 

Auf der Krim stehen die deutschen Truppen im Angriff gegen die Befestigungsanlagen von Kertsch. Mehrere Küstenbefestigungen hart südlich der Stadt wurden genommen.
Starke Kampffliegerkräfte griffen sowjetische Schiffe im Hafen von Sewastopol, in der Straße von Kertsch sowie vor der Nordostküste des Schwarzen Meeres an. Hierbei wurden drei Kreuzer, ein Zerstörer und fünf große Handelsschiffe schwer getroffen. Bombenvolltreffer richteten auch in den Hafengebieten große Schäden an.
An der übrigen Ostfront brachten örtliche Kampfhandlungen weitere Erfolge.
Schwere Batterien des Heeres beschossen kriegswichtige Ziele in Leningrad sowie Hafen- und Werftanlagen von Kronstadt.
Wirksame Luftangriffe richteten sich gegen Leningrad und Moskau.

Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge am Tage zwei größere Frachter durch Bombenwurf.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 14. November 1941

 

Auf der Krim stehen unsere Truppen dicht vor Kertsch. Stadt und Hafen liegen unter dem beobachteten Feuer deutscher Artillerie.
Die Luftwaffe setzte Küstenbatterien bei Sewastopol durch Bombenvolltreffer außer Gefecht, zerstörte wichtige militärische Anlagen im Hafen und beschädigte zwei größere Frachter. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen die aus Kertsch flüchtenden Truppen. Kampfflugzeuge versenkten hierbei zwei Transporter mit zusammen 5.500 BRT.
Auch an den übrigen Abschnitten der Ostfront wurden örtliche Kampferfolge erzielt.

Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge, die zu bewaffneter Aufklärung eingesetzt waren, südlich Lowestoft ein größeres Handelsschiff und bombardierten mit guter Wirkung Werften, sowie Versorgungsbetriebe des Hafens Falmouth.

In Nordafrika zerschlugen deutsche Sturzkampfflugzeuge britische Bunkerstellungen bei Tobruk.

Einzelne feindliche Flugzeuge warfen im östlichen Reichsgebiet eine geringe Zahl von Sprengbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 15. November 1941

 

Auf der Krim gewannen die Angriffe der deutschen Truppen auf Sewastopol und Kertsch trotz zähen feindlichen Widerstandes weiter an Boden.

Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden starke, von Infanterie und Panzern geführte Gegenangriffe des Feindes abgewiesen. Die Sowjets verloren hierbei 44 Panzer.

Schwere Batterien des Heeres bekämpften mit Erfolg kriegswichtige Anlagen in Leningrad.

Starke Verbände von Kampf- und Sturzkampfflugzeugen griffen sowjetische Feldbefestigungen, Truppenansammlungen, Eisenbahnen und Flugstützpunkte im Raum südlich Moskau und ostwärts des Ladoga-Sees an. Der Feind erlitt schwere Verluste an Menschen, schweren Waffen und rollendem Material.

Weitere erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen Anlagen der Murman-Bahn. Moskau und Leningrad wurden in der vergangenen Nacht bombardiert.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat die deutsche Kriegsmarine einen neuen großen Erfolg errungen. Unterseeboote griffen im westlichen Mittelmeer einen Verband britischer Kriegsschiffe an. Dabei versenkten zwei Boote unter Führung der Kapitänleutnante Reschke und Guggenberger den Flugzeugträger „Ark Royal" und beschädigten das Schlachtschiff „Malaya" so schwer, daß es in den Hafen von Gibraltar eingeschleppt werden mußte.
Weitere britische Einheiten erhielten Torpedotreffer. Der Flugzeugträger „Ark Royal" war bereits am 26. September 1939 durch Luftangriff schwer beschädigt, nach Wiederherstellung jedoch erneut in Dienst gestellt worden.
Die britische Admiralität hat diesen Verlust zugegeben.

Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge vor der schottischen Ostküste einen Frachter von 1.500 BRT.
In Nordafrika schossen deutsche Jäger aus einem starken britischen Jagdverband vier feindliche Flugzeuge heraus.

In der Zeit vom 5. bis 11. November verlor die britische Luftwaffe 119 Flugzeuge. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien sechs eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 16. November 1941

 

Beim Angriff auf Sewastopol nahmen deutsche Truppen ein stark ausgebautes und zäh verteidigtes Fort. Die Luftwaffe unterstützte die Kämpfe um Sewastopol und Kertsch durch Angriffe auf Befestigungsanlagen, Schiffe und Hafeneinrichtungen. Ein sowjetisches Kanonenboot und zwei Truppentransporter erhielten Bombentreffer.

Im Kampfraum von Tichwin wurden allein durch zwei Pionierkompanien 113 Kampfstände genommen.

Im Seegebiet um England versenkte die Luftwaffe bei den Faröern und ostwärts Peterhead zwei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 7.000 BRT. Zwei weitere große Schiffe wurden durch Bombenwurf schwer beschädigt.

Kampfflugzeuge erzielten bei Tage Bombenvolltreffer schweren Kalibers in einem Hochofenwerk bei Middlesborough. Luftangriffe richteten sich in der letzten Nacht ferner gegen Hafenanlagen an der Ost- und Südwestküste der Insel.

Bei einem Nachtgefecht deutscher Vorpostenstreitkräfte mit britischen Schnellbooten im Kanal wurde ein feindliches Schnellboot versenkt. Die Versenkung eines zweiten Bootes ist wahrscheinlich. Die eigenen Streitkräfte hatten keine Verluste.

In Nordafrika wurden Bunkerstellungen bei Tobruk und ein britischer Flugstützpunkt in der Oase Giarabub von deutschen Kampfflugzeugen erfolgreich bombardiert.

Der Feind unternahm in der letzten Nacht mit schwachen Kräften wirkungslose Luftangriffe im nordwestdeutschen Küstengebiet. Ein britischer Bomber wurde abgeschossen.

In den letzten Wochen errang die deutsche Luftwaffe weitere große Erfolge im Kampf gegen die sowjetischen Luftstreitkräfte. In der Zeit vom 1. Oktober bis 8. November verloren die Sowjets insgesamt 2.174 Flugzeuge. Hiervon wurden 1.293 in Luftkämpfen, 412 durch Flakabwehr abgeschossen; der Rest am Boden zerstört. In der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 183 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 17. November 1941

 

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche und rumänische Truppen gestern nach heftigem Kampf die wichtige Hafenstadt Kertsch genommen. Der Ostteil der Halbinsel Krim ist nunmehr ganz in unserer Hand.

Die Zahl der in den Durchbruchs- und Verfolgungskämpfen auf der Krim eingebrachten Gefangenen hat sich inzwischen auf 101.600 Mann erhöht. Neben hohen blutigen Verlusten im Erdkampf hat der Feind beim Versuch, seine Truppen über die Meerenge von Kertsch zu retten, durch Luftangriff schwere Einbuße erlitten.

Erfolgreiche Angriffe starker Kampf- und Jagdfliegerverbände richteten sich gegen sowjetische Truppenansammlungen und Transportkolonnen sowie gegen Flugplätze und Eisenbahnen im Raum um Moskau und am Wologda. Moskau und Leningrad wurden in der vergangenen Nacht bombardiert.

Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge bei Tage ein kleineres Handelsschiff. Ein Frachter mittlerer Größe wurde durch Bombentreffer beschädigt.

Bei dem im gestrigen Wehrmachtsbericht gemeldeten Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf einen britischen Flugstützpunkt in der Oase Giarabub wurde eine große Zahl feindlicher Flugzeuge, darunter auch mehrmotorige Bomber, am Boden zerstört.
Bei Luftkämpfen in Nordafrika wurden ohne eigene Verluste zwei britische Bomben- und zwei Jagdflugzeuge abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 18. November 1941

 

Auf der Krim führten Kampf- und Sturzkampfflugzeuge vernichtende Schläge gegen die Festungswerke und Hafenanlagen von Sewastopol. Hierbei wurde ein großer Frachter versenkt, ein Zerstörer und ein Handelsschiff beschädigt.

Die Operationen im Donez-Becken wurden nach Besserung der Witterungs­ und Wegeverhältnisse fortgesetzt. Der Feind wurde aus seinen stellenweise zäh verteidigten Feldstellungen geworfen. Weitere Teile des Industriegebietes wurden besetzt. Mehrere unter Dampf stehende Güterzüge fielen hierbei durch überraschenden Zugriff in unsere Hand.

Im hohen Norden zerstörten Kampfflugzeuge sowjetische Barackenlager westlich der Kandalakscha-Bucht.

Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Moskau und Leningrad sowie gegen Flugplätze im Wologda-Gebiet.

Unterseeboote versenkten im Nordatlantik und im nördlichen Eismeer vier bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit zusammen 21.000 BRT und einen Bewacher.

Im Seegebiet um England griffen Kampfflugzeuge in der letzten Nacht feindliche Geleitzüge ostwärts Lowestoft an. Drei größere Handelsschiffe wurden durch Bombenwurf schwer beschädigt. Andere Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der englischen Südost- und Südwestküste.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 19. November 1941

 

An der Ostfront sind neue erfolgreiche Angriffe im Gange. Bei den Kämpfen der letzten drei Tage wurden über 10.000 Gefangene eingebracht und 171 Panzerkampfwagen vernichtet.
Durch Luftangriffe auf die Festung Sewastopol entstanden in Werften und Sprengstofflagern heftige Explosionen. Im Hafen wurde ein großer Frachter durch Bombenwurf beschädigt.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht militärische Anlagen in Moskau und Leningrad sowie rückwärtige Verbindungslinien des Feindes im mittleren Frontabschnitt.

Auf der britischen Insel belegte die Luftwaffe in der Nacht zum 19. November Häfen und Versorgungsbetriebe vor allem an der Ostküste mit Bomben schweren Kalibers.

In der Zeit vom 9. bis 15. November verloren die sowjetischen Luftstreitkräfte 232 Flugzeuge, davon wurden 121 in Luftkämpfen, 44 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 24 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 20. November 1941

 

Die Angriffshandlungen an der Ostfront verlaufen weiterhin erfolgreich.

Die Luftwaffe bombardierte sowjetische Flugstützpunkte an der Nordostküste des Schwarzen Meeres und im Gebiet des mittleren Don. Kampffliegerverbände griffen Eisenbahntransporte und Bahnverbindungen im mittleren Frontabschnitt und ostwärts des Wolchow an.

Moskau wurde am Tage durch starke Kampffliegerkräfte mit Spreng- und Brandbomben belegt. Bei Leningrad schossen zwei Jagdfliegerschwärme in kühnem Angriff aus einem größeren fliegenden Transportverband acht feindliche Flugzeuge heraus.

Im Kampf gegen Großbritannien wurde bei den Farörn ein mittleres Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen militärische Anlagen an der englischen Südwestküste. Das Verminen britischer Häfen aus der Luft wurde fortgesetzt.

An der flandrischen Küste wehrten im Geleitdienst stehende Vorpostenboote einen Angriff britischer Schnellboote ohne eigene Verluste erfolgreich ab. Ein feindliches Schnellboot wurde in Brand geschossen; mit seinem Verlust ist zu rechnen.

In Nordafrika sind die seit Tagen in Bereitstellung südlich und südwestlich Sidi Omar erkannten britischen Kräfte am 18. November zu einem Vorstoß in Richtung auf Tobruk angetreten. Durch sofortige Gegenangriffe deutsch-italienischer Verbände wurden die westlich Sidi Omar angesetzten starken britischen Kräfte unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Zahlreiche feindliche Panzer wurden vernichtet.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

"Man muss um der Fliegerei willen auch mal mit dem Teufel paktieren. Man darf sich nur nicht von ihm fressen lassen."

"Ich hab die Schnauze voll, der Krieg ist sowieso verloren"

"Schüttle den Staub dieses Landes von Deinen Schultern. Hier gibt es keine Menschenwürde mehr."
Ernst Udet (* 26. April 1896 in Frankfurt am Main; † 17. November 1941 in Berlin)
Während des Ersten Weltkriegs Jagdflieger in der Fliegertruppe des Deutschen Heeres, zuletzt im Rang eines Generalobersten und Generalluftzeugmeister der Wehrmacht.

Die Belagerung von Sewastopol fährt fest und Deutsche und Rumänen machen einen erfolglosen Versuch nach dem anderen, die Küstenfestung im Sturm zu nehmen. Um die Festung herum nehmen die Deutschen Kertsch am Ostende der Halbinsel Krim. Vor Moskau friert es nun (endlich), ein Glück für den Vormarsch, denn der allgegenwärtige Schlamm war festgefroren und so können die deutschen Truppen, unter dem Kommando von v.Bock, ihren Vorstoß auf Moskau fortsetzen. Trotzdem war an den geschlossenen Einsatz von Panzerverbänden vor Moskau nicht mehr zu denken, denn die Panzerregimenter waren kaum einsatzfähig. Meist waren die Fahrzeuge beschädigt, ein technischer Defekt lag vor und ihre Kampfkraft in Kämpfen stark geschrumpft. Die wenigen Panzer wurden zur Unterstützung der Infanterie eingesetzt. Die Belagerung von Leningrad wärt nun schon über 70 Tage und der Hunger scheint allgegenwärtig.

„Das Leben in Leningrad wird mit jedem Tag schlimmer. Die Leute sind aufgedunsen, weil sie Mostrich essen, aus dem sie Gebäck machen. Mehlstaub, den man früher zum Tapetenkleben verwendete, ist nirgendwo mehr aufzutreiben“.

„In Leningrad herrscht ein grauenhafter Hunger. Ich streife über Felder und Müllhalden und sammele alle möglichen Wurzeln und schmutzige Blätter, aber oft genug gibt es nicht einmal so etwas“.

„Ich war Zeuge einer Szene, wo auf der Straße einem Fuhrmann das Pferd vor Erschöpfung zusammenbrach. Mit Beilen und Messern eilten Leute herbei, schnitten das Pferd in Stücke und schleppten diese nach Hause. Wie Henker benahmen sie sich“.
Auszüge aus Briefen, die von der Militärzensur angehalten wurden (aus den Dokumentenarchiven des Geheimdienstes FSB für Sankt Petersburg und Umgebung – Materialien des früheren Volkskommissariats für Inneres, Leitung Leningrad und Umgebung)

 

„Zwischen Rommel und seinen Soldaten gibt es jenes vielseitige Verstehen, das nicht erklärt und analysiert werden kann, aber das einfach ein Geschenk der Götter ist. [...] Die Männer wußten, dass Rommel der letzte Mann wäre, den Rommel schonen würde; sie sahen ihn mitten unter sich und hatten das Gefühl - das ist unser Führer.“
Major Friedrich-Wilhelm von Mellenthin, Kavallerieoffi­zier unter Rommel

In Afrika, tausende Kilometer entfernt, versuchen es die Gegner der Deutschen mit einem RAID, einem Kommandoeinsatz, der vom 17. auf den 18. November auf Rommels Hauptquartier bei Beda Littoria und Rommel selbst abzielt. Der Raid westlich von Tobruk scheitert jedoch, Rommel befindet sich in Ghasala, nur zwei der Kommandos können entkommen. Gleichzeitig starten die Briten das Unternehmen Crusader, bei dem die britische 8. Armee die Gegenoffensive in der nordafrikanischen Wüste einleitet. Rommel kann zwar gegenhalten, muss dafür den Sturm auf Tobruk immer wieder verschieben.
Generaloberst Ernst Udet, Generalinspekteur der Luftwaffe und Jagdfliegerass aus dem Ersten Weltkrieg, begeht im Alter von 45 Jahren Selbstmord - aus Verzweiflung über das Chaos bei der Ausrüstung und Flugzeugbeschaffung der Luftwaffe. Göring verschleiert die tatsächlichen Hintergründe seines Todes und gibt bekannt, dass Udet bei einem Testflug eines neuen Militärflugzeuges ums Leben gekommen ist. Feldmarschall Milch übernimmt seinen Posten.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Wilhelm Franz Canaris

Harry Giese - Die Stimme der NS-Wochenschau


21.11. - 30.11.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 21. November 1941

 

Bei den Kämpfen im Donez-Bogen und im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden weitere Fortschritte erzielt.
Vor Leningrad brachen Ausbruchsversuche des Feindes im deutschen Abwehrfeuer zusammen.

Vor der britischen Küste griffen Schnellboote in der Nacht zum 20. November einen stark gesicherten Geleitzug an und versenkten zwei feindliche Handelsschiffe - darunter einen Tanker - mit zusammen 9.000 BRT. Zwei weitere Dampfer wurden torpediert und wahrscheinlich versenkt.
Bei einem erneuten Nachtangriff kam es zum Nahkampf mit britischen Bewachern und Schnellbooten. Dabei wurde ein deutsches Schnellboot durch Zusammenstoß schwer beschädigt. Mitten im Kampf wurde es von anderen Schnellbooten in Schlepp genommen, mußte aber auf der Rückfahrt aufgegeben und versenkt werden. Nach erfolgreicher Abwehr eines feindlichen Luftangriffes in den Morgenstunden kehrten alle übrigen Schnellboote in ihre Stützpunkte zurück.

Kampfflugzeuge, die zu bewaffneter Aufklärung eingesetzt waren, beschädigten bei Tage im Seegebiet um England ein britisches Vorpostenboot durch Bombentreffer.
In Nordafrika schreitet der Gegenangriff der deutsch-italienischen Truppen fort. Deutsche Zerstörer und Sturzkampfflugzeuge zersprengten britische Panzer- und Kraftfahrzeugansammlungen an der libysch-ägyptischen Grenze. Bei Marsa Matruk wurden militärische Anlagen mit guter Wirkung bombardiert. Der Feind verlor in Luftkämpfen vier Flugzeuge.

In der Zeit vom 12. bis 18. November verlor die britische Luftwaffe 43 Flugzeuge. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien sechs eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 22. November 1941

 

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Schnelle Truppen des Heeres und Verbände der Waffen-SS unter dem Oberbefehl des Generaloberst von Kleist nach heftigen Kämpfen die Stadt Rostow am Unterlauf des Don genommen.
Damit ist ein Handels- und Verkehrszentrum in unsere Hand gefallen, das für die Weiterführung des Krieges von besonderer Bedeutung ist. An den zu diesem Erfolg führenden Operationen sind die Luftwaffenverbände unter Führung des Generals der Flieger Ritter von Greim hervorragend beteiligt.

Auch an anderen Abschnitten der Ostfront wurde im Angriff weiterer Raum gewonnen.

Vor Leningrad brachen mehrere durch Panzer und Tiefflieger unterstützte Ausbruchsversuche stärkerer Kräfte des Gegners zusammen. Hierbei wurden 15 feindliche Panzer vernichtet.

Auf der britischen Insel erzielten Kampfflugzeuge bei Tage Bombenvolltreffer in Eisenbahnanlagen nördlich von New-Castle. In der vergangenen Nacht wurde ein Flugplatz an der englischen Südwestküste bombardiert.

In Nordafrika stehen die deutsch-italienischen Truppen seit dem 19. November auf breiter Front im schweren Kampf mit starken britischen Panzerverbänden. Die Schlacht dauert an.

Am 20. November fiel in den Kämpfen an der Ostfront der kommandierende General eines Armeekorps, General der Infanterie von Briesen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 23. November 1941

 

An der Ostfront wurden weitere Angriffserfolge erzielt.

Im Seegebiet um England wurden in der vergangenen Nacht zwei Handelsschiffe mittlerer Größe durch Bombentreffer schwer beschädigt. Mit dem Verlust eines dieser Schiffe ist zu rechnen.
Weitere Luftangriffe richteten sich bei Tage gegen Industrieanlagen in Schottland. In der letzten Nacht wurden Hafengebiete an der englischen Südostküste erfolgreich bombardiert.

In Nordafrika haben die deutsch-italienischen Verbände in erfolgreichen Kämpfen mit den aus südostwärtiger Richtung vorgegangenen britischen Kräften über 260 Panzerkraftwagen und rund 200 gepanzerte Fahrzeuge vernichtet.
Starke durch Panzer unterstützte Ausbruchsversuche der Besatzung von Tobruk wurden durch die italienischen Einschließungskräfte abgewiesen. In heftigen Luftkämpfen verlor der Gegner 25 Flugzeuge. Durch Luftangriff auf einen britischen Flugstützpunkt wurden mehrere Bombenflugzeuge am Boden zerstört. Die Schlacht in Nordafrika dauert unter schweren Kämpfen an.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 24. November 1941

 

Im mittleren Abschnitt der Ostfront gewann unser Angriff weiter an Boden. Nach erbitterten Kämpfen wurde die Stadt Solnetschnogorski - 50 km nordwestlich von Moskau - durch Panzertruppen genommen.
Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen Eisenbahnanlagen im Raum um Moskau. Mehrere Bahnlinien wurden durch Bombenvolltreffer unterbrochen.

Vor Leningrad brachen Ausbruchsversuche des Gegners wieder unter schweren Verlusten zusammen. Acht feindliche Panzer, darunter sieben schwerste, wurden hierbei vernichtet. Schwere Artillerie des Heeres setzte die Bekämpfung kriegswichtiger Ziele in Leningrad fort.

An der englischen Südwestküste wurden in der letzten Nacht verschiedene Häfen bombardiert. Bei Angriffsversuchen britischer Jagdfliegerverbände an der Kanalküste wurden sieben feindliche Flugzeuge abgeschossen.

In Nordafrika verlief der von den deutsch-italienischen Heeres- und Luftwaffenverbänden in bewährter Waffenbrüderschaft geführte Gegenangriff auch gestern erfolgreich. Zahlreiche weitere Panzer wurden vernichtet. Die Gefangenen- und Beutezahlen steigen. Die Schlacht südlich Tobruk sowie Angriffe starker britischer Kräfte gegen die Sollum-Bardia-Front sind noch im Gange.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 25. November 1941

 

Die Angriffskämpfe im mittleren Abschnitt der Ostfront verlaufen weiterhin erfolgreich.

Vor der britischen Küste griffen Schnellboote unter Führung des Flottillenchefs Kapitänleutnant Baethge einen stark gesicherten feindlichen Geleitzug an und versenkten bei heftigen Kämpfen mit britischen Zerstörern vier schwer beladene Handelsschiffe mit zusammen 16.500 BRT, darunter einen Tanker von 6.500 BRT. Alle Boote kehrten unversehrt zu ihren Stützpunkten zurück.

Kampfflugzeuge beschädigten in der letzten Nacht im Seegebiet um England zwei größere, in Geleitzügen fahrende Handelsschiffe durch Bombenwurf. An der britischen Südostküste wurden Hafenanlagen bombardiert.

Im Kanalgebiet versenkte die Luftwaffe ein britisches Schnellboot.

In der Nacht zum 24. November versuchten die Briten, mit einigen Booten an der französischen Kanalküste zu landen. Sie wurden durch die deutschen Küstensicherungen verlustreich abgewiesen.

In Nordafrika wird an allen Frontabschnitten erbittert weitergekämpft. Nördlich Sidi Barani erhielt ein größeres britisches Kriegsschiff einen Lufttorpedotreffer.

Die britische Luftwaffe versuchte mit schwachen Kräften in die Deutsche Bucht und in die besetzten Westgebiete einzufliegen. Drei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 26. November 1941

 

Im mittleren Abschnitt der Ostfront brachten unsere gestrigen Angriffe erheblichen Raumgewinn.

Zwei sowjetische Kriegsfahrzeuge liefen auf eine deutsch-finnische Minensperre und gingen nach heftigen Detonationen unter.

Im Kampf gegen England belegte die Luftwaffe bei Tag und bei Nacht Hafenanlagen und Flugplätze im Südwesten und Südosten der Insel mit Bomben schweren Kalibers.

Bei der erfolgreichen Verteidigung eines Geleitzuges gegen einen Angriff britischer Schnellboote ist ein deutsches Vorpostenboot durch Torpedotreffer gesunken. Die Besatzung wurde gerettet.

In Nordafrika brachte der Gegenangriff der deutsch-italienischen Truppen weitere Erfolge. Die Stellungen an der Sollum-Front wurden trotz feindlicher Angriffe gehalten. Erneute Ausbruchsversuche aus Tobruk sind gescheitert.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat die britische Kriegsmarine in den letzten Tagen wieder schwere Verluste erlitten. Außer der im gestrigen Wehrmachtbericht gemeldeten Beschädigung eines größeren britischen Kriegsschiffes durch Lufttorpedotreffer hat vor Sollum ein deutsches Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Freiherr von Tiesenhausen ein britisches Schlachtschiff angegriffen und ihm einen schweren Torpedotreffer beigebracht.
Ferner versenkte ein Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Mohr im Atlantik einen britischen Kreuzer der Dragon-Klasse.

Aus den Kämpfen vor Moskau wird in steigendem Maße das Überlaufen bolschewistischer Soldaten gemeldet. Um dieser Krise entgegenzuwirken, sieht sich die Regierung Stalin veranlaßt, in einer Note über Greueltaten deutscher Soldaten an sowjetischen Gefangenen zu berichten. Die deutsche Wehrmacht und die mit ihr kämpfenden verbündeten Truppen sehen mit tiefster Verachtung auf derartige Falschmeldungen, durch die das bestialische Verhalten bolschewistischer Horden verschleiert und deren Kampfmoral gehoben werden soll.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 27. November 1941

 

Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront wurden weitere Fortschritte erzielt. Sowjetische Angriffe bei und nördlich Rostow wurden unter schweren Verlusten des Gegners abgewiesen. Auch an der Einschließungsfront bei Leningrad scheiterten mehrere Ausbruchsversuche des Feindes.

In einem Nachtgefecht mit britischen Schnellbooten im Kanal beschädigten Vorpostenboote mehrere feindliche Boote durch Volltreffer. Mit dem Verlust von zwei britischen Schnellbooten ist zu rechnen.

Die Luftwaffe bombardierte in der vergangenen Nacht Hafenanlagen an der englischen Süd- und Westküste.

In Nordafrika dauern die Kämpfe in unverminderter Stärke an.
Vor der Küste der Cyrenaika versenkte ein deutsches Unterseeboot einen britischen Zerstörer der Jerwis-Klasse.
Angriffsversuche der britischen Luftwaffe mit schwachen Kräften auf das nordwestdeutsche Küstengebiet blieben wirkungslos.

In der Zeit vom 19. bis 25. November verlor die britische Luftwaffe 91 Flugzeuge, davon 68 Flugzeuge im Mittelmeergebiet und in Nordafrika.
In der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 29 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 28. November 1941

 

Bei Rostow und im Donez-Bogen wurden starke, von Fliegern und Panzern unterstützte sowjetische Gegenangriffe unter hohen blutigen Verlusten für den Feind abgewiesen. An einzelnen Stellen der Front dauern die Kämpfe noch an.
Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden starke feindliche Verteidigungsstellungen durchbrochen.
Schwere Artillerie des Heeres bekämpfte erfolgreich Schiffsziele vor Leningrad.

Die Zerstörung feindlicher Eisenbahnlinien wurde an der ganzen Front fortgesetzt, wobei der Gegner schwere Einbußen an rollendem Material erlitt. Tag- und Nachtangriffe von Kampfverbänden richteten sich gegen militärische Anlagen in Moskau und Leningrad.

Im Kampf gegen Großbritannien griff die Luftwaffe in der vergangenen Nacht Hafenanlagen an der Südostküste der Insel an.

Bei den anhaltenden schweren Kämpfen in Nordafrika, besonders bei der Abwehr feindlicher Ausbruchsversuche aus Tobruk, wurden wieder zahlreiche feindliche Panzer vernichtet. Truppenansammlungen und Fahrzeugkolonnen des Feindes an der Marmarica-Front wurden von deutschen Sturzkampf- und Jagdverbänden zersprengt.

Bei Angriffsversuchen der britischen Luftwaffe gegen die Kanalküste wurden vier feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Britische Bomber griffen in der Nacht zum 28. November Wohnviertel in Westdeutschland, besonders in Aachen und Köln, an, zerstörten oder beschädigten eine Anzahl von Wohngebäuden und verursachten Verluste in der Bevölkerung.

In der Zeit vom 16. bis zum 21. November verloren die sowjetischen Luftstreitkräfte 168 Flugzeuge. Davon wurden 73 in Luftkämpfen und 24 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. In der gleichen Zeit gingen an der Ostfront zwölf eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 29. November 1941

 

Im Angriff auf Moskau wurden weitere Fortschritte erzielt.
Bei Rostow und im Donez-Bogen erlitt der Feind bei erneut unter starker Zusammenfassung und rücksichtslosem Einsatz seiner Kräfte geführten Angriffen schwere blutige Verluste.
Die Besatzungstruppe von Rostow räumt befehlsgemäß das engere Stadtgebiet, um die erforderlichen Vergeltungsmaßnahmen gegen die Bevölkerung nunmehr
rücksichtslos in die Wege zu leiten, die sich völkerrechtswidrig im Rücken der deutschen Truppen am Kampf beteiligt hat.

Vor Leningrad wurden stärkere Ausbruchsversuche des Feindes abgewiesen.

In Nordafrika stehen die verbündeten Truppen in konzentrischem Angriff gegen starke britische Kräfte, die erneut vom Südosten auf Tobruk vorgestoßen sind. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten mit guter Wirkung Eisenbahnanlagen bei Sidi Barani.

Vorpostenboote wehrten im Kanal einen Angriff einer britischen Schnellbootflottille auf ein Geleit erfolgreich ab. Die zum Teil bereits beschädigten feindlichen Boote wurden von deutschen Torpedobooten verfolgt, wobei ein britisches Schnellboot versenkt und zwei weitere im Nahkampf so schwer beschädigt wurden, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Alle deutschen Schiffe liefen in ihre Zielhäfen ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 30. November 1941

 

Bei Rostow und im Donez-Bogen fügten die deutschen Truppen im Zusammenwirken mit der Luftwaffe dem Feinde bei Abwehr seiner auch gestern wiederholten Massenangriffe abermals schwerste Verluste zu. Kampfflugzeuge warfen im Ostteil der Bucht von Taganrog ein Öllager in Brand.

Im Raum von Moskau gewann der Angriff der Infanterie- und Panzerverbände weiter an Boden.

Vor Leningrad wurde ein stärkerer von Panzern unterstützter Ausbruchsversuch des Feindes abgewiesen.

Im hohen Norden setzten Kampffliegerverbände die Zerstörung wichtiger Anlagen der Murman-Bahn fort.

Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze und Eisenbahnanlagen im Süd- und Mittelabschnitt der Front. Leningrad und Moskau wurden bei Tage bombardiert.

Vor der britischen Küste griffen Schnellboote in der Nacht zum 29. November einen stark gesicherten feindlichen Geleitzug an und versenkten einen Tanker von 7.000 BRT. Ein weiterer großer Dampfer wurde torpediert und wahrscheinlich versenkt.

In Nordafrika setzten die deutsch-italienischen Truppen ihren Gegenangriff fort. Dabei wurden weitere feindliche Panzer vernichtet. Deutsche Sturzkampfflugzeuge sowie Jagd- und Zerstörerverbände zersprengten britische Kolonnen und Panzerbereitstellungen. Nachschubwege des Feindes bei Marsa Matruk wurden erfolgreich bombardiert. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger ohne eigene Verluste fünf britische Flugzeuge ab.

In der Zeit vom 22. bis 28. November verlor die sowjetische Luftwaffe 207 Flugzeuge. Davon wurden 79 in Luftkämpfen und 53 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 24 eigene Flugzeuge verloren.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

„Die Anfangserfolge gegen die zwischen den inneren Flügeln der Heeresgruppen Süd und Mitte befindlichen Feindkräfte haben [...] die Grundlage für eine entscheidungssuchende Operation gegen die vor der Heeresmitte stehende in Angriffskämpfen festgelegte Heeresgruppe Timoschenko[A 2] geschaffen. Sie muß in der bis zum Einbruch des Winterwetters verfügbaren befristeten Zeit vernichtend geschlagen werden. Es gilt hierzu, alle Kräfte des Heeres und der Luftwaffe zusammenzufassen, die auf den Flügeln entbehrlich werden und zeitgerecht herangeführt werden können.“
Adolf Hitler

Einen entscheidenden Schlag hat die deutsche Kriegsmarine Ende November erleiden müssen, der erfolgreiche deutsche Hilfskreuzer Atlantis wird durch den englischen Kreuzer HMS Devonshire vor Ascension (Südatlantik) abgefangen und durch die Besatzung selbst versenkt. Atlantis war 622 Tage auf See und hatte 22 Handelsschiffe mit zusammen 146.000 Tonnen versenkt. Einen weiteren Schlag hat die Luftwaffe in jeden Tagen erhalten, ihr Jagdflieger-Ass mit 115 Luftsiegen General Mölders, kommt bei einem Flugzeugunfall in der Nähe von Breslau - auf dem Weg zur Beerdigung von Udet - im Alter von 30 Jahren ums Leben. Außerdem scheitert der geplante Erstflug des Prototypen des Me 262 Düsenjägers mit zwei experimentellen Strahltriebwerken und einem Kolbenmotor in der Nase. Die Propaganda versucht diese so unpopulären Rückschläge herunterzuspielen, doch vor allem der Wegfall der Ikone Mölders macht der Bevölkerung schwer zu schaffen. Einzig allein das deutsche Heer bleibt von großen Rückschlägen verschont, denn weiter sind Verbände der Wehrmacht auf dem Vormarsch und erobern Rostow am Don, die Stadt Kalinin, 85 km nordwestlich von Moskau und Soletschnogorsk, nur 48 km nordwestlich von Moskau. Nur der Winter kann dem ungehinderten Vormarsch noch stoppen und verhindern das Moskau bald unter deutscher Fahne lebt. Genau der schlägt unbarmherzig zu, ausgenutzt von frischen sibirischen Truppen, die den deutschen Angriff nur 30 km vor Moskau zum Erliegen bringt. Die deutschen Offiziere wissen um ihre Verletzbarkeit gegen den Winter und die erstarkende Verteidigung der Russen. Hitler jedoch verbietet den schon erfolgten Rückzug aus dem von der Einschließung bedrohten Rostow. Daraufhin tritt Rundstedt zurück und wird durch Reichenau als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd ersetzt. Von nun an arbeiten Frontoffiziere regelmäßig gegen die Haltebefehle aus dem Führerhauptquartier, nur selten wird dem Rückzug statt gegeben und zu oft müssen Soldaten in auswegloser Situation die Stellung halten. Im Hinterland der Front hingegen geht der ideologische Krieg weiter und Obergruppenführer Prutzmann ermordet mit dem Einsatzkommando 2 in Riga 10.600 Juden und Kommunisten.

 

„Dieser Krieg ist ein totaler Krieg. Soweit die Männer Italiens nicht mehr die Gelegenheit haben, mit der Waffe für die Freiheit und Ehre ihres Vaterlandes zu kämpfen, haben sie die Pflicht, ihre volle Arbeitskraft in diesem Kampf einzusetzen.“
Rommels Befehl vom 1. Oktober 1943

Auch auf dem Schlachtfeld Afrika steht der Sieg auf Messers Schneide, die letzten 20.000 Italiener kapitulieren bei Gondar, General von Ravenstein, Befehlshaber der 21. Panzer-Division, wird gefangengenommen, als sein Stabswagen von einem britischen Bren-MG-Schützen beschossen wird und Rommel beginnt mit einem Gegenangriff, durch welchen sich schwere Kämpfe zwischen Tobruk und Sidi Rezegh entwickeln.
Auf See haben die Alliierten ein dichtes Konvoissystem aufgebaut und die US Navy befiehlt allen Schiffsführern von Handelsschiffen in Konvois zu fahren. Doch die eigentliche Gefahr lauert im Pazifik, denn dort verlässt der japanische 'Flugzeugträger-Angriffsverband' seinen geheimen Ankerplatz im Norden Japans in Richtung Nord-Pazifik, um sich Pearl Harbor aus einer unerwarteten Richtung nähern zu können.

Verluste Schlacht im Atlantik (November 1941)

13 alliierte Handelsschiffe (62.100 BRT)
5 deutsche U-Boote (80 einsatzbereit)

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Infanterie-Regiment "Großdeutschland"

Erwin Rommel


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeitgeschichte-online.de/zol ... n/xxpt.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Weisungen des OKW Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(10.10.1941)

 


Richtlinien

 

Richtlinien des Tages

 

[Stempel: Geheim]

Oberkommando der Heeresgruppe Süd H.Qu., den 12.10.1941
Ia Nr. 2682/41 geh.


[Stempel: Zum Kriegstagebuch
Anlage Nr. 1032]


An

A.O.K. 11
A.O.K. 17
Pz.A.O.K. 1
Befh.rückw.H.Geb. Süd

nachr.: Mil.Befh. Ukraine
A.O.K. 6 (ohne Anlage).

 

In der Anlage gebe ich einen Befehl vom 10.10.41 des Oberbefehlshabers der 6. Armee über "Verhalten der Truppe im Ostraum" zur Kenntnis, mit dessen Inhalt ich mich voll einverstanden erkläre.
Ich stelle zur Erwägung, im dortigen Befehlsbereich, sinngemäße, den örtlichen Verhältnissen angepaßte Weisungen zu erlassen, sofern dies noch nicht geschehen ist. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Überwinterung und die geringen Kräfte in den rückwärtigen Gebieten ist die noch vielfach anzutreffende Sorglosigkeit und Weichheit nach dem eigentlichen Kampf nicht tragbar.

- 1 Anlage -

[Unterschrift: von Rundstedt]


Nach Abgang:
Hr.Gr.Süd, Ia
Ib
Ic
Koluft
Gen.d.Pi.
Bv.T.O.
Nachr.Führer
Gen.St.Gr. z.b.V.
IIa (mit Neb.Abdr. für H.Qu.)
III
Bef.Stelle Süd - Gen.Qu.

Abschrift!


Armee-Oberkommando 6 A.H.Qu., 10. Oktober 1941.
Abt. 1 a - Az. 7

 

Betr.: Verhalten der Truppe im Ostraum.

Hinsichtlich des Verhaltens der Truppe gegenüber dem bolschewistischen System bestehen vielfach noch unklare Vorstellungen.

Das wesentlichste Ziel des Feldzuges gegen das jüdisch-bolschewistische System ist die völlige Zerschlagung der Machtmittel und die Ausrottung des asiatischen Einflusses im europäischen Kulturkreis. Hierdurch entstehen auch für die Truppe Aufgaben, die über das hergebrachte einseitige Soldatentum hinausgehen. Der Soldat ist im Ostraum nicht nur ein Kämpfer nach den Regeln der Kriegskunst, sondern auch Träger einer unerbittlichen völkischen Idee und der Rächer für alle Bestialitäten, die deutschem und artverwandtem Volkstum zugefügt wurden.
Deshalb muß der Soldat für die Notwendigkeit der harten, aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles Verständnis haben. Sie hat den weiteren Zweck, Erhebungen im Rücken der Wehrmacht, die erfahrungsgemäß stets von Juden angezettelt wurden, im Keime zu ersticken.

Der Kampf gegen den Feind hinter der Front wird noch nicht ernst genug genommen. Immer noch werden heimtückische grausame Partisanen und entartete Weiber zu Kriegsgefangenen gemacht, immer noch werden halbuniformierte oder in Zivil gekleidete Heckenschützen und Herumtreiber wie anständige Soldaten behandelt und in die Gefangenenlager abgeführt. Ja, die gefangenen russischen Offiziere erzählen hohnlächelnd, daß die Agenten der Sowjets sich unbehelligt auf den Straßen bewegen und häufig an den deutschen Feldküchen mitessen. Ein solches Verhalten der Truppe ist nur durch völlige Gedankenlosigkeit zu erklären. Dann ist es aber für die Vorgesetzten Zeit, den Sinn für den gegenwärtigen Kampf wachzurufen.
Das Verpflegen von Landeseinwohnern und Kriegsgefangenen, die nicht im Dienste der Wehrmacht stehen, an Truppenküchen ist eine ebenso mißverstandene Menschlichkeit wie das Verschenken von Zigaretten und Brot. Was die Heimat unter großer Entsagung entbehrt, was die Führung unter größten Schwierigkeiten nach vorne bringt, hat nicht der Soldat an den Feind zu verschenken, auch nicht, wenn es aus der Beute stammt. Sie ist ein notwendiger Teil unserer Versorgung.

- 2 -

Die Sowjets haben bei ihrem Rückzug häufig Gebäude in Brand gesteckt. Die Truppe hat nur soweit ein Interesse an Löscharbeiten, als notwendige Truppenunterkünfte erhalten werden müssen. Im übrigen liegt das Verschwinden der Symbole einstiger Bolschewistenherrschaft, auch in Gestalt von Gebäuden, im Rahmen des Vernichtungskampfes. Weder geschichtliche noch künstlerische Rücksichten spielen hierbei im Ostraum eine Rolle. Für die Erhaltung der wehrwirtschaftlich wichtigen Rohstoffe und Produktionsstätten gibt die Führung die notwendigen Weisungen.

Die restlose Entwaffnung der Bevölkerung im Rücken der fechtenden Truppe ist mit Rücksicht auf die langen empfindlichen Nachschubwege vordringlich, wo möglich, sind Beutewaffen und Munition zu bergen und zu bewachen. Erlaubt dies die Kampflage nicht, sind Waffen und Munition unbrauchbar zu machen. Wird im Rücken der Armee Waffengebrauch einzelner Partisanen festgestellt, so ist mit drakonischen Maßnahmen durchzugreifen. Diese sind auch auf die männliche Bevölkerung auszudehnen, die in der Lage gewesen wäre, Anschläge zu verhindern oder zu melden. Die Teilnahmslosigkeit zahlreicher angeblich sowjetfeindlicher Elemente, die einer abwartenden Haltung entspringt, muß einer klaren Entscheidung zur aktiven Mitarbeit gegen den Bolschewismus weichen. Wenn nicht, kann sich niemand beklagen, als Angehöriger des Sowjet-Systems gewertet und behandelt zu werden. Der Schrecken vor den deutschen Gegenmaßnahmen muß stärker sein als die Drohung der umherirrenden bolschewistischen Restteile.

Fern von allen politischen Erwägungen der Zukunft hat der Soldat zweierlei zu erfüllen:

1) die völlige Vernichtung der bolschewistischen Irrlehre, des Sowjet-Staates und seiner Wehrmacht;

2) die erbarmungslose Ausrottung artfremder Heimtücke und Grausamkeit und damit die Sicherung des Lebens der deutschen Wehrmacht in Rußland.

Nur so werden wir unserer geschichtlichen Aufgabe gerecht, das deutsche Volk von der asiatisch-jüdischen Gefahr ein für allemal zu befreien.

 

Der Oberbefehlshaber:

gez. v. Reichenau
Generalfeldmarschall


Für die Richtigkeit der Abschrift:
gez. - Höttges
Leutnant


Hintergrund

 

 

 

„Es gab für Angehörige der Wehrmacht Handlungsspielräume. Etwa bei den Erschießungs-kommandos. Es ist kein einziger Fall bekannt, wo sich jemand geweigert hätte und dafür ernstlich bestraft- oder gar erschossen worden wäre.“
Winfried Heinemann, Historiker

Vor der Kommission wurde Erich von Manstein folgende Frage vorgelegt:

»Sie kennen sicher den Befehl des Generals von Reichenau, in dem er rücksichtsloses Verhalten gegenüber der Zivilbevölkerung forderte? Haben Sie diesen Befehl bekommen, und hatte er irgendwelchen Einfluß auf Ihre Haltung und auf das Benehmen Ihrer Truppe gegenüber der Zivilbevölkerung?«

Und der Angeklagte antwortete vor dem Tribunal der Nürnberger Prozesse:

»Dieser Befehl ist uns auf Veranlassung des Führers zur Kenntnis zugegangen; jedoch keiner der anderen Führer war derselben Ansicht wie Reichenau, und er wurde niemals durchgeführt, besonders in meinem Gebiet.
Den Reichenau-Befehl hatte ich, bis er hier unter den Dokumenten auftauchte, völlig vergessen, und ich habe vor allen Dingen diesen Befehl von mir völlig vergessen. Das ist schließlich kein Wunder, denn es liegt eine Reihe von Jahren zurück, und ich habe in diesen Jahren Hunderte, vielleicht Tausende von Befehlen unterschrieben, und ich kann mich unmöglich an jede Einzelheit erinnern.«

General Reichenau war ein überzeugter Anhänger Hitlers, solche Militärs galten „Weltanschauungskrieg“ gegen „Bolschewisten“ und Juden, dem Führer treu ergeben. Reichenau selber war nachweislich, als Kommandeur der 6. Armee, für Massaker an jüdischen Familien und rühmte sich mit engen Kontakte zum Führer des Sonderkommandos 4a, SS-Standartenführer Paul Blobel, der das Massaker von Baby Jar, bei dem über 33.000 Juden innerhalb von zwei Tagen erschossen wurden (29./30. September 1941), zu verantworten hat.
Am 10. Oktober 1941 erließ Reichenau den sogenannten „Reichenau-Erlass“, der bis hinunter auf die Ebene der Kompanien verteilt und vorgelesen wurde. Adolf Hitler war begeistert vom Befehl und gab Order an allen Armeekommandanten an der Ostfront, Reichenaus Beispiel zu folgen. Der „Reichenau-Befehl“ ruft Soldaten unverhohlen zur Ermordung von Juden auf! Das ideologische Engagement Reichenaus brachte ihm am 1. Dezember 1941 an Rundstedts Stelle zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd an der Ostfront ein. Sein Nachfolger bei der 6. Armee wurde auf Reichenaus Empfehlung, für viele überraschend, sein früherer Stabschef Friedrich Paulus.

 

Es war schwer Militärs für den ideologischen Krieg zu gewinne, so wollte der Reichsführer-SS Heinrich Himmler unbedingt ein Sowjetfreundliche Gesinnung der Militärs behindern. Einiger von Ihnen hatten aber den Entschluss gefasst, mit einer liberalen Politik zu gewinnen und sie sich zum Verbündeten im Kampf gegen den Bolschewismus machen. Himmler sah die Sowjetunion als unbelehrbar, unfähig zum Übergang in die nationalsozialistische Ideologie, vor allem weil das sowjetische Volk als minderwertig für ihn galt. Der Reichenau-Befehl vom 10. Oktober 1941 enthielt den Begriff „Untermensch“ als Hauptbegründung für die völkerrechtswidrige Ermordung von Russen, wurde von einem hohen Militär aufgesetzt und machte den Militärs klar, dass man ideologisch auf Linie sein und handeln muss, um die Karriere zu fördern. Viele dieser Generäle, so auch von Mahnstein, vergaßen nach Ende des Krieges den Befehl dann einfach und sahen sich als militärische Befehlsempfänger und nicht ideologische Krieger.

"Eines Abends kam unser Zugführer zu uns", erinnert sich Bruno Menzel, damals Soldat in der 281. Sicherungsdivision, "und er sagte: 'Jungs, morgen haben wir eine schwere Aufgabe. Wer nicht mitmachen will, braucht nicht mitmachen!'" Das Bataillon sollte tags darauf an der Ermordung der Juden in dem weißrussischen Ort Krupki nördöstlich von Minsk, mitwirken. "Keiner hat sich gemeldet und gesagt: ,Ich mache nicht mit'", grämt Menzel sich heute. "Das galt ja gleich als Feigheit vor dem Feind. Keiner hat sich dem Befehl verweigert."

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generäle - Rang und Gesicht einer Armee

Generaloberst Paul "Papa" Hausser


 

Quellen

Walther Hubatsch (Hrsg.), Hitlers Weisungen für die Kriegführung, Bonn.
Buchheim, Broszat, Jacobsen, Krausnick, Anatomie des SS-Staates, Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 8. (1. Mai 1999).

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsv ... index.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19489031.html
http://www.ns-archiv.de/krieg/1940/unte ... 2-1949.php
http://www.verbrechen-der-wehrmacht.de/pdf/vdw_de.pdf
http://www.marschdeslebens.org/fileadmi ... rmacht.pdf

Autor: Freiherr von Woye



Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Rede Hitlers

(03.10.1941)

 


Rede Hitlers

 

Wichtiges zum Tage

 

Meine deutschen Volksgenossen und -genossinnen!

Wenn ich heute nach langen Monaten wieder zu Ihnen spreche, dann geschieht es nicht, um etwa einem jener Staatsmänner Rede und Antwort zu stehen, die sich vor kurzem wunderten, warum ich so lange geschwiegen hätte. Die Nachwelt wird einmal abwägen und feststellen können, was mehr Gewicht hatte in diesen dreieinhalb Monaten: die Reden des Herrn Churchill oder meine Handlungen. Ich bin heute hierher gekommen, um wie immer zum Winterhilfswerk eine kurze Einleitung zu geben. Es wurde mir dieses Mal das Herkommen besonders schwer, weil in diesen Stunden, da ich hier sein kann, an unserer Ostfront sich wieder im Vollzug eingeleiteter Operationen ein neues gewaltiges Ereignis vollzieht. Seit achtundvierzig Stunden ist abermals eine Operation von gigantischem Ausmaß im Gange. Sie wird mithelfen, den Gegner des Ostens zu zerschmettern. Ich rede nunmehr zu Ihnen im Namen der Millionen, die in diesem Augenblick kämpfen, um Sie, die deutsche Heimat, aufzufordern, zu allen anderen Opfern auch in diesem Jahr das zusätzliche Opfer des Winterhilfswerks auf sich zu nehmen. Seit dem 22. Juni tobt nun ein Kampf von einer wahrhaft weltentscheidenden Bedeutung. Umfang und Tiefe dieses Ereignisses wird erst eine Nachwelt ganz klar erkennen. Sie wird einst in ihren Feststellungen zu dem Ergebnis kommen, daß damit eine neue Zeitenwende begann. Auch dieser Kampf wurde von mir nicht gewollt. Seit im Januar 1933 mir die Vorsehung die Führung und Lenkung der Geschicke des Reiches anvertraute, hatte ich ein Ziel vor Augen, das im Wesentlichen im Programm unserer nationalsozialistischen Partei umrissen war. Ich bin diesem Ziel nie untreu geworden und habe mein Programm niemals aufgegeben. Ich habe mich damals bemüht, den Wiederaufbau eines Volkes herbeizuführen, das nach einem durch eigene Schuld verlorenen Krieg den tiefsten Sturz seiner Geschichte hinter sich hatte. Allein schon eine riesenhafte Aufgabe. Ich begann dabei diese Aufgabe in dem Augenblick, als andere bereits an ihr entweder gescheitert waren oder überhaupt nicht mehr an die Möglichkeit der Erfüllung eines solchen Programms glaubten. Was wir nun in diesen Jahren in friedlichem Aufbau geleistet haben, ist einmalig. Es ist für mich und für meine Mitarbeiter oft geradezu eine Beleidigung, uns mit jenen demokratischen Nullen abgeben zu müssen, die überhaupt auf nicht eine einzig wahre große Lebensleistung zurückzublicken in der Lage sind. Ich und wir alle hätten diesen Krieg nicht notwendig gehabt, um etwa unsere Namen zu verewigen. Dafür hätten die Werke des Friedens gesorgt, und zwar genügend gesorgt. Und außerdem, wir waren nicht etwa am Ende unserer Schöpfungen angekommen, sondern wir standen vielleicht auf manchen Gebieten erst am Beginn. Die innere Sanierung unseres Reiches war uns gelungen, unter schweren Voraussetzungen. Denn immerhin, in Deutschland müssen 140 Menschen auf dem Quadratkilometer ernährt werden. Die andere Welt hat es hier leichter. Und trotzdem haben wir unsere Probleme gelöst, und die andere Welt ist zum großen Teil an diesen Problemen gescheitert. Es waren folgende Grundsätze:

1. Die innere Konsolidierung der deutschen Nation.

2. Die Erringung unserer Gleichberechtigung nach außen und

3. die Einigung des deutschen Volkes und damit die Wiederherstellung eines naturgegebenen Zustandes, der durch Jahrhunderte nur künstlich unterbrochen worden war.

Es war also, meine Parteigenossen und meine Volksgenossen, unser äußeres Programm auch von vornherein festgelegt, daher auch die äußeren Maßnahmen von vornherein bestimmt. Keineswegs war damit gesagt, daß wir jemals nach einem Krieg strebten. Aber etwas war bestimmt: daß wir unter keinen Umständen verzichten wollten auf die Wiederherstellung der deutschen Freiheit und damit einer der Voraussetzungen zum deutschen Wiederaufstieg.

Ich habe aus diesem Gesichtspunkt heraus der Welt sehr viele Vorschläge unterbreitet. Ich brauche sie hier nicht zu wiederholen, das besorgt die tägliche publizistische Tätigkeit meiner Mitarbeiter, wie viele Friedensangebote ich dieser Welt machte, Abrüstungsvorschläge, Vorschläge zur friedlichen Herbeiführung vernünftiger wirtschaftlicher neuer Ordnungen. Es ist das alles abgelehnt worden, und zwar wesentlich abgelehnt worden von jenen, die ersichtlich nicht hoffen konnten, durch eine Friedensarbeit ihre eigenen Aufgaben zu erfüllen oder besser, ihr eigenes Regime am Ruder halten zu können. Trotzdem ist es uns allmählich gelungen, in jahrelanger Friedensarbeit nicht nur die inneren großen Reformarbeiten durchzuführen, sondern auch die Einigung der deutschen Nation einzuleiten, das Großdeutsche Reich zu schaffen, Millionen deutsche Volksgenossen damit wieder in ihre eigene Heimat zurückzuführen und das Gewicht ihrer Zahl damit auch dem deutschen Volk wieder als machtpolitisches Gewicht zur Verfügung zu stellen. In dieser Zeit gelang es mir, eine Anzahl von Bundesgenossen zu erwerben, - an der Spitze Italien, mit dessen Staatsmann mich eine persönliche enge und innige Freundschaft verbindet. Auch zu Japan wurden unsere Beziehungen immer besser. In Europa hatten wir außerdem von früher her eine Reihe von Völkern und Staaten, die uns in einer immer gleichbleibenden Sympathie und Freundschaft gegenüberstanden; vor allem hier Ungarn, einige nordische Staaten. Es sind zu diesen Völkern andere hinzugekommen, leider das Volk nicht, um das ich am meisten geworben habe in meinem Leben: Das Britische. Nicht, daß etwa das englische Volk vielleicht dafür allein die Verantwortung trägt in seiner Gesamtheit, im Gegenteil, es sind einige Menschen, die in ihrem verbohrten Haß, in ihrem Wahnwitz jeden solchen Versuch einer Verständigung sabotierten, unterstützt von jenem internationalen Weltfeind, den wir alle kennen: dem internationalen Judentum. So gelang es leider nicht, Großbritannien, vor allem das englische Volk, mit dem deutschen in jene Verbindung zu bringen, die ich immer erhofft hatte.

