Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(31. Dezember 1940)

Abschlussbericht des Oberkommandos der Wehrmacht

JAHR 1940

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


Abschlussbericht

 

Jahr 1940

ABSCHLUSSBERICHT

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

 

Zusammenfassender Bericht
des Oberkommandos der Wehrmacht
2. Halbjahr 1940

 

Das Kriegsjahr 1940 war ein Jahr deutscher Siege. In knapp drei Monaten wurden die Engländer aus Norwegen vertrieben, Holland und Belgien zur Kapitulation gezwungen, Frankreich nach hartem Kampf zu Boden gerungen, das englische Expeditionsheer in Flandern geschlagen, seiner Bewaffnung und Ausrüstung beraubt und auf die Schiffe gejagt.
Da die englische Propaganda versuchte, diese einzigartigen Erfolge der deutschen Wehrmacht zunächst abzuleugnen und dann zu verklleinern, hat sie jede Glaubwürdigkeit verloren. Letzten Endes mußte sie sich aber doch der Tatsache beugen, daß Deutschland die blockadegefährdete enge Nordseebasis gesprengt und sie auf einen Raum erweitert hat, der vom Nordkap bis zur spanischen Grenze reicht und der er ermöglicht, tödliche Schläge gegen England selbst zu führen.
Das Oberkommando der Wehrmacht hat in zusammenfassenden Berichten dem deutschen Volke die Kampfereignisse bis zum Abschluß des Waffenstillstandes mit Frankreich dargelegt.
Seit Eintritt der Waffenruhe mit Frankreich begannen die Vorbereitungen für den Kampf gegen England.
Während Divisionen des Heeres die französische Atlantikküste bis zur spanischen Grenze besetzten, die restlichen Stützpunkte der Maginot-Linie säuberten und die unübersehbare Beute sichteten, rüsteten sich Kriegsmarine und Luftwaffe, um den Kampf gegen England aufzunehmen. Die italienische Wehrmacht fesselte inzwischen immer stärkere britische Kräfte.
Die Kriegsmarine löste in kurzer Zeit die schwierige Aufgabe, alle in Besitz genommenen feindlichen Küstengebiete vom Nordmeer bis zur Biskaya beschleunigt zu sichern, die vorhandenen, teilweise völlig zerstörten Hafenanlagen wieder gebrauchsfähig zu machen, die vorgefundenen Küstenschutzanlagen in Verteidigungszustand zu setzen, wo nötig, neue Kampfbatterien einzubauen.
Nach der gefahrvollen Säuberung und Sicherung der weiterreichenden Küstenvorfeldes griffen unverzüglich leichte Seestreitkräfte in den Kampf ein. Ihre mit besonderer Kühnheit durchgeführten Vorstöße wurden immer wieder bis weit in das englische Küstenvorfeld hineingetragen.
Besonders erfolgreich war der Einsatz von Seestreitkräften in überseeischen Gewässern. Wo immer der Feind die Tätigkeit der deutschen Handelszerstörer zu unterbinden versuchte, lieferten ihm deutsche Kriegsschiffe Seegefechte, aus denen sie selbst erfolgreich und voll einsatzfähig hervorgingen, während der Gegner mit Beschädigungen und Verlusten den Kampfplatz räumen und den nächstgelegenen Hafen aufsuchen mußte. So sah sich die feindliche Seekriegsführung ständig vor neue Überraschungen gestellt.
Diese Kampfhandlungen der Kriegsmarine im Verein mit den Angriffen der Luftwaffe fiel eine beträchtliche Anzahl britischer Kriegsschiffe zum Opfer.
Durch die Kriegsmarine wurden:

12 Zerstörer,
8 Unterseeboote,
9 Hilfskreuzer,
3 Kanonenboote,
63 kleine Kriegsfahrzeuge,
durch die Luftwaffe insgesamt 32 verschiedene Einheiten der britischen Kriegsmarine versenkt.

Die Gesamttonnage dieser versenkten Kriegsschiffe beträgt rund 190.000 BRT.

In noch weit höherem Maße bekam die britische Handelsschiffahrt die Folgen der neuerkämpften breiten und englandnahen Basis zu spüren. Im Zusammenwirken mit Unterseebooten der italienischen Kriegsmarine haben deutsche Unterseeboote ihre Erfolge immer mehr gesteigert. Die wachsenden Versenkungsziffern rühren an den Lebensnerv der britischen Insel. Erstmalig konnten auch durch Handelsstörer in überseeischen Gewässern feindliche Schiffe zu Prisen gemacht und in deutsche Häfen eingebracht werden. Gleichzeitig brachten deutsche Kampf- und Sturzkampfflieger durch unermüdliche Angriffe auf britische Geleitzüge und einzeln fahrende Handelsschiffe dem Gegner schwere Verluste bei. Von Island bis zur Nordküste Afrikas überwachte die bewaffnete Luftaufklärung den atlantischen Luftraum und erleichterte auf größte Entfernung hin durch ihren Meldedienst den deutschen Unterseebooten ihre schwere Arbeit.

Seit dem 25. Juni bis zum Jahresschluß verlor England an eigenem oder ihm nutzbaren Handelsschiffsraum:

Durch Kampfhandlungen der deutschen Kriegsmarine: 3.200.000 BRT
Durch Kampfhandlungen der deutschen Luftwaffe: 700.000 BRT
Insgesamt über 3.900.000 BRT


Dabei sind die Ergebnisse des Mineneinsatzes, der sich bin in die fernsten Meere erstreckte, bisher nur zu einem kleinen Teil erfaßt.
Ein weiterer Ausfall entstand für den Feind durch die Beschädigung von wenigstens 264 Handelsschiffen mit über 2.000.000 BRT.
Diese Erfolge wurden mit nur geringen Verlusten der Kriegsmarine errungen.
Sie betragen seit dem 25. Juni

3 Torpedoboote,
5 Minensuchboote,
8 Unterseeboote und
12 kleinere Kriegsfahrzeuge.


Ein Teil der in Verlust geratenen Schiffe konnte gehoben und wieder in Dienst gestellt werden. Im übrigen sind die Verluste im Rahmen des Aufrüstungsprogramms der Kriegsmarine, das einschließlich der schwersten Schlachtschiffe reibungslos fortgeführt wurde, nicht nur ausgeglichen, die Kriegsmarine konnte vielmehr insgesamt in ihrer Schlagkraft erheblich verstärkt werden.
Mit Aufbietung aller zur Verfügung stehenden Mittel vollzog die deutsche Luftwaffe nach Beendigung des Feldzuges in Frankreich in wenigen Wochen den Aufmarsch zum konzentrischen Angriff auf die britischen Inseln.
Seit Mai hat die britische Luftwaffe in nächtlichen Einflügen deutsches Reichsgebiet angegriffen und dabei fast ausschließlich nichtmilitärische Ziele getroffen. Am 8. August begann die deutsche Vergeltung für eine Form des Luftkrieges, die Deutschland weder gewollt noch begonnen hat, obwohl alle Vorteile auf deutscher Seite lagen. Seitdem haben deutsche Kampffliegerverbände in über 130 Großeinsätzen jeweils zwischen 100.000 und 700.000 Kg Bomben angeworfen.
Obwohl schon eine Reihe von feindlichen Angriffen gegen Berlin vorausgegangen war, wurde er erste Vergeltungsschlag gegen die bitische Hauptstadt erst am 6. September geführt. Seitdem hat London erlebt, was den deutschen Städten zugedacht war. Über 450 Luftalarme und über 100 deutsche Angriffe, darunter einige von gewaltigen Ausmaß haben das normale Leben dieser Stadt zerstört, Hafenanlagen, Docks und Vorratslager vernichtet.
Seit dem 15. November erstreckten sich die deutschen Luftangriffe auch auf andere Zentren der britischen Kriegswirtschaft. In 80 Großangriffen und 325 weiteren Angriffen gegen wichtige Industrieanlagen wurde die britische Rüstung, insbesondere im mittelenglischen Industriegebiet, so schwer getroffen, daß der Produktionsausfall für England bedrohliche Ausmaße annimmt. Daneben wurde aber auch durch 350 Angriffe gegen die wichtigsten Hafenanlagen der britischen Einfuhr und der Leistungsfähigkeit der Einfuhrhäfen schwerster Schaden zugefügt.
Weit über 1000 kleine Angriffsunternehmungen richteten sich gegen militärische Ziele wie Flugplätze, Truppenlager, Kasernen und Flakstellungen gegen Versorgungsanlagen, Tanklager, Speicher, Kraftwerke sowie gegen Verkehrseinrichtungen.
Während dieser fast ununterbrochenen Bombenangriffe forderten Jagd- und Zerstörerverbände den Gegner zu Luftkämpfen heraus und brachten ihm schwere Verluste bei. Sie sicherten durch ihren Begleitschutz den An- und Abflug der Kampffliegerverbände.
Seit dem 25. Juni verlor der Feind etwas das Dreifache an Flugzeugen wie die deutsche Luftwaffe.
Seit dem 24. Oktober flogen auch Staffeln der italienischen Luftwaffe Seite an Seite mit den deutschen Verbänden erfolgreich gegen England.
Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine gelang es wiederholt, Gleitzüge, die den Kanal zu durchfahren versuchten, unter Verlusten für den Gegner zu zersprengen. Mit gutem Erfolg wurden militärische Ziele auch im Raum von Dover und südlich London bekämpft. Die feindliche Fernartillerie erwiderte das Feuer nur gelegentlich und ohne jede Wirkung.
In der Heimat und im besetzten Gebiet wehrten Jagd- und Flakverbände die Angriffe des Gegners, der fast nur bei Dunkelheit, bei günstiger Wetterlage und mit kleinen Einheiten einflog, ab. Während von der deutschen Luftwaffe seit dem 8. August über 43.000.000 Kilogramm Sprengbomben und über 1.600.000 Kilogramm Brandbomben auf kriegswichtige Ziele in mehr als 2000 Angriffsunternehmungen auf die britischen Inseln abgeworfen wurden, betrug die vom Feind abgeworfene Bombenlast nur rund 1/25 dieser Mengen. Die Mehrzahl der feindlichen Bomben fiel auf Wohnbezirke, darunter auf 30 Krankenhäuser und Lazarette, sowie auf 40 Kirchen und Friedhöfe. Der angerichtete militärische und wirtschaftliche Schaden ist dagegen geringfügig. Die deutsche Kriegswirtschaft ist durch ihn in ihrer Gesamtheit überhaupt nicht beeinträchtigt. Dank der vorbildlichen Haltung der Zivilbevölkerung und aller Organisationen des Luftschutzes scheiterten alle Versuche des Feindes, der Heimat größeren Schaden an Gut und Blut zuzufügen.
Im Gegensatz zur strengen englischen Zensur erhielten neutrale Pressevertreter in Deutschland Gelegenheit, sich von der Wirkung der feindlichen Angriffe in den nach den amtlichen englischen Berichten besonders schwer getroffenen deutschen Städten zu überzeugen. Von Woche zu Woche wurden in englischen Berichten schwere Angriffe auf deutsche Städte gemeldet, auf die keine Bombe gefallen ist – ja die nicht einmal überflogen worden waren.
Der Kampf gegen England nimmt seinen Fortgang, seine bisherige Wirkung ist weit größer, als von außen erkennbar.

Das Jahr 1941 wird den Beweis dafür erbringen.

Sieggewohnt und kampfgestählt blickt die Wehrmacht zurück auf ein Jahr stolzester Erfolge. Siegesgewiß, stärker und besser gerüstet denn je blickt sie vorwärts auf das kommende Jahr.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Zum Halbjahr

Das Jahr 1940 hat drei große Themen zu bieten, die „Luftschlacht um England“, Hitlers Bündnispolitik und der Italienischer Parallelkrieg im Mittelmeerraum und Ostafrika. Alle dieser Ereignisse sind auch 1941 noch fortlaufend, sind ständige Bezugsthemen in den Wehrmachtsberichten und präsent in der nationalsozialistischen Propaganda. Hitlers Pläne in Europa gehen dabei größtenteils auf, nur die Vorbereitung einer Invasion von Großbritannien (Unternehmen Seelöwe) durch Angriffe aus der Luft sind ergebnislos verlaufen, so auch die Erfolge der italienischen Bündnispartner, die auf den Balkan und Ostafrika zum Ende des Jahres auf dem Rückzug sich befanden.
Die „Luftschlacht um England“ war Auslöser eines umfangreichen Geheimkrieges, der Weiterentwicklung der Radartechnik und des Aufbaus einer modernen Luftverteidigung auf britischer Seite. Der Kampf Spitfire und Hurricane gegen die deutschen Bf 109 läuft auf einen Patt hinaus, der je nach Wetterlage schwankt. Das Ziel der Deutschen ist vor allem London und andere Städte, die gezielt unter schwere Angriffswellen aus der Luft geraten, weshalb sich die deutsche Luftwaffe ab Oktober 1940 größtenteils auf Nachtbombardements beschränkte, weil am Tage Angriffe gegen die RAF mit zu hohen Verlusten verbunden waren.

„Die Luftschlacht endete als militärisches Patt, war aber eine politische und strategische Niederlage ersten Ranges für Hitler, dem es zum ersten Mal nicht gelungen war, einem Land seinen Willen aufzuzwingen.“
Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007.

 

Auf dem Schlachtfeld der Diplomatie siegen die Deutschen hingegen bzw. gewinnen viele Kilometer in Richtung Südosten Europas. Verbündete fand Hitler sowohl gegen Großbritannien als auch künftig gegen die Sowjetunion. Wohingegen er in Westeuropa er weiter auf der Stelle trat, denn Marschall Pétain ließ sich nicht in dem Umfang beeinflussen, wie es Hitler gern gewollt hätte. Auch Spaniens Diktator Franco konnte nicht von einem Kriegseintritt überzeugt werden, weil er zu viel für sich beanspruchte und nicht vom Sieg bzw. der Vorherrschaft der Deutschen über Europa überzeugt war. In Italien war man Hitler dagegen verfallen und Mussolini schloss sich nur zu gern den Kriegsplänen an, wobei er große Stücke des Kuchens in deiner Einflusssphäre für sich vorgesehen hatte. Zusammen mit Japan wurde am 27. September 1940 in Berlin den Dreimächtepakt, der gegenseitigen Beistand bei der Gewinnung der Hegemonie über Europa (Deutschland und Italien) beziehungsweise Asien (Japan) beinhaltete. Alles große diplomatische Erfolge, doch ohne Landgewinn oder Bereinigung der Situation mit Großbritannien, deren Widerstandswillen auch von der deutschen Luftwaffe nicht gebrochen werden kann. Weitere Erfolge sind in Osteuropa verbucht worden, dort gewann Hitler Rumänien als Verbündeten (strategischen Lage und seiner Rohstoffvorkommen) und sah so seine Flanke gegen die Sowjetunion gesichert, vor allem da die Planung für den Überfall der Sowjetunion bereist in fortgeschrittener Phase waren.

Die Italiener, angestachelt von den deutschen Siegen und Erfolgen, sahen im Mittelmeerraum ihre Träume von einem neuen römischen Imperium in Erfüllung gehen. So wurden Angriffe auf Britisch-Somaliland und Ägypten gestartet, doch war der Sieg nicht weiter von der Niederlage entfernt und die Briten vergeudeten keinen Meter Boden im Abwehrkampf. Weitere Ambitionen Mussolinis waren auf den Balkan gerichtet, welcher durch Albanien und Teile Griechenlands scheinbar mühelos in die Hände der Achse fiel. Doch war nicht nur Hitler uninformiert gelassen, sondern auch der Feind maßlos unterschätzt worden. Schon im November des Jahres schlugen die Griechen zurück, besetzten ihrerseits Teile Albaniens und zwang Hitler zum Eingreifen in die schwankende Lage in Osteuropa.

 

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Politiker Rumänien


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsv ... index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 9-Juni.htm (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_We ... _Juni_1941 (Letzter Aufruf 23.03.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. August 1940)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.08. - 10.08.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 1. August 1940

 

Durch die Wetterlage war die Tätigkeit der Luftwaffe auch am 31. Juli stark beeinträchtigt.

Bei der bewaffneten Aufklärung im Kanal und im Seegebiet westlich der Scilly-Inseln
wurden einzeln fahrende bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit Bomben angegriffen.

Mit schwächeren Kräften durchgeführte Nachtangriffe richteten sich gegen Schiffsziele und Anlagen in Südenglischen Häfen sowie gegen feindliche Scheinwerferstellungen. Explosionen und Brände wurden beobachtet.

In den Abendstunden kam es in der Höhe von Dover zu Luftkämpfen zwischen britischen Spitfire-Jagdflugzeugen und deutschen Messerschmitt-Jägern.
Ohne eigene Verluste gelang es hierbei, fünf britische Jagdflugzeuge und zwei Sperrballone abzuschießen.

Beim Einfliegen einzelner britischer Bombenflugzeuge im Laufe des Tages in norwegisches, dänisches und holländisches Gebiet wurden drei weitere feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Die von feindlichen Flugzeugen in der Nacht zum 1. August in Nord- und Westdeutschland abgeworfenen Bomben richteten nur geringen Schaden an.
Ein in größerer Höhe über den Wolken fliegendes feindliches Flugzeug warf eine Anzahl von Bomben in das Stadtinnere von Hannover, weitab von jeder militärischen Anlage.
Hierbei wurden mehrere Häuser schwer beschädigt, einige Personen getötet und verletzt.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern acht Flugzeuge. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 2. August 1940

 

Kapitänleutnant Wilhelm Rollmann hat mit seinem Unterseeboot ein feindliches Unterseeboot versenkt.
Damit hat dieses Boot in zwei Unternehmungen innerhalb kurzer Zeit zwölf bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 74.338 BRT, den britischen Zerstörer „Whirlwind" und ein Unterseeboot vernichtet.
Im Südatlantik kam es zu einem Gefecht zwischen einem deutschen Hilfskreuzer und dem britischen Hilfskreuzer „Alcantara". Dabei erhielt das überlegene, stark bewaffnete feindliche Schiff von 22.209 BRT schwere Treffer, unter anderem auch in die Maschinenanlage, so dass es den Kampf abbrechen und im Hafen von Rio de Janeiro Zuflucht suchen musste.
Der deutsche Hilfskreuzer setzte seine Fahrt zur Durchführung seiner Aufgaben planmäßig fort.

Deutsche Kampfverbände griffen am 1. August einzelne kleinere Geleitzüge sowie mehrere einzeln fahrende bewaffnete feindliche Handelsschiffe vor der Humber-Mündung, im St. Georgs-Kanal und vor Yarmouth mit Bomben an.
Hierbei wurde ein Handelsschiff versenkt, sowie zwei weitere Handelsschiffe, ein Tanker und ein Minensuchboot durch Treffer schwer beschädigt.

Ein weiterer, besonders wirkungsvoller Angriff wurde auf eine Flugzeugfabrik in Norwich durchgeführt. Die aus niedriger Höhe geworfenen Bomben schweren Kalibers lagen in den Werkanlagen und riefen starke Brände und mehrere Explosionen hervor.

Ein Flugzeug hat am 31. Juli in norwegischen Gewässern ein feindliches Unterseeboot vernichtet.
Im Laufe des gestrigen Nachmittags versuchten acht britische Bombenflugzeuge des Musters Bristol-Blenheim einen Angriff auf den Flugplatz Querqueville bei Cherbourg.
Durch rechtzeitig einsetzende Jagd- und Flakabwehr gelang es, alle acht Flugzeuge abzuschießen, und zwar drei durch Messerschmitt-Jagdflugzeuge, fünf durch Flakartillerie.
Eigene Verluste sind hierbei nicht eingetreten.
Bei einem versuchten Angriff auf holländisches Gebiet wurden zwei weitere Bristol-Blenheim-Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen.
In der Nacht zum 2. August flogen wiederum britische Flugzeuge nach Westdeutschland ein. Die abgeworfenen Bomben richteten keinen militärischen, jedoch zum Teil beträchtlichen Häuser-Schaden in der Umgebung von Köln an und töteten und verletzten einige Zivilpersonen.
Die feindlichen Flugzeugverluste am 1. August betrugen insgesamt zehn Flugzeuge, ein eigenes Flugzeug wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 3. August 1940

 

Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Kretschmer hat auf einer Fernfahrt sieben bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 56.118 BRT versenkt, darunter drei in Geleitzügen fahrende Tanker.
Damit hat dieses Unterseeboot bisher insgesamt 117.367 BRT feindlichen Handelsschiffsraums und den britischen Zerstörer „Daring" versenkt.
An der Ostküste Englands vor Harwich und der Themse-Mündung sowie vor den Hebriden wurden am 2. August mehrere bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit Bomben belegt.
Drei der angegriffenen Schiffe mit zusammen 16.000 BRT wurden versenkt.
In der Nacht zum 3. August wurden einzelne Angriffe auf Tanklager und Flakstellungen in England durchgeführt. Im Tanklager Thameshaven wurden hierbei ausgedehnte Brände beobachtet.

Einige am Tage in Holland und Nordfrankreich eingeflogene feindliche Flugzeuge stießen überall auf wirksame Jagd- und Flakabwehr, so dass sie ihre Bomben ungezielt ins Gelände warfen.
Bei Luftkämpfen über der Ijssel-See und im Seegebiet von Ijmuiden gelang es, zwei Bristol-Blenheim-Flugzeuge, bei Le Havre ein weiteres Flugzeug des gleichen Musters durch Flakartillerie abzuschießen.

Nach Nord- und Westdeutschland in der Nacht zum 3. August eingeflogene britische Flugzeuge warfen ihre Bomben wiederum nur auf nichtmilitärische Ziele ab. Sie zerstörten Wohnhäuser und töteten und verletzten Zivilpersonen.
In Ehra, Kreis Gifhorn, in dessen weiterer Umgebung keinerlei militärische Ziele liegen, ist ein bäuerliches Anwesen durch eine Anzahl Sprengbomben zerstört worden.
Die vierköpfige Bauernfamilie, darunter zwei Kinder im Alter von ein und zwei Jahren, wurde getötet, zwei weitere Personen schwer verletzt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 4. August 1940

 

Die Luftwaffe klärte am 3. August über dem Seegebiet zwischen dem Kanal und den Hebriden auf.
In der Nacht zum 4. August belegten unsere Kampfflugzeuge den Ölhafen von Stanlow bei Liverpool mit Bomben. Zahlreiche Brände wurden hierdurch verursacht. Ferner wurden Flakstellungen bei Canday Island und Swansea angegriffen.

Britische Flugzeuge flogen während der Nacht zum 4. August in Nord- und Westdeutschland ein. Trotzdem sie mehr Bomben als in den letzten Nächten warfen, war der - ausschließlich an nichtmilitärischen Zielen - angerichtete Schaden noch geringer als bisher.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 5. August 1940

 

Die Luftwaffe klärte am 4. August über England, Schottland und dem vorgelagerten Seegebiet auf. Hierbei wurde ein Handelsschiff am Ausgang des St. Georgs-Kanals, etwa 100 km südwestlich Pembroke, versenkt.
In der Nacht zum 5. August griffen unsere Kampfflugzeuge die Schiffswerft Sheerness, die Tanklager und Flakstellungen bei North-Killingham sowie Flakstellungen bei Thameshaven an.

Einige britische Flugzeuge flogen in der Nacht in Westdeutschland ein und warfen einige Bomben. Neben geringfügigem Gebäudeschaden wurde ein Bauerngehöft im Kreis Borken in Brand gesetzt. Eine Zivilperson kam ums Leben.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 6. August 1940

 

Ein Unterseeboot hat drei bewaffnete feindliche Handelsdampfer mit insgesamt 16.875 BRT aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen und versenkt.
Am 5. August kam es über dem Kanal wiederholt zu Luftkämpfen.
Hierbei schoß ein deutsches Aufklärungsflugzeug zwei britische Jagdflugzeuge neuester Bauart ab.
Sechs weitere feindliche Jäger wurden im Kampf mit unseren Jägern zum Absturz gebracht.
In der Nacht zum 6. August griffen deutsche Flugzeuge verschiedene englische Häfen an.

Britische Flugzeuge flogen in der Nacht in Nord-Westdeutschland ein und warfen Bomben ab.
Der angerichtete Sachschaden ist gering; Menschenleben sind nicht zu beklagen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 7. August 1940

 

Ein deutsches Kriegsschiff hat 30.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums in überseeischen Gewässern versenkt.

Unsere Kampfflugzeuge griffen Flugplätze bei Tynemouth und St. Atban, sowie die Flugzeugwerke von Vickers-Armstrong in Chester und Anlagen der Rüstungsindustrie in Swansea mit Bomben an.
Britische Flugzeuge, die in der Nacht zum 7. August in Holland und Westdeutschland in geringer Zahl einflogen, warfen an verschiedenen Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 8. August 1940

 

Eines unserer Unterseeboote hat drei bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit über 16.000 BRT versenkt.
Deutsche Flugzeuge legten in der Nacht zum 8. August vor mehreren engli­schen Häfen Minen aus und griffen verschiedene Rüstungswerke sowie Flak- und Scheinwerferstellungen an.
So wurden in Leyland Motorenwerke, bei Chester die Motorenwerke von Vickers-Armstrong, bei Yeovil Flugzeugwerke, bei Plymouth Industrieanlagen, ferner Flak- und Scheinwerferstellungen bei Manchester, Cardiff, Dorchester und Plymouth mit Bomben belegt.
Der Feind flog in der Nacht zum 8. August mit einigen Flugzeugen in Nord-und Westdeutschland ein und warf Bomben ohne wesentlichen Schaden anzurichten.
In einem Essener Vorort, sowie bei Datteln wurden Wohnhäuser beschädigt. Die entstandenen Brände konnten durch Einsatz des Luftschutzes schnell gelöscht werden. Eine Scheune brannte nieder.
Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 9. August 1940

 

Unsere Schnellboote griffen, wie bereits bekanntgegeben, in der Nacht vom 7. zum 8. August einen stark gesicherten Geleitzug an.
Trotz heftiger Abwehr durch die begleitenden feindlichen Zerstörer, durch andere Bewachungsfahrzeuge und die stark bewaffneten Dampfer selbst gelang es, einen Tanker von 8.000 BRT, einen Dampfer von 5.000 BRT und einen Dampfer von 4.000 BRT zu versenken. Ein kleiner Tanker wurde in Brand geschossen. Unsere Schnellboote kehrten unversehrt zurück.

Am 8. August griffen deutsche Sturzkampfverbände unter Jagd- und Zerstörerschutz durch Luft- und Seestreitkräfte stark gesicherte britische Geleitzüge südlich der Insel Wight an.
Wie bereits bekanntgegeben, wurden allein aus einem Geleitzug zwölf Handelsschiffe mit insgesamt etwa 55.000 BRT versenkt und sieben weitere Handelsschiffe schwer beschädigt.
Die Gesamtzahl der gestern durch die Luftwaffe versenkten oder schwer getroffenen britischen Schiffe beträgt 28.

Bei Dover vernichteten unsere Messerschmitt-Flugzeuge zwölf feindliche Sperrballons.

Im Zusammenhang mit den deutschen Luftangriffen entwickelten sich größere Luftkämpfe, in deren Verlauf bei der Insel Wight und vor Dover insgesamt 49 britische Flugzeuge, darunter 33 Spitfire, von deutschen Jagd- und Zerstörerflugzeugen abgeschossen wurden. Zehn eigene Flugzeuge gingen verloren, zwei mussten notlanden.
Bei Nacht griffen unsere Kampfflugzeuge die britische Flugzeugindustrie um Liverpool und Bristol, sowie Häfen, Flugplätze und Flakstellungen in Süd-England an.

Der Luftminen-Abwurf vor britischen Häfen konnte planmäßig fortgesetzt werden.

Britische Flugzeuge flogen in der letzten Nacht an verschiedenen Stellen in Westdeutschland ein.
Durch unsere starke Abwehr wurde ein Teil der feindlichen Flugzeuge zur Umkehr gezwungen oder am Bombenwurf gehindert.
Vereinzelt abgeworfene Bomben richteten unwesentlichen Gebäude- und Flurschaden an. Personen wurden nur in einem kleinen Ort im Grenzgebiet verletzt. Flakartillerie schoss zwei feindliche Flugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 10. August 1940

 

Ein Unterseeboot meldet die Versenkung eines bewaffneten Handelsschiffes von 8.700 BRT.
Kapitänleutnant Fritz-Julius Lemp meldete als einziger des gestrigen Tages
die Versenkung des schwedischen Frachters "Canton" (5.779 BRT).

Die bewaffnete Aufklärung gegen England wurde planmäßig fortgesetzt, insbesondere an der englischen Ost- und Südküste sowie im Seegebiet nördlich der Shetland-Inseln.
Unsere Kampfflugzeuge griffen britische Rüstungswerke, Hafen- und Werftanlagen sowie Flugplätze und Flakstellungen an. Dabei gelang es unter anderem das Flugzeugwerk Pobjoy Airmotors Aircraft Ltd. in Rochester und das Sprengstoffwerk Faversham besonders wirksam mit Bomben zu belegen, die nachhaltige Brände und heftige Explosionen hervorriefen.
Eine größere Anzahl von Bomben aller Kaliber traf die Dockanlagen von Newcastle und die Staatswerften von Sheerness und Chatham.
Ferner wurde das Rollfeld eines Flugplatzes nördlich Bristol durch Bombentreffer zerstört.
Einzelne feindliche Flugzeuge flogen im Laufe des gestrigen Tages nach Nordfrankreich, Belgien und Holland, bei Nacht nach Westdeutschland ein.
Im Reichsgebiet wurden militärische Ziele nicht angegriffen, dagegen mehrere Zivilpersonen verletzt und einige Gebäude beschädigt.
Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst. Zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Mit der Vernichtung dieser feindlichen Flugzeuge hat die deutsche Flakartillerie im ganzen 1.500 feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag



Der Luftkrieg geht weiter und auch die psychologische Art des Krieges wird ebenso ausgenutzt. Flugblätter wurden über Südengland abgeworfen mit dem Inhalt von Hitlers 'Letzer Aufruf an die Vernuft' Rede vom 19.Juli. Gleichzeitig plant Hitler das Unternehmen Seelöwe weiter.

 

Die Italiener erobern weitere Teile der afrikanischen Nordküste. Trotzdem wird die englische Force H aus Gibraltar in Richtung Heimatgewässer geschickt. Die Angst in/um Afrika wird noch von der Gefahr einer möglichen deutschen Landung in England. Man bereitet sich auf die Invasion in England vor, so werden in England im Sommer 1940 überall dort massive Hindernisse errichtet, wo deutsche Luftlandetruppen niedergehen könnten. Die Angst davor wird von zunehmenden Aktionen der deutschen Luftwaffe bestätigt. Große Formationen von Stuka-Sturzkampfbombern, zusammen mit starkem Jagdschutz, fliegen drei getrennte Angriffe gegen einen Geleitzug aus 18 Schiffen in den Englischen Kanal. Immer mehr Schiffe kommen nicht in den englischen Häfen an und deutsche Aufklärungsflugzeuge sind über Südengland sehr aktiv.

 

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Junkers Ju 87 „Stuka“


11.08. - 20.08.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 11. August 1940

 

Ein Unterseeboot hat den bewaffneten britischen Handelsdampfer „Upwey Grange" von 9.130 BRT versenkt.
Die Luftwaffe unternahm am 10. August wieder ausgedehnte Aufklärungsflüge über England und über See.
Ein feindliches bewaffnetes Handelsschiff wurde angegriffen und mit Bomben so schwer getroffen, dass die Besatzung das Schiff verließ.

Vor wichtigen englischen Häfen wurden erneut Minen gelegt.

Unsere Kampfflugzeuge griffen die Flugzeugwerke Norwich an und setzten eine Montagehalle durch Bomben in Brand.
Bombenangriffe in der Nacht zum 11. August richteten sich gegen Newport, Swansea, Pembroke, sowie gegen die Sprengstoffwerke Hayle bei St. Ives.

Feindliche Flugzeuge flogen während der Nacht in Nord- und Westdeutschland ein und warfen Bomben auf nichtmilitärische Ziele.
In Oberhausen-Sterkrade, Bielefeld und Bochum sind je ein Wohnhaus, in Bruckköbel bei Hanau vier Wohnhäuser und eine Scheune, in Telgte (Kr. Münster) eine Gastwirtschaft getroffen worden. Die entstandenen Brände konnten in allen Fällen vom Sicherheits- und Hilfsdienst rasch gelöscht werden.
Ein feindliches Flugzeug vom Muster Bristol-Blenheim wurde abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 12. August 1940

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche Kampffliegerverbände am 11. August den Kriegshafen Portland angegriffen.
Wichtige Hafenanlagen, die Mole, das Schwimmdock und eine Verladebrücke wurden vernichtet, Ollager in Brand gesetzt.
Zwei Handelsschiffe und ein Zerstörer erhielten schwere Treffer. Im benachbarten Hafen Weymouth gelang es, ein Handelsschiff von 3.000 BRT zu versenken.
Vor der Themsemündung war ein britischer Geleitzug das Ziel unserer Luftangriffe. Dabei wurden drei Handelsschiffe von zusammen etwa 17.000 BRT versenkt, zwei Zerstörer und vier weitere Handelsschiffe durch Volltreffer schwer beschädigt.
Im Verlauf der Angriffe entwickelten sich heftige, für uns erfolgreiche Luftkämpfe, in denen die deutschen Jäger und Zerstörer dem Feinde schwere Verluste beibrachten.
In der Nacht zum 12. August griff die Luftwaffe Werke der Flugzeugindustrie in Filton und Crewe, die Hafenanlagen von Cardiff und Bristol sowie das große Öllager von Avonmouth an.
An verschiedenen Stellen belegte sie Flakstellungen mit Bomben. Der Abwurf von Luftminen vor britischen Häfen wurde planmäßig fortgeführt.

Feindliche Flugzeuge griffen in der Nacht in Nord- und Westdeutschland nichtmilitärische Ziele ohne nennenswerten Erfolg mit Bomben an.
In das Wohnviertel einer westdeutschen Stadt geworfene Brandbomben wurden durch das sofortige Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes unschädlich gemacht.
Die Gesamtverluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen in Luftkämpfen 90 Flugzeuge und acht Sperrballone, außerdem durch Flakartillerie drei Flugzeuge. Demgegenüber werden 21 deutsche Flugzeuge vermisst.

Ein Unterseeboot hat einen bewaffneten feindlichen Handelsdampfer mittlerer Größe aus einem stark gesicherten Geleitzug heraus geschossen und versenkt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 13. August 1940

 

Am 12. August griffen deutsche Fliegerverbände Hafen- und Flugplatzanlagen an der englischen Süd- und Südostküste an.
Dabei wurde der Kriegshafen von Portsmouth mit zahlreichen Bomben belegt. Das Großkraftwerk und die Werft von Voster stehen in Flammen.
Dock und Kaianlagen sowie ein Vorpostenboot im Kanal erhielten Bombentreffer.
Im Laufe dieser Angriffe kam es zu heftigen Luftkämpfen, bei denen insgesamt 43 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Auf den Flugplätzen Manston, Canterbury, Hawkinge und Lympne gelang es, Hallen, Werftanlagen und Unterkunftsgebäude zu zerstören und zum Teil in Brand zu setzen.
In Manston wurde ein britischer Jagdverband beim Start gefasst und dabei drei Flugzeuge vom Muster Hurricane in der Luft, vier am Boden vernichtet.
An anderen Stellen sind weitere acht Flugzeuge am Boden zerstört worden.
Bei Dover schossen unsere Flugzeuge zwei Sperrballone in Brand. Bei den in dieser Gegend sich entwickelnden Luftkämpfen verlor der Feind 30 Flugzeuge.
Im Seegebiet ostwärts Southend griffen Sturzkampfflieger einen stark gesicherten Geleitzug an
und versenkten trotz heftiger Jagd- und Flakabwehr zwei Handelsschiffe von zusammen 5.500 BRT.
Ein weiteres Schiff wurde in Brand geworfen.
In der Nacht zum 13. August erfolgten Bombenangriffe auf Schiffsziele bei Swansea und Cardiff sowie Flak- und Scheinwerferstellungen bei Plymouth und in der Humher-Mündung.

Die Verminung britischer Häfen wurde fortgesetzt.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 13. August in Nord- und Westdeutschland Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten.
Dabei wurden vier Flugzeuge durch Flakartillerie über deutschem Gebiet abgeschossen.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 92 Flugzeuge, von denen zwölf am Boden, vier durch Flakartillerie, die übrigen in Luftkämpfen vernichtet wurden. 24 deutsche Flugzeuge werden vermisst.

Ein Gefecht in der Nordsee zwischen einigen deutschen Minensuchbooten und mehreren feindlichen Schnellbooten verlief für uns erfolgreich. Es ist anzunehmen, dass mindestens ein feindliches Schnellboot den Hafen nicht mehr erreichte, während unsere Boote unbeschädigt blieben und ihre Tätigkeit planmäßig fortsetzten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 14. August 1940

 

Deutsche Fliegerverbände griffen am 13. August die Hafen- und Kaianlagen in Wallsend, Hartlepool, Bournemouth und Plymouth, Rüstungswerke in Exeter und Bristol sowie Großtanklager in North-Killingham wirksam mit Bomben an.
Im Kanal und in der Themsemündung gelang es, zwei Vorpostenboote und zwei Handelsschiffe mit 15.000 BRT zu versenken.
Weiter belegten Kampfflugzeuge die Flughäfen von Eastchurch, Detling, Farnhorough, Andover, Odiham und Middle Wallop mit Bomben, zerstörten zahlreiche Hallen und Unterkünfte, Öllager und Werften und vernichteten eine größere Anzahl von Flugzeugen am Boden.
Bei den Angriffen im Kanal und auf England kam es zu zahlreichen heftigen Luftkämpfen, in deren Verlauf 74 feindliche Flugzeuge vernichtet wurden.
Im Laufe des Tages versuchten britische Flugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim die dänische Stadt Aalborg anzugreifen.
Jäger und Flakartillerie zwangen den Feind schon vorher zur Umkehr und schossen 16 von 23 Angreifern ab.
Feindliche Bombenwürfe in der Nacht zum 14. August richteten nennenswerten Schaden nirgends an.
Die gestrigen Gesamtverluste des Feindes betragen 132 Flugzeuge und zwölf Sperrballone, davon wurden 89 Flugzeuge im Luftkampf, 43 am Boden und durch Flakartillerie zerstört.

Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Salman meldet die Versenkung von 41.611 BRT, darunter einen britischen Hilfskreuzer von 11.400 BRT.
Teile einer deutschen Unterseeboot-Jagdflottille trafen in der Nordsee auf mehrere britische Zerstörer, die sich trotz ihrer Überlegenheit nach kurzem Gefecht in unsichtigem Wetter zurückzogen.
Unsere Boote führten ihre Aufgaben unbehindert weiter durch.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 15. August 1940

 

Eines unserer Unterseeboote versenkte im Atlantik den britischen Hilfskreuzer „Transylvania" von 17.000 BRT.

Trotz ungünstiger Wetterlage setzten die deutschen Fliegerverbände am 14. August ihre Angriffe auf Hafen- und Industrieanlagen, Flugplätze, Luftsperren und Truppenlager in Süd- und Mittelengland fort.
In Cardiff, Weston und Portland wurden Hafenanlagen, zwischen Brighton und Lewes ein Umspannwerk, bei Worcester und Salisbury Rüstungswerke wirksam mit Bomben belegt.
In Süd- und Südostengland richteten sich die Bombenangriffe vorwiegend auf Flugplätze und gegen das Truppenlager Aldershot. Bei diesen Angriffen kam es zu heftigen, für uns erfolgreichen Luftkämpfen.
Durch die zahlenmäßig geringen britischen Nachtangriffe vom 14. zum 15. August wurde bei Derichsweiler eine Kirche zerstört, sonst kein besonderer Schaden angerichtet.
Die Verluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen 28 Flugzeuge. Davon wurden 22 im Luftkampf und mindestens sechs am Boden zerstört. Zwölf deutsche Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 16. August 1940

 

Am 15. und in der Nacht zum 16. August setzte die Luftwaffe ihre Angriffe auf Seehäfen, Anlagen der Rüstungsindustrie, Flugplätze und Ballonsperren weiter fort.
Die Hafenanlagen von Portland, Scarborough, Bridlington und Middlesbrough, Flugzeug- und Motorenwerke in Birmingham und Brought bei Hüll sowie Hallen und Unterkünfte auf mehreren Flugplätzen in Süd-, Südost- und Mittelengland wurden schwer beschädigt. Dabei kam es zu heftigen Lufkämpfen, in deren Verlauf Major Galland seinen 20. Luftsieg errang.

Mehrere britische Häfen wurden vermint.

Die Nachtangriffe britischer Flugzeuge gegen Westdeutschland richteten keinen nennenswerten Schaden an. Die Gesamtverluste des Gegners am 15. August betrugen mindestens 143 Flugzeuge, von denen 106 im Luftkampf, der Rest am Boden zerstört oder durch Flakartillerie abgeschossen wurde. Außerdem gelang der Abschuss von 21 Sperrballonen.
32 deutsche Flugzeuge kehrten nicht zurück, jedoch konnte unser Seenotdienst neun deutsche und einen britischen Flieger im Kanal retten.

Ein Unterseeboot versenkte zwei bewaffnete Handelsschiffe mit zusammen 14.000 BRT.
Einige Minenräumboote schossen von zehn angreifenden feindlichen Spitfire-Flugzeugen vier ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 17. August 1940

 

Die Luftwaffe setzte am 16. August und in der Nacht zum 17. August den Kampf gegen die britische Insel mit Teilkräften fort.
Hierbei wurden Flugplätze, Flakstellungen und Ballonsperren in Südost-England und der weiteren Umgebung Londons, Werke der Rüstungsindustrie in Mittelengland sowie Hafen- und Kaianlagen in Cardiff, Newport und Bristol erfolgreich mit Bomben belegt und bei der Insel Wight ein Zerstörer versenkt.
In den Angriffsräumen durchbrachen unsere Jagdflugzeuge in heftigen Luftkämpfen die feindliche Abwehr und ermöglichten dadurch den Kampfverbänden, ihre Angriffsziele zu erreichen.
In der Nacht zum 17. August in das Reichsgebiet eingeflogene britische Flugzeuge griffen verschiedene Orte mit mäßiger Schadenwirkung an.
Einige Wohnhäuser erhielten Bombentreffer, wobei zwei Zivilpersonen getötet und mehrere verletzt wurden.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 89 Flugzeuge, davon wurden 59 im Luftkampf, 23 am Boden und sieben bei Nacht durch Flakartillerie vernichtet. 22 Sperrballone wurden in Brand geschossen. 31 eigene Flugzeuge werden vermisst.

Deutsche Unterseeboote versenkten aus stark gesicherten Geleitzügen heraus mehrere bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 25.700 BRT, darunter einen Tanker von 5.700 BRT.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 18. August 1940

 

Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 32.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums.

Die Luftwaffe setzte am gestrigen Tage und besonders in der Nacht zum 18. August Aufklärungs- und Angriffsflüge gegen England fort.
In weiten Gebieten Süd- und Mittelenglands wurden Flugplätze, Flak- und Scheinwerferstellungen, die Motorenwerke in Filton, Flugzeugwerke bei Birmingham, Industrieanlagen in Reading sowie die Hafenanlagen von Swansea, Avonmouth und Bournemouth erfolgreich mit Bomben belegt.

Das Minenlegen in englischen Häfen wurde fortgesetzt.

Britische Flugzeuge flogen in der gleichen Nacht in West-, Mitteldeutschland und Belgien ein. In verschiedenen Orten wie z. B. in Dortmund wurden Wohnviertel getroffen und eine Anzahl Zivilpersonen getötet oder verletzt.
Auch ein Luftangriff auf die Innenstadt von Brüssel erforderte Opfer unter der Zivilbevölkerung. Hier wurden vier Personen getötet und 22 verletzt, darunter Frauen und Kinder.
Unsere Nachtjäger schossen ein britisches Flugzeug, unsere Flak vier weitere britische Flugzeuge in der Nacht zum 18.August ab.
Die Zahl der feindlichen Flugzeugverluste am 16. August hat sich von 89 auf 92 Flugzeuge erhöht. Ein deutsches Flugzeug wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 19. August 1940

 

Die Luftwaffe errang, wie zum Teil schon durch eine Sondermeldung bekanntgegeben, am 18. August neue große Erfolge.
Deutsche Fliegerverbände griffen in Süd- und Mittelengland kriegswichtige Ziele wie Industriewerke, Bahnanlagen,
Flakstellungen und vor allem Flugplätze um London und in den Grafschaften Kent und Hampshire mit guter Wirkung an.

Bei Bombenangriffen auf Schiffsziele im Kanal gelang es, ein Handelsschiff von 4.000 BRT zu versenken, ein weiteres schwer zu beschädigen.
An mehreren Stellen entwickelten sich heftige Luftkämpfe, in deren Verlauf unsere Zerstörer und Jäger dem Feinde schwere Verluste beibrachten.
Das Zerstörergeschwader „Horst Wessel" unter Führung seines Kommodore, Oberstleutnant Huth, schoss allein an diesem Tage 51 Flugzeuge ab.
In der Nacht zum 19. August belegten Kampfflugzeuge große Betriebsstofflager ostwärts London, Rüstungswerke in Norwich und Essex, die Hafenanlagen von Milford Haven, Avonmouth, Bournemouth und Weymouth, sowie mehrere Flugplätze in Südengland und bei Liverpool mit Bomben.
Bei allen angegriffenen Zielen konnten starke Brände und Explosionen beobachtet werden. In den Häfen wurden mehrere Schiffe getroffen.
Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 19. August in West- und Süddeutschland Bomben ab, ohne wesentlichen Sachschaden anzurichten.
Die Verluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen 147 Flugzeuge. Davon sind 124 in Luftkämpfen abgeschossen und 23 am Boden zerstört oder durch Flakartillerie zum Absturz gebracht worden.
Außerdem wurden 33 Sperrballone vernichtet. 36 deutsche Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 20. August 1940

 

Die Unterseebootwaffe hat neue Erfolge erzielt.
Ein Boot versenkte den 4.578 BRT großen bewaffneten britischen Handelsdampfer „Ampleforth", ein zweites 6.680 BRT feindlichen Handelsschiffsraums.
Ein anderes Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Cohauß, von dem bereits ein Teilergebnis von 32.300 BRT gemeldet war, hat insgesamt 41.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraum versenkt.

Im Zuge der bewaffneten Aufklärung griff die Luftwaffe Rüstungsfabriken, Betriebsstofflager, Bahnanlagen, Häfen, Flugplätze und Truppenlager insbesondere in den Grafschaften Suffolk, Norfolk und Oxford erfolgreich mit Bomben an.
Bei Nacht richteten sich unsere Angriffe gegen Flugplätze in Südengland, sowie gegen Hafenanlagen und Großtanklager an der britischen Süd- und Südwestküste.

Feindliche Flugzeuge warfen in der Nacht zum 20. August an verschiedenen Stellen Bomben auf Wohnviertel und freies Feld.
Einige Zivilpersonen wurden getötet und verletzt, mehrere Häuser zerstört. Dank des tatkräftigen Eingreifens des Sicherheits- und Hilfsdienstes sowie des Selbstschutzes der Bevölkerung, konnten an verschiedenen Stellen entstandene Schäden rasch behoben werden.
Fünf feindliche Flugzeuge wurden durch Jäger und Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag



Im Luftkrieg, der Schlacht um England, sind die Verluste an Menschen und Maschinen auf beiden Seiten ausgeglichen. Die deutschen Verbände, allen voran die Me110 kann im Krieg auf See und in der Luft Erfolge erzielen. Die Luftschläge der deutschen Luftwaffe gegen das britische Festland sind zum Teil verheerend, Verluste auf beiden Seiten. Der ADLERTAG markiert dabei den vorläufigen Höhepunkt der großen Luftwaffen-Offensive der Deutschen. Die englische RAF soll dabei zerstört werden, doch Görings Unentschlossenheit geht zur Lasten der Effektivität der Luftangriffe. Die RAF ist gut vorbereitet. Dabei gehen die Operationen im Geheimen, welche die Landungen der Wehrmacht auf dem Festland vorbereiten sollen, weiter. Man verbreitet Falschmeldungen und bereitet durch gezielte Bombardierungen eine Landung vor.

 

 

Die Verluste auf deutscher Seite steigen in den Luftkämpfen. So setzt Göring drei Luftflotten ein, welche mit massiven Angriffen die RAF in die Knie zwingen soll. Die Flugplätze und Infrastruktur der Verteidigung soll dabei zerstört werden. Dennoch übersteigen die deutschen Verluste den der englischen Flieger. Der Generalstab der Luftwaffe schätzt, dass das englische Jägerkommando der RAF nun nur noch über 300 Jagdflugzeuge verfügt. Tatsächlich sind es aber noch 700. Man sieht das britische Empire wanken und Deutschland will den Briten mit einer 'Totale Blokade' dem Widerstand den Todesstoß geben. Auch die italienische Marine schließt sich der Blockade an und hat sich zum Ziel gesetzt Gibraltar, Malta, Suez und anderen britischen Besitzungen im Mittelmeer von jedweden Nachschub abzuschneiden.
Dennoch, die Luftschlacht über England entwickelt sich gar nicht wie in Görings Plänen vorgesehen. Für einen abgeschossenen britischen Jäger, sind zwei deutschen Flugzeuge verloren gegangen.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Dornier Do-335

Arado Flugzeugwerke


21.08. - 31.08.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 21. August 1940

 

Im Rahmen der bewaffneten Aufklärung griff die Luftwaffe gestern einzelne kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südengland an.
In der Grafschaft Suffolk wurden eine Munitionsfabrik bei Aldehurgh, ein Eisenbahnknotenpunkt bei Southwold, die Hafenanlagen von Great-Yarmouth wirksam mit Bomben belegt, ebenso ein Kriegsschiff im Seegebiet von Great-Yarmouth.
Bei Cambridge, Fastchurch sowie bei Manston und Deal griffen unsere Flugzeuge Flugplätze mit Bomben und Maschinengewehren an.
Die Hafenbahnhöfe von Lowestoft und von Exeter erhielten mehrere Treffer auf Schuppen und Gleise. In einer Fabrikanlage bei Chelmsford waren starke Explosionen zu beobachten.
Den Hafen- und Werftanlagen von Faversham, Burry-Port und Pembroke wurden durch Bombentreffer schwere Schäden zugefügt. Einzelne in den Häfen liegende kleinere Schiffe sanken, Öllager gerieten in Brand.
Im Seegebiet nördlich von Irland gelang es, ein Handelsschiff von 12.000 BRT durch Volltreffer zu versenken.
Im Atlantik, weit abgesetzt von der nord- und westirischen Küste, erhielten drei weitere Handelsschiffe schwere Bombentreffer.
Vereinzelt kam es zu Luftkämpfen.

Einige britische Flugzeuge flogen nach Frankreich und Holland ein.
Das Reichsgebiet wurde am 20. August und in der Nacht zum 21. August durch feindliche Flugzeuge nicht überflogen.
Der Feind verlor gestern zehn Flugzeuge, von denen sechs im Luftkampf und vier durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Drei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 22. August 1940

 

Im Verlauf der bewaffneten Luftaufklärung über den britischen Inseln wurden am 21. August zahlreiche Industrie-, Hafen- und Bahnanlagen sowie 15 Flugplätze mit gutem Erfolg angegriffen.
Bombentreffer konnten in den Industrieanlagen von Skegness, Great-Yarmouth, Witney, Coventry, Bournemouth sowie in den Hafenanlagen von Bridlington beobachtet werden.
In den Werften von Southampton wurde unter anderem ein Schiff im Dock getroffen. Bei einem Angriff auf einen Geleitzug an der Ostküste Englands gelang es, ein Handelsschiff durch Bombentreffer schwer zu beschädigen.
In der Nacht zum 22. August griffen unsere Kampfflieger Flugzeugwerke Süd-ostwärts von London sowie ein Rüstungswerk bei Brighton wirksam mit Bomben an.

Feindliche Bombenwürfe in der Nacht zum 22. August in Norddeutschland verursachten nur geringfügigen Schaden.
Der Feind verlor gestern sieben Flugzeuge. Sechs eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 23. August 1940

 

Kampfverbände der Luftwaffe griffen gestern im Rahmen der bewaffneten Aufklärung je einen Geleitzug im Seegebiet von Berwick und in den Downs an und erzielten auf vier Handelsschiffen mehrere Treffer. Außerdem wurde der Flugplatz Manston mit guter Wirkung mit Bomben belegt.
Im Laufe des Tages kam es über Südostengland zu einigen für unsere Jagdflieger erfolgreichen Luftkämpfen.
Bei Nachtangriffen auf mehrere Flugplätze in Cornwall und Wales, auf eine Flugzeugfabrik in Reading und ein Flugmotorenwerk in Rochester zeigten Brände und Explosionen die Wirkung der abgeworfenen Bomben.

Die Verminung britischer Häfen wurde fortgesetzt.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 23. August in Westdeutschland ohne besondere Wirkung Bomben. In einer Stadt wurde ein Wohnhaus zerstört, mehrere beschädigt und einige Zivilpersonen verletzt.
Der Feind verlor gestern in Luftkämpfen elf Flugzeuge sowie zwei Sperrballone, zwei deutsche Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 24. August 1940

 

Deutsche Seestreitkräfte versenkten in australischen Gewässern den bewaffneten britischen Handelsdampfer „Turakina" von 8.706 BRT.
Die Unterseebootwaffe hat innerhalb der letzten acht Tage wiederum über 100.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt. Hieran ist ein Unterseeboot mit der Versenkung von 15.000 BRT beteiligt.
Ein anderes Unterseeboot hat die bewaffneten britischen Handelsdampfer „Severn Leygh" von 5.242 BRT und „Brookwood" von 5.100 BRT und ein weiteres bewaffnetes Handelsschiff von 4.000 BRT versenkt.
Ein drittes Unterseeboot torpedierte einen bewaffneten feindlichen Handelsdampfer von 11.000 BRT.

Unsere Flugzeuge griffen am 23. August und in der Nacht zum 24. August in ganz Süd- und Mittelengland Hafen- und Dockanlagen, Flugplätze, Werke der Rüstungsindustrie und Truppenlager an.
Im Zuge der bewaffneten Aufklärung am Tage warfen sie unter anderem Bomben auf ein Munitionswerk in Banbury, wo Brände und heftige Explosionen beobachtet wurden.
Durch zahlreiche nächtliche Bombenangriffe wurden besonders in den Hafenanlagen von Bristol, Avonmouth, Devonport und Great-Yarmouth sowie auf dem Flugplatz Cambridge weithin sichtbare Brände und Explosionen ausgelöst.

Einige feindliche Flugzeuge warfen in der Nacht in Westdeutschland ohne nennenswerte Wirkung Bomben.
Gestern wurden drei feindliche Flugzeuge durch Jäger, vier durch Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 25. August 1940

 

Die Luftwaffe setzte am 24. August die planmäßige Zerstörung kriegswichtiger Anlagen des Feindes mit großem Erfolge fort.
Wie bereits bekanntgegeben, stießen deutsche Fliegerverbände gestern überraschend gegen die britischen Inseln vor.
Dabei gelang es, Unterkünfte, Hallen, Werkstätten und Lager auf den Flugplätzen North Weald, Hornchurch, Manston, Canterbury und Ramsgate weitgehend zu zerstören.
Der Kriegshafen von Portsmouth wurde mit zahlreichen Bomben, darunter solchen schwersten Kalibers, belegt und die Hafen- und Werftanlagen in Brand gesetzt.
Unsere Kampfflieger warfen ferner Bomben auf Great-Yarmouth, wo Lagerhäuser und Schuppen in Flammen aufgingen, sowie auf Truppenunterkünfte in der Nähe von Dover.
Im Laufe des Tages kam es zu mehreren heftigen Luftkämpfen, in denen unsere Jagdflieger wiederum ihre Überlegenheit bewiesen.
Zahlreiche nächtliche Angriffe unserer Kampfflieger hatten erhebliche Zerstörungen in den Hafenanlagen von Bristol, Brände und Explosionen im Großöllager von Thameshaven sowie starke Beschädigungen in verschiedenen Werken der britischen Flugrüstungs-Industrie unter anderem in Derby, Birmingham, Kingston und Rochester zur Folge.

Das Verminen englischer Seehäfen wurde fortgesetzt.

Britische Flieger warfen in der Nacht zum 25. August in Nord-, West- und Südwestdeutschland Bomben auf freies Gelände und in Wohnviertel von zwei südwestdeutschen Städten.
In einer Stadt wurden mehrere Wohnhäuser getroffen, zwei Zivilpersonen getötet und zwei verletzt. An einer anderen Stelle zerstörte eine Bombe ein Gebäude, in dem Kriegsgefangene untergebracht waren. Acht von ihnen wurden verletzt.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 64 Flugzeuge, von denen 57 im Luftkampf und sieben durch Flak abgeschossen oder am Boden zerstört wurden. 20 eigene Flugzeuge wurden vermisst.

Ein Unterseeboot versenkte einen britischen Zerstörer der „Viscount"-Klasse und einen Handelsdampfer von 7.000 BRT aus einem stark gesicherten Geleitzug heraus.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 26. August 1940

 

Ein Unterseeboot unter Führung von Korvettenkapitän Roesing versenkte 46.170 BRT feindlichen Handelsschiffsraums. Das Unterseeboot hat damit auf zwei Fernfahrten 88.856 BRT versenkt.
Ein zweites Unterseeboot hat vier Handelsschiffe mit annähernd 30.000 BRT aus einem stark gesicherten Geleitzug heraus geschossen.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern den Flugplatz Warmwell nordwestlich Portland mit guter Wirkung an, wobei es zu heftigen Kämpfen kam.
360 km westlich von Lands-End versenkte ein deutsches Flugzeug ein Handelsschiff von 4.000 BRT.

Vor den britischen Häfen wurden erneut Minen gelegt.

In der Nacht zum 26. August belegten zahlreiche Flugzeuge in Birmingham sowie in Kingston und Coventry Werke der Flugzeug- und Rüstungsindustrie mit Bomben.
Heftige Explosionen und starke Brände konnten beobachtet werden. In der gleichen Nacht überflogen zum ersten mal seit Kriegsbeginn einige feindliche Flugzeuge Berlin und warfen am Stadtrande mehrere Brandbomben.
Im übrigen Reichsgebiet fielen an verschiedenen Stellen planlos geworfene Bomben auf nichtmilitärische Ziele. Weder hier noch in Berlin wurde Schaden angerichtet. Eines der Berlin überfliegenden Flugzeuge wurde auf dem Rückweg durch Flak abgeschossen.
Die Gesamtverluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen 72 Flugzeuge, davon wurden 51 im Luftkampf abgeschossen, 21 durch Flak oder am Boden zerstört. 14 eigene Flugzeuge werden vermisst.

Das Jagdgeschwader Richthofen hat in den gestrigen Luftkämpfen den 250. Abschuss überschritten.
Oberleutnant Wick errang seinen 19. und 20. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 27. August 1940

 

Deutsche Fliegerverbände griffen erneut in Südengland Flugplätze, Truppenlager sowie den Kriegshafen Portsmouth an. Eine Funkstation auf den Scilly-Inseln wurde zerstört.
Drei im Geleitzug fahrende Handelsschiffe erhielten nördlich Fraserburgh schwere Bombentreffer. Im Verlauf der Kampfhandlungen kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpfen.
In der Nacht zum 27. August unternahmen stärkere Kampffliegerverbände Angriffe auf den Kriegshafen Plymouth, auf einen Flugplatz in Cornwall, auf Flugrüstungswerke in Coventry und bei Birmingham sowie auf die Hafenanlagen von Hull und Newcastle.
Nach dem Abwurf zahlreicher Bomben entstanden an vielen Stellen Brände und Explosionen, insbesondere in Plymouth und Hull.

Das Verminen britischer Seehäfen aus der Luft nahm seinen Fortgang.

In der Nacht zum 27. August warfen britische Flugzeuge im Reichsgebiet an mehreren Stellen Bomben. Der angerichtete Sachschaden ist unwesentlich. Es wurden zwei Zivilpersonen getötet, acht verletzt.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 70 Flugzeuge, davon wurden 61 im Luftkampf abgeschossen und neun am Boden zerstört. 21 eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 28. August 1940

 

Am gestrigen Tage beschränkte sich die Tätigkeit der deutschen Luftwaffe infolge unsichtigen Wetters auf bewaffnete Aufklärung, in deren Verlauf Bomben auf die Hafenanlagen von Gosport geworfen wurden.
In der Nacht zum 28. August griffen stärkere Kampfverbände Hafenanlagen und Werften, Flugzeugwerke und Rüstungsanlagen in England und Schottland an.
In Southampton, Aberdeen, Dundee, Leeds, Hull, vor allem in den Flugzeug- und Motorenwerken von Derby und Birmingham und in der Staatswerft von Chatham zeigten ausgedehnte Brände die Wirkung der Bombenangriffe.

Das Verminen britischer Häfen durch Flugzeuge wurde fortgesetzt.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht im Reichsgebiet Bomben ohne nennenswerte Wirkung.
In Kiel wurden einige Wohnhäuser beschädigt. Infolge des disziplinierten Verhaltens der Bewohner erhielt nur eine Person leichte Verletzungen.
Drei britische Flugzeuge wurden abgeschossen, davon eines durch Marineartillerie. Ein eigenes Flugzeug wird vermisst.

Ein Unterseeboot versenkte 28.600 BRT feindlichen Handelsschiffsraums aus stark gesicherten Geleitzügen.
Vor der französischen Kanalküste beschoss deutsche Marineartillerie zwei feindliche Unterseeboote; mit ihrer Vernichtung ist zu rechnen.
Im Indischen Ozean versenkten deutsche Seestreitkräfte den bewaffneten Tanker „British Commander" von 6.901 BRT.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 29. August 1940

 

Kampffliegerverbände griffen am gestrigen Tage die Flugplätze von Eastchurch und Southend an der Themsemündung sowie den Hafen von Bognor-Regis an der englischen Südküste mit starker Wirkung an.
Bei Nacht wurden in verstärktem Maße die Hafenanlagen von Liverpool, Cardiff, Bristol, Middlesbrough, Chatham und Thameshaven sowie Rüstungsziele in Sheffield, Norwich und Coventry mit Bomben belegt.

Der Luftminenabwurf in britischen Häfen wurde fortgesetzt.

An verschiedenen Stellen kam es zu Luftkämpfen, in deren Verlauf 38 feindliche und zwölf eigene Flugzeuge abgeschossen wurden.
Britische Flugzeuge griffen in der Nacht planmäßig Wohnviertel der Reichshauptstadt an. Durch Brand- und Sprengbomben wurden zahlreiche Zivilpersonen getötet oder verletzt, sowie an einzelnen Wohnhäusern Dachstuhlbrände und Schäden verursacht.
Eines der angreifenden feindlichen Flugzeuge wurde durch Flakartillerie abgeschossen, bevor es das Weichbild von Berlin erreichte.
Auch das Leuna-Werk war das Ziel eines britischen Angriffs. Der hier angerichtete Schaden ist gering. An mehreren anderen Orten Mittel- und Westdeutschlands, die mit Bomben angegriffen wurden, entstand ebenfalls kein nennenswerter Schaden.
Der Feind verlor gestern insgesamt 44 Flugzeuge und einen Sperrballon, während der eigene Gesamtverlust 15 Flugzeuge beträgt.

Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Schepke versenkte sieben bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 43.000 BRT, davon fünf aus einem stark gesicherten Geleitzug.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 30. August 1940

 

Gestern beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf bewaffnete Aufklärung, in deren Verlauf es zu mehreren Luftkämpfen über Südostengland kam.
In der Nacht zum 30. August griffen Kampfflieger-Verbände mehrere Flugzplätze in den Grafschaften Lincoln und Suffolk, Industrieanlagen in Felixstowe, Flugzeugwerke in Weybridge und Langley-Slouth sowie die Hafenanlagen von Dundee, Leith, Hartlepool und Liverpool an. Ausgedehnte Brände in den einzelnen Zielen, besonders im Hafen von Liverpool, zeigten den Erfolg der Angriffe.

Britische Häfen wurden weiter vermint.

Auch in der letzten Nacht warfen britische Flugzeuge in Westdeutschland Bomben auf nichtmilitärische Ziele.
Im Ruhrgebiet wurden an mehreren Orten Wohnviertel getroffen. Es gelang jedoch, die entstandenen Brände durch den Sicherheits- und Hilfsdienst rasch zu löschen. Der sonst angerichtete Sachschaden ist geringfügig.
Bei ihren nächtlichen Einflügen in das Ruhrgebiet wurden zwei feindliche Flugzeuge durch Flak, in den Luftkämpfen des Tages 19 feindliche Flugzeuge abgeschossen und sechs Sperrballone zerstört. Sieben eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück.

Ein Unterseeboot hat aus einem stark gesicherten Geleitzug heraus bei Nacht drei feindliche Handelsschiffe von insgesamt 21.000 BRT versenkt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 31. August 1940

 

Wie bereits bekanntgegeben, haben unsere Kampf- und Jagdflieger gestern mehrere überraschende Vorstöße gegen die britische Insel unternommen.
Dabei wurden auf verschiedenen Flugplätzen Hallen und Unterkünfte durch Bomben schwer beschädigt.
Ein Truppenlager in Südengland erhielt mehrere Treffer mittleren Kalibers. Im Laufe dieser Angriffe sowie beim Durchbrechen der Jagdsperre an der englischen Südküste entwickelten sich zahlreiche Luftkämpfe.
In der Nacht zum 31. August griffen Kampffliegerverbände Hafenanlagen und Werke der Rüstungsindustrie in Mittelengland mit Bomben an. An der Themsemündung wurden Öllager und Docks wirksam mit Bomben belegt. In den angegriffenen Zielen entstanden starke Brände.

Britische Häfen wurden erneut vermint.

In der vergangenen Nacht setzten britische Flugzeuge ihre Angriffe auf Berlin und andere Ziele im Reichsgebiet fort. Eine Anzahl von Bomben fiel in die innere Stadt sowie in Arbeiterwohnvierteln der Reichshauptstadt.
Hier wie an anderen Stellen des Reiches sind die angerichteten Sachschäden unbedeutend. Tote sind nicht zu beklagen. Einige Zivilpersonen sind verletzt worden.
In den Luftkämpfen des Tages wurden 93 feindliche Flugzeuge, bei den nächtlichen Angriffen ein britisches Flugzeug durch Flak und zwei durch Nachtjäger abgeschossen.
Mit zwei weiteren Abschüssen durch Flakartillerie der Kriegsmarine an der Nordseeküste betragen somit die Gesamtverluste des Gegners am gestrigen Tage 98 Flugzeuge; 34 eigene werden vermisst.

Ein Unterseeboot griff westlich der Hebriden einen stark gesicherten Geleitzug an und schoss aus ihm drei feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 29.000 BRT, darunter einen Tanker von 12.000 BRT heraus.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag



Ein besonderes und wohl auch bizarres Bild dieser Kriegswoche sind die Artillerie-Duelle Deutscher und Britischer Kanonen über den Englischen Kanal hinweg. Dabei waren es vor allem die nächtlichen Bomberangriffe auf englische Städte und industrieller Einrichtungen, die den meisten Schaden anrichten. Der Kampf in der Luft geht es von Runde zu Runde weiter, manchmal reichen sich die Verluste die Waage und allen ist klar, der Kampf wird nicht in der Luft, sondern mit dem Nachschub gewonnen. Dieser geht den Briten langsam aber sicher aus. Der Grund dafür liegt in der immer erfolgreicher agierenden U-Bootwaffe, die in der Schlacht im Atlantik im August, 56 abgeschossene alliierte Handelsschiffe (267.600 BRT), bei keinen eigenen Verlusten (28 Einsatzbereit), für sich verbuchen können.

 

Die Briten wissen um den Ernst der Lage, fliegen dennoch den ersten Nachtangriff auf Berlin. Die deutsche Luftwaffe reagiert mit Angriffen auf London, wobei die Pläne zum Unternehmen Seelöwe, nun eine Landungen an einer schmalen Stelle von Eastbourne bis Folkestone, immer konkretere Züge annehmen. Die Luftwaffe versucht Ende August Luftkämpfe über den britischen Festland zu vermeiden, zu wertvoll sind die eigen Jäger geworden. So können Messerschmitt Bf109 Jäger erstmal fast unbedrängt über England patrouillieren.
Schlacht um England, Flugzeugverluste vom 13. bis 31. August: Deutsche Luftwaffe 252 Jäger und 215 Bomber, englische RAF 359 Flugzeuge.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Flugkörper und Abwurfwaffen der Luftwaffe

Joachim Schepke "Ihrer Majestät bestaussehender Offizier"




Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Weisungen des OKW Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(18.12.1940)

 


Weisung Nr.21

 

Weisung des Tages

 

Das "Unternehmen Barbarossa"
F. H. Qu., den 18. 12. 40

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht
OKW/WFSt/Abt. L (I) Nr. 33 408/40 gK Chefs.

Geheime Kommandosache
Chef Sache

9 Ausfertigungen (Nur durch Offizier)

Weisung Nr. 21
Fall Barbarossa.

 

Die deutsche Wehrmacht muß darauf vorbereitet sein, auch vor Beendigung des Krieges gegen England Sowjetrußland
in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen (Fall Barbarossa). Das Heer wird hierzu alle verfügbaren Verbände einzusetzen haben mit der Einschränkung,
daß die besetzten Gebiete gegen Überraschungen gesichert sein müssen.
Für die Luftwaffe wird es darauf ankommen, für den Ostfeldzug so starke Kräfte zur Unterstützung des Heeres freizumachen, daß mit einem raschen
Ablauf der Erdoperationen gerechnet werden kann und die Schädigung des ostdeutschen Raumes durch feindliche Luftangriffe so gering wie möglich bleibt.
Diese Schwerpunktbildung im Osten findet ihre Grenze in der Forderung, daß der gesamte von uns beherrschte Kampf- und Rüstungsraum gegen feindliche
Luftangriffe hinreichend geschützt bleiben muß und die Angriffshandlungen gegen England, insbesondere seine Zufuhr, nicht zum Erliegen kommen dürfen.

Der Schwerpunkt des Einsatzes der Kriegsmarine bleibt auch während eines Ostfeldzuges eindeutig gegen England gerichtet.
Den Aufmarsch gegen Sowjetrußland werde ich gegebenenfalls acht Wochen vor dem beabsichtigten Operationsbeginn befehlen.
Vorbereitungen, die eine längere Anlaufzeit benötigen, sind - soweit noch nicht geschehen - schon jetzt in Angriff zu nehmen und bis zum 15. 5. 41 abzuschließen.
Entscheidender Wert ist jedoch darauf zu legen, daß die Absicht eines Angriffes nicht erkennbar wird.

Die Vorbereitungen der Oberkommandos sind auf folgender Grundlage zu treffen:

I. Allgemeine Absicht:
Die im westlichen Rußland stehende Masse des russischen Heer es soll in kühnen Operationen unter weitem Vortreiben von Panzerkeilen vernichtet, der Abzug kampfkräftiger Teile in die Weite des russischen Raumes verhindert werden. In rascher Verfolgung ist dann eine Linie zu erreichen, aus der die russische Luftwaffe reichsdeutsches Gebiet nicht mehr angreifen kann. Das Endziel der Operation ist die Abschirmung gegen das asiatische Rußland aus der allgemeinen Linie Wolga - Archangelsk. So kann erforderlichenfalls das letzte Rußland verbleibende Industriegebiet am Ural durch die Luftwaffe ausgeschaltet werden. Im Zuge dieser Operationen wird die russische Ostseeflotte schnell ihre Stützpunkte verlieren und damit nicht mehr kampffähig sein. Wirksames Eingreifen der russischen Luftwaffe ist schon bei Beginn der Operation durch kraftvolle Schläge zu verhindern.

II. Voraussichtliche Verbündete und deren Aufgaben:
1.) Auf den Flügeln unserer Operation ist mit der aktiven Teilnahme Rumäniens und Finnlands am Kriege gegen Sowjetrußland zu rechnen.
In welcher Form die Streitkräfte beider Länder bei ihrem Eingreifen deutschem Befehl unterstellt werden, wird das Oberkommando der Wehrmacht zeitgerecht vereinbaren und festlegen.
2.) Rumäniens Aufgabe wird es sein, den Angriff des deutschen Südflügels, wenigstens in seinen Anfängen, mit ausgesuchten Kräften zu unterstützen, den Gegner dort, wo deutsche Kräfte nicht angesetzt sind, zu fesseln und im übrigen Hilfsdienste im rückwärtigen Gebiet zu leisten.
3.) Finnland wird den Aufmarsch der aus Norwegen kommenden abgesetzten deutschen Nordgruppe (Teile der Gruppe XXI) zu decken und mit ihr gemeinsam zu operieren haben. Daneben wird Finnland die Ausschaltung von Hangö zufallen.
4.) Mit der Möglichkeit, daß schwedische Bahnen und Straßen für den Aufmarsch der deutschen Nordgruppe spätestens von Operationsbeginn an zur Verfügung stehen, kann gerechnet werden.
III. Die Führung der Operationen:

A.) Heer (in Genehmigung der mir vorgetragenen Absichten):

In dem durch die Pripetsümpfe in eine südliche und eine nördliche Hälfte getrennten Operationsraum ist der Schwerpunkt nördlich dieses Gebietes zu bilden.
Hier sind 2 Heeresgruppen vorzusehen.Der südlichen dieser beiden Heeresgruppen - Mitte der Gesamtfront - fällt die Aufgabe zu, mit besonders starken Panzer-
und mot. Verbänden aus dem Raum um und nördlich Warschau vorbrechend die feindlichen Kräfte in Weißrußland zu zersprengen. Dadurch muß die Voraussetzung
geschaffen werden für das Eindrehen von starken Teilen der schnellen Truppen nach Norden, um im Zusammenwirken mit der aus Ostpreußen in allgemeiner Richtung
Leningrad operierenden nördlichen Heeresgruppe die im Baltikum kämpfenden feindlichen Kräfte zu vernichten. Erst nach Sicherstellung(*) dieser vordringlichsten
Aufgabe, welcher die Besetzung von Leningrad und Kronstadt folgen muß, sind die Angriffsoperationen zur Besitznahme des wichtigen Verkehrs- und Rüstungszentrums
Moskau fortzuführen.Nur ein überraschend schnell eintretender Zusammenbruch der russischen Widerstandskraft könnte es rechtfertigen, beide Ziele gleichzeitig anzustreben.
Die wichtigste Aufgabe der Gruppe XXI bleibt auch während der Ostoperationen der Schutz Norwegens. Die darüber hinaus verfügbaren Kräfte sind im Norden (Geb.-Korps)
zunächst zur Sicherung des Petsamo-Gebietes und seiner Erzgruben sowie der Eismeerstraße einzusetzen, um dann gemeinsam mit finnischen Kräften gegen die Murmansk-Bahn
vorzustoßen und die Versorgung des Murmansk-Gebietes auf dem Landwege zu unterbinden.
Ob eine derartige Operation mit stärkeren deutschen Kräften (2-3 Div.) aus dem Raum von Rovaniemi und südlich geführt werden kann, hängt von der Bereitwilligkeit Schwedens
ab, seine Eisenbahnen für einen solchen Aufmarsch zur Verfügung zu stellen.Der Masse des finnischen Heeres wird die Aufgabe zufallen, in Übereinstimmung mit den Fortschritten
des deutschen Nordflügels möglichst starke russische Kräfte durch Angriff westlich oder beiderseits des Ladoga-Sees zu fesseln und sich in den Besitz von Hangö zu setzen.
Auch bei der südlich der Pripetsümpfe angesetzten Heeresgruppe ist in konzentrischer Operation und mit starken Flügeln die vollständige Vernichtung der in der Ukraine stehenden
russischen Kräfte noch westlich des Dnjepr anzustreben. Hierzu ist der Schwerpunkt wer aus dem Raum von Lublin in all-gemeiner Richtung Kiew zu bilden, während die in Rumänien
befindlichen Kräfte über den unteren Pruth hinweg einen weit abgesetzten Umfassungsarm bilden. Der rumänischen Armee wird die Fesselung der dazwischen befindlichen russischen
Kräfte zufallen.