So kam eben, genau wie 1914, der Augenblick, da die harte Entscheidung getroffen werden mußte. Ich habe auch davor dann allerdings nicht zurückgeschreckt. Denn über eines war ich mir im klaren: Wenn es eben nicht gelingen konnte, die englische Freundschaft zu bekommen, dann war es besser, die Feindschaft traf Deutschland in dem Augenblick, indem ich selber noch an der Führung des Reiches stand. Denn wenn durch meine Maßnahmen und durch mein Entgegenkommen diese englische Freundschaft nicht zu erwerben war, dann war sie für alle Zukunft nicht zu erwerben, dann blieb nichts anderes übrig als der Kampf. Dann aber bin ich dem Schicksal nur dankbar, wenn dieser Kampf von mir geführt werden kann. Ich bin daher auch der Überzeugung, daß es mit all diesen Männern wirklich keine Verständigung gibt. Es sind das Wahnsinnige, Narren, Leute, die seit zehn Jahren kein anderes Wort kannten als nur eines: Wir wollen wieder einen Krieg mit Deutschland! - In Monaten, in denen ich mich bemühte, eine Verständigung herbeizuführen, da hatte dieser Herr Churchill nur immer einen Ruf: „Ich will einen Krieg haben!“ - Er hat ihn jetzt! Und alle seine Mithetzer, die nichts anderes zu sagen wußten, als daß das ein reizender Krieg sein wird, die sich gegenseitig damals am 1. September 1939 beglückwünschten zu diesem kommenden reizenden Krieg, sie werden jetzt unterdes vielleicht schon über diesen reizenden Krieg anders denken. Und wenn sie es noch nicht wissen sollten, daß dieser Krieg für England keine reizende Sache wird, so werden sie's mit der Zeit noch merken, so wahr ich hier stehe. Diese Hetzer haben es damals fertig gebracht Polen vorzuschieben; die Hetzer aber nicht nur hier in der alten, sondern auch die Hetzer in der neuen Welt. Sie haben schlau den Polen vorgeredet, daß erstens Deutschland sowieso nicht das sei, was es zu sein vorgebe, und zweitens daß man ja die Garantie besäße, unter allen Umständen die notwendige Hilfe zu bekommen. Das war die Zeit, in der England noch nicht in der Welt herumgebettelt hat um Hilfe seinerseits, sondern noch jedermann großzügig seine Hilfe versprach. Das hat sich ja seitdem schon wesentlich geändert. Wir hören jetzt ja nicht mehr, daß England einen Staat in den Krieg führt mit dem Versprechen, ihm zu helfen, sondern wir hören jetzt nur mehr, daß England in der Welt herumbettelt, es möchte ihm geholfen werden.

Ich habe damals gerade Polen gegenüber Vorschläge gebracht, von denen ich heute, nachdem die Ereignisse gegen unseren Willen einen anderen Verlauf genommen hatten, geradezu sagen muß: Es war doch die Vorsehung, die allmächtige Vorsehung, die es damals verhindert hat, daß dieses mein Angebot angenommen wurde. Sie hat wohl gewußt, warum das nicht so sein durfte. Und heute weiß auch ich es. und wir alle wissen es: Diese Verschwörung von Demokraten, Juden und Freimaurern hat es damals fertig gebracht vor zwei Jahren, zunächst Europa in den Krieg zu stürzen. Es mußten also die Waffen entscheiden. Seitdem nun findet ein Kampf statt zwischen der Wahrheit und der Lüge. Und wie immer, wird dieser Kampf für die Wahrheit am Ende siegreich ausgehen. Das heißt mit anderen Worten: Was immer auch die britische Propaganda, was immer auch das internationale Weltjudentum und seine demokratischen Helfershelfer zusammenlügen mögen, an den historischen Tatsachen werden sie nichts ändern. Und die historische Tatsache ist, daß nicht die Engländer in Deutschland stehen, daß nicht die anderen Staaten etwa Berlin erobert haben, daß sie nicht etwa nach dem Westen oder nach dem Osten vorgerückt sind, sondern die historische Wahrheit ist, daß seit nunmehr zwei Jahren Deutschland einen Gegner nach dem anderen niedergeworfen hat. Ich habe das gar nicht gewollt, Ich gab ihnen sofort nach der ersten Auseinandersetzung wieder meine Hand. Ich war selber Soldat gewesen und weiß, wie schwer Siege zu erkämpfen sind, wie viel Blut und Elend, Jammer, Entbehrungen und Opfer sich damit verbinden. Ich bin sofort zurückgestoßen worden. Und seitdem haben wir es ja erlebt, daß jedes Friedensangebot von mir sofort von diesem Kriegshetzer Churchill und seinem Anbauausgenützt wurde, um zu erklären, das sei der Beweis unserer Schwäche, das sei der Beweis, daß wir nun nicht mehr könnten. Ich habe es daher aufgegeben, noch einmal diesen Weg zu versuchen. Ich habe mich zur Überzeugung durchgerungen, es kann hier nur eine ganz klare Entscheidung, und zwar eine weltgeschichtliche Entscheidung für die nächsten hundert Jahre erkämpft werden.

Immer in dem Bestreben, den Umfang des Krieges zu begrenzen, habe ich mich im Jahre 1939 zu etwas entschlossen, das Sie, meine alten Parteigenossen, vor allem als das Schwerste begreifen, was ich, ich möchte fast sagen, an menschlicher Demütigung unternehmen mußte. Ich habe damals meinen Minister nach Moskau geschickt. Es war die bitterste Überwindung meines Gefühls. Aber in solchem Augenblick darf ja nicht das Gefühl eines Menschen entscheiden, wenn es sich um das Wohl von Millionen anderer handelt. Ich habe versucht, hier zu einer Verständigung zu kommen. Sie wissen selber im Innern am allerbesten, wie ehrlich und aufrichtig ich diese Verpflichtungen dann gehalten habe. Weder in unserer Presse noch in unseren Versammlungen ist auch nur ein Wort mehr seitdem über Rußland geschrieben worden, kein Wort mehr über den Bolschewismus. Leider hat sich die andere Seite von Anfang an daran nicht gehalten. Die Folgen dieser Abmachung war ein Verrat, der zunächst den ganzen Nordosten Europas liquidierte. Was es für uns damals bedeutete, stillschweigend zusehen zu müssen, als das kleine finnische Volk abgewürgt wurde, das wissen Sie ja alle selbst. Und was es für mich als Soldat bedeutete, hier zusehen zu müssen, wie ein übermächtiger Staat über einen kleinen herfällt, das wissen Sie auch. Ich habe aber geschwiegen. Was es bedeutete, als endlich die baltischen Staaten ebenfalls überwältigt wurden, das kann nur der ermessen, der die deutsche Geschichte kennt und weiß, daß es dort ja keinen Quadratkilometer Grund und Boden gibt, der nicht einst durch deutsche Pionierarbeit überhaupt der menschlichen Kultur und Zivilisation erschlossen worden war.

Trotzdem, ich habe zu all dem geschwiegen. Erst als ich von Woche zu Woche mehr empfand, daß Rußland nunmehr die Stunde gekommen sah, gegen uns vorzugehen, als in einem Augenblick. da wir knappe drei Divisionen in Ostpreußen besaßen, zweiundzwanzig russische sich dort ansammelten, als ich allmählich die Unterlage erhielt, wie an unserer Grenze Flugplatz um Flugplatz entstand, wie eine Division nach der anderen aus dem ganzen riesenhaften Weltreich hier zusammengezogen wurde, da war ich ja nun verpflichtet, auch meinerseits besorgt zu sein. Denn es gibt in der Geschichte keine Entschuldigung für ein Versehen, eine Entschuldigung, die etwa darin besteht, daß man nachträglich erklärt. Ich habe das nicht bemerkt, oder ich habe es nicht geglaubt. Ich fühle mich nun einmal, solange ich an der Spitze des Reiches bin, verantwortlich für des Deutschen Volkes Dasein, für seine Gegenwart und, soweit es ein Mensch überblicken kann, auch für seine Zukunft. Ich war daher gezwungen, langsam auch meinerseits Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Sie waren rein defensiver Natur. Aber immerhin ergab sich bereits im August und September des vergangenen Jahres eine Erkenntnis: Eine Auseinandersetzung im Westen mit England, die vor allem die ganze deutsche Luftwaffe gebunden hätte, war nicht mehr möglich, denn in meinem Rücken stand ein Staat, der bereits sieh fertigmachte, in einem solchen Augenblick gegen uns vorzugehen. Wieweit aber diese Vorbereitungen getroffen waren, das allerdings haben wir erst jetzt im vollen Umfang kennen gelernt.

Ich wollte nun noch einmal dieses ganze, Problem klären und habe deshalb damals Molotow nach Berlin eingeladen. Er stellte mir die bekannten vier Bedingungen:

1. Deutschland müßte endgültig einwilligen, daß, nachdem sich Rußland erneut von Finnland bedroht fühlte, Rußland zu einer Liquidierung von Finnland schreiten könnte.

Es war die erste Frage, die für mich schwer zu beantworten war, aber ich konnte nicht anders, als diese Zustimmung verweigern.

Die zweite Frage betraf Rumänien: die Frage, ob die deutsehe Garantie Rumänien auch gegen Rußland schützen würde. Ich mußte auch hier zu einem nun einmal gegebenen Wort stehen. Ich bereue es nicht, daß ich es getan habe, denn ich habe, auch in Rumänien einen Ehrenmann gefunden, in dem General Antonescu, der auch seinerseits zu seinem Wort blind gestanden ist.

Die dritte Frage damals betraf Bulgarien. Molotow forderte, daß Rußland das Recht erhalte, nach Bulgarien Garnisonen zu legen und damit über Bulgarien eine russische Garantie auszuüben. Was das heißt, das wußten wir ja unterdes von Estland, Lettland und von Litauen her zur Genüge. Ich konnte mich hier darauf berufen, daß eine solche Garantie doch bedingt sei vom Wunsch des zu Garantierenden, daß mir darüber nichts bekannt wäre und daß ich mich daher erst hier rückerkundigen müßte und mich besprechen müßte mit meinen Verbündeten.

Und die vierte Frage betraf die Dardanellen. Rußland forderte Stützpunkte an den Dardanellen. Wenn Herr Molotow das jetzt abzustreiten versucht, so ist das nicht verwunderlich. Er wird, wenn er morgen oder übermorgen nicht mehr in Moskau sein wird, es auch abstreiten, daß er nicht mehr in Moskau ist. Er hat diese Forderung gestellt, und ich habe sie abgelehnt. Ich mußte sie ablehnen.

Und damit war ich mir allerdings klar, denn es ist ja auch die weitere Unterredung ergebnislos verlaufen, daß nunmehr eigentlich höchste Vorsicht am Platze war. Und ich habe nunmehr Rußland sorgfältigst beobachtet. Jede Division, die wir feststellen konnten, wurde bei uns gewissenhaft eingetragen und durch Gegenmaßnahmen pflichtgemäß beantwortet. Die Lage war bereits im Mai soweit gediehen, daß es keinen Zweifel mehr darüber geben konnte, daß Rußland die Absicht hatte, bei der ersten Gelegenheit über uns herzufallen. Und gegen Ende Mai verdichteten sich diese Momente so, daß man nunmehr den Gedanken einer Auseinandersetzung auf Leben und Tod nicht mehr von sich weisen konnte.

Ich mußte damals nun immer schweigen. Und es ist mir das doppelt schwer geworden. Nicht so schwer vielleicht der Heimat gegenüber. Denn letzten Endes muß die begreifen, daß es Augenblicke gibt, in denen man nicht reden kann, wenn man nicht die ganze Nation in eine Gefahr bringen will. Viel schwerer ist mir das Schweigen meinen Soldaten gegenüber geworden, die nun Division an Division an der Ostgrenze des Reiches standen und doch nicht wußten, was eigentlich vor sich ging, keine Ahnung hatten von dem, was in Wirklichkeit unterdes sich verändert hatte und die doch eines Tages vielleicht zu einem schweren, ja, dem schwersten Waffengang aller Zeiten antreten mußten. Und gerade ihretwegen durfte ich ja nicht reden, denn hätte ich auch nur ein Wort verloren, dann hätte dies Herrn Stalin nicht im geringsten in seinem Entschluß geändert, aber die Überraschungsmöglichkeit, die mir als letzte Waffe blieb, die wäre dann weggefallen. Und jede solche Vorankündigung, ja, jede Andeutung hätte Hunderttausende von unseren Kameraden das Leben gekostet. Ich habe deshalb hier auch in dem Augenblick noch geschwiegen, in dem ich mich endgültig entschloß, nunmehr selber den ersten Schritt zu tun. Denn wenn ich schon einmal sehe, daß ein Gegner das Gewehr allmählich anlegt, dann werde ich nicht warten, bis er abzieht, sondern dann bin ich entschlossen, lieber selber vorher abzuziehen.

Es war, das darf ich heute hier aussprechen, der schwerste Entschluß meines ganzen bisherigen Lebens. Denn jeder solche Schritt öffnet ein Tor, hinter dem sich nur Geheimnisse verbergen.

Erst die Nachwelt weiß ganz genau, wie es kam und was geschah. So kann man nur sich mit seinem inneren Gewissen abfinden und dann das Vertrauen auf sein Volk, auf die selbstgeschmiedeten Waffen stärken und dann das, was ich früher oft sagte, den Herrgott bitten, nicht daß er einem hilft durch die Unterstützung des Nichtstuns, sondern daß er dem den Segen gibt, der selbst bereit und gewillt ist, heilig und opfervoll für sein Dasein zu kämpfen.

Am 22. Juni morgens setzte nun dieser größte Kampf der Weltgeschichte ein. Seitdem sind etwas über dreieinhalb Monate vergangen, und ich darf hier zunächst eine Feststellung treffen: Es ist alles seitdem planmäßig verlaufen. Was immer auch vielleicht im Einzelnen der Soldat oder die Truppe an Überraschungen erleben konnte, - der Führung ist in dieser ganzen Zeit in keiner Sekunde das Gesetz des Handelns aus der Hand entwunden worden. Im Gegenteil, bis zum heutigen Taue ist jede Aktion genau so planmäßig verlaufen wie einst im Osten gegen Polen, dann gegen Norwegen, und endlich gegen den Westen und endlich auf dem Balkan. Nur eines muß ich hier feststellen: Wir haben uns nicht getäuscht in der Richtigkeit der Pläne. Wir haben uns auch nicht getäuscht in der Tüchtigkeit, in der einmalig geschichtlichen Tapferkeit des deutschen Soldaten. Wir haben uns auch nicht getäuscht in der Güte oder über die Güte unserer Waffen. Wir haben uns nicht getäuscht über das reibungslose Funktionieren unserer ganzen Organisation der Front, ihrer gigantischen hinteren Räume. Und auch nicht haben wir uns getäuscht über die deutsche Heimat. Wir haben uns allerdings über etwas getäuscht: Wir hatten keine Ahnung davon, wie gigantisch die Vorbereitungen dieses Gegners gegen Deutschland und Europa waren und wie ungeheuer groß die Gefahr war, wie haarscharf wir vorbeigekommen sind diesmal an der Vernichtung nicht nur Deutschlands, sondern Europas, das kann ich heute aussprechen. Ich spreche das erst heute aus, weil ich es heute aussprechen darf, daß dieser Gegner bereits gebrochen ist und nie sich mehr erheben wird! Hier hat sich gegen Europa eine Macht zusammengeballt, von der leider die meisten keine Ahnung hatten und viele auch heute noch keine Ahnung besitzen. Es wäre dies ein zweiter Mongolensturm geworden, eines neuen Dschingis Khan. Daß diese Gefahr abgewendet wurde, das verdanken wir zunächst der Tapferkeit, der Ausdauer, der Opferwilligkeit unserer deutschen Soldaten, und dann auch den Opfern all derer, die mit uns marschiert sind. Denn zum ersten Mal ist dieses mal doch so etwas wie ein europäisches Erwachen durch diesen Kontinent gegangen. Im Norden kämpft Finnland; ein wahres Heldenvolk. Denn in seinen weiten Räumen steht es oft ganz nur allein auf seine eigene Kraft, auf seinen Mut, auf seine Tapferkeit und seine Zähigkeit gestellt. Im Süden kämpft Rumänien. Es hat sich aus einer der schwersten Staatskrisen, die einem Volk und einem Land passieren können, in staunenswerter Schnelligkeit erholt unter einem ebenso tapferen wie entschlußfreudigen Mann. Und damit umfassen wir auch bereits die ganze Weite dieses Kriegsschauplatzes, vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer. In diesem Rahmen kämpfen nun unsere deutschen Soldaten und in ihren Reihen und mit ihnen gemeinsam die Finnen, die Italiener, die Ungarn, die Rumänen, Slowaken, Kroaten sind im Anmarsch, Spanier, sie rücken jetzt in die Front, Belgier, Holländer, Dänen, Norweger, ja selbst Franzosen sind eingerückt in diese große Front.

Der Ablauf dieses einmaligen Geschehens ist Ihnen ja im großen bereits jetzt, soweit er zurückliegt, bekannt: Drei deutsche Heeresgruppen. Eine, die Aufgabe, die Mitte aufzubrechen und rechts und links zunächst eine Bahn freizumachen. Die beiden Flankengruppen, die Aufgabe, die eine gegen Leningrad vorzustoßen und die andere die Ukraine zu besetzen. Im Wesentlichen sind diese ersten Aufgaben gelöst.

Wenn die Gegner in dieser Zeit gewaltigster weltgeschichtlich einmaliger Kämpfe oft sagten „Warum geschieht jetzt nichts?“ - Es ist immer etwas geschehen. Aber gerade weil etwas geschah, konnten wir nicht reden. Wenn ich heute englischer Ministerpräsident sein müßte, würde ich vielleicht auch unter diesen Umständen dauernd reden, weil dort nichts geschieht. Aber das ist der Unterschied. Es konnte oft nicht geredet werden einfach aus dem Grunde, meine Volksgenossen, ich muß das heute hier vor dem ganzen deutschen Volk aussprechen, nicht weil wir die dauernde Leistung unserer Soldaten nicht genügend würdigen, sondern weil wir dem Gegner keine Kenntnis geben dürfen, voreilig von Situationen, die ihm selbst bei seinem miserablen Nachrichtendienst erst oft Tage, ja manches Mal Wochen später bewußt werden. Denn ich habe das neulich schon im Wehrmachtsbericht bringen lassen, der deutsche Wehrmachtsbericht ist ein Bericht der Wahrheit. Wenn irgendein blöder britischer Zeitungslümmel nun erklärt, das müßte erst bestätigt werden, - der deutsche Wehrmachtsbericht ist bisher schon gründlich bestätigt worden! Denn es gibt doch wohl keinen Zweifel, daß wir gesiegt haben in Polen und nicht die Polen, obwohl die britische Presse es anders behauptet hat. Und es gibt auch keinen Zweifel, daß wir in Norwegen sitzen und nicht die Engländer. Es gibt auch keinen Zweifel, daß wir in Belgien und Holland erfolgreich gewesen sind und nicht die Engländer. Und es gibt auch keinen Zweifel, daß Deutschland Frankreich besiegt hat und nicht umgekehrt. Es gibt auch keinen Zweifel, daß endlich wir in Griechenland sind und auch wieder nicht dieEngländer oder die Neuseeländer. Und auch auf Kreta sind sie nichi, sondern wir sind dort. Also hat der deutsche Heeresbericht die Wahrheit gesagt und nicht die anderen.

Und im Osten ist es nicht anders. Nach der englischen Version haben wir seit drei Monaten eine Niederlage nach der anderen bekommen. Aber wir stehen tausend Kilometer über unserer Grenze. Wir stehen östlich von Smolensk, wir stehen vor Leningrad, und wir stehen am Schwarzen Meer, wir stehen vor der Krim und nicht die Russen stehen etwa am Rhein. Wenn also bisher Rußland dauernd gesiegt hat, dann haben sie ihre Siege jedenfalls nicht ausgenützt, sondern sie sind nach jedem Sieg hundert oder zweihundert Kilometer sofort zurückmarschiert. Wahrscheinlich um uns in die Tiefe des Raumes zu locken!

Im Übrigen sprechen über die Größe dieses Kampfes einige Zahlen. Es sind viele unter Ihnen, die noch den Weltkrieg mitgemacht hatten und die wissen, was es heißt, Gefangene zu machen und auch nur hundert Kilometer vorwärts zu erobern. Die Zahl der Gefangenen ist nunmehr auf rund 2,5 Millionen Russen gewachsen. Die Zahl der erbeuteten oder vernichteten, aber bei uns befindlichen Geschütze beträgt bereits jetzt rund 22 000. Die Zahl der vernichteten oder erbeuteten, also bei uns befindlichen Panzer beträgt jetzt bereits über 18 000. Die Zahl der vernichteten, zerstörten oder abgeschossenen Flugzeuge über 14,5 Tausend. Und dahinter befindet sich nun ein Raum, der zweimal so groß ist, als das Deutsche Reich war, das ich 1933 zur Führung erhielt oder viermal so groß als England. Die Luftlinie aber, die die deutschen Soldaten zurückgelegt haben, beträgt fast durchgehend heute über 800 bis 1000 Kilometer. Das ist Luftlinie Und das sind Marschkilometer, die oft das Anderthalbfache und Doppelte bedeuten, auf einer Frontlänge, die gigantisch ist, und einem Gegner gegenüber, der - das muß ich hier aussprechen - nicht aus Menschen besteht, sondern aus Tieren, aus Bestien. Was der Bolschewismus aus Menschen machen kann, das haben wir jetzt hier gesehen. Wir dürfen der Heimat nicht die Bilder bringen, die uns da zur Verfügung stehen. Es ist das Grauenhafteste, was Menschengehirne sich ersinnen können; ein Gegner, der zugleich kämpft aus tierischer Blutgier einerseits und aus Feigheit und Angst vor seinen Kommissaren andererseits; ein Land, das nach fast fünfundzwanzigjährigem bolschewistischem Dasein nunmehr unsere Soldaten kennengelernt haben. Und ich weiß nur eines: Wer dort war und noch im Herzen in irgendeiner Falte vielleicht noch Kommunist und nur im ideellsten Sinne gewesen sein sollte, der kehrt zurück von dieser Auffassung als geheilt; da können Sie überzeugt sein. Das Paradies der Arbeiter und der Bauern, das ich immer geschildert habe, das werden nach Beendigung dieses Feldzuges fünf oder sechs Millionen Soldaten bestätigen, so wie ich's geschildert habe. Das werden die Zeugen, die, ich darin aufrufen kann. Die sind über die Straßen dieses Paradieses marschiert. Die haben in diesen elenden Katen dieses Paradieses nicht leben können, denn sie gehen gar nicht hinein, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Sie haben die Einrichtungen gesehen dieses Paradieses. Es ist das eine einzige Waffenfabrik auf Kosten des Lebensstandards dieser Menschen, eine Waffenfabrik gegen Europa.

Und gegen diesen grausamen, bestialischen, tierischen Gegner, gegen diesen Gegner mit dieser gewaltigen Rüstung, da haben unsere Soldaten diese, Siege erkämpft. Ich weiß kein Lob, das ihrer gerecht werden könnte. Was sie an Mut und an Tapferkeit hier dauernd vollbringen und an Anstrengungen, an unermeßlichen Anstrengungen, es ist unvorstellbar. Ob es sich um unsere Panzerdivisionen oder Motordivisionen handelt, oder ob es sich um unsere Artillerie oder Pioniere, dreht, ob wir unsere Flieger nehmen, unsere Jäger, unsere Sturzkampfbomber, unsere Schlachtflieger, oder ob wir unsere Marine nehmen, und ich schließe hier gleich ein die Besatzungen wie immer unserer U-Boote, ob wir endlich unsere Gebirgstruppen im Norden nehmen, oder ob wir die Männer unserer Waffen-SS nennen, sie sind alle gleich. Über allem aber, und dar, möchte ich hier wieder besonders betonen, über allem steht in seinen Leistungen der deutsche Infanterist, der deutsche Musketier. Denn, meine Freunde, wir haben dort Divisionen, die seit dem Frühjahr über zweieinhalb bis dreitausend Kilometer zu Fuß marschiert sind, zahlreiche Divisionen, die tausend und eineinhalb und zweitausend Kilometer zurückgelegt haben. Das spricht sich leicht aus. Ich kann sagen, wenn man überhaupt von Blitzkrieg redet, dann verdienen es diese Soldaten, daß man ihre Leistungen als blitzartige bezeichnet. In der Geschichte sind sie im Vorwärtsmarschieren noch nie, übertroffen worden, höchstens im Davonlaufen von einigen englischen Regimentern. Es gibt nur noch ein paar historische Blitzrückzüge, die diese Aktionen an Schnelligkeit übertroffen haben, allerdings, es handelte sich hier nicht um so große Entfernungen, weil man sich von vornherein immer etwas näher an der Käste hielt. Ich will dabei nicht etwa den Gegner schmähen, ich will nur dem deutschen Soldaten die Gerechtigkeit zuteil werden lassen, die er verdient. Er hat Unübertreffliches geleistet! Und mit ihm auch alle die Organisationen, die heute teils Arbeiter sind, teils aber auch Soldaten. Denn in diesem gewaltigen Raum, da ist heute fast jeder Soldat. Jeder Arbeitsmann ist Soldat. Jeder Eisenbahner dort ist Soldat. In diesem ganzen Gebiet muß alles dauernd mit der Waffe Dienst tun. Und es ist ein Riesengebiet.

Und was hinter dieser Front geleistet wurde, ist genau so gewaltig wie die Leistungen der Front. Über fünfundzwanzigtausend Kilometer russische Bahnen sind wieder in Betrieb. Über fünfzehntausend Kilometer russische Bahnen sind auf deutsche Spur umgewandelt worden. Und wissen Sie, was das heißt? Das heißt, daß der größte Querschnitt des Deutschen Reiches von einst, etwa von Stettin bis zu den bayerischen Bergen, daß also eine solche Linie, die knapp tausend Kilometer umfaßt, fünfzehnmal nebeneinandergelegt worden ist, heute bereits auf deutsche Spur im Osten. Was das an Schweiß kostete und an Anstrengungen, das kann vielleicht auch die Heimat gar nicht so recht ermessen.

Und hinter dem allem, da sind nun diese Arbeitsbataillone des Arbeitsdienstes, unserer Organisationen - vor allem die Organisation Todt - und die Organisationen unseres Berliner Speer. Und alles das wird wieder betreut von anderen. Diese ganze gigantische Front steht im Dienste unseres Roten Kreuzes. Sanitätsoffiziere und Sanitätspersonal und Rote-Kreuz-Schwester, sie alle opfern sich auf. Und hinter dieser Front baut sich bereits die neue Verwaltung auf, die dafür sorgen wird, daß diese ganzen riesigen Gebiete, wenn dieser Krieg länger dauert, der deutschen Heitnat und den uns Verbündeten nützen wird. Und ihr Nutzen wird ein ungeheurer sein, und es soll keiner zweifeln, daß wir sie zu organisieren verstehen!

Wenn ich Ihnen aber nun so nur in wenigen Sätzen ein Bild der einmaligen Leistungen unserer Soldaten gehe und all derer, die heute hier im Osten kämpfen oder tätig sind, dann möchte ich auch den Dank der Front der Heimat übermitteln, den Dank unserer Soldaten für die Waffen, die die Heimat geliefert hat, für die ausgezeichneten und erstklassigen Waffen, den Dank für die Munition, die dieses Mal zum Unterschied des Weltkriegs in unbegrenzten Mengen, soweit sie nur transportiert werden kann, zur Verfügung steht. Es ist nur ein Transportproblem. Wir haben so vorgesorgt, daß in der Mitte dieses gigantischen Materialkriegs ich auf großen Gebieten die weitere Produktion nunmehr einstellen konnte, weil ich weiß, daß es jetzt keinen Gegner mehr gibt, den wir mit den vorhandenen Munitionsmengen nicht niederzwingen würden.

Und wenn Sie manches Mal in der Zeitung lesen über die gigantischen Pläne anderer Staaten, was sie alles zu tun gedenken und beginnen, und wenn sie hier von Milliarden Summen hören, so., meine Volksgenossen., erinnern Sie sich an das, was ich jetzt sage:

1. Wir stellen in den Dienst dieses Kampfes auch einen ganzen Kontinent.

2. Wir reden nicht von Kapital, sondern von Arbeitskraft. Und diese Arbeitskraft stellen wir hundertprozentig in diesen Dienst. Und

3. Wenn wir darüber nicht reden, dann heißt das nicht, daß wir nichts tun. Ich weiß ganz genau, daß die anderen alles besser machen als wir. Sie bauen Tanks, die unüberwindlich sind. Sie sind schneller als die unseren, sie sind stärker gepanzert als die unseren, sie haben bessere Kanonen als die unseren, und sie brauchen gar kein Benzin. Im Kampf haben wir sie bisher noch überall abgeschossen. Und das ist das Entscheidende. Sie bauen Wunderflugzeuge. Es sind immer Wunderdinge, die sie machen, alles unbegreiflich, auch technisch unbegreiflich. Aber sie haben noch keine Maschinen, die die unseren übertreffen. Und die Maschinen., die bei uns heute fahren oder schießen oder fliegen, sind nicht jene Maschinen, mit denen wir nächstes Jahr fahren oder schießen oder fliegen werden.

Ich glaube, daß das für jeden Deutschen genügen wird. Alles andere, das wird durch unsere Erfinder und durch unseren deutschen Arbeiter und auch durch die deutsche Arbeiterin besorgt. Denn hinter dieser Front des Opfers, des Todesmutes und des Lebenseinsatzes steht ja auch eine Front der Heimat, eine Front, die gebildet wird von Stadt und Land. Millionen deutsche Bauern, zum großen Teil oft auch ersetzt durch Greise oder halbe Kinder oder durch die Frau, sie erfüllen im höchsten Grade ihre Pflicht. Millionen und Millionen deutsche Arbeiter, sie schaffen unentwegt. Und es ist bewunderungswürdig, was sie leisten. Und über allem auch hier wieder die deutsche Frau, das deutsche Mädchen, die Millionen von Männern ersetzen, die heute an der Front sind. Wir können wirklich sagen, zum ersten Mal in der Geschichte: ein ganzes Volk ist jetzt im Kampf, teils an der Front, teils in der Heimat.

Wenn ich aber das ausspreche, dann ergibt sich für mich als alten Nationalsozialisten daraus eine zwingende Erkenntnis. Wir haben nun zwei Extreme kennengelernt. Das eine. das sind die kapitalistischen Staaten, die mit Lügen oder mit Betrügen und mit Betrügereien ihren Völkern die natürlichsten Lebensrechte verweigern, die ausschließlich ihre Finanzinteressen im Auge behalten, die bereit sind, dafür Millionen Menschen zu opfern. Nach der anderen Seite, da sehen wir das kommunistische Extrem: Einen Staat, der unsagbares Elend über Millionen und Millionen gebracht hat, und auch nur seiner Doktrin das Glück der anderen opfert.

Daraus kann es nun in meinen Augen für uns alle nur eine Verpflichtung geben, nämlich: unserem nationalen und sozialistischen Ideal mehr denn je zuzustreben. Denn über eines müssen wir uns im klaren sein: Wenn dieser Krieg einst beendet sein wird, dann hat ihn gewonnen der deutsche Soldat, der aus den Bauernhöfen, aus den Fabriken usw. stammt, der in seiner Masse wirklich die Masse unseres Volkes darstellt. Und es hat ihn gewonnen die deutsche Heimat mit den Millionen Arbeitern und Arbeiterinnen, Bauern und Bäuerinnen. Es haben ihn gewonnen die schaffenden Menschen im Kontor, im Beruf, alle diese Millionen Menschen, die tätig sind, die haben ihn gewonnen. Und für diese Menschen muß dann dieser Staat hier aufgerichtet werden, ausschließlich für diese Menschen. Wenn dieser Krieg zu Ende sein wird, dann werde ich aus ihm zurückkehren als ein noch viel fanatischerer Nationalsozialist, als ich es früher war. Und es wird ein Glück sein für alle diejenigen, die zur Führung berufen sind. Denn in diesem Staat herrscht ja nicht, wie etwa in Sowjetrußland, das Prinzip der sogenannten Gleichheit, sondern mir das Prinzip der Gerechtigkeit. Wer als Führer geeignet ist, sei es militärisch, politisch, oder sei es wirtschaftlich, er ist uns immer gleichhoch wert. Aber genau so wert, muß auch derjenige sein, ohne dessen Mitarbeit jede Führung ein leeres Tun bliebe, nur Gedankenakrobatik. Und das ist das Entscheidende. Das deutsche Volk kann heute stolz sein. Es hat die besten politischen Führer, es hat die besten Feldherren, es hat die besten Ingenieure, Wirtschaftsführer, Organisatoren, es hat aber auch den besten Arbeiter, den besten Bauern; es hat das beste Volk.

Und alle diese Menschen nun in eine Gemeinschaft zu verschmelzen, war einst die Aufgabe, die wir uns als Nationalsozialisten stellten, die Aufgabe, die uns heute noch viel klarer ist als je zuvor.

Ich komme aus diesem Krieg einst zurück wieder mit meinem alten Parteiprogramm, dessen Erfüllung mir noch wichtiger ist und zu sein scheint als vielleicht am ersten Tag.

Und diese Erkenntnis hat mich auch heute nur ganz kurz hierher geführt, um das dem deutschen Volk zu sagen. Denn es hat auch im Winterhilfswerk wieder eine Gelegenheit, den Geist dieser Gemeinschaft zu bekunden. Was die Front opfert, das kann überhaupt durch nichts gut gemacht werden. Aber immerhin, auch das, was die Heimat leistet, muß vor der Geschichte dereinst bestehen können. Es muß wenigstens so sein, daß der Soldat, der an der Front ist, weiß, daß zu Hause sich die Heimat um jeden Zurückgebliebenen bekümmert und für ihn nach bester Möglichkeit sorgt. Das muß er wissen. Und das muß sein, damit auch diese Heimat dereinst in Ehren genannt wird neben den gewaltigen Leistungen der Front.

Ich glaube, daß es daher gar nicht angebracht sein würde, jetzt noch einen besonderen Aufruf oder eine Forderung an unsere Volksgenossen zu richten. Jeder weiß, was er tun muß in dieser Zeit. Jede Frau und jeder Mann, sie wissen, was man mit Recht von ihnen fordert und was zu geben sie verpflichtet sind. Und wenn sie nur einmal über die Straßen gehen und im Zweifel sein sollten, ob sie noch einmal geben sollen oder geben müssen, dann mögen sie nur einen Blick seitwärts wenden, vielleicht wird ihnen dann einer begegnen, der viel mehr als sie für Deutschland geopfert hat. Und nur dann, wenn dieses ganze deutsche Volk zu so einer einzigen Opfergemeinschaft wird, dann allein können wir auch erwarten, dann können wir hoffen, daß un die Vorsehung auch in der Zukunft wieder beistehen wird. Der Herrgott hat noch niemals einem Faulen geholfen. Er hilft auch keinem Feigen. Er hilft auch keinem Volk, das sich nicht selber helfen will. Hier gilt im größten der Grundsatz: Volk, hilf dir selbst, dann wird der Herrgott seine Hilfe Dir nicht verweigern!


Hintergrund

 


 


 

„Die geäußerten Bedenken entsprechen den soldatischen Auffassungen vom ritterlichen Krieg. Hier handelt es sich um die Vernichtung einer Weltanschauung, deshalb billige ich die Maßnahmen und decke sie.“
Wilhelm Keitel, Chef des OKW

Die Truppe brauchte weitere Aufmunterung und vor allem Ziele, die ihm anstehenden Winter noch abgeschlossen werden müssen. Man riss sich noch einmal zusammen, immerhin hatte sie Ungeheures geleistet, hat tausende Kilometer kämpfend zurückgelegt, ohne dass ein Ende der Kämpfe abzusehen war. Dabei war es der Propagandamaschinerie ein Dorn im Auge, das die Truppen so weit außerhalb ihrer Reichweite war und so musste die Signale ausdrucksstark und langerhaltend in die Köpfe der Soldaten befördert werden. So wurden auch die „Befreiungen“ der russischen Städte filmisch in Szene gesetzt. Die ukrainische Bevölkerung begrüßte die "Befreier" herzlich, weil man so die Chance zur Unabhängigkeit sah, im Land der Kosaken ( Rostow am Don) flammte der alte Hass gegen das Sowjetregime neu auf, den Soldaten der Wehrmacht und der Waffen-SS wurden jegliche Aufnahmen von Exekutionen verboten. Man braucht eine gute Propaganda in der langgezogenen und überdehnten Front. Die Operation "Taifun" (Start 2. Oktober 1941) baute auf günstige Wetterverhältnisse und doch kündigte sich schon Anfang Oktober der harte russische Winter an. Trotzdem wollte man auf sowjetischer Seite kein Risiko eingehen, Volkskommissare und ausländische Gesandte fliehen nach Samara (Kuibyschew) an der Wolga, der Leichnam Lenins wird aus dem Kreml geschafft, Stalin und seine engsten Mitarbeiter verharrten bis auf weiteres im Kreml, weiterhin wird die Aushebung von Arbeitermilizen zum letzten Kampf befohlen.

 

Hitler das erhoffte Stichwort: "Halten sie ihre Truppen noch einer großen Anstrengung für fähig?". Guderian antwortete: "Wenn der Truppe ein großes, jeden Soldaten anfeuerndes Ziel gesetzt wird - ja!" Hitler wusste Bescheid und erwiderte: "Sie meinen natürlich Moskau." "Ja, mein Führer, erlauben sie mir, meine Gründe zu nennen?", fragte der Panzergeneral. Hitler gestattete Guderian sein anliegen. Jetzt kam es darauf an. "Man kann Moskau nicht mit Paris oder Warschau vergleichen, mein Führer. Moskau ist nicht nur das Haupt und das Herz der Sowjetunion. Es ist auch die Nachrichtenzentrale, der politische Mittelpunkt, ein mächtiges Industriegebiet, es ist vor allem die "Verkehrsspinne" des ganzen roten Reiches. Der Fall Moskaus wird kriegsentscheidende Wirkung haben." Hitler hörte schweigend zu und Guderian fuhr fort: "Stalin weiß das. Er weiß dass Moskaus Fall die endgültige Niederlage bedeutet. Und weil er es weiß, wird er seine ganze militärische Kraft vor Moskau einsetzen. Schon jetzt fährt er heran was er noch hat. Wir erleben es seit Wochen in Jelnja. Wir werden vor Moskau die Substanz der russischen Militärmacht treffen. Wollen wir die militärische Lebenskraft der Sowjets vernichten, hier treffen wir sie, hier ist das Schlachtfeld, und wenn wwir alle Kraft zusammenfassen, werden wir es auf Anhieb schaffen." Hitler schwieg weiter. Guderian ging aufs ganze: "Wenn wir vor Moskau und in Moskau über die feindlichen Hauptkräfte gesiegt und den zentralen Verschiebebahnhof der Sowjetunion ausgeschaltet haben, dann fällt uns das Baltikum und fällt uns das Wirtschaftsgebiet der Ukraine viel leichter zu als mit einem intakten Moskau vor unserer Front, von dem aus Kräfteverschiebungen - vor allem aus Sibirien - nach Nord und Süd vorgenommen werden können."

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Reichskommissare (Nationalsozialismus)

Gauleiter (Nationalsozialismus)



Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Rede Hitlers

(02.10.1941)

 


Rede Hitlers

 

Wichtiges zum Tage

 

Soldaten der Ostfront!

Erfüllt von tiefster Sorge um das Dasein und die Zukunft unseres Volkes, habe ieh mich am 22. Juni entschlossen, den Appell an euch zu richten, dem drohenden Angriff eines Gegners noch in letzter Stunde zuvorzukommen. Es war die Absicht der Machthaber des Kremls - wie wir es heute, wissen -, nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa zu vernichten.

 

Zwei Erkenntnisse, Kameraden, werdet ihr unterdes gewonnen haben:
1. Dieser Gegner hat sich für seinen Angriff militärisch in einem so enormen Ausmaße gerüstet, daß auch die stärksten Befürchtungen noch übertroffen worden sind.
2. Gnade Gott unserm Volk und der ganzen europäischen Welt, wenn dieser barbarische Feind seine Zehntausende von Parizern vor uns in Bewegning hätte setzen können.

Ganz Europa wäre verloren gewesen. Denn dieser Feind besteht nicht aus Soldaten, sondern zum großen Teil nur aus Bzstien. Nun, meine Kameraden, habt ihr selbst mit eigenen Augen das "Paradies der Arbeiter und der Bauern" persönlich kennenmIernt. In einem Lande, das durch seine Weite und Fruchtbarkeit die ganze Welt ernähren könnte, herrscht eine Armut, wie sie für uns Deutsche unvorstellbar ist. Dies ist das Ergebnis einer nunmehr bald 25jährigen jüdischen Herrschaft, die als Boischewismus im tiefsten Grund nur der allergemeinsten Form des Kapitalismus gleicht. Die Träger dieses Systems sind aber auch in beiden Fällen die gleichen: Juden und nur Juden.

Soldaten!

Als ich euch am 22. Juni gerufen habe, um die furchtbar drohende Gefahr von unserer Heimat abzuwenden, seid ihr der größten militärischen Macht aller Zeiten entgegengetreten. In aber knapp drei Monaten ist es, dank eurer Tapferkeit, meine Kameraden, gelungen, diesem Gegner eine Panzerbrigade nach der anderen zu zerschlagen, ahllose Divis'onen auszulöschen, ungezählte Gefangene zu machen, endlose Räume zu besetzen, -- nicht leere, sondern jene Rätime, von denen dieser Gegner lebt und aus denen seine gigantische Kriegsindustrie mit Rohstoffen aller Art versorgt wird.
In wenigen Wochen werden seine drei ausschlaggebendsten Indastriebezirke restlos in eurer Hand sein! Eure Namen, Soldaten der deutschen Wehrmacht, und die Namen unserer tapferen Verbündeten, die Namen eurer Divisionen, Regimenter, eurer Schiffe und Luftgeschwader werden für alle Zeiten verbunden sein mit den gewaltigsten Siegen der Weltgeschichte.

Über 2 400 000 Gefangene. habt ihr gemacht;
über 17 500 Panzer und
über 21 600 Geschütze vernichtet oder erbeutet;
über 14 200 Flugzeuge wurden abgeschossen oder am Boden zerstört.


Die Welt hat ähnliches bisher noch nie gesehen!


Das Gebiet, das die Deutschen und die mit uns verbündeten Truppen heute besetzt halten, ist mehr als doppelt so groß wie das Deutsche Reich vom Jahre 1933, mehr als viermal so groß wie das englische Mutterland. Seit dem 22. Juni sind die stärksten Stellungssysteine durchbrochen worden, gewaltige Ströme wurden überschritten, unzählige Orte erstürmt, Festungs- und Bunkeranlagen zertrümmert oder ausgeräuchert. Angefangen vom hohen Norden, wo unsere so überaus tapferen finnischen Verbündeten zum zweitenmal ihr Heldentum bezeugten, bis zur Krim steht ihr heute im Verein mit slowakischen, ungarischen, italienischen und rumänischen Divisionen rund 1000 Kilometer tief in Feindesland. Spanische, kroatische und belgische Verbände schließcn sich nunmehr an, andere werden folgen. Denn dieser Kampf wird - vielleicht zum erstenmal - von allen Nationen Europas als eine gemeinsame Aktion zur Rettung des wertvollsten Kulturkontinents angesehen. Gewaltig ist aber auch die Arbeit, die hinter eurer gigantisehen Front geleistet wurde.

Fast 2000 Brücken von über 12 Meter Länge sind gebaut worden: 405 Eisenbahnbrücken wurden hergestellt; 25 500 Kilorneter Eisenbahnen sind wieder in Betrieb genommen; ja: über 15 000 Kilometer Bahnen sind bereits auf die allgemeine europäische Spurweite umgenagelt.
An Tausenden von Kilometern Straßen wird gearbeitet. Große Gebiete sind schon in die zivile Verwaltung übernommen. Dort wird das Leben schnellstens wieder nach vernünftigen Gesetzen in Gang gebracht. Ungeheure Lager an Verpflegung, Treibstoff und Munition aber liegen bereit.

Dieses größte Ergebnis eines Kampfes wurde dabei erreicht mit Opferr, deren Zahl - bei aller Schwere für die einzelnen Kameraden und ihren Angehörigen - im aesamten noch nicht 5 v. H. derjenigen des Weltkriegs beträgt. Was ihr, meine Kameraden, Und was die mit uns verbündeten tapferen Soldaten an Leistungen, an Tapferkeit, an Heldentum, an Entbehruiigen und Anstrengungen in diesen kaum dreieinhalb Monaten hinter euch haben, weiß keiner besser als derjenige, der einst selbst als Soldat im vergangenen Kriege seine Pflicht erfüllte. In diesen dreieinhalb Monaten, meine Soldaten, ist nun aber endlich die Voraussetzung geschaffen worden zu dem letzten gewaltigen Hieb, der noch vor dem Einbruch des Winters diesen Gegner zerschmettern soll. Alle Vorbereitungen sind - soweit sie Menschen meistern können - nunmehr fertig. Planmäßig ist dieses Mal Sehritt um Schritt vorbereitet worden, um den Gegner in jene Lage zu bringen, in der wir ihm jetzt den tödlichen Stoß versetzen können.
Heute ist nun der Beginn der letzten großen Entscheidungsschlacht dieses Jahres. Sie wird diesen Feind und damit auch den Anstifter des pnzen Krieges, EnAand selbst, vernichtend treffen. Denn indem wir diesen Gegner zerschlagen, beseitigen wir auch den letzten Bundesgenossen Englands auf dem Kontinent. Vom Deutschen Reich aber und von ganz Europa nehmen wir damit eine Gefahr hinweg, wie sie seit den Zeiten der Hunnen und später der Mongolenstürme entsetzlicher nicht mehr über dem Kontinent schwebte. Das deutsche Volk wird deshalb in den kommenden wenigen Wochen noch mehr bei euch sein als bisher.
Was ihr und die mit uns verbündeten Soldaten geleistet habt, verpflichtet schon jetzt alle zu tiefster Dankbarkeit. Mit angehaltenem Atem und Segenswünschen aber begleitet euch in den nächsten schweren Tagen die ganze deutsche Heimat. Denn ihr schenkt ihr mit Gottes Hilfe nicht nur den Sieg, sondern damit auch die wichtigste Voraussetzung für den Frieden!

Adolf Hitler

Führer und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht


Hintergrund

 

 

 

„Die geäußerten Bedenken entsprechen den soldatischen Auffassungen vom ritterlichen Krieg. Hier handelt es sich um die Vernichtung einer Weltanschauung, deshalb billige ich die Maßnahmen und decke sie.“
Wilhelm Keitel, Chef des OKW

Mag der Feldzug im Osten bis zu jeden Tagen mehr als erfolgreich und Lobeshymne auf den Führer als größten Feldherr sein, sind es doch die Verbrechen dieses Feldzuges, der SS, der Einsatzgruppen und der Wehrmacht. Man hat sich der Vorbereitung eines Angriffskrieges schuldig gemacht. Das Ziel vom „Lebensraum im Osten" war dabei das Ziel Hitlers, auf Kosten der Besiegten. Auch in dieser Rede zementiert Hitler seine ideologischen Ziele und seine Abwehrhaltung gegen den „gefährlichen Bolschewismus“ in der Sowjetunion. So war ihm der Vernichtungskrieg ein probates Mittel zur Durchsetzung seiner Ziele. So mag die Frage nach einem deutschen Präventivkrieg beim Angriff auf die Sowjetunion nur obligatorisch, wobei die neuste Forschung genau dieses Urteil fällt. Stalin war 1940/41 generell an einer Konfliktvermeidung mit Deutschland interessiert, wenn auch gerüstet, hatte er doch sein Ziel in die Beherrschung seiner Einflusssphäre gesetzt. Der schnelle Aufmarsch der Roten Armee und die Bewaffnung der Roten Armee im Grenzgebiet, im Verlauf und zu Beginn des Feldzuges 1941 zeigen, dass von Angriffsbereitschaft und -fähigkeit seitens der Sowjetunion nicht die Rede sein kann. Der Feldzug im Osten war allein auf Machterweiterung, Dominanz und geplanten Völkermord ausgerichtet. Der sogenannte Kommissarbefehl vom Juni 1941 ist ein deutliches Zeichen für die immer Vordergrund stehenden ideologischen Ziele dieses Feldzuges, der diesen Namen nicht einmal mehr im Ansatz verdient. Man verpflichtete die deutschen Fronttruppen zur sofortigen Tötung aller gefangenen Politoffiziere der Roten Armee – ein zentrales Element in Hitlers Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Ein Befehl, der von einigen Generälen nur zu gern befolgt und von anderen kategorisch abgelehnt wurde. Fakt ist, dass es kaum einen Frontverband gab, der den Kommissarbefehl nicht befolgte. Es gehört wohl zum deutschen Wesen einen Befehl diskussionslos zu befolgen. Die beträchtlichen Handlungsspielräume nutzten nur wenige Truppenführer dazu aus, den Befehl zu umgehen. Man sah sich dem Führer verpflichtet und war von den Erfolgen an anderen Fronten derart geblendet, dass die Nationalsozialistische Ideologie als deutsches Schicksal und Berufung aufgenommen wurde. Wenn die abgehörten Wehrmachtsoldaten dort überhaupt vom Kommissarbefehl sprachen, dann von seiner gehorsamen Durchführung.

 

„… Geschlossenheit des Volkes und durch die Umwidmung des Krieges zu einer Auseinandersetzung antagonistischer Kulturen und Wertordnungen, letztlich in einem Entscheidungskampf konkurrierender Völker um die Lebenserhaltung zu erzielen.“
Erich Ludendorff: Der totale Krieg. München 1934, S. 16 ff.

Fakt ist auch, dass die Wehrmacht und ihre Führung sich der Vernichtung großer Bevölkerungsteile, der Ausbeutung besetzter Länder, Massenmorde und Rachakte an der Zivilbevölkerung, Zusammenarbeit mit SS-Einsatzgruppen und somit Beteiligung an einen ethischen Völkermord, menschenunwürdige Behandlung von Kriegsgefangenen und erbarmungslose Durchsetzung einer rassistischen Besatzungspolitik. Hitler schafft es die richtigen Knöpfe bei Soldaten, Offizieren und Generalen zu treffen, einen Sieg auf den Schlachtfeldern zu ihrem eigenen Triumpf zu machen. So ging die Wehrmacht diskussionslos auch auf in den Rassismus der NS Ideologie über bzw. setzten geltendes Völkerrecht außer Kraft.

„Der Soldat ist im Ostraum nicht nur ein Kämpfer nach den Regeln der Kriegskunst, sondern auch ein Träger einer unerbittlichen, völkischen Idee und der Rächer für alle Bestialitäten, die deutschem und artverwandtem Volkstum zugefügt wurde. Deshalb muss der Soldat für die Notwendigkeit der harten aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles Verständnis haben. Sie hat den weiteren Zweck, Erhebungen im Rücken der Wehrmacht, die erfahrungsgemäß stets von Juden angezettelt wurden, im Keime zu ersticken. […] Immer noch werden heimtückische, grausame Partisanen und entartete Weiber zu Kriegsgefangenen gemacht […] und wie anständige Soldaten behandelt und in die Gefangenenlager abgeführt. […] Ein solches Verhalten der Truppe ist nur noch durch völlige Gedankenlosigkeit zu erklären.“
Befehl Reichenaus (AOK 6, Ia, Az. 7), Verhalten der Truppe im Ostraum vom 10. Oktober 1941

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

06. Juni 1941 Richtlinien des OKW (Kommissarbefehl)

Adolf Hitler - Vom Feldherr zum Massenmörder



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. Oktober 1941)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.10. - 10.10.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 1. Oktober 1941

 

Die Angriffsoperationen ostwärts des Dnjepr verlaufen nach wie vor erfolgreich.
Ostwärts Dnjepropetrowsk nahm eine Panzerdivision in überraschendem Vorstoß mehrere feindliche Batterien. Nördlich davon stieß eine andere Panzerdivision auf feindliche Panzerkräfte und vernichtete 45 von 80 sowjetischen Panzern. Der Rest wurde in die Flucht geschlagen.

Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 1. Oktober militärische Anlagen in Moskau an.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte ein stärkerer Kampffliegerverband das Schiffsbauzentrum von Newcastle. In Dock- und Werftanlagen entstanden zahlreiche Brände und starke Explosionen. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen kriegswichtige Einrichtungen an der britischen Ostküste und in Schottland. Ein Handelsschiff von 1.500 BRT wurde versenkt.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge am 30. September mit guter Wirkung britische Zeltlager bei Tobruk an.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf Wohnviertel verschiedener Städte in der Deutschen Bucht und an der Ostseeküste. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Mehrere Wohnhäuser wurden zerstört oder beschädigt.

Einzelne Flugzeuge, die Berlin anzugreifen versuchten, wurden zum Abdrehen gezwungen. Nachtjäger, Flak- und Marineartillerie schossen drei feindliche Flugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 2. Oktober 1941

 

An der Ostfront verlaufen die Operationen planmäßig.

Italienische Truppen haben bei der von ihnen in den Tagen vom 28. bis 30. September ostwärts des Dnjepr durchgeführten Einkreisung und Vernichtung sowjetischer Kräfte über 8.000 Gefangene eingebracht und dem Gegner schwere blutige Verluste zugefügt.
An der karelischen Front nahmen gestern finnische Truppen in kühnem Vorstoß von Süden und Westen das am Westufer des Onega-Sees gelegene Petroskoi (Petrosawodsk), die Hauptstadt Ostkareliens.

Kampfflugzeuge bombardierten auch in der letzten Nacht militärische Anlagen in Moskau und Leningrad.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Kampfflugzeuge in einem Hafen der Faröer am gestrigen Tage ein Handelsschiff von 2.000 BRT. Zwei größere Handelsschiffe wurden in der letzten Nacht vor der britischen Ostküste durch Bombentreffer schwer beschädigt. Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen kriegswichtige Anlagen an der englischen Ost- und Südküste sowie gegen mehrere Flugplätze.

Vorpostenboote griffen im Kanal britische Schnellboote an, die sich bei Nacht einem deutschen Geleitzug näherten. Durch Artilleriefeuer wurde ein britisches Schnellboot versenkt und ein weiteres schwer beschädigt.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht wahllos einige Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Orte in Südwestdeutschland. Es entstand nur unwesentlicher Schaden.

In erfolgreichen Kämpfen gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat September 683.400 BRT feindlichen Handelsschiffsraumes. Davon wurden allein durch Unterseeboote 452.000 BRT vernichtet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 3. Oktober 1941

 

Im Osten wurden die Operationen erfolgreich fortgeführt.
Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 3. Oktober mit beobachteter Wirkung militärische Anlagen in Moskau sowie ein wichtiges Rüstungswerk südostwärts Charkow.

Ein starker Kampffliegerverband griff in der letzten Nacht erneut das britische Schiffsbauzentrum Newcastle mit nachhaltiger Wirkung an. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen kriegswichtige Einrichtungen an der britischen Ost- und Südostküste sowie gegen mehrere Flugplätze.

Im Kanalgebiet schossen am gestrigen Tage Jäger neun, Einheiten der Kriegsmarine drei britische Flugzeuge ab.
In Nordafrika bombardierten deutsche Sturzkampfflugzeuge am 1. Oktober die Hafenanlagen von Marsa Matruk und Tobruk.

Einheiten der deutschen Kriegsmarine schossen an der libyschen Küste drei britische Flugzeuge ab.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 4. Oktober 1941

 

An der Ostfront sind Kampfhandlungen von großer Tragweite im Gange.
Die Luftwaffe versenkte im Schwarzen Meer einen Truppentransporter von etwa 20.000 BRT und griff in der letzten Nacht kriegswichtige Anlagen in Moskau und Leningrad an. Mehrere starke Brände wurden beobachtet.

Einheiten der deutschen Kriegsmarine setzten im Zusammenwirken mit der finnischen Marine Sperrunternehmungen im Finnischen Meerbusen fort.

Unterseeboote versenkten im Atlantik vier feindliche Handelsschiffe, darunter einen großen Tanker, mit zusammen 28.000 BRT.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht ostwärts Great-Yarmouth drei Handellschiffe mit zusammen 28.000 BRT. Sie beschädigten außerdem im gleichen Seegebiet sowie im St. Georgs-Kanal vier große Handelsschiffe so schwer, daß mit weiteren Verlusten an Schiffsraum zu rechnen ist. Luftangriffe richteten sich ferner gegen Flugplätze in Ostengland.

In Nordafrika richtete sich in der letzten Nacht ein wirksamer Angriff deutscher Kampfflugzeuge gegen Stadt und Hafen Tobruk.
Britische Bomber zerstörten in der Nacht zum 4. Oktober in Rotterdam zwei Kirchen, versenkten ein holländisches Hospitalschiff und verursachten Verluste unter der Zivilbevölkerung.

Die britische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 24. August bis 30. September 476 Flugzeuge; davon wurden 418 durch Verbände der Luftwaffe, 58 durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien insgesamt 40 eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 5. Oktober 1941

 

Die Angriffsoperationen im Osten sind in günstigem Fortschreiten.
In der Südukraine brachten Infanteriedivisionen in Kämpfen um stark ausgebaute und zäh verteidigte sowjetische Stellungen im Raum von Perekop sowie bei der Säuberung der Halbinsel südlich der Dnjepr-Mündung und einiger kleinerer Inseln im Schwarzen Meer in der Zeit vom 24. bis 29. September über 12.000 Gefangene ein und erbeuteten 34 Panzer, 179 Geschütze und 472 Maschinengewehre.

Von Osel aus besetzten Pioniere auf Sturmbooten in kühnem Zufassen die Insel Abruka und nahmen die Besatzung gefangen.

In Ostkarelien setzten die finnischen Truppen ihre Operationen erfolgreich fort.

Luftangriffe richteten sich in der letzten Nacht gegen ein wichtiges Rüstungswerk südostwärts Charkow sowie gegen militärische Anlagen in Moskau und Leningrad.

An der englischen Ost- und Südostküste bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 5. Oktober kriegswichtige Einrichtungen.

In Nordafrika griffen deutsche Sturzkampfflugzeuge Ausladestellen und Materiallager im Hafen von Tobruk und Marsa Matruk mit guter Wirkung an. Im Luftkampf wurden zwei britische Jagdflugzeuge abgeschossen.

Feindeinflüge in das Reichsgebiet erfolgten nicht.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 6. Oktober 1941

 

Die Angriffsoperationen im Osten brachten gestern weitere Erfolge.
Westlich Leningrad wurde ein vom Feuer sämtlicher Kronstadter Forts und Schiffs- und Küstenartillerie unterstützter Landungsversuch starker sowjetischer Kräfte durch entschlossenen Einsatz der abwehrbereiten deutschen Truppen völlig zerschlagen. Gleichzeitig brachen die heftigen Angriffe zusammen, mit denen die Einschließungsfront von innen her durchbrochen werden sollte. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste. Gelandete Teile wurden aufgerieben oder gefangengenommen. Mehrere vollbesetzte Schiffe wurden versenkt, 22 Panzerkampfwagen, darunter sieben überschwere, vernichtet.
Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 6. Oktober mit guter Wirkung einen Hafen am Asowschen Meer sowie einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt westlich Moskau und militärische Anlagen in Leningrad.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Kampfflugzeuge bei Tage 400 km westlich Brest ein Handelsschiff von 25.000 BRT und bombardierten kriegswichtige Einrichtungen auf den Shetland-lnseln.

In der letzten Nacht richteten sich Luftangriffe gegen Hafen in Südostengland.

In Nordafrika erzielten deutsche Sturzkampfflugzeuge in der Nacht zum 5. Oktober Bombenvolltreffer in der Stadt und im Hafen von Tobruk. Ein weiterer Luftangriff richtete sich gegen die Reede von Suez.

Einflüge des Feindes in das Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 7. Oktober 1941

 

Im Zuge der angekündigten neuen Operationen hat im Raum nördlich des Asowschen Meeres eine große Schlacht stattgefunden. Seite an Seite mit den Truppen der verbündeten Staaten verfolgen die deutschen Truppen den geschlagenen Feind. Motorisierte und Panzerverbände stießen tief in die feindlichen Rückzugbewegungen hinein. Dabei wurde der Stab der 9. sowjetischen Armee gefangengenommen. Der Oberbefehlshaber hatte sich vorher im Flugzeug in Sicherheit gebracht.
Auch an den übrigen Abschnitten der Ostfront nehmen die Angriffsoperationem ihren vorgesehenen Verlauf.
Ein erneuter nächtlicher Landungsversuch sowjetischer Kräfte an der Küste westlich Leningrad wurde zurückgeschlagen. Die Mehrzahl der zum Antransport benutzten Schiffe wurde versenkt. Der gelandete Feind wurde restlos vernichtet.

Die Luftwaffe griff in der letzten Nacht ein Rüstungswerk in Rostow sowie militärische Anlagen in Moskau und Leningrad an.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 7. Oktober kriegswichtige Einrichtungen in Südwestengland.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge auch am gestrigen Tage die Hafenanlagen von Tobruk mit guter Wirkung an.

Beim Luftangriff auf die Reede von Suez in der Nacht vom 6. Oktober wurden zwei Handelsschiffe mit zusammen 10.000 BRT durch Bombenvolltreffer vernichtet, zwei weitere große Schiffe schwer getroffen.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 8. Oktober 1941

 

Während in der Ukraine die Angriffs- und Verfolgungsoperationen in vollem Flusse sind, hat der am 2. Oktober eingeleitete Durchbruch in der Mitte der Ostfront zu einer neuen Folge gewaltiger Vernichtungsschlachten geführt.

Allein im Raum von Wjasma sind - wie durch Sondermeldung bekanntgegeben - mehrere sowjetische Armeen eingeschlossen, sie gehen unerbittlich ihrer Vernichtung entgegen.

Westlich von Leningrad scheiterte in der Nacht zum 7. Oktober ein erneuter Landungsversuch des Feindes, bevor er die Küste erreicht hatte.

In kühnen Luftangriffen wurden hinter der ganzen sowjetischen Front Transportwege und Eisenbahnlinien schwer getroffen. Zahlreiche Eisenbahnzüge wurden zerstört oder beschädigt. In der letzten Nacht griff die Luftwaffe kriegswichtige Anlagen in Moskau und Leningrad an.

Bei Luftangriffen auf die Reede von Suez wurde in der letzten Nacht ein größeres Handelsschiff durch Bombentreffer beschädigt.

Einflüge des Feindes in das Reichsgebiet erfolgten nicht.

 

Sondermeldung:

In kühner Operation aus dem Raum ostwärts Dnjepropetrowsk ist eine deutsche, durch italienische, ungarische und slowakische Verbände verstärkte Panzerarmee zum Asowschen Meer vorgestoßen und hat der bei Melitopol frontal geschlagenen 9. sowjetischen Armee den Rückzug verlegt. Gleichzeitig haben deutsche und rumänische Kräfte die Verfolgung von Westen her fortgesetzt.
Dabei ist es einem schnellen Verband der Waffen-SS gelungen, entlang der Küste des Asowschen Meeres nach Berdjansk durchzustoßen und den von Norden kommenden Panzerkräften die Hand zu reichen. Von allen Seiten eng umschlossen stehen hier nunmehr sechs bis sieben feindliche Divisionen unmittelbar vor ihrer Vernichtung. Den schwachen Resten des geschlagenen Gegners, die auf Rostow abzuziehen versuchen, ist der SS-Verband bereits bis Mariupol nachgestoßen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 9. Oktober 1941

 

Wie gestern durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist eine durch italienische, ungarische und slowakische Truppen verstärkte deutsche Panzerarmee aus dem Raum ostwärts Dnjepropetrowsk zum Asowschen Meer vorgestoßen und hat der bei Melitopol geschlagenen 9. sowjetischen Armee den Rückzug verlegt.

Gleichzeitig haben deutsche und rumänische Verbände die Verfolgung von Westen her fortgesetzt. Dabei ist es einem schnellen Verband der Waffen-SS gelungen, entlang der Küste des Asowschen Meeres nach Berdjansk durchzustoßen und den von Norden kommenden Panzerkräften die Hand zu reichen.
Von allen Seiten eng umschlossen, stehen hier sechs bis sieben feindliche Divisionen unmittelbar vor ihrer Vernichtung. Den schwachen Resten des geschlagenen Gegners, die auf Rostow abzuziehen versuchen, ist der Verband der Waffen-SS bereits bis Mariupol nachgestoßen.

In der Mitte der Ostfront haben - wie ebenfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben - die tiefen Durchbruchsoperationen zu einer weiteren großen Umfassungsschlacht geführt. Von starken Panzerkräften im Rücken angegriffen, haben nunmehr auch im Raum um Brjansk drei feindliche Armeen ihre Vernichtung zu erwarten.
Zusammen mit den bei Wjasma eingeschlossenen Verbänden hat hier der Marschall Timoschenko die letzten voll kampfkräftigen Armeen der sowjetischen Gesamtfront geopfert. Das Trugbild fortgesetzter Angriffserfolge, die von der lügenhaften Propaganda des Gegners gerade diesen Armeen seit Wochen zugeschrieben waren, ist damit endgültig zerrissen.

Erneute Versuche des Feindes, die Einschließungsfront westlich Leningrad mit Panzerunterstützung zu durchbrechen, scheiterten unter schweren Verlusten für den Gegner.
Zahlreiche Sowjetpanzer wurden dabei vernichtet.

Die Luftwaffe unterstützte an der gesamten Ostfront mit starken Kräften die Operationen des Heeres. Erfolgreiche Angriffe richteten sich gegen feindliche Truppenansammlungen, Artilleriestellungen, Verbindungslinien und Eisenbahnanlagen.
Das Rüstungswerk südostwärts Charkow wurde erneut bombardiert.
In der letzten Nacht griffen Kampfflugzeuge kriegswichtige Anlagen in Leningrad an.

Das Verminen der Gewässer um die britische Insel wurde in den letzten Wochen planmäßig fortgesetzt.

In Nordafrika bekämpften deutsche Sturzkampfflugzeuge bei Tobruk mit guter Wirkung eine britische Batteriestellung und Verladungen des Gegners. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 8. Oktober britische Flugplätze bei Marsa Matruk und Fuka.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

Im Kampf gegen die britische Luftwaffe wurden in der Zeit vom 1. bis 7. Oktober bei nur drei eigenen Verlusten 35 feindliche Flugzeuge vernichtet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 10. Oktober 1941

 

Die am Asowschen Meer, um Brjansk und bei Wjasma eingeschlossenen Kräfte des Gegners wurden gestern weiter zusammengedrängt. Darüber hinaus wurde der in der Mitte der Front auf einer Breite von 500 km erzwungene Durchbruch nach Osten vertieft.

Der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Orel ist bereits seit dem 3. Oktober in unserer Hand.

Westlich Leningrad wurde ein erneuter, von Panzern unterstützter Ausbruchsversuch des Feindes abgeschlagen.
In den Kämpfen um die Inseln Moon und Ösel wurden nach nunmehr abgeschlossenen Feststellungen 12.531 Gefangene eingebracht und 161 Geschütze sowie mehrere Panzer erbeutet. 2.680 Minen des Feindes mußten im Verlauf der Kampfhandlungen unschädlich gemacht werden.
Die Luftwaffe griff in der letzten Nacht Flugplätze auf der Krim, Eisenbahnanlagen im südlichen und mittleren Frontabschnitt sowie kriegswichtige Einrichtungen in Leningrad an.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten Kampfflugzeuge bei Tage wichtige Anlagen auf den Faröer und versenkten nördlich der britischen Inseln vier Handelsschiffe mit zusammen 6.600 BRT.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

''Heute beginnt die letzte entscheidende Schlacht dieses Jahres.''
Tagesbefehl Hitlers zum Unternehmen Taifun

An der Ostfront geht alles weiter nach Plan vor und der Generalsstab ist davon überzeugt, dass man den Feldzug schon so gut wie gewonnen hat. Die Finnen leisten dazu einen wichtigen Beitrag und erobern im Norden Petrosawodsk am Onegasee in Ostkarelien. Damit haben die Finnen einen weiteren wichtigen Beitrag zur Belagerung Leningrads geleistet, denn durch diese Eroberung wird die Eisenbahnlinie Leningrad-Murmansk endgültig unterbrochen. Allerdings stellen die Russen später eine Entlastungsbahn Murmansk-Archangelsk durch eine Abzweigung bei Bjelomorsk am Weissen Meer fertig. Gleichzeitig beginnt das Unternehmen Taifun, bei der die Hauptmasse der deutschen Armeen mit ihrem Angriff in Richtung Moskau beginnt.

 

'' [...] dieser Gegner (Russland) ist bereits geschlagen und wird sich niemals wieder erheben.''
Hitler in einer Rede in Berlin Anfang September

Das Vorrücken auf Moskau wird maßgeblich von Guderians Panzerarmee unterstützt, die in der Kesselschlacht von Brjansk, südwestlich von Moskau, den Kessel mit der deutschen 2. Armee auf der anderen Seite zu und schlossen damit zwei russische Armeen ein. In der parallelen Kesselschlacht von Wjasma, können deutsche Panzer die russische Verteidigungslinie durchbrechen, 6 russische Armeen einschließen und bis zum 14. Oktober vernichten. Wenig später erobern deutsche Truppen Orel, südwestlich von Moskau, teilweise können Vorstoßeinheiten schon die Vororte von Moskau sehen.
In der Heimat läuft dagegen die Rüstung auf Hochtouren und das raketenangetriebene Forschungsflugzeug Me 163 V1 erreicht eine Geschwindigkeit von 1.000 km/h im Horizontalflug bei seinem Testflug über Peenemünde. Der erste Schritt für eine Nutzung der Raketentechnologie auf militärischen Anwendungsbereich.

"Hoffnung des Führers, dass Japan seine grosse Stunde gekommen sieht, scheint sich nicht zu erfüllen. Jedenfalls ist nicht mit einem schnellen Eingreifen zu rechnen. Baldiger Zusammenbruch [der Sowjetunion] ist aber in deutschem Interesse notwendig, da man Russland nicht erobern kann. Aus dieser Lage heraus fragt sich der Führer mit Besorgnis: 'Wieviel Zeit habe ich noch, um mit Russland fertig zu werden, und wieviel Zeit brauche ich noch?'''
25. Juli 1941 notierte Generalfeldmarschall von Bock, der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte, über ein Gespräch mit dem Chef des OKW, Keitel

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Die Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk

Heeresgruppe Mitte


11.10. -21.10.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 11. Oktober 1941

 

Nördlich des Asowschen Meeres steht die Vernichtung des auf engstem Raume zusammengedrängten Gegners vor dem Abschluß. Auf dem Schlachtfeld wurde die Leiche des Oberbefehlshabers der 18. sowjetischen Armee aufgefunden.
Die Vernichtung der im Räume von Brjansk und Wjasma eingeschlossenen Kräfte macht ebenfalls schnelle Fortschritte. Verzweifelte Durchbruchsversuche des Gegners brachen überall im Angriff der deutschen Truppen zusammen. Gefangenen- und Beutezahlen wachsen ständig.
Vor Leningrad scheiterten auch gestern alle Ausbruchsversuche des Gegners. In dreitägigen Kämpfen wurden allein im Abschnitt einer Infanteriedivision 28 überschwere Panzer abgeschossen.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht kriegswichtige Einrichtungen in Moskau und Leningrad sowie Eisenbahnlinien.

In einem Hafen der Faröer versenkte bei Tage ein Kampfflugzeug zwei Handelsschiffe mit zusammen über 2.500 BRT und traf zwei weitere Schiffe schwer.

In der Nacht zum 11. Oktober bombardierten Kampfflugzeuge einen wichtigen Hafen an der britischen Ostküste sowie Hafenanlagen in Südwestengland.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 10. Oktober den britischen Flugplatz Abu Smeith an. Ein weiterer wirksamer Luftangriff richtete sich gegen das britische Ölzentrum Haifa in Palästina. Bei Luftkämpfen in Nordafrika wurden ohne eigene Verluste drei britische Flugzeuge abgeschossen.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Orte in Nordwest- und Westdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. An einzelnen Stellen wurden Häuser zerstört oder beschädigt. Flakartillerie schoß sechs der angreifenden Bomber ab.

Sondermeldung:

Die Schlacht am Asowschen Meer ist abgeschlossen. Im Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generaloberst Löhr hat die Armee des Generals der Infanterie von Manstein, die rumänische Armee des Korpsgenerals Dumitrescu und die Panzerarmee des Generaloberst von Kleist die Masse der 9. und 18. sowjetischen Armee geschlagen und vernichtet. Bei schwersten blutigen Verlusten hat der Gegner 64.325 Gefangene, 126 Panzerkampfwagen, 519 Geschütze und unübersehbare Mengen an sonstigem Kriegsmaterial verloren.
Mit den genannten Armeen und den verbündeten italienischen, ungarischen und slowakischen Truppen hat die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Rundstedt seit dem 26. September nunmehr insgesamt 106.365 Gefangene gemacht sowie 212 Panzerkampfwagen und 672 Geschütze erbeutet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 12. Oktober 1941

 

Wie die gestrige Sondermeldung bekanntgab, ist die Schlacht nördlich des Asowschen Meeres abgeschlossen. Im Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generalobersts Löhr hat die Armee des Generals der Infanterie von Manstein, die rumänische Armee des Korpsgenerals Dumitrescu und die Panzerarmee des Generalobersts von Kleist die Masse der 9. und 18. sowjetischen Armee geschlagen und vernichtet. Bei schwersten blutigen Verlusten hat der Gegner 64.325 Gefangene, 126 Panzerkampfwagen und 519 Geschütze verloren. Infanterie- und Gebirgsdivisionen haben an diesen Erfolgen entscheidenden Anteil.
Mit den genannten Armeen und den verbündeten italienischen, ungarischen und slowakischen Truppen hat die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Rundstedt seit dem 26. September nunmehr insgesamt 106.365 Gefangene gemacht sowie 212 Panzerkampfwagen und 672 Geschütze erbeutet.

Wie ebenfalls schon durch Sondermeldung berichtet, haben die schweren Vernichtungsschläge, die seit Beginn dieses Monats der sowjetischen Wehrmacht zugefügt worden sind, zu einem neuen Abschnitt der Operationen geführt. Vom Asowschen Meer bis zum Waldai-Gebirge, südostwärts des Ilmen-Sees, d. h. auf einer Breite von 1.200 Kilometern, sind die deutschen und verbündeten Truppen in voller Angriffsbewegung nach Osten.

Die Schlachtfelder von Brjansk und Wjasma liegen bereits weit hinter der Front. Trotz verzweifelter Gegenwehr, fortgesetzter Ausbruchsversuche und höchster Blutopfer vermögen die hier eingeschlossenen Kräfte des Gegners ihr Los nicht mehr zu ändern. Schon jetzt sind über 200.000 Gefangene gemeldet. Diese Zahl ist ständig im Wachsen.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht mit guter Wirkung feindliche Kolonnen und Eisenbahnstrecken im mittleren Frontabschnitt. Weitere erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen Versorgungsanlagen in Leningrad.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Unterseeboote im Atlantik drei Schiffe mit 23.000 BRT.

Ein Kampfflugzeug vernichtete bei den Faröer drei feindliche Handelsschiffe mit zusammen etwa 3.000 BRT. In der Nacht zum 12. Oktober versenkte die Luftwaffe im Seegebiet um England zwei Handelsschiffe mit zusammen 9.000 BRT. Ein großes Handelsschiff wurde in Brand geworfen.
Weitere wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze sowie gegen kriegswichtige Anlagen an der Südost- und Südwestküste der britischen Insel.

Einige britische Bomber warfen in der letzten Nacht an mehreren Stellen Nordwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben, die nur unerheblichen Schaden verursachten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 13. Oktober 1941

 

Die Operationen an der Ostfront nehmen ihren planmäßigen Verlauf.
Bei der Verfolgung der in der Schlacht am Asowschen Meer entkommenen Reste des Gegners wurde ein sowjetischer Verband eingeholt und vernichtet. 1.100 Gefangene und 33 Geschütze fielen in unsere Hand. Im Kampfraum ostwärts des Dnjepr hat ein kroatisches Regiment die Feuerprobe bestanden.

Die Vernichtung der bei Wjasma eingeschlossenen Kräfte steht vor dem Abschluß.

Vor Leningrad wurden wiederholte Ausbruchsversuche unter schwersten Verlusten des Gegners abgewiesen.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht kriegswichtige Anlagen in Moskau.

Im Kampf gegen Großbritannien griffen Kampfflugzeuge in der Nacht zum 13. Oktober das Industriezentrum Manchester sowie die Hafenstadt Hull mit guter Wirkung an. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze und Hafenanlagen in Ost- und Südostengland. Ein Kampfflugzeug versenkte ostwärts Great-Yarmouth ein Handelsschiff von 8.000 BRT.

Fernkampfartillerie des Heeres und die Kriegsmarine beschoß mit beobachteter Wirkung die Funkanlage von Dover.

Im Kanalgebiet schossen deutsche Jäger am gestrigen Tage sechs, Vorpostenboote zwei britische Flugzeuge ab.

In Nordafrika führten deutsch-italienische Truppen in der Nacht zum 10. Oktober vor Tobruk einen erfolgreichen örtlichen Angriff durch. Ein von Panzern unterstützter britischer Gegenangriff wurde abgewiesen. In der Nacht zum 12. Oktober wurden Stadt und Hafen von Tobruk bombardiert, in Luftkämpfen fünf britische Jäger abgeschossen.

In der letzten Nacht flog eine größere Anzahl britischer Bomber nach Nordwest-, West- und Süddeutschland ein und warf an zahlreichen Orten Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. An verschiedenen Orten wurden Gebäude zerstört oder beschädigt. Nachtjäger schossen neun, Flakartillerie vier britische Bomber ab.

 

Sondermeldung:

Die Zahl der in der Doppelschlacht von Brjansk und Wjasma bisher eingebrachten Gefangenen ist auf mehr als 350.000 gestiegen. Sie ist noch ständig im Wachsen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 14. Oktober 1941

 

Im Osten nehmen die Operationen ihren vorgesehenen Verlauf.
Die im Raum von Brjansk eingeschlossenen Kräfte des Gegners sind in mehrere Gruppen zerschlagen. Ihre Vernichtung in dem schwierigen Waldgelände schreitet stetig fort. Bereits gestern war die Zahl der in der Doppelschlacht von Brjansk und Wjasma bisher eingebrachten Gefangenen auf mehr als 350.000 gestiegen. Sie ist noch ständig im Wachsen.

Kampfflugzeuge bombardierten in der Nacht zum 14. Oktober mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen in Leningrad.

Schnellboote stießen in der Nacht zum 13. Oktober gegen die britische Küste vor und griffen einen durch Zerstörer, Schnellboote und Flugzeuge stark gesicherten feindlichen Geleitzug an. Trotz heftiger Abwehr und wiederholter Gefechte mit überlegenen Sicherungsstreitkräften versenkten die Schnellboote sechs bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit zusammen 18.000 BRT. Sie kehrten ohne eigene Verluste zurück.

In der letzten Nacht richteten sich Luftangriffe gegen mehrere britische Flugplätze.

Bei Einflügen britischer Flugzeuge in die besetzten Gebiete am Kanal erlitt der Feind am gestrigen Tage schwere Verluste. Jäger, Flakartillerie und Marineartillerie schössen 31 feindliche Flugzeuge ab. Ein eigenes Flugzeug ging verloren.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben auf verschiedene Orte in Westdeutschland und im norddeutschen Küstengebiet. Nachtjäger, Kampfflugzeuge und Flakartillerie schossen fünf feindliche Flugzeuge ab.

Sondermeldung: Die im Raum von Wjasma eingeschlossenen Kräfte des Gegners sind nunmehr endgültig vernichtet. Auch in den Kesseln von Brjansk schreitet die Auflösung des Feindes unaufhaltsam fort. Die Gefangenenzahl aus dieser gewaltigen Doppelschlacht ist inzwischen auf über 500.000 angewachsen. Sie erhöht sich noch ständig.
Die Gesamtzahl der seit Beginn des Ostfeldzuges eingebrachten sowjetischen Gefangenen hat schon jetzt die Höhe von drei Millionen weit überschritten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 15. Oktober 1941

 

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, sind die im Raum von Wjasma eingeschlossenen Kräfte des Gegners nunmehr endgültig vernichtet. Auch in dem Kessel um Brjansk schreitet die Auflösung des Feindes unaufhaltsam fort. Die Gefangenenzahl aus dieser gewaltigen Doppelschlacht ist auf über 500.000 angewachsen und ist noch ständig im Steigen.
Die Gesamtzahl der seit Beginn des Ostfeldzuges eingebrachten sowjetrussischen Gefangenen hat schon jetzt die Höhe von 3 Millionen weit überschritten.

Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 15. Oktober kriegswichtige Einrichtungen in Moskau an. In wehrwirtschaftlichen Anlagen entstanden mehrere Brände.

Vor Gibraltar wurde ein britischer Zerstörer durch ein Unterseeboot versenkt.

Die britische Luftwaffe flog in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften in West- und Süddeutschland ein. Durch Abwurf von Spreng- und Brandbomben entstand in verschiedenen Orten geringer Schaden. Sechs britische Flugzeuge wurden abgeschossen.

Sondermeldung: Die Doppelschlacht von Brjansk und Wjasma nähert sich ihrem Abschluß. Im Laufe des heutigen Tages wurden auch die in den Kesseln nördlich Brjansk eingeschlossenen Kräfte unter schwersten blutigen Verlusten des Gegners zerschlagen. Die Säuberung des Waldgebietes südlich Brjansk von den dort umzingelten Resten der geschlagenen feindlichen Armeen ist noch im Gange. Die Masse der in dieser gewaltigen Durchbruchs- und Umfassungsschlacht beteiligten deutschen Kräfte ist bereits für die Fortführung der Operationen frei geworden.
Bisher sind 560.000 Gefangene eingebracht sowie 888 Panzerkampfwagen und 4.133 Geschütze als erbeutet oder vernichtet gemeldet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 16. Oktober 1941

 

Im Osten wird schon an mehreren Stellen um die etwa 400 km vor Moskau verlaufende äußere Verteidigungslinie der sowjetischen Hauptstadt gekämpft. Die wichtigen Städte Kaluga und Kalinin, 160 km südwestlich bzw. nordwestlich Moskau sind seit Tagen in unserer Hand.

Wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, nähert sich die Doppelschlacht von Brjansk und Wjasma ihrem Abschluß. Im Laufe des gestrigen Tages wurden auch die in den Kesseln nördlich Brjansk eingeschlossenen Kräfte unter schwersten blutigen Verlusten des Gegners zerschlagen. Die Säuberung des Waldgebietes südlich Brjansk von den dort umzingelten Resten der geschlagenen feindlichen Armeen ist noch im Gange.
Die Masse der an dieser gewaltigen Durchbruchs- und Umfassungsschlacht beteiligten deutschen Kräfte ist bereits für die Fortführung der Operationen frei geworden.
Bisher sind 560.000 Gefangene eingebracht sowie 888 Panzerkampfwagen und 4.133 Geschütze als erbeutet oder vernichtet gemeldet.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 16. Oktober kriegswichtige Anlagen im Mündungsgebiet des Humber und an der englischen Südostküste.

Bei Einflügen britischer Flugzeuge in die Deutsche Bucht und in die besetzten Gebiete am Kanal wurden ohne eigene Verluste gestern 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht in Westdeutschland eine Anzahl von Spreng- und Brandbomben, die nur Häuserschäden verursachten. Drei britische Flugzeuge wurden abgeschossen.

Die britische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 8. bis 14. Oktober 35 Flugzeuge. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien zehn eigene Flugzeuge verloren.

Sondermeldung: Nach Mitteilung des rumänischen Hauptquartiers sind die Truppen der 4. rumänischen Armee heute zum Angriff auf Odessa angetreten und haben die letzten Widerstandslinien durchbrochen.
In den Nachmittagsstunden erfolgte der Einmarsch in Odessa. Die Bevölkerung empfing die rumänisch-deutschen Truppen mit Begeisterung.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 17. Oktober 1941

 

Unter dem Oberbefehl des Staatsführers von Rumänien, Marschall Antonescu, hat eine rumänische Armee, geführt von Korpsgeneral Jacobici und unterstützt von wenigen Sonderverbänden des deutschen Heeres und der deutschen Luftwaffe, am 16. Oktober Stadt und Hafen Odessa genommen.
Damit wurden die seit zwei Monaten andauernden schweren Kämpfe gegen den in tiefgegliederten Feldstellungen vor Odessa haltenden Gegner siegreich zum Abschluß gebracht. Die Beute ist noch nicht zu übersehen.
Mit Odessa wurde dem Feind ein bedeutendes Industriezentrum, eine seiner wichtigsten Städte und der größte Hafen am Schwarzen Meer entrissen.
Im Seegebiet vor Odessa griff die deutsche Luftwaffe Transporter des aus der Stadt fliehenden Feindes mit großem Erfolg an. Sie versenkte durch Bombenvolltreffer sechs Handelsschiffe mit zusammen 30.000 BRT. Acht weitere große Schiffe wurden schwer getroffen, ein sowjetisches Schnellboot vernichtet.

Zwischen Asowschem Meer und Donez wird die Verfolgung des geschlagenen Feindes durch deutsche, italienische, ungarische und slowakische Truppen fortgesetzt.

Im Nordabschnitt der Ostfront nahmen Verbände der spanischen Legion erfolgreich an den Kämpfen teil.
Im übrigen verlaufen die Operationen im Osten planmäßig.

Wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich am gestrigen Tage und in der letzten Nacht gegen kriegswichtige Anlagen in Moskau. Auch Leningrad wurde in der Nacht zum 17. Oktober erneut bombardiert.

Vor der Humber-Mündung und westlich der Scilly-Inseln wurden ein großes Handelsschiff und ein weiteres Schiff von 1.500 BRT durch Bombenwurf versenkt. An der englischen Südost- und Westküste belegten Kampfflugzeuge Hafenanlagen des Feindes mit Bomben.

Einige britische Bomber warfen in der letzten Nacht in Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. In einigen Orten entstanden unerhebliche Schäden. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 18. Oktober 1941

 

Die Angriffsoperationen im Osten verlaufen planmäßig. Kampfflugzeuge bombardierten bei Tage die Hafenanlagen von Murmansk und kriegswichtige Einrichtungen in und um Moskau. Auch in der letzten Nacht richteten sich Luftangriffe gegen Moskau sowie gegen Versorgungsanlagen in Leningrad.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde ein von Nordamerika nach England gehender stark gesicherter Geleitzug nach Eintritt in das Blockadegebiet von deutschen Unterseebooten erfaßt. In mehrtägigen zähen Angriffen versenkten die Unterseeboote zehn feindliche Handelsschiffe, darunter drei vollbeladene Tanker, mit zusammen 60.000 BRT. Im nächtlichen Kampf gegen die Sicherungsstreitkräfte wurden zwei feindliche Zerstörer versenkt.

Vor Gibraltar versenkte ein deutsches Unterseeboot ein feindliches Bewachungsfahrzeug.
Kampfflugzeuge bombardierten an der englischen Südostküste mehrere Hafenanlagen und versenkten ein Handelsschiff von 4.000 BRT.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

Sondermeldung: Die Doppelschlacht von Brjansk und Wjasma ist siegreich beendet.
Unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Bock haben Truppen des deutschen Heeres in engstem Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generalfeldmarschalls Kesselring die sowjetische Heeresgruppe des Marschalls Timoschenko in Stärke von acht Armeen mit 67 Schützen-, sechs Kavallerie-, sieben Panzerdivisionen und sechs Panzerbrigaden vernichtet. Die Säuberung des Kampfgebietes von zersprengten Resten des Feindes ist noch im Gange.
Insgesamt wuden bei diesen Kämpfen bisher 648.196 Gefangene gemacht, 1.197 Panzerkampfwagen, 5.229 Geschütze aller Art sowie unübersehbares Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet.
Die blutigen Verluste des Feindes sind wiederum schwer.
An der Durchführung dieser Operationen waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge, der Generalobersten Freiherr von Weichs und Strauß sowie die Panzerarmeen der Generalobersten Guderian Hoth, Hoeppner und des Generals der Panzertruppen Reinhardt beteiligt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 19. Oktober 1941

 

Zwischen dem Asowschen Meer und dem Donez schreitet die Verfolgung des geschlagenen Feindes erfolgreich fort. Verbände der Waffen-SS nahmen im Häuser- und Straßenkampf die Hafenstadt Taganrog.
Auf der Krim wurden in der letzten Nacht sowjetische Flugplätze bombardiert.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist die Doppelschlacht von Brjansk und Wjasma siegreich beendet.
Unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Bock haben Truppen des deutschen Heeres in engstem Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generalfeldmarschalls Kesselring die sowjetische Heeresgruppe des Marschalls Timoschenko in Stärke von acht Armeen mit 67 Schützen-, sechs Kavallerie-, sieben Panzerdivisionen und sechs Panzerbrigaden vernichtet. Die Säuberung des Kampfgebietes ist im wesentlichen abgeschlossen.

Die in der gestrigen Sondermeldung bekanntgegebenen Zahlen haben sich inzwischen auf 657.948 Gefangene, 1.241 Panzerkampfwagen und 5.396 Geschütze erhöht. Unübersehbares Kriegsmaterial wurde erbeutet oder vernichtet. Die blutigen Verluste des Feindes sind wiederum schwer.

An der Durchführung dieser Operationen waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge, der Generalobersten Freiherr von Weichs und Strauß sowie die Panzerarmeen der Generalobersten Guderian, Hoth, Hoeppner und des Generals der Panzertruppen Reinhardt beteiligt.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 19. Oktober Häfen an der englischen Südostküste. Mehrere Brände entstanden.

Einflüge des Feindes in das Reichsgebiet erfolgten nicht.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 20. Oktober 1941

 

Im Südteil der Ostfront rücken die deutschen, italienischen, ungarischen und slowakischen Divisionen unaufhaltsam gegen das Industriegebiet im Donez-Becken vor. Auch an den übrigen Frontabschnitten verlaufen die Operationen erfolgreich.

Die Luftwaffe richtete an der gesamten Ostfront wirksame Angriffe gegen wichtige Eisenbahnlinien und Verkehrsverbindungen.

Im Südosten, Süden und Südwesten der britischen Insel wurden Häfen und kriegswichtige Anlagen bombardiert.

Im Seegebiet des St. Georgs-Kanals warfen Kampfflugzeuge ein größeres Handelsschiff in Brand.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge am 19. Oktober und in der Nacht zum 20. Oktober mit guter Wirkung die Hafenanlagen von Tobruk an.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

„Erst nach sicherer Einschließung und Gewährleistung einer Vernichtung der ostwärts Smolensk zwischen Straße Roslawl, Moskau und Bjeloj umfassten Feindkräfte ist die Verfolgung in Richtung Moskau einzuleiten.“
Franz Halder, Generalstabschef des Heeres

An der Ostfront geht es für die deutschen nur Vorwärts, die Wehrmacht erobert Moshaisk, westlich von Moskau und daraufhin verstärken die Moskauer die Arbeiten an ihren Verteidigungswall. Von Moshaisk nur noch 100 Kilometer bis Moskau, für die deutschen Panzerspitzen nur ein Katzensprung. Gleichzeitig nehmen deutsche Truppen Kalinin, 160 km nordwestlich von Moskau ein. Moskau scheint verloren und die sowjetische Regierung und das diplomatische Korps verlassen die Stadt, gehen nach Kuibyschew an der Wolga und nur Stalin selbst bleibt in der Hauptstadt. Der 'Belagerungszustand' wird für Moskau erklärt.
Wie auch schon Napoleon wiederfahren, stellt sich nun General Winter den Deutschen entgegen. Schnee, Matsch und Schlamm behindern schwerwiegend den deutschen Vorstoß auf Moskau. An anderer Front könne die Deutschen Taganrog (Donezbecken), am Asowischen Meer erobern.

 

„Auftrag für die 11. Armee zur Wegnahme der Krim bleibt unverändert. Soweit nach Lage möglich, ist durch Ansatz einzelner schneller-gegebenenfalls ungarischer und rumänischer-Verbände die Grundlage für ein frühzeitiges Vorgehen von Teilkräften gegen die Nordküste des Asowschen Meeres zu schaffen.“
Franz Halder, Generalstabschef des Heeres

Die Einsatzgruppe A der mobilen SS-Vernichtungsgruppen meldet, daß sie 125.000 Juden und 5.000 Russen erschossen hat. Aus dem Tagesbefehl Hitlers vom 02.10: „die seit den Zeiten der Hunnen und später der Mongolenstürme entsetzlicher nicht mehr über dem Kontinent schwebte“ spricht Bände. Mit Moskau sollte das sowjetische Reich fallen, die Ideologie des Nationalsozialismus endgültig gesiegt haben und die Heeresgruppe Mitte (GFM von Bock) war dafür bestens gerüstet. Für den Angriff auf Moskau durch die Panzergruppe 4 (Hoepner) erheblich verstärkt, die von Leningrad zur Mittelfront abgezogen wurde. Insgesamt verfügten die Deutschen über 14 Panzerdivisionen, neun motorisierte Divisionen und 56 Infanteriedivisionen. Unterstützung aus der Luft kam von der Luftflotte 2 (Kesselring) und von Teilen der Luftflotte 4 (Löhr).

„Die Anfangserfolge gegen die zwischen den inneren Flügeln der Heeresgruppen Süd und Mitte befindlichen Feindkräfte haben [...] die Grundlage für eine entscheidungssuchende Operation gegen die vor der Heeresmitte stehende in Angriffskämpfen festgelegte Heeresgruppe Timoschenko geschaffen. Sie muß in der bis zum Einbruch des Winterwetters verfügbaren befristeten Zeit vernichtend geschlagen werden. Es gilt hierzu, alle Kräfte des Heeres und der Luftwaffe zusammenzufassen, die auf den Flügeln entbehrlich werden und zeitgerecht herangeführt werden können.“
Adolf Hitler

 

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Die Schlacht bei Moskau

Flaktürme - Hochbunker des Deutschen Reichs


21.10. - 31.10.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 21. Oktober 1941

 

Deutsche und italienische Verbände nahmen gestern das Gebiet um Stalino, eines der wichtigsten Rüstungszentren im Donez-Becken in Besitz.
Stalino selbst wurde durch Gebirgsjäger genommen. Auf einem bedeutenden Industriewerk dieser Stadt weht die Reichskriegsflagge.

Bei der Säuberung des Schlachtfeldes ostwärts von Brjansk fand der Oberbefehlshaber der sowjetischen 50. Armee, General Petroff, Mitglied des Obersten Sowjets, mit mehreren Offizieren seines Stabes den Tod.

Kampfflugzeuge bombardierten wichtige Anlagen in Moskau und Leningrad.
Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Unterseeboote im Atlantik sieben feindliche Handelsschiffe mit zusammen 38.200 BRT. Das große britische Walfangmutterschiff „Svend Foyn" wurde durch Torpedotreffer schwer beschädigt.

Kampfflugzeuge vernichteten nordostwärts Hüll ein Handelsschiff von 10.000 BRT. Ein weiteres großes Schiff wurde durch Bombentreffer beschädigt.

In der letzten Nacht griff die Luftwaffe den wichtigen Versorgungshafen Liverpool sowie Häfen und kriegswichtige Einrichtungen an der englischen Ost- und Südostküste an.

Britische Bomber warfen in der Nacht zum 21. Oktober Spreng- und Brandbomben auf mehrere Orte in Nordwest- und Westdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Einiger Sachschaden wurde verursacht. Vier der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen.

 

Sondermeldung:

Dagö ist genommen. Damit sind alle baltischen Inseln in deutscher Hand und der gesamte baltische Raum vom Feinde befreit.
In vorbildlicher Zusammenarbeit mit Verbänden der Kriegsmarine und der Luftwaffe war es einer Infanteriedivision des deutschen Heeres bereits am 12. Oktober gelungen, auf der Südspitze der Insel überraschend zu landen. In zehntägigen hartnäckigen Einzelkämpfen wurde seitdem die Insel vom Feinde gesäubert. 3.000 Gefangene fielen dabei in unsere Hand. Sechs Küstenbatterien wurden zerstört. Reste der feindlichen Besatzungen wurden bei dem Versuch, über See zu entkommen, durch Einheiten der Kriegsmarine und der Luftwaffe vernichtet.

Sondermeldung:

Durch die heute gemeldete Besetzung der Insel Dagö ist der baltische Raum nunmehr völlig vom Feinde befreit und damit der Zeitpunkt gekommen, auch über die Operationen zu berichten, die seit Anfang August im nördlichen Abschnitt der Ostfront stattgefunden haben.
Nach dem Durchbruch durch die Stalin-Linie war der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Ritter von Leeb im Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generaloberst Keller die Aufgabe gestellt, die zwischen Urnen- und Peipus-See stehenden Kräfte des Gegners zu schlagen, die Festung Leningrad im Süden abzuschließen sowie Estland und die Baltischen Inseln vom Feinde zu säubern.
Trotz andauernd starker Bedrohung ihrer Ostflanke drehte die Masse der Armee des Generaloberst Busch zusammen mit der Panzerarmee des Generaloberst Hoeppner zunächst nach Norden ein. In überaus harten Kämpfen wurde die in unwegsamen Wald- und Sumpfgelände angelegte und tief ausgebaute Stellung des Gegners zwischen Urnen- und Peipus-See durchbrochen, wobei rund 5.000 Bunker im Nahkampf bezwungen und ausgedehnte Minenfelder mit mehr als 80.000 Minen zu beseitigen waren. In weiteren heftigen Kämpfen mußten sodann nördlich Luga stärkere feindliche Kräfte vernichtet werden, bevor der Angriff auf das Festungsgebiet von Leningrad beginnen konnte.
Alle Versuche des Gegners, die Einschließung dieser Stadt durch Entlastungsangriffe beiderseits des Ilmensees zu verhindern, schlugen fehl. Im Gegenangriff südlich des Ilmen-Sees wurde die Hauptgefahr durch Vernichtung zahlreicher feindlicher Divisionen beseitigt.
Hand in Hand mit diesen Operationen stieß die Armee des Generaloberst von Küchler westlich des Peipus-Sees in breiter Front bis zur Küste des Finnischen Meeres vor.
Nach der Wegnahme von Reval und Pernau wurde die Landung auf den baltischen Inseln in die Wege geleitet, während starke Teile der Armee nördlich des Peipus-Sees nach Osten vorgingen, um bei den Kämpfen zur Einschließung von Leningrad eingesetzt zu werden.
An der Eroberung der baltischen Inseln haben Seestreitkräfte unter dem Oberbefehl des Generaladmirals Carls maßgebend mitgewirkt. Außer dem Transport der Landungstruppen haben sie durch Vorstöße in den Finnischen Meerbusen eine Flankenbedrohung durch die sowjetische Kriegsmarine ausgeschaltet, die feindlichen Minensperren in den Gewässern um die baltischen Inseln beseitigt und durch Beschießung der feindlichen Stellungen von See her in die Landkämpfe eingegriffen.
In schweren, von den Fliegerverbänden der Generale der Flieger Freiherr von Richthofen und Förster unermüdlich unterstütztem Ringen haben die in der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Ritter von Leeb zusammengefaßten Verbände des Heeres und der Waffen-SS seit dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 6. August über 300.000 Gefangene eingebracht, 1.581 Panzerkampfwagen und 4.063 Geschütze erbeutet oder vernichtet.
Ihr wichtigstes Operationsziel ist mit der Einschließung von Leningrad erreicht. Die verzweifelten Ausbruchsversuche der in Leningrad eingeschlossenen sowjetischen Streitkräfte wurde durchweg unter schweren Verlusten des Gegners abgewiesen.
Wesentliche Teile dieser Heeresgruppe und der Luftflotte des Generaloberst Keller sind schon vor längerer Zeit frei geworden und bei Operationen an anderen Stellen der Ostfront beteiligt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 22. Oktober 1941

 

Die Besetzung des sowjetischen Industriegebietes im Donez-Becken durch die deutschen und verbündeten Truppen wurde gestern erweitert.

Südlich Brjansk brachte die Säuberung des Kampfgeländes weitere 5.000 Gefangene sowie einen schweren Panzer und 56 Geschütze als Beute.
Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde die Insel Dagö genommen. Damit sind alle baltischen Inseln in deutscher Hand und der gesamte baltische Raum vom Feinde befreit. In vorbildlicher Zusammenarbeit mit Verbänden der Kriegsmarine und der Luftwaffe war es einer Infanteriedivision des deutschen Heeres bereits am 12. Oktober gelungen, auf der Südspitze der Insel überraschend zu landen. In zehntägigen hartnäckigen Einzelkämpfen wurde seitdem die Insel vom Feinde gesäubert. 3.000 Gefangene fielen dabei in unsere Hand. Sechs Küstenbatterien wurden zerstört. Reste der feindlichen Besatzung wurden bei dem Versuch, über See zu entkommen, durch Einheiten der Kriegsmarine und der Luftwaffe vernichtet. An den erfolgreichen Landungsunternehmungen auf den baltischen Inseln haben die Sturmbootpioniere des Heeres besonderen Anteil.
Die finnische Kriegsmarine hat die Operationen der deutschen Seestreitkräfte wirkungsvoll unterstützt.

Die Luftwaffe bombardierte bei Tage und Nacht die sowjetische Hauptstadt Moskau.

Im Kampf gegen Großbritannien griffen starke Kräfte der Luftwaffe in der letzten Nacht den Hafen Newcastle an. In Dockanlagen, Speichern und Versorgungsbetrieben entstanden erhebliche Zerstörungen. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen von Dover.

An der Kanalküste schossen deutsche Jäger elf britische Flugzeuge ab. Ein eigenes Flugzeug ging hierbei verloren.
In Nordafrika erzielten deutsche Sturzkampfflugzeuge Bombenvolltreffer in britischen Artilleriestellungen und Bunkern bei Tobruk.

Britische Bomber griffen in der Nacht zum 22. Oktober verschiedene Orte Nordwestdeutschlands, unter anderem Bremen, an. Durch Bombenwurf, vorwiegend auf Wohnviertel, hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Fünf der angreifenden feindlichen Flugzeuge wurden abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 23. Oktober 1941

 

Trotz schwieriger Witterungsverhältnisse wurde die äußere Verteidigungsstellung der sowjetischen Hauptstadt in den letzten Tagen von Südwesten und Westen her in breiter Front durchbrochen. Unsere Angriffsspitzen haben sich stellenweise bis auf sechzig Kilometer an Moskau herangekämpft.
Moskau wurde auch in der vergangenen Nacht mit Spreng- und Brandbomben belegt.

Unterseeboote versenkten vier feindliche Schiffe mit zusammen 32.000 BRT. Hierbei wurde der britische Truppentransporter „Aurania" von 14.000 BRT im Atlantik aus einem stark gesicherten und schnell fahrenden militärischen Geleitzug herausgeschossen.

Kampfflugzeuge versenkten bei Tage einen Frachter von 1.500 BRT und beschädigten durch Bombenwurf ein großes Handelsschiff.

Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich bei guter Erdsicht gegen den Versorgungshafen Birkenhead. In kriegswichtigen Anlagen entstanden heftige Explosionen und Brände. Andere Kampfflugzeuge erzielten Bombenvolltreffer im Hafengebiet von Great-Yarmouth.

Der Feind warf in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben an verschiedenen Orten Deutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Es entstand nur unbedeutender Schaden. Flakartillerie schoß drei britische Bomber ab.

In der Zeit vom 15. bis 21. Oktober 1941 verlor die britische Luftwaffe 59 Flugzeuge. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien acht eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 24. Oktober 1941

 

Im Osten schreiten die Angriffs- und Verfolgungsoperationen weiter fort.

Bei der Abwehr eines sowjetischen Gegenangriffs im Nordteil der Ostfront fügte die spanische Blaue Division dem Feind schwere Verluste zu und brachte mehrere hundert Gefangene ein.

Die Luftwaffe versenkte im Seegebiet der Krim einen sowjetischen Dampfer von 6.000 BRT und belegte Moskau mit Spreng- und Brandbomben.

In Nordafrika schossen deutsche Jäger drei britische Flugzeuge ab.

Der Feind warf in der letzten Nacht Bomben auf verschiedene Orte des norddeutschen Küstengebietes, unter anderem auf Hamburg und Kiel. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Die Schäden sind unerheblich. Ein britischer Bomber wurde abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 25. Oktober 1941

 

Sondermeldung:

Am 24. Oktober wurde Charkow genommen. Eines der wichtigsten Rüstungs- und Wirtschaftszentren der Sowjetunion ist damit in deutscher Hand.

Am selben Tage setzten sich deutsche Truppen in den Besitz des Verkehrsknotenpunktes Bjelgorod, 75 km nordostwärts von Charkow.

Nachtangriffe von Kampfflugzeugen richteten sich gegen militärische und wehrwirtschaftliche Anlagen in Moskau.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkte die Luftwaffe vor der englischen Ostküste aus gesicherten Geleitzügen heraus drei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 12.000 BRT. Außerdem wurde ein einzeln fahrendes Schiff von 4.000 BRT durch Bombenwurf vernichtet.

Vor der nordafrikanischen Küste schossen deutsche Kampfflugzeuge nördlich Gambut ein feindliches Handelsschiff in Brand.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Nordwest- und Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben, die geringe Schäden in Wohnvierteln verursachten. Sechs feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen.