Sind die Schlachten südlich bezw. nördlich der Pripetsümpfe geschlagen, ist im Rahmen der Verfolgung anzustreben:

im Süden die frühzeitige Besitznahme des wehrwirtschaftlich wichtigen Donez-Beckens,
im Norden das schnelle Erreichen von Moskau. Die Einnahme dieser Stadt bedeutet politisch und wirtschaftlich einen entscheidenden Erfolg, darüber hinaus den Ausfall des wichtigsten Eisenbahnknotenpunktes.

B.) Luftwaffe:
Ihre Aufgabe wird es sein, die Einwirkung der russischen Luftwaffe soweit wie möglich zu lähmen und auszuschalten sowie die Operationen des Heeres in ihren Schwerpunkten,
namentlich bei der mittleren Heeresgruppe und auf dem Schwerpunktflügel der südlichen Heeresgruppe, zu unterstützen. Die russischen Bahnen werden je nach ihrer Bedeutung
für die Operationen zu unterbrechen bezw. in ihren wichtigsten nahegelegenen Objekten (Flußübergänge!) durch kühnen Einsatz von Fallschirm- und Luftlandetruppen in Besitz zu
nehmen sein. Um alle Kräfte gegen die feindliche Luftwaffe und zur unmittelbaren Unterstützung des Heeres zusammenfassen zu können, ist die Rüstungsindustrie während der
Hauptoperationen nicht an-zugreifen. Erst nach dem Abschluß der Bewegungsoperationen kommen derartige Angriffe, in erster Linie gegen das Uralgebiet, in Frage.

C.) Kriegsmarine:
Der Kriegsmarine fällt gegen Sowjetrußland die Aufgabe zu, unter Sicherung der eigenen Küste ein Ausbrechen feindlicher Seestreitkräfte aus der Ostsee zu verhindern.
Da nach dem Erreichen von Leningrad der russischen Ostseeflotte der letzte Stützpunkt genommen und diese dann in hoffnungsloser Lage sein wird, sind vorher größere
Seeoperationen zu vermeiden. Nach dem Ausschalten der russischen Flotte wird es darauf ankommen, den vollen Seeverkehr in der Ostsee, dabei auch den Nachschub für
den nördlichen Heeresflügel über See, sicherzustellen (Minenräumung!)

IV. Alle von den Herren Oberbefehlshabern auf Grund dieser Weisung zu treffenden Anordnungen müssen eindeutig dahin abgestimmt sein, daß es sich um Vorsichtsmaßnahmen
handelt für den Fall, daß Rußland seine bisherige Haltung gegen uns ändern sollte. Die Zahl der frühzeitig zu den Vorarbeiten heranzuziehenden Offiziere ist so klein wie möglich
zu halten, weitere Mitarbeiter sind so spät wie möglich und nur in dem für die Tätigkeit jedes Einzelnen erforderlichen Umfang einzuweisen. Sonst besteht die Gefahr, daß durch
ein Bekanntwerden unserer Vorbereitungen, deren Durchführung zeitlich noch gar nicht festliegt, schwerste politische und militärische Nachteile entstehen.

V. Vorträgen der Herren Oberbefehlshaber über ihre weiteren Absichten auf Grund dieser Weisung sehe ich entgegen.
Die beabsichtigten Vorbereitungen aller Wehrmachtteile sind mir, auch in ihrem zeitlichen Ablauf, über das Oberkommando der Wehrmacht zu melden.

 

(gez.) Adolf Hitler
Verteiler:
Ob. d. H. (Op. Abt.) 1. Ausf.
Ob. d. M. (Skl.) 2. Ausf.
Ob. d. L. (Lw. Fü. St.) 3. Ausf.

OKW:
WFSt. 4. Ausf.
Abt. L 5.-9. Ausf.


Nachbetrachtung

 

 

 

„Alles was ich unternehme, ist gegen Rußland gerichtet; wenn der Westen zu dumm und zu blind ist, um dies zu begreifen, werde ich gezwungen sein, mich mit den Russen zu verständigen, den Westen zu schlagen, und dann nach seiner Niederlage mich mit meinen versammelten Kräften gegen die Sowjetunion zu wenden. Ich brauche die Ukraine, damit man uns nicht wieder wie im letzten Krieg aushungern kann.“
Adolf Hitler

Ende Juni 1940 begann Hitler mit den Planungen zum Einmarsch in die Sowjetunion, als nötiger Schritt zur Erlangung der Herrschaft über Europa und Niederringung Englands. Die Invasion, auch weil die Angst vor einem Scheitern und ungünstiger Ausgangsposition immer größer wurde, ist immer von höchster Stelle hinausgeschoben worden. Hitler wollte England also “den letzen Degen auf dem Festland” wegnehmen, ähnlich wie Napoleon es damals auch versuchte und genauso scheiterte, wie es Hitler nur wenige Woche erleben musste.

„Das jüdisch-bolschewistische System muß ein für allemal ausgerottet werden. Nie wieder darf es in unseren europäischen Lebensraum eingreifen. Der deutsche Soldat hat daher nicht einfach die Aufgabe, die militärischen Machtmittel dieses Systems zu zerschlagen. Er tritt auch als Rächer für alle Grausamkeiten, die ihm und dem deutschen Volk zugefügt wurden, auf. […] Für die Notwendigkeit der harten Sühne am Judentum, dem geistigen Träger des bolschewistischen Terrors, muß der Soldat Verständnis aufbringen. Sie ist auch notwendig, um alle Erhebungen, die meist von Juden angezettelt werden, im Keime zu ersticken.“
Erich von Manstein (Reichenau Befehl)

 

„Die Nationalsozialisten gingen von der sozialdarwinistischen Vorstellung eines naturgegebenen "Kampfes um das Dasein" der Völker und Rassen aus. Die Sowjetunion galt als Träger des "jüdischen Bolschewismus" und als eine unmittelbare Bedrohung für das Deutsche Reich. Aus nationalsozialistischer Sicht war der Kampf der überlegenen "arischen Rasse" gegen die sowjetischen "Untermenschen" unausweichlich. In einem siegreichen Eroberungskrieg gegen die Sowjetunion sah Adolf Hitler seine wahre "Mission"“
DHM

Auf deutscher Seite bereitete man schon frühzeitig vor und legte Grundsteine für ein solch umfangreiche Operation gegen Osten. Hitler hattes es bereist im Vorfeld angekündigt und der Generalsstab war mit dem Projekt "Lebensraum Ost" vertraut. Man vertraute auf deutscher Seite auf die negative Wirkung durch die Säuberungen Stalins in den Offiziersrängen der Roten Armee, dem schlechten Abschneiden der Roten Armee im Finnlandkrieg 39/40 und dem Wissen um die schlechte Ausrüstung wie Rüstungsstand des Riesenreiches. Konkrete Informationen über Stärke, Qualität und Ausrüstung der Roten Armee fehlten jedoch, auch darum wurde die Rote Armee maßlos unterschätzt .

„Englands Hoffnung ist Russland und Amerika. Ist aber Russland zerschlagen, dann ist Englands letzte Hoffnung getilgt. Der Herr Europas ist dann Deutschland.“
Adolf Hitler

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Adolf Hitler

Generalfeldmarschall Erich von Manstein


Quellen

Walther Hubatsch (Hrsg.), Hitlers Weisungen für die Kriegführung, Bonn, S. 84ff..

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsv ... index.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19489031.html
http://www.ns-archiv.de/krieg/1940/unte ... 2-1949.php

Autor: Freiherr von Woye



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. Juli 1940)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.07. - 10.07.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 1. Juli 1940

 

In Frankreich keine besonderen Ereignisse.

Ein Unterseeboot hat 23.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt und einen Kreuzer der Orzora-Klasse südlich Brest torpediert; zwei der versenkten Dampfer wurden aus einem stark gesicherten Geleitzug heraus geschossen.
Kapitänleutnant Prien hat in den letzten Tagen weitere feindliche Handelsschiffe vernichtet; die im OKM-Bericht vom 28. Juni bekanntgegebene Versenkungsziffer seines Bootes erhöht sich dadurch auf 51.086 BRT.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 1. Juli wieder mehrere Häfen an der Schottischen Ost-, sowie der Englischen Ost- und Westküste an. Sie erzielten gute Trefferergebnisse.

Eine Staffel von neun britischen Blenheim-Kampfflugzeugen, die unter dem Schutz von Jägern den Flugplatz Merville-Lestrem bei Lille am Mittag des 30. Juni anzugreifen versuchten, wurde durch Flak im Anflug zersprengt und anschließend von unseren Jägern in einen heftigen Luftkampf verwickelt. Hierbei gelang es, sechs Blenheim-Flugzeuge sowie drei britische Jäger abzuschießen.
Die Angriffe feindlicher Flugzeuge gegen nichtmilitärische Ziele in Nord-, West- und Süddeutschland in der Nacht zum 1. Juli, richteten nur geringen Sachschaden an.
Am 30. Juni wurden insgesamt 18 britische Flugzeuge, davon elf im Luftkampf, sieben durch Flak abgeschossen. Ein deutsches Flugzeug wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 2. Juli 1940

 

Am 30. Juni bzw. 1. Juli wurden die britischen Kanalinseln Jersey und Guernsey im Handstreich durch Teile der Luftwaffe genommen und anschließend durch Stoßtrupps der Kriegsmarine und nachfolgende Abteilungen des Heeres besetzt. Hierbei schoss ein deutsches Aufklärungsflugzeug zwei britische Kampfflugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim im Luftkampf ab.
Im Zuge der bewaffneten Aufklärung über dem Kanal wurde am Nachmittag des 1. Juli ein britisches Küstenwachschiff ostwärts Torquay angegriffen und in Brand geworfen. Ein weiterer erfolgreicher Angriff richtete sich gegen den Hafen von Wick in Nord-Schottland.

In der Nacht zum 2. Juli griffen unsere Kampfflugzeuge wiederum Hafenanlagen am Bristol-Kanal an. Brände und Explosionen wurden beobachtet.

Im Verlauf der Angriffe britischer Flugzeuge in der Nacht zum 2. Juli auf Nord- und Westdeutschland wurden unter anderem auch auf Kiel Bomben geworfen, richteten jedoch nur geringen Sachschaden an.
Einige Zivilpersonen wurden getötet. Im ganzen wurden fünf feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie abgeschossen, außerdem bei dem nächtlichen Angriff auf Kiel zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie der Kriegsmarine. Drei eigene Flugzeuge werden vermisst.
Die Zahl der am 30. Juni und 1. Juli im Luftkampf abgeschossenen feindlichen Flugzeuge, erhöht sich gegenüber der bisher angegebenen um fünf auf 23.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 3. Juli 1940

 

Kapitänleutnant Schuhart hat mit seinem Unterseeboot 24.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraum, darunter den britischen Dampfer „Athellaird" (8.900 BRT) versenkt.
Ein weiteres Unterseeboot hat westlich des Nord-Kanals den bewaffneten englischen Dampfer „Aran-Dora-Star" (15.500 BRT) torpediert.
Am 2. Juli griffen deutsche Kampfflugzeuge im Zuge der bewaffneten Aufklärung über der Kanalküste einen Geleitzug an und versenkten einen Frachter von 12.000 BRT sowie einen Frachter von 6.000 BRT. Ein weiterer Frachter von 8.000 BRT wurde durch Bombentreffer schwer beschädigt.
An der Schottischen Küste warfen unsere Kampfflugzeuge Bomben auf Anlagen der britischen Rüstungsindustrie, insbesondere in Newcastle.
Im Laufe der Nacht zum 3. Juli führten mehrere Angriffe auf Hafenanlagen an der Küste Südenglands zu zahlreichen Bränden und Explosionen.

Bei Tage versuchten drei britische Kampfflugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim in Holland einzufliegen, wurden jedoch frühzeitig erkannt und zum Kampf gestellt. Es gelang, zwei dieser Flugzeuge im Luftkampf abzuschießen.

Auch in der Nacht zum 3. Juli warfen feindliche Flugzeuge in Holland, Nord- und Westdeutschland Bomben ab, die zum größten Teil in freies Gelände fielen und daher nur geringen Sach-, aber keinen Personenschaden verursachten.
Ein deutsches Flugzeug wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 4. Juli 1940

 

Ein Unterseeboot unter Führung von Oberleutnant zur See Endraß erzielte einen Torpedotreffer auf den neuesten britischen Flugzeugträger „Illustrious".
Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 3. Juli im Kanal und an der Nordsee britische Hafenanlagen, Küstenbefestigungen, Flugplätze, Barackenlager, sowie Anlagen der Rüstungsindustrie an.
So wurden der Truppenübungsplatz Aldershot, das Flugzeugwerk Reading und schwere Küstenbatterien bei Newhaven erfolgreich mit Bomben belegt.
Bei einem Angriff auf einen britischen Geleitzug im Kanal erhielt ein großes Schiff zwei schwere Bombentreffer.
Britische Flugzeuge warfen im Schutze tiefliegender Wolken im Laufe des gestrigen Tages an mehreren Stellen Nord- und Westdeutschlands Bomben ab. Hierbei griffen sie in skrupelloser Weise die Zivilbevölkerung an, wobei in Hamburg-Barmbeck, elf Kinder, drei Frauen und ein Mann getötet, elf Kinder und neun Frauen schwer verletzt wurden.

Auch in der Nacht zum 4. Juli flogen einige feindliche Flugzeuge nach Belgien und Holland ein, ohne jedoch nennenswerten Schaden anzurichten.
Sechs feindliche Flugzeuge wurden vernichtet. Vier deutsche Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 5. Juli 1940

 

Die deutsche Unterseebootwaffe hat in der letzten Zeit wieder eine Reihe namhafter Erfolge im Kampf gegen England erzielt. So versenkte ein von Kapitänleutnant Liebe geführtes Unterseeboot neuerdings 34.400 BRT. Damit hat dieses Unterseeboot insgesamt 85.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt.
Ein weiteres Unterseeboot versenkte 21.043 BRT, ein drittes 31.100 BRT feindlichen Handelsschiffsraums, davon allein fünf Dampfer aus stark gesicherten Geleitzügen.
Götz Freiherr von Mirbach torpedierte die bewaffnete britische „Hartlepool" mit seinem Schnellboot S 20 Außerdem versenkt S 20 den britischen Frachter "Elmcrest".
Unsere Schnellboote torpedierten bei einem Vorstoß gegen das Seegebiet südwestlich Portland die bewaffneten britischen Dampfer „Hartlepool" (5.500 BRT) und „British Corporal" (6.900 BRT). Außerdem schossen sie aus einem Geleitzug einen Tanker von 12.000 BRT und ein bewaffnetes Handelsschiff von 8.000 BRT heraus.
Einer Vorposten-Flottille gelang die Vernichtung eines feindlichen Unterseebootes an der Norwegischen Küste.
Im Laufe des 4. Juli und in der Nacht zum 5. Juli griff die Luftwaffe in England Hafenanlagen, Flugplätze und Werke der Rüstungsindustrie mit Bomben an.
Stuka- und Kampfverbände vernichteten beim Angriff auf Geleitzüge an der Süd- und Südwestküste Englands vier Transportschiffe von je 5.000 BRT und beschädigten ein Kriegsschiff und neun weitere Transportschiffe mit Bombentreffern.

Britische Flugzeuge unternahmen am 4. Juli wieder im Schütze tiefliegender Wolken mehrere Einflüge in Holland, Belgien und Nordwestdeutschland.
Auch in der Nacht zum 5. Juli überflogen sie den Nord- und Westdeutschen Raum. Militärisch wichtige Ziele wurden nicht angegriffen.
Dagegen wurden Wohnhäuser, Bauernhöfe usw. durch Bombenwürfe beschädigt oder in Brand gesetzt und dabei mehrere Zivilpersonen getötet.
Sechs feindliche Flugzeuge im Luftkampf, ein weiteres durch Flak abgeschossen.
Bei einem erneuten Flugzeug-Angriff auf Kiel wurde außerdem von der Flakartillerie der Kriegsmarine ein feindliches Flugzeug abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 6. Juli 1940

 

Kapitänleutnant Prien hat mit seinem Unterseeboot auf der soeben beendeten Fahrt gegen den Feind, insgesamt 66.587 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt. Dies ist das bisher höchste Ergebnis einer einzigen Feindfahrt.
Unsere KampffliegerVerbände griffen wiederum in Süd- und Mittelengland Flugplätze, Hafen- und Bahnanlagen sowie Tanklager mit gutem Erfolg an. Erdöltanks bei Plymouth wurden in Brand gesetzt und explodierten.
Weitere wirkungsvolle Angriffe richteten sich gegen britische Kriegs- und Handelsschiffe. An der nördlichen Nordsee gelang es Flugzeugen vom Muster Arado 196, ein feindliches Unterseeboot zu versenken und ein weiteres schwer zu beschädigen.
Im Kanal wurde ein feindliches Handelsschiff von 8 bis 10.000 BRT versenkt, zwei weitere Handelsschiffe mit insgesamt 8.000 BRT trugen Beschädigungen davon.

An verschiedenen Stellen der belgischen und holländischen Küste sowie in Nord- und Westdeutschland, richteten vom Feind abgeworfene Bomben keinen nennenswerten Sachschaden an, töteten jedoch wiederum einige Zivilpersonen.
Durch unsere Jagdflieger wurden fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen, zwei weitere durch Flakartillerie bei Nacht zum Absturz gebracht.
Eine Flakbatterie der Kriegsmarine schoss außerdem an der Westküste von Schleswig-Holstein ein britisches Flugzeug vom Typ Handley-Page ab. Ein eigenes Flugzeug ging verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 7. Juli 1940

 

Bei der Insel Wight versenkte ein deutsches Schnellboot einen Dampfer von 6.000 BRT.
Kampfverbände der Luftwaffe setzten ihre Angriffe gegen militärisch wichtige Ziele in Südengland erfolgreich fort. Im Hafen von Falmouth gelang es, ein Handelsschiff von 8.000 BRT durch einen Volltreffer mittleren Kalibers in Brand zu setzen.
In der mittleren Nordsee griffen unsere Kampfflieger einen Verband britischer Seestreitkräfte an. Zwei Zerstörer erhielten so schwere Treffer, dass mit ihrem Totalverlust zu rechnen ist. Einem 10.000-Tonnen-Kreuzer wurden starke Beschädigungen beigebracht.
Im Kanal gelang es, ein Hilfskriegsschiff und einen Bewacher zu versenken.
Das am Vortag durch Flugzeuge vom Muster Arado 196 schwer beschädigte feindliche Unterseeboot ist inzwischen gleichfalls gesunken, die Besatzung durch deutsche Vorpostenboote und Flugzeuge aufgenommen worden.

Nächtliche feindliche Bombenabwürfe in Norddeutschland verursachten nur unbedeutenden Schaden.
Britische Flieger haben dänische Fischerboote mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen. Ein unbewaffneter norwegischer Dampfer ist durch einen britischen Bombentreffer an Deck getroffen worden. Einige Mitglieder der Besatzung wurden getötet.
Die feindlichen Verluste betrugen gestern zehn Flugzeuge, davon je drei in Luftkämpfen und durch Flak sowie zwei am Boden zerstört. Zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Verbände der Kriegsmarine abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 8. Juli 1940

 

Deutsche Unterseeboote versenkten im Seegebiet vor der spanischen Küste 21.500 BRT feindlichen Handelsschiffsraumes, darunter den bewaffneten britischen Dampfer „San Fernando" von 13.000 BRT. Die Luftwaffe belegte in England unter anderem die Bahnhofsanlagen von Brighton, Küstenbatterien auf der Insel Wight, Hafenanlagen und Barackenlager von Falmouth, sowie Anlagen der Rüstungsindustrie in Middlesbrough und Newcastle mit Bomben.
An der Südküste Englands wurden Geleitzüge und Schiffsansammlungen angegriffen. Es gelang hierbei, zwei Handelsschiffe und einen Transporter zu versenken, weitere Schiffe schwer zu beschädigen.

Britische Flugzeuge warfen tagsüber in Westdeutschland wenige Bomben ohne Erfolg. Nächtliche Angriffe auf Nord- und Westdeutschland verursachten nur geringen Sachschaden. Zwei Zivilpersonen wurden getötet.
Die Gesamtverluste des Gegners betrugen gestern 14 Flugzeuge, davon bei Luftkämpfe über dem Kanal, zehn britische Jagdflugzeuge vom Muster Spitfire. Zwei weitere Flugzeuge wurden an anderer Stelle im Luftkampf, zwei durch Flak abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 9. Juli 1940

 

Die deutsche Unterseebootwaffe hat dem Feind wiederum schwere Verluste beigebracht. Kapitänleutnant Hans-Gerrit von Stockhausen hat mit seinem Boot 56.500 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt.
Ein weiteres Unterseeboot hat den britischen Zerstörer „Whirlwind" und mehrere bewaffnete Handelsschiffe, darunter einen britischen Marinetanker von 11.660 BRT vernichtet.
Der im Wehrmachtsbericht vom 28. Juni bekanntgegebene Erfolg eines Unterseeboots mit einer Versenkungsziffer von 38.000 BRT hat sich, wie der zurückgekehrte Kommandant, Kapitänleutnant Knorr meldet, auf 40.311 BRT erhöht.
Schnellboote versenkten bei einem erneuten Vorstoß gegen die englische Südküste ein britisches Bewachungsfahrzeug.
In England griff die Luftwaffe Hafen- und Tankanlagen, Flugplätze sowie Werke der Rüstungsindustrie und Schiffsziele an.
Getroffen und schwer beschädigt wurden die Werften von Devonport, Tankanlagen in Ipswich, Candey-Island, Thameshaven und Tilhury, Sprengstoffwerke in Harwich und die chemischen Großanlagen Billingham, ferner im Kanal und der Nordsee ein Kreuzer, ein Zerstörer und fünf Handelsschiffe. Auf einem Flugplatz wurden mehrere Flugzeuge am Boden zerstört.

Angriffe feindlicher Flugzeuge am 8. Juli in Holland und Belgien blieben erfolglos, in der Nacht zum 9. Juli gegen Nord- und Westdeutschland, verursachten sie einigen Häuserschaden und töteten mehrere Personen.
Die gestrigen Gesamtverluste des Gegners betragen elf Flugzeuge. Davon wurden sechs im Luftkampf abgeschossen, fünf am Boden zerstört. Fünf deutsche Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 10. Juli 1940

 

Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 35.187 BRT feindlichen Handelsschiffsraums.
Durch Luftangriffe gegen England wurden vor der Ost- und Südküste ein Vorpostenboot sowie drei Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 26.000 BRT versenkt. Zehn weitere Handelsschiffe schwer beschädigt und teilweise in Brand gesetzt.
Treffer in Tanklagern der Flugplätze von Pembroke und in Ipswich sowie in den Rüstungswerken von Norwich, Leeds, Tilhury und Swansea, verursachten Brände und Explosionen.
Über dem Kanal kam es mehrfach zu Luftkämpfen zwischen deutschen und britischen Jägern, bei denen der Gegner starke Verluste erlitt.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, versuchten zwölf britische Bombenflugzeuge des Musters Bristol-Blenheim, den Flugplatz Stavanger-Sola anzufliegen.
Sämtliche angreifenden britischen Flugzeuge wurden vor Erfüllung ihres Auftrages abgeschossen. Verluste an deutschen Flugzeugen sind hierbei nicht eingetreten.
In der letzten Nacht griffen feindliche Flugzeuge wiederum in Holland, Nord- und Westdeutschland nichtmilitärische Ziele an, ohne wesentlichen Sachschaden anzurichten.

Die Gesamtverluste des Gegners betrugen gestern 29 Flugzeuge, darunter ein Sunderland-Flugboot. 28 Flugzeuge sind im Luftkampf, ein Flugzeug durch Flak abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden vermisst.

In der Nacht vom 8. zum 9. Juli wurde, wie nachträglich bekannt wird, ein britisches Flugzeug durch Nachtjäger über der Deutschen Bucht abgeschossen.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Die Royal Air Force startet nun verstärkt Angriffe auf das Deutsche Reich, dabei sind vor allem die Marinebasen das Ziel. Im Gegenzug hat die deutsche Luftwaffe die Schlacht um England eingeleitet, nicht in großen Unternehmungen, so vor allem Do17, Ju88 und Messerschmitt-Jäger, die bei der Umsetzung der Seeblockade tatkräftige unterstützen. Die Briten und deren Verbündeten stellen daraufhin Exil- und Verbündeten Jäger-Staffel vor.

'Wir werden unseren stahlharten Kampf fortsetzen, bis der Sieg errungen ist.'
General Sikorski gibt als Tagesbefehl für die polnischen Streitkräfte in Großbritannien

Die Marinen fahren nun auch ihre operativen Aktionen hoch. So eröffnet die englische Flotte das Feuer auf Küstenbefestigungen, vor allem an der afrikanischen Küste (Unternehmen Catapult). Das Ziel ist der Schutz der Einflusssphäre Afrika. Im Seegefecht vor Kalabrien wird die 'Force H' der Briten von den Italiener zum Teil erfolgreich angegriffen. Die Hände der Achse, allen voran Italien, wollen nun die Briten aus Afrika drängen, welche dies in keinem Fall zulassen werden. Eine Zuspitzung der Lage in Afrika scheint unabwendbar. Hitler kehrt in einem Triumphzug nach acht Wochen 'im Felde' nach Berlin zurück und macht dabei keine Anstalten auf Machansprüche in Afrika und lässt erste zaghafte Pläne für eine Invasion von England schmieden.

 

Mussolini sieht in den ersten Angriffen seiner Marine bereits einen Sprung nach Afrika realisierbar. Italienische Streitkräfte, mit Unterstützung von Flugzeugen und Panzern, besetzen die Außenposten von Kassala und Galabat and der Grenze zwischen dem Britisch-Ägyptischen-Sudan und Italienisch-Ostafrika.

'Ihr habt unseren ersten Seesieg errungen...'
Mussolini gibt einen Tagesbefehl an die italienische Flotte

Die deutsche Kriegsmarine nimmt ihre Aktivität an der Westküste Frankreichs auf und lässt U-Boote in den Atlantik auslaufen. U-30 läuft als erstes deutsches Unterseeboot in den neuen U-Boot-Stützpunkt von Lorient in West-Frankreich ein. In Frankreich selbst ist die Lage für das Deutsche Reich hinreichend unter Kontrolle. Im Vichy-Frankreich, zieht die französische Regierung von Bordeaux nach Vichy um. Vichy-Frankreich bricht die Beziehungen zu Großbritannien ab und fungiert als politische Marionette für Hitler Deutschland.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Joachim Schepke

Generalfeldmarschall Hugo Sperrle


11.07. -20.07.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 11. Juli 1940

 

Die schon durch Sondermeldung bekanntgegebenen Erfolge der Luftwaffe gegen britische Geleitzüge haben nach abschließenden Feststellungen zur Vernichtung von einem Kreuzer von 7.000 t und vier Handelsschiffen von insgesamt 21.000 BRT geführt.
Weiter wurden ein Kreuzer und sieben Handelsschiffe, darunter ein Tanker, so schwer beschädigt oder in Brand geworfen, dass mit ihrem Verlust gerechnet werden kann.
Ferner erzielten unsere Kampfflieger am gestrigen Tage wirksame Erfolge gegen Flugplätze in Südostengland, gegen Hafenanlagen an der Süd- und Südwestküste und Werke der Rüstungsindustrie.
Besonders im Munitionslager bei Pembroke und in den Häfen von Plymouth und Swansea wurden heftige Explosionen und große Brände beobachtet. Auch die Tanklager von Pembroke und Portland sind in Brand geraten.

Ein feindlicher Angriff auf den Flugplatz Amiens-Glissy durch sieben britische Bomber endete mit dem Abschuss aller sieben Flugzeuge, wie auch bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben wurde.
Ferner kam es anlässlich eines Angriffs auf einen Geleitzug im Kanal zu einem Luftkampf, bei dem zehn feindliche Jäger abgeschossen wurden.

In der Nacht zum 11. Juli unterblieben feindliche Einflüge in das Reichsgebiet.

Insgesamt wurden in den Luftkämpfen des gestrigen Tages 35 feindliche Flugzeuge und ein Sperrballon abgeschossen. Sieben eigene Flugzeuge werden vermisst.
Im Handelskrieg gegen England steigern sich infolge der günstigen Ausgangsbasis unserer Unterseeboote die Erfolge. So wurden allein in den letzten sechs Wochen bis zum 8. Juli 609.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt. Damit ist die durchschnittliche Versenkungsziffer durch Unterseeboote auf wöchentlich über 100.000 BRT gestiegen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 12. Juli 1940

 

Kampf- und Sturzkampfverbände der Luftwaffe griffen am 11. Juli Flugplätze, Hafenanlagen und Rüstungswerke in Süd- und Mittelengland, sowie Schiffsziele vor der Ost- und Südküste Englands an. In den Häfen von Plymouth und Lowestoft wurden die Hafenanlagen durch Bomben getroffen, in Portsmouth und den Industrieanlagen bei Burton-upon-Trent starke Brände durch Bombentreffer hervorgerufen.
Im Kanal gelang es, einen Tanker von 15.000 BRT sowie vier Handelsschiffe mit insgesamt 15.000 BRT zu versenken, neun weitere Handelsschiffe durch Volltreffer schwer zu beschädigen.
Im Verlauf dieser Angriffe schossen sowohl unsere Kampf- und Sturzkampfflugzeuge, als auch Jäger und Zerstörer, mehrere feindliche Jäger ab.

Die feindlichen Bombenabwürfe in Westdeutschland waren gering und verursachten keinen Schaden. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 13 Flugzeuge, hiervon drei durch Flakartillerie. Sieben eigene Flugzeuge werden vermisst.
Die Erfolge der Kriegsmarine und der Luftwaffe im Handelskrieg haben eine für England fühlbare Höhe erreicht.

Bis 8. Juli 1940 wurden versenkt:

a.) durch Torpedo-Treffer und Minen-Erfolge unserer Unterseeboote 1.920.439 BRT,
b.) durch Überwasserstreitkräfte und andere Seekriegsmittel: 1.362.461 BRT,
c.) durch Angriffe der Luftwaffe: 1.046.313 BRT.

Damit sind insgesamt seit Kriegsbeginn 4.329.213 BRT feindlichen oder dem Feinde nutzbaren Handelsschiffsraums vernichtet worden.
Zu dieser Zahl von versenkten Schiffen kommen noch über 300 zumeist durch die Luftwaffe beschädigte Schiffe hinzu, die zum Teil so schwer getroffen wurden, dass sie für die Weiterbenutzung ausfallen oder infolge der notwendigen Instandsetzung für Monate nicht verwendungsfähig sind.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 13. Juli 1940

 

Seit längerer Zeit führen deutsche Seestreitkräfte in überseeischen Gewässern erfolgreiche Operationen durch. Mehrere Handelsschiffe mit wertvollen Ladungen, die bei diesen Unternehmungen als Prise aufgebracht wurden, trafen in unseren Häfen ein.
Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 24.684 BRT feindlichen Handelsschiffsraums.
Kampfflugzeuge griffen wiederum Schiffsziele vor der englischen Ostküste und im Kanal, Flugplätze, Hafenanlagen und Werke der Rüstungsindustrie in England und Schottland an. Es gelang, ein Vorpostenboot und ein Handelsschiff von 2.000 BRT durch Bombentreffer zu versenken und fünf Handelsschiffe schwer zu beschädigen.
Auf dem Flugplatz St. Merryn wurden acht britische Kampfflugzeuge am Boden zerstört, in Exeter Tankanlagen, in Portland, in Newport und Dundee Hafen- und Kai-Anlagen, in Billingham und Newcastle Werke der Rüstungsindustrie wirksam mit Bomben belegt.

Britische Flugzeuge warfen auch in der Nacht zum 13. Juli in Norddeutschland Bomben. Dabei wurden mehrere Häuser zerstört und einige Zivilpersonen getötet.
Die am 12. Juli gemeldeten Verluste des Feindes erhöhen sich um vier Flugzeuge, die in der Nacht durch Flakartillerie abgeschossen wurden, von 13 auf 17 Flugzeuge.
Die gestrigen Gesamtverluste des Gegners betragen 13 Flugzeuge, davon wurden vier im Luftkampf bei Tage, eines durch Nachtjäger abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 14. Juli 1940

 

Eines unserer Kriegsschiffe meldet die Versenkung von 18.500 BRT feindlichen Handelsschiffsraums in überseeischen Gewässern.
Im Zuge der bewaffneten Aufklärung im Kanal griffen deutsche Kampfverbände mehrere Geleitzüge an und beschädigten vier Handelsschiffe schwer durch Bombentreffer.
Dabei kam es zu heißen Luftkämpfen, in deren Verlauf unsere Jäger gegen starke feindliche Übermacht, bei nur einem eigenen Verlust, zehn britische Jagdflugzeuge abschossen.

Beim Versuch, in Norddeutschland einzufliegen, wurden zwei weitere britische Kampfflugzeuge im Luftkampf abgeschossen.
In der Nacht zum 14. Juli warfen feindliche Flieger wieder in Nord- und Westdeutschland Bomben ab, die nur geringen Sachschaden anrichteten, ohne militärische Ziele zu treffen. Es gelang dabei, drei feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie abzuschießen.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 15 Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 15. Juli 1940

 

Kampffliegerverbände griffen im Zuge der bewaffneten Aufklärung über dem Kanal britische Geleitzüge an und versenkten drei Handelsschiffe mit insgesamt 17.000 BRT.
Ein Zerstörer, ein Hilfskreuzer und vier weitere Handelsschiffe wurden durch Bombentreffer schwer beschädigt und zum Teil in Brand gesetzt.
Es kam wiederholt zu Luftkämpfen zwischen deutschen und britischen Jagdverbänden, in deren Verlauf vier britische Jäger vom Muster Hurricane und zwei eigene Flugzeuge abgeschossen wurden.
Im Laufe der Nacht zum 15. Juli griffen unsere Kampfflugzeuge Hafenanlagen, Flugplätze und Werke der Rüstungsindustrie in Südengland an. Die Wirkung der Bombenangriffe war an allen Zielen durch Brände und starke Explosionen, vor allem in Faversham, weithin sichtbar.

Britische Flugzeuge warfen auch in der Nacht zum 15. Juli in Nord- und Westdeutschland wahllos Bomben ab. Der entstandene Sachschaden ist unbedeutend. Durch Flakartillerie wurden zwei britische Flugzeuge, durch Nachtjäger ein Flugzeug abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 16. Juli 1940

 

Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 23.600 BRT feindlichen Handelsschiffsraums. Ein anderes Unterseeboot hat aus einem stark gesicherten Geleitzug einen feindlichen Tanker von 9.000 BRT herausgeschossen.
Bei wiederholten Luftangriffen am 15. Juli auf britischen Schiffsverkehr im Kanal gelang es, drei Handelsschiffe von insgesamt 18.000 BRT zu versenken und fünf weitere Handelsschiffe durch Bombentreffer zu beschädigen.
Im Laufe des Tages griff die Luftwaffe ferner die britischen Flugplätze von Pembroke, St. Athan, Plymouth und Bicester, die Hafenanlagen in Cardiff und Brighton sowie eine Flugzeugfabrik in Yeovil an. Die abgeworfenen Bomben riefen zahlreiche Brände und Explosionen hervor.

Britische Flugzeuge warfen wiederum in der vergangenen Nacht in Nord- und West-Deutschland an einigen Stellen Bomben ab, ohne Schaden anzurichten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 17. Juli 1940

 

Die Tätigkeit der Luftwaffen war infolge der schlechten Wetterlage nur gering.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen in Nordschottland die Hafenanlagen von Thurso an und setzten ein Handelsschiff durch Bomben in Brand.
An der Südspitze von Scapa Flow wurde ein britisches Truppenlager erfolgreich mit Bomben belegt.

Feindliche Einflüge nach Deutschland fanden nicht statt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 18. Juli 1940

 

In überseeischen Gewässern operierende deutsche Kriegsschiffe haben weitere 30.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt.
Auf Fahrzeugen der Kriegsmarine landeten deutsche Truppen auf der Insel d'Ouessant, die der Bretagne vorgelagert ist.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen den Truppenübungsplatz Aldershot sowie Flugplätze, Industriewerke und Hafenanlagen in Süd- und Mittelengland an. Auf dem Flughafen Tunbridge Weih, im Industriewerk Eastboume und in den Hafenanlagen in Portland wurden besonders starke Brände beobachtet. Ein großes Rüstungswerk in Greenock erhielt mehrere Volltreffer.
Bei Angriffen gegen Schiffe im Kanal gelang es, ein Handelsschiff in Brand zu werfen, ein weiteres Handelsschiff und ein Vorpostenboot durch Bomben so schwer zu beschädigen, dass die Besatzungen die Schiffe verlassen mussten.

In der Nacht in das Rhein-Ruhr-Gebiet einfliegende feindliche Flugzeuge wurden durch Flakabwehr vertrieben oder am gezielten Bombenabwurf gehindert. Einzelne planlos abgeworfene Bomben richteten weder Personen- noch Sachschaden an.
Ein feindliches Flugzeug vom Muster Bristol-Blenheim wurde im Luftkampf nördlich Cherbourg abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug ist über dem Kanal abgestürzt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 19. Juli 1940

 

Die deutsche Unterseebootwaffe hat weitere Erfolge zu verzeichnen.
Ein Unterseeboot versenkte 31.300 BRT feindlichen Handelsschiffsraums. Einem anderen Unterseeboot gelang es, aus einem stark gesicherten Geleitzug einen großen bewaffneten Handelsdampfer herauszuschießen.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen wiederum Flugplätze, Hafenanlagen und Barackenlager in England sowie Schiffsziele vor den Küsten von Nord-Schottland und im Kanal mit großem Erfolg an.
Vier Handelsschiffe von insgesamt 12.000 bis 14.000 BRT wurden durch Bombentreffer versenkt, zwölf Handelsschiffe und zwei Vorpostenboote teilweise so schwer beschädigt, dass mit dem Totalverlust mehrerer Schiffseinheiten zu rechnen ist.
Wie nachträglich bekannt wird, gelang es am 17. Juli ein feindliches Unterseeboot durch Bombentreffer zu versenken.