Hauptmann Gollob errang am 20. Oktober seinen 30., Major Lützow am 24. Oktober seinen 101. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 26. Oktober 1941

 

Die Besetzung des Donez-Gebietes schreitet fort. Auch an den übrigen Abschnitten der Ostfront wurden die Angriffsoperationen weitergeführt.

Starke Verbände der Luftwaffe richteten schwere Schläge gegen Truppenansammlungen, Befestigungen und Kolonnen des Feindes zwischen Donez und Don, im Kampfraum um Moskau sowie ostwärts des Wolchow.
Im hohen Norden zerstörten Kampfflugzeuge Teilstrecken der Murman-Bahn sowie Barackenlager auf der Fischer-Halbinsel. Bei Nachtangriffen auf Moskau wurden Bombentreffer im Kreml erzielt.

Im Seegebiet um England vernichtete die Luftwaffe in der letzten Nacht drei Handelsschiffe mit zusammen 12.000 BRT. Andere Kampfflugzeuge griffen Häfen an der West-, Süd- und Südostküste der Insel an.

In Nordafrika bombardierten deutsche Kampfflugzeuge mit guter Wirkung militärische Anlagen in Tobruk.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 27. Oktober 1941

 

Die Angriffsoperationen im Osten brachten trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse weitere Fortschritte.
Im Donez-Becken wurde der Versuch, unser Vordringen durch Gegenangriffe zu verzögern, von italienischen Truppen vereitelt. Der Feind wurde unter schweren blutigen Verlusten zurückgeworfen und ließ mehrere hundert Gefangene in der Hand unserer Verbündeten.

Vor der britischen Ostküste griffen Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht einen feindlichen Geleitzug zwischen The Wash und der Humber-Mündung an. Sie versenkten einen Frachter von 8.000 BRT und trafen drei weitere große Handelsschiffe so schwer, daß auch mit ihrem Verlust gerechnet werden kann. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafengebiete in Ost- und Südwestengland.

Deutsche Sturzkampfflugzeuge versenkten in der Nacht zum 26. Oktober vor der nordafrikanischen Küste ein größeres britisches Kriegsschiff durch Bombenvolltreffer.

Der Feind warf in der letzten Nacht Bomben auf verschiedene Orte in Nordwestdeutschland. Die Zivilbevölkerung hatte vor allem in Hamburg und Bremen Verluste an Toten und Verletzten. Neun britische Bomber wurden abgeschossen.

Major Oesau, Kommodore eines Jagdgeschwaders, errang am 26. Oktober seinen 100. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 28. Oktober 1941

 

Im Donez-Becken wird die Verfolgung des weichenden Feindes fortgesetzt. Deutsche Truppen drangen gestern in Kramatorskaja ein. Die Sowjetunion hat damit eine ihrer größten Kampfwagenfabriken verloren. Weitere wichtige Industrieorte wurden durch ungarische Verbände genommen.
Auch an der übrigen Front sind die Operationen im Fortschreiten.

Die Luftwaffe bombardierte mit guter Wirkung das Hafengebiet von Kertsch und versenkte dabei ein Handelsschiff von 3.000 BRT.

Ostwärts Great-Yarmouth versenkten Kampfflugzeuge bei Tage aus einem Geleitzug heraus zwei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 11.000 BRT. Ein weiterer großer Frachter wurde in der letzten Nacht ostwärts Bridlington durch Bombenwurf schwer beschädigt.

Vor der holländischen Küste und im Kanalgebiet verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage dreizehn Flugzeuge.

In Nordafrika zerschlugen deutsche Sturzkampfflugzeuge britische Bunkerstellungen bei Tobruk.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, den 29. Oktober 1941

 

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Infanteriedivisionen im Zusammenwirken mit Verbänden der Luftwaffe in hartnäckigen Kämpfen den Zugang zur Halbinsel Krim erzwungen. Beim Durchbruch durch die stark ausgebauten Verteidigungsstellungen des Gegners wurden in der Zeit vom 18. bis 28. Oktober insgesamt 15.700 Gefangene eingebracht sowie 13 Panzerkampfwagen, 109 Geschütze und zahlreiches anderes Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet. Die Verfolgung des geschlagenen Feindes ist aufgenommen.
Rumänische Truppen nahmen eine der Nordwestküste des Asowschen Meeres vorgelagerte Insel und säuberten sie vom Feind.

Im Donez-Becken setzten die verbündeten Truppen die Verfolgung des weichenden Feindes erfolgreich fort.

Im Nordabschnitt nahm die spanische „Blaue Division" durch umfassenden Angriff mehrere Ortschaften und brachte erneut eine größere Anzahl von Gefangenen ein.

Starke Kampffliegerverbände belegten bei Tage und bei Nacht Moskau mit Spreng- und Brandbomben. Große Brände und Explosionen wurden beobachtet. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Leningrad.

In tagelanger Verfolgung versenkten Unterseeboote aus einem von Gibraltar nach England fahrenden Geleitzug trotz starker Sicherung 14 schwerbeladene feindliche Handelsschiffe mit zusammen 47.000 BRT sowie einen britischen Zerstörer. Der größte Teil des Geleitzuges wurde damit vernichtet. Nur wenige kleinere Schiffe entkamen.

An der Südwestküste Englands bombardierten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 29. Oktober Hafenanlagen und Versorgungsbetriebe.

Einzelne britische Bomber unternahmen in der letzten Nacht wirkungslose Störangriffe in West- und Mitteldeutschland.

In der Zeit vom 22. bis 28. Oktober verlor die britische Luftwaffe 48 Flugzeuge. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien sieben eigene Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 30. Oktober 1941

 

Auf der Halbinsel Krim stoßen die deutschen Kräfte dem geschlagenen Feinde unaufhaltsam nach. Örtlicher Widerstand seiner Nachhuten wurde gebrochen. Dabei wurden erneut mehrere tausend Gefangene gemacht und weitere Geschütze erbeutet.

Bei der Verfolgung des Gegners im Donez-Becken wurde der Oberlauf des Donez von den deutschen und verbündeten Truppen in breiter Front erreicht.

Im Verlaufe erfolgreicher Angriffsoperationen zwischen Ilmen-See und Ladoga-See nahmen Panzertruppen in kühnem Handstreich einen feindlichen Panzerzug und machten zahlreiche Gefangene.

Schwerste Artillerie des Heeres bekämpfte mit gutem Erfolg kriegswichtige Anlagen in Leningrad.

Wirksame Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Moskau und Leningrad.

In Nordafrika bombardierten deutsche Kampfflugzeuge einen britischen Flugplatz ostwärts Marsa Matruk und Hafengebiete im Nil-Delta.

Einzelne britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht im norddeutschen Küstengebiet Bomben, ohne Schaden anzurichten.

Oberstleutnant Galland, Kommodore eines Jagdgeschwaders, errang seinen 90. und 91. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 31. Oktober 1941

 

Von deutschen und rumänischen Truppen scharf verfolgt, ist der Feind auf der Krim in voller Flucht. Damit haben die langen und schweren Durchbruchskämpfe ihre Krönung gefunden, mit denen die Infanteriedivisionen der Armee des Generals der Infanterie von Manstein im Verein mit dem Fliegerkorps des Generalleutnants Pflugbeil die schmalen Landengen bezwungen haben, die zu der Halbinsel führen.

Auch im Donez-Becken setzten die deutschen und verbündeten Truppen die Verfolgung des geschlagenen Feindes erfolgreich fort.

An der Einschließungsfront von Leningrad wurden mehrere Ausbruchsversuche des Gegners abgewiesen.
Schwere Batterien des Heeres bekämpften kriegswichtige Ziele in Leningrad mit beobachteter Wirkung.

An der übrigen Front sind die Operationen in weiterem Fortschreiten.

Im Schwarzmeergebiet bombardierten Kampffliegerverbände die Hafenanlagen von Eupatoria und Kertsch und versenkten in diesen Gewässern fünf Frachter mit zusammen 13.000 BRT.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Unterseeboote sechs feindliche Handelsschiffe mit zusammen 27.000 BRT, einen Zerstörer und zwei Bewacher. Ein britisches Kanonenboot wurde durch Torpedotreffer schwer beschädigt.

Im Atlantik versenkten Fernkampfflugzeuge nordwestlich von Cadiz ein Handelsschiff von 2.000 BRT. Ein weiterer Frachter wurde durch Bombenwurf beschädigt.

Flugzeuge, die zu bewaffneter Seeaufklärung eingesetzt waren, bombardierten in der letzten Nacht Häfen an der britischen Ost- und Südwestküste.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

„Ich glaube, ich gehe nicht fehl, wenn ich sage, dass G. K. Schukow im Großen Vaterländischen Krieg unter den Heerführern der größte gewesen ist.“
Alexander Wassilewski: Sache des ganzen Lebens. Berlin 1988

Es geht an der Ostfront in eine neue Phase, die auf Seiten der Roten Armee auch „Schukow Epoche“ genannt werden darf. Stalin ernennt Schukow zum Oberbefehlshaber der sowjetischen Truppen im nördlichen Teil und Timoschenko für den südlichen Teil der Ostfront. General Schukow der Roten Armee übernimmt das Kommando über die Garnison von Moskau und wird die Deutschen stoppen können. Währenddessen im besetzten Teil Russlands die deutsche Besatzungspolitik zu immer härteren Maßnahmen zur Durchsetzung der eigenen Ziele und Autorität greift. So wird der der rumänische Oberbefehlshaber bei Odessa, General Glugoscianu, sowie 50 Mitglieder seines Stabes werden durch eine Zeitzünder-Bombe getötet. Diese wurde zuvor von den evakuierten Russen unter einem Gebäude gelegt, welches voraussichtlich für das feindliche Stabshauptquartier am geeignetsten war. Die Vergeltung folgt auf dem Fuße und n 19.000 Juden werden in der Stadt zusammengetrieben und erschossen. Weitere 40.000 werden auf eine Kolchose verschleppt und ermordet. Man duldet keinen Widerstand und nimmt solche Anlässe nur zu gerne zur Demonstration der eigenen Macht und Legitimation des Völkermordes! Auch in Frankreich sind solche Aktionen an der Tagesordnung, dort werden 100 französische Geiseln waren in Bordeaux und Nantes nach der Ermordung von zwei deutschen Offizieren erschossen, was aber anders als in Russland im größeren Maßstab geschehen, die Westalliierten auf den Plan ruf, die vehement dagegen protestieren. Im Hintergrund laufen in jenen Tagen die Nachrichten vom Einmarsch deutscher Truppen in Charkow. Wobei ist nun Order ist, vor allem die Militärische Infrastruktur bzw. wichtige logistische - und Stabseinrichtungen der Roten Armee zu zerstören. Ein Fliegerangriff mit Ju88 auf russisches Stabshauptquartier soll eine Neuordnung und Formierung der Sowjets verhindern, die noch vor dem Winter auf breiter Front in die Knie gezwungen werden sollen. Im Süden der Front gelingt dies auch noch ausgezeichnet, denn dort können deutsche Verbände durch die Landenge von Perekop brechen und auf die Halbinsel Krim vordringen. Deutsche Verbände überrennen die Krim und sehen bereits die Ölquellen in wenigen Wochen in ihrer Hand. Auch vor Moskau gelingen noch wichtige Eroberungen, so der Einmarsch in Wolokolamsk, weniger als 100 km nordöstlich von Moskau. Die wichtigsten Positionen zum Sturm auf Moskau sind nun eingenommen.

„Ich rechnete mit einem Monat (...Aufschub...) und hoffte auf sechs.“
Schukow am Vorabend des Krieges im Sommer 1941, nachdem er mehrfach bei Stalin vorsprechen musste, um ein Einschätzung der Gefahr und Erhöhung der Gefechtsbereitschaft zu erläutern.

 

„Die Verteidigung ist leichter als der Angriff; denn alle Zeit, welche ungenutzt verstreicht, fällt in die Waagschale des Verteidigers.“
Carl von Clausewitz

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Niederwerfung im Süden ist die Festung Sewastopol, welche von der deutschen 11. Armee und rumänischer Verbände in kürzester Zeit genommen werden solle. Doch beim Vorstoß auf die äußeren Verteidigungslinien (vom 30. Oktober bis 21. November) wehren sich die Verteidiger erbittern gegen den deutschen Invasor. Die russische Schwarzmeer-Flotte und 21.000 Marinesoldaten wehren viele Angriffe ab, aber die Deutschen erobern die Balaklawa-Hügel über der Festung und Simferopol auf der Halbinsel Krim. Somit können sie die Festung mit schwerer Artillerie sturmreif schießen, auch das Dora Geschütz kommt hier zum Einsatz. Im Norden läuft derweil die Belagerung von Leningrad weiter auf vollen Touren und da die Stromversorgung stark eingeschränkt und viele Fabriken geschlossen werden mussten, hoffen die Besatzer auf ein baldige Aufgabe/Kapitulation der Stadt.

„Ein einzelner Toter ist eine Tragödie. Eine Million Tote sind nur eine Statistik.“
Josef Stalin

Verluste Schlacht im Atlantik (Oktober 1941)

32 alliierte Handelsschiffe (156.500 BRT)
2 deutsche U-Boote (80 einsatzbereit)

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Der Flugzeugträger "Graf Zeppelin"

Marschall Semjon Konstantinowitsch Timoschenko


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.velesova-sloboda.org/misc/ke ... sland.html (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.velesova-sloboda.org/misc/ke ... sland.html (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.velesova-sloboda.org/misc/ke ... sland.html (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Aus dem Oberkommando des Heeres

(23.09.1941)

 


Weisung

 

Weisung des Tages

 

H.Q., den 23. 9. 1941

Oberkommando des Heeres
General z.b.V. beim Ob. d.H.
Az. 501 Gen. z.b.V.b. Ob. d.H.
Nr. 516/41 g Kdos.

4 Ausfertigungen
1. Ausfertigung

An OKW/L
zu Händen des Herrn Generalmajor Warlimont
Betr. Politische Kommissare
Bezug: OKW/WFSt/Abt. L (IV/Qu)
Nr. 44822/41 g. Kdos. Chefs.
vom 6. 6. 1941

 

Überprüfung des Kommissarbefehls wird abgelehnt

Es wird gebeten, die Notwendigkeit der Durchführung des "Kommissar"-Erlasses in der bisherigen Form im Hinblick auf die Entwicklung der Lage zu überprüfen. Von Befehlshabern, Kommandeuren und aus der Truppe wird gemeldet, daß sich eine Lockerung des Kampfwillens auf russischer Seite dadurch erreichen lasse, wenn den Kommissaren, die ohne Zweifel die Hauptträger des erbitterten und verbissenen Widerstandes seien, der Weg zur Aufgabe des Kampfes, zur Übergabe oder zum Überlaufen erleichtert würde.
Zur Zeit ist es so, daß der Kommissar auf jeden Fall sein sicheres Ende vor Augen sieht; darum kämpft eine große Zahl bis zuletzt und zwingt auch die Rotarmisten mit den brutalsten Mitteln zum erbitterten Widerstand.
Gerade in der augenblicklichen Kampflage, wo bei den hohen Ausfällen, mit der Abnahme des Zuflusses von personellen und materiellen Kräften, bei der Vermischung der Verbände, der Unsicherheit der Führung Lockerungserscheinungen auf russischer Seite da und dort sich zu zeigen beginnen, könnte eine Lähmung des allgemeinen Kampfwillens durch Brechung des Widerstandes der Kommissare nicht unerhebliche Erfolge zeitigen und unter Umständen viel Blut sparen. Die Erreichung des Zieles müßte in geeigneter Form mit propagandistischen Mitteln verschiedenster Art angestrebt werden.
Auch der Oberbefehlshaber des Heeres glaubt, daß die vorstehenden Auffassungen, die ihm persönlich bei allen Heerestruppen vorgetragen worden sind, vom militärischen Standpunkt durchaus beachtlich sind und eine Überprüfung der bisherigen Behandlungsweise der Kommissare zweckmäßig erscheinen lassen.

i.A.
gez. Müller

[Handschriftl. Randbemerkung v. Jodl:]

Der Führer hat jede Änderung der bisher erlassenen Befehle
für die Behandlung der polit. Kommissare abgelehnt. J. 26. 9.


Hintergrund

 


 


 

„Die geäußerten Bedenken entsprechen den soldatischen Auffassungen vom ritterlichen Krieg. Hier handelt es sich um die Vernichtung einer Weltanschauung, deshalb billige ich die Maßnahmen und decke sie.“
Wilhelm Keitel, Chef des OKW

Das Ziel vom „Lebensraum im Osten" hatte einen festen Stellenwert in den Zielen Adolf Hitlers und durch seine ideologische Abwehrhaltung gegen den „gefährlichen Bolschewismus“ in der Sowjetunion, war ihm der Vernichtungskrieg ein probates Mittel zur Durchsetzung seiner Ziele. So mag die Frage nach einem deutschen Präventivkrieg beim Angriff auf die Sowjetunion nur obligatorisch, wobei die neuste Forschung genau dieses Urteil fällt. Stalin war 1940/41 generell an einer Konfliktvermeidung mit Deutschland interessiert, wenn auch gerüstet, hatte er doch sein Ziel in die Beherrschung seiner Einflusssphäre gesetzt. Der schnelle Aufmarsch der Roten Armee und die Bewaffnung der Roten Armee im Grenzgebiet, im Verlauf und zu Beginn des Feldzuges 1941 zeigen, dass von Angriffsbereitschaft und -fähigkeit seitens der Sowjetunion nicht die Rede sein kann. Der Feldzug im Osten war allein auf Machterweiterung, Dominanz und geplanten Völkermord ausgerichtet. Der sogenannte Kommissarbefehl vom Juni 1941 ist ein deutliches Zeichen für die immer Vordergrund stehenden ideologischen Ziele dieses Feldzuges, der diesen Namen nicht einmal mehr im Ansatz verdient. Man verpflichtete die deutschen Fronttruppen zur sofortigen Tötung aller gefangenen Politoffiziere der Roten Armee – ein zentrales Element in Hitlers Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Ein Befehl, der von einigen Generälen nur zu gern befolgt und von anderen kategorisch abgelehnt wurde. Fakt ist, dass es kaum einen Frontverband gab, der den Kommissarbefehl nicht befolgte. Es gehört wohl zum deutschen Wesen einen Befehl diskussionslos zu befolgen. Die beträchtlichen Handlungsspielräume nutzten nur wenige Truppenführer dazu aus, den Befehl zu umgehen. Man sah sich dem Führer verpflichtet und war von den Erfolgen an anderen Fronten derart geblendet, dass die Nationalsozialistische Ideologie als deutsches Schicksal und Berufung aufgenommen wurde. Wenn die abgehörten Wehrmachtsoldaten dort überhaupt vom Kommissarbefehl sprachen, dann von seiner gehorsamen Durchführung.

„Es war der erste Fall, in dem ich in einen Konflikt zwischen meiner Gehorsamspflicht und meiner soldatischen Auffassung kam. An sich hätte ich gehorchen müssen. Ich habe mir aber gesagt, daß ich als Soldat so etwas nicht mitmachen kann und habe sowohl dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, der ich unterstand, wie dem Befehlshaber der Pan zergruppe gemeldet, daß ich einen derartigen Befehl, der gegen die soldatische Ehre ging, nicht ausführen würde. In der Praxis ist der Befehl auch nicht ausgeführt worden. Meine Divisionskommandeure, die den Befehl schon, unabhängig von mir, im Reich bekommen hatten, waren meiner Auffassung. Und im übrigen haben die Kommissare sich stets als Vorkämpfer bis zum letzten gewehrt und sich in vielen Fällen vor der Gefangennahme selbst erschossen oder sie haben ihre Abzeichen abgemacht und waren von der Truppe nicht zu erkennen. Und die Truppe; die diesem Befehl innerlich ablehnend gegenüberstand, hat sicherlich nicht unter den Gefangenen nach Kommissaren gesucht.“
Zweihundertster Tag der Nürnberger Prozesse, Samstag, 10. August 1946 / Vormittagssitzung / Der Zeuge von Manstein im Zeugenstand - Zeno.org

 

„Dieser Krieg ist keine Frage der Kriegsgerichte. […] Der Kampf wird sich sehr unterscheiden vom Kampf im Westen. Im Osten ist Härte mild für die Zukunft.“
Generaloberst Franz Halder im Kriegstagebuch über Hitlers Auffassung

Der Kommissarbefehl vom 6. Juni 1941 zählt zu den Völkerrechtsverletzungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges, die Ablehnung der Änderungen dieses Befehls heben dieses Verbrechen noch zusätzlich hervor. Von Hitler angeordnet und im Kriegsgerichtsbarkeitserlassdurch den Chef des OKW Wilhelm Keitel zur Durchführung verordnet, und somit wurde der UdSSR neben dem militärischen Krieg, auch ein rassistischer und politischer Vernichtungskrieg erklärt. Nach neuesten Forschungen sind mindestens 4000 Morde belegt, wobei die Wehrmachtsdivisionen einen großen Teil dieser Zahl abdeckten. Das sich einige Generale von diesem Befehl nach dem Krieg distanzierten ist verständlich, doch verraten sich ein von Mahnstein durch widersprüchliche und nachweislich falsche Aussagen.

„Politisch hatten wir Generale schon lange nichts mehr zu melden, denn die Bedenken, die von Seiten der Generale zum Beispiel bei der Rheinlandbesetzung und beim Einrücken in die Tschechoslowakei geäußert worden waren, hatten sich als gegenstandslos erwiesen. Hitler hatte Recht behalten. Also mit politischen Einwänden befasste er sich gar nicht mehr, nur noch auf militärischem [663] Gebiete. Auf militärischem Gebiet bin ich persönlich der Ansicht, wie ich eben sagte, dass die Westoffensive vom soldatischen Standpunkt aus unumgänglich notwendig war. Das OKH ist anderer Ansicht gewesen, und es hat damit meines Erachtens militärisch einen falschen Standpunkt vertreten. Der Erfolg hat auch da Hitler recht gegeben, und von diesem Moment an war er, das ist auch aus seinem ganzen Verhalten ersichtlich gewesen, der Ansicht, dass er eben mehr verstünde als die Soldaten, und so hat er in der entscheidenden Frage gegen die Sowjetunion recht behalten und das OKH nicht mehr gehört. [...] An sich ist der militärische Gehorsam selbstverständlich unbedingt und unteilbar. Es hat aber immer im Laufe der Kriege Fälle gegeben, in denen höhere militärische Führer einen Befehl nicht oder anders ausgeführt haben. Das liegt in der höheren Verantwortung, die, ein hoher militärischer Befehlshaber trägt. Es kann keinem Armeeführer zugemutet werden, eine Schlacht anzunehmen, wenn er weiß, dass er sie verlieren muss.
In diesen Fragen – also operativen Fragen – besteht in der Praxis letzten Endes ein gewisses Recht, das allerdings durch den Erfolg bestätigt werden muß, zur Abweichung vom Befehl, und gerade in der deutschen Armee ist diese Selbständigkeit der Unterführer besonders betont worden.
Anders liegen die Dinge bei Befehlen, die das Handeln aller Soldaten betreffen. In diesen Fällen kann der Ungehorsam eines kleinen Mannes ausgeglichen werden in seinen Folgen durch Bestrafung. Wenn der hohe Führer aber in solchen Fällen ungehorsam ist, dann erschüttert er nicht nur seine eigene Autorität, sondern die Disziplin überhaupt und gefährdet damit den militärischen Erfolg. In diesen Fällen ist der höhere Führer stärker gebunden als der Soldat oder Unterführer; denn er soll Vorbild sein.“

Zweihundertster Tag der Nürnberger Prozesse, Samstag, 10. August 1946 / Vormittagssitzung / Der Zeuge von Manstein im Zeugenstand - Zeno.org

Generalfeldmarschall von Manstein, bei Kriegsausbruch Befehlshaber der 56. Armeekorps/ Heeresgruppe Nord, verwässert seine Beteiligung in seinen Memoiren "Verlorene Siege" von 1955 und auch den Nürnberger Prozessen spricht er sich von ideologischen Taten frei, direkten Befolgen dieses Befehls und baut die Aura einen Befehlsempfängers auf: " Der Kommissarbefehl betraf ja letzten Endes nur die Beseitigung von Elementen, die, sagen wir mal, von der Sowjetseite den Krieg über das Militärische hinaus zum Weltanschaulichen steigern sollten und den Kampf, sagen wir mal, bis aufs Messer bei ihrer Truppe durchsetzen sollten. Das hat mit der Ausrottung von Teilen der Bevölkerung nichts zu tun ..." Auf der einen Seiten verweigert er Aussagen, auf der anderen rechtfertigt er „mögliche Tötungen“ in seinem Namen. Heute kann man vieles nachweisen und zieht Schlüsse, die die Ikonen der Generalität in ein zweifelhaftes Licht rücken.

„Wenn sie die russische Bevölkerung anständig behandelt hätten, wäre es anders gekommen [...] Wenn wir nicht so viel Russen erschossen hätten in 1941, hätte sich das 10fache [an Rotarmisten] ergeben.“
Aussagen von ehemaligen Wehrmachtssoldaten nach dem Krieg - Zeit Online

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

06. Juni 1941 Richtlinien des OKW (Kommissarbefehl)

Militärgerichtsbarkeit der Deutschen Wehrmacht (1939-45)



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 30. September 1941)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.09. - 10.09.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 1. September 1941

 

Verbände des deutschen Heeres haben seit dem 26. August auf dem Dnjepr nördlich Kiew 27 sowjetische Monitore und Kanonenboote vernichtet.

Im Verlauf der Säuberung Estlands wurde der an der Westküste gelegene Hafenplatz Hapsal genommen.
Bei den am 28. August abgeschlossenen Kämpfen um Reval wurden 11.432 Mann gefangengenommen sowie 293 Geschütze, 91 Panzerkampfwagen, zwei Panzerzüge und zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet.

Im Finnischen Meerbusen setzten deutsche Seestreitkräfte die Minenoperationen fort. Über 60 brennende feindliche Schiffe wurden im Gebiet unserer Minensperren gesichtet.

Im Atlantik versenkte ein Unterseeboot aus einem stark gesicherten Geleitzug in hartnäckigen wiederholten Angriffen vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 14.000 BRT.

Auf der britischen Insel bombardierten in der vergangenen Nacht stärkere Kampffliegerkräfte den Einfuhrhafen Hull. Bombentreffer richteten schwere Zerstörungen in Dockanlagen, Versorgungsbetrieben und Lagerhäusern der Stadt an und verursachten mehrere Großbrände. Andere Kampfflugzeuge bombardierten weitere Hafenanlagen an der englischen Ostküste sowie Flugplätze in der Grafschaft Lincolnshire. Sie schossen zwei Bomber über England ab.

In Nordafrika richteten sich wirksame Angriffe deutscher Kampfflugzeuge in den gestrigen Abendstunden gegen militärische Anlagen der britischen Flottenstützpunkte Alexandria und Port Said.

Britische Flugzeuge flogen in der letzten Nacht nach Westdeutschland ein. In Wohnvierteln, unter anderem in Köln, entstanden durch Bombenwurf Gebäudeschäden. Angriffsversuche einzelner feindlicher Flugzeuge in Nord- und Nordostdeutschland blieben wirkungslos. Nachtjäger und Flakartillerie schossen sieben britische Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 2. September 1941

 

Die Operationen an der Ostfront verlaufen planmäßig.
Angriffe der Luftwaffe richteten sich mit guter Wirkung gegen Eisenbahnstrecken im Raum von Charkow und südwestlich Moskau.

Sturzkampfflugzeuge versenkten auf dem Dnjepr ein sowjetisches Kanonenboot und warfen drei weitere in Brand.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht den Versorgungshafen Newcastle an der Tyne. Bombentreffer riefen große Brände und heftige Explosionen hervor. Andere Kampfflugzeuge griffen Flugplätze in den Midlands erfolgreich an.

Eine geringe Zahl britischer Flugzeuge flog in der Nacht zum 2. September nach Nordwest- und Westdeutschland ein. Flakartillerie schoß einen feindlichen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 3. September 1941

 

An der gesamten Ostfront sind erfolgreiche Kampfhandlungen im Gange.
Die rumänische Luftwaffe hatte an den großen Erfolgen an der Südostfront erheblichen Anteil. Sie vernichtete bis Ende August 433 sowjetische Flugzeuge und unterstützte hervorragend die Operationen des Heeres.

Kampfflugzeuge bombardierten auf der britischen Insel in der vergangenen Nacht Hafenanlagen an der Ostküste und Flugplätze in den Midlands.

Am Kanal sowie an der niederländischen und norwegischen Küste schossen am gestrigen Tage leichte Seestreitkräfte sieben, Jäger und Flakartillerie vier, Marineartillerie ein britisches Flugzeug ab.

In Nordafrika erzielten deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge bei einem Angriff auf Tobruk am 1. September Bombenvolltreffer schweren Kalibers in britischen Artilleriestellungen und Truppenlagern.

Der Feind flog in der letzten Nacht nach Nord- und Mitteldeutschland sowie in das Rhein-Main-Gebiet ein. Der Angriff eines Bomberverbandes auf die Reichshauptstadt kam infolge starker Flakabwehr nicht zur vollen Wirkung. Nur wenige Flugzeuge erreichten das innere Stadtgebiet. Die Zivilbevölkerung hatte durch Bombenwürfe auf Wohnviertel geringe Verluste an Toten und Verletzten. Flakartillerie schoß sechs britische Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 4. September 1941

 

Im Osten verlaufen die Kampfhandlungen weiterhin erfolgreich.

In der letzten Nacht versenkte die Luftwaffe im Seegebiet von The Wash zwei britische Frachter mit zusammen 10.000 BRT. Andere Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der Ostküste der Insel.

Ein Angriff deutscher Kampfflugzeuge in der Nacht zum 4. September auf den Flugplatz Abu Sueir am Suez-Kanal war besonders erfolgreich. Bombenvolltreffer zerstörten das Rollfeld und setzten Unterkünfte sowie Munitionslager in Brand.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten im Kampfe gegen die britische Versorgungsschiffahrt im Monat August 537.200 BRT feindlichen Handelsschiffsraum.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 5. September 1941

 

An der Ostfront erfolgreiche Kampfhandlungen.
Die Einschließung Leningrads schreitet fort. Die Stadt selbst liegt bereits unter dem Feuer schwerer deutscher Artillerie.
Estland ist vom Feinde gesäubert.

Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht ein Vorpostenboot und einen Frachter von 3.000 BRT und trafen ein weiteres Handelsschiff schwer. Weitere Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der schottischen und englischen Ostküste.
Die britische Luftwaffe erlitt am gestrigen Tage im Kanalgebiet schwere Verluste. Jäger und Flakartillerie schossen 25 feindliche Flugzeuge ab.

Bei Tiefangriffen deutscher Kampfflugzeuge auf feindliche Schiffe im Golf von Suez, in der Nacht zum 4. September, wurde ein Handelsschiff von 8.300 BRT versenkt und ein zweiter großer Frachter in Brand geworfen.

Versuche einiger sowjetischer Flugzeuge, in der letzten Nacht Nordostdeutschland und Berlin anzugreifen, blieben wirkungslos. Falkartillerie schoß einen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 6. September 1941

 

Die Angriffsoperationen im Osten sind in gutem Fortschreiten.

Im Kampf gegen England belegte die Luftwaffe am Tage Bahnanlagen an der schottischen Ostküste mit Bomben schweren Kalibers und zerstörte in der letzten Nacht ostwärts Sunderland ein Handelsschiff von 3.000 BRT.

Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge bombardierte in den gestrigen Abendstunden mit guter Wirkung Hallen und Unterkünfte des Flugplatzes Ismailia am Suez-Kanal.

Bei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf den britischen Flottenstützpunkt Suez in der Nacht zum 5. September wurden drei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 14.000 BRT vernichtet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 7. September 1941

 

Die Operationen an der Ostfront nehmen weiterhin ihren geplanten Verlauf.

Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht aus gesicherten Geleitzügen heraus vier Frachter mit zusammen 30.000 BRT und trafen ein weiteres großes Handelsschiff schwer.

Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge bombardierte in der Nacht zum 7. September mit guter Wirkung den britischen Flugplatz Abu Sueir am Suez-Kanal.

Beim Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf den britischen Flottenstützpunkt Alexandria in der Nacht zum 6. September richteten Bombentreffer schwere Zerstörungen im Osthafen an. Ein Öllager geriet in Brand. Flugzeuge, die zu bewaffneter Seeaufklärung eingesetzt waren, beschädigten in der gleichen Nacht auf der Reede von Suez ein großes Handelsschiff.

Eine geringe Anzahl britischer Flugzeuge flog in der letzten Nacht nach Nordwestdeutschland und an der norwegischen Küste ein. Durch Bombenwurf auf Wohnviertel, unter anderen im Raum Beckum-Dortmund, hatte die Zivilbevölkerung einige Verluste an Toten und verletzten. Nachtjäger und Flakartillerie schossen zehn, Marineartillerie einen der angreifenden Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 8. September 1941

 

Die ostwärts des Ladoga-Sees angreifenden finnischen Truppen haben den Swir erreicht.

Im Kampf gegen Großbritannien belegten stärkere Verbände der Luftwaffe in der vergangenen Nacht militärische Anlagen am Tyne und Humber sowie Häfen an der britischen Ostküste und Flugplätze der Insel mit Bomben schweren und schwersten Kalibers. Brände und Explosionen ließen den Erfolg dieser Angriffe erkennen.

Schnellboote griffen vor der britischen Küste einen stark gesicherten Geleitzug an und versenkten fünf bewaffnete Handelsschiffe mit zusammen 13.500 BRT.

Die Luftwaffe vernichtete am gestrigen Tage und in der letzten Nacht vor der britischen Ostküste und bei den Faröer-Inseln drei Handelsschiffe mit zusammen 12.000 BRT.
Im Kanalgebiet verlor die britische Luftwaffe bei Tage in Luftkämpfen fünf Jagd- und drei Bombenflugzeuge.

Seestreitkräfte schossen an der norwegischen und niederländischen Küste zwei britische Bomber ab.

Britische Flugzeuge flogen in der letzten Nacht über Nord- und Westdeutschland und in den Raum um Berlin ein. Starke Abwehr ließ den Angriff auf die Reichshauptstadt nicht zu voller Wirkung kommen. Die Zivilbevölkerung hatte durch Abwurf von Spreng- und Brandbomben Verluste an Toten und Verletzten. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 14, Marineartillerie drei der angreifenden Bomber ab.

Sondermeldung: Schnelle Divisionen des deutschen Heeres, von Kampfverbänden der Luftwaffe hervorragend unterstützt, haben die Newa ostwärts Leningrad in breiter Front erreicht und die Stadt Schlüsselburg am Ladoga-See im Sturm genommen.
Damit ist der deutsch-finnische Ring um Leningrad geschlossen und die Stadt nunmehr von allen Landverbindungen abgeschlossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 9. September 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben schnelle Divisionen des deutschen Heeres, von Kampfverbänden der Luftwaffe hervorragend unterstützt, ostwärts Leningrad die Newa in breiter Front erreicht. Die Stadt Schlüsselburg am Ladoga-See wurde von einem Infanterieregiment im Sturm genommen. Damit ist der deutsch-finnische Ring um Leningrad geschlossen und die Stadt nunmehr von allen Land Verbindungen abgeschnitten.

Kampfflugzeuge bombardierten am gestrigen Tage und in der letzten Nacht Rüstungs- und Versorgungsbetriebe in Leningrad. Ein weiterer Nachtangriff der Luftwaffe richtete sich gegen Moskau.

Unterseeboote versenkten im Nordatlantik vier Handelsschiffe mit zusammen 21.500 BRT.

Auf der britischen Insel bombardierte die Luftwaffe in der Nacht zum 9. September militärische Anlagen in der Grafschaft York und Hafeneinrichtungen von Great-Yarmouth.

Ein Angriff deutscher Kampfflugzeuge in der Nacht zum 8. September auf feindliche Schiffe im Golf und auf der Reede von Suez hatte starken Erfolg. Ein Tanker von 7.000 BRT wurde vernichtet, fünf weitere große Handelsschiffe schwer beschädigt.

Der Feind flog in der letzten Nacht nach West- und Südwestdeutschland ein. Durch Bombenwurf auf Wohnviertel, vor allem in Kassel, hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Flakartillerie schoß einen der angreifenden britischen Bomber ab.

Bei der Durchführung von Geleitaufgaben zur Versorgung der im äußersten Norden kämpfenden Truppen stieß das Artillerieschulboot „Bremse" (1.400 Tonnen) in nordnorwegischen Gewässern bei schlechter Sicht überraschend auf britische Seestreitkräfte, die aus einem Kreuzer und zwei Zerstörern bestanden.
Zum Schutze des Geleits nahm die „Bremse" den Kampf gegen diese überlegenen feindlichen Kräfte auf und ging nach einem kurzen harten Gefecht durch mehrere Torpedotreffer verloren. Sämtliche Schiffe des Geleitzuges erreichten infolge des tapferen Einsatzes der „Bremse" unbeschädigt ihren Bestimmungsort. Ein Teil der Besatzung ist gerettet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 10. September 1941

 

Im Osten stetige Angriffserfolge.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 9. September den Flugplatz Abu Sueir am Suez-Kanal an. In Hallen und Betriebsstofflagern entstanden heftige Brände. Im Großen Bitter-See erhielt ein Frachter einen Bombentreffer. Im Golf von Suez wurde ein weiteres Handelsschiff schwer beschädigt.

Weitere erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen Hafenanlagen in Tobruk sowie gegen britische Flugplätze und Bahnanlagen in Nordägypten. In der vergangenen Nacht griff ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge den Flugplatz Ismailia an.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

'Harmonische Zusammenarbeit aller europäischen Völker.'
Mussolini als Gegenvorschlag zur Atlantikcharta und Anspruch mit Hitler den Kontinent zu regieren

Am 1. September ist die Wehrmacht endgültig vor Leningrad in Stellung gegangen und nimm die Stadt unter schweres Fernfeuer durch die Artillerie. Leningrad wird wenige Tage später abgeschnitten, die deutschen Truppen machen den Kessel bei Schlüsselburg - wo die Newa in den Ladogasee fließt - etwa 40 km östlich der nun eingeschlossenen Stadt. Die traditionelle Marinestadt mit ihrer stolzen Admiralität, versucht alles möglich um das eingeschlossen Leningrad von Innen freizukämpfen. Das russische Schlachtschiff Marat, welches nun in Leningrad eingeschlossen ist, beschießt deutsche Truppen und den Riegel um die Stadt. Auf Seiten der Roten Armee ist man dagegen aus der Starre erwacht geht zu ersten koordinierten Gegenangriffen im Frontbereich von Smolensk gegen die in die Verteidigung übergegangene deutsche Heeresgruppe Mitte über. Stalin hat es geschafft die den Deutschen durch Hitler aufgezwungene Pause zu nutzen, seine Kräfte zu formieren und die richtigen Leute in den Frontabschnitten einzusetzen.
Im Norden scheint sich dagegen ein auswegloser Kampf gegen die Wehrmacht abzuzeichnen, die Panzer der Heeresgruppe Nord erreichen das Ufer des Ladoga-Sees östlich der Stadt und schneiden ihrerseits die Nachschubwege ab. Die verbündeten Finnen haben die Karelische Landenge im Norden und Westen unter ihrer Kontrolle, durch die dadurch besetzten Positionen unterbrechen die Finnen die Eisenbahnlinie Leningrad-Murmansk bzw. schneiden die Lebensader der Stadt ab. Doch das Bündnis hält nur bis zu den nördlichen Außenbezirken von Leningrad. Das finnische Oberkommando weigerte sich zuvor, zusammen mit den Deutschen einen Sturmangriff auf die Stadt zu unternehmen.
Den Russen gelingt es sogar mit gewagten Luftangriffen einen Nachtangriff auf Berlin durchzuführen. Von Nordwesten schafft es die RAF immer wieder mit ihren B-17 Flying Fortress (Fliegende Festungen) die deutsche Luftabwehr zu durchbrechen.

 

Noch während wir Führer der Mittelfront im August 1941 über das Wie und Wann der Fortsetzung der Angriffe in Richtung Moskau grübelten, während die Truppen leider zu lange unnütz auf der Stelle traten, führten die Überlegungen der höchsten Führung nach vielfachem Hin und Her zu unserem großen Verdruß zur endgültigen Verlagerung des Schwerpunktes nach dem Süden (21. August 1941).

Man konnte über die Notwendigkeit, sich Anfang September gegen die russische Heeresgruppe Budjenny im Süden zu wenden, zweierlei Meinung sein – ich gehe darauf nochmals ein –, Tatsache blieb, daß große Teile der Heeresgruppe Mitte (v. Bock) und meiner Luftflotte in der Front nach Süden bleiben oder zusätzlich Front nach Süden nehmen mußten, um die Heeresgruppe Süd (v. Rundstedt) zu der erfolgreichen Einschließungs-Operation gegen Budjenny zu befähigen. Nach mehr als vierwöchigen Kämpfen (28. 8. —26. 9.1941) war das Schicksal Kiews und damit Budjennys besiegelt. Die Panzergruppen v. Kleist und Guderian reichten sich 200 km ostwärts Kiew am 13. September 1941 die Hand. Über 650000 Gefangene, fast 1000 Panzer und über 3500 Kraftfahrzeuge waren die Beute.

Ich würde den Verdiensten der Luftwaffe nicht gerecht, wenn ich nicht die ausschlaggebende Wirkung des II. Fliegerkorps erwähnen würde. Ohne stärkere leichte Kampfverbände, die zum Teil an die südliche Luftflotte 4 abgegeben wurden, mußte das Korps unter erschwerten Umständen kämpfen, da der Russe aus den vorhergegangenen Kämpfen gelernt und den Tagesverkehr fast ganz gedrosselt hatte. Schlechtwetter erschwerte den Einsatz geschlossener Fliegerverbände mit ihrer Massen Wirkung. Man mußte schon das Können der Flugzeugbesatzungen anerkennen, wenn die meisten Eisenbahnlinien im Kampfraum nachhaltig unterbrochen werden konnten. Auf kurzen Streckenabschnitten blieben 20—30 Eisenbahnzüge liegen, die den folgenden Zerstörungsangriffen vollständig zum Opfer fielen. Erst in den Schluß tagen der Schlacht zeigten sich Verbandsziele auf den Straßen, die dann mit vernichtendem Erfolg angegriffen wurden. Die unmittelbare Unterstützung durch Angriffe gegen den Feind in der nahen Front war vorübergehend in den Hintergrund getreten; die lebhafter gewordene feindliche Fliegertätigkeit stellte bei Flugwetter an Flak und Jagdflieger erhöhte Anforderungen; auch hier zeigte sich wieder, daß der Jagdschutz dringend gefordert, aber kaum anerkannt wurde.

Auszug aus Albert Kesselring. Soldat bis zum letzten Tag

 

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Iljuschin Il-2 Schturmovik


11.09. - 20.09.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 11. September 1941

 

Im Osten verlaufen die Angriffsoperationen weiterhin erfolgreich.

In Nordafrika erzielten deutsche Kampfflugzeuge am gestrigen Tage Bombenvolltreffer in Vorratslager des Feindes bei Tobruk und Marsa Matruk, zersprengten Kraftahrzeugkolonnen und zerstörten Bahnanlagen in Nordägypten.

Im Golf von Suez vernichtete die Luftwaffe in der Nacht zum 10. September ein Handelsschiff von 6.000 BRT.
Bei Luftkämpfen vor der nordafrikanischen Küste verlor der Feind am 9. September fünf Jagdflugzeuge.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 12. September 1941

 

Im Osten gehen die Angriffsoperationen trotz schlechter Wetterlage und schwieriger Geländeverhältnisse gut vorwärts.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, griffen Unterseeboote im Nordatlantik einen großen durch Korvetten und Zerstörer stark gesicherten feindlichen Geleitzug an, der aus über 40 Schiffen bestand. In zähen mehrtägigen Kämpfen versenkten die Unterseeboote bisher 22 Dampfer mit zusammen 134.000 BRT. Zwei weitere Schiffe mit 11.000 BRT wurden torpediert. Auch mit ihrem Verlust ist zu rechnen. Der feindliche Geleitzug wird weiter angegriffen.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht südostwärts Great-Yarmouth aus einem gesicherten Geleitzug heraus drei Frachter mit zusammen 21.000 BRT. Im gleichen Seegebiet wurde ein leichter britischer Kreuzer und nordostwärts Alnwick ein weiteres Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. Andere Kampfflugzeuge erzielten im Tiefangriff Bombentreffer schweren Kalibers in einem Hochofenwerk bei Middlesborough und in Hafenanlagen an der Ostküste der Insel.

Im Geleitdienst stehende Vorpostenboote wehrten im Kanal wiederholte Angriffe eines britischen Schnellbootverbandes auf das ihnen anvertraute Geleit ab. Sie versenkten drei der angreifenden Schnellboote. Küstenbatterien der Kriegsmarine griffen in das Gefecht ein und vertrieben die übrigen Boote. Alle Fahrzeuge des Geleits erreichten unbeschädigt ihren Bestimmungsort.

Britische Flugzeuge griffen in der letzten Nacht mit geringer Wirkung das norddeutsche Küstengebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Flakartillerie schoß zwei feindliche Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 13. September 1941

 

An der Ostfront verlaufen die Angriffsoperationen planmäßig und erfolgreich.

Unterseeboote versenkten in erneuten Angriffen gegen den im gestrigen Wehrmachtsbericht gemeldeten feindlichen Geleitzug vier weitere Handelsschiffe mit zusammen 19.000 BRT sowie drei Bewachungsfahrzeuge. Damit hat der Feind aus diesem Geleitzug 28 Handelsschiffe mit zusammen 164.000 BRT verloren.

Im Kampf gegen Großbritannien erzielte die Luftwaffe in der letzten Nacht Bombentreffer auf drei großen Handelsschiffen eines feindlichen Geleitzuges ostwärts Great-Yarmouth.

Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze in den Midlands sowie gegen Rüstungsbetriebe und ein Tanklager im Südosten der Insel. Bei einem Tagesangriff auf Scarborough erzielten Kampfflugzeuge Bombentreffer schweren Kalibers in einer Fabrikanlage.
In Nordafrika bombardierten deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 12. September Port Tewfik sowie Öllager im Hafen von Suez. Eine Reihe großer Brände ließ den Erfolg dieser Angriffe erkennen.

Britische Flugzeuge griffen in der letzten Nacht den Raum Frankfurt/Main-Mannheim an. Bombenwürfe auf Wohnviertel forderten einige Verluste unter der Zivilbevölkerung. Flakartillerie schoß zwei feindliche Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 14. September 1941

 

Im Osten bahnen sich durch den günstigen Verlauf der Operationen neue Schlachtenerfolge an.

Nachdem starke deutsche Kräfte in die Befestigungsfront von Leningrad eingebrochen sind, wird die enge Einschließung der Stadt trotz erbitterter Gegenwehr unaufhaltsam fortgesetzt.

Südlich der Faröer-Inseln wurde am gestrigen Tage ein feindlicher Frachter durch Bombenwurf schwer beschädigt.

Bei dem im gestrigen Wehrmachtbericht gemeldeten erfolgreichen Angriff der Luftwaffe auf einen Geleitzug ostwärts Great-Yarmouth erhielt auch ein britischer Zerstörer einen Bombentreffer schweren Kalibers.

In Nordafrika bombardierten deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 13. September und am gestrigen Tage britische Flakstellungen und Zeltlager um Tobruk.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Am 12. September fiel in den Kämpfen an der Ostfront der Oberbefehlshaber einer Armee, Generaloberst Ritter von Schobert.
Generaloberst Eugen Ritter von Schobert landete bei einem Erkundungsflug an vorderster Front mit einem Fieseler „Storch“ in einem sowjetischen Minenfeld und wurde gemeinsam mit seinem Piloten, dem Luftwaffen-Hauptmann Suwalek getötet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 15. September 1941

 

Im Osten sind große Angriffsoperationen im erfolgreichen Fortschreiten.
Die Einschließung von Leningrad wurde in zähem Kampf um die neuzeitlich ausgebauten Befestigungsanlagen weiter verengt. Wiederholte, von schweren Panzern unterstützte Gegenangriffe des Feindes brachen zusammen.

Vor der britischen Ostküste versenkten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht aus einem Geleitzug heraus einen Transporter von 10.000 BRT.

In Nordafrika belegten deutsche Sturzkampfflugzeuge Zeltlager sowie Panzer- und Kraftwagenansammlungen der Briten bei Sollum mit Bomben schweren Kalibers.

Bei dem Angriff eines deutschen Kampffliegerverbandes in der Nacht zum 14. September auf die Hafengebiete um Suez und Port Tewfik wurden Öllager in Brand geworfen.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 16. September 1941

 

In der Ukraine haben Verbände des deutschen Heeres mit wirksamer Unterstützung durch die Luftwaffe in kühnen Angriffen an den wichtigsten Stellen Brückenköpfe über den breiten Unterlauf des Dnjepr gebildet.
Nachdem die Brückenköpfe in mehrtägigen Kämpfen gegen erbitterte starke feindliche Angriffe zum Teil mit Panzerunterstützung gehalten und erweitert werden konnten, sind nunmehr die deutschen Divisionen aus ihnen heraus in breiter Front siegreich weiter nach Osten vorgestoßen.

Im Raum südlich des Ilmen-Sees wurden, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, in den letzten Wochen starke Kräfte der sowjetischen 11., 27. und 34. Armee durch Truppen des deutschen Heeres unter Führung des Generalobersten Busch mit Unterstützung durch Verbände der Luftflotte des Generalobersten Keller entscheidend geschlagen. Neun feindliche Divisionen wurden völlig vernichtet, neun weitere unter blutigsten Verlusten für den Feind zerschlagen. Über 53.000 Gefangene fielen in unsere Hand, 320 Panzer, 695 Geschütze aller Art sowie zahlreiches Kriegsmaterial wurden erbeutet oder zerstört.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichtete die Luftwaffe am Tage westlich der Hebriden einen Tanker von 7.300 BRT. In der vergangenen Nacht wurden im Seegebiet um England aus Geleitzügen zwei große Handelsschiffe, darunter ein Transporter, in Brand geworfen.

In Nordafrika führten deutsche Truppen an der Sollum-Front einen erfolgreichen Aufklärungsvorstoß mit Panzern durch.
Bei Tobruk wurde nach hartem Kampf eine wichtige Höhe genommen. In Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden am 14. September in Nordafrika ohne eigene Verluste acht britische Flugzeuge abgeschossen.

Versuche britischer Flugzeuge, am gestrigen Tage die Deutsche Bucht und die holländische Küste anzugreifen, blieben wirkungslos. Jäger schossen zwei feindliche Flugzeuge ab.

Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben auf verschiedene Orte Nordwestdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte, vor allem in Hamburg, Verluste an Toten und Verletzten. Nachtjäger und Flakartillerie schossen neun der angreifenden Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 17. September 1941

 

Im Osten entwickeln sich die Angriffshandlungen zu einer Operation größten Ausmaßes.

Unterseeboote versenkten im Nordatlantik sechs feindliche Handelsschiffe mit zusammen 27.000 BRT.

Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht in Tiefangriffen zwei große Frachter schwer. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Südostküste der Insel sowie gegen mehrere Flugplätze.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge am 15. September britische Kraftwagenansammlungen an der libysch-ägyptischen Grenze an und zersprengten sie durch Beschuß mit Bordwaffen. Bei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf den Flugplatz Heliopolis bei Kairo in der Nacht zum 16. September entstanden große Brände und Explosionen in Flugzeughallen und Munitionslagern.

Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben auf einige Orte in Südwestdeutschland. In Wohnvierteln entstanden Gebäudeschäden.
Marineartillerie schoß zwei, Flakartillerie einen britischen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 18. September 1941

 

In der Ukraine schreiten die Angriffsoperationen ostwärts des Dnjepr unaufhaltsam fort.
Im Kampf um die Befestigungsanlagen von Leningrad wurden starke Erfolge erzielt. Teile einer einzigen Infanteriedivision erstürmten allein 119 Bunker.
Im Seegebiet der Krim, vor der Insel Ösel, im Ladoga-See, an der Mündung des Wolchow und im Weißen Meer versenkte die Luftwaffe drei Transporter mit zusammen 2.000 BRT und traf 16 weitere Schiffe so schwer, daß mit dem Verlust eines großen Teiles auch dieses Schiffsraums gerechnet werden kann. Außerdem wurden ein Zerstörer, zwei Unterseeboote und vier Schnellboote der Sowjets vernichtet.

Schnellboote griffen vor der englischen Küste einen durch Zerstörer und Bewacher stark geschützten britischen Geleitzug an und versenkten trotz starker Abwehr vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 25.000 BRT. Nach erfolgreichem Gefecht mit britischen Zerstörern kehrten alle Boote unbeschädigt zurück.

Bei den Faröer-Inseln wurde ein großes Handelsschiff durch Flugzeuge, die zu bewaffneter Seeaufklärung eingesetzt waren, im Tiefangriff schwer beschädigt.

Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht Hafenanlagen in Südostengland.

Bei Versuchen, am gestrigen Tage die besetzten Gebiete am Kanal anzugreifen, verlor die britische Luftwaffe 18 Flugzeuge, davon 15 in Luftkämpfen, drei durch Flakartillerie. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.
Eine geringe Zahl britischer Bomber führte in der letzten Nacht Störangriffe auf Südwestdeutschland durch.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 19. September 1941

 

Die konzentrischen Angriffsoperationen der Heeresgruppen des Generalfeldmarschalls von Rundstedt und des Generalfeldmarschalls von Bock haben nunmehr, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, zu einer neuen gewaltigen Umfassungsschlacht geführt.