In Nordwest- und Westdeutschland verhinderte unsere Abwehr gezielte nächtliche Bombenwürfe des Feindes, so dass nur geringer Personen- und Sachschaden entstand. Die Flakartillerie schoss hierbei drei feindliche Flugzeuge ab.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern zwölf Flugzeuge und zwei Sperrballone. Von diesen wurden sieben Flugzeuge in Luftkämpfen, fünf durch Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 20. Juli 1940

 

Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 24.700 BRT feindlichen Handelsschiffsraums. Kampfverbände der Luftwaffe griffen in Südengland und Schottland gelegene Kraftwerke, Lagerhäuser, Hafen- und Dockanlagen sowie Nachschublager, Flakstellungen und Flugplätze mit gutem Erfolg an.
Weitere Angriffe richteten sich gegen Kriegs- und Handelsschiffsziele vor der Südküste Englands. Ein Handelsschiff von 5.000 BRT wurde durch Volltreffer versenkt, drei weitere Handelsschiffe und ein Zerstörer durch Treffer zum Teil erheblich beschädigt.
Wie bereits bekanntgegeben, sind ohne eigene Verluste über dem Kanal 15 britische Jagdflugzeuge, und zwar zwölf des Musters Defiant, zwei des Musters Spitfire und eins vom Typ Hurricane durch unsere Messerschmitt-Jäger bei Luftkämpfen abgeschossen worden.
Durch Abschuss von weiteren sechs britischen Spitfire-Jagdflugzeugen hat sich diese Zahl im Laufe des Tages auf 21 erhöht. Ein britisches Flugzeug wurde durch die Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossen.

Feindliche Flugzeuge warfen in der Nacht zum 20. Juli wiederum Bomben über Nord- und Westdeutschland ab. Mehrere Zivilpersonen wurden dabei verletzt. Bei diesen Nachtangriffen sind fünf britische Bomber, und zwar drei durch Flakartillerie und zwei durch Nachtjäger abgeschossen worden.
Die Gesamtverluste des Feindes betragen damit gestern 27 Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag



England fährt seine Produktion bei Rüstung, fast ausschließlich im Bereich der Luftfahrttechnik, hoch. Beaverbrook als Minister für die Flugzeugproduktion erlässt einen Sammelaufruf für Aluminium-Töpfe und Pfannen, 'um Spitfire-Jäger zu bauen'. Große Mengen werden zwar gespendet, aber das Ergebnis der Sammlung ist unbedeutend. Vor allem die Hurricane-Jäger der RAF können erste Erfolge feiern, wobei Sie der schieren Masse an deutschen Flugzeugen bisher nur unbedeutende Erfolge erzielen können. Das strategische Bomberkommando der RAF fliegt einen Nachtangriff auf die Krupp-Rüstungsbetriebe in Essen sowie auf die Rangierbahnhöfe von Bremen und Hamm. Auf deutscher Seite ist es die Me109, welch durch Erfolge glänzen kann. Für Göring ist die Schlacht um England ein Prestigekampf um die beste Luftwaffe der Welt. Er befiehlt die Aufstellung eines speziellen Nachtjäger-Verbandes (Nachtjagdgeschwader 1 (NJG 1) / Oberst Josef Kammhuber).

 

Im Geheimen sollen die Luftkämpfe der deutschen Luftwaffe nur den Anfang markieren. Das Unternehmen SEELÖWE, soll die nötigen Vorbereitungen zur Invasion Englands in die Weg leiten. Die Wehrmachtsführung plant Mitte August die Landung. Kurz danach hält Hitler seine 'LETZTER AUFRUF AN DIE VERNUNFT' Rede vor dem Reichstag in Berlin. Er sagt, dass England keine andere sinnvolle Alternative mehr hat, als Frieden zu schließen. Das Angebot wird von Großbritannien am 22. Juli zurückgewiesen, wobei die USA nun immer mehr das Königreich mit dem Bau von Kriegsschiffe mit einer Gesamttonnage von 1.325.000 t und 15.000 neue Marineflugzeuge unterstützen.

Das Deutsche Reich ist voller Euphorie, so auch der Führer Adolf Hitler, welcher 19 neue Feldmarschälle als Dank für die Leistung der Wehrmacht ernennt.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben

Generalfeldmarschall Walter von Reichenau


21.07. - 31.07.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 21. Juli 1940

 

Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 20. Juli und in der Nacht zum 21. Juli Flugplätze, Hafen- und Tankanlagen in Süd- und Mittelengland sowie Industriewerke bei Newcastle an. Die Bombenabwürfe riefen Brände und Explosionen hervor.
Bei Angriffen gegen Geleitzüge wurden ein feindlicher Kreuzer und zwei Zerstörer getroffen und schwer beschädigt. Hierbei schossen unsere Jäger in Luftkämpfen über dem Kanal acht feindliche Flugzeuge ab. Ein weiteres feindliches Flugzeug wurde bei Rotterdam abgeschossen.

Im Laufe der Nacht warfen britische Flugzeuge wieder Bomben über Nord- und Westdeutschland sowie über Holland ab. Der angerichtete Sachschaden ist unerheblich.

Mehrere Bomben fielen in eine kleinere norddeutsche Stadt, wodurch sieben Zivilpersonen getötet wurden. Bei diesen nächtlichen Angriffen gelang es, neun feindliche Flugzeuge abzuschießen, davon sieben durch Flakartillerie, zwei durch Nachtjäger.
Feindliche Flieger wurden bei einem Angriff gegen Wilhelmsbaven durch starke Abwehr zum vorzeitigen Abdrehen gezwungen und vier von ihnen durch Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossen.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 22 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 22. Juli 1940

 

Deutsche Kampfflugzeuge griffen erneut Flugplätze, Hafen-, Tank- und Fabrikanlagen in England an. Explosionen und starke Brände sind beobachtet worden.
Bei Angriffen gegen einen Geleitzug im Kanal gelang es, einen Tanker und vier Handelsschiffe mit einem Gesamtfassungsvermögen von etwa 40.000 BRT durch Bombentreffer zu versenken.

Feindliche Einflüge in der Nacht zum 22. Juli in Nord- und Westdeutschland, sowie in die besetzen Gebiete, richteten durch Bombenabwurf nur Sachschaden an.

Ein Flugzeug ist durch Flakartillerie der Kriegsmarine, ein weiteres Flugzeug durch Nachtjäger abgeschossen worden. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern acht Flugzeuge, darunter ein Sunderland-Thigboot durch Abschuss bei Drontheim.
Vier eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück, darunter ein Seenotrettungsflugzeug, das über der Nordsee durch die Engländer abgeschossen wurde.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 23. Juli 1940

 

Eines unserer kleinen Unterseeboote hat 18.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums aus stark gesicherten Geleitzügen heraus geschossen und versenkt.
Die Luftwaffe klärte über England und Schottland auf, und griff am 22. Juli und in der Nacht zum 23. Juli mit Kampfverbänden Hafenanlagen, Flugplätze, Flak- und Scheinwerferstellungen des Feindes an.
Besonders die Häfen Pembroke mit seinen Erdöllagern, Chatham, Sheerness, Edinburgh und Aberdeen, sowie Flugplätze in der Gegend Portsmouth und am Bristol-Kanal wurden mit Bomben belegt.
Im Kanal und an der englischen Ostküste wurden drei Handelsdampfer durch Bombentreffer beschädigt.

Feindliche Flugzeuge setzten auch in der Nacht zum 23. Juli ihre Angriffe gegen nichtmilitärische Ziele in Nord- und Westdeutschland fort. Dabei sind in einem Dorf die Kirche und einige Häuser beschädigt worden.
Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen, ein deutsches Flugzeug wird vermisst.
Wie nachträglich bekannt wird, sind bei dem in der Nacht zum 21. Juli erfolgten Angriff auf Wilhelmshafen, zwei weitere feindliche Flugzeuge abgeschossen worden.
Damit erhöht sich die Zahl der bei diesem Angriff durch Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossenen Flugzeuge auf sechs.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 24. Juli 1940

 

Ein Unterseeboot hat aus stark gesicherten Geleitzügen zwei bewaffnete feindliche Handelsschiffe von insgesamt 14.000 BRT heraus geschossen und versenkt.
Infolge ungünstiger Wetterlage war die Tätigkeit der Luftwaffe gering. In Südengland wurden einige Eisenbahnstrecken und Straßen sowie Nachschublager mit Bomben angegriffen.
Im Zuge der bewaffneten Aufklärung im Kanal und an der englischen Südküste versenkten unsere Kampfflugzeuge durch Bombentreffer zwei Vorpostenboote und ein Minensuchboot und beschädigten ein weiteres Schiff.
In der Nordsee gelang es einem unserer Kampfflieger ein Unterseeboot zu versenken.
In der Nacht zum 24. Juli warfen britische Flugzeuge über Nord- und Westdeutschland an verschiedenen Stellen Bomben ab, ohne größere Wirkung zu erzielen. Unsere Nachtjäger schossen zwei, unsere Flakartillerie ein feindliches Flugzeug ab. Ein eigenes Flugzeug wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 25. Juli 1940

 

Bei einem Vorstoß gegen die englische Südküste versenkte eines unserer Schnellboote südlich Portland einen 18.000 BRT großen bewaffneten feindlichen Handelsdampfer durch Torpedoschuss.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen trotz schlechter Wetterlage den britischen Schiffsverkehr im Kanal und an der Küste Ostenglands, sowie Industrieanlagen in Südostengland und Schottland an.
Wie bereits bekanntgegeben, wurde dabei ein Geleitzug von fünf Handelsschiffen mit einem Gesamtinhalt von 17.000 BRT vernichtet; außerdem erhielten drei weitere Handelsschiffe so schwere Bombentreffer, dass mit ihrem Verlust zu rechnen ist.
Angegriffen wurden ferner unter anderem die Vickers-Flugzeugwerke bei Weybridge, wo auf dem Werkflugplatz vier feindliche Flugzeuge am Boden vernichtet wurden, Industrieanlagen bei Great-Yarmouth und bei Glasgow.
Im Verlauf der Angriffe auf die britischen Geleitzüge kam es verschiedentlich zu heftigen Luftkämpfen zwischen unseren und britischen Jagdflugzeugen, in deren Verlauf sechs feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden.
In der Nacht zum 25. Juli fanden wieder feindliche Einflüge in Norddeutschland statt. Schaden wurde durch Bombenangriffe nicht angerichtet.
Die Gesamtverluste des Gegners betrugen gestern zehn Flugzeuge, davon wurden sechs im Luftkampf, vier am Boden vernichtet. Sechs eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 26. Juli 1940

 

Die Luftwaffe griff britische Flugplätze in Mittelengland und die Funkanlagen in Dover an.
Unsere Kampf- und Sturzkampfflugzeuge haben, wie bereits bekanntgegeben, trotz schlechter Wetterlage einen bedeutenden Erfolg im englischen Kanal erzielt.
Aus einem durch See- und Luftstreitkräfte stark gesicherten Geleitzug von 23 Schiffen konnten elf Handelsschiffe mit einem Gesamtinhalt von 43.000 BRT versenkt werden, drei weitere Handelsschiffe mit zusammen 12.000 BRT wurden in Brand geworfen oder so schwer beschädigt, dass mit ihrem Totalverlust zu rechnen ist. Außerdem gelang es, einen Zerstörer in Brand zu werfen und einen anderen schwer zu beschädigen.
Südlich der Insel Wight wurde ferner ein Handelsschiff von 8.000 BRT versenkt, so dass an einem Tage allein durch Angriffe der Luftwaffe ein Gesamtverlust für den Feind von 63.000 BRT angenommen werden kann.
Bei diesen Angriffen auf den englischen Schiffsverkehr kam es verschiedentlich zu heftigen Luftkämpfen. Im Kanal griff ein zahlenmäßig überlegener britischer Jagdverband unsere Flugzeuge an und verlor acht Flugzeuge vom Muster "Spitfire" sowie eine "Hurricane", während nur zwei deutsche Flugzeuge dabei abgeschossen wurden.

Die britische Luftwaffe setzte auch in der Nacht zum 26. Juli ihre Einflüge in Nord-, West- und Mitteldeutschland fort. Militärischer Schaden wurde nicht angerichtet. Auch der Sachschaden an nichtmilitärischen Objekten ist unbedeutend.
Im Laufe der Nacht wurden vier feindliche Flugzeuge durch Flakartillerie, eines durch Nachtjäger abgeschossen. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 23 Flugzeuge, von denen 19 im Luftkampf, der Rest durch Flak abgeschossen wurden. Neun deutsche Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 27. Juli 1940

 

Die deutschen Unterseebote erzielten eine Reihe bedeutender Erfolge.
Ein Boot versenkte sechs bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 33.700 BRT und ein weiteres mit 26.338 BRT, sowie den schon gemeldeten englischen Zerstörer „Whirlwind", sowie aus einem stark gesicherten Geleitzug den bewaffneten britischen Handelsdampfer „Sambre" (5.260 BRT) in den Grund und zersprengte den Geleitzug.
Bei einem Vorstoß unserer Schnellboote gegen die englische Südküste sind, wie bereits bekanntgegeben, vier feindliche Handelsschiffe mit einem Gesamtinhalt von 32.000 BRT versenkt, ein weiteres Handelsschiff von 2.000 BRT in Brand geschossen worden.
Trotz weiterer Verschlechterung der Wetterlage klärte die Luftwaffe bis zu den Shetland-Inseln und über der gesamten Ostküste von Schottland und England auf.
Unsere Kampfflugzeuge griffen die Hafenanlagen von Cardiff, Aberthow und Hastings an. Zahlreiche Brände wurden beobachtet. Weitere Angriffe richteten sich gegen den Eisenbahnknotenpunkt Tunbridge Wells und die großen Erdöllager von Thameshaven.

Britische Flugzeuge unternahmen in der Nacht zum 27. Juli Einflüge nach West- und Südwestdeutschland.
Die wenigen abgeworfenen Bomben richteten keinen Schaden an. Ein britisches Flugzeug wurde im Luftkampf, eines durch Flak abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug ging im Luftkampf über dem Kanal verloren, ein weiteres wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 28. Juli 1940

 

Trotz Fortdauer der schlechten Wetterlage gelang es der Luftwaffe, im Kanal und an der Ostküste Englands einen Hilfskreuzer von 7.000 BRT, zwei Zerstörer und ein Handelsschiff von 5.000 BRT zu versenken.
Ein weiterer Zerstörer und zwei Handelsschiffe wurden durch Bombentreffer so schwer beschädigt, dass mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Ferner wurden die Hafenanlagen von Swansea und mehrere Flugplätze in Cornwall mit Bomben belegt.

Bei den nächtlichen Einflügen britischer Flugzeuge in Norddeutschland wurden nur wenige Bomben abgeworfen. Sie richteten keinen Schaden an.
Fünf britische Flugzeuge wurden über dem Kanal abgeschossen; zwei deutsche Flugzeuge werden vermisst. Ein mit dem Roten Kreuz gekennzeichnetes unbewaffnetes Seenotrettungsflugzeug ist bei dem Versuch, eine über See abgestürzte Flugzeugbesatzung zu retten, von den Engländern abgeschossen worden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 29. Juli 1940

 

Im Seekrieg gegen England hielten die Erfolge unserer Unterseeboote an.
Ein Boot unter Führung von Kapitänleutnant Wilhelm Rollmann hat, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, aus einem stark gesicherten englischen Geleitzug fünf bewaffnete Großhandelsschiffe mit insgesamt 48.000 BRT versenkt, darunter einen Hilfskreuzer von 18.000 BRT. Der Geleitzug wurde zersprengt.
Dieses Boot hat außerdem ein bewaffnetes britisches Handelsschiff von 6000 BRT torpediert. Ein weiteres Unterseeboot hat 18.750 BRT feindlichen Handelsschiffsraum aus stark gesicherten Geleitzügen heraus versenkt.
Einem dritten Unterseeboot gelang es, ein über 6.000 BRT großes bewaffnetes feindliches Handelsschiff vor der britischen Küste zu versenken.
Im Laufe der bewaffneten Luftaufklärung kam es am 28. Juli über dem Kanal an mehreren Stellen zu Luftkämpfen. Sechs feindliche Flugzeuge und ein eigenes wurden dabei abgeschossen.

In der Nacht zum 29. Juli warfen britische Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland nur wenige Bomben, ohne Schaden anzurichten. Nur in Hamburg fiel eine Bombe in ein Wohnviertel.
Durch Eingreifen der Luftschutz-Organisation konnte jedoch größerer Schaden verhindert werden.
Beim Einflug nach Holland wurden zwei feindliche Flugzeuge durch Jäger und eins durch Flak, in Nordfrankreich und Norddeutschland je ein Flugzeug durch Flak abgeschossen, so daß die Gesamtverluste des Gegners gestern elf Flugzeuge betrugen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, den 30. Juli 1940

 

Deutsche Sturzkampfverbände griffen den Hafen von Dover an. Vier dort liegende Schiffe mit einem Gesamtinhait von 32.000 BRT wurden so schwer getroffen, dass mit ihrem Verlust zu rechnen ist.
Bei diesen Angriffen kam es zu heftigen Luftkämpfen mit feindlichen Jagdverbänden, in deren Verlauf zwölf britische Flugzeuge vom Muster Spitfire und drei vom Muster Hurricane sowie drei eigene abgeschossen wurden.
Im Zuge der bewaffneten Aufklärung im Kanal und an der Englischen Ostküste gelang es ferner, einen Kreuzer von etwa 10.000 BRT und ein Handelsschiff von 1.000 BRT zu versenken, ein weiteres Handelsschiff schwer zu beschädigen.

Britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 30. Juli in Nord- und Westdeutschland ein. Mit ihren Bomben trafen sie ausschließlich nichtmilitärische Ziele.
So wurden in Düsseldorf fünf Häuser stark beschädigt. Entstandene Dachbrände konnten durch Einsatz des Luftschutzes rasch gelöscht werden.
Bei Offenbach a. M. wurden zwei Wohnhäuser schwer, zwei andere leicht beschädigt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, den 31. Juli 1940

 

Die Schlechtwetterlage erzwang eine Einschränkung der Tätigkeit unserer Luftwaffe. Trotzdem wurden neben Aufklärungsflügen an der Ost- und Südküste Englands die Flugzeugfabrik in Filton, sowie die Hafenanlagen von Swansea und Plymouth in der Nacht zum 31. Juli mit Bomben angegriffen.

In der Nacht zum 31. Juli flogen nur wenige britische Flugzeuge nach Westdeutschland ein. Durch die Bombenabwürfe wurde Sach- oder Personenschaden nicht angerichtet.

Zwei einfliegende Flugzeuge wurden durch unsere Jäger abgeschossen. Wie nachträglich bekannt wird, sind am 29. Juli insgesamt 21 britische Flugzeuge abgeschossen worden.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag



Das Radar bestimmt schon früh die Schlacht um England. Die RAF wird von allen Teilen der Streitkräfte bei dem entscheidenden Kampf um die Heimat unterstützt. So entsteht aus den Local Defence Volunteers die berühmte Home Guard (Heimwehr, das englische Äquivalent zum späteren Deutschen Volkssturm). Zu dieser haben sich 1,3 Millionen Mann seit dem 14. Mai freiwillig gemeldet. Man braucht die militärischen Hilfskräfte an allen Orten. Auch die Deutschen können mit ihren Geheimwaffen aufwarten, so sind es vor allem deutsche Jagdflieger-Asse wie Mölders (erzielte 55 seiner 115 Abschüsse während der Schlacht um England), die den Feind immer wieder in Angst und Schrecken versetzen. Die Briten können da nicht so viele Asse aufwarten, Squadron Leader (Major) 'Sailor' Malon, ein ehemaliger Offizier der Handelsmarine, wurde mit 35 Abschüssen der dritterfolgreichste Jäger-Pilot der RAF.

 

Auch zur See nimmt der Kampf weiter an Härte zu. Deutsche Ju87 Stuka und S-Boote führen eine Reihe von Angriffen auf den Konvoy CW.8 durch, welche am nächsten Tag fortgesetzt werden. Auch U-Boote machen immer mehr Tonnage zunichte. Schiffsverluste im Juli: 38 alliierte Handelsschiffe (195.800 BRT), kein deutsches U-Boot (28 U-Boote einsatzbereit).Was die Kriegsmarine mit der Blockade versucht, wollen die Flieger der englischen RAF mit gezieltem Bombardement auf die deutsche Industrie.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Werner Mölders

Oberst Josef „Pips“ Priller


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 7-Juli.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 7-Juli.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 7-Juli.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Oberkommando der Wehrmacht

 

Persönliche Dokumente im Zweiten Weltkrieg

(05.12.1940)

 



Dokumente

 

Persönliche Dokumente

 

 

Darlegungen Hitlers zur Kriegslage

1. Zur Frage Libyen: Ist für uns erledigt.

2. Augenblickliche Lage in Albanien: Ist in ihrer Auswirkung nicht zu übersehen. Die italienische Widerstandslinie ist angeknabbert. Wenn sie nicht gehalten werden kann, dann ist die Versammlung von 30 Divisionen, wie beabsichtigt, unmöglich. Es besteht dann die Gefahr, daß die Jugoslawen Albanien in die Hand nehmen. Die Unsicherheit der Lage Albaniens kommt darin zum Ausdruck, daß die Jugoslawen auf die Aufforderung zum Anschluß an den Dreierpakt bisher noch keine Antwort gegeben haben. Zunächst soll noch gewartet werden, ehe ein Druck ausgeübt wird.

3. Erschwerend auf die Entwicklung der Dinge in unserem Sinn wirkt Rußland. Es versucht, auf Bulgarien Einfluß zu gewinnen mit dem Ziel, auf dem Umwege über einen Garantiepakt Truppen in die Nähe der Meerengen zu bekommen. Die hierdurch entstehenden Schwierigkeiten können überwunden werden, wenn auch jetzt, nachdem Bulgarien den Beitritt zum Pakt vorläufig abgelehnt hat, die Überwindung schwierig geworden ist. Die Bulgaren haben gebeten, Sachverständige für Küstenschutz, Luftschutz usw. zu entsenden. Die Bitte ist erfüllt.
Jede Schwächung in der Stellung der Achse führt zu einem Vordringen der Russen. Sie können nicht von sich aus uns das Gesetz des Handelns vorschreiben, aber sie werden jede Gelegenheit ausnützen, um die Stellung der Achse zu schwächen.
Sollte England gezwungen werden können, um einen Waffenstillstand zu bitten, so wird es versuchen, Rußland als seinen kontinentalen Degen zu gewinnen.

4. Hilfe für Italien.
a) (heute eingeleitet): Einsatz von Sturzkampfbombern, um die englische Flotte anzugreifen. 2 Stuka-Gruppen nach Sizilien, 2 Stuka-Gruppen nach Apulien, die Tobruk als Zwischenlandeplatz benutzen sollen. Kondorstaffel soll Suezkanal verminen.
b) Wegnahme von Gibraltar: Die psychologische Auswirkung der italienischen Niederlage macht die Wegnahme nötig. England muß fallen nicht durch ein Kampfmittel, sondern durch eine Mehrheit von Schlägen (Luftwaffe, U-Boote), darunter auch Abriegelung der internationalen Verbindungen. Dabei ist der Fall Gibraltars - eines Wahrzeichens der englischen Größe - ein entscheidendes Element.

5. Frankreich lehnt Zugeständnis an Italien schroff ab. Ein Entgegenkommen der Vichy-Regierung gegenüber Italien würden die französischen Kolonien nicht mitmachen. Zusammenspiel der Kolonien gegen Vichy ist nicht ausgeschlossen. Wenn Französisch-Nordafrika sich selbständig erklärt, wird die Lage für uns schwieriger. Es besteht dann die Gefahr, daß die Regierung von Vichy sich außerstande erklärt
durchzugreifen. Das wird sofort anders, wenn wir in Marokko stehen. Durch unser Einrücken in Marokko und durch die Beherrschung der Meerenge von Gibraltar durch uns trifft man den Engländer und die französische Gefahr gleichzeitig. ist die Meerenge in unserer Hand und stehen deutsche Truppen in Marokko, dann kann man mit der Regierung Vichy deutlich reden; dann kann sie nicht mehr ausweichen.

6. Balkan: Unsere Drohungen gegen Griechenland haben den Erfolg, daß der Engländer bis jetzt Rumänien nicht angreift. Die Griechen wollen nicht durch den Engländer in einen Konflikt mit uns gezogen werden. Auch die Türken scheinen in dieser Richtung zu wirken, um die Bildung einer englischen Front am Balkan zu verhindern. Es ist zu hoffen, daß durch diese Einwirkung der Engländer 2-4 Monate hingehalten wird, ohne Angriffsmaßnahmen gegen die rumänischen Ölgebiete zu ergreifen.
Jugoslawien macht mit uns alles, mit den Italienern nichts. Sie halten sie für politisch und militärisch unzuverlässig.

7. Die unerfreuliche Lage in Albanien hat auch ihre Vorteile: Italien vermindert seine Ansprüche. Der Mißerfolg wirkt als gesunde Zurückschraubung der italienischen Ansprüche auf die natürlichen Grenzen des italienischen Vermögens.

8. Wenn die Griechen nicht selbst den Engländer hinaussetzen, wird für uns eine bulgarische Aktion notwendig werden. Es ist möglich, daß diese Erkenntnis auch in Griechenland dämmert, besonders dann, wenn die Italiener zum Abzug aus Albanien kommen sollten. Setzt der Grieche den Engländer hinaus, dann ist ein Angriff unsererseits nicht nötig. Für alle Falle aber ist es notwendig, den Angriff "Marita" vorzubereiten.

9. Die Entscheidung über die europäische Hegemonie fällt im Kampf gegen Rußland.

10. Angriff "Felix" [Eroberung Gibraltars]: Soll etwa Anfang Februar wirksam werden. Dann kann unter diesem Eindruck Griechenland sein Verhältnis zu England ändern. Aus diesem Grund erhalten wir zunächst die Beziehungen zu Griechenland aufrecht. Wir sind Griechenland gegenüber ein "nicht kriegführender Staat"

11. Die Türkei hat Angst, in den Krieg hineinzuschliddern. Das Ende würde der Verlust von Thrazien sein. Die Türkei wird nicht in einen Kampf zwischen Deutschland und Griechenland eingreifen. Wenn wir die Türken angreifen, dann wird auch Rußland auf den Plan gerufen. Die Operation "Marita" [gegen Griechenland], die vorzubereiten ist, bedeutet keinen Verlust für unsere sonstigen Pläne.

12. Rumänien wird gegen Rußland mitmachen.

13. Wenn wir durch Bulgarien gegen Griechenland vorgehen, werden die Russen nichts tun, sondern nur auf die Türken schauen. Finnen und Rumänen müssen mit uns gehen, denn ihre Zukunft ist an den Sieg Deutschlands gebunden.

14. Wenn die Italiener sich in Albanien halten, dann wird der Grieche bis zum kommenden Frühjahr nicht an Stärke gewinnen können. Es ist möglich, daß angesichts der dann veränderten Stärkeverhältnisse der Grieche auf kleinere italienische Forderungen eingeht. Durchführung der Operation "Marita" Anfang oder Ende März geplant. Die Durchführung der Operation unsererseits kann bis 4 Wochen dauern.

15. Luftlage: Der jetzige Luftkrieg kostet uns keine großen Opfer. Wir sammeln materielle und personelle Kräfte auf.
Die Engländer werden durch den Luftkrieg in der Stärke ihrer Luftmacht nicht sehr stark geschwächt sein. Sie waren offenbar einmal an einem kritischen Punkt angelangt. Vielleicht hat die Einstellung unserer Tagesangriffe sie vor der Vernichtung ihrer Jagdwaffe gerettet. Unsere Angriffe gegen die englische Industrie können diese nicht zertrümmern. Die Wirkung dieser Angriffe gleicht Windbrüchen, Die eingetretenen Verluste können in England selbst nicht ersetzt werden. Amerikanische Lieferungen gleichen aus. Man darf sie nicht überschätzen. Im letzten Jahr hat England - auf den Kaufwert umgerechnet - nur für 150 Millionen aus Amerika bezogen. Bis zum nächsten Sommer ist keine wesentliche Steigerung der amerikanischen Hilfeleistung zu erwarten (neue Werkstätten werden erst 1941 fertig).
Die Engländer werden im Frühjahr 1941 keine stärke Flugwaffe haben als jetzt. Sie können damit eine wirksame Offensive gegen das Reichsgebiet nicht leisten. Die Nachtfliegerei wird im Frühjahr für uns günstiger. Unsere Luftwaffe wird im nächsten Frühjahr wesentlich stärker sein als im vergangenen. Unsere Jagdwaffe ist den Russen an Modellen überlegen. Im Mai/Juni kommen die ersten Serien unserer neuen Modelle heraus. Sie gehen nach dem Westen. Die älteren Typen sollen gegen Rußland verwendet werden.
Voraussetzung dafür, daß die Luftlage tragbar bleibt, ist rasches Fortschreiten der Landoperationen.

16. Rußland: Die bisherigen Feldzüge beweisen, daß Angriffe an einem günstigen Zeitpunkt gestartet werden müssen. Die Gunst des Zeitpunktes hängt nicht nur von der Witterung ab, sondern auch von dem gegenseitigen Verhältnis der Kräfte, der Bewaffnung usw. Der Russe ist uns waffenmäßig unterlegen wie der Franzose. Er hat wenige moderne Feldbatterien, alles andere ist nachgebautes altes Material. Uns gibt unser Panzer 111 mit 5-cm-Kanone (im Frühjahr 1.500 Stück) eine klare Überlegenheit. Die Masse der russischen Panzer ist schlecht gepanzert.

Der russische Mensch ist unterwertig. Die Armee ist führerlos. Ob die in letzter Zeit gelegentlich festgestellten richtigen Erkenntnisse der militärischen Führung in der Armee ausgewertet werden, ist mehr als fraglich. Die innere Neuorientierung der russischen Armee wird im Frühjahr noch nicht besser sein.
Wir haben im Frühjahr einen sichtlichen Höchststand in Führung, Material, Truppe, die Russen einen unverkennbaren Tiefstand. Wenn diese russische Armee einmal geschlagen ist, dann ist das Desaster unaufhaltsam.Bei einem Angriff gegen die russische Armee muß die Gefahr vermieden werden, die Russen vor sich her zu schieben. Durch die Art unseres Ansatzes muß die russische Armee zerlegt und in Paketen abgewürgt werden. So muß eine Ausgangsposition geschaffen werden, die es gestattet, zu großen Umfassungsoperationen zu kommen. Werden die Russen durch starke Teilschläge getroffen, dann werden von einem gewissen Moment ab, wie in Polen, das Verkehrswesen, das Nachrichtenwesen usw. zusammenbrechen und eine volle Desorganisation eintreten.
Bis zum Frühjahr kommen 1.600 schwere Flaks und Beute-Flaks neu heran. Ferner zweieinhalb bis dreitausend kleinkalibrige Flaks. Dann sind Tagesangriffe im Sommer nicht mehr möglich.

17. Seelöwe: Nur möglich, wenn englische Jäger restlos ausgeschaltet sind, Das ist nicht zu erwarten, auch wenn unsere Luftwaffe im Frühjahr stärker sein wird als im vergangenen Frühjahr 1940.

18. Ergebnis: Felix: sobald wie möglich. Spätester F-Tag 10. 1. 41. Zwischen dem ersten Luftüberfall und dem Beginn des artilleristischen Angriffs soll ein möglichst geringer Zeitabstand liegen.
Marita: Vorbereitungen voll durchführen nach Vorschlag derart, daß Einmarsch in Feindgebiet Anfang März erfolgen kann. Otto: Vorbereitungen entsprechend den Grundlagen der Planung voll in Gang setzen. In Aussicht genommener Zeitpunkt der Durchführung: Ende Mai.
Seelöwe: kann außer Betracht bleiben.
Libyen: kommt nicht mehr in Frage.


Nachbetrachtung

 

 

 

„Der Krieg ist die höchste Steigerung menschlicher Leistung, er ist die natürliche, letzte Entwicklungsstufe in der Geschichte der Menschheit.“
General Hans von Seeckt, 1936

Ende Juni 1940 begann Hitler mit den Planungen zum Einmarsch in die Sowjetunion, als nötiger Schritt zur Erlangung der Herrschaft über Europa und Niederringung Englands. Die Invasion, auch weil die Angst vor einem Scheitern und ungünstiger Ausgangsposition immer größer wurde, ist immer von höchster Stelle hinausgeschoben worden. Hitler wollte England also “den letzen Degen auf dem Festland” wegnehmen, ähnlich wie Napoleon es damals auch versuchte und genauso scheiterte, wie es Hitler nur wenige Woche erleben musste. Dabei plante Hitler schon zu diesem Zeitpunkt den totalen Krieg, den Vernichtungskrieg wenn man so will, der nur aufhört, wenn alle Feinde beseitigt bzw. der eigene Machtfaktor nicht mehr bedroht ist. Im Falle von Hitler traf dies zu. Die heutigen Historiker, ausgehend von Ernst Nolte 1963, grenzen einen solchen Krieg vom "Normalkrieg" ab. Wir haben in diesem Planungsstadium, den vorausgegangenden Ereignisse und bei der Zielsetzung Hitler, bereits in 'Mein Kampf' festgelegt, mit einem ideologischen Krieg zu tun. Ein solcher geht über das normale Streben von Macht und nach Territorium bzw. materiellen Besitz, vielmehr wird in diesem Falle eine rassenideologische Vorherrschaft bezweckt. So plant Hitler hier in seinem Vorgehen keinen kurzfristigen militärischen Konflikt, der bei Besetzung und Eroberung eines gewissen Bereichs der Weltkarte zum Stehen kommen würde, eine neue Weltordnung ruhend auf seinen Prinzipien der Machtausübung und Gesellschaft.

„Ihn führten (den Vernichtungskrieg) nicht nur die Wehrmächte der am Kriege beteiligten Staaten, die gegenseitig ihre Vernichtung erstrebten, die Völker selbst wurden in den Dienst der Kriegsführung gestellt, der Krieg richtete sich auch gegen sie selbst und zog sie selbst in tiefste Mitleidenschaft […] Zum Kampf gegen die feindlichen Streitkräfte auf gewaltigen Fronten und weiten Meeren gesellte sich das Ringen gegen die Psyche und Lebenskraft der feindlichen Völker zu dem Zweck, sie zu zersetzen und zu lähmen.“
Erich Ludendorff in seinem Buch: Der totale Krieg, München 1935

 

„Kampf zweier Weltanschauungen gegeneinander. Vernichtendes Urteil über Bolschewismus, ist gleich asoziales Verbrechertum. Kommunismus ungeheure Gefahr für die Zukunft. Wir müssen von dem Standpunkt des soldatischen Kameradentums abrücken. Der Kommunist ist vorher kein Kamerad und nachher kein Kamerad. Es handelt sich um einen Vernichtungskampf. Wenn wir es nicht so auffassen, dann werden wir zwar den Feind schlagen, aber in 30 Jahren wird uns wieder der kommunistische Feind gegenüberstehen. Wir führen nicht Krieg, um den Feind zu konservieren. […] Kampf gegen Rußland: Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der kommunistischen Intelligenz. […] Der Kampf wird sich sehr unterscheiden vom Kampf im Westen. Im Osten ist Härte mild für die Zukunft. Die Führer müssen von sich das Opfer verlangen, ihre Bedenken zu überwinden.“
Franz Halder in seinen Kriegstagebücher. Auszug aus den täglichen Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabes des Heeres 1939–1942 (Bd. 2: Von der geplanten Landung in England bis zum Beginn des Ostfeldzuges) daraus sind wichtiger Einstellungen und Voraussetzungen für den Krieg unter den Generalen der Wehrmacht zu entnehmen.

Auf deutscher Seite bereitete man schon frühzeitig vor und legte Grundsteine für ein solch umfangreiche Operation gegen Osten. Hitler hattes es bereist im Vorfeld angekündigt und der Generalsstab war mit dem Projekt "Lebensraum Ost" vertraut. Man vertraute auf deutscher Seite auf die negative Wirkung durch die Säuberungen Stalins in den Offiziersrängen der Roten Armee, dem schlechten Abschneiden der Roten Armee im Finnlandkrieg 39/40 und dem Wissen um die schlechte Ausrüstung wie Rüstungsstand des Riesenreiches. Konkrete Informationen über Stärke, Qualität und Ausrüstung der Roten Armee fehlten jedoch, auch darum wurde die Rote Armee maßlos unterschätzt .
Nimmt man also das fehlgeleitete Feldherrentum Hitlers, seine Fehleinschätzung und sprichwörtliche Besessenheit von "höheren Zielen" des Krieges, dann wird hier sogar der Begriff Bellizismus in Frage gestellt. Mein Bellizismus doch die ideologische Befürwortung des Krieges bzw. die Richtung für militärischer Lösungen für eigentlich politische, wirtschaftliche bzw. territoriale Probleme, so ist im Falle Hitler Krieg nicht nur Mittel zum Zweck, sondern gar angeordnete Lebensweise. Seinen Monumente der Verherrlichung von Krieg, die Herrschaft einer Rasse ebenfalls durch Gewalt und ein gesellschaftliche System der Uniformierung, Systematik und Hierarchiesierung übersteigt diesen Begriff bei Weitem. Seine Planungen haben weniger mit der Kriegstreiberei und dem Militarismus vorangegangener deutscher Persönlichkeiten zu tun, als eher den Begriff des 'Weltkrieges' mit dem Attribut des ''Patriarchat" zu versehen. Am Ende des Jahres 1940 plant Hitler nicht weniger als den "germanisch-patriarchalischen Weltkrieg".