Im Anschluß an die Schlacht bei Gomel waren starke Kräfte gegen den Ober- und Unterlauf der Desna vorgestoßen, um in hartnäckigen Kämpfen den Übergang über den Fluß zu erzwingen.
Von hier aus wurde der Angriff nach Süden fortgesetzt, um einer Kräftegruppe die Hand zu reichen, die den Dnjepr beiderseits Krementschug unter schwierigsten Verhältnissen in 120 km Breite überwunden hatte und zum Angriff nach Norden angesetzt war.
Seit dem 13. September ist die Vereinigung dieser Kräfte 200 km ostwärts Kiew vollzogen. Um vier sowjetische Armeen ist damit der Ring geschlossen. Ihre Vernichtung ist in vollem Zuge. An dem glänzenden Verlauf dieser Operation haben die Luftflotten des Generalobersten Löhr und des Generalfeldmarschalls Kesselring großen Anteil.

Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 19. September Moskau sowie Stadt und Hafen Odessa mit guter Wirkung an. Zahlreiche Brände entstanden.

An der britischen Ostküste bombardierten Kampfflugzeuge verschiedene kriegswichtige Anlagen.

Bei Versuchen des Feindes, am gestrigen Nachmittag nach Holland und in die besetzten Gebiete am Kanal einzufliegen, schossen Jäger, Flakartillerie und Minensuchboote 20 britische Flugzeuge, darunter vier Bomber, ab.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

Die bisherigen Verluste der Sowjetwehrmacht an Gefangenen haben die Zahl von 1,8 Millionen überschritten. Die Zahl ihrer Toten ist erfahrungsgemäß mindestens ebenso hoch, wahrscheinlich höher.

Demgegenüber versucht die feindliche Propaganda, die Wirkung dieser deutschen Erfolge, die sie nicht mehr abstreiten kann, dadurch abzuschwächen, daß sie deutsche Verluste allein an Toten in der Höhe von 1,5 bis 2 Millionen Mann erfindet. Tatsächlich betragen unsere Verluste nach genauer Feststellung für die Zeit vom 22. Juni bis 31. August 1941 beim Heer (einschließlich Waffen-SS):

 

84.354 Tote
292.690 Verwundete
18.921 Vermißte,

bei der Luftwaffe:
1.542 Tote
3.980 Verwundete
1.378 Vermißte

Die deutsche Luftwaffe verlor im Ostfeldzug bis zum 31. August nur einen Teil unserer Monatsproduktion, nämlich 725 Flugzeuge.


Sondermeldung: Im Zuge der heute bekanntgegebenen Umfassungsoperationen wurde auch der Angriff gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew eingeleitet. Nach kühnem Durchbruch durch die stark ausgebauten Befestigungen auf dem Westufer des Dnjepr sind unsere Truppen in die Stadt eingedrungen. Auf der Zitadelle weht seit heute vormittag die Reichskriegsflagge.

Sondermeldung: Deutsche Truppen, die nach dem Übergang über den Dnjepr bei Krementschug den Angriff auch nach Nordosten fortsetzten, haben Poltawa, 120 km südwestlich Charkow genommen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 20. September 1941

 

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, hatten Infanteriedivisionen des deutschen Heeres, von der Luftwaffe unterstützt, nach mehrtägigen Kämpfen den stark ausgebauten Befestigungsgürtel von Kiew auf dem Westufer des Dnjepr durchbrochen. In kühnen Angriffen drangen sie am gestrigen Tage zusammen mit dem weichenden Gegner in die Stadt ein und hißten auf der Zitadelle die Reichskriegsflagge. Nachdem die obere Führung der sowjetischen Truppen geflüchtet war, warf die gesamte Besatzung die Waffen weg und gab den weiteren Widerstand auf.
Wie gleichfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde die Stadt Poltawa, 120 Kilometer südwestlich Charkow, am 18. September genommen.

Im Zusammenwirken mit Verbänden der Kriegsmarine und der Luftwaffe haben Truppen des Heeres Mitte September die der Rigaer Bucht vorgelegenen Inseln Worms und Moon genommen. Aus eigenem Entschluß stieß am 16. September der Hauptmann Pankow mit seiner Kompanie von Moon her über den vom Feind teilweise zerstörten Damm auf den Ostteil der Insel Ösel vor. Mit diesem Handstreich schuf er die Voraussetzungen für die in Gang befindlichen erfolgreichen Kampfhandlungen zur Eroberung der Insel.

Die Luftwaffe bombardierte auch in der vergangenen Nacht Odessa und Moskau.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 20. September aus einem Geleitzug ostwärts Hull zwei Handelsschiffe, darunter einen Tanker, mit zusammen 17.000 BRT. Am Tage wurde vor der englischen Südostküste ein weiterer Frachter durch Bombenwurf schwer beschädigt.

In Nordafrika griffen deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 19. September die Öllager von Suez sowie Hafenanlagen von Port Said und Alexandria mit guter Wirkung an.

Der Feind flog in der letzten Nacht mit schwachen Kräften nach Norddeutschland ein. Einzelne Flugzeuge drangen bis in die Umgebung der Reichshauptstadt vor. Durch Bombenabwurf auf Wohnviertel in Stettin hatte die Zivilbevölkerung geringe Verluste an Toten und Verletzten. Flakartillerie schoß zwei der britischen Bomber ab.


Sondermeldung: Angriffsversuche der britischen Luftwaffe im Kanal brachen in den Nachmittagsstunden des Sonnabend unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Deutsche Jäger schossen in heftigen Luftkämpfen nach bisher vorliegenden Meldungen 35 britische Jagdflugzeuge ab, zwei eigene Flugzeuge werden vermißt. Marineartillerie brachte außerdem drei britische Bomber zum Absturz, so daß sich die Gesamtverluste des Feindes auf 38 Flugzeuge erhöhen.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

»Wir haben ein Interesse daran, Woroschilows Aufruf möglichst weit zu verbreiten, da wir damit ein Alibi bekommen für das furchtbare Schicksal, das dieser Stadt droht. [...] Es macht uns einige Sorge, wie dieses Stadtdrama vor der Weltöffentlichkeit gerechtfertigt werden soll. Aber die Bolschewisten sind uns ja weitgehend entgegengekommen. Sie selbst haben es in die Welt hinausposaunt, daß sie die Absicht haben, diese Stadt bis zum letzten Mann zu verteidigen. Sie haben sich also auch die Folgen zuzuschreiben. Wir geben noch ein Flugblatt heraus, das von unseren Fliegern über Leningrad abgeworfen werden soll und in dem der Stadt ihr grauenhaftes Schicksal vor Augen gehalten werden wird. Dies Flugblatt veröffentlichen wir auch in der Auslandspresse und in unseren Sprachdiensten im Rundfunk und verschaffen uns damit für alles, was kommen wird, ein wirksames Alibi.«
Goebbels in seinen Tagebüchern

Bei der Belagerung von Leningrad will man keinen Boden Preis geben und die Stadt des Gründervaters der Sowjetunion unbedingt gegen die Deutschen verteidigen. So ersetzt General Schukow den Verteidigungskommandant Woroschilow, wobei er sofort die entmutigte Garnison motivierte zu verstärkten Anstrengungen und organisiert den Bau vieler neuer Verteidigungsstellungen und Barrikaden. Auch bei Kiew braucht die Rote Armee einen Motivationsschub, denn aus Tschernigow, der Schlüsselstellung zwischen Kiew und Gomel, musste man sich nun auch zurückziehen. Eine wichtige Motivation könnte eine wesentliche Verstärkung der eigenen Truppen sein – durch General Winter. So wird bereits 4 Woche früher als vom Wetterdienst prognostiziert erster Schneefall von diversen Abschnitten der Ostfront gemeldet. Schon wenige Tage später scheint dies aber wieder unwichtig, denn in der Schlacht von Kiew treffen bei Lochwiza, östlich von Kiew die Panzerspitzen von Guderian (Heeresgruppe Mitte) und Kleist (Heeresgruppe Süd) zusammen. Damit ist das Schicksal der Truppen der SU an dieser Front besiegelt und damit die Einschließung von 4 russischen Armeen. Die sich zurückziehenden Russen haben mit unzähligen Minen und Zeitzünderbomben viel Zerstörung angerichtet. Derweilen wird die Belagerung von Leningrad in andere Hände gegeben, denn die bisher so erfolgreichen Panzerdivisionen der Heeresgruppe Nord werden an die Heeresgruppe Mitte zum geplanten Angriff auf Moskau abgegeben. Hitler übergibt die Aufgabe: „Leningrad von der Oberfläche verschwinden“ zu lassen an die Truppen der Artillerie und Luftwaffe. Sie sollen nun Leningrad 'in Stücke bombardieren'. Durch deutsches Artillerie-Feuer wird das russische Schlachtschiff Petropawlowsk im Hafen von Kronstadt schwer beschädigt. Die Russen können an dieser Front nicht mehr als halten, im Nahen Osten hingegen marschieren die Russen am 17. September in Teheran (Iran) ein.

"Unsere siegen, aber die Deutschen rücken vor, flüsterten sie einander zu. Formulierungen wie 'hartnäckige, erbitterte oder schwere Kämpfe' deuteten auf die zunehmende Bedrohlichkeit der Lage hin. Die Rote Armee ist unfähig, die deutsche Initiative an irgendeiner Verteidigungslinie zu stoppen."
Anna Reid ,Blokada – die Belagerung von Leningrad 1941-1944, Berlin Verlag

 

Der Fall der Stadt schien nur noch eine Frage von Tagen. Am 8. September 1941 hatte die 18. Armee der deutschen Wehrmacht den Vorort Schlüsselburg erobert und damit den Belagerungsring geschlossen. Im Norden standen die Truppen des mit Deutschland verbündeten Finnland (die allerdings nur bis zur ehemaligen finnisch-russischen Grenze vorgerückt waren), im Westen und im Osten stellte der Finnische Meerbusen beziehungsweise der Ladogasee, der mit einer Fläche von über 18000 Quadratkilometern einem Binnenmeer gleicht, ein natürliches, scheinbar unüberwindliches Hindernis dar. Deutsche Panzer drangen in die südlichen Vororte ein und hatten die goldenen Kuppeln der Stadt schon im Visier.

In diesem Moment erteilte Adolf Hitler von Deutschland aus den Haltebefehl. Die Truppe konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen. General Hans Reinhardt meldete Unmut bei seinen Männern – »vor ihnen liege die Stadt, und niemand hindere sie, hineinzugehen«. Und Propagandaminister Joseph Goebbels notierte in sein Tagebuch den offenen Funkspruch einer Wehrmachtseinheit, die im Vorort Krasnogwardejsk stehenbleiben musste: »Die Truppe schreit im Chor: Wir wollen weiter vor!«
60. JAHRESTAG - Ein stiller Völkermord, Zeit Online

Die US Navy übernimmt den Geleitschutz der britischen Konvoi-Routen HX und ON zwischen Neufundland und Island, was faktisch einem nicht erklärten Krieg gegenüber den Achsenmächten gleichkommt. So erfüllen Sie die Atlantikcharta über die Maßen und greifen nun aktiv ins Kriegsgeschehen ein. So hat die Royal Navy wieder Kräfte im Mittelmeer frei und kann dort die italienischen Truppentransporter Neptunia und Oceania (beide 19.500 t) durch das englische Unterseeboot HMS Upholder versenken.

 

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Leningrader Blockade

Luftangriffe auf Deutschland (1940-43)


21.09. - 30.09.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 21. September 1941

 

Am Südflügel der deutschen Angriffsfront wurde das Asowsche Meer erreicht. Voraussetzung hierfür war der heldenhafte Einsatz einer Infanteriedivision, die den Übergang über den breiten Unterlauf des Dnjepr bei Berislaw - 60 km nordostwärts Cherson - unter schwierigsten Verhältnissen erkämpft und allen Gegenangriffen zum Trotz gehalten hatte.
Die Vernichtung des im Räume ostwärts und südostwärts Kiew eingeschlossenen Gegners schreitet fort. Die deutschen Verbände, die von Westen her in Kiew eingedrungen waren, stießen über den Dnjepr nach Osten vor und vereinigten sich mit den Kräften, die über die Desna von Norden angegriffen haben. Heftige Durchbruchsversuche des Feindes schlugen fehl. Die Gefangenen- und Beutezahlen wachsen stündlich.

Einheiten der Kriegsmarine stießen tief in den Finnischen Meerbusen vor, verstärkten den Minensperrgürtel und sicherten die gegen die Baltischen Inseln eingeleiteten Operationen.

Die Luftwaffe versenkte nordwestlich der Krim ein Vorpostenboot, ein Kanonenboot sowie drei Handelsschiffe mit zusammen 10.000 BRT und erzielte Bombentreffer auf einem sowjetischen Torpedoboot.

Im Kampf gegen Großbritannien belegten starke Kampffliegerkräfte in der vergangenen Nacht Hafeneinrichtungen und Versorgungsbetriebe von Southampton mit Bomben schweren und schwersten Kalibers. Treffer in Lagerhäusern, Docks und militärischen Anlagen der Stadt richteten beträchtliche Zerstörungen an. Eine Reihe größerer Brände wurde beobachtet.

Andere Kampfflugzeuge griffen mehrere Flugplätze sowie Hafenanlagen in Süd- und Ostengland an und versenkten nordostwärts The Wash einen Frachter von 4.000 BRT. Ein weiteres größeres Handelsschiff wurde beschädigt.

Im Kanalgebiet verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage bei einem wirkungslosen Angriffsversuch 39 Flugzeuge. Davon wurden 35 durch Jäger, vier durch Marineartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

In Nordafrika zerstörten deutsche Kampfflugzeuge ein britisches Zeltlager bei Tobruk.

Der Feind flog in der letzten Nacht nach Nord- und Südwestdeutschland ein und drang mit einzelnen Flugzeugen bis zur Reichshauptstadt vor. Durch Bombenabwurf entstanden unerhebliche Schäden in Wohnvierteln. Nachtjäger und Flakartillerie schossen drei britische Bomber ab.

 

Sondermeldung:

In mustergültiger Zusammenarbeit haben Verbände des Heeres der Luftwaffe und der Kriegsmarine einen neuen bedeutsamen Erfolg erzielt. Arensburg, die Hauptstadt von Ösel, wurde in entschlossenem Zugriff genommen. Moon und Ösel sind damit fest in unserer Hand. Nur noch versprengte Teile der Besatzung von Ösel befinden sich im Westteil von Ösel. Ihre Vernichtung steht bevor.

 

Sondermeldung:

Im Verlaufe der ostwärts Kiew im Gang befindlichen Umfassungsschlacht haben die Armee des Generalfeldmarschalls von Reichenau und die Panzerarmeen der Generalobersten von Kleist und Guderian starke Teile des umzingelten Feindes vernichtet und jetzt schon über 150.000 Gefangene eingebracht, sowie 151 Panzerkampfwagen, 602 Geschütze und unübersehbares sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Die Zerschlagung der restlichen Teile des eingeschlossenen Feindes ist in vollem Gange. Weitere große Zahlen an Gefangenen und Beute stehen zu erwarten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 22. September 1941

 

Sondermeldung:

Unterseeboote griffen im Atlantik zwei feindliche Geleitzüge und ein einzeln fahrendes Handelsschiff an. Im harten Kampf wurden 13 schwerbeladene Schiffe, darunter vier Tanker, mit zusammen 82.500 BRT versenkt und ein weiteres Schiff durch Torpedotreffer beschädigt. Drei Bewachungsfahrzeuge entzogen sich dem Angriff und ließen ihr Geleit im Stich.

Im Raum ostwärts Kiew wurde die Vernichtung der in mehrere Gruppen zerschlagenen und auf engstem Raum zusammengedrängten feindlichen Kräfte fortgesetzt.
Die in der gestrigen Sondermeldung bekanntgegebenen Gefangenen- und Beutezahlen haben sich schon jetzt wieder beträchtlich erhöht. Darüber hinaus wurden dem Gegner beim Abweisen seiner verzweifelten Ausbruchsversuche schwere blutige Verluste zugefügt.

Wie gleichfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde gestern Arensburg, die Hauptstadt von Ösel, in entschlossenem Zugriff genommen. Die Säuberung der Insel von den noch vorhandenen Resten der feindlichen Besatzung steht vor dem Abschluß.

Die Luftwaffe war am gestrigen Tage bei zahlreichen Angriffen auf sowjetische Schiffe besonders erfolgreich. Sie versenkte im Schwarzen Meer einen Kreuzer, zwei Zerstörer und ein Flakschiff sowie neun Handelsschiffe mit zusammen etwa 25.000 BRT. Zwei weitere Schiffe und zwei große Handelsschiffe wurden in Brand geworfen.

Im Seegebiet westlich Kronstadt erhielten das Schlachtschiff „Oktober-Revolution" und der schwere Kreuzer „Kirow" je zwei, ein weiterer schwerer Kreuzer vier Bombenvolltreffer. Ferner wurden drei Zerstörer, ein Minensuchboot und ein Kanonenboot durch Volltreffer beschädigt.

Unterseeboote griffen, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, im Atlantik zwei feindliche Geleitzüge und ein einzeln fahrendes Handelsschiff an. In hartem Kampf versenkten sie 13 schwer beladene Schiffe, darunter vier Tanker, mit zusammen 82.500 BRT. Ein weiteres Schiff wurde durch Torpedotreffer beschädigt.

Die Luftwaffe versenkte am gestrigen Tage 1.600 km westlich La Rochelle einen Tanker von 6.000 BRT und griff in der letzten Nacht mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen an der englischen Südostküste an.

Im Kanalgebiet schossen deutsche Jäger bei der Abwehr feindlicher Einflugversuche am gestrigen Tage in heftigen Luftkämpfen 29 britische Flugzeuge bei nur einem eigenen Verlust ab. Flakartillerie und Vorpostenboote brachten je ein weiteres feindliches Flugzeug zum Absturz.

In Nordafrika wurde der Flugplatz Kufra mit guter Wirkung bombardiert.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Die feindliche Propaganda versucht, die im Wehrmachtbericht vom 19. September bekanntgegebenen Zahlen an Toten, Verwundeten und Vermißten unserer Luftwaffe in irreführender Weise mit den Verlusten an Flugzeugen in Verbindung zu bringen. Hierzu ist festzustellen, daß die deutsche Luftwaffe nicht nur aus Fliegerverbänden besteht, sondern auch die Luftnachrichten- und Flakverbände umfaßt. Ein Teil der letzteren ist ständig im Erdkampf eingesetzt, um oft dicht hinter den vorderen Infanterielinien bei der Abwehr von Panzerkampfwagen und der Bekämpfung von Bunkern mitzuwirken. Ihre Verluste sind in den bekanntgegebenen Gesamtzahlen der Luftwaffe enthalten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 23. September 1941

 

Nachdem die Ausbruchsversuche der im Raum ostwärts Kiew zusammengedrängten Kräfte erfolglos blieben, machen sich, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, zunehmende Auflösungserscheinungen des Feindes bemerkbar. An vielen Stellen haben die Offiziere und Kommissare der Sowjets in feiger Flucht die Truppe verlassen, um sich einzeln in Sicherheit zu bringen. Trotzdem konnten sie ihrem Schicksal nicht entgehen.

Die Zahl der Gefangenen aus dieser Schlacht hat sich inzwischen auf rund 380.000 erhöht, mehr als 570 Panzerkampfwagen und 2.100 Geschütze wurden bisher als Beute eingebracht oder vernichtet. Diese Zahlen sind noch ständig im Wachsen. 50 Sowjet-Divisionen können als völlig vernichtet gelten. Unter den Gefangenen befindet sich der Oberbefehlshaber der 5. russischen Armee.
Außer den bereits genannten Armeen sind an dem glücklichen Verlauf der Schlacht auch die Armeen des Generalobersten Freiherrn von Weichs und des Generals der Infanterie von Stülpnagel hervorragend beteiligt.

Im Kampf gegen sowjetische Seestreitkräfte und Transportschiffe hatte die Luftwaffe auch gestern große Erfolge. Sturzkampfflugzeuge warfen südlich Odessa einen Kreuzer in Brand, trafen ein Torpedoboot und ein Vorpostenboot schwer und zerstörten neun Frachter mit zusammen 15.000 BRT.

Im Seegebiet von Kronstadt versenkte die Luftwaffe einen Kreuzer und einen Zerstörer, auf einem weiteren Kreuzer und zwei Zerstörern wurden Bombentreffer erzielt. Ein Tanker geriet in Brand.

Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen militärische Anlagen in Leningrad, ferner gegen Eisenbahnverbindungen des Feindes um Brjansk und Charkow sowie in der Krim.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht ostwärts der Humber-Mündung ein Handelsschiff von 8.000 BRT und bombardierte den Hafen von Great-Yarmouth.

Bei der Abwehr eines feindlichen Luftangriffes auf einen Geleitzug schossen Minensuchboote vier britische Flugzeuge ab.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 24. September 1941

 

Im Raum ostwärts Kiew wurden gestern weitere Teile des Feindes vernichtet. Der Rest ist in zwei eng umschlossene Kessel zusammengetrieben, deren Luftbild chaotische Verhältnisse aufzeigt. In wenigen Tagen kann mit der völligen Beseitigung dieser Kräfte gerechnet werden.
In der Kronstädter Bucht erzielten Kampf- und Sturzkampfflugzeuge Bombenvolltreffer auf Schlachtschiffen und einem Zerstörer der Sowjets. Im Küstengebiet des Weißen Meeres vernichtete ein Kampffliegerverband ein Großkraftwerk.

Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich wirksam gegen militärische Anlagen in Leningrad und Moskau.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten Kampffliegerkräfte in der letzten Nacht Hafenanlagen am St. Georgs-Kanal sowie an der Südküste der Insel. Größere Brände, unter anderem in Milford Haven, ließen den Erfolg dieser Angriffe erkennen.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 25. September 1941

 

Verzweifelte Ausbruchsversuche der letzten noch im Raum ostwärts Kiew eingeschlossenen feindlichen Kräfte wurden unter blutigen Verlusten für den Gegner abgeschlagen.
Bei der Säuberung des Schlachtfeldes wurde die Leiche des im Kampf gefallenen Oberbefehlshabers der sowjetischen Südwestfront, Generaloberst Kirponos, aufgefunden. Sein Stab sowie die Stäbe der 5. und 21. Sowjetarmee wurden aufgerieben.

Die Luftwaffe bombardierte in der vergangenen Nacht mit guter Wirkung militärische Anlagen in Moskau und Rüstungsbetriebe um Tula.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, griffen Unterseeboote westlich Afrika einen nach England fahrenden Geleitzug von zwölf Schiffen an und vernichteten ihn trotz starker Zerstörersicherung. Nur ein kleiner Dampfer konnte entkommen. Elf Schiffe mit zusammen 78.000 BRT wurden versenkt.

An der schottischen Ostküste erzielte die Luftwaffe am Tage Bombentreffer auf verschiedene Eisenbahnstrecken.

Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht das Hafengebiet von Dover an.

In Nordafrika schossen deutsche Jäger ostwärts Sollum ohne eigene Verluste sieben britische Jagdflugzeuge und einen Bomber ab.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 26. September 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, schreitet die Vernichtung der ostwärts Kiew noch eingeschlossenen Reste des Gegners unerbittlich fort. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf 492.000 Mann erhöht. Sie ist noch ständig im Wachsen.

Die Luftwaffe zerstörte Eisenbahnlinien und Rüstungsbetriebe im Raum um Charkow, Tula und Moskau.

Im Seegebiet um England warfen Kampfflugzeuge in der letzten Nacht ein großes Handelsschiff in Brand.
Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Sondermeldung: Die Vernichtung der letzten ostwärts Kiew noch eingeschlossenen Kräfte des Gegners steht unmittelbar bevor. Die Zahl der Gefangenen ist inzwischen auf 574.000 angestiegen und befindet sich noch ständig im Wachsen. Das erbeutete Kriegsmaterial ist unübersehbar.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 27. September 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist die große Schlacht bei Kiew beendet. In doppelseitiger Umfassung auf gewaltigem Räume ist es gelungen, die Dnjepr-Verteidigung aus den Angeln zu heben und fünf sowjetische Armeen zu vernichten, ohne daß auch nur schwache Teile sich der Umklammerung entziehen konnten.
Im Verlauf der in engstem Zusammenwirken von Heer und Luftwaffe durchgeführten Operationen wurden insgesamt 665.000 Gefangene eingebracht, 884 Panzerkampfwagen, 3.718 Geschütze und ungezählte Mengen an sonstigem Kriegsmaterial erbeutet oder vernichtet. Die blutigen Verluste des Gegners sind wiederum sehr hoch.
Ein Schlachtensieg ist damit errungen, wie ihn die Geschichte bisher nicht gekannt hat. Die Ausnutzung dieses Erfolges ist in vollem Gange.

Die Luftwaffe bombardierte Rüstungswerke im Raum um Tula sowie militärische Anlagen in Moskau.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht aus einem Geleitzug ostwärts Hull zwei Frachter mit zusammen 15.000 BRT.
Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Süd- und Ostküste der Insel.

Schwache Kräfte der britischen Luftwaffe flogen in der letzten Nacht in die Deutsche Bucht und nach Westdeutschland ein. Durch Bombenwurf entstanden unerhebliche Schäden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 28. September 1941

 

An der Einschließungsfront vor Leningrad nahmen schwere Batterien des Heeres am 26. September sowjetische Kriegsschiffe im Hafen von Kronstadt und im Küstengebiet südlich davon unter wirksames Feuer. Ein Kreuzer wurde in Brand geschossen.

Die Luftwaffe bekämpfte Bahntransporte und Eisenbahnanlagen im Raum um Charkow und Moskau sowie im Quellgebiet der Wolga. Kampfflugzeuge erzielten Bombenvolltreffer schweren Kalibers auf einem sowjetischen Schlachtschiff bei Kronstadt. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen militärische Anlagen in Moskau.

Im Seegebiet der Faröer versenkte die Luftwaffe am Tage zwei Frachter mit zusammen 3.300 BRT.

Bei Versuchen der britischen Luftwaffe, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, verlor der Feind 23 Flugzeuge. Davon wurden 17 in Luftkämpfen, vier durch Flakartillerie und zwei durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen.
Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 29. September 1941

 

Nordostwärts Dnjepropetrowsk wurden drei sowjetische Divisionen von deutschen und italienischen Truppen umfassend angegriffen und vernichtet. Nach den bisherigen Meldungen wurden 13.000 Gefangene eingebracht sowie 69 Geschütze und zahlreiches anderes Kriegsmaterial erbeutet.
Der mit Teilen in ein Sumpfgebiet geworfene Gegner hatte schwere blutige Verluste.

Starke Verbände der Luftwaffe bekämpften mit guter Wirkung Eisenbahnanlagen im Donez-Gebiet sowie im Raum um Moskau. Im Seegebiet um Kronstadt erhielt ein Sowjetkreuzer Bombenvolltreffer.
Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht kriegswichtige Einrichtungen in Leningrad und Moskau.

Unterseeboote versenkten, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, aus einem von Gibraltar nach England gehenden Geleitzug in mehrtägigen Angriffen zwölf feindliche Handelsschiffe mit 67.000 BRT und ein Sicherungsfahrzeug.

Im Südatlantik versenkte ein Unterseeboot einen Tanker von 12.000 BRT.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht militärische Anlagen am St. Georgs-Kanal und an der Südostküste der Insel.

In Nordafrika erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombenvolltreffer in britische Zelt- und Materiallager bei Tobruk. Bei diesen Angriffen verlor der Feind in Luftkämpfen fünf und durch Flakartillerie zwei Flugzeuge.

Schwächere Kräfte der britischen Luftwaffe flogen in der letzten Nacht nach Nordwest- und Südwestdeutschland ein. Durch Bombenwurf entstand unerheblicher Schaden. Flakartillerie schoß einen britischen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 30. September 1941

 

Bei der Durchführung der Operationen ostwärts des Dnjepr haben italienische Truppen stärkere Kräfte des Feindes aufgerieben und dabei mehrere tausend Gefangene gemacht.

Im nördlichen Abschnitt der Ostfront führte eine Infanteriedivision am 28. und 29. September einen erfolgreichen Angriff auf eine zäh verteidigte Stellung durch. Sie erstürmte hierbei 210 feindliche Bunker.

Verbände der Luftwaffe bekämpften wirksam Bahntransporte im Raum um Charkow und setzten die Zerstörung des Bahnnetzes ostwärts von Leningrad sowie von Anlagen der Murman-Bahn fort.

Im Kampf gegen Großbritannien vernichtete die Luftwaffe in der vergangenen Nacht ostwärts Great-Yarmouth einen Frachter von 8.000 BRT und versenkte im gleichen Seegebiet aus einem größeren Zerstörerverband heraus eines der Kriegsschiffe durch Bombenvolltreffer. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafengebiete an der schottischen Ostküste und im Südosten der Insel.

In Nordafrika bombardierten Sturzkampfflugzeuge Verladeeinrichtungen und Munitionslager in Tobruk. Kampfflugzeuge beschädigten im Mittelmeer ein Handelsschiff und schossen einen britischen Bomber ab.

Der Feind flog in der letzten Nacht in das norddeutsche Küstengebiet ein und drang mit einzelnen Flugzeugen bis in die weitere Umgebung der Reichshauptstadt vor. Durch Bombenwürfe auf Wohnviertel, vorwiegend in Hamburg, hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Die britische Luftwaffe verlor gestern und im Verlaufe dieser Nacht insgesamt elf Bombenflugzeuge.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

„Hunger als Bundesgenosse [...] letzten Endes durch Aushungerung
zur Übergabe gezwungen wird"

Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord Halder zur Strategie gegen das eingeschlossene Leningrad

"Notwendigkeit der Versorgung der ausgehungerten Bevölkerung Leningrads durch A.O.K. mit einfachsten Mitteln [...] dies sei gar nicht vorgesehen.
Es liege der H.Gr. daran, nicht die ganze Stadt über den Winter durchfüttern
zu müssen. Die Entscheidung liegt aber höheren Orts."

Oberbefehlshaber Küchler und sein Chef Hasse zur Strategie der Besetzung Leningrad

Die Belagerung von Leningrads nimmt Ende des Monats September an Heftigkeit zu, die 60 Stukas der deutschen Luftwaffe fliegen wiederholte Angriffe auf die russische Ostseeflotte im Hafen von Kronstadt bei Leningrad. Damit ist das Ende des Schlachtschiffes Marat besiegelt, des Weiteren wird das Schlachtschiff Oktjabrskaja-Revoluzia von 6 Bomben getroffen und 2 weitere Kreuzer beschädigt. Die Stadt wurde während diesen Monat 200-mal durch Artillerie-Beschuss bombardiert und 23-mal durch die deutsche Luftwaffe angegriffen. Dabei wurden 4.409 Menschen getötet.
Leningrad ist nun fest in der deutschen Zange gefangen, und an anderer Front muss Marschall Budjonny ebenso sich nun gegen die Deutschen erwehren. Er reorganisiert die nach der Kesselschlacht von Kiew verbliebenen russischen Streitkräfte im Süden, um die wichtige Industriestadt Charkow zu verteidigen. Deutsche Fallschirmjäger unterstützen den Kampf an der Krim und springen an wichtigen Positionen über der Front ab. Auch durch solche gewachte Einsätze von Fallschirmjäger und Sondereinheiten wie die Brandenburger, schaffen es deutsche Verbände die wichtigen Industrieregionen des Donezbecken zu erreichen und damit über 60 Prozent der russischen Kohleförderungen in den deutschen Griff zu bekommen. In der Mitte der russischen Front beginnt nun das Unternehmen Taifun, bei dem Guderians 2. Panzer-Armee als Speerspitze die Eroberung von Moskau als Ziel gesetzt hat. Doch wird neben den militärischen Operationen auch die politische Dimension dieses Feldzuges deutlich und das Babi-Yar Massaker spricht da eine eigene Sprache. Während dieses Massakers werden 33.771 Juden, einschließlich Frauen und Kinder, werden von Polizei-, SS-Einheiten und ukrainischen Hilfswilligen außerhalb von Kiew vom 29. bis 30. September ermordet. Dieses belegte Massaker wird auch einer der Hauptinhalte der Nürnberger Prozesse, die dieses Ereignisse als Hauptindiz für die „Verbrechen der Menschlichkeit“ der Wehrmacht angeben.

 

Ein Mann, der dieses Verbrechen zu einer Blüte bringt, wird dieser Tage in der besetzten Tschechoslowakei um Reichsprotektor von Böhmen und Mähren ernannt - Heydrich, Himmlers Stellvertreter. Er wird zum Organisator des Massenmordes und ist auch beteiligt an den Aktionen gegen Franzosen, welche einem abgeschossenen englischen Piloten helfen oder ihn verstecken. Seine Anordnungen sind es, die solche Kollaborateure mit dem Feind mit der Todesstrafe belegen. Französische Frauen, welche sich dem gleichen Verbrechen schuldig machen, werden in ein Konzentrationslager nach Deutschland verschickt.
Über dem Deutschen Reich geht derweilen der Luftkampf weiter und die Blenheim-Bomber, durch Spitfire-Jäger eskortiert, bombardieren weiter wichtige Infrastrukturpunkte im Reich. Das neue deutsche Jagdflugzeug Focke-Wulf Fw 190 soll dabei Abhilfe schaffen und kann den britischen Jägern durch technische Überlegenheit entgegentreten.

Verluste Schlacht im Atlantik, September 1941

53 alliierte Handelsschiffe (202.800 BRT)
2 deutsche U-Boote (65 einsatzbereit)

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Blohm & Voss Abteilung Flugzeugbau

Arado Flugzeugwerke


Quellen


Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.velesova-sloboda.org/misc/ke ... sland.html (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.velesova-sloboda.org/misc/ke ... sland.html (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.zeit.de/2004/04/A-Belagerung_L/seite-5 (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 05-Okt.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2 ... uerter.pdf (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. August 1941)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.08. - 08.08.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 1. August 1941

 

Die Kämpfe an der Ostfront nehmen ihren unverändert günstigen Verlauf.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht militärische Anlagen in Moskau.

Im Seegebiet um England versenkte die Luftwaffe einen Frachter von 3.000 BRT und beschädigte zwei größere Schiffe. Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht mit guter Wirkung Hafenanlagen an der Britischen Ost- und Südküste sowie Flugplätze in Südengland.

Minenräumboote schossen im Kanal vier britische Jagdflugzeuge ab.

Militärische Anlagen am Suez-Kanal wurden auch in der Nacht zum 1. August von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen.

Der Feind flog weder bei Tage noch in der Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 2. August 1941

 

In der Ukraine sind schnelle deutsche Verbände tief in die Rückzugsbewegungen des Feindes gestoßen. Im Raum 250 km südlich Kiew ist eine weitere große Vernichtungsschlacht im Gange.

Die ostwärts Smolensk eingeschlossenen sowjetischen Divisionen wurden noch mehr zusammengedrängt.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht mit guter Wirkung Versorgungsbetriebe und militärische Anlagen in Moskau sowie wichtige Eisenbahnknotenpunkte an der Oberen Wolga und in der südlichen Ukraine.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht vor der schottischen Ostküste zwei Handelsschiffe, darunter einen Tanker, mit zusammen 16.000 BRT und beschädigte einen Frachter sowie ein Vorpostenboot.

Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Ostküste Schottlands und in Südwestengland sowie gegen einen Flugplatz.

Flugzeuge, die bei Tage zur bewaffneten Aufklärung eingesetzt waren, trafen ostwärts der Faröer-Inseln ein größeres Handelsschiff schwer und erzielten Bombenvolltreffer in Barackenlagern bei Holy-Island. Ein Vorpostenboot schoß ein britisches Kampfflugzeug ab.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 3. August 1941

 

Bei der Vernichtung feindlicher Verbände westlich des Peipus-Sees wurden rund 10.000 Mann gefangengenommen sowie zahlreiche Panzerkampfwagen, Geschütze und anderes Kriegsgerät erbeutet.
An den übrigen Teilen der Ostfront verlaufen die Operationen erfolgreich.

Stärkere Kampffliegerverbände bombardierten in der letzten Nacht mit guter Wirkung militärische Anlagen in Moskau.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt war die Luftwaffe am gestrigen Tage und in der letzten Nacht besonders erfolgreich. Sie vernichtete aus stark gesicherten Geleitzügen vor der Britischen Ostküste sechs Handelsschiffe, darunter zwei Tanker, mit zusammen 40.000 BRT und beschädigte einen größeren Frachter schwer. Bei den Faröer-Inseln wurde ein Handelsschiff in Brand geworfen.

Erfolgreiche Angriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten sich in der letzten Nacht gegen verschiedene Flugplätze auf der Britischen Insel.

Vor der Holländischen Küste schossen zwei Hafenschutzboote je ein britisches Kampfflugzeug ab.

Der britische Flottenstützpunkt Alexandria wurde in der Nacht zum 2. August von deutschen Kampfflugzeugen bombardiert.

Britische Kampfflieger warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Nordwest-und Norddeutschlands eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben. Schwache Kräfte drangen bis Berlin vor. Infolge der Flakabwehr konnten nur einzelne Flugzeuge den Stadtkern erreichen. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Drei britische Kampfflugzeuge wurden abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 4. August 1941

 

Auf dem Umfassungsflügel in der Ukraine haben schnelle deutsche und ungarische Verbände lebenswichtige Eisenbahnverbindungen des Feindes abgeschnitten.
Die Masse der ostwärts Smolensk eingeschlossenen Kräfte der Sowjetwehrmacht ist nunmehr vernichtet. Der Rest steht vor der Auflösung.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht Versorgungs- und Rüstungsbetriebe in Moskau und einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Quellgebiet der Düna.

Im Kampf gegen Großbritannien richteten sich wirksame Tagesangriffe der Luftwaffe gegen Eisenbahnanlagen an der Südostküste Englands. Bei den Faröer-Inseln wurde ein Frachter von 1.200 BRT versenkt.

In der letzten Nacht belegten Kampfflugzeuge militärische Anlagen in verschiedenen Hafenstädten an der schottischen und englischen Ostküste, unter anderem in Hull, mit Bomben schweren Kalibers. Große Brände entstanden.

Im Mittelmeer erzielten deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge am 2. August nordwestlich Marsa Matruk Bombenvolltreffer auf zwei britischen Zerstörern. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Lagerhäuser und Flakstellungen des Feindes bei Tobruk. In Luftkämpfen wurden vier britische Jäger abgeschossen.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der vergangenen Nacht militärische Anlagen am Suez-Kanal an.
Der Feind warf in der Nacht zum 4. August eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben in Nordwest- und Westdeutschland. Es entstanden weder militärische noch wehrwirtschaftliche Schäden. Nachtjäger und Flakartillerie schossen drei der angreifenden britischen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 5. August 1941

 

In der Ukraine wurden Ausbruchsversuche der auf engem Raum zusammengedrängten feindlichen Kräfte abgewiesen. Teile des Gegners wurden dabei aufgerieben.

Bei der Erweiterung des Durchbruchsraumes 100 km südostwärts Smolensk wurde eine neue feindliche Kräftegruppe durch überraschenden Vorstoß teils vernichtet, teils eingeschlossen.

In Estland wurde die Stadt Taps genommen.

Kampfflugzeuge belegten in der letzten Nacht in rollendem Einsatz militärische und wehrwirtschaftliche Anlagen in Moskau erfolgreich mit Spreng- und Brandbomben.

Bei Angriffen gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkte die Luftwaffe weitab westlich Irland und im St. Georgs-Kanal zwei Handelsschiffe mit zusammen 10.300 BRT.

In Nordafrika scheiterte bei Tobruk ein Angriff stärkerer britischer Kräfte unter schweren Verlusten für den Feind.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen auch in der letzten Nacht britische Stützpunkte am Suez-Kanal an. In der Nacht zum 4. August vernichteten sie auf der Reede von Suez zwei britische Handelsschiffe mit zusammen 18.000 BRT und trafen ein großes Fahrgastschiff schwer.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

Im Kampf gegen die britische Handelsschiffahrt versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat Juli 407.600 BRT feindlichen Handelsschiffsraums. Außerdem wurden eine große Zahl feindlicher Handelsschiffe so schwer beschädigt, daß sie für längere Zeit nicht zur Versorgung des britischen Mutterlandes eingesetzt werden können. Die Verluste, die der Feind durch Minenoperationen erlitten hat, sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 6. August 1941

 

Sondermeldung: Wie aus zahlreichen Nachrichten hervorgeht, besitzt die sowjetische Führung kein zuverlässiges Bild von der Lage ihrer eigenen Front. Beim Festhalten am Grundsatz der unbedingten Wahrheit war für die deutsche Berichterstattung daher größte Zurückhaltung geboten, wenn sie dem Gegner nicht wertvolle Aufschlüsse geben wollte. Der berechtigte Wunsch des deutschen Volkes, täglich über den Verlauf der Operationen unterrichtet zu werden, mußte demgegenüber zurücktreten, ja, es mußte selbst in Kauf genommen werden, daß in der Heimat falsche Vorstellungen aufkamen und das feindliche Ausland irreführende Gerüchte ausstreute.

Nunmehr ist der Zeitpunkt gekommen, der es angesichts der Einleitung neuer Operationen ermöglicht, Aufschluß über den Ablauf und das Ergebnis des gewaltigen Ringens zu geben, das mit dem Durchbruch durch die Stalin-Linie begonnen hat.

Zwischen Schwarzem Meer und Finnischem Meerbusen ergaben das Gelände und die eigene Zielsetzung, daß dieser Durchbruch an drei entscheidenden Stellen erzwungen wurde: südlich der Pripet-Sümpfe, in der Richtung auf Smolensk und südlich des Peipus-Sees.

In den drei nachfolgenden zusammenfassenden Meldungen wird der Kampf der hierbei eingesetzten Kräftegruppen geschildert, in der abschließenden vierten Meldung das Gesamtergebnis dieser Operationen gewürdigt. Die Operationen an der finnischen Front und der Kampf der Kriegsmarine müssen einer späteren Berichterstattung vorbehalten bleiben.

 

I.

Nachdem die Düna zwischen Dünaburg und Riga in schweren Kämpfen bezwungen und Lettland vom Feinde gesäubert war, stand die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Ritter von Leeb vor der Aufgabe, die entlang der lettisch-sowjetischen Grenze laufende Stalin-Linie zu durchbrechen und gleichzeitig die in Estland stehenden Kräfte der sowjetischen Armee zu schlagen.
In kühnem Ansturm gelang es der unter Führung des Generalobersten Busch stehenden Armee und der in ihrem Abschnitt kämpfenden Panzergruppe des Generalobersten Höppner, die stark ausgebauten und zäh verteidigten Stellungen südlich des Peipus-Sees zu durchbrechen. Ostrow, Porchow und Pleskau fielen nach kurzem, hartem Kampfe.

Damit war die Voraussetzung geschaffen, um nach Norden einzudrehen und den Angriff in Richtung Leningrad einzuleiten. Trotz schwierigster Wegeverhältnisse, erbitterter Gegenwehr und größter Beanspruchung der Truppe konnte der linke Flügel der zwischen Ilmen-See und Peipus-See vorgehenden Kräfte bis dicht vor Narva vorgetrieben werden, um die Landbrücke zwischen Peipus-See und Finnischem Meerbusen zu sperren.
Die in Estland operierende Armee des Generalobersten von Küchler nahm zunächst die stark umkämpften Städte Dorpat, Fellin und Pernau, schlug in zahlreichen heftigen Einzelgefechten die feindlichen Divisionen und warf sie über Taps hinaus nach Norden zurück.
Noch sind die Operationen dieser Heeresgruppe nicht abgeschlossen, trotzdem wurden in diesem Kampfabschnitt bereits wieder über 35.000 Gefangene gemacht, 355 Panzerkampfwagen, 655 Geschütze erbeutet oder vernichtet. An diesen Erfolgen hat die Luftflotte des Generalobersten Keller hervorragenden Anteil. Sie hat in diesem Kampfabschnitt 771 Flugzeuge des Gegners abgeschossen oder am Boden vernichtet.

 

II.

Auf dem Südflügel hatte die unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Rundstedt stehende Heeresgruppe von Anfang an besonders schwierige Gelände- und Witterungsverhältnisse und einen zahlenmäßig stark überlegenen Feind zu überwinden.

In langwierigem, schwerstem frontalem Ringen mußten die Armeen des Generals der Infanterie von Stülpnagel und des Generalfeldmarschalls von Reichenau, unterstützt durch die Panzergruppe des Generalobersten von Kleist, sich vorwärts kämpfen, bis es gelang, den Gegner zum Weichen zu bringen und einen Stoßkeil über Schitomir bis vor die Tore von Kiew vorzutreiben. Mit diesem weit in den Rücken der Stalin-Linie führenden Durchbruch wurde es möglich, in breiter Front zwischen Dnjestr und Dnjepr nach Süden einzudrehen, die Rückzugsverbindungen des Feindes abzuschneiden und die Umfassungsschlacht einzuleiten, die zur Zeit im vollen Gange ist.

In diesen für den Gegner überaus verlustreichen Kämpfen haben ungarische und slowakische Verbände, die in treuer Waffenbrüderschaft Schulter an Schulter mit der deutschen Wehrmacht standen, hervorragenden Anteil.
Gleichzeitig mit dieser Operation haben die unter dem Oberbefehl des Generals Antonescu stehenden deutsch-rumänischen Verbände den stark verteidigten Pruth bezwungen und Bessarabien trotz heftigster Gegenwehr und ungangbarstem Gelände vom Feinde befreit. Danach wurde die aus deutschen und rumänischen Korps bestehende Armee des Generalobersten Ritter von Schobert über den mittleren Dnjestr nach Nordosten eingesetzt, um die Verbindung mit den von Norden kommenden Kräften herzustellen.
Die bisherige Zählung in diesem Kampfabschnitt ergibt über 150.000 Gefangene, 1.970 Panzerkampfwagen und 2.190 Geschütze.
Die Luftflotte des Generalobersten Löhr ist an dem erfolgreichen Verlauf dieser Operationen hervorragend beteiligt. Sie hat hierbei 980 Flugzeuge der Sowjetluftwaffe abgeschossen oder am Boden vernichtet.

 

III.

In der Mitte der Ostfront hat die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Bock die große Schlacht von Smolensk siegreich zu Ende geschlagen. Raum, Zeit und Härte des Kampfes geben ihr in der unerbittlichen Folge von Vernichtungsschlägen gegen die bolschewistische Wehrmacht das geschichtlich einzigartige Gepräge.
In fast vierwöchigem Ringen haben die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge, des Generalobersten Strauß und des Genralobersten Freiherr von Weichs sowie die Panzergruppen unter Generaloberst Guderian und Generaloberst Hoth dem Feinde ungeheuer blutige Verluste beigebracht. Rund 310.000 Gefangene fielen hierbei in unsere Hand. 3.205 Panzerkampfwagen, 3.120 Geschütze und unübersehbares sonstiges Kriegsmaterial wurden erbeutet oder vernichtet.

Die Luftflotte des Generalfeldmarschalls Kesselring hat an diesem Siege ent­scheidenden Anteil. Die Sowjetluftwaffe verlor in diesem Kampfabschnitt 1089 Flugzeuge. Der Verlauf dieser Schlacht im einzelnen wird im morgigen Wehr-machtsbericht näher geschildert werden.

 

IV.

Mit den in den heutigen Sonderberichten bekanntgegebenen zahlenmäßigen Erfolgen unserer Ostfront haben sich die im Wehrmachtsbericht vom 11. Juli gemeldeten Gesamtzahlen von
400.000 Gefangenen, 7.615 Panzerkampfwagen, 4.432 Geschützen und 6.233 Flugzeugen
auf insgesamt 895.000 Gefangene, 13.145 Panzerwagen, 10.388 Geschütze und 9.082 Flugzeuge erhöht.
Erfolge sind damit errungen, die die kühnsten eigenen Erwartungen weit übertreffen. Sie sind in ihrem ganzen Umfange nur richtig zu werten, wenn man berücksichtigt, daß die blutigen Verluste dieses überaus zäh und verbissen kämpfenden Gegners ein Vielfaches der Gefangenenzahlen betragen.

Die Verbände des Heeres, der Waffen-SS und der Luftwaffe haben gegenüber diesem bisher härtesten Gegner an Tapferkeit und Ausdauer fast Übermenschli­ches geleistet. Der Überlegenheit der deutschen Führung, der unübertrefflichen Güte der Waffen, der hervorragenden Ausbildung und Kampferfahrung der Trup­pen, vor allem aber dem Heldentum des deutschen Soldaten und seiner Waffenge­fährten ist es zu verdanken, daß die gewaltig gerüstete Sowjetwehrmacht zerschla­gen werden konnte.
Hervorzuheben sind die Marschleistungen der Infanteriedivisionen, die unter Einrechnung der Gefechtsbewegungen teilweise weit über tausend Kilometer zu­rückgelegt haben. Die gesamten Operationen in diesem Ausmaß sind nur auf der Grundlage einer hervorragenden Organisation des Nachrichtendienstes und der rückwärtigen Verbindungen möglich gewesen sowie auf Grund der Tatsache, daß es gelungen ist, schon heute das Eisenbahnnetz des besetzten feindlichen Gebietes fast in vollem Umfang bis dicht hinter die Kampfzone wiederherzustellen.
Im Bewußtsein ihrer Überlegenheit und in der Gewißheit des Endsieges steht die deutsche Wehrmacht bereit, um nunmehr in einem neuen Operationsabschnitt den Vernichtungskampf fortzusetzen, den sie mit einer Reihe größter Siege begonnen hat.

Über die erfolgreichen Operationen im Osten ist im Laufe des heutigen Tages durch Sondermeldungen berichtet worden.
Stärkere Kampffliegerverbände belegten in der Nacht zum 6. August bei guter Sicht militärische Anlagen in Moskau mit vielen Tonnen Sprengbomben und Zehntausenden von Brandbomben. Volltreffer in Werken der Flugzeugindustrie sowie zahlreiche Brände in Versorgungsbetrieben ließen den Erfolg dieses Angriffs erkennen.

An der britischen Ostküste vernichtete die Luftwaffe einen Frachter von 6.000 BRT und traf ein zweites Handelsschiff schwer.
Andere Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht mit guter Wirkung Hafenanlagen im Nordosten und im Osten der Insel. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen mehrere Flugplätze.

In Nordafrika brach in der Nacht zum 4. August ein erneuter britischer Ausfallversuch aus Tohruk heraus im Feuer der deutsch-italienischen Artillerie zusammen. Der Feind hatte hohe blutige Verluste und verlor eine Anzahl Gefangener.
Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten West- und Südwestdeutschlands, vor allem in Karlsruhe und Mannheim, Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Falkartillerie und Nachtjäger schossen acht der angreifenden britischen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 7. August 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Bock im Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generalfeldmarschalls Kesselring die große Schlacht von Smolensk siegreich zu Ende geschlagen. Bei mäßigen eigenen Verlusten sind die blutigen Verluste des Gegners ungewöhnlich hoch. Rund 310.000 Gefangene fielen in unsere Hand. 3.205 Panzerkampfwagen, 3.120 Geschütze und unübersehbares sonstiges Kriegsmaterial wurden erbeutet. Die Sowjetluftwaffe verlor 1.098 Flugzeuge.

Über den Verlauf der Schlacht kann nunmehr folgendes berichtet werden:
Noch vor dem Abschluß der Doppelschlacht hei Bialystok und Minsk waren Schnelle Verbände des Heeres und der Waffen-SS auf die stark verteidigte Stalin-Linie gestoßen, die - hinter dem Dnjepr und der oberen Düna verlaufend - in den befestigten Orten Mogilew, Orscha, Witebsk und Polozk über gewaltig ausgebaute Stützpunkte verfügte.
Unter schweren Kämpfen gelang es, beiderseits Polozk Brückenköpfe zu bilden. Am 11. Juli wurde Witebsk genommen und der zäh verteidigte Dnjepr-Abschnitt südlich Mogilew und Orscha in planmäßigem, durch örtliche Überraschungen unterstütztem Angriff über den Fluß durchbrochen. In den folgenden Tagen stießen dann die schnellen Verbände beiderseits der Straße Orscha-Smolensk in breiter Front nach Osten vor. Am 16. Juli wurde das vom Feind außerordentlich zäh verteidigte Smolensk von einer motorisierten Infanteriedivision im Kampf mit der blanken Waffe genommen und gegen fortgesetzte, wütende Angriffe des Feindes gehalten.

Während der Durchbruch südostwärts, ostwärts und nordostwärts von Smolensk durch Panzerverbände und motorisierte Infanteriedivisionen trotz schwerster Gegenangriffe erweitert wurde, deckten die aufschließenden Infanteriedivisionen unter ungewöhnlichen Marsch- und Kampfleistungen die vom Feinde immer wieder angegriffenen Flanken des Stoßkeils und übernahmen die Einkreisung des von den Schnellen Verbänden durchbrochenen und in einzelne, noch kampfkräftige Gruppen zerschlagenen Feindes. In einem Raume von 250 km Breite und 150 km Tiefe entstand somit eine gewaltige Schlacht, als deren hauptsächlichste Brennpunkte neben Smolensk die Orte Witebsk, Polozk, Newel und Mogilew zu nennen sind.
Mit dem Mute der Verzweiflung und unter blutigsten Opfern versuchten die eingeschlossenen Teile des Feindes in fast vierwöchigem Ringen, ihre Freiheit wiederzugewinnen, während neu herangeführte Truppen in den Kampf geworfen wurden, um ihnen Entsatz zu bringen. Alle diese Versuche scheiterten an der Wendigkeit und Zähigkeit unserer Truppe. Das Schicksal der im Raume zwischen dem Dnjepr, Düna und Smolensk eingeschlossenen Verbände der Sowjetwehrmacht war besiegelt. Der Überlegenheit der deutschen Führung, der Initiative der Unterführer sowie der Tapferkeit und Ausdauer der Truppe ist es zu verdanken, daß hier trotz schwierigster Nachschubverhältnisse ein Erfolg errungen werden konnte, der für die Fortführung unserer Operationen von ausschlaggender Bedeutung ist.
Die Luftwaffe hat an diesem Siege hervorragenden Anteil. In unermüdlichem Einsatz schufen die Heeresfliegerverbände die Aufklärungsgrundlagen für die Kampfführung auf der Erde. Jagd-, Sturzkampf- und Kampffliegerverbände, durch Fernaufklärer unterstützt, führten unter schwierigsten Verhältnissen den Kampf gegen die operativen Reserven des Feindes und seiner eingeschlossenen Teile. Sie griffen entschlossen ein, wo es galt, den Widerstand des Feindes zu brechen, seine Gegenangriffe zu zerschlagen und im Verein mit der Flakartillerie seine Einwirkung aus der Luft auszuschalten.

126 Eisenbahnzüge, sechs Panzerzüge, Tausende von Kraftfahrzeugen und 15 Brücken wurden hierbei vernichtet. Auch am Kampf gegen die feindlichen Bunker und Geschützstellungen sowie gegen die Panzerkampfwagen des Gegners wirkte die Luftwaffe unter großen Erfolgen mit.
Am Verlauf dieser gewaltigen Schlacht waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge und der Generalobersten Strauß und Freiherr von Weichs, die Panzergruppen der Generalobersten Guderian und Hoth sowie die Luftwaffenverbände der Generale der Flieger Loerzer und Freiherr von Richthofen ruhmreich beteiligt.

Stärkere Kampffliegerverbände griffen in der letzten Nacht wieder Moskau an. Zahlreiche Bombenvolltreffer wurden in einer Flugzeugfabrik erzielt. Im Moskwa-Bogen und ostwärts davon entstanden mehrere Großbrände.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Kampfflugzeuge in der Nacht zum 7. August an der britischen Ostküste ein Handelsschiff von 10.000 BRT. In Ost- und Mittelengland wurden mehrere Flugplätze mit guter Wirkung bombardiert. Vorpostenboote schossen im Kanal einen britischen Bomber ab.

In Nordafrika erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer schweren Kalibers in Lagerhäusern und Materialspeichern bei Tobruk und Marsa Matruk.

Ein weiterer erfolgreicher Luftangriff, der von einem stärkeren deutschen Kampffliegerverband durchgeführt wurde, richtete sich gegen die Hafenanlagen von Suez.

Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten West- und Süddeutschlands Brand- und Sprengbomben. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Nachtjäger und Flakartillerie schossen fünf britische Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 8. August 1941

 

In der Ukraine wurde eine südostwärts Uman eingeschlossene feindliche Kräftegruppe vernichtet. Über 30.000 Gefangene, darunter der Oberbefehlshaber der 6. sowjetischen Armee und andere hohe Truppenführer, fielen bisher in die Hand der verbündeten Truppen. Die Beute ist groß.

Die in Estland kämpfenden deutschen Truppen nahmen Wesenberg und stießen bis zur Küste des finnischen Meerbusens durch.
An der finnischen Front ist der Angriff der deutsch-finnischen Truppen im weiteren erfolgreichen Fortschreiten.

Kriegsmarine und Luftwaffe waren im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt besonders erfolgreich. Unterseeboote griffen einen nach England fahrenden, besonders stark gesicherten Geleitzug an, versenkten 46.500 BRT und torpedierten vier weitere Schiffe mit zusammen 29.000 BRT, mit deren Totalverlust zu rechnen ist.

Kampfflugzeuge vernichteten an der englischen Ostküste drei Frachter mit zusammen 13.000 BRT und beschädigten fünf große Handelsschiffe, darunter einen Tanker schwer.
Kampfflugzeuge griffen Flugplätze in England und einen Hafen an der schottischen Ostküste an.

Jäger und Flakartillerie schossen am gestrigen Tage an der Kanalküste 24 britische Flugzeuge ab. Eigene Verluste tragen bei diesen Luftkämpfen nicht ein.

Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge bombardierte in der letzten Nacht mit guter Wirkung Schiffe und Hafenanlagen im britischen Flottenstützpunkt Alexandria.

Bei dem Luftangriff auf die Reede von Suez in der Nacht zum 7. August wurden die Tankanlagen in Port Ibrahim in Brand geworfen.

Der Feind griff in der Nacht zum 8. August einige Orte Westdeutschlands, unter anderem Dortmund, an. Einzelne Flugzeuge warfen Bomben auf die Reichshauptstadt. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste an Toten und Verletzten. Nachtjäger und Kampfflugzeuge schossen sechs feindliche Flugzeuge ab.

Sondermeldung: In Auswirkung der durch die letzten Sondermeldungen angekündigten neuen Operationen ist in der Ukraine bereits der erste große Erfolg eingetreten.
Die sowjetische 6. und 12. Armee sowie Teile der sowjetischen 18. Armee, im ganzen etwa 25 Schützen-, Gebirgs- und Panzerdivisionen, wurden, wie soeben von der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Rundstedt gemeldet wird, im Zusammenwirken mit der Luftflotte des Generalobersten Löhr vernichtet.
103.000 Gefangene, dabei die Oberbefehlshaber der 6. und 12. Armee, fielen in unsere Hand. 317 Panzerkampfwagen, 858 Geschütze und unzähliges sonstiges Kriegsmaterial, darunter über 5.250 Lastkraftwagen, sowie beladene Eisenbahnzüge wurden erbeutet. Der Gegner hat schwerste blutige Verluste erlitten, die bis jetzt auf über 200.000 Mann festgestellt wurden.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

''gnadenlos Rache am Feind zu üben ... für den Tod eurer Kinder ...'
Marschall Timoschenko

An der Ostfront toben den größten Kesselschlachten der Militärgeschichte, so können deutsche Truppen große russische Kräftegruppe samt Material in Umfassungsschlachten einschließen. Mögen die Zahlen auch hier und da geschönt sein, sind doch gewaltige Massen an Personen und Mengen an Kriegsmaterial in die Hände der Wehrmacht gelangt. Vor allem die Panzerwaffe hat sich dabei als sehr effektiv erwiesen und sein Kopf Guderian hat dabei großen Anteil. Dabei verliert die Rote Armee wichtige Reserven und die Wehrmacht gelangt schnell in Positionen, aus denen weitere große Ziele auf der militärischen Karte näher rücken. So beginnt dieser Tage die Belagerung von Odessa durch rumänische Truppen mit deutscher Unterstützung beginnt. Die Belagerung von Odessa endet erst am 16. Oktober. Die Rumänen erleiden dabei schwere Verluste.

 

Nicht nur die OKW Berichte sind in dieser Zeit sehr nah an der Realität, auch die Generäle fliegen nur zu gern zum Führer, überbringen die guten Nachrichten und nehmen Orden dafür entgegen. Die Landstreitkräfte scheinen unbesiegbar zu sein und der russische Feind bereits geschlagen. Seekrieg im Atlantik geht derweil unbeirrt weiter, die Luftherrschaft über den Atlantik haben die Alliierten übernommen, vor durch intelligent eingesetzte Flugzeugträgertechnik. Die Übermacht in der Luft ist auch an anderen Schlachtfeldern zu spüren, so bombardiert die südafrikanische Luftwaffe am 4., 5. und 6. August Gondar, die letzte starke italienische Widerstandsstellung in Ostafrika. Auch die RAF ist an dieser Front stark aktiv und kann der Luftwaffe Paroli bieten

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generaloberst Heinz Guderian

Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt


09.08. - 20.08.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 9. August 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben in der Ukraine deutsche Truppen unter der tapferen Mitwirkung ungarischer Verbände einen großen Erfolg errungen. In der Schlacht von Uman wurden die 6. und 12. sowie Teile der 18. sowjetischen Armee - insgesamt 25 Schützen-, Gebirgs- und Panzerdivisionen - vernichtet.
Über 103.000 Gefangene, dabei die Oberbefehlshaber der 6. und 12. Armee, fielen in unsere Hand. 317 Panzerkampfwagen, 858 Geschütze, 242 Pak- und Flakgeschütze, 5.250 Lastkraftwagen, zwölf Eisenbahnzüge und zahlloses sonstiges Kriegsmaterial wurden erbeutet. Die blutigen Verluste des Feindes betragen mehr als 200.000 Mann.

Dicht südlich der Pripet-Sümpfe nahmen deutsche Truppen nach mehrtägigen Kämpfen in unwegsamem Wald- und Sumpfgelände den wichtigen Eisenhahnknotenpunkt Korosten.

Auch die im Raum um Roslawl (100 km südostwärts Smolensk) eingeschlossenen sowjetischen Verbände wurden, wie ebenfalls durch Sondermeldung bekanntgegeben, vernichtet. Über 38.000 Gefangene wurden eingebracht, 250 Panzerkampfwagen, 359 Geschütze und weiteres Kriegsmaterial erbeutet.

Über Großbritannien führte die Luftwaffe am Tage weiträumige Aufklärungsflüge durch. Zwei britische Jagdflugzeuge wurden hierbei abgeschossen.
In der vergangenen Nacht bombardierten Kampfflugzeuge mehrere Flugplätze m England. Sie erzielten Bombentreffer inmitten abgestellter Flugzeuge und in Hallen.

An der englischen Ost- und Südküste wurden Hafenanlagen wirksam bombardiert.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen auch in der letzten Nacht militärische Anlagen am Suez-Kanal an.

Bei dem Luftangriff auf den britischen Flottenstützpunkt Alexandria in der Nacht zum 6. August trafen Bomben schweren und schwersten Kalibers ein Schwimmdock sowie ein kleineres britisches Kriegsschiff.

Der Feind warf in der letzten Nacht im nord- und nordwestdeutschen Küstengebiet Spreng- und Brandbomben, unter anderem auf Wohnviertel der Städte Hamburg und Kiel. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste.

Einige feindliche Flugzeuge, die den Versuch machten, Berlin anzugreifen, wurden durch Flakfeuer abgewiesen. Nachtjäger schossen drei, Marineartillerie einen britischen Bomber ab.

Sondermeldung:

Die im Wehrmachtbericht vom 5. August 100 km südostwärts Smolensk neu eingeschlossen gemeldeten sowjetischen Verbände wurden vernichtet. Über 38.000 Gefangene wurden eingebracht, 250 Panzerkampfwagen, 359 Geschütze und weiteres Kriegsmaterial erbeutet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 10. August 1941

 

Die Operationen im Osten verlaufen weiterhin planmäßig.
Stärkere Kampffliegerkräfte bombardierten in der letzten Nacht mit besonderem Erfolg Rüstungsbetriebe, Verkehrsanlagen und Versorgungseinrichtungen in Moskau. In der Stadtmitte und nördlich des Moskwa-Bogens entstanden zahlreiche Großfeuer.

Nachdem der Kampf der deutschen Luftwaffe gegen die sowjetische Fliegertruppe auch in den letzten Tagen überaus erfolgreich war, hat der Feind an der gesamten Ostfront, einschließlich des finnischen Kampfgebietes, seit dem 22. Juni über 10.000 Flugzeuge verloren.

Der Kampf der Luftwaffe gegen die britische Versorgungsschiffahrt brachte neue große Erfolge. Kampfflugzeuge versenkten bei Tage ostwärts der Faröer-Inseln einen Frachter von 6.000 BRT und in der letzten Nacht aus einem Geieitzug vor der englischen Südostküste vier Handelsschiffe mit zusammen 23.000 BRT.

Ostwärts Great-Yarmouth wurde ein großer Frachter in Brand geworfen. Bei den Luftangriffen auf die Reede von Suez in der Nacht zum 9. August versenkten Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 8.000 BRT und beschädigten einen britischen Leichten Kreuzer durch Bombentreffer.

In der letzten Nacht richteten sich weitere Luftangriffe gegen Häfen an der schottischen Ostküste und gegen militärische Anlagen in der Grafschaft Leicester.

An der Kanalküste verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage in Luftkämpfen 16 und durch Flakartillerie drei Flugzeuge. Ein eigenes Flugzeug ging verloren.
Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 11. August 1941

 

In der Südukraine machte die Verfolgung des weichenden Feindes überall schnelle Fortschritte.
Auch an den übrigen Teilen der Ostfront verlaufen die Operationen planmäßig.

Kampffliegerverbände belegten in der letzten Nacht Werke der Moskauer Rüstungsindustrie, vor allem im Nordwesten und Osten der Stadt, mit vielen Tonnen Spreng- und Brandbomben.

Im Kampf gegen Großbritannien richteten sich Nachtangriffe der Luftwaffe gegen Hafenanlagen an der schottischen und englischen Ostküste.

Im Kanalgebiet schossen am gestrigen Tage Jäger und Flakartillerie zehn britische Flugzeuge ab. Ein Sperrbrecher der Kriegsmarine brachte vier, ein Vorpostenboot zwei und ein Minensuchboot ein britisches Flugzeug zum Absturz.

In Nordafrika erzielten deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge Bombenvolltreffer in Hafenanlagen von Tobruk und brachten britische Flakbatterien zum Schweigen.
Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge bombardierte in der Nacht zum 11. August militärische Anlagen am Suez-Kanal.

Einzelne feindliche Flugzeuge flogen in der letzten Nacht aus Nordosten in das Reichsgebiet ein und versuchten bis Berlin vorzudringen. Sie wurden durch das Feuer der Flakartillerie abgewiesen. Zwei der angreifenden Bomber wurden abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 12. August 1941

 

Die Operationen an der Ostfront nehmen weiterhin einen günstigen Verlauf.

Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht militärische Anlagen in Moskau und mehrere wichtige Eisenbahnknotenpunkte. In Bahnanlagen wurden große Brände und heftige Explosionen hervorgerufen.

Schnellboote griffen in der Nacht zum 11. August bei einem Vorstoß an die britische Küste einen durch Zerstörer stark gesicherten Geleitzug an. Trotz schweren Wetters und starker Abwehr stießen sie mitten in das Geleit hinein und versenkten ein bewaffnetes Handelsschiff von 6.000 BRT. An der Atlantikküste schoß ein Sperrbrecher der Kriegsmarine ein britisches Kampfflugzeug ab.

Im Atlantik westlich Cadiz vernichtete ein Fernkampfflugzeug einen Tanker von 8.000 BRT.

Bei dem Angriff auf die Reede von Suez in der vorletzten Nacht trafen deutsche Kampfflugzeuge zwei große Handelsschiffe schwer.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 12. August Bomben in Westdeutschland. An einigen Orten, vor allem in Duisburg, wurden Gebäude zerstört oder beschädigt. Planlose Angriffsversuche sowjetischer Flugzeuge auf Nordostdeutschland blieben ohne jede Wirkung.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 13. August 1941

 

In der Südukraine verfolgten Infanteriedivisionen und schnelle Truppen des deutschen Heeres und der Verbündeten den auf die Häfen des Schwarzen Meeres weichenden Feind. Im scharfen Nachdrängen fügten sie den zum Kampf gestellten sowjetischen Nachhuten große Verluste zu.

An den übrigen Teilen der Ostfront brachten Angriffe deutscher Truppen neue Erfolge.

Stärkere Kampffliegerverbände belegten in der letzten Nacht wichtige Eisenbahnknotenpunkte im Raum westlich Moskau wirksam mit Spreng- und Brandbomben.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichteten Kampfflugzeuge am Tage bei den Faröer-Inseln zwei Frachter mit zusammen 14.000 BRT und versenkten in der vergangenen Nacht vor der schottischen Ostküste ein Handelsschiff von 5.000 BRT. Erfolgreiche Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich ferner gegen Rüstungswerke in Birmingham sowie gegen Hafenanlagen von Great-Yarmouth und Ramsgate. Andere Kampfflugzeuge bombardierten mehrere Flugplätze auf der Insel.

Bei dem im Wehrmachtbericht vom 12. August gemeldeten Schnellbootvorstoß im Kanal wurde ein weiterer Dampfer von 4.000 BRT torpediert.

In Nordafrika versprengten deutsche Zerstörerflugzeuge Kraftfahrzeugansammlungen des Feindes südostwärts Sollum.

Bei einem Luftangriff auf den britischen Flugplatz Abu Sueir in der Nacht zum 12. August wurden durch Bombentreffer große Brände und heftige Explosionen in Hallen und Munitionslagern hervorgerufen.

Versuche der britischen Luftwaffe, am gestrigen Tage Westdeutschland und die Küste des besetzten Gebietes am Kanal anzugreifen, brachen in der deutschen Abwehr zusammen. Jäger, Flakartillerie und Marineartillerie schossen hierbei 42 britische Flugzeuge ab; eigene Verluste tragen nicht ein.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht an verschiedenen Orten West-und Norddeutschlands Bomben. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Wehrwirtschaftlicher oder militärischer Schaden entstand nicht. Nachtjäger, Flakartillerie und Marineartillerie schossen 16 der angreifenden britischen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 14. August 1941

 

In der Ukraine wurde in weiterer rastloser Verfolgung durch deutsche und rumänische Truppen die Küste des Schwarzen Meeres zwischen Odessa und der Bug-Mündung erreicht.
Auch an der übrigen Front verlaufen die Operationen planmäßig.

Die Luftwaffe führte am gestrigen Tage schwere Schläge gegen die zur Flucht der Sowjettruppen bereitgestellten Transportschiffe im Küstengebiet vor Odessa und Nikolajew, Sie vernichtete zwei Transporter mit zusammen 14.000 BRT und beschädigte fünf weitere große Schiffe schwer.

An der britischen Ostküste erzielten am gestrigen Tage Flugzeuge, die zu bewaffneter Aufklärung eingesetzt waren, in Tiefangriffen Bombentreffer in einem Hüttenwerk südlich Whitby und in Versorgungsbetrieben der Stadt Sunderland. Marineartillerie schoß zwei, ein Vorpostenboot ein britisches Kampfflugzeug ab.

In Nordafrika vernichteten Kampfflugzeuge große Teile eines britischen Munitionslagers bei Tobruk.
Am Suez-Kanal griffen deutsche Kampfflugzeuge in der letzten Nacht britische Flugstützpunkte an.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Sondermeldung:

Unter dem Druck der in rastloser Verfolgung zwischen dem Dnjestr und dem Dnjepr nach Süden vorstoßenden deutschen, rumänischen, ungarischen und italienischen Verbände steht die Verteidigung der Westukraine durch die Sowjetwehrmacht vor ihrem völligen Zusammenbruch.
Odessa ist von rumänischen Truppen eingeschlossen, Nikolajew durch deutsch­ungarische Verbände vom Westen und Osten umfaßt.
Westlich des Bug gehen stärkere Teile des Feindes ihrer Vernichtung entgegen.

Sondermeldung:

Beim Vorstoß gegen den Unterlauf des Dnjepr nahmen deutsche schnelle Verbände das Erzgebiet von Kriwoi Rog in Besitz.
Die Förderung dieses Gebietes betrug jährlich über 19 Millionen Tonnen hochwertigen Eisenerzes.
Die Sowjetunion hat dadurch über 61 Prozent ihrer gesamten Erzproduktion verloren und einen wehrwirtschaftlichen Schlag von weittragender Bedeutung erlitten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 15. August 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde Odessa von rumänischen, Nikolajew von deutschen und ungarischen Truppen eingeschlossen. Ostwärts des Bug nahmen schnelle deutsche Verbände in rastloser Verfolgung des geschlagenen Feindes das wichtige Erzgebiet von Kriwoi Rog.
Auch an den übrigen Teilen der Ostfront verlaufen die Kämpfe erfolgreich.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichtete die Luftwaffe vor der schottischen Ostküste einen Frachter von 5.000 BRT und traf ein zweites großes Handelsschiff schwer.

Andere Kampfflugzeuge versenkten aus Geleitzügen ostwärts Cromer und Great-Yarmouth zwei Handelsschiffe mit zusammen 15.000 BRT, warfen zwei Frachter in Brand und beschädigten zwei weitere Handelsschiffe schwer. Andere Luftangriffe richten sich gegen Hafenanlagen an der englischen Ostküste.

In Nordafrika erzielten Kampfflugzeuge einen Bombenvolltreffer auf einen britischen Zerstörer nördlich Sidi Barani.

Beim Angriff eines stärkeren deutschen Kampffliegerverbandes auf den Flugplatz Ismailia in der Nacht zum 14. August entstanden große Brände in Flugzeughallen und Unterkünften.

An der Kanalküste schossen Jäger und Flakartillerie am gestrigen Tage neun britische Jagdflugzeuge ab.

Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten Nordwest- und Norddeutschlands Spreng- und Brandbomben. Nachtjäger und Flakartillerie schossen zehn der angreifenden britischen Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 16. August 1941

 

An der gesamten Ostfront verlaufen die Operationen weiterhin planmäßig und erfolgreich.

Vor der englischen Ostküste versenkten Kampfflugzeuge am Tage zwei Handelsschiffe mit zusammen 7.500 BRT und beschädigten bei den Faröer-Inseln ein größeres Handelsschiff. Bei Cambridge wurden wehrwirtschaftliche Anlagen mit Bomben schweren Kalibers belegt.
Ein Vorpostenboot schoß im Kanal ein britisches Jagdflugzeug ab.

In der letzten Nacht vernichtete die Luftwaffe vor der britischen Ostküste ein Handelsschiff von 2.000 BRT und griff verschiedene Häfen und militärische Anlagen im Osten der Insel an.

In Nordafrika bombardierten deutsche Sturzkampfflugzeuge mit guter Wirkung britische Schiffe im Hafen von Tobruk, Flakstellungen, Munitionslager und Kraftfahrzeugansammlungen des Feindes.
Eine geringe Zahl von Sowjetbombern versuchte in der letzten Nacht, das nördliche und nordöstliche Reichsgebiet anzugreifen. Die Angriffe blieben völlig wirkungslos.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 17. August 1941

 

In der Südukraine haben deutsche Truppen im Zusammenwirken mit ungarischen Verbänden die auch als Flottenstützpunkt wichtige Industrie- und Großstadt Nikolajew genommen. Unter dem Druck der rastlosen Verfolgung ostwärts des Bug verfällt der geschlagene Feind immer mehr der Auflösung.
Die Beute an Kriegsmaterial und die Zahl der Gefangenen sind ständig im Wachsen.

Auch an den übrigen Teilen der Ostfront verlaufen die Operationen erfolgreich.

Im Kampf gegen Großbritannien richtete sich ein wirksamer Tagesangriff der Luftwaffe gegen Rüstungswerke in Nordschottland.

In der letzten Nacht versenkten Kampfflugzeuge vor der englischen Ostküste zwei Handelsschiffe mit zusammen 5.000 BRT und erzielten Treffer auf drei größeren Frachtern. Ferner wurden mehrere Flugplätze und Hafenanlagen im Osten der Insel bombardiert.

Bei Versuchen, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, verlor die britische Luftwaffe in Luftkämpfen 15 Flugzeuge.

Britische Bomber warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Westdeutschlands eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben. Es entstanden keine wehrwirtschaftlichen oder militärischen Schäden. Nachtjäger und Flakartillerie schossen elf der angreifenden Flugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 18. August 1941

 

In der Südukraine wurde die Verfolgung des geschlagenen und zum Teil fluchtartig weichenden Feindes gegen den unteren Dnjepr fortgesetzt.

Auch an den übrigen Teilen der Ostfront brachten die Operationen wesentliche Erfolge.

Nachtangriffe richteten sich mit guter Wirkung gegen militärische Anlagen in Moskau sowie gegen verschiedene wichtige Eisenbahnlinien.

Im Kampf gegen Großbritannien belegten in der letzten Nacht stärkere Kräfte der Luftwaffe den Versorgungshafen Hull mit einer großen Zahl Bomben aller Kaliber. Volltreffer in Lagerhallen am Humber und in wehrwirtschaftlichen Anlagen der Stadt verursachten mehrere Brände.

Andere Kampfflugzeuge vernichteten an der schottischen Ostküste einen Frachter von 4.000 BRT und beschädigten ein zweites Handelsschiff erheblich. Bei Nachtangriffen gegen verschiedene englische Flugplätze wurden starke Explosionen hervorgerufen.

Britische Bomber warfen in der Nacht zum 18. August an einigen Orten West­ und Norddeutschlands eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben. Die Angriffe blieben militärisch wirkungslos. Nachtjäger schossen zwei britische Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 19. August 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben die Verfolgungskämpfe in der Südukraine, bei denen deutsche, rumänische, ungarische und italienische Verbände in vorbildlicher Waffenbrüderschaft zusammenwirkten und hervorragende Kampf- und Marschleistungen vollbrachten, das ganze Gebiet westlich des Dnjepr in unsere Hand gebracht.

Gegen die Stadt Odessa und einzelne kleine Brückenköpfe am Unterlauf des Dnjepr, in denen sich noch sowjetische Kräfte befinden, ist der Angriff eingeleitet.

Im Verlauf dieser Kämpfe hat der Feind schwerste blutige Verluste erlitten. Über die in der Schlacht von Uman gemeldeten Zahlen hinaus sind rund 60.000 Gefangene eingebracht sowie 84 Panzerkampfwagen, 530 Geschütze und umfangreiches anderes Kriegsmaterial erbeutet worden.
Im Kriegshafen Nikolajew fielen folgende auf Stapel liegende Kriegsschiffe in unsere Hand: ein Schlachtschiff von 35.000 Tonnen, ein Kreuzer von 10.000 Tonnen, vier Zerstörer und zwei Unterseeboote. Ferner wurde ein Kanonenboot versenkt, ein weiteres schwer beschädigt sowie ein mit Lokomotiven voll beladenes Schwimmdock erbeutet.

Beim Angriff auf den Hafen von Odessa hat die Luftwaffe neun große Truppentransporter durch schwere Bombentreffer unbrauchbar gemacht, drei Kriegsschiffe, darunter einen Schweren Kreuzer, beschädigt.

Auch die Kämpfe im Raum von Kiew und Korosten haben der Sowjetwehrmacht schwere Verluste gebracht. Seit dem 8. August wurden hier 17.750 Gefangene eingebracht, 142 Panzerkampfwagen, 123 Geschütze, ein Panzerzug und zahlreiches anderes Kriegsmaterial erbeutet.

Fernkampfflugzeuge versenkten im Atlantik aus einem stark gesicherten Geleitzug zwei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 20.000 BRT.

In der letzten Nacht richteten sich Angriffe stärkerer Verbände der Luftwaffe mit sichtbarem Erfolg gegen das englische Schiffbauzentrum von Sunderland. Andere Kampfflugzeuge bombardierten verschiedene Flugplätze auf der Insel.

In Nordafrika griffen deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge die Hafenanlagen von Tobruk an. Sie erzielten Bombentreffer in Materiallager und Ausladeplätzen. Ein feindliches Schiff wurde schwer beschädigt.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an einigen Stellen Westdeutschlands Bomben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Militärischer oder wehrwirtschaftlicher Schaden entstand nicht. Nachtjäger, Kampfflugzeuge und Flakartillerie schossen zwölf britische Bomber ab. Einzelne sowjetische Flugzeuge, die nach Nordostdeutschland einflogen, wurden zum Abdrehen gezwungen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 20. August 1941

 

In der Südukraine wurde der Angriff auf die wenigen noch vom Feinde gehaltenen Brückenköpfe am Dnjepr erfolgreich fortgesetzt. Hierbei vernichteten Schnelle Truppen im Kampf mit den sich verzweifelt wehrenden feindlichen Kräften 65 Panzerkampfwagen und machten zahlreiche Gefangene.

Im Seegebiet um England beschädigte die Luftwaffe am Tage durch Bombentreffer ein größeres Handelsschiff.

Nachtangriffe richteten sich gegen Rüstungswerke und Hafenanlagen an der Ost- und Südküste der britischen Insel sowie gegen mehrere Flugplätze.

Vor der nordafrikanischen Küste versenkten deutsche Sturzkampfflugzeuge einen Transporter von 1.500 BRT und einen Schlepper. Zwei Handelsschiffe wurden erheblich beschädigt.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht den britischen Flottenstützpunkt Alexandria an.

Beim Versuch am gestrigen Tag die Kanalküste anzugreifen, erlitt die britische Luftwaffe wieder eine schwere Niederlage. Jäger und Flakartillerie schossen 29, Minensuchboote ein feindliches Flugzeug ab.

Eine geringe Zahl feindlicher Bomber warf in der letzten Nacht im nordwestdeutschen Küstengebiet Spreng- und Brandbomben. Die Schäden sind unerheblich. Zwei britische Bomber wurden durch Nachtjäger und Marineartillerie abgeschossen.

Sondermeldung: Im Raum um und nördlich Gomel hat eine Schlacht stattgefunden, die mit einer schweren Niederlage der Sowjetwehrmacht endete. Teile von 17 Schützendivisionen, einer motorisierten, zwei Panzer- und fünf Kavalleriedivisionen sowie zwei Luftbrigaden wurden geschlagen, vernichtet oder gefangengenommen.
78.000 Gefangene, 144 Panzerkampfwagen, 700 Geschütze und zwei Panzerzüge fielen in unsere Hand.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

Bisher konnten die Streitkräfte der Sowjetunion nur sporadisch der Wehrmacht entgegentreten. Im weiteren deutschen Vormarsch verbesserte sich die Situation der Roten Armee nicht sonderlich, so wendete Stalin Drohungen gegenüber seinen Generalen an, fliehende Kommandeure wurden an die Wand gestellt und Familien gleich mitbestraft. Durch die „moralische Motivation“ wollte Stalin das Kriegsglück erzwingen. Doch waren es nicht die eigenen Soldaten, die das Schlachtenglück zu ihren Gunsten verschoben, sondern der Gegner selber bot den Ausweg. Hitler verschiebt in jeden Tagen den Angriff auf Moskau, will die Mitte zu Gunsten des Südens in Vormarsch verzögern. Guderians Panzergruppe stößt dementsprechend nach Süden in Richtung Gomel vor. Deutsche Verbände nehmen ihren Vormarsch nach Leningrad wieder auf. Zwar können so wichtige Gewinne in Nord und Süd erzielt werden, doch die Entscheidung vor Moskau wurde verschoben und Stalin die nötige Zeit für Mobilisierung von Reserven gegeben. Währenddessen führen Deutsche Zerstörer ein Unternehmen in der Kola-Bucht durch, man will die Küsten ebenso in deutscher Hand wissen die das Landesinnere. Neben der Luftherrschaft und der Überlegenheit an Land, wissen die Strategen um die Wichtigkeit der Herrschaft zur See. Über See kann schnell und einfach Nachschub angelandet werden, Truppen versorgt und verlegt werden. Im Fall von England spielt die Blockade und die Erhaltung von Versorgungskonvois eine wichtige Rolle. Schon immer wusste die Britische Marine darum ihre Stärke auszuspielen und in diesem Bereich immer Rüstungsanstrengungen vehement zu verfolgen. So wirkt im Fall von England die Luftstreitkräfte und die Marine auf essentielle Weise zusammen – bei Taktik und Strategie, wie auch bei Technologietransfer und Ausrüstung. So ist der Erfolg von englischen Torpedobombern im Mittelmeer jener Tage ein wichtiges Zeichen! Man will aber nicht nur durch diese wichtige Ausrichtung sich eine Chance bewahren, auch auf diplomatischem Wege werden hier in jenen Tagen wichtige Weichen gestellt. Die sogenannte Atlantikcharta, eine nach mehreren Treffen an Bord der HMS Prince of Wales und der USS Augusta in der Placentia Bay vor Neufundland unterzeichnete Erklärung, die Churchill und Roosevelt gemeinsame Kriegs- und Friedenszielen beschließen lässt. Man schwimmt nun quasi auf einer Welle, kann die Anstrengungen bündeln und dem Verbündeten England nun wichtige Hilfe zukommen lassen, welche dringend gebraucht werden. Ein wichtiges Signal gegen den Widersacher werden durch die schnell Versorgungsaktionen der britischen Truppen in Afrika gesetzt. Die neutrale USA verstärkt den Bau neuer Konvoi Schiffe und bringt gleichzeitig ein Gesetz zur Verlängerung des Wehrdienstes von 12 auf 30 Monate auf den Weg.

 

Die UdSSR fährt auf dem diplomatischen Wege auch ein Taktik der „Verbrüderung“ und entlässt die polnischen Kriegsgefangen, welche sie im September 1939 gefangengenommen hatte. Man will sich so nicht nur solche Kämpfer gewogen halten, sondern auch an die Alliierten ein Zeichen der Zusammenarbeit senden. Im gleichen Zuge wird ein polnisch-sowjetisches Militärabkommen unterzeichnet, was die polnische Exilregierung in London ein Schritt weiter Richtung organisierten Widerstand bringt. Die Sowjetunion braucht jede Hilfe und setzt bei der Verteidigungsdoktrin der großen Städte auf der Vormarschroute der Deutschen auf Opferbereitschaft und Verteidigungswillen bis zum Schluss. Marschall Woroschilow fordert die Bürger von Leningrad auf, ihre Stadt bis zum Tod zu verteidigen.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Politiker Rumänien

Politiker Bulgarien


21.08. - 31.08.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 21. August 1941

 

In der Südukraine nahmen Verbände der Waffen-SS die Hafen- und Industriestadt Cherson an der Mündung des Dnjepr.
Die Schlacht im Raum um und nördlich Gomel endete - wie durch Sondermeldung bekanntgegeben - mit einer schweren Niederlage der Sowjetwehrmacht. Infanterie-, motorisierte und Panzerdivisionen haben im Zusammenwirken mit der Luftwaffe Teile von 17 Schützen-, fünf Kavallerie-, zwei Panzer- und einer motorisierten Division sowie zwei im Landmarsch herangeführte Luftlandbrigaden geschlagen, vernichtet oder gefangengenommen. Die blutigen Verluste des Feindes sind wieder sehr schwer. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf rund 84.000, die Beute an Geschützen auf 848 erhöht. Außerdem fielen 144 Panzerkampfwagen und zwei Panzerzüge in unsere Hand.

Zwischen Ilmen- und Peipus-See wurde nach mehrtägigen heißen Kämpfen eine vom Feind schwer befestigte und überaus hartnäckig verteidigte Stellung durchbrochen.
Die Städte Nowgorod, Kingisepp und Narwa sind genommen. Unsere Truppen befinden sich im weiteren siegreichen Vordringen.

Verbände der Luftwaffe fügten den von Odessa und Otschakow über See flüchtenden Sowjettruppen sowie feindlichen Kolonnen ostwärts des Dnjepr-Bogens wieder schwere Verluste zu. Sie versenkten im Schwarzen Meer einen Transporter von 6.000 BRT und beschädigten drei weitere große Handelsschiffe.

Bei einem Vorstoß gegen die britische Küste griffen Schnellboote einen stark gesicherten feindlichen Geleitzug an und versenkten einen Tanker von 5.000 BRT und einen Frachtdampfer von 4.000 BRT. Kampfflugzeuge vernichteten im Seegebiet um England bei Tage aus einem Geleitzug heraus einen Frachter von 3.000 BRT.

An der Kanalküste verlor die britische Luftwaffe in Luftkämpfen vier Jagdflugzeuge. Vier weitere britische Flugzeuge wurden durch durch Minensuch- und Vorpostenboote abgeschossen.

Ein Versuch einzelner Sowjetbomber, in der letzten Nacht das norddeutsche Küstengebiet anzugreifen, blieb wirkungslos.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 22. August 1941

 

Nach zweimonatiger Dauer des Ostfeldzuges steht die deutsche Wehrmacht mit ihren Verbündeten in ungebrochener Kraft tief in Feindesland. Auf der gesamten Front sind die Operationen in vollem Fluß.

In der Südukraine werden die letzten Stützpunkte des Gegners am Dnjepr planmäßig und unter schwersten Verlusten des Gegners beseitigt.

Nordwestlich Kiew weicht der Feind hinter den Dnjepr. Im Raum ostwärts Gomel wird die Verfolgung des geschlagenen Gegners fortgesetzt.

An der Front vor Leningrad und in Estland kämpfen sich unsere Truppen stetig vorwärts. Auch die Angriffe an der finnischen Front beiderseits des Ladoga-Sees gewinnen täglich an Boden.

In einer Folge schwerer Vernichtungsschläge hat die Sowjetwehrmacht unvorstellbare blutige Verluste erlitten. Seit Beginn des Feldzuges sind nunmehr über 1.250.000 Gefangene eingebracht, rund 14.000 Panzerwagen und 15.000 Geschütze erbeutet oder vernichtet worden. Die Sowjetflugwaffe verlor insgesamt 11.250 Flugzeuge, davon wurden 5.633 am Boden zerstört, die übrigen in Luftkämpfen und durch Flakartillerie abgeschossen.

Außerdem wurde schon jetzt der feindlichen Kriegführung durch die Wegnahme wichtiger Rohstoff- und Industriegebiete schwerster Schaden zugefügt.

An der britischen Ostküste beschädigte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht zwei feindliche Frachter durch Bombentreffer.

An der Kanalküste brachen Angriffsversuche der britischen Luftwaffe auch am gestrigen Tage zusammen. Jäger und Flakartillerie schossen 26, Marineartillerie drei feindliche Flugzeuge ab. Ein Sperrbrecher der Kriegsmarine schoß vor der Atlantikküste ein britisches Kampfflugzeug ab.

In Nordafrika erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer auf zwei leichten britischen Kreuzern bei Sidi Barani. Truppen- und Materialausladungen in Tobruk wurden mit Bomben aller Kaliber belegt, drei britische Jagdflugzeuge in Luftkämpfen abgeschossen.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 23. August 1941

 

An der Ostfront verlaufen die Operationen weiterhin planmäßig.

An der Südostküste Englands versenkten Kampfflugzeuge am gestrigen Tage ein Handelsschiff von 1.000 BRT. In der vergangenen Nacht bombardierte die Luftwaffe mehrere Flugplätze auf der Insel. Minensuch- und Vorpostenboote schossen im Kanal zwei britische Bomber ab.

Bei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf den britischen Flottenstützpunkt Alexandria in der Nacht zum 22. August wurden Bombentreffer in Hafenanlagen und Versorgungsbetrieben erzielt. Größere Brände entstanden.

Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht an verschiedenen Orten West-und Südwestdeutschlands mit geringer Wirkung Spreng- und Brandbomben. Flakartillerie schoß einen der angreifenden Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 24. August 1941

 

In der Ukraine nahmen deutsche Truppen den bisher vom Feind noch zäh gehaltenen Dnjepr-Brückenkopf Tscherkassy.

Nordwestlich Kiew wurde die Verfolgung des geschlagenen Gegners auf und über den Dnjepr fortgesetzt.

Südlich des Ilmen-Sees wurden stärkere sowjetische Kräfte geschlagen und über den Lowat-Fluß zurückgeworfen. Mehr als 10.000 Gefangene und umfangreiche Beute fielen in unsere Hand.

Die in Estland kämpfenden Truppen dringen im konzentrischen Angriff auf Reval vor.

Der beiderseits des Ladoga-Sees von unseren finnischen Verbündeten mit besonderer Tapferkeit geführte Angriff macht weiterhin gute Fortschritte.

In Nordafrika war am 22. August ein Angriff deutscher Sturzkampfflugzeuge auf den Hafen von Tohruk besonders erfolgreich. Bombenvolltreffer setzten Flakbatterien außer Gefecht, zerstörten Munitionslager und beschädigten mehrere Schiffe. Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht mit guter Wirkung Stapelplätze des Feindes bei Marsa Matruk.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

In der Zeit vom 22. Juni bis 23. August verlor die britische Luftwaffe in Kämpfen über Großbritannien, im Seegebiet um die britische Insel und in Nordafrika sowie bei Angriffen auf das Reichsgebiet und die besetzten Gebiete insgesamt 1.044 Flugzeuge. Davon schossen Verbände der Luftwaffe 916, Einheiten der Kriegsmarine 128 britische Flugzeuge ab. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 127 eigene Flugzeuge verloren.

Sondermeldung:

Unterseeboote und in überseeischen Gewässern operierende Kriegsschiffe melden die Vernichtung von insgesamt 148.200 BRT. Hiervon haben die Unterseeboote allein in mehrtägiger Verfolgung und nach hartem Kampf aus einem von England nach Gibraltar bestimmten Geleitzug 21 Handelsschiffe mit insgesamt 122.000 BRT herausgeschossen. Darüber hinaus haben sie von den Sicherungsstreitkräften einen Zerstörer der Afridi-Klasse, eine Korvette und einen Bewacher versenkt. Nur acht Schiffen dieses stark gesicherten Geleitzuges gelang es, in die portugiesischen Hoheitsgewässer zu entkommen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 25. August 1941

 

Die Operationen im Osten sind überall in gutem Fortschreiten.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, vernichteten Unterseeboote und in überseeischen Gewässern operierende Kriegsschiffe 25 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 148.200 BRT. Hiervon haben die Unterseeboote allein in mehrtägiger Verfolgung und nach hartem Kampf aus einem von England nach Gibraltar bestimmten Geleitzuge 21 Handelsschiffe mit 122.000 BRT herausgeschossen.
Außerdem versenkten sie im Kampf gegen stärkste Sicherungsstreitkräfte einen Zerstörer der Afridi-Klasse, eine Korvette und einen Bewacher.

Im Kampf gegen England belegte die Luftwaffe am Tage den Hafen Great-Yarmouth mit Bomben schweren Kalibers.
Während der Nacht richteten sich Luftangriffe gegen Hafenanlagen an der britischen Ostküste sowie gegen mehrere Flugplätze auf der Insel.

Vorpostenboote schossen vor der niederländischen Küste einen britischen Bomber ab.

Eine geringe Zahl britischer Flugzeuge warf in der letzten Nacht an einigen Orten Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Schäden sind unerheblich. Nachtjäger schossen drei der angreifenden Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 26. August 1941

 

Die Operationen verlaufen an der gesamten Ostfront planmäßig und erfolgreich.

An der britischen Ostküste wurden am gestrigen Tage militärische Anlagen bombardiert. In der vergangenen Nacht versenkten Kampfflugzeuge im St. Georgs Kanal aus einem Geleitzug heraus einen Frachter von 6.000 BRT.

In Nordafrika griffen deutsche Sturzkampfflugzeuge am 24. August und in der Nacht zum 25. August den Hafen von Tobruk an. Durch Volltreffer schweren Kalibers wurden Hafeneinrichtungen zerstört, ein größeres Handelsschiff beschädigt und britische Flakbatterien zum Schweigen gebracht.

Britische Flugzeuge griffen in der letzten Nacht das west- und südwestdeutsche Reichsgebiet an, ohne nennenswerte Wirkung zu erzielen. Flakartillerie schoß sieben der angreifenden Bomber ab.

Sondermeldung: Schnelle Verbände der Panzerarmee von Kleist haben gestern nach schwerem Kampf den Brückenkopf von Dnjepropetrowsk und die Stadt selbst im Sturm genommen. Der Feind hat damit seinen letzten Stützpunkt auf dem Westufer des Dnjepr unterhalb Kiew verloren. Bei ihrem Vorstoß in den Dnjepr-Bogen nach der Schlacht von Uman hat die Panzerarmee von Kleist nunmehr insgesamt 83.596 Gefangene eingebracht, 465 Geschütze und 199 Panzerkampfwagen und zahlloses sonstiges Kriegsmaterial erbeutet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 27. August 1941

 

Sondermeldung:

In mehrtägigen hartnäckigen Kämpfen zwischen Smolensk und Ilmen-See wurde ostwärts Welikije-Luki die Masse der 22. Sowjetarmee eingeschlossen und vernichtet. Die Stadt Welikije-Luki wurde nach heißem Kampf genommen. Über 30.000 Gefangene und 400 Geschütze fielen in unsere Hand. Die ungewöhnlich hohen blutigen Verluste des Feindes sind mit mehr als 40.000 Toten festgestellt.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Verbände der Panzerarmee des Generalobersten von Kleist am 25. August nach schwerem Kampf den Brückenkopf von Dnjepropetrowsk und die Stadt selbst im Sturm genommen. Auch nahe der Dnjepr-Mündung und südlich Kiew wurden die letzten noch auf dem westlichen Dnjepr-Ufer Widerstand leistenden Kräfte des Feindes zum Teil im Nahkampf überwältigt.

Zwischen Ilmen-See und Finnischem Meerbusen sowie vor Reval und an der finnischen Front verlaufen die Operationen weiterhin erfolgreich.

Die Luftwaffe führte schwere Schläge gegen Truppenansammlungen ostwärts Kiew und zerstörte mit nachhaltiger Wirkung das Eisenbahnnetz westlich Moskau und im Raum um Leningrad. Im Finnischen Meerbusen versenkten Kampffliegerverbände vier Sowjettruppentransporter mit zusammen 9.000 BRT, beschädigten vier weitere Truppentransporter schwer und erzielten Bombentreffer auf einem Zerstörer- und einem Flottillenführer. Zwei weitere Zerstörer wurden ostwärts der Fischer-Halbinsel schwer getroffen.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht Hafenanlagen an der englischen Ostküste und Flugplätze auf der Insel.

Bei Versuchen am gestrigen Tage die Deutsche Bucht und die Kanalküste anzugreifen, verlor die britische Luftwaffe 23 Flugzeuge, von denen elf in Luftkämpfen, vier durch Vorpostenboote, je drei durch Flak und Minensuchboote und zwei durch Marineartillerie abgeschossen wurden.

Bei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge in der Nacht zum 26. August auf den Flottenstützpunkt Alexandria richteten Bombentreffer in Hafen- und Bahnanlagen große Zerstörungen an.

Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht an einigen Orten West- und Südwestdeutschlands und unter anderem auf Wohnviertel in Köln Spreng- und Brandbomben. Flakartillerie brachte zwei der angreifenden Bomber zum Absturz.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 28. August 1941

 

An der gesamten Ostfront verliefen die Operationen auch gestern planmäßig.

An der finnischen Front haben deutsche und finnische Truppen in engem Zusammenwirken einen bedeutsamen Erfolg errungen. Nach tagelang unter schwierigsten Gelände- und Witterungsverhältnissen durchgeführten Kämpfen im Raum ostwärts Salla wurde eine feindliche Kräftegruppe in Stärke von zwei Divisionen vernichtend geschlagen. Nur schwachen Teilen gelang es unter Zurücklassung fast des gesamten Kriegsgeräts zu entkommen.

Verbände der deutschen Luftwaffe vernichteten am gestrigen Tage 109 Sowjetflugzeuge, außerdem schossen ungarische Jäger zehn, italienische Jäger acht sowjetische Flugzeuge ab.

Im Seegebiet um England versenkte ein Kampfflugzeug am Tage bei den Faröer-Inseln einen Frachter von 4.000 BRT. Wirksame Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen mehrere englische Flugplätze.

An der Kanalküste verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tag elf Flugzeuge in Luftkämpfen und zwei durch Flakabwehr.

Deutsche Kampfflugzeuge erzielten in der Nacht zum 27. August Bombenvolltreffer in den Anlagen des Flugplatzes Ismailia am Suez-Kanal.

Britische Flugzeuge griffen in der vergangenen Nacht den Raum von Mannheim an. Die Schäden sind unerheblich. Falkartillerie schoß einen der angreifenden Bomber ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 29. August 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, nahmen Truppen des deutschen Heeres am 28. August im Zusammenwirken mit der Kriegsmarine und der Luftwaffe nach hartem Kampf den stark befestigten Kriegshafen Reval. Auf dem Hermannsturm der alten Hansestadt weht die Reichskriegsflagge.

Noch am gleichen Tage stießen Truppen des deutschen Heeres zu dem nach modernsten Gesichtspunkten angelegten Kriegshafen Baltisch-Port vor und nahmen ihn. Mehrere tausend Gefangene wurden eingebracht. Sechs Küstenbatterien und weiteres unübersehbares Kriegsmaterial fielen in unsere Hand.

Im Kriegshafen Reval wurden 19 mit Truppen und Kriegsgerät beladene Transporter, ein Zerstörer und neun andere Kriegsfahrzeuge versenkt. Der Schwere Kreuzer „Kirow", ein Zerstörer und fünf weitere Kriegsschiffe wurden schwer beschädigt.

Im Finnischen Meerbusen versenkte die Luftwaffe drei Sowjettransporter mit zusammen 13.000 BRT und erzielte Bombentreffer auf einem Zerstörer.

Auch an den übrigen Teilen der Ostfront sind die Operationen in gutem Fortschreiten.

Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht aus einem gesicherten Geleitzug westlich Pembroke zwei Handelsschiffe, darunter einen großen Tanker, mit zusammen 12.000 BRT. Eigene Luftangriffe richteten sich gegen englische Flugplätze.

Versuche der britischen Luftwaffe, am gestrigen Tage im besetzten Gebiet am Kanal und an der holländischen Küste anzugreifen, brachen in der deutschen Abwehr zusammen. Der Feind verlor 31 Flugzeuge, darunter 17 Bomber. Davon schossen Jäger und Flakartillerie 23, Vorpostenboote und Marineartillerie sieben britische Flugzeuge ab. Ein feindliches Jagdflugzeug wurde durch Infanteriebeschuß zum Absturz gebracht.

In Nordafrika führten deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge vernichtende Angriffe gegen Hafeneinrichtungen, Flakstellungen und Materiallager in Tobruk, deutsche Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 28. August militärische Anlagen im Hafen von Suez wirksam mit Bomben schweren Kalibers an.

Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben. In Wohnvierteln entstanden Gebäudeschäden. Flakartillerie und Nachtjäger schossen sechs der angreifenden Bomber ab.

Hauptmann Hermann Joppien, Inhaber des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, kehrte nach seinem 70. Luftsieg vom Feindflug nicht zurück. Mit ihm verliert die Luftwaffe einen ihrer kühnsten und erfolgreichsten Jagdflieger.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 30. August 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat die deutsche Kriegsmarine und Luftwaffe den sowjetischen Seestreitkräften und Transportflotten im Finnischen Meerbusen schwerste Verluste zugefügt.

Bei Versuchen, aus Reval auszubrechen und andere Häfen zu erreichen, sind durch Minenoperationen der Kriegsmarine zwei Zerstörer, neun Minensuchboote und drei Vorpostenboote der Sowjetmarine gesunken. Zwei weitere Zerstörer und ein Minensuchboot wurden durch Minentreffer schwer beschädigt. Kampfflugzeuge versenkten in hartnäckigen Angriffen einen sowjetischen Kreuzer sowie zwei Zerstörer und beschädigten durch Bombentreffer drei weitere Zerstörer sowie einen Hilfskreuzer.

Die Transportflotten, die der Feind für den Abtransport von Truppen und Kriegsgerät aus Reval eingesetzt hatte, gerieten unter dem Geleit von Kriegsschiffen mitten in die deutschen Minensperren. Bisher sind 21 Transportschiffe mit zusammen 48.200 BRT gesunken, acht Transporter wurden durch Minentreffer schwer beschädigt.

Kampfflugzeuge vernichteten 22 Handelsschiffe, vorwiegend Truppentransporter, mit zusammen 74.000 BRT und trafen 39 Schiffe so schwer, daß mit dem Verlust eines großen Teiles auch dieser Schiffe gerechnet werden kann.

Im Seegebiet um England erzielte die Luftwaffe bei Tage Volltreffer auf einem Tanker südlich Irland und beschädigte ein großes Handelsschiff bei den Faröer-Inseln. In der vergangenen Nacht erhielt ein Frachter ostwärts Tynemouth einen Bombentreffer schweren Kalibers.
Kampfflugzeuge bombardierten militärische Anlagen an der britischen Ostküste und griffen verschiedene englische Flugplätze erfolgreich an.

An der Kanalküste verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage 17 Flugzeuge, davon 13 in Luftkämpfen, zwei durch Flakartillerie und zwei durch Minensuchboote und Marineartillerie.

Britische Flugzeuge griffen in der letzten Nacht mit geringer Wirkung das Rhein-Main-Gebiet an. Flakartillerie schoß drei feindliche Bomber ab.

Sondermeldung:

Der heldenmütige Befreiungskampf des finnischen Volkes gegen seine bolschewistischen Unterdrücker hat zu einem stolzen Ergebnis geführt.
Nach schweren, mit bewundernswürdiger Tapferkeit geführten Kämpfen hat die finnische Wehrmacht unter dem Oberbefehl des Feldmarschalls Mannerheim die sowjetischen Kräfte im Raum von Viipuri geschlagen und die altehrwürdige Hauptstadt Kareliens zurückerobert.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 31.August

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben finnische Truppen in schweren Kämpfen die sowjetischen Kräfte im Raum um Viipuri vernichtend geschlagen und am 30. August die Stadt selbst zurückerobert. Gleichzeitig stießen finnische Verbände auf der Mitte der Karelischen Landenge mit großem Raumgewinn in Richtung Leningrad vor.

An der britischen Ostküste bombardierten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht verschiedene Hafenanlagen. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze in Mittelengland.

Einheiten der Kriegsmarine schossen an der holländischen Küste acht, Jäger an der norwegischen Küste drei britische Flugzeuge ab.