„Der Krieg ... hat damit die höhere Bedeutung, dass durch ihn, wie ich es anderwärts ausgedrückt habe, ‚die sittliche Gesundheit der Völker in ihrer Indifferenz gegen das Festwerden der endlichen Bestimmtheiten erhalten wird, wie die Bewegung der Winde die See vor der Fäulnis bewahrt, in welche sie eine dauernde Ruhe, wie die Völker ein dauernder oder gar ein ewiger Friede versetzen würde‘ ... Im Frieden dehnt sich das bürgerliche Leben mehr aus, alle Sphären hausen sich ein, und es ist auf die Länge ein Versumpfen der Menschen; ihre Partikularitäten werden immer fester und verknöchern.“
Philosoph Hegel im Jahre 1820 (Rechtsphilosophie)

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Das deutsche Wirtschaftssystem - MEFO Wechsel

Regeln und Verordnungen zu Orden (1933-45)


Quellen

Hans-Adolf Jacobsen, Der Weg zur Teilung der Welt, Koblenz/Bonn, 1977, S. 89ff

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsv ... index.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19489031.html
http://www.ns-archiv.de/krieg/1940/05-12-1940.php

Autor: Freiherr von Woye



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 30. Juni 1940)

Zussamenfassender Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht
OPERATIONEN IM WESTEN
vom 10. Mai bis 4. Juni

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.06. - 07.06.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 1. Juni 1940

 

Der Widerstand der letzten in Nordostfrankreich eingeschlossenen Teile des französischen Heeres wurde gebrochen.
Allein bei der Säuberung des Gebietes um Lille wurden hierbei bisher 26.000 Gefangene eingebracht.
Der Angriff auf die Reste des britischen Expeditionsheeres beiderseits Dünkirchen ist gegenüber zähem Feindwiderstand in dem sehr schwierigen Gelände in gutem Fortschreiten.
Trotz schlechter Wetterlage hat unsere Luftwaffe am 31. Mai weitere Einschiffungen in Dünkirchen mit Erfolg bekämpft und zur Unterstützung des Heeres in den Erdkampf eingegriffen.
Es wurden fünf Transporter versenkt und drei Kreuzer oder Zerstörer sowie zehn Handelsschiffe, insgesamt 70.000 Tonnen, durch Bombentreffer schwer beschädigt.
Eine Schnellbootflottille versenkte einen feindlichen Zerstörer und ein feindliches Unterseeboot, womit sich die Zahl der im Kanalgebiet durch Schnellboote versenkten Zerstörer auf sechs und die der Unterseeboote auf zwei erhöht.
Ein Unterseeboot torpedierte vor Ostende ein feindliches Kriegsschiff.
Bei der Vernichtung englischer Truppen bei Cassel am 30. Mai, die zur Erbeutung von 65 englischen Panzerkampfwagen führte,zeichnete sich eine von Oberst Koll geführte Gefechtsgruppe einer Panzerdivision besonders aus.
An der Südfront scheiterten bei Abbeville feindliche Panzerangriffe.
Im Nachstoß konnten wir dort Boden gewinnen.
Südlich Abbeville belegte die Luftwaffe feindliche Truppenansammlungen in den Wäldern erfolgreich mit Bomben.
Der Feind, der sich noch in einem kleinen Brückenkopf bei Le Chesne auf dem
Nordufer des Canal des Ardennes hielt, wurde über den Kanal zurückgeworfen.

In Norwegen haben die von Drontheim nach Norden vorstoßenden Truppen nördlich von Fauske
feindlichen Widerstand gebrochen und weiter Raum gewonnen.
Die Gruppe Narvik hat gegenüber starken feindlichen Angriffen gestern ihre Stellungen gehalten.

Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen am 31. Mai 49 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 39, durch Flak zehn Flugzeuge abgeschossen. Neun eigene Flugzeuge werden vermisst.

SONDERMELDUNG

Reste des geschlagenen britischen Expeditionsheeres versuchten am heutigen Tage, mit kleinen Fahrzeugen aller Art auf die vor der Reede von Dünkirchen liegenden Kriegs- und Transportschiffe zu entkommen. Die deutsche Luftwaffe vereitelte diese Versuche durch laufende Angriffe, besonders von Sturzkampfflugzeugen auf Kriegs- und Transportschiffe.
Nach den bisher vorliegenden Meldungen gelang es, drei Kriegsschiffe sowie acht Transporter mit einer Gesamttonnage von etwa 40.000 Tonnen zu versenken.
Weitere vier Kriegsschiffe und 15 Handelsschiffe wurden durch schwere und schwerste Bomben in Brand geworfen und stark beschädigt.
Von dem zum Schutze der britischen Schiffseinheiten eingesetzten Feindjägern wurden 40 abgeschossen.
Die Angriffe werden zur Zeit noch fortgesetzt, so dass mit weiteren Erfolgen zu rechnen ist.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 2. Juni 1940

 

In hartem Kampf wurde der von den Engländern auch gestern zäh verteidigte Küstenstreifen beiderseits Dünkirchen von Osten her weiter eingedrückt.
Nieuport und die Küste nordwestlich davon sind in deutscher Hand. Adinkerke, westlich Furnes, und Ghyvelde, zehn Kilometer ostwärts Dünkirchen, sind genommen.
Die Gefangenen- und Beutezahlen stiegen auch gestern erheblich.
Allein bei einer Armee wurden 200 Geschütze aller Kaliber erbeutet.
An der Südfront keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe bekämpfte am 1. Juni, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, Versuche von Resten des geschlagenen britischen Expeditionsheeres, auf die vor Dünkirchen liegenden Schiffe zu entkommen.
Die Erfolge der Stuka-, Kampf-, Zerstörer- und Jagdgeschwader haben sich gegenüber den bereits bekanntgegebenen Zahlen noch wesentlich erhöht.
Insgesamt sind vier Kriegsschiffe und elf Transportschiffe mit einer Gesamttonnage von 54000 Tonnen versenkt, 14 Kriegsschiffe, nämlich zwei Kreuzer,
zwei Leichte Kreuzer, ein Flakkreuzer, sechs Zerstörer, zwei Torpedoboote und ein Schnellboot sowie 38 Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von
160.000 Tonnen durch Bombentreffer beschädigt. Zahlreiche Boote, Barkassen und Schlepper wurden zum Kentern gebracht und Truppenansammlungen
am Strand von Dünkirchen erfolgreich mit Bomben angegriffen.
Bei einem erneuten Vorstoß deutscher Schnellboote gegen den noch in Feindeshand befindlichen Teil der belgisch-französischen Küste
gelang es einem dieser Boote, einen schwer beladenen Transportdampfer von 4.000 BRT durch Torpedoschuss zu versenken.

Zum ersten Male griffen Kampfverbände der Luftwaffe den Hafen von Marseille an und setzten dort zwei große Handelsschiffe durch Bombentreffer in Brand.
Die Eisenbahnstrecke Lyon-Marseille wurde an mehreren Stellen durch Bombentreffer beschädigt.

Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen am 1. Juni 58 Flugzeuge, davon wurden 42 im Luftkampf, acht durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 15 eigene Flugzeuge werden vermisst. Von unseren von Drontheim nach Norden vorgegangenen Gebirgsjägern wurde am 1. Juni Bodö genommen und hierbei neben anderem Kriegsgerät eine englische Batterie erbeutet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 3. Juni 1940

 

Der Angriff gegen Dünkirchen von Westen, Süden und Osten macht langsam Fortschritte. Das schwierige, von zahlreichen Gräben durchzogene und überschwemmte Gelände erschwert die Operationen.
Trotzdem gelang es, im Zusammenwirken mit der Luftwaffe, in die stark befestigte Stadt Bergues einzudringen.

Der ganze noch im Besitz des Feindes befindliche Raum um Dünkirchen liegt dauernd unter schwerem Artilleriefeuer.
Auch Kampf- und Stukaverbände setzten am 2. Juni ihre Angriffe auf Dünkirchen fort. Dabei wurden zwei Zerstörer, ein Wachtboot und ein Handelsschiff von 5.000 BRT versenkt, ein Kriegsschiff, zwei Zerstörer und zehn Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt.
Im übrigen dehnten sich die Angriffe der Luftwaffe bis in das Rhonetal und bis Marseille aus.

Vor unseren beiderseits Forbach vorstoßenden Truppen wich der Feind auf die Maginotlinie zurück und ließ Gefangene, Waffen und Gerät in unserer Hand.
Die im Zuge der großen Vernichtungsschlacht in Flandern und im Artois gefangenen Engländer und Franzosen haben nach den vorläufigen Feststellungen die Zahl von 330.000 erreicht.

Der schwere Abwehrkampf unserer Gebirgsjäger und an Land eingesetzten Schiffsbesatzungen
im Berggelände um Narvik gegen ungeheure Überlegenheit dauert an.
In Nord-Norwegen wurden am 1. Juni der Sender und das Sendehaus in Vadsö durch Bomben zerstört, ein feindliches Handelsschiff am Westausgang des Ofoten-Fjords versenkt.

In der Nacht zum 3. Juni setzte der Feind seine Luftangriffe gegen nichtmilitärische Ziele
in West- und Südwestdeutschland fort, ohne nennenswerten Schaden anzurichten.

Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern insgesamt 59 Flugzeuge, davon wurden 27 im Luftkampf, zehn durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 15 eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 4. Juni 1940

 

SONDERMELDUNG

Am gestrigen Tage griff die Luftwaffe mit starken Verbänden aller Waffen vom Feinde belegte Flugplätze und Anlagen der französischen Luftwaffe in und um Paris an.
In kraftvollem, überraschendem Einsatz gelang es schnell, die feindliche Luftverteidigung auszuschalten und in konzentriertem Hoch- und Tiefangriff die Anlagen und Rollfelder sowie zahlreiche Flugzeuge am Boden zu zerstören. An vielen Stellen wurden Brände und Explosionen hervorgerufen.
In Luftkämpfen wurden 70 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermisst.
Der Kampf um Dünkirchen steht vor dem Abschluss. Unsere Truppen sind in die Stadt eingedrungen und haben dem verzweifelt sich wehrenden Feind des Fort Louis entrissen.
Der Häuserkampf mit französischen Truppen, denen die Aufgabe zuteil geworden war, die Flucht der englischen Soldaten auf die Schiffe zu decken, ist noch im Gange.
Die Luftwaffe griff, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, am 3. Juni mit starken Verbänden aller Waffen die Basis der französischen Luftwaffe um Paris überraschend an.
Es gelang, die feindliche Luftverteidigung auszuschalten und in zusammengefassten Hoch- und Tiefangriffen auf Häfen und Industriewerke der französischen Luftwaffe stärkste Wirkung zu erzielen.
Zahlreiche Brände und Explosionen wurden beobachtet. In Luftkämpfen wurden 104 Flugzeuge abgeschossen, in Hallen oder am Boden 300 bis 400 Flugzeuge zerstört.
Die Flakartillerie erzielte am 3. Juni 21 Abschüsse. Gegenüber diesen außerordentlichen Erfolgen werden nur neun eigene Flugzeuge vermisst.

In der Nacht vom 3. zum 4. Juni hat der Gegner seine Einflüge und Bombenangriffe in Holland, West- und Südwestdeutschland fortgesetzt.
Die Erfolge waren ebenso gering wie bisher. Dabei gelang es bei Rotterdam und in Westdeutschland, je ein Flugzeug durch Flakartillerie, zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Nachtjäger abzuschießen.

SONDERMELDUNG

Die Festung Dünkirchen wurde nach schwerem Kampf genommen. 40.000 Gefangene und unübersehbare Beute fielen in unsere Hand.
Damit ist die gesamte belgische und französische Kanalküste bis zur Sommemündung restlos von deutschen Truppen besetzt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 5. Juni 1940

 

Wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde am 4. Juni die Festung Dünkirchen nach schwerem Kampf genommen.
Drei Generale und etwa 40.000 Mann verschiedener französischer Verbände ergaben sich unseren siegreichen Truppen.
Bei Abbeville ist ein mit starkem Artillerie- und Panzereinsatz geführter feindlicher Angriff abgewiesen worden.
Ebenso scheiterte ein Angriff auf unsere Gefechtsvorposten südlich Longwy unter schweren Verlusten des Feindes.
Mit Kampf- und Sturzkampffliegern griff die Luftwaffe feindliche Ansammlungen südlich Abbeville sowie die Hafenanlagen von Le Havre erfolgreich an.
In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages haben neue Angriffsoperationen aus der bisherigen Abwehrfront in Frankreich begonnen.

Sondermeldung:
Unsere Armeen sind heute früh in breiter Front zum Angriff gegen das Heer Frankreichs angetreten. Der Übergang über die Somme zwischen der Mündung und Harn und dem Aisne-Oise-Kanal wurde erzwungen
und die dahinter im Bau befindliche sogenannte Weygand-Linie an verschiedenen Stellen zu Fall gebracht.

 

Zussamenfassender Bericht
des Oberkommandos der Wehrmacht

OPERATIONEN IM WESTEN
(10. Mai bis 4. Juni)

 

Der große Kampf in Flandern und im Artois ist zu Ende. In die Kriegsgeschichte wird er als die bisher größte Vernichtungsschlacht aller Zeiten eingehen.
Als am Morgen des 10. Mai die deutsche Wehrmacht zur Entscheidung im Westen antrat, war ihr durch den Führer und Obersten Befehlshaber als strategisches Ziel gesteckt, den Durchbruch durch die feindlichen Grenzbefestigungen und südlich Namur zu erzwingen und dadurch die Vorraussetzung für die Vernichtungsschlacht der englischen und französischen Armee nördlich der Aisne und der Somme zu schaffen. Gleichzeitig sollte Holland rasch in Besitz genommen und dadurch als Basis für die beabsichtigten englischen Operationen zu Lande und in der Luft in der Nordflanke des deutschen Heeres ausgeschaltet zu werden.
Am 4. Juni konnte die Wehrmacht ihrem Obersten Befehlshaber die Erfüllung dieser gewaltigen Aufgabe melden.
Dazwischen liegt ein Heldentum des deutschen Soldaten und ein Ruhmesblatt deutschen FÜhrertums, wie es in diesem Ausmaße nur in einer Wehrmacht möglich sein konnte, die von einem Willen geführt, von einer Idee beseelt und von der Begeisterung und Opferwilligkeit eines geeinten Volkes getragen ist.
Eine genauere Betrachtung und Würdigung der Operationen des Heeres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine muß einer späteren Zeit vorbehalten werden. Aus diesem kurzen Überblick soll das deutsche Volk nur entnehmen, wie es zu diesem gewaltigen Sieg in so kurzer Zeit kommen konnte, und die Gewißheit schöpfen, daß der Endsieg unser ist.
Seit Monaten sah sich die deutsche Führung der täglichen Gefahr gegenüber, daß die alliierten beweglichen Armeen unter dem Vorwand einer Hilfeleistung für Holland und Belgien gegen das Ruhrgebiet vorstießen. Dieser Gefahr galt es, am 10. Mai im letzten Augeblick noch zuvorzukommen.
Mit einem mühsamen, wochenlang dauernden Abringen um die gesperrten Grenzzonen und die neuzeitlich ausgebauten Festungen Hollands und Belgiens konnte ihr nicht mehr begegnet werden. Unter dem schlagartigen Einsatz der deutschen Luftwaffe, die in wenigen Stunden durch rücksichtslose Angriffe auf die feindlichen Luftstreitkräfte die Sicherheit des eigenen Luftraumes herstellte, ist es gelungen, durch eine große Zahl bin ins einzelne vorbereiteter Überraschungsaktionen von ausgesuchten Verbänden des Heeres und der Luftwaffe nicht nur wichtige Brücken unzerstört in die Hand zu bekommen, sondern auch Sperrforts zu nehmen, die der Feind bisher für uneinnehmbar gehalten hatte. Es gelang ferner, durch Fallschirm- und Luftladetruppen sich im Inneren der Festung Holland trotz stärkster Gegenwehr festzusetzen und die Einfalltore vom Süden her über die gewaltigen Brücken bei Moerdyk so lange offenzuhalten, bis Panzer- und motorisierte Verbände zur Stelle waren und zusammen mit der Luftwaffe gegen Rotterdam eingriffen.
Dieser erstmalige Einbruch in einen Festungsbereich aus der Luft und der rasche Entsatz dieser Sturmtruppen von außen in Verbindung mir dem gleichzeitigen Durchbruch durch die Grebbe-Linie bis südostwärts von Utrecht hat die Kapitulation von Holland am 14. Mai nach einem Kampf von knapp fünf Tagen erzwungen.
Inzwischen waren in Nord- und Südbelgien nicht nur alle Grenzfestungen und befestigten Stellungen rasch durchgestoßen, sondern auch die entgegengeworfenen feindlichen Panzerverbände geschlagen und die Überlegenheit der deutschen Panzerwaffe, ihrer Organisation, ihrer Führung und ihres Materials bewiesen.
Den Infanteriedivisionen vorrausstürmend erreichten die Panzerkorps schon am 13. Mai die Maas zwischen Dinant und Sedan und fanden vor sich nicht nur das tief eingeschnittene Tal, sondern auch die stark ausgebauten Grenzbefestigungen, in denen sich die französische 9. Armee zur Verteidigung eingerichtet hatte. Entgegen allen bisherigen Auffassungen und allen Berechnungen der feindlichen Führung zuwider, überwanden die Panzertruppen schon am nächsten Tag in einem unerhört kühnen Einsatz, begleitet und gefolt von Infanteriedivisionen, die in Gewaltmärschen herangekommen waren, von der Luftwaffe immer wieder vorbildlich unterstützt, den Fluß samt seinen Grenzbefestigungen, zerschlugen die feindliche Abwehr und alle Gegenstöße und bahnten sich den Weg bis an die Oise.
Damit war die Bresche in die feindliche Front geschlagen.
Und wieder erlebte die feindliche Führung eine Überraschung, die sie für unmöglich gehalten hatte. Die Panzer- und motorisierten Verbände stießen mit solcher Schnelligkeit weiter durch bis zum Meere, daß sie in Abbeville sogar noch übende Truppen auf dem Exerzierplatz überraschten; denn die deutsche Führung hatte Vorsorge getroffen, daß in schneller Folge ein Schutzband von Divisionen von der Südgrenze Luxemburgs, der Maginotlinie, der Aisne und der Somme entlang abrollte und damit die Sicherheit schuf, daß sich ein "Marne-Wunder" von 1914 nicht wiederholen konnte. Dadurch waren die beweglichen Verbände in der Lage, unbekümmert um ihren Rücken nach Norden einzuschwenken, mit ihrem linken Flügel am Meere entlangstreifend, während in ihrer rechten Flanke bei Cambrai und bei Arras verzweifelte Durchbruchsversuche feindlicher Panzertruppen unter schwersten Verlusten scheiterten.
Schon am 22. Mai zeichnete sich die Vernichtung aller noch im Artois und in Flandern befindlichen Kräfte ab. Während der frontale Druck in Nordbelgien immer mehr zunahm und den tapfer kämpfenden Belgier aus Antwerpen, der Dyle- und Dendre-Stellung warf, zerschlug unsere nach Norden eingeschwenkte Durchbruchsarmee die französische 1. und 7. Armee, überwältigte die Festung Maubeuge, nahm am linken Flügel Boulogne und Calais und in der Mitte das im Weltkriege heiß umkämpfte Höhengelände von Vimy und Souchez.
Als am 28. Mai der Ring um die Reste von vier feindlichen Armeen von Ostende über Lille-Armentiéres nach Gravelines geschlossen war und die belgische Armee nur mehr die Aufgabe vor sich sah, die in vollem Gang befindliche Einschiffung des englischen Expeditionsheeres und die Zerstörung aller Kunstbauten des Landes durch die Engländer zu decken, entschloß sich der belgische König zur Kapitulation. Damit ist das Schicksal des französischen und englischen Armee nicht herbeigeführt und kaum beschleunigt worden. Was sich an den folgenden sieben Tagen vollzog, ist nicht, wie es die englische Propaganda darzustellen versucht, der heldenhafte Rückzug der englischen Armee, sondern eine der größten Katastrophen in der Geschichte. Mögen auch Tausende das nackte Leben gerettet haben, ihr Material und ihre Ausrüstung liegen unübersehbar auf den flandrischen und nordfranzösischen Straßen.
Am 4. Juni feil nach erbittertem Kampf Dünkirchen.
Der erste Abschnitt dieses Feldzugs ist beendet. Der gewaltige Erfolg wurde möglich durch den beispiellosen Einsatz der deutschen Luftwaffe, denn alle Tapferkeit und Stoßkraft des Heeres konnte sich nur auswirken in dem von unserer Luftwaffe abgeschirmten Raum. Sie hat sich vom ersten Tage an die Herrschaft in der Luft erkämpft, die feindlichen Landstreitkräfte und ihre Bodenorganisation zerschlagen. Sie hat darüber hinaus in ununterbrochenen todesmutigen Angriffen mit der zermürbenden Wirkung ihrer Bomben sowohl als durch den Einsatz der Flakwaffe direkt und indirekt das Heer in seinem schweren Kampf unterstützt. Sie hat feindliche Infanterie- und Panzeransammlungen in ihrer Vorbereitung zu Gegenstößen rechtzeitig erkannt und mitgeholfen, sie zu vernichten. Sie hat endlich der deutschen Führung durch todesmutig geflogene Luftaufklärung ein laufendes Bild der Lage vermittelt.
Den alliierten Streitkräften zur See fügte sie schwerste Verluste bei. Die Zerstörung der Kampfmoral der feindlichen Verbände sowie die Lähmung des feindlichen Führungsapparates ist ihr Verdienst.
Die ganze Größe des Sieges in Holland, Belgien und Nordfrankreich geht aus den Verlusten des Feindes und dem Umfang des erbeuteten Kriegsgerätes hervor. Die Verluste der Franzosen, Engländer, Belgier und Holländer betrugen an Gefangenen zusammen über 1,2 Millionen Mann. Hinzu kommt noch die nicht schätzbare Zahl der Gefallenen, Ertrunkenen und Verwundeten. Die Waffen- und Geräteausstattung von rund 75-80 Divisionen mit Geschützen bis zu den schwersten Kalibern, Panzerwagen und Kraftfahrzeugen aller Art wurde zerstört oder erbeutet.
Die deutsche Luftwaffe schoß vom 10. Mai bis 3. Juni 1.841 feindliche Flugzeuge ab, davon im Luftkampf 1.142, durch Flak 699. Mindestens 1.600 bis 1.700 weitere Maschinen wurden am Boden vernichtet.
Auch zur See kostete der Versuch der Rettung des britischen Expeditionsheeres durch Kriegs- und Handelsschiffe den Feind schwere Verluste.
Versenkt sind durch Bombenangriffe: fünf Kreuzer, sieben Zerstörer, der Unterseeboote, neun sonstige Kriegsschiffe, sowie 66 Handels- und Transportschiffe.
Außerdem wurden durch Bombentreffer beschädigt und teilweise vernichtet: zehn Kreuzer, 24 Zerstörer, drei Torpedoboote, 22 sonstige Kriegsschiffe, sowie 117 Handels- und Transportschiffe.
Durch den wagemutigen Einsatz leichter Seestreitkräfte wurden versenkt: sechs Zerstörer, zwei Unterseeboote, ein Transporter, ein Hilfkreuzer, ein sonstiges Kriegsschiff.
Demgegenüber stehen die im Verhältnis zur Größe des Erfolges geringen Verluste der eigenen Wehrmacht vom 10. Mai bis 1. Juni.
Es starben den Heldentod 10.232 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften.
Die Zahl der Vermißten beträgt 8.463. Mit dem Tode eines kleinen Teils dieser Vermißten muß noch gerechnet werden.
42.523 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften wurden verwundet.
Die deutsche Luftwaffe verlor in der Zeit vom 10. Mai bis 3. Juni 432 Flugzeuge, während die deutsche Kriegsmarine vor der holländisch-belgischen und nordfranzösischen Küste kein Schiff einbüßte.
Wetteifernd im Angriffsmut und im Ertragen von Strapazen, oft im Kampf gegen überlegenen Feind, haben alle eingesetzten Verbände der Wehrmacht eine in der Kriegsgeschichte einzig dastehende Leistung vollbracht. Unzählig sind die Beispiele heroischer Tapferkeit, aufopfernder Pflichterfüllung und unbeirrbaren Siegeswillens. Sie werden als Beweise deutschen Soldatentums in unsere Geschichte eingehen. In gläubigen Vertrauen zum Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, in bester Waffenkameradschaft innerhalb der Wehrmachtsteile und Waffengattungen hat der deutsche Soldat das unmöglich Scheinende möglich gemacht.
Holland und Belgien haben kapituliert, Frankreichs und Großbritanniens Stoßarmeen sind vernichtet, einer der größten Siege der Weltgeschichte ist errungen.
Großdeutschland beherrscht das gesamte Ost- und Südufer der Nordsee und den Kanal.
Da die Gegner den Frieden auch weiterhin verneinen, wird sie der Kampf bis zur völligen Vernichtung treffen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 6. Juni 1940

 

Die gestern begonnenen Operationen in Frankreich verlaufen planmäßig. Unsere Truppen haben überall nach Südwesten Raum gewonnen.
Die Zahl der Gefangenen bei Dünkirchen hat sich auf 58.000 erhöht. Die Beute an Waffen und Kriegsgerät aller Art ist unübersehbar.
Die Luftwaffe belegte am 5. Juni Truppenansammlungen und Kolonnen hinter der angegriffenen feindlichen Front mit Bomben.
Sie griff ferner mehrere wichtige Flugplätze in Mittelfrankreich, den Kriegs- und Handelshafen Cherbourg und in der Nacht zum 6. Juni zahlreiche Flugplätze an der Ost- und Südostküste Englands mit gutem Erfolg an.
Die Gesamtverluste des Gegners betrugen 143 Flugzeuge, 49 wurden im Luftkampf, 19 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 19 deutsche Flugzeuge werden vermisst.

Der Feind wiederholte seine Luftangriffe gegen nichtmilitärische Ziele in der Nacht zum 6. Juni in Nord- und Westdeutschland.
Wesentlicher Schaden ist nicht angerichtet worden.
Drei feindliche Flugzeuge wurden hierbei abgeschossen, davon zwei über Hamburg durch Nachtjäger, ein drittes in den Niederlanden durch Flak.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 7. Juni 1940

 

Die Operationen des Heeres und der Luftwaffe südlich der Somme und des Aisne-Oise-Kanals schreiten planmäßig und erfolgreich fort.
Die Weygand-Linie wurde auf der ganzen Front durchbrochen.
Deutsche Kampfkräfte griffen in der Nacht zum 7. Juni erneut britische Flugplätze mit Erfolg an und kehrten ohne Verluste zurück.
Der Küstenabwehr unserer Kriegsmarine gelang es, an der nordfranzösischen Küste ein feindliches Schnellboot zu vernichten.
Die Gesamtverluste des Gegners betrugen am 6. Juni 74 Flugzeuge, davon wurden 64 im Luftkampf, zehn durch Flak abgeschossen. Neun eigene Flugzeuge werden vermisst.
Die Luftwaffe zerstörte das Sendehaus des norwegischen Senders Ingöy bei Hammerfest.

Dem Oberleutnant und Kompaniechef eines Pionierbataillons Gerhard Voigt ist es am 2. Juni bei der Erstürmung des befestigten Ortes Bergues, südlich Dünkirchen, durch kühnes und entschlossenes Handeln gelungen, mit seinem Stoßtrupp ein französisches Bataillon zu überwältigen und gefangenzunehmen.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Dieser Tage werden weitere Truppen aus Dünkirchen abtransportiert, wobei es wieder Zehntausende schaffen es auf der Britischen Insel abtransportiert zu werden. Dabei werden die Zerstörer Keith (Flaggschiff), Basilisk und Havant, der französische Zerstörer Foudroyant und das große Transportschiff Scotia von Bomben getroffen und sinken. Die Evakuierungen werden zwar massiv erschwert, aber stoppen kann man Sie nicht. Die deutsche Luftwaffe spielt dabei eine wesentliche Rolle, doch kann Sie den Erwartungen nicht gerecht werden. Zudem ist Sie in die Eroberung von Frankreich fest mit eingebunden. Die letzten Evakuierungsschiffe verlassen in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni Dünkirchen und haben damit den Großteil des Expeditionskorps retten können. Diese wird dann die Grundlage für die britischen Verteidigungskräfte auf den Inseln sein, welche eine erfolgreiche Invasion der Deutschen zu verhindern weiß. Insgesamt wurden evakuiert: 338.226 Mann, einschließlich etwa 120.000 Franzosen und Belgier. 861 Schiffe und viele Privatboote wurden eingesetzt, wovon 243 gesunken sind. Die deutsche Luftwaffe verlor über 130 Flugzeuge, die englische RAF 106 (87 Piloten gefallen oder in Kriegsgefangenschaft geraten). Als die Deutschen dann endlich Dünkirchen erobern, nehmen sie 40.000 Franzosen gefangen und finden an den Stränden große Mengen zurückgelassenes englisches Kriegsmaterial. Die 2.472 Kanonen, 84.427 Fahrzeuge und Motorräder sowie 657.566 Tonnen an Munition und anderen Versorgungsgütern werden von der Wehrmacht requiriert. Winston Churchill sieht Anfang Juni die ''die größte militärische Katastrophe in der englischen Geschichte“ als abgewendet.

'Wir werden unsere Insel verteidigen, egal was es kostet, wir werden an den Stränden kämpfen . . . wir werden niemals kapitulieren. ...'
(Winston Churchill)

 

 

Derweil setzt sich die deutsche Wehrmacht, mit entscheidender Hilfe der Luftwaffe, mit der Eroberung von Paris auseinander, dass schwer bombardiert wird. Auch die Franzosen und Briten fliegen Angriffe auf deutsche Städte, wenn auch mit wenig Wirkung auf die Infrastruktur. Vor allem weil alle verfügbaren Mittel in der Schlacht um Frankreich benötigt werden. Unternehmen Rot beinhaltet 119 deutsche Divisionen (davon 10 Panzer-Divisionen) gegen 65 französische Divisionen (davon 3 Panzer- und 3 mechanisierte Kavallerie-Divisionen) sowie noch eine englischen Division.
Die deutsche Heeresgruppe B greift an der Somme mit 50 Divisionen an. Die Heeresgruppen A und C stehen zum Angriff bereit. Die 7. Panzer-Division von General Rommel steht am 5. Juni, bei Einbruch der Dunkelheit, 13 Kilometer südlich der Somme. Auch schafft dieser junge General, trotz starken französischen Widerstandes, westlich von Amiens durchzubrechen und stößt 32 km vor. Die Gespensterdivision verbreitet Schrecken und Angst in diesem ersten Blitzkrieg der Geschichte. Schon am 6. Juni stößt Rommel 48 km bis Forges-Ies-Eaux, nördlich von Rouen, vor und bildet somit die Spitze des Angriffskeils, wobei seine Vorgesetzten nur selten wissen wo sich der Panzergeneral aufhält.

 

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08.06. - 19.06.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 8. Juni 1940

 

Unsere Operationen südlich der Somme und des Aisne-Oise-Kanals schreiten weiter erfolgreich fort. Auch südlich der unteren Somme wurde der Feind geworfen.
Zur Unterstützung des Heeres griff die Luftwaffe mit starken Kräften südlich der Somme in den Erdkampf ein und belegte Truppenansammlungen, Kolonnen, Infanterie- und Artilleriestellungen erfolgreich mit Bomben.
Die Zahl der bei Dünkirchen eingebrachten Gefangenen hat sich auf 88.000 erhöht.
Im Zuge der bewaffneten Aufklärung gegen die britische Ost- und Südküste sind einige englische Flugplätze sowie der Seehafen Dover mit Bomben belegt worden.

Bei Narvik unterstützte die Luftwaffe den dort kämpfenden Heeresverband durch wirksame Angriffe auf feindliche Stellungen.
Ein Tanklager wurde in Brand gesetzt, ein feindlicher Kreuzer erhielt zwei schwere Bombentreffer.

Ein deutsches Unterseeboot versenkte nordwestlich Irland einen feindlichen Hilfskreuzer von 14.000 BRT.

Die nächtlichen feindlichen Luftangriffe auf das deutsche Heimatgebiet richteten im allgemeinen nur unwesentlichen Schaden an.
In einer Stadt wurden Wohnviertel getroffen und zehn Zivilpersonen getötet.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 71 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 29, durch Flak 25 abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Fünf eigene Flugzeuge werden vermisst.

In den letzten erbitterten Kämpfen um die Festung Dünkirchen tat sich vor allem ein Infanterieregiment unter seinem
Kommandeur Oberst Recknagel und ein Infanteriebataillon unter seinem Kommandeur Major Schaller besonders hervor.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 9. Juni 1940

 

In viertägiger Schlacht im Somme- und Oisegebiet haben deutsche Infanterie-und Panzerdivisionen in enger Zusammenarbeit mit der Luftwaffe starke feindliche Kräfte zerschlagen und andere, zum Teil neu in den Kampf geworfene feindliche Truppen zum Rückzug gezwungen.
Der Versuch des Feindes, den deutschen Angriff um jeden Preis aufzuhalten, ist gescheitert.
In Richtung auf die untere Seine wurden rückwärtige Verteidigungslinien des Feindes durchbrochen und umfangreiche Versorgungseinrichtungen und Vorräte des Gegners erbeutet.
Die Luftwaffe unterstützte das Vorgehen des Heeres südlich der Somme. Artillerie- und Flakstellungen sowie Kolonnen aller Art sind mit Bomben belegt, Truppen- und Panzeransammlungen zersprengt worden.
Weiter ostwärts verfolgen unsere Divisionen den Feind.
Beiderseits Soissons ist die Aisne im Kampf überschritten.
Heute früh sind weitere Teile der deutschen Front in Frankreich zum Angriff angetreten.

Den Hafen von Cherbourg griff die Luftwaffe erneut mit Erfolg an, mehrere Flugplätze nord- und südostwärts
von Paris sowie Straßen und Eisenbahnstrecken nordwestlich von Paris wurden mit Bomben belegt.

Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 58 Flugzeuge und einen Fesselballon, davon sind 39 Flugzeuge im Luftkampf, 13 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Neun eigene Flugzeuge werden vermisst.
Deutsche Seestreitkräfte, darunter die beiden Schlachtschiffe „Gneisenau" und „Scharnhorst", operierten unter Führung des Admirals Marschall zur Entlastung der um Narvik kämpfenden Truppen im Nordmeer.
Hierbei wurden am 8. Juni durch eine Kampfgruppe der englische Flugzeugträger „Glorious" (22.500 t) und ein feindlicher Zerstörer in Grund geschossen.
Eine zweite Kampfgruppe vernichtete den 21.000 BRT großen Truppentransporter „Orama", den englischen Marinetanker „Oilpioneer" (9.100 BRT) und einen modernen Unterseeboot-Jäger.
Sie brachte ferner mehrere hundert Gefangene ein. Die eigenen Streitkräfte setzen ihre Operationen fort.

Der Feind wiederholte auch in der Nacht zum 9. Juni seine Einflüge in das westdeutsche Gebiet. Militärischer Schaden wurde nicht angerichtet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 10. Juni 1940

 

Unsere, auf einer Breite von rund 350 Kilometer eingeleiteten Operationen nehmen in Richtung auf die untere Seine und Marne sowie in der Champagne den geplanten und erwarteten Verlauf.
Große Erfolge sind schon errungen, größere bahnen sich an. Alle feindlichen Gegenstöße, auch dort, wo sie mit Panzerkampfwagen unternommen wurden, sind gescheitert.
An mehreren Stellen ist der Kampf in Verfolgung übergegangen.
Deutsche Fliegerverbände aller Waffen unterstützten das Vorgehen des Heeres mit starken Kräften am Unterlauf der Seine und in der Champagne.
Um Reims wurden Stabsquartiere, Barackenlager, Truppenansammlungen, Feldstellungen, Befestigungen, Batterien und Marschkolonnen, an der unteren Seine Verkehrsanlagen, Straßen sowie rückläufige Truppenbewegungen mit großem Erfolg angegriffen.
Die Hafen- und Kaianlagen von Cherbourg und Le Havre wurden mit Bomben aller Kaliber belegt und Schiffe in diesen Häfen sowie auf der unteren Seine getroffen, zahlreiche durch Bombentreffer beschädigt, ein Transporter von 5.000 BRT in Brand gesetzt und vernichtet.

Nördlich Harstad erhielt ein 8.000-BRT-Handelsschiff einen schweren Bombentreffer, auf den eine starke Explosion folgte.
Ein von Fernfahrt zurückgekehrtes Unterseeboot unter dem Kommando von Kapitänleutnant Oehrn meldet die Versenkung von 43.000 BRT feindlichen Schiffsraumes.

Feindliche Flugzeuge flogen wiederum während der Nacht in Nord- und Westdeutschland ein und verursachten durch planlose Bombenabwürfe an einzelnen Stellen Flur- und Gebäudeschäden.
Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flak abgeschossen.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 91 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 68, durch Flak 14 abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Fünf eigene Flugzeuge werden vermisst.

SONDERMELDUNG

Der heldenhafte Widerstand, den die Kampfgruppe des Generalleutnants Dietl seit vielen Wochen, vereinsamt unter den schwersten Bedingungen, in Narvik gegen eine überwältigende feindliche Übermacht geleistet hat, erhielt heute seine Krönung durch den vollen Sieg.
Ostmärkische Gebirgstruppen, Teile der Luftwaffe sowie der Besatzungen unserer Zerstörer haben in zwei Monate lang andauernden Kämpfen einen Beweis ruhmvollen Soldatentums für alle Zeiten gegeben.
Durch ihr Heldentum wurden die alliierten Land-, See- und Luftstreitkräfte gezwungen, die Gebiete von Narvik und Harstad zu räumen. Über Narvik selbst weht endgültig die deutsche Flagge.
Die norwegischen Streitkräfte haben in der Nacht vom 9. zum 10. Juni ebenfalls ihre Feindseligkeiten eingestellt.
Die Kapitulationsverhandlungen sind im Gange.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 11. Juni 1940

 

Die große Schlacht zwischen der Kanalküste und der Maas ist immer noch in vollem Gange. Am rechten Flügel und in der Mitte wird die Verfolgung der geschlagenen französischen Armee rastlos fortgesetzt, zwischen Reims und den Argonnen noch erbittert, aber erfolgreich gerungen.
An mehreren Stellen sind starke feindliche Kräfte abgesprengt und umschlossen und gehen ihrer Vernichtung entgegen.
Infolge der schweren blutigen Verluste und der großen Einbuße an Gefangenen und Material aller Art schwindet die feindliche Widerstandskraft zusehends dahin.
Kampf- und Sturzkampfverbände griffen wiederum den Hafen und die Kaianlagen von Le Havre an, zerstörten die Schleusen, versenkten einen Zerstörer und beschädigten weitere Schiffe, darunter einen Zerstörer und zwei Transporter von 10.000 BRT, durch schwere Bombentreffer.
Neben den dichten Kolonnen des zurückgehenden Feindes, Transporten, Ansammlungen, Batteriestellungen, die mit Bomben belegt wurden, gelang es der Luftwaffe auch, mehrere Brücken über die Marne und die untere Oise zu treffen und teilweise zu zerstören und so den feindlichen Rückzug empfindlich zu hemmen.

Am 9. Juni wurden im Nordmeer ein Kreuzer und vier Transportschiffe mit Bomben angegriffen und so schwer getroffen, dass die Mehrzahl dieser Schiffe ausbrannte.

Feindliche Flugzeuge warfen wieder im Schutz der Dunkelheit einzelne Bomben über Nord- und Westdeutschland ab. Wesentlicher Sachschaden ist nicht entstanden.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 29 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 19, durch Flak sechs abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Ferner wurden drei Sperrballons abgeschossen. Acht eigene Flugzeuge werden vermisst.

Der Oberleutnant und Kompaniechef in einem Infanterieregiment Volker Paeckelmann hat an der Spitze seiner Kompanie durch vorbildliche Kaltblütigkeit acht angreifende feindliche Panzerwagen zur Übergabe gezwungen.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 12. Juni 1940

 

Die am 5. Juni zwischen dem Ärmelkanal und südlich Laon begonnene neue Operation hat zu einem vollen Erfolg geführt. Nachdem die Weygand-Zone südlich der Somme genommen war, wurde der zurückflutende Feind an mehreren Stellen durchbrochen und seine Reste unter schwersten Verlusten über die untere Seine zurückgeworfen.
Ronen ist seit einigen Tagen in deutscher Hand, die Seine unterhalb Paris an mehreren Stellen von unseren Truppen schon überschritten.
Eine abgesprengte Feindgruppe ist bei St. Valery an der Küste eingeschlossen. Nordwestlich Paris stehen unsere Divisionen an der Oise 20 Kilometer vor Paris und vor der beiderseits Senlis verlaufenden Schutzstellung von Paris.
Compiegne, der Schauplatz des schmachvollen Waffenstillstandsdiktates des Jahres 1918, und Villers-Cotterets sind in unserer Hand.
Ostwärts des Ourq ist die Marne auf breiter Front mit starken Kräften erreicht.
Auch unsere am 9. Juni zwischen dem Aisne-Oise-Kanal und der Maas erneut zum Angriff angetretenen Armeen haben in schweren Kämpfen den vor ihnen stehenden Feind geschlagen und ihn zum Rückzug gezwungen.
Reims ist genommen, in der Champagne ist die Suippes überschritten.
Trotz zahlreicher, zum Teil von Panzern unterstützter Gegenangriffe in der Champagne gelang es auch gestern den Franzosen nicht, unser Vorgehen zum Stehen zu bringen.
Im Verlauf der neuen Operationen verlor der Feind außer schwersten blutigen Verlusten eine hohe Zahl von Gefangenen, Waffen und Kriegsmaterial aller Art. Eine auch nur vorläufige Zählung war bisher nicht möglich.
Die Luftwaffe, welche durch fortgesetzten Einsatz wesentlich zu den großen Erfolgen des Heeres seit dem 5. Juni beigetragen hat, griff gestern neben der unmittelbaren Unterstützung des Heeres wieder die Hafenanlagen von Le Havre und feindliche Transportschiffe an der Westküste des Kanals mit Erfolg an.
Hierbei wurden sieben Transportschiffe, davon ein 5.000-Tonner versenkt, zehn weitere, davon drei zwischen 10.000 und 15.000 BRT durch Bombentreffer beschädigt. Auf mehreren Schiffen brachen starke Brände aus.

Bei den in der Nacht zum 12. Juni vereinzelten Bombenwürfen feindlicher Flugzeuge in Westdeutschland wurden Brandbomben in das Innere einer Stadt geworfen.

Am 11. Juni versuchten einige britische Flugzeuge ohne Erfolg Drontheim und Bergen anzugreifen. Sie erlitten hierbei empfindliche Verluste; von etwa zwölf Angreifern wurden drei durch Jäger, einer durch Flakartillerie abgeschossen.
Die feindlichen Flugzeugverluste betrugen gestern insgesamt 59 Flugzeuge, davon wurden 20 im Luftkampf abgeschossen, 19 durch Flak vernichtet, der Rest am Boden zerstört. Außerdem wurden wiederum drei Sperrballons abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden vermisst.

SONDERMELDUNG

Die bei St. Valery eingeschlossene französisch-englische Kräftegruppe hat nach dem Scheitern weiterer Versuche, auf dem Seeweg die Truppen abzutransportieren, kapituliert.
Ein französischer Korpsgeneral, ein englischer und vier französische Divisionskommandeure haben sich ergeben. Die Zahl der Gefangenen übersteigt bereits 20.000. Das erbeutete Material an Geräten und Waffen ist unübersehbar.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 13. Juni 1940

 

Die Versuche der an der Küste von St. Valery eingeschlossenen französisch-englischen Truppen, über See zu entkommen, sind gescheitert.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat diese Kräftegruppe kapituliert, über 26.000 Gefangene, darunter fünf französische und ein englischer General, sowie unübersehbare Beute fielen in deutsche Hand.
Unsere Artillerie zwang einen beladenen Transporter beim Versuch auszulaufen durch mehrere Treffer zur Umkehr. Ein weiteres Schiff explodierte im Feuer deutscher Panzerabwehrgeschütze.

An der gesamten Angriffsfront sind die Operationen im raschen Fortschreiten. Die Marne ist an vielen Stellen im Kampf überschritten.
In der Champagne haben unsere Divisionen in der Verfolgung Chalons sur Marne genommen und die Schlachtfelder von 1915 überschritten.
Auch zwischen den Argonnen und der Maas gewann der Angriff Boden.
Nach den bisherigen vorläufigen Meldungen beträgt seit dem 5. Juni,
dem Beginn der neuen Operationen, die Zahl der Gefangenen über 100.000.
Auch die Verluste des Feindes an Kriegsgerät sind erheblich.
Allein bei zwei Armeen des Westflügels gelang es unter Beteiligung aller Waffengattungen über 200 feindliche Panzerkampfwagen zu vernichten oder zu erbeuten.
Trotz schlechter Wetterlage griffen auch am 12. Juni Kampf- und Sturzkampfverbände zur Unterstützung des Heeres, insbesondere im Raum um Chalons-sur-Marne und an der Küste, ein.
Es gelang hierbei, einen Transporter und einen großen, mit Truppen besetzten Schlepper zu versenken, einen anderen Transporter von etwa 10.000 BRT sowie eine größere Anzahl von kleineren Schiffen schwer zu beschädigen.
Bei Le Havre wurden 20 feindliche Sperrballons abgeschossen.

In Norwegen schossen unsere Zerstörer im Luftkampf vier von 15 britischen Flugzeugen ab, die einen Angriffsversuch auf einen Flugplatz in der Nähe von Drontheim unternahmen.

Vereinzelte Bombenabwürfe des Feindes in Norddeutschland trafen keine militärischen Ziele.
Die Gesamtverluste des Feindes in der Luft betrugen 19 Flugzeuge, hiervon wurden sechs im Luftkampf, neun durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Vier eigene Flugzeuge werden vermisst.

Eines unserer Unterseeboote versenkte beim Angriff auf einen starken feindlichen Geleitzug mehrere Dampfer.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 14. Juni 1940

 

SONDERMELDUNG

Der völlige Zusammenbruch der ganzen französischen Front zwischen dem Ärmelkanal und der Maginotlinie bei Montmedy hat die ursprüngliche Absicht der französischen Führung, die Hauptstadt Frankreichs zu verteidigen, zunichte gemacht.
Paris ist infolgedessen zur offenen Stadt erklärt worden. Soeben findet der Einmarsch der siegreichen deutschen Truppen in Paris statt.
Der zweite Abschnitt des gewaltigen Feldzuges im Westen ist siegreich beendet.
Die Widerstandskraft der französischen Nordfront ist zusammengebrochen.
Die Seine abwärts Paris ist in breiter Front überschritten. Le Havre genommen.
Auf der ganzen Front von Paris bis an die Maginotlinie bei Sedan ist der Feind im vollen Rückzug.
An mehreren Stellen haben unsere Panzer- und motorisierten Divisionen die Rückmarschbewegungen durchstoßen und überholt.
Dort floh der Feind unter Preisgabe seiner ganzen Ausrüstung.
Von Infanteriedivisionen wurde die Schutzstellung von Paris durchbrochen.
Die feindlichen Kräfte reichten zum Schutz der französischen Hauptstadt nicht mehr aus.
Unsere siegreichen Truppen marschieren seit heute Vormittag in Paris ein.

Östlich der Marne ist Vitry-le-Francois genommen, der Südrand des Argonner­Waldes erreicht.
Der Höhenrücken 304 (Toter Mann), nordwestlich von Verdun, wurde gestern abend gestürmt.
Montmedy, der starke Eckpfeiler der Maginotlinie, ist erobert.
Der dritte Abschnitt der Verfolgung des Feindes bis zur endgültigen Vernichtung hat nunmehr begonnen.

Heute früh sind unsere Truppen an der Saarfront auch zum Frontalangriff gegen die Maginotlinie angetreten.
Trotz Behinderung durch die Wetterlage griffen auch am 13. Juni unsere Kampf-, Sturzkampf- und Zerstörerverbände zur Unterstützung des Heeres an vielen Stellen der Front in den Erdkampf ein.
Truppenansammlungen, Marsch- und Transportkolonnen im Rücken des Gegners wurden erfolgreich mit Bomben und Maschinengewehrfeuer belegt, umfangreiche Zerstörungen auf Flugplätzen, Bahnhöfen und Bahnlinien besonders im Räume ostwärts der Marne durchgeführt.

Im Küstengebiet von Le Havre gelang es, zwei Transportdampfer zu versenken, drei weitere erlitten Beschädigungen, darunter ein Schiff von 10.000 BRT.
Flakartillerie versenkte nordlich Le Havre sechs feindliche Transportschiffe, beschädigte drei weitere erheblich und zwang einen englischen Zerstörer zum Abdrehen.
Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 19 Flugzeuge. Drei wurden im Luftkampf, drei durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

Ein Unterseeboot versenkte am 13. Juni den britischen Hilfskreuzer „Scotstown" von 17.000 BRT, einem anderen Unterseeboot gelang es, nördlich der Hebriden aus einem Geleitzug mit schärfster Sicherung einen 12.000 BRT großen Transporter herauszuschießen und zu versenken.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 15. Juni 1940

 

Die Verfolgung ist zwischen der unteren Seine und der Maas überall im Gange. Die Auflösung der geschlagenen französischen Armeen schreitet fort.
An verschiedenen Stellen ergaben sich feindliche Truppenteile kampflos. In den letzten Tagen neu aufgetretene Verbände des Feindes sind aus eilig zusammen
gerafften Resten geschlagener Divisionen und aus Ersatztruppen gebildet.
Seit dem 5. Juni wurden bisher über 200.000 Gefangene gezählt, die Beute an Material kann noch nicht übersehen werden.
Paris wurde gestern kampflos besetzt und durchschritten.
Über dem Schloss von Versailles, in dem 1871 deutsches Schicksal gestaltet und 1919 deutsche Schmach besiegelt wurde, weht die Reichskriegsflagge.
Südlich des Argonner-Waldes wurde der Feind nach Südosten geworfen und von seiner Rückzugsrichtung abgedrängt.
Am 14. Juni griffen Fliegerverbände aller Waffen im Großeinsatz an der Saarfront die Maginotlinie an. Befestigungswerke, Bunker, Artillerie- und Infanterie-Stellungen, sowie Kolonnen, wurden während des ganzen Tages mit Bomben aller Kaliber belegt.
Truppen des Heeres brachen gleichzeitig, durch starke Artillerie unterstützt, in das Festungskampffeld der Maginotlinie ein und entrissen dem Feind zahlreiche Befestigungsanlagen.
Die starke Werkgruppe Saaralben-West wurde genommen.
Im Raum Verdun-Metz-Belfort richteten sich wirksame Luftangriffe gegen Truppenansammlungen und Bewegungen auf Bahnen und Straßen.
Zahlreiche Eisenbahnzüge wurden zerstört. Viele Einsenbahnstrecken unterbrochen. Auch im übrigen Frankreich erzielten unsere Kampfverbände gute Angriffserfolge gegen Flugplätze, wichtige Eisenbahnstrecken und zurückgehende Kolonnen.

Während der Nacht zum 15. Juni unternahm der Gegner die üblichen Einflüge nach West- und Südwestdeutschland
und warf dabei wiederum planlos und ohne militärische Ziele zu treffen, Bomben ab.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 43 Flugzeuge, davon wurden 13 im Luftkampf, neun durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Fünf eigene Flugzeuge werden vermisst.
Die Verluste des Gegners am 13. Juni erhöhen sich um zehn Flugzeuge auf insgesamt 29, die eigenen um vier Flugzeuge auf insgesamt sechs.

Im Raum um Narvik wurden in den letzten Tagen Harstad und Tromsö kampflos besetzt. Eine Abteilung ausgesuchter Gebirgstruppen, die am 2. Juni aus der Gegend von Fauske über das wegelose Gebirge nach Norden angetreten ist, hat am 13. Juni die Vereinigung mit der Gruppe Narvik vollzogen.
Besonders ausgezeichnet haben sich: der Staffelkapitän Hauptmann Balthasar, indem er bisher zwanzig feindliche Flugzeuge im Luftkampf abschoss und elf weitere am Boden zerstörte; der Leutnant Weber in einem Schützenregiment, indem er im letzten Augenblick unter rücksichtslosem persönlichen Einsatz fünf Zündleitungen an einer wichtigen Brücke durchschnitten und so den Übergang unversehrt in unsere Hand gebracht hat.

SONDERMELDUNG

Beim Angriff auf die Festung Verdun haben unsere Truppen heute Vormittag das aus dem Weltkrieg bekannte Fort Vaux gestürmt und das an der Nordwestfront gelegene Fort Marre genommen. Sie sind im weiteren Vorgehen auf Verdun.

SONDERMELDUNG

Nach Durchbruch durch die Frontlinie beiderseits der Maas sind Stadt und Zitadelle der im Weltkrieg schwer umkämpften Festung Verdun von uns genommen.

SONDERMELDUNG

Nach schweren Kämpfen haben unsere Truppen die Maginotlinie südlich Saarbrücken in breiter Front durchbrochen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 16. Juni 1940

 

Die gesamte Front vom Kanal bis zur Schweizer Grenze ist in siegreichem Vorwärtsstürmen. Bei der Verfolgung des geschlagenen Feindes auf die Loire zu wetteifern motorisierte und nichtmotorisierte Verbände in gewaltigen Marschleistungen und überholen vielfach den flüchtenden und erschöpften Feind. Die Zahl der Gefangenen ist ständig im Steigen.
Rollende Angriffe der Luftwaffe richteten sich mit starker Wirkung gegen die auf Bahnen und Straßen auf die Loire zurückgehenden Teile des Feindes.
Südostwärts von Paris und an der oberen Marne sind starke Panzer- und motorisierte Verbände im rastlosen Vorstoß nach Süden.
Das Plateau von Langres ist überschritten. Die Rückzugslinien der von Saar und Rhein zurückweichenden französischen Kräfte sind damit durchstoßen.
Die Festung Verdun mit allen ihren Forts ist erobert. Auch die starken Befestigungen in der Gegend von Longuyon sind genommen.
An der Saarfront ist die Maginotlinie zwischen St. Avold und Saaralben durchbrochen.
Der Oberrhein ist ostwärts Colmar in breiter Front im Angriff überschritten. Kampfflieger- und Flakverbände unterstützten hier erfolgreich das Vorgehen des Heeres.
Kampf-, Stuka- und Jagdverbände griffen im übrigen an der ganzen Front die rückwärtigen Verbindungen des Gegners in großem Umfange an.
An zahlreichen Stellen wurden Marschkolonnen versprengt und Eisenbahnstrecken durch Bomben unterbrochen.
Etwa 30 Züge wurden getroffen, mehrere Munitionszüge flogen in die Luft.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 40 Flugzeuge, davon wurden zwölf im Luftkampf, neun durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Sieben eigene Flugzeuge werden vermisst.

Die deutsche Unterseebootwaffe hat zwei neue Erfolge zu verzeichnen.
Ein zurückkehrendes Unterseeboot meldet die Versenkung eines vollbesetzten Truppentransporters von 12.000 BRT
am 30. Mai. Ein anderes Unterseeboot hat einen britischen Hilfskreuzer von rund 14 000 BRT torpediert.

Beim Durchbruch durch die Maginotlinie an der Saarfront hat sich der schon zweimal genannte
Oberleutnant eines Infanterieregiments Otto Schulz durch besondere Tapferkeit erneut ausgezeichnet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 17. Juni 1940

 

SONDERMELDUNG

Schnelle Truppen haben heute bei Pontarlier südostwärts Besancon die Schweizer Grenze erreicht. Damit ist der Ring um die feindlichen Kräfte in Lothringen und im Elsaß geschlossen.

Die zusammengebrochenen französischen Armeen fluten in der Masse, unter starken Auflösungserscheinungen, scharf verfolgt von unseren Truppen, nach Süden und Südwesten zurück.
Dort, wo Teilkräfte sich noch zu geordnetem Widerstand aufrafften, wurden sie unter schweren Verlusten geworfen.
Durch kühnen Zugriff einer beweglichen Abteilung, die durch den Divisionskommandeur persönlich geführt wurde, gelang es, Orleans und einen dortigen Loire-Übergang unversehrt in Besitz zu nehmen.
Gegen die zurückgehenden feindlichen Kolonnen setzte die Luftwaffe ihr Vernichtungswerk fort. Zahlreiche Loire-Brücken wurden getroffen.
Dichte Kolonnen, die sich vor diesen Brücken stauten, wurden mit Bomben und Maschinengewehren angegriffen.
Die in Burgund und über Langres vorbreschenden schnellen Truppen haben weit nach Süden Raum gewonnen. Zwei Flugplätze mit 39 startbereiten und mit Bomben beladenen Flugzeugen wurden hier genommen.
Südöstlich Besancon wurde die Schweizer Grenze erreicht und damit der Ring um die aus Lothringen und aus dem Elsaß weichenden französischen Kräfte geschlossen.
Im nördlichen Lothringen nähern sich unsere Truppen von Nordwesten der Stadt St. Mihiel.
In Ausnutzung des Durchbruchs durch die Maginotlinie südlich Saarbrücken sind unsere Divisionen dort trotz
stellenweisen hartnäckigen Widerstandes des Feindes im zügigen Vorgehen gegen den Rhein-Marne-Kanal.
Chateau-Salins, Dieuze und Saarburg sind genommen.
Auch auf dem Westufer des Oberrheins ist unser Angriff über den Rhein-Rhone-Kanal auf die Vogesen zu im siegreichen Fortschreiten.
Im Elsaß unterstützten Kampf- und Sturzkampfverbände sowie Flakartillerie das Heer wirksam im Erdkampf.
Befestigungswerke und Bunker wurden mit Bomben schwersten Kalibers angegriffen.
Die Verluste des Feindes in der Luft betrugen insgesamt acht Flugzeuge, davon wurden fünf im Luftkampf, drei durch Flak abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge werden vermisst.

Die deutsche Unterseebootwaffe versenkte in den letzten Tagen über 100.000 BRT.
Ein Unterseeboot unter Führung des Kapitänleutnants Frauenheim meldet die Versenkung von 41.500 BRT Schiffsraum, darunter den britischen Dampfer „Wellington-Star" von 11.400 BRT.
Ein zweites Unterseeboot unter der Führung von Oberleutnant z. S. Endraß meldet 53.000 BRT als vernichtet, darunter den britischen Hilfskreuzer „Carinthia" von 22.300 BRT.
Einem weiteren Unterseeboot gelang es, im Moray-Firth einen britischen Hilfskreuzer von rund 9.000 BRT zu versenken.

Beim Rheinübergang zeichnete sich der Major eines Pionierbataillons Gantke durch tapferen persönlichen Einsatz besonders aus.

SONDERMELDUNG

Die Festung Metz hat sich heute Nachmittag einer deutschen Abteilung ergeben.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 18. Juni 1940

 

SONDERMELDUNG

Die Festungen Belfort und Dijon sind eingenommen. Unseren in Burgund nach Süden vorstoßenden Truppen fiel außerdem die Waffenschmiede Frankreichs, Le Creuzot, in die Hand.

Der militärische Zusammenbruch Frankreichs schreitet unter dem Druck unserer rastlosen Verfolgung rasch vorwärts.
Zwischen Caen und Le Mans ist die Orne an mehreren Stellen überschritten, die Loire aufwärts Orleans bis Nevers und südöstlich davon erreicht.
Wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben Schnelle Truppen das französische Rüstungszentrum Le Creuzot besetzt und die Festung Belfort genommen. Die Festung Dijon ist kampflos gefallen.
Einer kühn vorstoßenden beweglichen deutschen Abteilung hat sich auch die Festung Metz ergeben.
Von dort aus wurden nunmehr die noch verteidigten Abschnitte der Maginot-Linie beiderseits Diedenhofen auch von rückwärts angegriffen.

Der Durchbruch durch die Maginot-Linie südlich Saarbrücken wurde bis an den Rhein-Marne-Kanal erweitert.
Am Oberrhein schreitet der Angriff gegen die Vogesen vorwärts. Colmar ist genommen.
Allein am gestrigen Tage sind weit über 100.000 Gefangene eingebracht worden.
Die Beute umfasst die gesamte Ausstattung zahlreicher französischer Divisionen und mehrerer Festungen.
Die Luftwaffe setzte den Verfolgungskampf gegen den zwischen der Atlantischen Küste und der oberen Loire zurückflutenden Gegner fort.
Besonders erfolgreich war ein Luftangriff auf den mit Transport-, Munitions- und Betriebsstoffzügen überfüllten Bahnhof Rennes.
Mit gewaltigen Explosionen flogen ganze Züge in die Luft, unter den Truppen brach eine ungeheure Panik aus.
In der Loire-Mündung gelang es, die bisher größte Angriffswirkung auf feindliche Transportschiffe zu erzielen.
Gewaltiger Schiffsraum wurde vernichtet oder schwer beschädigt.
Unter den getroffenen, zum Teil als beladen erkannten Schiffen befanden sich zwei Transporter von je 30.000 BRT, zwei Transporter von 25.000 BRT,
ein Transporter von 20.000 BRT, vier Transporter von je über 10.000 BRT und mehrere kleinere Kriegs- und Handelsschiffe.
Neun Schiffe sind gesunken, andere unter Explosionserscheinungen teils vollständig ausgebrannt, teils gekentert.

In der Nacht zum 18. Juni nahmen englische Flugzeuge ihre Angriffe
gegen nichtmilitärische Ziele in Nord- und Westdeutschland wieder auf.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern fünf Flugzeuge, ein eigenes Flugzeug wird vermisst.

Durch entschlossenen persönlichen Einsatz haben der Kommandeur eines Schützenregiments Major Zimmermann, der Oberleutnant eines Panzerregiments Malguth und der Leutnant einer Beobachtungsabteilung Dann, die Sprengung wichtiger Brücken durch den Feind im letzten Augenblick verhindert.

Der am 17. Juni bekanntgewordene Erfolg eines Unterseebootes gegen einen britischen Hilfskreuzer im Moray-Firth ist
durch ganz besonders tapferen und vollen Einsatz des Bootes unter Führung von Kapitänleutnant Kuppisch erzielt worden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 19. Juni 1940

 

Die französische Wehrmacht löst sich immer mehr auf. Schnelle Truppen haben in der Normandie Cherbourg genommen. Bei Rennes ist die Bretagne erreicht, Le Mans nach Süden durchschritten.
Zwischen Orleans und Nevers gelang es an vielen Stellen, die Loire zu überschreiten. In Burgund stoßen Schnelle Truppen schon in Richtung auf Lyon vor.
Westlich Mülhausen sind Panzer- und Mot.-Divisionen, von Belfort kommend, im Begriff, sich mit den Truppen zu vereinigen, die über den Oberrhein angegriffen haben und die bei Münster schon tief in die Vogesen vorgestoßen sind.
Weiter nördlich ist Nancy (Nanzig) genommen und der Rhein-Marne-Kanal östlich Nancy (Nanzig) in breiter Front überschritten.
In der Maginotlinie beiderseits Diedenhofen leistet der Feind noch Widerstand.
Kampf- und Sturzkampf-Verbände wirkten durch Angriffe auf Befestigungen, Feldstellungen, Eisenbahnstrecken, Truppenansammlungen und Kolonnen mit, den Widerstand des in Lothringen eingeschlossenen Feindes zu brechen.
Vor Cherbourg wurde ein Handelsschiff von 10.000 BRT durch Bomben versenkt.
In England griffen deutsche Kampffliegerverbände zahlreiche Flugplätze sowie die Großtanklager an der Themsemündung mit Bomben an und setzten diese in Brand.
Hierbei zeichneten sich besonders die von Generalmajor Coeler geführten Fliegerverbände aus.

Britische Flugzeuge flogen auch in der Nacht zum 19. Juni in Nord- und Westdeutschland ein, um wie bisher ihre Bomben über nichtmilitärischen Zielen abzustreuen.
Dabei sind etwa achtzehn Tote unter der Polizei und der Zivilbevölkerung zu beklagen, darunter eine Anzahl Personen, die sich nicht in die Luftschutzkeller begeben hatten.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern sechs Flugzeuge. Fünf deutsche Flugzeuge werden vermisst.

Der Leutnant in einem Schützenregiment Dietz hat eine wichtige Brücke durch kühnen Zugriff unversehrt in unsere Hand gebracht.

SONDERMELDUNG

Luneville und die Festung Toul sind genommen. Die deutsche Flagge weht auf dem Straßburger Münster.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag
'Lasst uns es so tragen, dass falls das Britisch Commonwealth und Empire für tausend Jahre Bestand hat, die Leute sagen werden "Das war ihre größte Stunde!" '
Churchill erklärt im Unterhaus

Rommel ist der Mann der Stunde und tritt als Akteur täglich in der Propaganda des Reiches auf. So stößt er am 8. Juni 72 km vor und erreicht den Fluß Seine. In die Kämpfe um Frankreich greift nun auch die deutsche Heeresgruppe A mit 45 Divisionen ein und setzt über den Fluß Aisne. Durch seinen schnellen Vormarsch, kann Rommel das französische IX. Korps und die englische 51. Hochland-Division in Richtung der Küste drücken, nördlich von Le Havre.Manstein's XXXVIII. Infanterie-Korps folgt der Spitze Rommels und überquert die Seine. Der schnelle Vormarsch trägt erste Vorhuteinheuten der Wehrmacht am 9./10. Juni in die Vororte on Paris.
Paris wird im Zuge der unmittelbaren Bedrohung durch anrückenden deutschen Truppen zur 'offenen Stadt' erklärt und alle französischen Streitkräfte werden auf Positionen südlich der Hauptstadt zurückgezogen. Mit der Eroberung von Le Havre ist das Schicksal Frankreich s besiegelt. Das franz. Staatsoberhaupt Reynaud teilt Churchill mit, das Frankreich einen Separatfrieden mach muss, oder es wird dem Deutschen Reich in seiner Gesamtheit einverleibt. Die USA halten sich weiter raus und die Briten können nicht helfen, so ist der Einmarsch deutscher Truppen in Paris ein bezeichnendes Bild für die neue deutsche Vorherrschaft in Europa. General von Bock, Oberbefehlshaber der Heeres-Gruppe B, nimmt die Siegesparaden am Place de la Concorde und am Arc de Triomphe ab. Die Deutschen erobern die intakte Renault-Panzerfabrik in Billancourt und die Schneider-Creusot Rüstungsbetriebe. Die französische Regierung verlässt Paris und geht nach Tours am Fluss Loire
In der Folge dieser Ereignisse, erklärt Italien England und Frankreich den Krieg. Die Alliierten erklären diesen sofort im Gegenzug:

'An diesem zehnten Tag des Juni 1940 hat die Hand, welche das Messer gehalten hat, in den Rücken seines Nachbarn eingestochen.'
Präsident der USA Roosevelt

So nutzt Italien die Gunst der Stunde und den Stahlpakt, um sich sofort ein Stück vom franz. Kuchen abzuschneiden. Die französischen Kolonien in Afrika sind erste Ziele der italienischen Streitkräfte. Wobei die Engländer schon länger diesen Kontinent als Basis nutzen und so enden die ersten Scharmützel, an der libysch-ägyptischen Grenze ungünstig für die Italiener.

'Mussolini hat den Verbündeten, mit denen Italien im letzten großen Krieg gemeinsam gekämpft hat, ... und welche Italien vor dem Untergang gerettet haben, den Krieg erklärt.'
Duff Cooper, der Informationsminister Englands

 

Die Heeres-Gruppe C beginnt mit dem anderen Sichelschnitt und startet seinen Angriff mit 24 auf die Maginot-Linie. Der Rhein soll überquert und der Süden Frankreichs ebenfalls in deutsche Hände übergehen. Die französische Regierung verlässt sogleich Tours und geht nach Bordeaux.
Deutsche Soldaten erobern Verdun und nehmen diesen so wichtigen Ort des Ersten Weltkrieges mit nur wenig Aufwand. Die deutsche 7. Armee der Heeres-Gruppe C überquert den Rhein gegenüber Colmar und das französische Heeres-Oberkommando befindet sich auf dem Rückzug. Neben die in Auflösung befindlichen Kräfte an Stellen der Front, werden alle noch in Frankreich befindlichen britischen Kräfte evakuiert. Doch nicht nur die Armeeführung befindet sich in einem heillosen Durcheinander, auch die Politik streckt nun die Waffen. Das Kabinett von Reynaud tritt zurück und der Kriegsheld Marschall Petain bildet eine neue Regierung, welche sogleich eine 'Staatliche Union' zwischen Frankreich und Großbritannien ablehnt.

'...es ist notwendig den Kampf zu beenden.'
Petain in einer Rundfunkansprache zur zur französischen Armee und Bevölkerung

Man lasse sich nicht von den Inseln in der Not okkupieren. Lieber die Deutschen als Besatzer dulden, als das Land den Briten zu überlassen. Rommel stürmt an selben Tag 241 Kilometer in Richtung Cherbourg vorwärts. Er erobert die Stadt und entlang der sich ständig verschiebenden Frontlinien, durch flexible eingesetzt Panzerverbände, strecken die meisten Franzosen die Waffen. Einige versuchen über den Kanal zu entkommen und andere gehen in den Untergrund. General de Gaulle spricht über Rundfunk von London aus und ruft zum Kampf gegen die Besatzer auf.

'Wir sind nun nur noch die einzigen Kämpfer, welche die Welt verteidigen.'
Rundfunkansprache von Churchill

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generalfeldmarschall Erwin Rommel

Generaloberst Heinz Guderian


13.06.1940

 

Die Berichte des Tages

ZUSAMMENFASSUNG Feldzug Dänemark/Norwegen

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 13. Juni 1940

 

Zusammenfassender Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht
Operationen in Dänemark und Norwegen

 

Nach dem siegreichen Abschluss der Kämpfe um Narvik gibt das Oberkommando der Wehrmacht über den Verlauf der militärischen Operationen in Dänemark und Norwegen zusammenfassend folgendes bekannt:

 

Die Pläne der Alliierten auf dem Wege über Skandinavien dem Krieg eine für sie günstige Wendung zu geben, waren dem Oberkommando der Wehrmacht seit langem bekannt und zwangen dazu, einen blitzschnellen Gegenschlag vorzubereiten.
Teile des Heeres und der Luftwaffe sowie die gesamte Flotte wurden daher zur Vorbereitung einer einheitlichen Aktion unter persönlicher Leitung des Führers zusammengefasst.
Nach wiederholtem flagranten Verletzungen der Neutralität Norwegens durch britische Seestreitkräfte löste ein unmittelbar drohender Handstreich der englischen Flotte die Operationen am 9. April bei Morgengrauen aus. Sie begannen mit dem Einmarsch über die deutsch-dänische Grenze sowie mit der Landung in zahlreichen Häfen und Flughäfen Dänemarks und Norwegens.
Ihr Ziel war diese beiden Länder dem Zugriff unserer Feinde als Basis für eine strategische Umfassung von Norden her und für die wirtschaftliche Erdrosselung Deutschlands ein für alle Mal zu entziehen.
Die Sicherung Dänemarks ließ sich noch am 9. April in Folge der verständnisvollen Haltung des Königs und seiner Regierung nach kürzeren Gefechten an der Grenze reibungslos durchführen. In Norwegen landeten am 9. April, und zwar sowohl durch Schiffe als auch in Flugzeugen - zum Teil an den englischen Seestreitkräften in nächster Nähe vorbeistoßend - deutsche Truppen.
Narvik, Drontheim, Bergen, Stavanger, Egersund, Kristiansand, Arendal und Oslo wurden besetzt. In Narvik musste der Widerstand norwegischer Seestreitkräfte, in Drontheim, Kristiansand und vor allem Oslo die Küstenverteidigung durch die Kriegsmarine, die Luftwaffe und gelandete Stoßtrupps des Heeres niedergekämpft werden.

 

 

Die Heldentaten, die dabei von deutschen Führern und ihren Einheiten sowie von einzelnen Soldaten vollbracht wurden, bleiben einer späteren Berichterstattung vorbehalten. An ihrer Spitze wird für immer der heroische Kampf und Untergang des Kreuzers "BLÜCHER" stehen.
Am 21. April waren die gewonnenen Stützpunkte ausgebaut, gesichert und nach allen Seiten erweitert, der Raum um Oslo befriedet, die befestigte Zone Frederikstadt-Askim in deutscher Hand, Kongswinger genommen und die Landverbindung von Oslo über Kristiansand nach Stavanger hergestellt.
Weiter nördlich befand sich die Bahn von Drontheim bis zur schwedischen Grenze und ostwärts Narvik der größte Teil der Erzbahn in deutscher Gewalt.
Nachdem es den Engländern gelungen war, die zum Schutz des Hafens von Narvik vorgesehenen Küstenbatterien zu versenken, konnte der Einbruch überlegener britischer Seestreitkräfte in den Ofoten-Fjord nicht verhindert werden. Ihnen fielen unsere Zerstörer nach tapferem Widerstand, nachdem sie erst ihre letzte Granate verschossen und dem Gegner schwere Verluste zugefügt hatten, zum Opfer.
Die Besatzungen reihten sich dann als willkommene Verstärkung in die kleine Schar unserer Gebirgsjäger ein, die sich an der schneebedeckten felsigen Küste festkrallten und in den folgenden Wochen dem schweren Feuer feindlicher Schiffsgeschütze und allen Landungsversuchen trotzten.

Noch waren die Kämpfe mit Eilen verschiedener norwegischer Divisionen in den Hochgebirgstälern zwischen Oslo und Bergen im Gange und die notwendigen deutschen Verstärkungen zum Angriff aus dem Raum um Oslo in Richtung Drontheim erst in Anmarsch, als die Alliierten zum Gegenschlag ausholten.
Unter stärkstem Einsatz von Seestreitkräften und Handelsschiffen warfen sie in Andalsnes, Namsos und Harstad Truppen an Land. Ihre Absicht war, den erlahmenden norwegischen Widerstand neu zu beleben, Drontheim durch konzentrischen Angriff von Norden und Süden her wieder zu nehmen, die schwache deutsche Kampfgruppe im Raum von Narvik zu vernichten, und, wie aus vorgefundenen englischen Befehlen einwandfrei hervorgeht, bei günstiger Gelegenheit gegen das schwedische Erzgebiet von Gaellivare vorzustoßen. Dieser Versuch fand überall ein klägliches Ende.
Zunächst scheiterten unter schweren Verlusten alle Anstrengungen des Gegners, der deutschen Luftwaffe die Herrschaft über den norwegischen Raum streitig zu machen, an der deutschen Jagd- und Flakabwehr. Dann warfen sich junge deutsche Regimenter - von der Luftwaffe hervorragend unterstützt - auf die norwegischen und englischen Kräfte, die versuchten, die Vereinigung der von Oslo nach Norden und von Drontheim nach Süden angreifenden deutschen Kampfgruppen zu verhindern.
Unter schwersten Geländeverhältnissen, alle Sprengungen und Brückenzerstörungen überwindend, wurde der Feind in den Gebirgstälern von Enge zu Enge geworfen, und schon am 30. April reichten sich die in Oslo und in Drontheim gelandeten deutschen Truppen bei Stören, 50 km südlich Drontheim, die Hand.
Damit waren die britischen Operationspläne gescheitert. Fluchtartig zogen sich die Engländer auf Andalsnes zurück, um sich dort unter den verlustbringenden Angriffen der deutschen Luftwaffe, große Mengen an Material und Vorräten im Stich lassend, wieder einzuschiffen. Am 2. Mai hißten unsere Truppen in Andalsnes die deutsche Flagge.
Von Drontheim aus hatte schon am 25. April eine deutsche Abteilung mit Unterstützung leichter Seestreitkräfte die Enge von Steinkjer genommen und dort dem von Namsos ausgehenden feindlichen Vorstoß Halt geboten. Mit den inzwischen eingetroffenen Verstärkungen wurde der Vormarsch nach Norden unverzüglich weiter fortgesetzt.
Aber die in Namsos gelandeten britischen und französischen Kräfte nahmen den Kampf nicht mehr an. Unter schmählichen Umständen ließen sie die Norweger im Stich und schifften sich ein. Erst daraufhin streckten auch diese verbittert die Waffen.
Am 6. Mai wurden Grong, Namsos und Mosjoen von unseren Truppen genommen. Von dort aus bahnten sich nunmehr Gebirgstruppen im Kampf mit norwegischen und englishcen Bataillonen und dem außerordentlich schwierigen Gelände den Weg bis nach Fauske und Bodö, das, über 500 km von Drontheim entfernt, am 1. Juni erreicht wurde.
Damit war die nördlichste Basis gewonnen, von der aus über völlig wegeloses und hochalpines Gelände der bedrängten Gruppe Narvik auch zu Lande die notwendige Hilfe gebracht werden sollte. Diese war inzwischen von einer fast sechsfachen Überlegenheit, von See aus, in den beiden Flanken und im Rücken angegriffen worden.
Engländer, französische Alpenjäger, polnische Gebirgsschützen und starke Teile der norwegischen sechsten Division versuchten die schwachen deutschen Kräfte einzukesseln und zu vernichten.