Einzelne britische Bomber drangen in der letzten Nacht in Nordwestdeutschland ein. Flakartillerie brachte eins der feindlichen Flugzeuge zum Absturz.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag

 

'„Wusstet ihr, … dass es nur ein Wort für Entsetzen gibt, nur ein Wort für Angst? Wusstet ihr, dass das Leiden keine Schranke kennt, der Schrecken keine Grenze?“
(von Charlotte Delbo, sie war Mitglied der Résistance und wurde ins KZ Auschwitz deportiert)

Wie jeder weiß, gewinnt der Nachschub den Krieg, so haben sich die Kriegsgegner immer wieder Wege ausgedacht, ihren Nachschub möglichst effizient aufzufüllen. So wurde Ende August auch versucht einen Arktis-Konvoi nach Nord Russland zu bringen. Dieser Konvoi, aus 7 Schiffen bestehend, lief unter dem Codenamen 'Derwisch' aus Reykjavik (Island) aus und erreichte Archangelsk am 31. August. Neben der Versorgung sollte aber der Widerstand auf von der Wehrmacht besetztem Gebiet sichergestellt werden, war man doch frühzeitig über Schrittes des Gegners informiert, konnte die feindlichen Nachschubwege stören und vor allem auch die Moral der Gegner entscheiden schwächen. Hier spielten die widerstandswilligen Franzosen eine entscheidende Rolle und die deutsche Militärverwaltung in Paris drohte sogar damit, Geiseln zu erschießen, falls die Anschläge auf deutsche Soldaten in der Stadt fortgesetzt werden. 20.000 Mann kämmten Ende August die Stadt nach Verdächtigen durch. Auf dem Gebiet des französischen Marionettenstaates Vichy-Frankreich, ermächtigte Petain die Vichy-französischen Gerichte, Todesstrafen für terroristische Straftaten zu verhängen. Die ersten drei Verurteilten werden am 28. August durch die Guillotine hingerichtet.

"Am 21. August 1941 erschoss ein junger Militanter, der sich Oberstleutnant Fabien nannte, in einer Metrostation einen deutschen Offizier von hinten. Dieses Attentat wirkte wie ein Fanal: Die Gestapo und die Polizei des Vichy-Regimes verstärkten ihre Anstrengungen, den Widerstand zu brechen, während gleichzeitig junge Militante sich zu Maquis zusammenschlossen, um Sabotageakte vorzubereiten."

Es war diese Zeichen bzw. diese Reaktion der Deutschen, die Jean Moulin in seinem Widerstandsbestreben bestärkte und zu einem wichtigen Leiter der französischen Résistance während des Zweiten Weltkriegs werden ließ. Er organisierte die schwache und isolierte Résistance bzw. ihre Gruppen, vor allem in den Zeiten Verfolgung nach diesem August 1941. Er motivierte und gab dem Widerstand neues Selbstvertrauen und Einheitsgefühl.

„ Ich denke meinerseits nicht nur an die Gefühle dieser französischen Widerstandskämpfer, sondern auch an die Gefühle beispielsweise deutscher Ehefrauen, deren Männer nicht zurückgekommen sind, weil sie aus dem Hinterhalt von einer Widerstandskugel getroffen worden sind. Widerstandskämpfer sind Partisanen. Partisanen sind nicht Soldaten, die im offenen Kampf unseren Truppen gegenüberstanden. Auch dieses ist zu bedenken. Auch hier gehört Fingerspitzengefühl dahin.“
Oberst Rolf Korth, Kommandeur des Lufttransportgeschwaders 61 in Penzing (Oberbayern), am 10. April 1995 im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk

 

„Zuviel an Not und Tod, an KZ-Qualen, an Verwüstung und Vernichtung, an millionenfachen Mord hat der Faschismus gebracht, sodass es nichts Wichtigeres geben kann, als Aufstehen gegen jede Erscheinung von Rassismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Neofaschismus, Militarismus.“
Peter Gingold, 26. September 2000 auf dem Münchener Marienplatz

An der Ostfront erobern deutsche Truppen Dnjepropetrowsk, südlich von Kiew. Guderian stößt gegen Kiew von Norden vor. Nowgorod (am Ilmen-See südlich von Leningrad) wird ebenfalls von den Deutschen besetzt. Damit haben die Deutschen weitere Schlüsselstellungen in der Sowjetunion in der Hand. Auch die Finnen erobern fleißig mit und können das im Winterkrieg verlorene Wyborg 1939/40 zurückerobern. Die Russen setzten zwar zu einer Gegenoffensive an, doch die bestens aufgestellten deutschen Truppen sind die anrückenden Russen mehr als gerüstet. Die Briten versuchen derweilen den Nahen Osten wieder in ihre Hand zu bekommen und marschieren in den Iran ein. Sie gehen dabei auch über See gegen den Feind vor, versenken 2 iranische Kanonenboote und besetzen 7 Handelsschiffe aus Achsenstaaten. Britische und russische Streitkräfte treffen bei Kaschwin im Iran zusammen. Dies verunsichert und beunruhigt Hitler aber keineswegs, ist er sich doch gewiss, dass die Deutschen schon bald wichtige Ölfelder in Russland erobern können. So verläuft das Gespräch von Mussolini und Hitler bei Rastenburg (Ostpreußen) im Führerhauptquartier (Wolfsschanze) sehr entspannt ab. Beide Staatschefs machen anschließend eine gemeinsame Tour durch die Ukraine. Dabei gesteht Mussolini gegenüber Hitler ein, dass er sich nicht auf die Loyalität der italienischen Armee verlassen kann.

Verluste Schlacht im Atlantik (August 1941)

23 alliierte Handelsschiffe (80.300 BRT)
3 deutsche U-Boote (65 einsatzbereit)

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Ordre de la Libération (Orden der Befreiung)

Ehrenlegion


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... -Maerz.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Anweisung des Armeeoberkommandos 11

(22.07.1941)

 


Anweisung

 

Weisung des Tages

 

Ein Sonderfall gibt Veranlassung, auf Folgendes ausdrücklich hinzuweisen:

Bei der in Osteuropa herrschenden Auffassung vom Wert des Menschenlebens können deutsche Soldaten Zeugen von Vorgängen werden (Massenhinrichtungen, Ermordung von Zivilgefangenen, Juden u.a.m), die sie im Augenblick nicht verhindern können, die aber zutiefst gegen das deutsche Ehrgefühl verstoßen. Es ist eine Selbstverständlichkeit für jeden gesund empfindenden Menschen, dass von solchen abscheulichen Ausschreitungen keine fotografischen Aufnahmen angefertigt werden oder über sie in Briefen an die Heimat berichtet wird. Das Anfertigen oder Verbreiten solcher Fotografien oder Berichte über solche Vorgänge werden als ein Untergraben von Anstand und Manneszucht in der Wehrmacht angesehen und streng bestraft. Alle etwa vorhandenen Bilder oder Berichte über solche Ausschreitungen sind zusammen mit den Negativen einzuziehen und unter Angabe des Herstellers oder Verbreiters dem Ic/A.O. der Armee einzusenden.
Ein neugieriges Begaffen solcher Vorgänge liegt unter der Würde des deutschen Soldaten.

Für das Armeeoberkommando:
Der Chef des Generalstabes
Im Entwurf gez.:
W ö h l e r

 

 

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

05. Dezember 1940 Hitler zur Lage (Ausrichtung des Krieges)

Weisung Nr. 21 (Fall Barbarossa)


Quellen

Poliakov/Wulf, Das Dritte Reich und seine Diener, Wiesbaden 1989, S. 375.

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsv ... index.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19489031.html
http://www.ns-archiv.de/krieg/1940/unte ... 2-1949.php
http://www.verbrechen-der-wehrmacht.de/pdf/vdw_de.pdf

Autor: Freiherr von Woye



Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Weisungen des Führers

(16.07.1941)

 


Weisung

 

Weisung des Tages

 

Nationalsozialistische Besatzungspolitik in Rußland

Besprechung des Führers
Reichsleiter Rosenberg, Reichsminister Lammers, Feldmarschall Keitel, mit dem Reichsmarschall und Bormann
(Ausszug)

 

(Nationalsozialistische Besatzungspolitik in Russland)

[...]

Auf Anordnung des Führers fand heute bei ihm um 15 Uhr eine Besprechung mit Reichsleiter Rosenberg, Reichsminister Lammers, Feldmarschall Keitel, mit dem Reichsmarschall und mir (Bormann) statt.
Die Besprechung begann um 15 Uhr und dauerte mit einer Kaffeepause bis gegen 20 Uhr. Einleitend betonte der Führer, er wolle zunächst einige grundsätzliche Feststellungen treffen. Verschiedene Maßnahmen seien jetzt notwendig; dies beweise u. a. ein von einer unverschämten Vichy-Zeitung gebrachter Hinweis, der Krieg gegen die Sowjet-Union sei ein Krieg Europas; er sei also auch für ganz Europa zu führen. Offenbar wollte diese Vichy-Zeitung mit diesen Hinweisen erreichen, daß die Nutznießer dieses Krieges nicht allein die Deutschen sein dürften, sondern daß alle europäischen Staaten daraus ihren Nutzen ziehen müßten.
Wesentlich sei es nun, daß wir unsere Zielsetzung nicht vor der ganzen Welt bekanntgäben; dies sei auch nicht notwendig, sondern die Hauptsache sei, daß wir selbst wüßten, was wir wollen. Keinesfalls solle durch überflüssige Erklärungen unser eigener Weg erschwert werden. Derartige Erklärungen seien überflüssig, denn soweit unsere Macht reiche, könnten wir alles tun und was außerhalb unserer Macht liege, könnten wir ohnehin nicht tun.
Die Motivierung unserer Schritte vor der Welt müsse sich also nach taktischen Gesichtspunkten richten. Wir müßten hier genau so vorgehen, wie in den Fällen Norwegen, Dänemark, Holland und Belgien. Auch in diesen Fällen hätten wir nichts über unsere Ansichten gesagt, und wir würden dies auch weiterhin klugerweise nicht tun.
Wir werden also wieder betonen, daß wir gezwungen waren, ein Gebiet zu besetzen, zu ordnen und zu sichern; im Interesse der Landeseinwohner müßten wir für Ruhe, Ernährung, Verkehr usw. sorgen; deshalb unsere Regelung. Es soll also nicht erkennbar sein, daß sich damit eine endgültige Regelung anbahnt! Alle notwendigen Maßnahmen - Erschießen, Aussiedeln etc. - tun wir trotzdem und können wir trotzdem tun.
Wir wollen uns aber nicht irgendwelche Leute vorzeitig und unnötig zu Feinden machen. Wir tun also lediglich so, als ob wir ein Mandat ausüben wollten. Uns muß aber dabei klar sein, daß wir aus diesen Gebieten nie wieder herauskommen.

 

Demgemäß handelt es sich darum:
1. Nichts für die endgültige Regelung zu verbauen, sondern diese unter der Hand vorzubereiten;
2. wir betonen, daß wir die Bringer der Freiheit wären.

Im einzelnen:
Die Krim muß von allen Fremden geräumt und deutsch besiedelt werden. Ebenso wird das alt-österreichische Galizien Reichsgebiet.
Jetzt ist unser Verhältnis zu Rumänien gut, aber man weiß nicht, wie künftig zu jeder Zeit unser Verhältnis sein wird. Darauf haben wir uns einzustellen, und danach haben wir unsere Grenzen einzurichten. Man soll sich nicht vom Wohlwollen anderer abhängig machen; danach müssen wir unser Verhältnis zu Rumänien einrichten.
Grundsätzlich kommt es also darauf an, den riesenhaften Kuchen handgerecht zu zerlegen, damit wir ihn erstens beherrschen, zweitens verwalten und drittens ausbeuten können.
Die Russen haben jetzt einen Befehl zum Partisanen-Krieg hinter unserer Front gegeben. Dieser Partisanen-Krieg hat auch wieder seinen Vorteil; er gibt uns die Möglichkeit auszurotten, was sich gegen uns stellt.
Grundsätzliches:
Die Bildung einer militärischen Macht westlich des Ural darf nie wieder in Frage kommen und wenn wir hundert Jahre darüber Krieg führen müßten. Alle Nachfolger des Führers müssen wissen: die Sicherheit des Reiches ist nur dann gegeben, wenn westlich des Ural kein fremdes Militär existiert; den Schutz dieses Raumes vor allen eventuellen Gefahren übernimmt Deutschland.
Eiserner Grundsatz muß sein und bleiben:
Nie darf erlaubt werden, daß ein Anderer Waffen trägt, als der Deutsche!
Dies ist besonders wichtig; selbst wenn es zunächst leichter erscheint, irgendwelche fremden unterworfenen Völker zur Waffenhilfe heranzuziehen, ist es falsch! Es schlägt unbedingt und unweigerlich eines Tages gegen uns aus. Nur der Deutsche darf Waffen tragen, nicht der Slawe, nicht der Tscheche, nicht der Kosak oder der Ukrainer!
Keinesfalls dürfen wir eine Schaukel-Politik führen, wie dies vor 1918 im Elsaß geschah. Was den Engländer auszeichnet, ist sein immer gleichmäßiges Verfolgen einer Linie und eines Zieles! In dieser Hinsicht müssen wir unbedingt vom Engländer lernen. Wir dürfen demgemäß unsere Stellungnahme auch nie abhängig machen von einzelnen vorhandenen Persönlichkeiten: auch hier ist das Verhalten der Engländer in Indien gegenüber den indischen Fürsten usw. ein Beispiel: Immer muß der Soldat das Regime sicherstellen!
Aus den neugewonnenen Ostgebieten müssen wir einen Garten Eden machen; sie sind für uns lebenswichtig; Kolonien spielen dagegen eine ganz untergeordnete Rolle.
Auch wenn wir einzelne Gebietsteile jetzt schon abteilen, immer müssen wir als Schützer des Rechts und der Bevölkerung vorgehen. Demgemäß seien die jetzt notwendigen Formulierungen zu wählen; wir sprechen nicht von einem neuen Reichsgebiet, sondern von einer durch den Krieg notwendigen Aufgabe.
Im einzelnen:
Im Baltikum muß jetzt das Gebiet bis zur Düna nach näherer Festlegung mit Feldmarschall Keitel in Verwaltung genommen werden.
Reichsleiter Rosenberg betont, nach seiner Auffassung sei in jedem Kommissariat eine andere Behandlung der Bevölkerung notwendig. In der Ukraine müßten wir mit einer kulturellen Betreuung einsetzen, wir müßten dort das Geschichtsbewußtsein der Ukrainer wecken, müßten eine Universität in Kiew gründen und dergleichen.
Der Reichsmarschall stellt demgegenüber fest, daß wir doch zunächst an die Sicherung unserer Ernährung denken müssen, alles andere könne doch erst viel später kommen.
(Nebenfrage: Gibt es überhaupt noch eine kulturelle Schicht in der Ukraine oder gibt es Ukrainer gehobenen Standes lediglich außerhalb des heutigen Rußland als Emigranten? )
Rosenberg fährt fort, auch in der Ukraine müßten gewisse Selbständigkeitsbestrebungen gefördert werden.
Der Reichsmarschall bittet den Führer um Mitteilung, welche Gebiete anderen Staaten zugesagt seien.
Der Führer erwidert, Antonescu wolle Bessarabien und Odessa nebst einem Streifen, der von Odessa in West-Nordwest führt.
Auf die Einwände des Reichsmarschalls und Rosenbergs stellt der Führer fest, daß die neue von Antonescu gewünschte Grenze wenig außerhalb der alten rumänischen Grenze führe. Der Führer betont weiter, den Ungarn, den Türken und den Slowaken sei nichts Bestimmtes zugesagt worden.
Der Führer stellt dann zur Erwägung, ob man nicht den altösterreichischen Teil Galiziens sofort zum Gouvernement geben soll; auf Einwände hin bestimmt der Führer, dieser Teil solle nicht zum Gouvernement kommen, sondern lediglich gleichzeitig dem Reichsminister Frank unter-stellt werden (Lemberg).
Der Reichsmarschall hält es für richtig, verschiedene Teile des Balten-Landes, z. B. die Bialystoker Forsten, Ostpreußen zuzuteilen.
Der Führer betont, das gesamte Balten-Land müsse Reichsgebiet werden.
Ebenso müsse die Krim mit einem erheblichen Hinterland (Gebiet nördlich der Krim) Reichsgebiet werden; das Hinterland müsse möglichst groß sein.
Hiergegen hat Rosenberg Bedenken wegen der dort wohnenden Ukrainer.
(Nebenbei: Es tritt mehrfach in Erscheinung, daß Rosenberg für die Ukrainer sehr viel übrig hat; er will die alte Ukraine auch erheblich vergrößern.)
Der Führer betont weiter, auch die Wolga-Kolonie müsse deutsches Reichsgebiet werden, ebenso das Gebiet um Baku; es müsse deutsche Konzession werden (Militär-Kolonie).
Die Finnen wollen Ost-Karelien, doch soll wegen der großen Nickel-Vorkommen die Halbinsel Kola zu Deutschland kommen.
Mit aller Vorsicht müsse die Angliederung Finnlands als Bundesstaat vorbereitet werden. Das Gebiet um Leningrad wird von den Finnen beansprucht; der Führer will Leningrad dem Erdboden gleichmachen lassen, um es dann den Finnen zu geben.
Es folgt dann eine längere Erörterung über die Eignung des Gauleiters Lohse, den Rosenberg als Gouverneur für das Balten-Land vorgesehen hat. Rosenberg betont immer wieder, er habe nun schon mit Lohse gesprochen und es wäre sehr peinlich, wenn Lohse nicht beauftragt würde; den westlichen Teil des Balten-Landes soll Kube unter Lohse bekommen; für die Ukraine hat Rosenberg Sauckel vorgesehen.
Demgegenüber betonte der Reichsmarschall die wichtigsten Gesichtspunkte, die zunächst ausschließlich für uns bestimmend sein können: Sicherung der Ernährung, soweit notwendig, der Wirtschaft, Sicherung der Straßen usw.
Der Reichsmarschall betont, entweder müsse Koch für das Balten-Land in Frage kommen, weil er das Balten-Land genau kenne, oder aber man gebe Koch die Ukraine, die sicherlich Koch am besten bewirtschaften würde, weil Koch eben die Persönlichkeit mit der stärksten Initiative und der besten Vorbildung sei.
Der Führer fragte, ob Kube nicht als Reichskommissar für das Moskauer Gebiet in Frage kommen könne; Rosenberg und der Reichsmarschall meinen, Kube sei dazu zu alt geworden. Auf nochmalige Vorstellungen erklärte Rosenberg, er befürchte, daß Koch seinen Direktiven sehr rasch keine Folge leisten würde; Koch habe dies im übrigen schon selbst ausgesprochen. Der Reichsmarschall wies demgegenüber darauf hin, Rosenberg könne die eingesetzten Leute ja nun nicht ständig gängeln, sondern diese Leute müßten doch sehr selbständig arbeiten. Für das Kaukasus-Gebiet hat Rosenberg seinen Stabsleiter Schickedanz vorgesehen; er betonte wiederholt, Schickedanz werde diese Aufgabe sicher sehr gut erfüllen, was vom Reichsmarschall bezweifelt wird.
Rosenberg erklärte dann, Lutze habe ihm den Vorschlag gemacht, verschiedene SA.-Führer einzusetzen, und zwar Scheppmann nach Kiew - Manthey - Dr. Bennecke -, Litzmann nach Estland und nach Lettland den Bürgermeister Dr. Drexler.
Der Führer hat gegen die Verwendung der SA.-Führer keine Bedenken.
Rosenberg erklärt dann, er habe einen Brief von Ribbentrop erhalten, der die Einschaltung des Auswärtigen Amtes gewünscht habe; er bitte aber den Führer festzustellen, daß die innere Gestaltung des neuen Raumes das Auswärtige Amt nichts anginge. Diese Auffassung wird vom Führer durchaus geteilt. Es genügt zunächst, wenn das Auswärtige Amt zum Reichsleiter Rosenberg einen Verbindungsmann abstellt.
Der Führer betont, das wichtigste Gebiet für die nächsten drei Jahre sei zweifellos die Ukraine. Daher werde Koch am besten dort eingesetzt; wenn Sauckel Verwendung finden solle, dann sei es besser, ihn im Balten-Land zu verwenden.
Rosenberg erklärt weiter, er wolle im Moskauer Gebiet als Kommissare Schmeer, Selzner und Manderbach verwenden. Der Führer wünscht, daß auch Holz verwendet wird und daß die Verwaltung der Krim dem ehemaligen Gauleiter Frauenfeld übertragen wird.
Rosenberg erklärt, er wolle seiner Verdienste wegen auch den Hauptmann v. Petersdorff verwenden; allgemeines Entsetzen, allgemeine Ablehnung. Der Führer und der Reichsmarschall betonten, v. Petersdorff sei zweifellos geisteskrank.
Rosenberg erklärt weiter, daß ihm auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Stroelin zur Verwendung vorgeschlagen sei. Dagegen bestehen keine Bedenken.
Da nach Auffassung des Reichsmarschalls und Rosenbergs Kube für das Moskauer Gebiet zu alt ist, soll Kasche dieses Gebiet übernehmen.
(Vermerk für Pg. Klopfer: Bitte erbitten Sie sich baldigst bei Dr. Meyer die Unterlagen über die beabsichtigte Organisation und über die beabsichtigten Stellen-Besetzungen.)
Der Reichsmarschall betont, er wolle die Halbinsel Kola dem Gauleiter Terboven zur Ausbeutung übergeben; der Führer ist damit einverstanden.
Der Führer betont, Lohse solle also zunächst, wenn er sich dieser Aufgabe gewachsen fühle, das Balten-Land übernehmen, Kasche Moskau, Koch die Ukraine, Frauenfeld die Krim, Terboven Kola und Schickedanz den Kaukasus.
Reichsleiter Rosenberg schnitt dann die Frage der Sicherung der Verwaltung an.
Der Führer sagt dem Reichsmarschall und dem Feldmarschall, er habe immer darauf gedrängt, daß die Polizei-Regimenter Panzerwagen bekämen; für den Einsatz der Polizei in den neuen Ostgebieten sei dies höchst notwendig, denn mit einer entsprechenden Anzahl von Panzerwagen könne ein Polizei-Regiment natürlich ein Vielfaches leisten. Im übrigen, betont der Führer, aber sei die Sicherung natürlich sehr dünn. Der Reichsmarschall werde aber alle seine Übungs-Flugplätze in die neuen Gebiete verlegen und wenn es notwendig sei, dann könnten selbst Ju 52 bei Aufruhr Bomben schmeißen. Der Riesenraum müsse natürlich so rasch wie möglich befriedet werden; dies geschehe am besten dadurch, daß man Jeden, der nur schief schaue, totschieße.
Feldmarschall Keitel betont, für ihre Dinge müsse man die Einwohner selbst verantwortlich machen, denn es sei natürlich nicht möglich, für jeden Schuppen und für jeden Bahnhof eine Wache zu stellen. Die Einwohner müßten wissen, daß Jeder erschossen würde, der nicht funktioniere, und daß sie für jedes Vergehen haftbar gemacht würden.
Auf die Rückfrage Reichsleiter Rosenbergs erwiderte der Führer, Zeitungen - auch z. B. für die Ukraine - müßten wieder ins Leben gerufen werden, um die Einwirkungsmöglichkeiten auf die Landeseinwohner zu bekommen.
Nach der Pause betonte der Führer, wir müßten uns darüber klar sein, daß das heutige Europa nur ein geographischer Begriff sei, in Wirklichkeit ginge Asien bis zu unseren bisherigen Grenzen.
Reichsleiter Rosenberg schildert nun die von ihm beabsichtigte organisatorische Einteilung; er wolle einen ständigen Vertreter des Reichskommissars nicht von vornherein bestimmen, sondern der tüchtigste der Generalkommissare solle jeweils die Vertretung des Reichskommissars übernehmen.

Beim Reichskommissar will Rosenberg vier Abteilungen gründen:
erstens für die allgemeine Verwaltung,
zweitens für Politik,
drittens für Wirtschaft,
viertens für Technik und Bauwesen
.

(Nebenbei: Der Führer betont, die Tätigkeit von Kirchen käme keinesfalls in Frage. Papen habe ihm über das Auswärtige Amt schon eine lange Denkschrift geschickt, in der behauptet wird, jetzt sei der richtige Augenblick, die Kirchen wieder einzuführen; dies komme aber keinesfalls in Frage.)

Der Reichsmarschall wird zur Dienststelle Rosenberg die Ministerialdirektoren Schlotterer und Riecke abstellen.
Reichsleiter Rosenberg bittet nun um ein entsprechendes Dienstgebäude; er bittet um das Gebäude der Handelsvertretung der Sowjet-Union in der Lietzenburger Straße; das Auswärtige Amt sei zwar der Auffassung, dieses Gebäude sei exterritorial. Der Führer erwidert, dies sei Unsinn; Reichsminister Dr. Lammers wird beauftragt, dem Auswärtigen Amt mitzuteilen, das Haus sei ohne Verhandlung augenblicklich an Rosenberg zu übergeben.
Rosenberg macht dann den Vorschlag, einen Verbindungsmann zum Führer abzustellen; diese Aufgabe solle sein Adjutant Koeppen übernehmen; der Führer ist damit einverstanden und erklärt, Koeppen solle die Parallel-Rolle zu Hewel übernehmen.
Reichsminister Dr. Lammers verliest nun die von ihm gefertigten Entwürfe (siehe Anlage!)
Eine längere Diskussion setzt über die Zuständigkeit des RFSS ein; offenbar wird dabei von allen Beteiligten aber auch an die Zuständigkeit des Reichsmarschalls gedacht.
Der Führer, der Reichsmarschall etc. betonen wiederholt, Himmler solle ja keine andere Zuständigkeit bekommen, als er sie im Reich habe; dies aber sei unbedingt notwendig.
Der Führer betont wiederholt, in der Praxis werde sich der Streit sehr rasch geben; er erinnert an die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Heer und Luftwaffe an der Front. Abschließend wird bestimmt, das Balten-Land solle Ostland genannt werden.


Hintergrund

 

 

 

„… Geschlossenheit des Volkes und durch die Umwidmung des Krieges zu einer Auseinandersetzung antagonistischer Kulturen und Wertordnungen, letztlich in einem Entscheidungskampf konkurrierender Völker um die Lebenserhaltung zu erzielen.“
Erich Ludendorff: Der totale Krieg. München 1934, S. 16 ff.

Der Zweite Weltkrieg ist eine Aneinanderreihung von Schreckensepisoden, doch übertroffen werden die blutigen Schlachten noch von den Geschehnissen hinter der Front. Die NS Besatzungspolitik hat sich als Grab für hunderttausende Familien in tausenden vernichteten Städten und Dörfern entpuppt. In den offiziellen Zahlen spricht man von bis zu 20-27 Millionen Toten, bei etwa 190 Millionen Einwohnern zu Anfang des Krieges. Diese Zahlen sind einem Krieg geschuldet, der anders als im Westen auch hinter den Fronten mit ungeahnter Härte weitergeführt wurde. Die Maßnahmen der Wehrmacht bei der Festlegung und Durchführung der Besatzungspolitik werden heute als "verbrecherisch" bezeichnet und kommen faktisch einem Massenmord gleich. Die von der Wehrmacht im Osten eroberten Gebiete wurden von brutal verwaltet, ausgebeutet und ethnisch gesäubert.

„Wehrmacht und Nationalsozialismus sind desselben geistigen Stammes. Sie werden weiter Großes für die Nation leisten, wenn sie dem Vorbild und der Lehre des Führers folgen, der in seiner Person den echten Soldaten und Nationalsozialisten verkörpert.“
Dokument Nr. 107; zitiert nach Manfred Messerschmidt und Ursula von Gersdorff: Offiziere im Bild von Dokumenten aus drei Jahrhunderten. Stuttgart, 1964, S. 274.

 

„Die Beteiligung der Wehrmacht am Holocaust erfolgte auf allen Ebenen der militärischen Befehlsgewalt […] bis zu den Truppenführern. […] Die Mentalität der Wehrmachtsführung entsprach dem Bewußtsein der Truppe.“
annes Heer: Killing Fields – Die Wehrmacht und der Holocaust. In: Hannes Heer, Klaus Naumann (Hrsg.): Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944. 2. Auflage. Hamburger Edition, 1995, S. 74.

Die Planungsbüros und Verantwortlichen spekulierten dabei mit verschiedenen Möglichkeiten das Problem bereits in der Entstehung zu verhindern. Man wollte Teile der Bevölkerung nach Sibirien umsiedeln, sie gezielt für Arbeitsmaßnahmen einsetzen oder als Sklaven in Teile des Reiches verbringen. Der Aufbau des Großdeutschen Reiches oder auch „Germania“, wie in vielen ideologischen Schriften visionär festgehalten wurde, sollte eine Millionenheer von Arbeitern und Sklaven benötigen, die Städte, Industrieanlagen und Landwirtschaft aufbauen bzw. unterhalten würden. Im Endeffekt haben wir es hier mit einer bürokratisch kalkulierten Industrialisierung von humanen Ressourcen zu tun, welche einzig und allein als eine Art Sklavenkaste das Dritte Reich für die Zukunft auf- und ausbauen würden. Ein perfider Plan, der nur durch seine kaltblütige Planung übertroffen wird. Dabei wurde noch selektiert, denn die jüdische Bevölkerung war dem Tod geweiht und sollte durch ihre Arbeit den eigenen Tod noch zu einem finanziellen bzw. wirtschaftlichen Gewinn erbringen.

„Die kommende Friedenswirtschaft muss dem Großdeutschen Reich ein Maximum an wirtschaftlicher Sicherheit garantieren und dem deutschen Volke ein Maximum an Güterverbrauch zur Erhöhung der Volkswohlfahrt.“
Reichswirtschaftsminister Walther Funk in seinen Ziele zur Neuordnung des Ostens und Europas

Weißrussland war Zentrum der nationalsozialistischen Verwaltung und Vernichtungspolitik. Hier wurde nicht nur über eine halbe Million Juden ermordet, es starben auch hunderttausende sowjetischer Kriegsgefangene, und zahllose Zivilisten wurden als Partisanen getötet oder dem Hungertod preisgegeben. Weißrussland war von vornherein im Fadenkreuz der Wehrmachtsführung bzw. Hitler, denn das agrarische Land war nicht nur als erstes erobert, wies eine hohe Dichte jüdischer Bevölkerungsbestandteile auf und sollte Paradebeispiel einer deutschen Besatzungszone im Osten sein. Dabei spielen wirtschaftliche Aspekte und rassenideologische Vernichtung in die Hände. Der Krieg und Terror gingen einher mit Kriegswirtschaft, Agrarproduktion und Ernährungslage. Die Juden arbeiteten und versorgten die deutsche Besatzungsinfrastruktur, gleichzeitig besorgten die Deutschen, auf diesem Aspekt begründet, die Vernichtung fast alle größeren weißrussischen Städte zu mehr als der Hälfte zerstört und die ohnehin erst schwach entwickelte weißrussische Industrie lag völlig darnieder. Weißrussland war damit eine ertragreiche Mine für deutsche Wirtschafts- wie Politikinteressen. Dabei war Aufbau nie ein Zweck, sondern das Ausbluten des Landes geplant und mit dem Ziel nichts übrig gelassen. NS Besatzungspolitik war als Kolonialpolitik abgelegt und wurde auf allen Ebenen auch so getrieben. Nach der Ausbeutung sollte, nach der Variante des Generalplans Ost, die 1941 im RSHA erarbeitet wurde, sollte Weißrussland als deutsches Siedlungsland dienen. Zu diesem Zweck sollten 75% seiner Bevölkerung ausgesiedelt werden ('nach Sibirien') und 25% sollten (bei rassischer Eignung) eingedeutscht werden. Vollendet wurde das nicht, aber Weißrussland verlor während des Krieges rund 20% seiner Bevölkerung und 64% seiner Stadtbewohner - siedlungspolitisch ja beileibe kein Widerspruch.

„Hinter dem auch offiziell propagierten Begriff der ‚europäischen Großraumwirtschaft‘ verbargen sich langjährige Bestrebungen und Planungen für die Durchsetzung einer wirtschaftlichen Hegemonie Deutschlands auf dem Kontinent, den völligen Umbau der Nationalwirtschaften im Sinne einer Arbeitsteilung nach deutschem Interesse und den Zugang zu kolonialen ‚Ergänzungsräumen‘ in Osteuropa sowie in Übersee.“
Großraumkonzeption von Kroener

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

05. Dezember 1940 Hitler zur Lage (Ausrichtung des Krieges)

Weisung Nr. 21 (Fall Barbarossa)



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. Juli 1941)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.07. - 05.07.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 1. Juli 1941

 

Sondermeldung: Die Luftwaffe versetzte im Laufe des 30. Juni den sowjetischen Kampf- und Jagdfliegerformationen erneut vernichtende Schläge. Insgesamt verlor der Feind am 30. Juni 280 Flugzeuge, davon allein in Luftkämpfen 216.
Besonders zeichneten sich hierbei die Jagdgeschwader unter Führung des Oberstleutnants Mölders mit 110 Abschüssen und des Majors Trautloff mit 65 Abschüssen aus.
Dem Jagdgeschwader Trautloff gelang es bei Dünaburg von 40 angreifenden Sowjetflugzeugen alle 40 zu vernichten. Ebenso eindrucksvoll bewies das Jagdgeschwader Mölders im Raum ostwärts Minsk und Bobrujsk die Überlegenheit der deutschen Luftwaffe. Hier versuchten zahlreiche feindliche Verbände die deutschen Vormarschbewegungen zu stören. Von etwa hundert angreifenden Jagd-und Kampfflugzeugen vernichtete das Jagdgeschwader Mölders 80 Flugzeuge.
Oberstleutnant Mölders errang hierbei seinen 82., Hauptmann Joppien seinen 52. Luftsieg.

Sondermeldung: Heute vormittag nahmen Truppen des deutschen Heeres Riga, nachdem bereits am 29. Juni weit vorausgeworfene Kräfte unter Führung des Obersten Lasch in raschem Vorstoß über Mitau kämpfend in den Südwestteil der Stadt eingedrungen waren.

Zwischen den Karpaten und den Pripet-Sümpfen kämpfen sich die Verbände des deutschen Heeres im Verein mit slowakischen Truppen in der Verfolgung des geschlagenen Feindes beiderseits Lemberg vorwärts.

Die zwischen Bialystok und Minsk eingeschlossenen Sowjetarmeen unternahmen vergeblich während des ganzen Tages verzweifelte Versuche, aus der Umklammerung auszubrechen. Die vielfach in acht bis zwölf Gliedern Tiefe geführten und von schwersten Panzern unterstützten Ausbruchsversuche des Feindes brachen unter ungewöhnlich blutigen Verlusten zusammen. Weiter ostwärts wurde die Beresina erreicht.

Zwischen Dünaburg und Riga ist die Düna in breiter Front erreicht und an verschiedenen Stellen überschritten worden. Auch hier scheiterten erbitterte Gegenangriffe des Feindes.
Verbände der deutschen Luftwaffe griffen mit durchschlagender Wirkung in den Erdkampf ein. Sie bombardierten die ostwärts Lemberg zum Teil in zwei und drei Kolonnen auf einer Straße nebeneinander zurückweichenden feindlichen Kolonnen, brachten den zwischen Bialystok und Minsk eingeschlossenen Sowjettruppen schwerste Verluste bei und griffen den über Riga zurückgehenden Feind in rollendem Einsatz an. Bei diesen Operationen wurden zahlreiche Panzerwagen und Hunderte von Lastkraftwagen vernichtet, feindliche Batterien zum Schweigen gebracht und Transportzüge zerschlagen.

Südlich der Fischer-Halbinsel ist ein Sowjet-Zerstörer durch Bombentreffer versenkt und ein weiterer Zerstörer schwer beschädigt worden.

Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge ein größeres Handelsschiff schwer. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen den Versorgungshafen Cardiff sowie gegen Hafenanlagen an der britischen Ost- und Südostküste.

In Nordafrika warfen deutsche Sturzkampfflugzeuge vor Sollum einen britischen Zerstörer in Brand und bombardierten in Tobruk Hafenanlagen und Ansammlungen des Feindes.

Britische Kampfflugzeuge warfen gestern unter dem Schutz tiefliegender Wolken und unsichtigen Wetters auf Wohnviertel im norddeutschen Küstengebiet Bomben. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Mehrere Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. Bei diesem Angriff und bei Einflugversuchen des Feindes in die besetzten Gebiete am Kanal schossen Jäger und Flakartillerie elf, Marineartillerie fünf britische Flugzeuge ab.

Bei feindlichen Luftangriffen, die sich in der letzten Nacht gegen Westdeutschland richteten, wurden unter anderem in Köln einige Zivilpersonen getötet oder verletzt. Wehrwirtschaftliche oder militärische Schäden entstanden nicht. Durch nächtliche Jagd- und Flakabwehr wurden drei britische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Marineartillerie schoß in der Nacht zum 30. Juni vier feindliche Flugzeuge ab.

In den siegreichen Luftschlachten im Osten errang das Jagdgeschwader unter Führung von Oberstleutnant Mölders 110 Abschüsse, das Jagdgeschwader unter Führung von Major Trautloff 65 Abschüsse.


Im Kampf um die feindlichen Grenzbefestigungen zeichneten sich der Kommandeur eines Pionierbataillons, Major Schuetler, der Oberleutnant und Kompanieführer in dem gleichen Bataillon, Hornung, und der Leutnant und Führer eines Infanterie-Pionierzuges, Johannes Müller, besonders aus.

Der Leutnant Haaf eines Eisenbahn-Pionierregiments verhinderte die Sprengung einer besonders wichtigen Eisenbahnbrücke.

Der Gefreite Reiser eines Artillerieregiments vernichtete als Richtkanonier mit seinem Geschütz in kurzer Zeit 14 feindliche Panzer.

Eine Kampffliegergruppe unter Führung von Major Busch versenkte im Einsatz gegen Großbritannien bis zum 15. Juni 1941 einen Kreuzer, einen Zerstörer und 21 kleinere Kriegsfahrzeuge sowie 436.188 BRT feindlichen Handelsschiffraum. Außerdem wurden zahlreiche Handelsschiffe durch Bombentreffer schwer beschädigt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 2. Juli 1941

 

Im Osten sind die Operationen gegen die Sowjetwehrmacht in zügigem Fortschreiten.

Südlich der Pripet-Sümpfe kam es bei Zloczow zu einer Panzerschlacht, bei der 100 Sowjetpanzer vernichtet wurden. In der Gegend von Dubno gerieten sowjetrussische Panzerkräfte zwischen unsere als Reserven folgenden rückwärtigen Divisionen und wurden nach zweitägigem Kampf aufgerieben. 120 Panzerkampfwagen fielen in unsere Hand.
Ein großer Teil der ostwärts Bialystok eingeschlossenen Sowjetarmeen wurde im Laufe des gestrigen Tages endgültig vernichtet. Von der unermeßlichen Beute konnten bis jetzt etwa 100.000 Gefangene, 400 Panzerkampfwagen und 300 Geschütze gezählt werden.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist Riga in unserer Hand. Auch Windau wurde gestern besetzt.
Im Verein mit dem finnischen Verbündeten sind gestern Verbände unserer Wehrmacht in Mittel- und Nordfinnland zum Angriff über die sowjetrussische Grenze angetreten.

Die deutsche Luftwaffe unterstützte auch gestern die Operationen des Heeres durch ständige Angriffe auf feindliche Truppenansammlungen, Panzerverbände und Batteriestellungen. Die ostwärts Lemberg, bei Minsk und nach Estland zurückweichenden Truppen erlitten durch Luftangriffe schwere Verluste. Im Rücken des Feindes wurden Transportwege und ein Panzerzug zerstört. Auch im Kampf gegen die bereits erheblich geschwächten bolschewistischen Luftstreitkräfte wurden neue Erfolge erzielt.
Verbände der ungarischen Wehrmacht schlossen sich, von den Karpatenpässen nach Galizien vorstoßend, dem deutschen Angriff planmäßig an.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote im Nordatlantik und westlich Afrika sieben feindliche Handelsdampfer mit zusammen 40.200 BRT. Ein weiterer Dampfer wurde im Artilleriegefecht beschädigt.

Kampfflugzeuge vernichteten im Seegebiet um England und im Atlantik drei Handelsschiffe mit zusammen 11.500 BRT und beschädigten einen großen Frachter schwer.

Unsere Kampfflugzeuge belegten in der letzten Nacht eine Reihe von Häfen an der Ost-, Südost- und Südwestküste Englands mit Bomben schweren Kalibers.

Vor der nordafrikanischen Küste versenkten deutsche und italienische Kampfflugzeuge am 30. Juni zwei Handelsschiffe und erzielten Bombentreffer auf einem leichten britischen Kreuzer und zwei Zerstörern. Am gestrigen Tage vernichteten deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge im Hafen von Tobruk zwei Handelsschiffe. Sie zerstörten Lagerhäuser und brachten Flakbatterien des Feindes zum Schweigen.

In der Nacht zum 1. Juli bombardierte ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge abermals den britischen Flottenstützpunkt Alexandria. Ausgedehnte Brände im Hafengebiet und in militärischen Anlagen wurden hervorgerufen.

Versuche des Feindes, am Tage die besetzten Gebiete am Kanal anzugreifen und ein vereinzelter Vorstoß weniger Kampfflugzeuge bis in die Gegend von Hamburg brachen mit schweren Verlusten für den Feind zusammen. Jagdflugzeuge und Flakartillerie schossen fünf, Marineartillerie zwei, ein Vorpostenboot ein britisches Flugzeug ab.
Während der Nacht schoß Flakartillerie zwei weitere britische Kampfflugzeuge an der Kanalküste ab.
Hauptmann Balthasar errang am 26. Juni seinen 30. und 40., Oberleutnant Leesmann am 30. Juni seinen 21. und 22. Luftsieg.

Bei dem Vorstoß auf Riga zeichnete sich der Kommandeur eines Infanterieregiments Oberst Lasch durch persönliche Tapferkeit besonders aus.

Sondermeldung: Mehr und mehr ist zu übersehen, daß die Vernichtungsschlacht ostwärts Bialystok eine Entscheidung von weltgeschichtlichen Ausmaßen gebracht hat. Ein unvorstellbares Chaos ist über die Sowjetarmeen hereingebrochen, die hier als Stoßkeil bereitgestellt waren, um Deutschland in den Rücken zu fallen und die Brandfackel des Bolschewismus nach Europa hineinzutragen. Noch Wochen können vergehen, bis hinter der Front unserer kühn nach Osten vorstoßenden Angriffsverbände die unermeßliche Zahl an Gefangenen, Kriegsgerät und sonstiger Beute gesammelt und im einzelnen festgestellt sein wird.
Das Bild von der Größe der hier wie an den übrigen Frontabschnitten geschlagenen Schlachten ergibt sich daraus, daß für die Zeit vom 22. Juni bis zum 1. Juli schon jetzt 5.774 Panzerkampfwagen, 2.330 Geschütze und Flakgeschütze, vier Panzerzüge und unzählbare Mengen von Maschinengewehren und Gewehren als erbeutet oder vernichtet gemeldet worden sind. Die sowjetrussische Luftwaffe hat im selben Zeitraum 4.725 Flugzeuge verloren, davon 1.392 im Luftkampf, 112 durch Flakabschuß und 3.221 am Boden vernichtet.
Die bisher gezählten Gefangenenzahlen belaufen sich auf mehr als 160.000.

Bei der Hartnäckigkeit der sowjetrussischen Verteidigung und den erbitterten Ausbruchsversuchen übersteigen die blutigen Verluste des Feindes die Zahl der Gefangenen um ein Mehrfaches.

Die eigenen Verluste sind im gesamten erfreulich gering.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 3. Juli 1941

 

Schulter an Schulter haben gestern deutsche und rumänische Verbände aus der nördlichen Moldau heraus den Pruth überschritten und befinden sich im Vorgehen gegen den Dnjestr. Damit sind die verbündeten Armeen auf der ganzen Front zwischen Schwarzem Meer und Nördlichem Eismeer zum Angriff angetreten.

Während bisher die sowjetrussische Führung offensichtlich bestrebt war, den deutschen Vormarsch in Grenznähe aufzufangen und ihrerseits zum Angriff überzugehen, scheint die Widerstandskraft der Sowjetarmee nunmehr gebrochen zu sein. Auf der ganzen Front zeichnen sich rückläufige Bewegungen des Feindes ab.

Die Vernichtungsschlacht ostwärts Bialystok ist im wesentlichen abgeschlossen.
Wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist ihre Auswirkung von weltgeschichtlicher Bedeutung. Zahlreiche Schützen-, Kavallerie- und Panzerdivisionen der sowjetrussischen Wehrmacht können hier als vernichtet angesehen werden.

In mustergültiger Zusammenarbeit haben die Verbände unseres Heeres und unserer Luftwaffe die Verfolgung aufgenommen.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht ein Handelsschiff von 5.000 BRT und bombardierte Hafenanlagen in Südost- und Südwestengland.

An der Kanalküste brachen bei Tage wiederum Angriffe britischer Kampfflugzeuge, die unter starkem Jagdschutz angesetzt waren, völlig zusammen.
Der Feind verlor hierbei 15 Jagd- und fünf Kampfflugzeuge, während nur ein eigenes Flugzeug verloren ging.

Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten Nordwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben, durch die einige Zivilpersonen getötet und verletzt wurden. Wohngebäude wurden unter anderem in Bremen und Oldenburg getroffen.

Nachtjäger und Flakartillerie schossen drei der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.
Der Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt brachte auch im Monat Juni den erwarteten großen Erfolg.
Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten 768.950 BRT feindlichen Handelsschiffsraums. Hierbei wurden allein durch Unterseeboote 417.450 BRT vernichtet. Hinzu kommen noch schwere Verluste, die der Feind durch Minenunternehmungen aller Art erlitten hat. Außerdem wurde eine große Zahl feindlicher Handelsschiffe so schwer beschädigt, daß sie ganz oder für längere Zeit der feindlichen Versorgung verloren sind.

Ebenso erfolgreich war die deutsche Luftabwehr im Kampf gegen die britische Luftwaffe. Allein in der Zeit vom 26. Juni bis 2. Juli wurden 109 britische Flugzeuge abgeschossen und zwar 56 in Luftkämpfen, 24 durch Nachtjäger, 22 durch Flakartillerie, sechs durch Einheiten der Kriegsmarine, eins durch Infanterie.
Zwei britische Jagdflugzeuge stießen außerdem über dem besetzten Gebiet zusammen und stürzten ab.
Während der gleichen Zeit gingen im Einsatz gegen Großbritannien zwölf eigene Flugzeuge verloren.

Bei den Kämpfen im Osten zeichneten sich die Obersten Berger und Lobmeyer, Kommandeure von Infanterieregimentern, sowie der Major Heß und der Oberleutnant Baschta eines Infanterieregiments besonders aus.

Bei den Operationen im Atlantik war ein Unterseeboot unter Führung von Oberleutnant zur See Topp besonders erfolgreich.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 4. Juli 1941

 

Trotz schwieriger Wegeverhältnisse schreitet die Verfolgung der sowjetrussischen Wehrmacht auf der ganzen Front unaufhaltsam vorwärts. Der abziehende Feind erleidet durch den rücksichtslos tief in das Hinterland greifenden Einsatz unserer Luftwaffe schwerste Einbuße.

In der Mitte der Angriffsfront wurde die Beresina an mehreren Stellen überschritten. Nördlich davon ist die lettisch-russische Grenze erreicht.

Unter dem am gestrigen Tage gesichteten Beutematerial befinden sich auch Generalstabskarten, die den letzten Aufschluß über die Angriffsabsichten der sowjetrussischen Wehrmacht ergeben.
Diese Angriffsabsichten werden auch dadurch belegt, daß nunmehr ein genauer Überblick über die in letzter Zeit vorgenommene gewaltige Vermehrung der sowjetrussischen Flugplätze an unserer Ostgrenze vorliegt. Während vor der Besetzung durch die Sowjetwehrmacht in Bessarabien, Polen, Litauen, Lettland und Estland insgesamt nur 90 Flugplätze vorhanden waren, ist diese Zahl in der kurzen Zwischenzeit auf 814 zum Teil bestangelegter Flugplätze angewachsen.

Eine durch besonders beauftragte Offiziere vorgenommene Untersuchung der eroberten sowjetrussischen Flugplätze hat ergeben, daß die am 22. Juni als am Boden vernichtet gemeldete Zahl von Flugzeugen um 20 bis 25 v. H. höher ist, als zunächst durch Luftbeobachtung festgestellt werden konnte.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe vor der britischen Ostküste zwei Bewacher mit zusammen 1.000 BRT und beschädigte bei Lands End ein größeres Handelsschiff durch Bombentreffer.

Tages- und Nachtangriffe von Kampfflugzeugen richteten sich gegen Hafenanlagen im Südwesten und Südosten der Insel.
Bei Angriffsversuchen britischer Flugzeuge an der Kanalküste schossen Jäger und Flakartillerie am gestrigen Tage elf feindliche Flugzeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten West- und Nord­westdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste.

In Bremen entstanden unbedeutende wehrwirtschaftliche Schäden. Dachstuhlbrände, vor allem in Dortmund, konnten bald gelöscht werden.

Jäger und Flakartillerie schossen zehn der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

Der Kommandeur eines Infanterieregiments, Oberst Hipp, und der Kommandeur eines Artillerieregiments, Oberst Welcker, sowie der Oberleutnant Hackenschmidt, der Oberfeldwebel Petermann und der Schütze Ansinn eines Kraftradschützenbataillons zeichneten sich durch hervorragende Tapferkeit aus.

In Luftkämpfen der letzten Tage errangen Hauptmann Oesau seinen 54., Oberleutnant Franziskat seinen 21. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 5. Juli 1941

 

Im Osten verlaufen unsere Operationen planmäßig. Südlich der Pripet-Sümpfe wurden an mehreren Stellen versprengte Teile des Feindes hinter unserer Front durch Reserven zum Kampfe gestellt und vernichtet. Mehrere tausend Gefangene fielen dabei in unsere Hand.
Unsere ungarischen Verbündeten haben gestern Kolomea und Stanislaw genommen.

Von den bei Minsk eingeschlossenen Sowjetverbänden sind am 4. Juli - wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben - 20.000 Mann übergelaufen, nachdem sie ihre Kommissare erschossen hatten.

Ostwärts Minsk ist der Dnjepr erreicht.

Im Baltenland wird die Verfolgung des geschlagenen Feindes fortgesetzt.

Die aus Finnland vorgehenden deutschen und finnischen Verbände machten trotz schwierigster Geländeverhältnisse und bei stellenweise zähem Widerstand weitere Fortschritte.

Kampf-, Zerstörer- und Jagdfliegerverbände zersprengten feindliche Truppenansammlungen am Oberlauf der Düna und in der westlichen Ukraine, vernichteten zahlreiche Panzer und Lastkraftwagen, bombardierten mit guter Wirkung feindliche Artilleriestellungen und zerstörten wichtige Bahnanlagen weit im Rücken der Sowjettruppen.

In Luftkämpfen erlitt die feindliche Fliegertruppe weitere schwere Verluste.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten starke Verbände der Luftwaffe in der letzten Nacht das Rüstungszentrum Birmingham, den Kriegshafen Plymouth, sowie andere Häfen an der Südostküste Englands. Große Brandfelder und Explosionen ließen den Erfolg dieser Angriffe erkennen. Auf einem Flugplatz an der Westküste Englands belegten Kampfflugzeuge Hallen und Unterküfte wirksam mit Bomben schweren Kalibers. Im Bristol-Kanal wurde ein Frachter von 5.000 BRT versenkt.
Fernkampfbatterien der Kriegsmarine beschossen einen feindlichen Geleitzug im Kanal.

Angriffsversuche britischer Flugzeuge führten am gestrigen Tage an der Kanalküste abermals zu einer Niederlage für den Feind. In Luftkämpfen wurden neun Jagdflugzeuge, durch Flakartillerie drei Kampf- und ein Jagdflugzeug abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Durch Bombenwürfe britischer Flugzeuge auf die Stadt Brest wurde ein Denkmal der kanadischen Truppen aus dem Weltkrieg zerstört. Militärischen Schaden richtete dieser Angriff nicht an.

Einzelne britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht eine geringe Zahl von Sprengbomben in Westdeutschland. Die Schäden sind unerheblich. Nachtjäger und Flakartillerie schossen fünf der angreifenden Kampfflugzeuge ab.

Hauptmann Streib errang in der Nacht zum 4. Juli seinen 15. Nachtjagdsieg.

In den Kämpfen im Osten zeichneten sich Oberst Buck und Oberstleutnant Thumm, Kommandeure von Infanterieregimentern sowie die Oberleutnante Pelikan in einer Sturmgeschützabteilung, Heine in einer Radfahrkompanie und Xanke in einem Infanterieregiment durch besondere Tapferkeit aus.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

 

Der Tag

 

"Wir dürfen nicht ... ein einzelnes Kilo Getreide oder einen einzigen Liter Benzin dem Feind zurücklassen. [...] Guerilla-Taktiken sollen angewendet werden: [...] Es ist notwendig, unerträgliche Bedingungen in dem vom Feind besetzten Gebieten zu verursachen. [...] Alle Arbeiter müssen Rußland 'in unserem patriotischen Krieg gegen den deutschen Faschismus verteidigen."
STALIN VERKÜNDET ÜBER RUNDFUNK POLITIK DER 'VERBRANNTEN ERDE'

Der Vormarsch der deutschen Truppen geht in ungeahnter Geschwindigkeit voran. Die Panzer rollen und vor allem Guderians Panzer machen sehr viel Boden wett. Sie überqueren die Beresina und weitere Panzer der Heeresgruppe Nord überqueren die Düna und stoßen in Richtung Pleskau vor. Riga wird von den Truppen der Wehrmacht besetzt und im Baltikum werden die deutschen Truppen als Befreier begrüßt. Die Rote Armee ist nicht nur überrascht, sondern in den folgenden Tagen auch absolut überfordert mit dem organisierten Vormarsch der Deutschen. Die Deutschen erobern Ostrow, südlich von Pleskau und machen mit ihren weitausgreifenden Vormarschbewegungen eine effektive Gegenwehr der Roten Armee unmöglich.