Wohl mußten die Küstenstellungen - und am 28. Mai auch die Stadt Narvik - aufgegeben werden, aber in den Bergen beiderseits des Rombakken-Fjords und an der Erzbahn konnte der Feind den Widerstand dieser stahlharten Truppen und den unbeugsamen Willen ihres vorbildlichen Führers nicht brechen.
So hielten sie stand, einzig und allein durch die Luftwaffe unterstützt, mit allem Notwendigen nur spärlich versorgt und durch abgesetzte Gebirgs- und Fallschirmjäger ergänzt und verstärkt, immer wieder durch Gegenangriffe sich Luft schaffend, bis die deutschen Kampfverbände von ihren weit nach Norden vorgeriebenen Flugplätzen aus die Verluste der feindlcihen Kriegs- und Handelsschiffe bis ins Unerträgliche steigerten.
Da erst gab der Feind auch dieses letzte Stück norwegischen Bodens auf. In seinen Rückmarsch stießen am8. Juni deutsche Seestreitkräfte und vernichteten den Flugzeugträger "GLORIOus" mit seinen beiden Begleitzerstörern und Transport- und Handelsschiffe mit einem Tonnengehalt von fast 30000 BRT.
Zu Lande wurden Narvik und Elvegardsmoen wieder besetzt und am 10. Juni die Kapitulationsverhandlungen zwischen dem deutschen Oberkommando unterzeichnet. Die gesamten noch vorhandenen norwegischen Streitkräfte legten die Waffen nieder. Der Feldzug in Norwegen ist seitdem zu Ende.
Sein besonderes Gepräge erhält er als eine Wehrmachstoperation, die in bisher unbekannten Ausmaße Teile des Heeres und der Luftwaffe mit der Kriegsmarine unter einheitlicher Führung zum taktischen Einsatz brachte.

Die Kriegsmarine hat eine bisher unmöglich erscheinende Aufgabe gelöst. Sie hat unter verwegenem Einsatz von Schiffen und Besatzungen, weit entfernt von den eigenen Stützpunkten und fast unter den Augen der stark überlegenen britischen Flotte, eine Landungsoperation in den durch zahlreiche schwere Küstenbatterien geschützten Häfen teils erzwungen, teils überraschend durchgeführt.
Sie hat in einer gewaltigen Transportleistung von rund 2,3 Millionen BRT die Masse der deutschen Seestreitkräfte und ihres Nachschubs in ununterbrochenem, dichtem Seeverkehr nach Norwegen übergeführt. Das geschah trotz andauernder Flankenbedrohung durch die weit überlegene britische Flotts und des Einsatzes zahlreicher feindlicher Unterseeboote.
An dem Gelingen dieses Massentransportes waren - gestützt auf die größeren Einheiten - besonders unsere Torpedo-, Minensuch- und Minenräumboote, Unterseebootjäger und Schnellboote, Geleitfahrzeuge und Vorpostenboote in Tag- und Nachtdienst und im engen Zusammenwirken mit Küstenfliegerverbänden beteiligt.
Der Erfolg ist um so höher zu bewerten, als die zum Teil der englischen Küste gegenüberliegenden Zielhäfen dem Gegner bekannt und die engen Gewässer des Kattegatts und des Skagerraks passiert werden mußten. Handelsschiffsbesatzungen haben in wochenlangen Fahrten mit der gleichen freudigen Opferberitschaft wie die Soldaten der Kriegsmarine ihre Pflicht erfüllt.
Bei Drontheim und Bergen beteiligten sich leichte Seestreitkräfte, an verschiedenen Stellen, besonders aber bei Narvik an Land gesetzte Marine-Abteilungen in hervorragender Waffenbrüderschaft an den Operationen und Kämpfen des Heeres. Die Küste in ihrer weiten Ausdehnung wurde durch übernommene und neu zugefügte Batterien stark gesichert.
Die deutsche Kriegsmarine fügte den britischen und französischen Flotten folgende Verluste zu: ein Flugzeugträger, ein Kreuzer, zehn Zerstörer, ein Unterseebootjäger, 19 Unterseeboote, zusammen rund 65 000 t, ferner: ein Transportschiff und ein tanker mit insgesamt 29100 BRT.
Weiter wurden elf norwegische Kriegsschiffe vernichtet, zwei Küstenpanzerschiffe, drei Zerstörer, sieben Minenleger, zwei Minensuchboote, 41 Topedoboote und einige Unterseeboote sowie viele kleiner Fahrzeuge sichergestellt.
Die Luftwaffe erwies sich in Norwegen als der ausschlaggeende Faktor für das Gelingen der Operation. Sie hat die Hauptlast des Kampfes gegen die unsere Kriegsmarine zahlenmäßig weit üerlegene feindliche Flotte getragen, und sie allein vermochte bis zum 10. Juni der vereinsamt ohne jede Land- und Seeverbindung kämpfenden Gruppe Narvik Nachschub, Verstärkung und Entlastung zu bringen.
Sie hat den für die zukünftige Entwicklung entscheidenden Beweis erbracht, dass keine noch so starke Flotte im nahen Wirkungsbereich einer überlegenen feindlichen Luftwaffe auf die Dauer operieren kann. So ist es der deutschen Luftwaffe gelungen, die in der Nähe der norwegischen Küste nach unserer Landung auf- und abstehenden feindlichen Seestreitkräfte zu vertreiben. Den feindlichen Schiffsbewegungen, sei es zur Landung bei Namsos oder Andalsnes oder beim Abtransport von dort, fügte sie ungeheure Verluste bei.
Ihr stolzester Erfolg war dabei die Vernichtung eines englishcne Schlachtschiffes am 3. Mai im Seegebiet von Namsos. Die rasche Besitznahme von Oslo und Stavanger schon am 9. April war nur durch den Einsatz von Fallschirmjägern und Luftlandetruppen möglich. Kampf- und Sturzkampfflieger erschütterten die Besatzungen der feindlichen Küstenbatterien im Oslo-Fjord und in Kristiansand und beschleunigten deren Übergabe.
Wie immer griff die Luftwaffe auch in die Erdkämpfe wirksam ein, so zwischen Oslo und Bergen, und vor allem zwischen Oslo und Drontheim, unterbrach die rückwärtigen Verbindungen und störte den Nachschub.

Bevor die Landverbindung zwischen Oslo und Drontheim hergestellt war, hat sie viele tausend Mann an Verstärkungen nach Drontheim übergeführt. Sie hat mit ihren Jägern und Zerstörern vom ersten Tage an den Luftraum beherrscht und ist vor keinen noch so großen Schwierigkeiten bei der Neuanlage von Flugplätzen zurückgeschreckt.
Daß der heldenmütige Widerstand der Gruppe Narvik mit einem vollen sieg endete, ist neben den großen Erfolgen auf dem westlichen Kriegsschauplatz dem Einsatz der Luftwaffe zu danken. Der Erfolg ihrer Kampfhandlungen spiegelt sich auch in den Verlusten des Gegners wider.
Es wurden vernichtet: 87 feindliche Flugzeuge, ohne die auf den britischen Flugzeugträgern befindlichen, die am 25. Mai im Ofoten-Fjord und am 8. Juni im Nordmeer versenkt wurden, 28 Kriegs- und Hilfskriegsschiffe mit etwa 90 000 Tonnen, 71 Handelsschiffe mit etwa 280 000 BRT.
Außerdem wurden 80 Kriegs- und Hilfskriegsschiffe, sowie 39 Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt.
Das Heer: Die Divisionen des Heeres haben, abgesehen von den französischen und englischen Kräften, sechs norwegische Divisionen zerschlagen, gefangengenommen, zur Kapitulation gezwungen oder über die schwedische Grenze geworfen.

Die eigenen Verluste der Wehrmacht betragen an Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften:
gefallen: 1317
verwundet: 1604
Auf Seetransport oder sonst vermisst: 2375

Die Kriegsmarine hat drei Kreuzer, zehn Zerstörer, ein torpedoboot, sechs Unterseeboote und etwa 15 kleinere Kriegs- und Hilfsfahrzeuge verloren.
Die Luftwaffe büßte 90 Flugzeuge beim Einsatz gegen den Feind und durch Notlandung in See ein; 27 Flugzeuge wurden durch Notlandung über Land und durch feindliche Einwirkung am Boden beschädigt.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Anfang Juni enden die letzten Evakuierungen von 24.000 alliierten Truppen aus Narvik und Harstad vollständig. Die Hafenanlagen in Narvik wurden während der Kämpfe vollkommen zerstört. König Haakon und die norwegische Regierung sind auf der Flucht in England angekommen und müssen aus der Ferne die letzten Akte der deutschen Besetzung von Norwegen mit ansehen. Am 9. Juni kommt es zum Deutsch-Norwegischen Waffenstillstand. General Dietl erhält von General Ruge in Narvik eine Kapitulationserklärung. Damit endet dieses Kapitel des Zweiten Weltkrieges, wobei das Unternehmen Weserübung, als die größte triphibische Operation der damaligen Kriegsgeschichte galt. Diese militärische Aktion, gegen jedwede diplomatische Vereinbarung und Vernunft, belastetet die Beziehung zwischen den Ländern auch dem 1945 noch schwer. Es spricht für das Kalkül und die Machtinteressen Hitlers, dessen einziges Streben in dieser Angelegenheit die erweiterte geostrategische Ausgangsbasis im kommenden Kriegsaktionen war, wie auch die wichtigen Erzgüter, welche für die Rüstung immens wichtig waren, zu nutzen.

 

Durch die Besetzung Dänemarks und Norwegens blieb die Ostsee unter deutscher Kontrolle. Es wurde wahrscheinlich ein Dritte Front auf dem Schlachtfeld Europa verhindert und hat den Erfolg in Frankreich erst möglich gemacht. Der Mythos der „unbesiegbaren Wehrmacht“ und dessen „glorreichen Elitetruppen“ nahmen hier seinen Ausgangspunkt. Es war die letzte derart erfolgreiche Operation dieser Art auf deutscher Seite.

 

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Großadmiral Karl Dönitz

Der Marschallstab - Sichtbares Symbol von Herrschaft, Autorität, Würde und Recht


20.06. - 30.06.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 20. Juni 1940

 

In der Bretagne ist der französische Kriegshafen Brest genommen.
In der Normandie ist auch der Unterlauf der Loire von Nantes bis Tours erreicht und an einzelnen Stellen überschritten.
Im Bogen der mittleren Loire geht die Verfolgung über den Cher-Abschnitt und über Bourges weiter.
Südlich der Loire griffen Kampffliegerverbände den zurückflutenden Gegner auf den Rückzugsstraßen laufend an.
Wo sich noch Widerstandsnester bildeten, unterstützte die Luftwaffe das Vorgehen des Heeres.
Im nördlichen Lothringen werden Trümmer der geschlagenen französischen Ostarmee - soweit sie nicht gefangen genommen wurden - im Gebiet der Mosel zwischen Epinal und Toul sowie im mittleren und in einem Teil der oberen Vogesen immer enger zusammengedrängt.
Epinal, Toul und Luneville sind in unserer Hand. Um die Maginotlinie beiderseits Diedenhofen wird weiter gekämpft.
Westlich Weißenburg wurde die Maginotlinie erneut durchbrochen. Stuka- und Kampfverbände zerstörten einen großen Teil von Befestigungswerken durch Volltreffer.
Das deutsche Straßburg wurde von Süden und Osten genommen, auf dem Straßburger Münster weht die Reichskriegsflagge.
In der Burgundischen Pforte ist die Vereinigung der von Belfort und vom Oberrhein her vorgehenden Truppen vollzogen.
Die Zahl der allein am 19. Juni eingebrachten Gefangenen übersteigt 200.000, darunter der Oberbefehlshaber der französischen 10. Armee, General Altmeyer, mit seinem Chef.

Seit 10. Mai haben feindliche, und zwar vorwiegend britische Flugzeuge, fortgesetzt in der Nacht, offene deutsche Städte angegriffen.
Auch in der vergangenen Nacht fielen diesen Angriffen wieder acht Zivilpersonen zum Opfer.
Die deutsche Luftwaffe hat nunmehr mit der Vergeltung gegen England begonnen.

In der Nacht vom 19. zum 20. Juni griffen Kampfflieger-Verbände das als britisches Rüstungszentrum besonders wichtige Stickstoff-Großwerk Billingham mit zahlreichen Bomben schweren Kalibers an. Starke Brände wiesen bereits auf 50 Kilometer Entfernung den nachfolgenden Verbänden den Weg. Weiters wurden Tanklager in Hull in Brand geworfen.

Zwei deutsche Schnellboote vernichteten westlich von Dungeness, dicht vor der englischen Kanalküste, einen Dampfer von 4.000 BRT. Ein Unterseeboot versenkte einen feindlichen Tanker von 8.000 BRT.
Einem weiteren Unterseeboot gelang es, aus einem feindlichen Geleitzug drei Schiffe herauszuschießen.

Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 21 Flugzeuge. Sechs deutsche Flugzeuge werden vermisst.

Die rasche Eroberung der starken Festung Verdun mit ihrem neuzeitlichen Forts am 15. Juni ist dem kühnen und entschlossenen Einsatz vieler Führer zu danken.
Besonders ausgezeichnet haben sich dabei die Oberleutnante Stein und von Witzendorff und der Oberfeldwebel Samel,
sämtlichst von Infanterieregimentern, sowie der Leutnant Roennecke und der Unteroffizier Claus einer Panzerjägerabteilung.

Beim Durchbruch durch die Maginotlinie sowie bei der schnellen Einschließung des Feindes in Elsaß-Lothringen und Burgund, zeichneten sich vor allem die von Generalleutnant Ritter von Greim und Generalmajor von Richthofen geführten Fliegerverbände,sowie eine von Hauptmann Steiner geführte Schlachtfliegergruppe aus.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 21. Juni 1940

 

Die Bewegungen unserer Truppen zur Besetzung der Normandie, der Bretagne und des Raumes zwischen der Loire-Mündung und dem Rhonetal verlaufen planmäßig.
Die durch Burgund vorstoßenden schnellen Truppen haben Lyon im Kampf genommen. Bei der Eroberung von Nevoy bei Gien fielen unseren Truppen 700 neue Panzerkampfwagen in die Hand.
In Lothringen und im Elsaß ist die Säuberung von Teilen der Maginotlinie von teilweise hartnäckig kämpfendem Feind im Gange.
Die im nördlichen Lothringen zusammen gepressten Franzosen-Reste sind durch unseren Angriff in mehrere Teile zerrissen.
Einzelne eingeschlossene Feindgruppen halten sich noch im Westteil der Vogesen. Der im Weltkrieg stark umkämpfte Hartmannsweiler Kopf in den Vogesen ist in unserem Besitz.
Die Luftwaffe setzte auch am 20. Juni ihre Angriffe auf die Rückzugsstraßen des Gegners fort. Vor dem Pfälzer Wald setzten unsere Stukas wiederum eine Reihe von Werken der Maginotlinie außer Gefecht und halfen damit, den Widerstand des hier noch haltenden Feindes zu brechen.
Bei den Kämpfen im Elsaß, die zur Einnahme von Straßburg, Schlettstadt und Colmar führten, sowie bei der Öffnung der Burgundischen Pforte wurden die Truppen des Heeres in hervorragender Weise, durch Flakverbände im Einsatz gegen Erdziele unterstützt.
Kampf- und Stuka-Verbände griffen am 20. Juni Schiffsziele vor La Rochelle und der Gironde-Mündung an und versenkten einen Transporter von 10.000 BRT sowie ein Hilfskriegsschiff von 4.000 BRT.

In der Nacht zum 21. Juni unternahmen britische Flugzeuge wieder zahlreiche Einflüge nach Nord- und
Westdeutschland, um dort ihre Bomben wie bisher, auf nichtmilitärische Ziele abzuwerfen.
Der angerichtete Sachschaden ist unerheblich, dagegen wurden wieder einige Zivilpersonen getötet.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern sechs Flugzeuge, davon wurden allein vier durch Flak abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

Unsere Unterseeboot-Waffe meldet die Versenkung von vier englischen Handelsschiffen, unter denen sich ein Royal-Mail-Dampfer von 11.000 BRT befindet.
Bei den schnellen Durchbrüchen durch das Panzer- und Beton-Bollwerk der Maginotlinie vollbrachten Infanterie und Pioniere in schwerem Kampf mit zähem Gegner Ruhmestaten, deren Würdigung einer späteren Zeit vorbehalten bleibt.

Durch ganz besondere Kühnheit und Unerschrockenheit haben sich in diesen Kämpfen ausgezeichnet: der Kommandeur eines Infanterieregiments Oberst Schwalbe, der Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment Major Wildermuth und der Oberleutnant in einem Infanterieregiment von Kettelhodt.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 22. Juni 1940

 

In der Bretagne sind die wichtigen Hafenstädte St. Malo und Lorient genommen. An der Unteren Loire wurden die Brückenköpfe erweitert, Thouars besetzt.
In Lothringen und in den Vogesen führte unser Angriff zu weiterer Auflösung einzelner eingeschlossener Feindgruppen. Gerardmer ist genommen.
Die Zahl der hier in den letzten Tagen gemachten Gefangenen übersteigt 200.000, darunter eine ganze Spähbrigade. Auch an den übrigen Fronten wächst die Zahl der Gefangenen ständig.
Unter ihnen befinden sich der Befehlshaber der Seestreitkräfte Nord und andere Admirale, ein Kommandierender General und mehrere Divisionskommandeure.
Außer großer Beute an Waffen und Kriegsgerät aller Art fielen bei der Wegnahme verschiedener Flugplätze 260 Flugzeuge in unsere Hand.

Kampf- und Sturzkampfverbände griffen im Raume westlich Straßburg und südwestlich Weißenburgsowie südlich der Loire feindliche Befestigungen, Truppenansammlungen und Transportbewegungen an.
In der Gironde- und Loire-Mündung wurde ein Handelsschiff von 8.000 BRT versenkt, ein anderes von 4.000 BRT beschädigt und zwei Flugboote vernichtet.
Bei erfolgreichem Angriff auf militärisch wichtige Ziele an der Ostküste Englands wurden u.a. auch die Angriffe auf das Rüstungszentrum Billingham wiederholt und eine große Anzahl von Treffern erzielt.
In den Nachmittagsstunden wurden bei der holländischen Insel Texel drei von sechs feindlichen Flugzeuge nach kurzem Luftkampf abgeschossen, der Rest zum Abdrehen gezwungen.

Bei einem erfolglosen Angriff von britischen Bomben- und Torpedoflugzeugen auf ein deutsches Schlachtschiff, erzielte die Flakartillerie des Schiffes sechs Abschüsse.
In den Kampf eingreifende eigene Jagdflugzeuge vernichteten weitere sieben Flugzeuge.

Die feindlichen Flugzeugverluste am 21. Juni betrugen insgesamt 25 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf elf, durch Flak sechs, durch Flak-Artillerie von Kriegsschiffen weitere sechs Flugzeuge abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Ein eigenes Flugzeug wird vermisst.

Aus nachträglich eingegangenen Meldungen geht hervor, dass in der Zeit vom 4. bis 20. Juni über die bisher bekanntgegebenen Zahlen hinaus 63 feindliche Flugzeuge vernichtet wurden, so dass die Gesamtzahl der gegnerischen Verluste in diesem Zeitraum 765 Flugzeuge beträgt.
Die Gesamtzahl der seit Beginn der Offensive im Westen durch Flakartillerie vernichteten feindlichen Flugzeuge beträgt bis zum 15. Juni 854 Flugzeuge.

Ein zurückgekehrtes Unterseeboot unter dem Kommando von Korvettenkapitän Rösing meldet die Versenkung von 42 686 BRT.
Einem anderen Unterseeboot gelang es, den englischen Truppentransporter „Ettrick" von rund 11.000 BRT zu torpedieren.
Ein weiteres Unterseeboot griff einen großen britischen Geleitzug mit Erfolg an.

Auch in der Nacht zum 22. Juni unternahmen feindliche Flugzeuge Einflüge nach Nord- und Westdeutschland und griffen erstmals auch die Umgebung von Berlin mit Bomben an.
Wie bisher richteten die abgeworfenen Bomben nur geringen Sachschaden an nichtmilitärischen Objekten an, wohl aber wurde eine Anzahl Zivilpersonen getötet oder verletzt.

In den Kämpfen der letzten Tage haben sich durch unerschrockenen Einsatz in kühnen Einzeltaten besonders hervorgetan: der Oberst und Kommandeur einer Schützenbrigade Neumann-Silkow, der Oberleutnant und Chef einer Reiterschwadron Freiherr von Böselager, der Leutnant Michael in einem Reiterregiment und der Leutnant Meder in einer Panzerjägerabteilung.

SONDERMELDUNG

Die in Elsaß-Lothringen eingeschlossenen französischen Armeen haben nach verzweifeltem Widerstand kapituliert.
Insgesamt etwa eine halbe Million Mann französischer Soldaten haben sich damit unseren Truppen ergeben.
Unter ihnen befinden sich außer vielen anderen Generalen die Oberbefehlshaber der 3., 5. und 8. Armee.
Nur einzelne Abschnitte der Maginotlinie im Unter-Elsaß und in Lothringen und versprengte Teile in den Vogesen leisten noch Widerstand. Er wird im Laufe kürzester Zeit gebrochen sein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 23. Juni 1940

 

Sondermeldung: Am 22. Juni, 18.50 Uhr deutscher Sommerzeit, wurde im Walde
von Compiegne der deutsch-französische Waffenstillstand unterzeichnet.

Die Unterzeichnung nahmen vor:
Auf deutscher Seite als Beauftragter des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht
der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel.
Auf französischer Seite als Beauftragter der französischen Regierung General Huntziger.

Eine Einstellung der Feindseligkeiten ist damit noch nicht verbunden.
Sie erfolgt vielmehr erst sechs Stunden, nachdem die italienische Regierung dem deutschen Oberkommando
der Wehrmacht den Abschluss des italienisch-französischen Waffenstillstandsvertrages mitgeteilt haben wird.
Über den Inhalt des Waffenstillstands-Vertrages kann zunächst nichts bekanntgegeben werden.

Die Schlacht in Elsaß-Lothringen hat, wie durch Sondermeldung schon bekanntgegeben, mit der Kapitulation der eingeschlossenen französischen Armeen am 22. Juni ihr Ende gefunden.
Wieder ist damit nach schweren Kämpfen durch die Tapferkeit unserer Truppen und die kühne und entschlossene Führung ein Sieg größten Ausmaßes errungen, durch welchen die letzte noch voll kampfkräftige Gruppe des französischen Heeres nieder gerungen ist.
Über 500.000 Gefangene, darunter die Oberbefehlshaber der 3., 5. und 8. Armee und eine Anzahl anderer Generale, und eine gewaltige noch nicht übersehbare Beute an Waffen und Kriegsmaterial aller Art fielen in unsere Hand.
Das stärkste Werk der Befestigungen von Straßburg, die Feste Mutzig am Ortsrand der Vogesen, wurde gestern genommen.
Widerstand leisten nur noch einzelne Abschnitte der Maginotlinie im Unter-Elsaß und in Lothringen und versprengte Abteilungen in den Vogesen. Er wird in kürzester Zeit gebrochen sein.

Im Küstenbereich des Atlantischen Ozeans stießen bewegliche Abteilungen bis in Höhe von La Rochelle vor.
Der französische Kriegshafen St. Nazaire wurde genommen.
Bei der riesigen Beute befinden sich auch Panzerkampfwagen, die schon zum Abtransport verladen waren.

Im Rhonetal drangen unsere Truppen von Lyon und ostwärts in südlicher Richtung weiter vor.
Sie erzwangen an den Ausgängen der Savoyischen Alpen südwestlich Genf den Übergang über die Rhone.

Im Zuge der bewaffneten Luftaufklärung vor der französischen Atlantikküste zwischen St. Nazaire und der Gironde wurden insgesamt fünf Handelsschiffe
zwischen 3.000 und 10.000 BRT durch Bombentreffer stark beschädigt, ein Transporter von 10.000 BRT und ein weiterer von 4.000 BRT versenkt.

Angriffe von Kampf- und Sturzkampfverbänden richteten sich im Laufe des 22. Juni in der Hauptsache gegen belegte feindliche Flugplätze im Raume nördlich von Bordeaux.
Hierbei wurden auf dem Flugplatz Rochefort zehn Flugzeuge in Brand geworfen, 20 Flugzeuge bei mehrmaligen Tiefangriffen durch Beschuss zerstört, eine Halle durch Bombentreffer vernichtet.

Die Verluste des Feindes betrugen am 22. Juni insgesamt 49 Flugzeuge, davon sechs im Luftkampf abgeschossen, der Rest am Boden zerstört; vier eigene Flug­zeuge werden vermisst.

Ein Unterseeboot versenkte aus einem Geleitzug heraus einen feindlichen Tanker von 16.090 BRT.

In der Nacht zum 23. Juni flogen keine feindlichen Flugzeuge in deutsches Reichsgebiet ein.

In den Kämpfen der letzten Zeit haben sich durch ihr vorbildliches Verhalten in kühnem, persönlichem Einsatz ausgezeichnet: der Oberleutnant und Ordonnanz­offizier einer Division Moeller, der Leutnant Glas in einem Infanterieregiment und der Leutnant Berndt von Buggenhagen in einer Beobachtungsabteilung.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 24. Juni 1940

 

Am Atlantik wurde die Küste bis zur Gironde-Mündung besetzt, La Rochelle und Rochefort genommen, weiter ostwärts die Gegend nördlich Poitiers erreicht.
Unter der ungeheuren und ständig wachsenden Beute fiel hier ein großes Lager mit Artilleriemunition in unsere Hand. In Elsaß-Lothringen haben sich weitere versprengte feindliche Gruppen ergeben, weitere Werke in der Maginotlinie wurden genommen.
Südostwärts Lyon dringen unsere Truppen, zähen Widerstand des Feindes brechend, auf Grenohle und Chambery vor.
Deutschen Schnellbooten gelang es in der Nacht zum 24. Juni im Seegebiet von Dungeness einen bewaffneten englischen Dampfer
von 3.500 BRT und einen weiteren Dampfer von 5.000 BRT durch Torpedoschuß zu versenken.
Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 23.500 BRT.
Die Tätigkeit der Luftwaffe beschränkte sich gestern auf Aufklärungsflüge über dem Nordseeraum. Unsere Jäger schossen zwei britische Kampfflugzeuge bei Calais ab.
Von etwa neun britischen Flugzeugen, die am Nachmittag in die Niederlande einzufliegen versuchten, wurden sechs durch Jäger und Flak abgeschossen.
Unter dem Schutz der Wolkendecke gelangten zwei bis drei von sieben Flugzeugen bis nach Westfalen, wo sie bei dem kleinen Ort Wiescherhöfen Bauernhäuser mit Bomben belegten und die Bewohner mit Maschinengewehren beschossen. Hierbei wurden zwei Zivilpersonen schwer, vier weitere leicht verletzt.
Bei Nacht setzte der Feind seine Flüge über Nord- und Westdeutschland fort.
Die an zahlreichen Stellen auf nichtmilitärische Ziele abgeworfenen Bomben richteten Sachschaden an und erforderten wieder Todesopfer und Verletzte unter der Zivilbevölkerung.
Einige Bomben fielen in ein Kriegsgefangenenlager an der Ostseeküste, wobei eine Anzahl Franzosen getötet und verletzt wurde.

In den Kämpfen südlich Toni in der Nacht vom 21. auf 22. Juni zwang der Oberleutnant Klote in einem Infanterieregiment, nur von zwei Zugführern und zwanzig Mann seiner Kompanie begleitet, durch unerschrockenes und energisches Handeln drei französische Infanterie- und zwei Artillerieregimenter zur Übergabe und Entwaffnung.

SONDERMELDUNG

Heute mittag hat der am Donon in den Vogesen umschlossene Feind die Waffen gestreckt.
Über 22.000 Gefangene, dabei ein Kommandierender General eines Armeekorps, drei Divisionskommandeure und rund 1.000 Offiziere und zwölf ganze Artillerie-Abteilungen, darunter sechs motorisierte, fielen neben einer riesigen Beute in unsere Hand.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 25. Juni 1940

 

Der Feldzug in Frankreich hat nach einer Dauer von nur sechs Wochen
mit einem unvergleichlichen Siege der deutschen Waffen geendet.

Seit heute 1.35 Uhr herrscht Waffenruhe.

Im Verlauf des gestrigen letzten Kampftages rückten unsere Divisionen an der Atlantikküste nach Brechung kurzen Widerstandes bis zur Linie Royan an der Gironde-Mündung-Angouleme vor.
An der Rhein-Front und in Lothringen verlor der Gegner weitere Festungswerke.
Am Donon in den Vogesen kapitulierte, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, eine Feindgruppe von über 22.000 Mann, darunter ein Kommandierender General und drei Divisionskommandeure.
Südwestlich von Lyon wurden St. Etienne und Annonay genommen.
In Savoyen gelang es unseren Truppen unter Einsatz von Gebirgsjägern, die zäh verteidigten Feindstellungen an mehreren Stellen zu durchbrechen. Aix-les-Bains wurde genommen.

Im Zuge der bewaffneten Luftaufklärung vor der französischen Atlantikküste wurde ein britisches Transportschiff von 5.000 bis 6.000 BRT erfolgreich mit Bomben angegriffen.
Weitere Aufklärungsfluge erstreckten sich auf Teile der Nordsee.
In der Nacht zum 25. Juni unternahmen deutsche Kampfverbände einige Angriffsflüge nach Mittelengland
und belegten Flugplätze und Anlagen der Flugzeugindustrie mit Bomben.
Ein britisches Flugzeug flog bei Tage den Flugplatz Stavanger-Sola an. Vor Abwurf von Bomben wurde es von unseren Jägern abgeschossen.
Britische Flugzeuge setzten ihre Einflüge nach Nord- und Westdeutschland auch in der letzten Nacht fort, ohne irgendwelchen Schaden an militärischen Anlagen anzurichten.
Der Flakartillerie unserer Kriegsmarine gelang es, an der Nordseeküste zwei englische Flugzeuge abzuschießen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 26. Juni 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.

In der Nacht zum 26. Juni griffen unsere Kampfflugzeuge in Mittelengland mehrere Flugplätze und Anlagen der Flugzeugindustrie erfolgreich mit Bomben an.

Nachträglich wird bekannt, dass am 24. Juni auf der Höhe von Bayonne auf ein feindliches Transportschiff von etwa 7.000 BRT ein Bombenangriff unternommen wurde, der heftige Detonationen und Brände zur Folge hatte.
Ein deutsches Unterseeboot torpedierte südwestlich Irland den bewaffneten britischen Tanker „Saranac" (12.000 BRT) und zwei weitere bewaffnete feindliche Handelsdampfer.

Von drei britischen Bristol-Blenheim-Flugzeugen, die gestern erneut versuchten, den Flugplatz Stavanger-Sola anzugreifen, wurden zwei durch unsere Jäger abgeschossen. Das Dritte verschwand, ohne zum Angriff zu kommen.

Bombenwürfe britischer Flugzeuge in der Nacht zum 26. Juni in Nord- und Westdeutschland trafen keine militärischen Ziele und richteten nur geringfügigen Schaden an.
Soweit bisher bekannt, wurden vier Personen getötet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 27. Juni 1940

 

Den Bestimmungen des Waffenstillstandsvertrages entsprechend, rückten unsere Truppen bis zum Dordogne-Abschnitt, ostwärts Bordeaux, vor.

Erkundungsvorstöße schwächerer feindlicher Seestreitkräfte an der nordfranzösischen Küste, in der Nacht vom 24. zum 25. Juni, wurden mühelos abgewiesen.
Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 35.000 BRT feindlichen Schiffsraumes.

In der Nacht vom 26. zum 27. Juni griffen deutsche Kampfflugzeuge erneut Hafenanlagen sowie Werke der Flugzeugindustrie in England mit Bomben an.
Ein eigenes Flugzeug kehrte nicht zurück.
Britische Flugzeuge setzten ihre Bombenabwürfe in Westdeutschland auch in dieser Nacht fort, ohne militärischen Schaden anzurichten.
Mehrere Zivilpersonen wurden getötet oder verletzt.
Zwei britische Flugzeuge wurden durch Flakartillerie, ein weiteres durch Jäger abgeschossen.

Beim Rhein-Übergang am 15. Juni, bei den nachfolgenden Durchbruchskämpfen und bei der Erstürmung eines Vogesen-Passes,
zeichnete sich der Major Schüler an der Spitze des von ihm befehligten Infanterieregiments durch persönlichen tapferen Einsatz aus.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 28. Juni 1940

 

Wie im Waffenstillstandsvertrag vorgesehen, erreichten unsere im Küstenstreifen vorgehenden schnellen Abteilungen gestern Abend südlich Bayonne die spanische Grenze.
Damit ist die gesamte Kanal- und Atlantikküste Frankreichs in unserem sicheren Besitz.
Kapitänleutnant Prien meldet die Versenkung von 40.100 BRT feindlichen Handelsschiffsraums.

Kampfverbände der Luftwaffe griffen auch in der Nacht zum 28. Juni Rüstungswerke sowie Hafenanlagen in Süd- und Mittelengland erfolgreich mit Bomben an.
Explosionen und starke Brände wurden teilweise noch lange nach den Angriffen beobachtet.

Am 27. Juni flogen tagsüber an verschiedenen Stellen der niederländisch-belgischen Küste britische Flugzeuge ein.
Sie wurden von unseren Jagdflugzeugen angegriffen, wobei an einer Stelle alle sechs eingeflogenen Flugzeuge abgeschossen wurden.
Zwei anderen Flugzeugen gelang es, im Schütze tief hängender, durchbrochener Wolkenfelder bis in die Gegend von Hannover vorzustoßen und Bomben abzuwerfen.
Mehrere Tote und Verletzte sowie einiger Sachschaden sind zu verzeichnen.

Auch in der Nacht zum 28. Juni flogen wiederum britische Flugzeuge nach West- und Norddeutschland ein. An verschiedenen Stellen, darunter auch auf Wohnhäuser, wurden Bomben geworfen, wobei mehrere Personen getötet oder verletzt wurden.
Unsere Nachtjäger schossen drei feindliche Flugzeuge ab.
Bei einem Angriffsversuch auf den Flugplatz Stavanger-Sola wurde ein britisches Flugzeug noch während des Anflugs über See abgeschossen.
Die Flakartillerie der Kriegsmarine schoss zwei feindliche Flugzeuge ab.
Insgesamt verlor der Gegner am 27. Juni zwölf Flugzeuge in Luftkämpfen und vier durch Flakabschuss. Ein eigenes Flugzeug wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 29. Juni 1940

 

In Frankreich keine besonderen Ereignisse.

Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von 38.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums.
Ein weiteres Unterseeboot hat drei bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 11.000 BRT versenkt.
Wie an den Vortagen griffen Kampfverbände der Luftwaffe auch am 28. und in der Nacht zum 29. Juni in Süd- und Mittelengland gelegene Rüstungswerke und Hafenanlagen mit sichtbarem Erfolg an.
Besonders wirkungsvoll waren auch Bombenangriffe auf Truppenansammlungen und Verladungen auf den britischen Kanalinseln Jersey und Guernsey, wo in den Hafenanlagen große Brände und starke Explosionen beobachtet wurden.

Britische Flugzeuge setzten ihre nächtlichen Einflüge über Belgien und Holland nach Nord- und Westdeutschland fort und warfen an verschiedenen Stellen Bomben ab.
Diese richteten nur Sachschaden an Wohnhäusern an und verletzten einige Zivilpersonen.
Vier der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen, davon zwei durch Flakartillerie. Eigene Verluste sind nicht zu verzeichnen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 30. Juni 1940

 

In Frankreich und auf See keine besonderen Ereignisse.

In der Nacht zum 30. Juni griffen deutsche Kampfflugzeuge Hafenanlagen und Rüstungswerke in England und Schottland mit Bomben an. An vielen Stellen wurden Explosionen und Brände beobachtet, so besonders in den Häfen Cardiff und Bristol, wo mehrere Tanklager in Flammen aufgingen.
Flugplätze bei Lincoln, Nottingham und York waren das Ziel weiterer erfolgreicher Luftangriffe.
Britische Flugzeuge griffen bei Nacht in Nord- und Westdeutschland an mehreren Stellen nichtmilitärische Ziele mit Bomben an. Der angerichtete Sachschaden ist unbedeutend.
In einer westdeutschen Stadt beschoß ein britisches Flugzeug die zum Löschen eines Hauses eingesetzte Feuerwehr mit Maschinengewehren.
Vier feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Der deutsche Vormarsch in Frankreich ist nicht mehr zu stoppen, nach der Besetzung Lyons reicht die Front bist zum Mt.Blanc. Auch die Italiener nutzen die letzten Aktionen des Krieges im Westen für eigenen Besetzung aus, so das Riviera-Resort von Menton. Dies war die einzig erfolgreiche Besetzungsaktion der Italiener in diesem Krieg. General Petain spricht von einer unausweichlichen Niederlage und beschuldigt vor allem die Alliierten, welche im ersten Weltkrieg noch mit 185 britischen, amerikanischen und italienischen Divisionen auf französische Seite kämpften und nun mit nur 10 englischen Divisionen Frankreich im Stich gelassen haben.
Die deutsche Marine wie Luftwaffe nutzen die Besetzung unverzüglich aus, verlegen Einheiten in die besetzten Flug- und Seehäfen, welche sofort für Operationen gegen England direkt genutzt werden sollen. Die euphorischen Generäle und Admirale sehen nun die besten Voraussetzungen jedwede Blockade zu verhindern, selbst eine solche erfolgreich anzugehen und schnell für eine Lufthoheit zu sorgen.