 

Gleichzeitig geht auch der Krieg über Europa und im Nahen Osten weiter. Die amerikanische Eagle Squadron (amerikanische Freiwilligen-Staffel) wirkte dabei zusehends mit und unterstütze die Bomberverbände der RAF! Ziel Fadenkreuz war dabei nicht mehr unbedingt das Gebiet des deutschen Reiches, sondern zusehends auch Anlagen in Frankreich. Sie wollten damit den U-Bootkrieg bzw. die Hafeninfrastruktur der Deutschen empfindlich stören. Auch sollten damit Seetransporte Richtung Afrika unterbunden werden. Im Nahen Osten konnten so die alliierten Streitkräfte Palmyra (Syrien) erobern und in Ostafrika die Commonwealth-Truppen Debra Tabor (Äthopien) erobern. Durch die starken Luftstreitkräfte war es den Briten bzw. Alliierten möglich, weitumgreifende Aktionen der Deutschen im Keim zu ersticken.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Ärmelstreifen "Großdeutschland"

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes


06.07. - 10.07.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 6. Juli 1941

 

Im Osten werden die Operationen gegen die sogenannte Stalin-Linie planmäßig fortgesetzt. Die Zahl der seit dem 22. Juni eingebrachten Gefangenen ist bis zum 5. Juli auf rund 300.000 angewachsen.

Die Luftwaffe unterstützte die Operationen durch rollende Angriffe auf feindliche Truppenansammlungen und Kolonnen. Allein im Raum um Schitomir wurden durch Bombentreffer und Beschuß mit Bordwaffen über fünfhundert Lastkraftwagen der Sowjets zerstört und 18 Eisenbahnzüge vernichtend getroffen.

Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich in der letzten Nacht gegen den Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt Smolensk. Die sowjetische Luftwaffe verlor bei elf eigenen Verlusten gestern 281 Flugzeuge, davon wurden 98 im Luftkampf abgeschossen, 183 am Boden zerstört.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote im Atlantik sechs Handelsschiffe mit zusammen 33.830 BRT und beschädigten ein weiteres Schiff durch Torpedotreffer.

Kampfflugzeuge versenkten im Seegebiet um England in der letzten Nacht zwei Frachtschiffe mit zusammen 11.000 BRT.
Deutsche Jäger schossen bei Luftkämpfen über dem Kanal am gestrigen Tage ohne eigene Verluste vier britische Jagdflugzeuge ab.

Marineartillerie brachte an der norwegischen Küste drei, ein Vorpostenboot im Kanal ein britisches Flugzeug zum Absturz.

In Nordafrika scheiterte ein Ausfallversuch britischer Panzer aus Tobruk heraus am zusammengefaßten Feuer der deutsch-italienischen Artillerie. Deutsche Kampf- und Sturzkampffliegerverbände bombardierten den Hafen von Tobruk. Ein Handelsschiff und Lagerhäuser wurden getroffen, Küstenbatterien des Feindes niedergekämpft. Zerstörerflugzeuge zersprengten britische Kraftfahrzeugkolonnen bei Habata.

Im Mittelmeerraum griffen am 4. Juli deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge die Hafenanlagen von Famagusta an der Ostküste der Insel Cypern an. Bombenvolltreffer schweren Kalibers beschädigten zwei große Handelsschiffe und Verladeeinrichtungen am Hafen. Auf einem Flugplatz der Insel schlugen Bomben in Barackenlager des Feindes.

Der Feind warf in der letzten Nacht in Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte größere Verluste an Toten und Verletzten. Wohnviertel und öffentliche Gebäude wurden vor allem in Münster und Bielefeld getroffen. Nachtjäger schossen sieben der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

Rittmeister Niemack, Führer einer Aufklärungsabteilung, die Oberleutnante Freiherr Maercken und Buchterkirch in einem Panzerregiment, sowie Oberleutnant Ritz in einem Schützenregiment zeichneten sich durch vorbildliche Tapferkeit aus.

Bei den Operationen im Nordatlantik war ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Scholz besonders erfolgreich.

Unter dem Druck der deutschen Umklammerung sind gestern westlich Minsk wiederum 52.000 Soldaten der Sowjetarmee übergelaufen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 7. Juli 1941

 

In Bessarabien sind die deutschen und rumänischen Truppen nach Abweisung von Gegenangriffen in fortschreitendem Angriff.

In der Bukowina erreichten rumänische, nordwestlich davon ungarische Kräfte den Oberlauf des Dnjestr. Czernowitz ist genommen.

Die Verfolgung des Feindes in Galizien wurde in breiter Front über Sereth fortgesetzt.
Nördlich der Pripet-Sümpfe dringen Verbände des deutschen Heeres kämpfend auf breiter Front gegen den Dnjepr und die Obere Düna vor.

Die Operationen der deutschen und finnischen Truppen verlaufen weiterhin planmäßig.

Geschwader der deutschen Luftwaffe vernichteten auch am gestrigen Tage eine große Zahl feindlicher Panzer und Lastkraftwagen, setzten Batterien der Sowjets außer Gefecht, zerstörten Eisenbahnzüge, Transportwege und Munitionslager. Wirksame Luftangriffe richteten sich ferner gegen Rückzugsbewegungen des Feindes in der Ukraine sowie gegen Befestigungsanlagen. Andere Verbände bombardierten feindliche Truppen im Raum um Smolensk und ostwärts des Peipus-Sees. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge unterstützten das Vorgehen der Erdtruppen auf der Fischer-Halbinsel und belegten Stützpunkte des Feindes mit Bomben aller Kaliber.
Die Sowjets verloren im Laufe des 6. Juli insgesamt 204 Flugzeuge, davon 160 in Luftkämpfen; 41 Flugzeuge wurden am Boden zerstört, drei durch Minensuchboote abgeschossen. Zehn eigene Flugzeuge werden vermißt.

In der östlichen Ostsee stießen deutsche Minensuchboote auf vier Sowjetzerstörer. In einem einstündigen Gefecht wurde ein Zerstörer durch Artillerietreffer beschädigt, worauf der Feind sich zurückzog. Dieselben Minensuchboote wehrten sieben feindliche Bombenangriffe ab und schossen dabei drei Sowjetflugzeuge ab.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe im St. Georgs-Kanal zwei Frachtschiffe mit zusammen 10.000 BRT.
Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht erfolgreich Flugplätze in Mittelengland und Hafenanlagen an der Süd- und Südostküste der Insel. Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

In Nordafrika erzielten deutsche und italienische Kampf- und Sturzkampfflugzeuge Bombenvolltreffer in Flak- und Artilleriestellungen um Tobruk.

Bei Angriffsversuchen am Tage verlor der Feind gestern an der Kanalküste durch Jagd- und Flakabwehr 19 Flugzeuge, ein weiteres durch Marineartillerie.

Britische Kampfflugzeuge warfen in letzter Nacht Spreng- und Brandbomben an verschiedenen Orten Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste, Brände in Wohnvierteln, unter anderem in Dortmund, konnten schnell gelöscht werden.

Bei diesen Angriffen und bei einem nächtlichen Vorstoß zur Küste der besetzten französischen Gebiete schossen Nachtjäger und Flakartillerie acht Kampfflugzeuge ab.
In der Zeit vom 3. bis 6. Juli wurden 83 britische Flugzeuge abgeschossen, davon 58 in Luftkämpfen und durch Nachtjäger, 21 durch Flakartillerie, vier durch Einheiten der Kriegsmarine.

Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien neun eigene Flugzeuge verloren.

In den Kämpfen im Osten zeichneten sich Oberleutnant Knaak, der Oberfeldwebel Werner, die Feldwebel Haut und Prohaska in einem Lehrregiment sowie der Leutnant Pepulo in einem Schützenregiment besonders aus.
Oberleutnant Philipp errang am 4. Juli seinen 31., 32. und 33. Luftsieg. Oberfeldwebel Beier in der letzten Nacht seinen 9. und 10. Nachtjagdsieg.

In der Panzerschlacht bei Dubno zeichnete sich eine Batterie des Flakregiments „General Göring" unter Führung des Hauptmanns Schulz sowie Leutnant Wilmskoetter besonders aus.

Der Matrosengefreite Ernst Kellner schoß mit einem leichten Flakgeschütz sein drittes britisches Flugzeug ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 8. Juli 1941

 

Die Operationen an der Ostfront schreiten planmäßig vorwärts.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht mit starken Kräften bei guter Erdsicht militärische Ziele im Hafen von Southampton. Durch Bombenvolltreffer schweren Kalibers und durch Abwurf Tausender von Brandbomben wurden Zerstörungen und zahlreiche Großbrände an Lagerhäusern, Dockanlagen und Versorgungsbetrieben hervorgerufen.
Weitere wirksame Luftangriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen von Portsmouth und Margate. Zwei große Handelsschiffe eines Geleitzuges ostwärts Margate erhielten Bombentreffer.

Ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge griff in der Nacht zum 7. Juli den britischen Flottenstützpunkt Alexandria an. Es wurden Bombentreffer auf einem Schwimmkran sowie in verschiedenen kriegswichtigen Anlagen des Hafens und der Stadt beobachtet. Große Brände entstanden.

Bei den Einflugversuchen an der Kanalküste wurden am gestrigen Tage bei zwei eigenen Verlusten in Luftkämpfen elf, durch Marineartillerie ein britisches Flugzeug abgeschossen.

Der Feind warf in der letzten Nacht an verschiedenen Orten Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Vor allem in Köln und Münster entstanden stärkere Zerstörungen in Wohnvierteln. Bei diesen Angriffen sowie bei nächtlichen Vorstößen des Feindes in den Raum um Calais wurden 16 britische Flugzeuge, davon 13 durch Nachtjäger und Flakartillerie, drei durch Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen.

Oberst Rothenburg, Kommandeur eines Panzerregiments, Major von Steinkeller, Kommandeur eines Kraftrad-Schützenbataillons, Oberleutnant Schenkel in einer Aufklärungsabteilung, Oberleutnant Ponath und Leutnant Kremers in einem Pionierbataillon, Leutnant Kroeger in einer Panzerabteilung, Leutnant Zumpe in einem Infanterieregiment zeichneten sich durch Tapferkeit besonders aus.

Hauptmann Lauber und Oberleutnant Boehme einer Flakabteilung bewiesen bei den Kämpfen an den Brückenköpfen der Beresina ebenfalls besondere Tapferkeit.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 9. Juli 1941

 

An der gesamten Ostfront verlaufen die Kämpfe erfolgreich.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht Rüstungswerke in Birmingham, die Staatswerft und Versorgungsbetriebe des Hafen Plymouth sowie kriegswichtige Ziele der Häfen Great-Yarmouth und Aberdeen. Viele Großbrände ließen den Erfolg dieser Angriffe erkennen.

Bei Luftangriffen gegen Flugplätze in Südostengland wurden Bombentreffer zwischen startenden Flugzeugen beobachtet.
Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 3.000 BRT und beschädigten zwei Frachter durch Bombentreffer schwer.

In der Nacht zum 8. Juli warf ein stärkerer Verband deutscher Kampfflugzeuge ein Tanklager, Lagerhallen, Tankanlagen und Ölraffinierien in der britischen Flottenbasis Haifa in Brand.

Bei Versuchen des Feindes, am gestrigen Nachmittag die Kanalküste und die Deutsche Bucht anzugreifen, schossen Jäger bei nur einem eigenen Verlust elf britische Jagdflugzeuge ab.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben an verschiedenen Orten Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten.
Nachtjäger und Flakartillerie schossen acht der angreifenden britischen Flugzeuge ab.
Bei den siegreichen Luftkämpfen des gestrigen Tages am Kanal erreichte das Jagdgeschwader Richthofen seinen 644. Luftsieg und damit jene Zahl von Abschüssen, die das Traditionsgeschwader bis zum Ende des Weltkrieges erzielt hat. Hierbei errang Leutnant Schnell seinen 38., 39. und 40. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 10. Juli 1941

 

Die Operationen im Osten schreiten unaufhaltsam vorwärts.

An der Finnischen Front wurde am 8. Juli, durch Umfassungsbewegungen finnischer Kräfte unter­stützt, das sehr befestigte Salla nach mehrtägigen Kämpfen durch deutsche Verbände genommen. Die dort kämpfende Sowjetdivision wurde zerschlagen.

In Nordafrika wurden örtliche Vorstöße feindlicher Panzer aus Tobruk abgewiesen. Deutsche Kampfflugzeuge belegten am 8. und 9. Juli militärische Ziele des Hafens Tobruk und einen Flugplatz südostwärts Marsa Matruk erfolgreich mit Bomben. Nördlich Sollum erhielt ein britischer Zerstörer Bombentreffer.

Stärkere Kräfte deutscher Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Flugzeughallen westlich Ismailia am Suez-Kanal in Brand.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichtete die Luftwaffe in der letzten Nacht aus einem gesicherten Geleitzug nördlich Newquay heraus fünf Handelsschiffe mit zusammen 21.000 BRT und bombardierte wirksam Hafenanlagen an der Ost- und Südostküste der Insel.

In der Nacht zum 8. Juli wurde nördlich Berwick ein weiteres großes Handelsschiff von Kampfflugzeugen schwer beschädigt.

An der Kanalküste schossen am gestrigen Tage Jäger 17, Flakartillerie und Marineartillerie je ein britisches Jagdflugzeug ab.

Britische Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht verschiedene Orte Westdeutschlands. Die Verluste der Zivilbevölkerung sind gering. Die Krankenanstalt Bethel bei Bielefeld wurde abermals mit Brandbomben belegt. Bei diesen Angriffen verlor der Feind durch Jagd- und Flakabwehr vier, durch Marineartillerie zwei Kampfflugzeuge.

Hauptmann Balthasar, Träger des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, der mit 40 Luftsiegen an den genannten Erfolgen der Luftwaffe hervorragend beteiligt war, fand in siegreichen Luftkämpfen am Kanal den Heldentod. Mit ihm verlor die Luftwaffe einen ihrer tapfersten Jagdflieger. Das Andenken dieses heldenhaften Offiziers des Jagdgeschwaders „Richthofen", der sich schon in der Legion „Condor" durch todesmutigen Einsatz wiederholt ausgezeichnet hatte, wird im deutschen Volk unvergessen bleiben.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

 

Der Tag



Der Seekrieg im Atlantik geht nun auch erstmals mit maritimen Landungsstreitkräften weiter. So landen US Marine-Infanteristen auf Island, um die englische Garnison der Insel abzulösen und die Briten somit zu entlasten. Die Deutschen konnten nun die Insel nicht besetzen, als Stützpunkt ausbauen ohne den Amerikanern den Krieg zu erklären. Somit bleib der deutschen Luftwaffe dieser wichtige Stützpunkt, auch für den Luftkampf über den britischen Inseln versagt. Die RAF hat nun sprichwörtlich den Rücken frei und trauen sich auch zu erste Tagesangriffe durch viermotorige Fortress-I-Bomber (B-17C Flying Fortress) zu starten. Gleichzeitig bauen Briten und Russen ihre militärische Verständigung weiter aus und eine sowjetische Militärmission agiert und koresponidert nun von London aus. Unter den Achsenmächten wurden nun auch Gespräche geführt und Verständigungen gefunden, so zwischen Italien und dem Deutschen Reich. Beide vereinbaren die territoriale Aufteilung Jugoslawiens. Italien annektiert die Dalmatische Küste, Ungarn das Drau-Dreieck, Kroatien wird ein unabhängiger Staat, Serbien erhält eine deutsche Militärverwaltung und Bulgarien erhält Teile von Mazedonien.

 

Dies alles geschieht im Schatten der vorrückenden deutschen Wehrmacht, die im Schnelldurchgang Witebsk erobert hat. Dies sehen auch die Amerikaner und haben nach der Besetzung Islands eine erhöhte Verteidigungspolitik im Auge. Roosevelt forderte damals vom Kongress einen zusätzlichen Verteidigungshaushalt über 4,77 Milliarden US-Dollar, vor allem im Hinblick auf einen von der deutschen Marine kontrollierten Atlantik!

 

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Fallschirmjäger-Divisionen der Wehrmacht

Luftlande-Sturm-Regiment 1


11.07. - 15.07.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 11. Juli 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist mit der Doppelschlacht um Bialystok und Minsk nunmehr die größte Material- und Umfassungsschlacht der Weltgeschichte abgeschlossen.
323.898 Gefangene, darunter mehrere kommandierende Gnerale und Divisionskommandeure, fielen in unsere Hand, 3.332 Panzerkampfwagen, 1.809 Geschütze und zahlreiche Mengen an sonstigen Waffen wurden erbeutet oder vernichtet.

Damit hat sich die Gesamtzahl der bisher an der Ostfront eingebrachten Gefangenen auf über 400.000 erhöht.
Die Zahl des erbeuteten oder vernichteten feindlichen Materials ist auf 7.615 Panzerkampfwagen und 4.423 Geschütze angewachsen.

Die Sowjetluftwaffe verlor bisher insgesamt 6.233 Flugzeuge.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt versenkten Unterseeboote im Nordatlantik vier feindliche Handelsschiffe mit 27.600 BRT. Ostwärts Peterhead wurde durch die Luftwaffe ein Frachter von 4.000 BRT versenkt.

In der letzten Nacht bombardierten starke Verbände von Kampfflugzeugen den Versorgungshafen Hull am Humber mit durchschlagender Wirkung. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen von Great-Yarmouth und Berwick sowie Flugplätze und Scheinwerferstellungen in Ost- und Südengland.
Bei Versuchen, des Feindes, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, schossen Jäger 21, Flakartillerie vier, Marineartillerie drei britische Flugzeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben an einigen Orten Westdeutschlands. Die Verluste der Zivilbevölkerung sind gering.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 12. Juli 1941

 

Die Operationen der verbündeten Truppen an der Ostfront verlaufen planmäßig.

Bei bewaffneter Aufklärung gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe südwestlich Plymouth ein Unterseeboot und westlich Portreath einen Frachter von 2.000 BRT.

Im Mittelmeerraum griffen deutsche Kampfflugzeuge militärische Anlagen in Tobruk wirksam an.
In der letzten Nacht wurde der britische Stützpunkt Port Said am Suez-Kanal bombardiert.

In Luftkämpfen an der Kanalküste verlor der Feind zwölf Jagdflugzeuge vom Muster Spitfire.

Einzelne britische Kampfflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht im Nordwestdeutschen Küstengebiet eine geringe Zahl von Bomben, die Schäden sind unerheblich.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 13. Juli 1941

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist die Stalin-Linie in kühnem Ansturm an allen entscheidenden Stellen durchbrochen.

Die aus der Moldau heraus angetretenen deutsch-rumänischen Armeen haben den Feind in breiter Front auf und über den Dnjestr geworfen.

Aus Galizien heraus verfolgen deutsch-slowakisch-ungarische Truppen den fliehenden Feind. Nordostwärts des Dnjestr stehen deutsche Truppen dicht vor Kiew.

Nördlich der Pripet-Sümpfe ist die starke Befestigungszone am Dnjepr bezwungen. Damit ist die Mitte unserer Angriffsfront über 200 Kilometer ostwärts von Minsk vorgetragen.
Ostwärts des Peipus-Sees sind deutsche Panzerverbände im Vorgehen auf Leningrad.

Unsere Luftwaffe hat durch Zerstörung des feindlichen Eisenbahnnetzes dem Gegner schon jetzt jede Möglichkeit einer Gegenoperation größeren Stils genommen. Bei zahlreichen feindlichen Verbänden zeigen sich Verfalls- und Auflösungserscheinungen. Die für die Fortführung der Operationen unserer Panzerarmeen erforderlichen Nachschubbasen sind bereits bis dicht an die frühere Stalin-Linie vorgeschoben.

Ein Schnellboot torpedierte in der östlichen Ostsee ein Sowjethandelsschiff von 3.500 BRT, mit dessen Untergang zu rechnen ist.

In Nordafrika wurde ein von stärkerem Artilleriefeuer vorbereiteter nächtlicher Ausfallversuch der Briten aus Tobruk abgewiesen.

Deutsche Kampfflugzeuge warfen Munitionslager bei Marsa Matruk in Brand, kämpften in Tobruk Flakbatterien aus der Luft nieder und vernichteten Munitionslager durch Bombenwurf.

Im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt vernichtete die Luftwaffe in der letzten Nacht vor der Britischen Südostküste einen Frachter von 4.000 BRT. Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der Themsemündung und im Südwesten der Insel.

An der Kanalküste verlor der Feind gestern drei Jagdflugzeuge im Luftkampf, drei Kampfflugzeuge durch Luftabwehr der Kriegsmarine.

Der Feind warf in der vergangenen Nacht mit schwachen Kräften Bomben im Nordwestdeutschen Küstengebiet, ohne nennenswerte Schäden anzurichten. Nachtjäger schossen zwei der angreifenden Kampfflugzeuge ab.

Korvettenkapitän Schütze hat bisher insgesamt 37 Schiffe versenkt und damit als siebenter Unterseebootkommandant über 200.000 BRT vernichtet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 14. Juli 1941

 

Die Durchbruchsoperationen an der Ostfront verlaufen planmäßig.

Die finnische Wehrmacht unter dem Oberbefehl des Feldmarschalls Mannerheim ist beiderseits des Ladoga-Sees zum Angriff angetreten.

Zerstörer versenkten zwei Vorpostenboote der Sowjetmarine.

Im Seegebiet um England warfen Kampfflugzeuge aus einem Geleitzug heraus zwei Frachter in Brand und erzielten Bombenvolltreffer auf zwei weiteren Handelsschiffen.

Kampffliegerverbände bombardierten in der letzten Nacht mit gutem Erfolg Hafenanlagen an der Süd- und Südostküste Englands.

Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften einige Bomben in Nordwestdeutschland, ohne Wirkung zu erzielen. Nachtjäger schossen ein britisches Kampfflugzeug ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 15. Juli 1941

 

Die Operationen im Osten sind im stetigen Fortschreiten.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht mit stärkeren Kräften abermals den Versorgungshafen Hull. Ausgebreitete Brände entstanden.

Im St. Georgs Kanal wurde ein Handelsschiff von 6.000 BRT durch Bombenwurf versenkt.

In Nordafrika zersprengten deutsche Jäger Ansammlungen britischer Kraftfahrzeuge bei Sidi el Barani. Deutsche Kampfflugzeuge brachten feindliche Batterien um Tobruk zum Schweigen.

Ein Verband deutscher Kampfflugzeuge bombardierte in der Nacht zum 14. Juli britische Schiffe auf der Reede von Suez. Zwei Frachter mit zusammen 12.000 BRT wurden vernichtet, zwei weitere große Schiffe erhielten Volltreffer.

Bei Angriffsversuchen britischer Kampf- und Jagdflugzeuge an der Kanalküste wurden gestern durch Jäger und Flakartillerie zwölf, durch Marineartillerie ein feindliches Flugzeug abgeschossen.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Spreng- und Brandbomben in Nordwestdeutschland, vor allem in Hannover sowie im Küstengebiet. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten.
Nachtjäger und Flakartillerie schossen sieben der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

 

Der Tag



In den OKW Berichten wird zu dieser Zeit kaum ein Blatt vor den Mund genommen und die Angaben entsprechen absolut den Fakten an der Ostfront. Die Truppen der Wehrmacht überqueren den Dnjepr und die Panzerspitzen legen jeden Tag mehr Kilometer zurück. Die Heeresgruppe Süd wehrt einen großen sowjetischen Gegenangriff ab, hebelt die Offensive aus und bedroht nun Kiew. Daraufhin werden die Frontkommandeure der Roten Armee ausgewechselt und durch Woroschilow im Norden, Timoschenko in der Mitte und Budjonny im Süden ersetzt. Diese setzten auf eine neue Taktik und Neukoordinierung der eigen Truppen, was nicht verhindern kann, dass deutsche Truppen den Fluss Luga erreichen und so unmittelbar vor Leningrad eine wichtige Säule des sowjetischen Riesenreich ins Wanken bringen. Weitere Erfolge können bei Smolensk verzeichnet werden, dort schließen deutsche Verbände etwa 300.000 Russen im Kessel von Smolensk-Orscha ein. Dazu kommt, dass Stalins Sohn, Leutnant Jakob Dschugaschwili, von deutschen Soldaten gefangengenommen wurde.

 

Stalin sieht sich nun mit dem Rücken zur Wand stehen und setzt auch auf eine diplomatische Lösung. Die Sowjetunion und Großbritannien schließen Mitte Juli draufhin einen Beistandspakt, welcher einer Erklärung enthält, dass weder Großbritannien noch die UdSSR einen Separatfrieden mit den Achsenstaaten machen werden.
Die Seestreit- und Luftstreitkräfte versagen ähnlich wie die Landstreitkräfte. Ihre Versuche den deutschen Nachschub zu stören verlaufen im Sande bzw. scheitern die Angriffe auf ganzer Linie. Bei einem groß angelegten Angriff auf einen deutschen Geleitzug vor der Küste von Lettland konnte nur ein Schiff versenkt werden. Das Schlachtschiff Oktjabrskaja-Revoluzia und der Kreuzer Kirow beschießen unter Luftdeckung den von deutschen Truppen besetzten Hafen von Riga in Lettland, diese Aktion trägt auch nur wenige Früchte. Auch die Luftabwehr scheitert kläglich, Sie unterliegen der deutschen Luftwaffe vor allem auf technischem Niveau und können so nicht verhindern, dass deutsche Flugzeuge Kiew bombardieren. Als Gegenschlag fliegt die Rote Luftwaffe Angriffe auf die Ploesti Erdölfelder in Rumänien.
Auf den anderen Schlachtfeldern geht es weiter, wobei es zu einem immer effektiveren Einsatz der RAF kommt und die Wehrmacht versuchte mit erhöhter Intensität die eigenen Versorgungsrouten zu schützen. Der englische Zerstörer HMS Defender wird in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli während einer Versorgungsfahrt von Alexandria nach Tobruk von deutschen Flugzeugen bombardiert.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Myoko-Klasse

HMS Habbakuk (Megaflugzeugträger aus Eis)


16.07. - 23.07.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 16. Juli 1941

 

Sondermeldung: Bei den Kämpfen an der Ostfront schoß Oberstleutnant Mölders, Kommodore eines Jagdgeschwaders, gestern fünf Sowjetflugzeuge ab. Er hat damit in diesem Kriege insgesamt 101 Abschüsse erzielt und einschließlich seiner 14 Abschüsse im Spanienfeldzug insgesamt 115 Luftsiege errungen.
Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat diesem heldenhaften Vorbild der Luftwaffe und erfolgreichsten Jagdflieger der Welt als erstem Offizier der deutschen Wehrmacht die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Im Osten nehmen die Operationen weiterhin ihren günstigen Verlauf.

An mehreren Stellen wurden verzweifelte sowjetische Gegenangriffe unter blutigen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen.

Im Kampf gegen Großbritannien beschädigte die Luftwaffe ostwärts Newcastle zwei große Frachtschiffe schwer. Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht die Hafenanlagen von Margate.

Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben in Westdeutschland. Nachtjäger schossen drei der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 17. Juli 1941

 

Durch Einsatz ihrer letzten Reserven versucht die Sowjetführung, dem Ansturm der deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten Halt zu gebieten. Auf der gesamten Ostfront ist ein gewaltiges Ringen um die Entscheidung im Gange. Rund neun Millionen Soldaten stehen sich hier in einem Kampf gegenüber, dessen Ausmaß alle geschichtlichen Vorstellungen übertrifft. Große Erfolge bahnen sich an.

Auf dem Südflügel eroberten deutsche und rumänische Truppen Kischinew, die Hauptstadt Bessarabiens.

Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge einen Frachter von 3.000 BRT und beschädigten ein großes Handelsschiff schwer.

In der letzten Nacht wurden Flugplätze in den Midlands bombardiert. In Hallen und Unterkünften entstanden heftige Brände und Explosionen. Andere Kampfflugzeuge belegten militärische Anlagen im Hafen von Great-Yarmouth mit Bomben.

In der Nacht zum 16. Juli griff ein Verband deutscher Kampfflugzeuge den Hafen Suez an und warf Öllager am Südausgang des Kanals in Brand.

Bei dem Versuch britischer Flugzeuge, am gestrigen Tage die Holländische Küste anzugreifen, schossen Vorpostenboote sechs, Flakartillerie drei feindliche Kampfflugzeuge ab.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an wenigen Orten in Nortwestdeutschland eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben. Es entstanden nur unerhebliche Schäden.

Nachtjäger und Flakartillerie schossen drei der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 18. Juli 1941

 

Die gewaltigen Kampfhandlungen an der Ostfront verlaufen auf allen Abschnitten zu unseren Gunsten.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht mit starken Kräften abermals Lagerhäuser, Getreidespeicher, Ölmühlen und Dockanlagen des Versorgungshafens Hull. Es entstanden Großbrände und heftige Explosionen.
Andere Kampfflugzeuge versenkten vor der Britischen Ostküste einen Frachter von 3.000 BRT, beschädigten zwei weitere große Handelsschiffe und griffen mit guter Wirkung Flugplätze in den Midlands an.

Vor der Nordafrikanischen Küste versenkten deutsche und italienische Kampfflugzeuge am 15. Juli bei Sidi el Barani ein größeres Handelsschiff und trafen ein zweites Schiff schwer. In Luftkämpfen wurden fünf britische Jagdflugzeuge abgeschossen.

Bei Versuchen britischer Kampf- und Jagdflugzeuge, am gestrigen Tage die Kanalküste anzugreifen, brachten Jäger und Flakartillerie zehn feindliche Flugzeuge zum Absturz.
Minensuchstreitkräfte schossen im Kanal vier britische Flugzeuge ab.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht in Westdeutschland einige Spreng- und Brandbomben, ohne nennenswerte Wirkung zu erzielen. Nachtjäger und Flakartillerie schossen drei der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

Sondermeldung: Der Durchbruch durch die stark befestigte Stalin-Linie zwischen Mogilew und Witebsk hat sich über Smolensk hinaus erweitert.
Vom Feinde zäh verteidigt, ist Smolensk selbst am 16. Juli genommen worden.
Alle Versuche des Feindes, diese Stadt wiederzugewinnen, sind gescheitert.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 19. Juli 1941

 

Deutsch-rumänische Truppen haben aus Bessarabien heraus an mehreren Stellen den Übergang über den Dnjestr erzwungen.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat sich der Durchbruch durch die stark befestigte Stalin-Linie nördlich der Pripet-Sümpfe über Smolensk hinaus erweitert. Das vom Feinde zäh verteidigte Smolensk selbst wurde schon am 16. Juli genommen.

Verbände der verbündeten finnischen Wehrmacht brachen erbitterten feindlichen Widerstand und stießen bis zum Nordufer des Ladoga-Sees vor.

Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge einen Frachter von 1.500 BRT und erzielten Bombentreffer auf zwei weiteren Handelsschiffen.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht abermals den britischen Flottenstützpunkt Alexandria an.

Bei Angriffsversuchen britischer Flugzeuge an der Kanalküste wurden am gestrigen Tage durch Jäger fünf, durch Vorpostenboote drei, durch Marineartillerie zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Der Feind flog weder bei Tage, noch in der Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 20. Juli 1941

 

Die aus Bessarabien vorgehenden deutsch-rumänischen Kräfte haben nach Brechung des feindlichen Widerstandes auf dem Ostufer des Dnjestr die Verfolgung aufgenommen.

Im Raum um Smolensk verlaufen die Operationen weiterhin planmäßig.

An der Finnischen Front wurden weitere Erfolge erzielt.

An zahlreichen Stellen der Ostfront scheiterten verzweifelte Ausbruchsversuche eingeschlossener Sowjettruppen. Der Feind erlitt hierbei wieder schwere blutige Verluste.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht militärische Anlagen in Mittel- und Ostengland.

Bei Versuchen des Feindes, am Tage die besetzten Gebiete am Kanal und an der Norwegischen Küste anzugreifen, schossen Jäger und Flakartillerie sieben, Marineartillerie zwei, ein Vorpostenboot ein britisches Flugzeug ab.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an wenigen Orten Nordwestdeutschlands, vor allem auf die Stadt Hannover, Spreng- und Brandbomben. Wehrwirtschaftlicher oder militärischer Schaden entstand nirgends. Nachtjäger schossen eines der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 21. Juli 1941

 

Im Südteil der Ostfront verfolgen deutsche, rumänische und ungarische Truppen den geschlagenen Feind.
An der gesamten übrigen Front nehmen die Kampfhandlungen unter Vernichtung zahlreicher eingeschlossener feindlicher Gruppen weiterhin einen erfolgreichen Verlauf.

Im Kampf gegen Großbritannien versenkte die Luftwaffe in der letzten Nacht vor der Britischen Ostküste zwei Frachtschiffe mit zusammen 11.000 BRT sowie ein Schnellboot.

Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen an der Schottischen Ostküste, an der Südostküste Englands und Flugplätze im Südosten der Insel.

In Nordafrika belegten deutsche Kampfflugzeuge britische Artilleriestellungen und Kaianlagen in Tobruk wirksam mit Bomben. In Luftkämpfen wurden drei britische Jagdflugzeuge abgeschossen.

Bei Versuchen britischer Flugzeuge am gestrigen Tage und in den heutigen Morgenstunden die Kanalküste anzugreifen, schossen Jäger und Flakartillerie acht, Vorpostenboote und Sperrbrecher vier feindliche Flugzeuge ab.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Westdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 22. Juli 1941

 

Die Durchbruchsoperationen der deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten haben die sowjetische Verteidigungsfront in zusammenhanglose Gruppen zerrissen. Trotz zähen örtlichen Widerstandes und hartnäckig geführter Gegenangriffe läßt sich eine einheitliche Führung des Feindes nicht mehr erkennen.

An der gesamten Ostfront schreiten die auf Zerschlagung und Vernichtung der einzelnen Kräftegruppen der Sowjetwehrmacht hinzielenden Operationen stetig fort.

Als Vergeltung für die bolschewistischen Luftangriffe auf die offenen Hauptstädte der Verbündeten, Bukarest und Helsinki, griff die Luftwaffe in der letzten Nacht erstmalig Moskau an. Starke Kampffliegerverbände bombardierten bei guter Erdsicht in rollenden Angriffen militärische Anlagen des bolschewistischen Verkehrs- und Rüstungszentrums.
Im Bereich des Kreml und des Moskwa-Bogens riefen Bombenvolltreffer zahlreiche Großfeuer und Flächenbrände hervor. Gebäude hoher Kommandostellen und Verwaltungsbehörden der Sowjets sowie Versorgungsbetriebe der Stadt wurden zerstört oder schwer getroffen.

Im Seegebiet um England erzielten Kampfflugzeuge Bombenvolltreffer auf zwei großen Frachtschiffen. Andere Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht Hafenanlagen im Südosten der Insel.

Am Suez-Kanal belegten deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum 22. Juli militärische Anlagen mit Bomben aller Kaliber.

Jäger schossen bei Versuchen des Feindes, am Tage die Kanalküste anzugreifen, sechs britische Flugzeuge ab.
Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an verschiedenen Orten Südwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Vorwiegend Wohnhäuser wurden zerstört oder beschädigt. Flakartillerie schoß eines der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 23. Juli 1941

 

In der Ukraine dringen deutsche, rumänische, ungarische und slowakische Truppen in rastloser Verfolgung weiter vor.
An den übrigen Teilen der Ostfront wird die Einschließung und Vernichtung kleinerer und größerer sowjetischer Kräftegruppen fortgesetzt. Bei seinen überall gescheiterten Ausbruchsversuchen und Entlastungsangriffen hatte der Feind ungewöhnlich blutige Verluste.

An der Finnischen Front verlaufen die Operationen bei weiterem Geländegewinn planmäßig.

Die Luftwaffe bombardierte auch in der letzten Nacht mit starken Kräften militärische Anlagen in Moskau. Durch Bombentreffer schweren und schwersten Kalibers sowie durch große Mengen von Brandbomben wurden weitere folgenschwere Zerstörungen angerichtet. Brände aus den Angriffen der vorletzten Nacht waren noch nicht eingedämmt.

Im Seegebiet um England versenkten Kampfflugzeuge ein Frachtschiff von 5.000 BRT. Weitere Luftangriffe richteten sich in der letzten Nacht gegen Hafenanlagen am Humber und in Südostengland sowie gegen verschiedene Flugplätze.
Am Tage schossen an der Kanalküste Jäger und Flakartillerie elf, Marineartillerie und Vorpostenboote vier britische Flugzeuge ab.

Feindliche Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an verschiedenen Orten Südwestdeutschlands wirkungslos eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

 

Der Tag



Auf dem Kontinent in ständiger Rückzugsbewegung, setzt die Sowjetunion auf ihre Flotte, die mit dem Schlachtschiff Oktjabrskaja-Revoluzia und dem Kreuzer Kirow den von deutschen Truppen besetzten Hafen von Riga in Lettland beschießen. Auch die roten Flieger spielen hierbei eine hervorgehobene Rolle. Auch spielt Stalin weiter erfolgreich seine Diplomatie Karte aus, vereinbart mit der tschechischen Exilregierung in London, dass auf dem Gebiet der UDSSR eine tschechische Armee aufgestellt werden soll. Stalin selbst ernennt sich zum Volkskommissar für Verteidigung und beansprucht das Oberkommando der besetzten Länder im Osten und deren Widerstandskämpfer für sich. Auch Hitler geht weiter mit der Diplomatie im Gepäck gegen den Osten und auch Nahen Osten vor, so schließt das Deutsche Reich mit der Türkei ein Handelsabkommen. Auch Britannien spielen neben der militärischen Karte, das Spiel mit der Propaganda sehr gut. Die Kampagne 'V for Victory' (V für Sieg) in einer Mitternachts-Radiosendung der BBC wird zum Erfolg, dabei wird das 'V for Victory' vor allem durch Churchill höchst populär und überall bekannt. Auch wird Churchill zu einem Symbol des britischen Widerstandswillens und der neue, schwere Churchill-Panzer nach ihm benannt.

 

An der Ostfront wollen die Deutschen eine Entscheidung in den nächsten Monaten herbeiführen, wobei Moskau das Ziel der Wehrmachtsoffensiven sein soll. Um das Ziel Sturmreif zu Schießen, werden in der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 127 Bombern der Luftwaffe auf Moskau losgelassen. Abgeworfen werden 110 Tonnen an Bomben, welche unter schwersten Flakbeschuss ins Ziel geführt wurden. Die Verluste waren dementsprechend hoch und sollten eher die Moral als die Industrie treffen. Als Reaktion wird die Moskauer Metro zu einem Zufluchtsort und Symbol des Ausharre-willens der Moskowiter. Die deutschen Panzerspitzen bereiten sich derweil am Ilmen-See, südlich von Leningrad, auf den Sturm gegen die Ostseemetropole vor.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Edelweißpiraten

Dr. Julius Leber


24.07. - 31.07.1941

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 24. Juli 1941

 

An der gesamten Ostfront nehmen die Operationen der deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten trotz starker örtlicher Gegenwehr und schwieriger Wegeverhältnisse ihren planmäßigen Verlauf.

Starke Kampffliegerverbände belegten auch in der letzten Nacht wehrwirtschaftliche und militärische Anlagen der Stadt Moskau mit Bomben aller Kaliber.

Die britische Luftwaffe erlitt am gestrigen Tage bei Versuchen, die Kanalküste anzugreifen, eine ihrer schwersten Niederlagen. Jäger schossen 46, Flakartillerie und Vorpostenboote je drei, Marineartillerie zwei britische Flugzeuge ab. Damit verlor der Feind innerhalb weniger Stunden 54 Flugzeuge. Bei diesen Luftkämpfen gingen drei eigene Flugzeuge verloren.

Im Kampf gegen Großbritannien bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht Häfen und militärische Anlagen an der West- und Ostküste Englands.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht an einigen Orten Südwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Der entstandene Schaden ist unbedeutend.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 25. Juli 1941

 

Die Operationen im Osten schreiten auf der gesamten Front unter teilweise harten Kämpfen planmäßig fort. Große Mengen von Gefangenen und Kriegsmaterial werden täglich eingebracht.

Einzelne Kampfflugzeuge belegten in der letzten Nacht militärische Anlagen im Ostteil der Stadt Moskau und nördlich des Kreml mit Bomben.

Im Kampf gegen England bombardierten Flugzeuge, die zur bewaffneten Aufklärung eingesetzt waren, Hafenanlagen im Nordosten der Insel. Seestreitkräfte schossen drei britische Kampfflugzeuge ab.

Die britische Luftwaffe erlitt auch gestern an der Kanalküste eine schwere Niederlage. Der Feind verlor 33 Flugzeuge, von denen 27 - darunter neun viermotorige Kampfflugzeuge - durch Jäger und sechs durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Vier eigene Flugzeuge gingen verloren.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht im Nordwestdeutschen Küstengebiet Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Wehrwirtschaftlicher oder militärischer Schaden entstand nicht. Nachtjäger und Flakartillerie schossen zwei der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 26. Juli 1941

 

In der Ukraine wurde örtlicher Widerstand feindlicher Nachhuten gebrochen. Die verbündeten Truppen setzten trotz schlechter Witterungs- und schwieriger Wegeverhältnisse die Verfolgung des geschlagenen Feindes fort.

Die Säuberung Besarabiens durch rumänische Verbände steht vor dem Abschluß.
Im Raum westlich und südwestlich Wjasma scheiterten Angriffe starker neu in den Kampf geworfener sowjetischer Kräfte unter schweren Verlusten für den Feind.

Kampfflugzeuge erzielten bei einem Tagesangriff Bombenvolltreffer in Bahnanlagen der Stadt Moskau.

Im Seegebiet um England vernichtete die Luftwaffe einen Frachter von 4.000 BRT. Andere Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht Versorgungsbetriebe des Hafens Great-Yarmouth in Brand und bombardierten Flugplätze im Osten der Insel.

Seestreitkräfte schossen zwei britische Kampfflugzeuge ab.

In Nordafrika lebhafte Spähtrupptätigkeit vor Tohruk.

Deutsche Kampfflugzeuge belegten in der Nacht zum 26. Juli abermals militärische Anlagen des britischen Flottenstützpunktes Alexandria mit Bomben aller Kaliber.

Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht in Nordwestdeutschland Spreng- und Brandbomben. Nur einzelnen Flugzeugen gelang es, bis zur Reichshauptstadt vorzudringen. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. An einigen Stellen entstanden Gebäudeschäden.
Nachtjäger und Flakartillerie schossen acht der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 27. Juli 1941

 

An der gesamten Ostfront werden die Operationen mit Erfolg fortgesetzt.

Kampfflugzeuge griffen auch in der letzten Nacht Verkehrsanlagen und Versorgungsbetriebe der Stadt Moskau mit guter Wirkung an.

In Südostengland bombardierte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht wehrwirtschaftliche Anlagen.

Deutsche Kampfflugzeuge belegten in der Nacht zum 27. Juli militärische Ziele am Suez-Kanal mit Bomben.

Bei einem im Schutze der Wolken durchgeführten Tagesangriff einzelner britischer Kampfflugzeuge auf Wohnviertel der Stadt Emden hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Eine Anzahl von Wohngebäuden wurde zerstört oder beschädigt.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden in der letzten Nacht nicht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 28. Juli 1941

 

Die Schlacht von Smolensk nähert sich ihrem erfolgreichen Abschluß. Alle Versuche, die Vernichtung der eingeschlossenen sowjetischen Verbände zu verhindern, wurden vereitelt.

In der Ukraine drängen die verbündeten Truppen trotz schwierigster Wegeverhältnisse dem weichenden Gegner unentwegt nach.

An der finnischen Front gewannen deutsche und finnische Truppen gegenüber zähem feindlichem Widerstand weiter Boden.

Als Vergeltung für die wiederholten Luftangriffe britischer Kampfflugzeuge auf Wohnviertel deutscher Städte bombardierte die Luftwaffe in der letzten Nacht die britische Hauptstadt. Westlich des Themse-Bogens wurden starke Brände hervorgerufen.

Kampfflugzeuge versenkten bei den Faröer-Inseln einen größeren Frachter und beschädigten ein Handelsschiff schwer. Vor der Schottischen Ostküste erhielt ein großes Handelsschiff einen Lufttorpedotreffer.

Der Feind flog weder bei Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 29. Juli 1941

 

Rumänische Truppen haben das Mündungsgebiet des Dnjestr erreicht. Bessarabien ist damit restlos vom Feinde befreit.
In der Ukraine schreiten die Operationen stetig fort.
Die im Zuge des Durchbruchs durch die Stalin-Linie in der Richtung zu Smolensk überrannten Kräftegruppen des Feindes sind nunmehr im wesentlichen aufgerieben. Der letzte Kessel ostwärts Smolensk geht seiner Vernichtung entgegen. Große Zahlen an Gefangenen und Beute können als Ergebnis dieser gewaltigen Vernichtungsschlacht in wenigen Tagen gemeldet werden.

Westlich des Peipus-See sind feindliche Kräfte durch die mit der Säuberung beauftragten Verbände ebenfalls eingeschlossen und stehen vor ihrer Vernichtung.

Stärkere Kampffliegerverbände bombardierten in der letzten Nacht mit guter Wirkung Rüstungswerke, Versorgungsbetriebe und Verkehrsanlagen der Stadt Moskau.

Im Kampf gegen England versenkte die Luftwaffe nordwestlich der Shetland-Inseln ein Handelsschiff von 1.000 BRT. Vor der Englischen Südostküste erhielt ein großes Handelsschiff einen Bombenvolltreffer.

Weitere Luftangriffe richteten sich in der vergangenen Nacht gegen Hafenanlagen an der Nordost- und Südostküste der Insel.

Ein Vorpostenboot schoß ein britisches Flugzeug ab.
Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt.

Sondermeldung: Deutsche Unterseeboote errangen in der Atlantikschlacht wiederum einen großen Erfolg. Von Zerstörern, Korvetten, Unterseebootfallen und Hilfskreuzern hart bedrängt, bekämpften sie tagelang einen britischen Geleitzug und versenkten insgesamt 19 Dampfer mit 116.500 BRT. Ferner wurden von den Sicherungsstreitkräften ein Zerstörer und eine Korvette vernichtet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 30. Juli 1941

 

Erneute Versuche des Gegners, seine ostwärts Smolensk eingeschlossenen Kräfte durch Entsatzangriffe zu befreien, wurden abgewiesen. Der Feind erlitt hierbei schwere Verluste.

An den übrigen Teilen der Ostfront verlaufen die Operationen planmäßig.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten Unterseeboote im Kampf gegen stark gesicherte britische Geleitzüge trotz heftiger Abwehr durch Zerstörer, Korvetten, Unterseebootsfallen und Hilfskreuzer 19 Handelsschiffe mit zusammen 116.500 BRT sowie einen Zerstörer und eine Korvette.

Vor der Schottischen Ostküste versenkte die Luftwaffe einen Frachter von 6.000 BRT.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Nacht mit gutem Erfolg Hafenanlagen von Great-Yarmouth sowie einen Flugplatz in Ostengland.

Vor der Nordafrikanischen Küste versenkten deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge nördlich Tobruk einen großen Tanker und beschädigten ein Versorgungsschiff schwer.
Weitere erfolgreiche Angriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten sich gegen britische Barackenlager bei Marsa Matruk.

Am Suez-Kanal wurden in der Nacht zum 29. Juli militärische Anlagen bombardiert.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden nicht statt.

In der Atlantikschlacht haben sich die Unterseeboote unter Führung von Kapitänleutnant Mützelburg, Kapitänleutnant Bauer und Oberleutnant zur See Schüler besonders ausgezeichnet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 31. Juli 1941

 

Bei der Verfolgung der in der Ukraine geschlagenen Sowjetarmeen stießen deutsche Kräfte tief in die feindlichen Rückzugsbewegungen hinein. Die Einschließung des Feindes ostwärts Smolensk wurde weiter verengt. Die in Estland kämpfenden Verbände warfen den Gegner nach Norden zurück.

Kampfflugzeuge belegten in der vergangenen Nacht militärische Ziele in Moskau sowie den Eisenbahnknotenpunkt Orel wirksam mit Bomben.

Unterseeboote verfolgten die zersprengten Reste des im Atlantik angegriffenen Geleitzuges und versenkten fünf weitere bewaffnete Handelsschiffe von zusammen 24.000 BRT. Die Gesamtverluste des Feindes durch diese Operationen haben sich damit auf 140.500 BRT erhöht.

Im Kampf gegen England beschädigte die Luftwaffe durch Bombenwurf ein großes Handelsschiff ostwärts Lowestoft schwer. Weitere Bombenangriffe erfolgten in der letzten Nacht auf Flugplätze im Südosten und Südwesten der Insel.

Der Angriffsversuch von rund 40 britischen Flugzeugen, die von einem Flugzeugträger im nördlichen Eismeer gegen den Hafen Kirkenes gestartet waren, wurde vereitelt. Der Feind verlor hierbei in Luftkämpfen 23 Flugzeuge, durch Flakartillerie und Marineartillerie fünf Flugzeuge.

Über der Deutschen Bucht schossen Jagdflugzeuge aus einem Verband von acht englischen Bombern fünf Flugzeuge ab. Marineartillerie brachte zwei, ein Räumboot ein britisches Kampfflugzeug zum Absturz.

An einigen Orten Westdeutschlands warfen britische Flugzeuge in der vergangenen Nacht Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

 

Der Tag



Über Europa gewinnt der Luftkrieg an Schwung und 149 RAF-Bomber greifen Brest, Cherbourg und La Pallice an, wo der Schlachtkreuzer Scharnhorst beschädigt wird. Es gilt die Blockade der britischen Insel zu brechen, darum müssen Schiffe an der französischen Küste getarnt werden und enorme Bunkeranlagen für U-Boote sollen gebaut werden. Als Reaktion fliegt die deutsche Luftwaffe verstärkt Nachtangriffe auf London. Im Mittelmeer wollen die Italiener die Hoheit gewinnen und wenden eine Taktik an, die in den letzten Kriegsjahren noch einmal zu neuer Blüte gebracht werden soll. So versucht die italienische Marine in einem nächtlichen Überfall durch italienische Sprengboote (EMB-Sturmboote) und Zwei-Mann-Torpedos Maiale auf Schiffe im Grand Harbour auf Malta sollen die britische Marine in die Defensive gezwungen werden.

 

 

Auch die Japaner rüsten auf See und spähen bereits erste Ziele aus, so auch die 17 japanische 'Fischerboote', jedes mit Funksendern und Kameras ausgerüstet und mit einem Reserve-Offizier der Kaiserlichen Japanischen Marine an Bord, die vor Hawaii festgehalten werden. Man hatte Sie erwischt, weitere Spionage wird nun von Einheimischen mit japanischen Wurzeln vor Ort übernommen werden.
In Deutschland wird unterdessen ein anderer Geheimkrieg angefangen. Unter dem Deckmantel von Besprechungen und Beratung, wird auf Hitlers 'Wunsch', über Göring an Heydrich, 'alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen ... um die Judenfrage endgültig zu lösen' angeordnet.

Verluste Schlacht im Atlantik Juli 1941

22 alliierte Handelsschiffe (94.200 BRT)
1 deutsches U-Boot (65 einsatzbereit)

 

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Edelweißpiraten

Dr. Julius Leber


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 6-Juli.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Balkanfeldzug_(1941) (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 6-Juli.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Balkanfeldzug_(1941) (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 6-Juli.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Balkanfeldzug_(1941) (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 6-Juli.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Balkanfeldzug_(1941) (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 6-Juli.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Balkanfeldzug_(1941) (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(11./12. Juni 1941)

Halbjahresbericht des OKW

ERSTE HÄLFTE DES JAHRES 1941

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


Bericht

 

Jahr 1941

HALBJAHRESBERICHT DES OKW

 

ZUSAMMENFASSENDER BERICHT
DES OBERKOMMANDOS DER WEHRMACHT
VOM 11. UND 12. JUNI 1941

In den ersten Monaten des Kriegsjahres 1941 hat die deutsche Wehrmacht unter der Führung ihres Obersten Befehlshabers im Kampf gegen England auf der Erde, zur See und in der Luft neue große Siege errungen. Sie reihen sich würdig den weltgeschichtlichen Erfolgen des Jahres 1940 an.
Kriegsmarine und Luftwaffe haben der britischen Wehrmacht, Handelsschiffahrt und Kriegswirtschaft weiter schwerste Schläge versetzt.
In Nordafrika wurden die in Monaten mit größter Überlegenheit an Zahl und Waffen erreichten britischen Vorteile durch einen kühnen Gegenangriff deutscher und italienischer Verbände in kürzester Frist zunichte gemacht, auf dem Balkan in dreiwöchigem Feldzug Jugoslawien und Griechenland niedergeworfen, die gelandeten britischen Truppen vernichtend geschlagen, ihrer schweren Waffen und Ausrüstung beraubt und unter starker Einbuße an Toten, Verwundeten und Gefangenen vom griechischen Festland vertrieben.

 

I.

Die Hauptaufgabe der Kriegsmarine, die St&o