 

Am 25. Juni 1949 herrscht eine Waffenruhe an allen Fronten (1.30 deutscher Zeit). Doch die deutschen bauen nicht nur ihre besetzten Stellung aus, weitere Wehrmachtseinheiten landen auf den Britischen Kanalinseln. Die Inseln sind das einzige britische Heimat-Territorium, was während des 2. Weltkrieges besetzt wird. Auf der Gegenseite plant man bereits eine Invasion zur Rückeroberung. Daran indirekt beteiligt sollen vor allem die USA sein, die für Operationen gegen das besetzte Europa im großen Stil Waffen liefern und produzieren sollen.

 

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22.06.1940

 

Die Berichte des Tages

Waffenstillstands-Vertrag von Compiegne

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 22. Juni 1940

 

Waffenstillstands-Vertrag Deutsches Reich und Frankreich
Eisenbahnwagon im Wald von Compiegne

 

Zwischen dem vom Führer des Deutschen Reiches und Obersten Befehlshaber der deutschen Wehrmacht beauftragten Chef des Oberkommandos
der Wehrmacht, Generalobersten Keitel, einerseits und den mit ausreichenden Vollmachten versehenen Bevollmächtigten der französischen Regierung: Armeegeneral Huntziger, Vorsitzendem der Delegation, französischen Botschafter Noel, Vizeadmiral Leluc, Armeekorpsgeneral Parisot und
General der Luftwaffe Bergeret andererseits ist der nachstehende Waffenstillstands-Vertrag vereinbart worden:

 

Die französische Regierung veranlasst in Frankreich sowie in den französischen Besitzungen, Kolonien, ProtektoratsGebieten und Mandaten sowie auf dem Meere die Einstellung des Kampfes gegen das Deutsche Reich. Sie bestimmte die sofortige Waffen-Niederlegung der von den deutschen Truppen bereits eingeschlos­senen Verbände.

Zur Sicherstellung der Interessen des Deutschen Reiches wird das französische Staatsgebiet nördlich und westlich der in anliegender Karte gezeichneten Linie von deutschen Truppen besetzt.
Soweit sich die zu besetzenden Teile noch nicht in Gewalt der deutschen Truppen befinden, wird diese Besetzung unverzüglich nach Abschluss dieses Vertrages durchgeführt.
In den besetzten Teilen Frankreichs übt das Deutsche Reich alle Rechte der besetzenden Macht aus. Die französische Regierung verpflichtet sich, die in Ausübung dieser Rechte ergehenden Anordnungen mit allen Mitteln zu unterstützen und mit Hilfe der französischen Verwaltung durchzuführen. Alle französischen Behörden und Dienststellen des besetzten Gebietes sind daher von der französischen Regierung anzuweisen, den Anordnungen der deutschen Militärbefehlshaber Folge zu leisten und in korrekter Weise mit diesen zusammenzuarbeiten.

Es ist die Absicht der deutschen Regierung, die Besetzung der Westküste nach Einstellung der Feindseligkeiten mit England auf das unbedingt erforderliche Ausmaß zu beschränken. Der französischen Regierung bleibt es überlassen, ihren Regierungssitz im unbesetzten Gebiet zu wählen, oder, wenn sie es wünscht, auch nach Paris zu verlegen. Die deutsche Regierung sichert in diesem Falle der französischen Regierung und ihren Zentralbehörden jede notwendige Erleichterung zu, damit sie die Verwaltung des besetzten und nicht besetzten Gebietes von Paris aus durchzuführen in der Lage ist.

Die französische Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft ist in einer noch zu bestimmenden Frist demobil zu machen und abzurüsten. Ausgenommen sind nur jene Verbände, die für die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung nötig sind. Ihre Stärke und Bewaffnung bestimmen Deutschland bzw. Italien.

Die in dem von Deutschland zu besetzenden Gebiete befindlichen Verbände der französischen Wehrmacht werden beschleunigt in das nicht zu besetzende Gebiet zurückgeführt und sind zu entlassen.
Diese Truppen legen vor ihrem Abmarsch ihre Waffen und ihr Gerät an dem Platz nieder, wo sie sich zur Zeit des Inkrafttretens dieses Vertrages befinden. Sie sind für eine ordentliche Übergabe an die deutschen Truppen verantwortlich.

Als Garantie für die Einhaltung des Waffenstillstandes kann gefordert werden die unversehrte Auslieferung aller jener Geschütze, Panzerkampfwagen, Panzerabwehrwaffen, Kriegsflugzeuge, Flakgeschütze, Infanteriewaffen, Zugmittel und Munition von Verbänden der französischen Wehrmacht, die im Kampf gegen Deutschland standen und sich zur Zeit des Inkrafttretens dieses Abkommens in den von Deutschland nicht zu besetzenden Gebieten befinden. Den Umfang der Auslieferungen bestimmt die deutsche Waffenstillstands-Kommission.
Die verbleibenden Waffen, Munitionsmengen und Kriegsgeräte jeder Art im unbesetzten Teil Frankreichs sind - soweit sie nicht zur Ausrüstung der zugebilligten französischen Verbände freigegeben werden - unter deutscher bzw. italienischer Kontrolle zu lagern bzw. sicherzustellen. Es bleibt dem deutschen Oberkommando vorbehalten, hierbei alle jene Maßnahmen anzuordnen, die erforderlich sind, um den unbefugten Gebrauch dieser Bestände auszuschließen. Die Neuanfertigung von Kriegsgerät ist im unbesetzten Gebiet sofort einzustellen.

In dem zu besetzenden Gebiet sind alle Land- und Küstenbefestigungen mit Waffen, Munition und Gerät, Beständen und Anlagen jeder Art unversehrt zu übergeben. Die Pläne dieser Befestigungen sowie die Pläne der von den deutschen Truppen bereits eroberten sind auszuliefern. Die genauen Angaben über vorbereitete Sprengungen, angelegte Landminensperren, Zeitzünder, Kampfstoffsperren usw. sind dem deutschen Oberkommando vorzulegen. Diese Hindernisse sind bei deutscher Aufforderung durch französische Kräfte zu beseitigen. Die französische Kriegsflotte ist - ausgenommen jener Teil, der für die Wahrung der französischen Interessen in ihrem Kolonialreich der französischen Regierung freigegeben wird -in näher zu bestimmenden Häfen zusammenzuziehen und unter deutscher bzw. italienischer Kontrolle demobil zu machen und abzurüsten. Maßgebend für die Bestimmung der Häfen soll der Friedensstandort der Schiffe sein.

Die deutsche Regierung erklärt der französischen Regierung feierlich, dass sie nicht beabsichtigt, die französische Kriegsflotte, die sich in den unter deutscher Kontrolle stehenden Häfen befindet, im Kriege für ihre Zwecke zu verwenden, außer solchen Einheiten, die für Zwecke der Küstenwacht und des Minenräumens benötigt werden. Sie erklärt weiterhin feierlich und ausdrücklich, dass sie nicht beabsichtigt, eine Forderung auf die französische Kriegsflotte bei Friedensschluss zu erheben. Ausgenommen jenen zu bestimmenden Teil der französischen Kriegs­flotte, der die französischen Interessen im Kolonialreich zu vertreten hat, sind alle außerhalb Frankreichs befindlichen Kriegsschiffe nach Frankreich zurückzurufen. Das französische Oberkommando hat dem deutschen Oberkommando genaue Angaben über alle von Frankreich ausgelegten Minen sowie über alle sonstigen Häfen- und Küstenvorfeldsperren und Verteidigungs- und Abwehranlagen zu machen. Die Räumung der Minensperren ist, soweit es das deutsche Oberkommando fordert, durch französische Kräfte durchzuführen.

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Die französische Regierung verpflichtet sich, mit keinem Teil der ihr verbliebenen Wehrmacht und in keiner Weise weiterhin feindselige Handlungen gegen das Deutsche Reich zu unternehmen. Ebenso wird die französische Regierung verhindern, dass Angehörige der französischen Wehrmacht außer Lande gehen und dass Waffen und Ausrüstungen irgendwelcher Art, Schiffe, Flugzeuge usw. nach England oder in das sonstige Ausland verbracht werden.
Die französische Regierung wird französischen Staatsangehörigen verbieten, im Dienst von Staaten, mit denen sich das Deutsche Reich noch im Kriege befindet, gegen dieses zu kämpfen. Französische Staatsangehörige, die dem zuwider handeln, werden von den deutschen Truppen als Freischärler behandelt werden.

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Den französischen Handelsschiffen aller Art einschließlich der Küsten- und Hafenfahrzeuge, die sich in den französischen Häfen befinden, ist bis auf weiteres das Auslaufen zu verbieten.
Die Wiederaufnahme des Handelsverkehrs unterliegt der Genehmigung der deutschen bzw. der italienischen Regierung. Französische Handelsschiffe, die sich außerhalb französischer Häfen befinden, wird die französische Regierung zurückrufen, oder, falls dies nicht ausführbar ist, in neutrale Häfen beordern. Alle in französischen Häfen befindlichen aufgebrachten deutschen Handelsschiffe sind auf Anforderung unversehrt zurückzugeben.

Für alle auf französischem Boden befindlichen Flugzeuge ist ein sofortiges Startverbot zu erlassen. Jedes ohne deutsche Genehmigung startende Flugzeug wird von der deutschen Luftwaffe als feindlich angesehen und demgemäß behandelt werden. Die im unbesetzten Gebiet befindlichen Flugplätze und Bodeneinrichtungen der Luftwaffe werden von deutschen bzw. italienischen Kontrollen überwacht.
Ihre Unbrauchbarmachung kann verlangt werden. Die französische Regierung ist verpflichtet, alle im unbesetzten Gebiet befindlichen fremden Flugzeuge zur Verfügung zu stellen bzw. am Weiterflug zu verhindern. Sie sind der deutschen Wehrmacht zuzuführen.

Die französische Regierung verpflichtet sich, dafür Sorge zu tragen, dass in den durch deutsche Truppen zu besetzenden Gebieten alle Anlagen, Einrichtungen und Bestände der Wehrmacht unversehrt den deutschen Truppen übergeben werden. Sie wird ferner dafür sorgen, dass Häfen, Industrieanlagen und Werften im derzeitigen Zustand belassen und in keiner Weise beschädigt oder zerstört werden.
Das Gleiche gilt für alle Verkehrsmittel und Verkehrswege, insbesondere für Eisenbahnen, Straßen und die Binnen-Schiffahrtswege, für das gesamte Fernmeldenetz sowie für die Einrichtungen der Fahrwasser-Bezeichnungen und Küstenbefeuerung. Ebenso verpflichtet sie sich auf Anordnung des deutschen Oberkommandos, alle hier erforderlichen Wiederherstellungsarbeiten zu leisten.

Die französische Regierung sorgt dafür, dass in dem besetzten Gebiet das erforderliche Fachpersonal, die Menge an rollendem Eisenbahnmaterial und die sonstigen Verkehrsmittel vorhanden sind, so wie sie den normalen Verhältnissen des Friedens entsprechen.

Für alle auf französischem Boden befindlichen Funksendestationen gilt ein sofortiges Sendeverbot.
Die Wiederaufnahme des Funkverkehrs aus dem unbesetzten Teil Frankreichs bedarf der besonderen Regelung.

Die französische Regierung verpflichtet sich, den durch das unbesetzte Gebiet führenden Gütertransitverkehr zwischen dem Deutschen Reich und Italien in dem von der deutschen Regierung geforderten Umfang durchzuführen.

Die französische Regierung wird die Rückführung der Bevölkerung in die besetzten Gebiete im Einvernehmen mit den zuständigen deutschen Stellen durchführen.
Die französische Regierung verpflichtet sich, jedes Verbringen von wirtschaftlichen Werten und Vorräten aus dem von den deutschen Truppen zu besetzenden Gebiet in das unbesetzte Gebiet oder in das Ausland zu verhindern. Über diese im besetzten Gebiet befindlichen Werte und Vorräte ist nur im Einvernehmen mit der deutschen Regierung zu verfügen.
Die deutsche Regierung wird dabei die Lebensbedürfnisse der Bevölkerung der unbesetzten Gebiete berücksichtigen.

Die Kosten für den Unterhalt der deutschen Besatzungstruppen auf französischem Boden trägt die französische Regierung. Alle in französischem Gewahrsam befindlichen deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen einschließlich der Haft- und Strafgefangenen, die wegen einer Tat zugunsten des Deutschen Reiches festgenommen und verurteilt sind, sind unverzüglich den deutschen Truppen zu übergeben.
Die französische Regierung ist verpflichtet, alle in Frankreich sowie in den französischen Besitzungen, Kolonien, Protektoratsgebieten und Mandaten befindlichen Deutschen, die von der deutschen Regierung namhaft gemacht werden, auf Verlangen auszuliefern. Die französische Regierung verpflichtet sich, zu verhindern, dass deutsche Kriegs- und Zivilgefangene aus Frankreich in französische Besitzungen oder in das Ausland verbracht werden. Über bereits außerhalb Frankreichs verbrachte Gefangene sowie über die nicht transportfähigen kranken und verwundeten deutschen Kriegsgefangenen sind genaue Listen mit Angabe ihres Aufenthaltsortes vorzulegen.

Die Aufsicht über die kranken und verwundeten deutschen Kriegsgefangenen übernimmt das deutsche Oberkommando. Die in deutscher Kriegsgefangenschaft befindlichen französischen Wehrmachtsangehörigen, bleiben bis zum Abschluss des Friedens Kriegsgefangene.

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Die französische Regierung haftet für die Sicherung aller Gegenstände und Werte, deren unversehrte Übergabe oder Bereithaltung zu deutscher Verfügung in diesem Vertrag gefordert oder deren Verbringung außer Landes verboten ist. Die französische Regierung ist zum Schadenersatz für alle Zerstörungen, Schädigungen oder Verschleppungen, die dem Vertrag zuwider laufen, verpflichtet.

Die Durchführung des Waffenstillstandsvertrages regelt und überwacht eine deutsche Waffenstillstandskommission, die ihre Tätigkeit nach den Weisungen des deutschen Oberkommandos ausübt. Aufgabe der Waffenstillstandskommission ist ferner, die erforderliche Übereinstimmung des Vertrages mit dem italienisch-französischen Waffenstillstands-Vertrag sicherzustellen. Die französische Regierung stellt zur Vertretung der französischen Wünsche und zur Entgegennahme der Durchführungsanordnungen der deutschen Waffenstillstandskommission eine Abordnung an den Sitz der deutschen Waffenstillstandskommission.
Dieser Waffenstillstandsvertrag tritt in Kraft, sobald die französische Regierung auch mit der italienischen Regierung ein Übereinkommen über die Einstellung der Feindseligkeiten getroffen hat.
Die Feindseligkeiten werden sechs Stunden nach dem Zeitpunkt, zu dem die italienische Regierung der Reichsregierung von dem Abschluss dieses Übereinkommens Mitteilung gemacht hat, eingestellt werden. Die Reichsregierung wird der französischen Regierung diesen Zeitpunkt auf dem Funkwege mitteilen.

Der Waffenstillstandsvertrag gilt bis zum Abschluss des Friedensvertrages. Er kann von der deutschen Regierung jederzeit mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, wenn die französische Regierung die von ihr durch den Vertrag übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt.

Dieser Waffenstillstandsvertrag ist im Walde von Compiegne, am 22. Juni 1940, 18.50 Uhr deutscher Sommerzeit unterzeichnet worden.

 

gez. Huntziger

gez. Keitel

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Die Kriegshandlungen in Frankreich werden, wie auch Ersten Weltkrieg, im Wald von Compiegne, in einem Eisenbahnwagon, beendet. Die feierliche Unterzeichnung findet in Marschall Fochs altem Eisenbahnwaggon statt, welcher bereits am 11. November 1918 für den Waffenstillstand am Ende des Ersten Weltkrieges verwendet wurde. Nur diesmal in vertauschter Ausgangsposition. Dies war ein Anliegen von Hitler und seinen Generälen. Hitler selbst wohnt den französisch-deutschen Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiegne nur bei, wobei die Generale Keitel (Deutschland) und Huntziger (Frankreich) die Führung übernehmen. Bereits im Vorfeld kapitulieren drei französische Armeen, mit 400.000 Mann, im Vogesen-Kessel, westlich der Maginot-Linie. Die Gegenwehr der franz. Streitkräfte war zu dieser Zeit mehr ein symbolische Größe als ein militärischer Bestand.
Die Waffenstillstandsbedingungen lauten derart, daß Deutschland etwa 2/3 des französischen Mutterlandes besetzt - einschließlich der gesamten Kanal- und Atlantik-Küste, aller großen Industriegebiete, Elsaß-Lothringen und Paris. Die französischen Streitkräfte sind zu entwaffnen und aufzulösen, mit Ausnahme einer 100.000 Mann starken Sicherungs- und Verteidigungsarmee. Die französische Flotte ist unter deutscher und italienischer Aufsicht zu entwaffnen und zu demobilisieren, Frankreich trägt die Kosten der deutschen Besatzung. Alle französischen Kriegsgefangenen bleiben solange in Deutschland, bis ein Friedensvertrag unterzeichnet ist. Nur wenig später wird ein ähnliches Abkommen mit Italien, in Villa Inchesa, in der Nähe von Rom, getroffen. Wieder sitzt General Huntziger auf der einen und diesmal der italienische Marschall Badoglio auf der anderen Seite. Der Beschluss besagt, dass entmilitarisierte Zonen an der französisch-italienischen Grenze und zwischen den italienischen und französischen Territorien in Nord- und Ostafrika eingerichtet werden. Die französischen Truppen müssen diese innerhalb von 10 Tagen geräumt haben. Die französischen Marine- und Luftwaffenstützpunkte im Mittelmeer-Raum müssen innerhalb von 15 Tagen entmilitarisiert werden. In beiden Abkommen wird eine Waffenstillstandskommission installiert, welche wenige Tage später ihre Arbeissitzungen in Wiesbaden abhält.

 

Der letzte Akt dieses kurzen Krieges, der den Krieg im Westen vorerst entschied, war die Kapitulation von 220.000 französischen Soldaten, welche in den unterirdischen Festungsanlagen der Maginot-Linie. Die letzte Festung fällt, wobei diese Linie eigentlich jeden neuen Versuch der Deutschen abhalten sollte, das Mutterland Frankreich zu überfallen. Die Linie war in der neuen Kriegsführung und Taktik unbedeutend geworden. Frankreich geht in die Knie und General de Gaulle, der "letzte kämpfende franz. General" bildet das Französische National-Komitee in London. Von hier aus will er den Kampf um Frankreich weiter führen, im Untergrund der Résistance!
Derweil startet Hitler zu einer Besichtungsreise durch Paris, die schon früh am Morgen beginnt und ihren Höhepunkt am Eifelturm hat. In Frankreich selbst gilt der Tag Nationaler Trauer: Flaggen auf Halbmast. Im Deutschen Reich wird ebenso auf staatlichen Weg das Ende des Krieges eingeläutet - einer Siegesfeier. Diese Feierlichkeiten zum 'Ende des Krieges im Westen' und 'der glorreichste Sieg aller Zeiten !' soll durch gehisste Flaggen für 10 Tage und läutenden Kirchenglocken für 7 Tage gewürdigt werden.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Politiker Deutschland (Deutsches Reich bis 1945)

Dienstauszeichnung der Wehrmacht


25.06.1940

 

Die Berichte des Tages

Waffenstillstands-Vertrag von Compiegne

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 25. Juni 1940

 

Schlussbericht des Oberkommandos der Wehrmacht
Verlauf der Operationen in Frankreich
5. bis 25. Juni 1940

 

Die Vernichtungsschlacht in Flandern und im Artois war kaum zu Ende, als Luftwaffe und Heer, in seinen Reihen viele Divisionen, die bisher überhaupt noch nicht im Kampfe gestanden hatten, zum zweiten entscheidenden Schlag gegen Frankreich ausholten.
Als Auftakt für die neuen Operationen griffen am 3. Juni starke Kräfte der deutschen Luftwaffe die Flugplätze und die Luftrüstungsindustrien um Paris mit vernichtender Wirkung an.
Am Tage darauf standen vom Heer unter dem Oberbefehl des Genralobersten von Brauchitsch drei Heeresgruppen unter den Generalobersten von Rundstedt, von Bock und Ritter von Leeb zum Einsatz bereit. Ziel des neuen Operationsabschnittes war der Durchbruch durch die französische Nordfront, die Abdrängung der auseinandergerissenen französischen Heeresteile nach Südwesten und Südosten und anschließend ihre Vernichtung.
Als die Divisionen der Heeresgruppe des Generalobersten von Bock am 5. Juni über die untere Somme und den Aisne-Oise-Kanal zum Angriff antraten, fanden sie einen zur Abwehr bereiten Feind vor sich. Die französische Führung war entschlossen, unter Aufbietung aller noch verfügbaren Kräften die "Weygand-Zone" und anschließend die Maginot-Linie bis zum letzten zu verteidigen. Ein neues Verteidigungsverfahren war erdacht worden, von dem man sich vor allem Erfolg gegen den gefürchteten raschen Durchbruch motorisierter Verbände erhoffte.
In viertägigem schweren Ringen durchstießen die Infanterie- und Panzerdivisionen der Armeen des Generalobersten von Kluge, des Generalobersten von Reichenau und des Generals der Infanterie Strauß die feindliche Front. Am 9. Juni war die Verfolgung gegen die untere Seine und in Richtung auf Paris in vollem Gange. Schnelle Truppen unter dem Befehl des Generals der Infanterie Hoth erreichten im ungestümen Vorwärtsdrang am gleichen Tage Rouen und leiteten die Einkreisung starker feindlicher Kräfte an der Küste bei Dieppe und St. Valery ein.
Damit war der feindliche Westflügel zertrümmert und die Westflanke der nunmehr beginnenden Hauptoperationen gesichert.
Durch ihre zusammengefaßten und straff geführten Massenangriffe erleichterte die Luftwaffe auch hier dem Heere den Erfolg. Sie hat ihren besonderen Anteil an dem schnellen Durchbruch bis zur Seine, wo unter ihren Bomben feindliche Infanterie- und Panzerverbände, die zum Gegenstoß bereitstanden, schon in der Versammlung zersprengt wurden. Indem sie die Bahnlinien unterbrach und das Eisenbahnmaterial zerstörte, nahm sie dem Gegner die Möglichkeit, Reserven zu verschieben und an die Durchbruchsstelle zu werfen.
Als in Le Havre, Cherbourg und Brest die ersten Anzeichen eines Abtransportes bemerkt wurden, griffen in schnellem Wechsel Teile der Luftwaffe auch dort gegen die Hafenanlagen, die Öltanks und Schiffe mit sichtbarem Erfolg ein.
Die Hauptoperation auf der Erde begann am 9. Juni mit dem Angriff der Heeresgruppe des Generalobersten von Rundstedt in der Champagne und auf dem westlichen Maasufer.
Hier waren es zunächst allein die Infanteriedivisionen der Armeen des Generals der Kavallerie Freiherrn von Weichs, des Generalobersten List und des Generals der Infanterie Busch, die in zweitägigen schweren Kämpfen mit dem sich erbittert wehrenden Feind, wiederum von der Luftwaffe vortrefflich unterstützt, die Aisnestellung durchbrachen und den bereitgestellten zahlreichen schnellen Truppen den Weg öffneten.
Schon am 11. Juni konnten die Panzer- und motorisierten Infanteriedivisionen des Generals der Kavallerie von Kleist und des Generals der Panzertruppen Guderian in den Champagne mit weit gesteckten Zielen über Troyes und St. Dizier angesetzt werden. Zum dritten Male innerhalb eines Vierteljahrhunderts überschritten deutsche Truppen die Marne. Nach anfänglichen harten Kämpfen mit feindlichen Nachhuten, später mit völlig überraschten Teilen des feindlichen Gros, stießen die schnellen Truppen durch die geschlagene breite Bresche an den folgenden Tagen nach Südosten in Richtung auf die Schweizer Grenze vor.
Bewegung und Versorgung der überaus großen Zahl von Infanteriedivisionen und schnellen Verbänden auf engem Raum waren eine Meisterleistung der Führung. Inzwischen hatten unsere Truppen die untere Seine rasch überwunden und waren in die Pariser Schutzstellung eingebrochen. Dadurch sah sich auch der feindliche Westflügel gezwungen, weiteren Widerstand aufzugeben.
Truppen des Generals der Artillerie von Küchler marschierten am 14. Juni in Paris ein. Die feindliche Nordfront war zusammengebrochen, unsere Verfolgung überall in vollem Gang.
Infanteriedivisionen und schnelle Verbände wetteiferten in gewaltigen Marschleistungen. Die Auslösungserscheinungen der feindlichen Armeen stiegerten sich unter diesem gewaltigen Druck von Stunde zu Stunde.
Da griff am 14. Juni auch die Heeresgruppe des Generalobersten Ritter von Leeb in den Kampf ein. In zweitägigen schweren Kämpfen gegen stärkste Befestigungswerke durchbrach die Armee des Generalobersten von Witzleben, durch starke Artillerie wirkungsvoll unterstützt, die Maginot-Linie, den als unbezwingbar geltenden Schutzwall Frankreichs. Sie zerbrach damit die schon im Rücken bedrohte feindliche Nordostfront nochmals in zwei Teile und erschütterte den letzten Glauben des Feindes, sich noch weiter behaupten zu können.
Dasselbe Schicksal erlitt die französische Ostfront, als am 15. Juni auch die Armee des Generals der Artillerie Dollmann bei Colmar das gewaltige Hindernis de befestigten Oberrheins im Angriff überwand und in die Vogesen eindrang.
In engster vorbidlicher Zusammenarbeit mit dem Heere trug die Luftwaffe zu dem schnellen Durchbruch durch die Maginot-Linie südlich Saarbrücken und später bei Colmar und Mühlhausen wesentlich bei. Mit schwersten Bomben griffen STUKA- und Kampfverbände, wann immer die Wetterlage es erlaubte, die Festungswerke an und brachten ihre Waffen zum Schweigen. Auch Flakeinheiten unterstützten dabei die stürmende Infanterie auf das wirkungsvollste. Zur selben Zeit halfen andere Teile der Luftwaffe dem Vorstoß der schnellen Truppen auf Besancon und bis zur Schweizer Grenze vorwärts.
Die Tage nach dem 15. Juni standen im Zeichen einer beispiellosen Verfolgung von der Küste bis zur Maas. Nach dem Fall von Paris fluteten die französischen Kolonnen vor der ganzen deutschen Heeresfront nach Süden und Südwesten, auf allen Rückzugsstraßen von den deutschen Kampffliegerverbänden immer wieder angegriffen. Diese scharfe Verfolgung auf der Erde und aus der Luft vereitelte die Absicht der Franzosen, sich hinter der Loire erneut aufzubauen.
Über die Trümmer der geschlagenen französischen Armeen hinweg eilten unsere Divisionen vorwärts, erfüllt von dem Gedanken an den Sieg und von der endlichen Wiedergutmachung des Unrechts von Versailles. Selbst die Festung Verdun, Symbol des französischen Widerstandes im Weltkrieg, konnte diesen Ansturm nicht widerstehen. Sie fiel am 15. Juni.
Am 17. Juni erreichten schnelle Verbände die Schweizer Grenze südostwärts Besancon und schlossen damit den Rung um die französischen Kräfte in Lothringen, im Elsaß und um die Maginot-Linie.
Kühne Vorstöße über die Loire ließen erkennen, daß der Feind sich auch zu keinem Widerstand mehr aufraffen konnte. Das Heer Frankreichs hatte seine Schlagkraft verloren und begann, die Waffen zu strecken. In dieser Lage wandte sich der französische Ministerpräsident, Marschall Pétain, an die Deutsche Reichsregierung mit der Bitte um Bekanntgabe der Waffenstillstandsbedingungen.
Am 21. Juni wurde an der historischen Stätte im Walde von Compiégne in Gegenwart des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht durch einen feierlichen Akt die Schmach von 1918 getilgt.
Anschließend nahm die französische Delegation die Waffenstillstandsbedingungen durch den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht entgegen. Sie wurden am 22. Juni, 18:50 Uhr, unterzeichnet.
Am 25. Juni um 1:35 Uhr stellten die deutsche und die italienische Wehrmacht die Feindseligkeiten gegen Frankreich ein.
Der größte Feldzug aller Zeiten endete nach sechs Wochen auch mit dem größten Sieg der deutschen Wehrmacht.
In welch hohem Maße die Luftwaffe zu den ungewöhnlich schnellen und vollständigen Entscheidungen beigetragen hat, wurde schon in dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht über den ersten Abschnitt im Westen gewürdigt. Für den zweiten Teil des Feldzuges gilt das nicht minder.
Unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls Göring konnte die Luftwaffe ihre zu Beginn des Feldzugs errungene Vorherrschaft in der Luft in vollem Maße in die Waagschale des Sieges werfen. Diese Kämpfe führten im wesentlichen die Luftflotten II und III unter der Tatkraft und überlegenen Führung der Generale der Flieger Kesselring und Sperrle.
Die großen Flieger- und Flakverbände der Generale der Flieger Grauert und Keller, des Generals der Flakartillerie Weise, der Generalmajore Coeler, Deßloch und Freiherr von Richthofen bewiesen in der Führung und im Kampf ihren unerschrockenen und nie erlahmenden Angriffsgeist.
Das Heer hat in seinem oft schweren und verlustreichen Kampf die opferwillige Hilfsbereitschaft der Luftwaffe ebenso dankbar wie begeistert begrüßt.
Die Kriegsmarine wurde durch die Besetzung der holländischen, belgischen und französischen Kanalküste vor neue Aufgaben gestellt. Den Operationen des Heeres folgend, wurden die Häfen zu Stützpunkten für leichte Streitkräfte ausgebaut und zur Verteidigung eingerichtet. Von hier aus konnten die Schnellboote in Seegebieten eingesetzt werden, die für sie bisher nicht erreichbar waren und die bei ihrem Charakter als Küstenvorfeld besonders gute Erfolgsmöglichkeiten boten. In laufenden Einsatz gelang es den Schnellbooten, eine Anzahl feindlicher Zerstörer und Transportschiffe zu vernichten und hierdurch die Wirkung unserer Luftwaffe auf die zur Räumung Dünkirchens eingesetzte feindliche Transportflotte durch Nachtangriffe zu steigern und zu ergänzen.
Am 6. Juni konnte die von unserer Marineartillerie übernommene Küstenverteidigung bereits den ersten Erfolg mit der Versenkung eines britischen Schnellbootes melden.
Minensuchstreitkräfte säuberten die Hafeneinfahrten und Schiffartswege an der eroberten Küste von Minen. Schon am 8. Juni war es möglich, der neutralen Schiffahrt das Auslaufen aus holländischen, belgischen und nordfranzösischen nach deutschen, dänischen, schwedischen und den übrigen Ostseehäfen zu gestatten.
Unsere Unterseeboote waren während dieser Zeit vor den britischen Inseln und der französischen Küste mit beträchtlichem Erfolg tätig.
Diesen beispiellosen Sieg der deutschen Waffen hat die Welt mit Bewunderung, mit Erstaunen oder mit Schrecken je nach ihrer Einstellung verfolgt. Allen gemeinsam aber ist die Frage, wie derartige Erfolge und noch dazu in solch kurzer Zeit zu erklären sind.
Wenn die ehemaligen Alliierten die Gründe in der deutschen zahlenmäßigen Überlegenheit zu sehen glauben, so entspricht das nicht der historischen Wahrheit; wohl war die deutsche Luftwaffe zahlenmäßig wesentlich stärker als die der Alliierten.
Das deutsche Westheer aber trat am 10. Mai zunächst mit einer geringeren Anzahl Divisionen zum Angriff an als ihr an französischen, englischen, belgischen und holländischen gegenüberstanden.
Die Operatinen im Westen begannen auch nicht, wie in Polen, aus einer strategisch günstigen Ausgangsstellung heraus; im Frontalangriff gegen stärkste Befestigungen, meist hinter Flüssen, Kanälen gelegen, mußten die deutschen Truppen einen Durchbruch erzwingen, der erst die Vorraussetzung für die Umfassung und Vernichtung des Feindes schuf und den Einsatz weiterer Divisionen ermöglichte.
Die Gründe für die deutschen Erfolge liegen tiefer; sie sind dort zu suchen, wo Deutschlands Feinde unsere Schwäche zu sehen glaubten, in der revolutionären Dynamik des Dritten Reiches und seiner nationalsozialistischen Führung.
Sie hat das beste neuzeitliche Kampfinstrument mit einer straffen und einheitlichen obersten Führung geschaffen, sie hat die Synthese zwischen nüchtern abwägender und sorgfältigster Vorbereitung und der größten Kühnheit in der Anlage und Führung der Operationen gefunden, sie hat die zu allen Zeiten berühmten Leistungen des deutschen Soldaten in einem Ausmaß gesteigert, wie es nicht mehr mit der Erfüllung einer vaterländischen Pflicht, sondern einer das ganze Volk tragenden und bewegenden Idee erklärt werden kann.
Ein Ruhmesblatt wird für alle Zeiten der vorbildliche persönlich EInsatz aller militärischer Führer des Heeres und der Luftwaffe bis zu den untersten Dienstgraden sein.
Im Erdkampf in vorderster Linie und an der Spitze ihrer Verbände in der Luft rissen sie ihre Truppen und ihre Geschwader vorwärts und nutzten kühn, wendig und entschlußfreudig jede Lage aus, ohne zu zaudern oder auf Befehle zu warten.

An der Spitze seines Armeekorps starb der kommandierende General Generalleutnant Ritter von Speck den Heldentod.
Gleich ihn ließen in der Zeit vom 5. bis 25. Juni 16.812 tapfere Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der drei Wehrmachtteile ihr Leben für Führer, Volk und Reich; 9.921 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften werden vermißt. Von ihnen wird ein Teil ebenfalls den Heldentod gestorben sein; 68.511 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften wurden verwundet.
Wenn irgendetwas geeignet ist, die Leistungen der deutschen Wehrmacht in noch höherem Licht erscheinen zu lassen, so sind es diese, für den einzelnen bitter und schmerzlich empfundenen, für das ganze deutsche Volk aber fast unglaubwürdig geringen Verluste, mit denen der Sieg über Frankreich errungen wurde.
Sie betragen vom 10. Mai bis zum Waffenstillstand nach den bisherigen Feststellungen: Gefallen 27.074, vermißt 18.384, verwundet 111.034, insgesamt 156.492 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Demgegenüber betrugen unsere Verluste im Weltkrieg: Im Jahre 1914 im Westen: 638.000 Mann, darunter 85.000 Gefallene; beim Angriff auf Verdun im Jahre 1916: 310.000 Mann, darunter 41.000 Gefallene; in der Sommeschlacht 1916: 417.000 Mann, darunter 58.000 Gefallene; in der großen Schlacht in Frankreich vom 21. März bis 10. April 1918: 240.000 Mann, darunter 35.000 Gefallene. Über die Verluste des Feindes im Jahre 1940 fehlen Anhaltspunkte. Fest steht, daß allein an französischen Gefangenen über 1.900.000, darunter fünf Oberbefehlshaber von französischen Armeen und rund 29.000 Offiziere, eingebracht wurden.

Seit dem 5. Juni fiel über die bisherige Beute hinaus die gesamte Bewaffnung und Ausrüstung von etwa 55 weiteren französischen Divisionen in deuthsce Hand, nicht gerechnet die Bewaffnug und Ausrüstung der Maginotlinie und der übrigen französischen Befestigungen. Unter der Beute befindet sich zudem fast die gesamte schwere und schwerste Artillerie Frankreichs sowie unübersehbare Mengen sonstiger Bewaffnung, Ausrüstung und Vorräte.
Die feindliche Luftwaffe verlor seit dem 4. Juni: In Luftkämpfen 383, durch Flakbeschuss 155, am Boden zerstört 239, fraglich ob durch Flak oder im Luftkampf 15, insgesamt 792 Flugzeuge, dazu 36 Sperrballons und einen Fesselballon.
Eine Zerstörergruppe hat bis 14. Juni den 101. Abschuss, eine Jagdgruppe bis 11. Juni den 50. Abschuss erzielt.
Durch die Kriegsmarine wurden an Hilfkreuzern, anderen Hilfskriegs-, Transport- und Handelsschiffen versenkt: Hilfskreuzer "Carinthia" 23.000, Hilfkreuzer "Scotstown" 17.000, Truppentransporter "Orama" 21.000, Marinetanker "Oilpioneer" 9.100, ein Transporter 14.000, ein Hilfskreuzer 9.000, außerdem wurden von unseren Unterseebooten an Handelsschiffsraum seit Mitte Mai über 400.000 BRT versenkt, insgesamt 493.100 BRT.
Die Luftwaffe vernichtete seit dem 5. Juni: ein Hilfskriegsschiff und einen Zerstörer mit zusammen 5.100 sowie 40 Handelsschiffe mit 299.000 BRT. Beschädigt wurden: Drei Kreuzer, ein Zerstörer und 25 Handelsschiffe.
Über diese gewaltigen feindlichen Verluste hinaus sind durch die Bestimmungen des Waffenstillstandsvertrages auch die noch verbliebenen Reste der französischen Wehrmacht für den weiteren Verlauf des Krieges ausgeschaltet.

Nach diesem gewaltigsten Sieg der deutschen Geschichte über den als stärkste Landmacht der Welt angesehenen Gegner des Großdeutschen Reiches, der ebenso geschickt wie tapfer gekämpft hat, gibt es keine Alliierten mehr.

Es bleibt nur noch ein Feind: ENGLAND!

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

„Erst wenn dies in Deutschland vollständig begriffen sein wird, daß man den Lebenswillen der deutschen Nation nicht mehr bloß in passiver Abwehr verkümmern läßt, sondern zu einer endgültigen aktiven Auseinandersetzung mit Frankreich zusammenrafft und in einen letzten Entscheidungskampf mit deutscherseits größten Schlußzielen hineinwirft: erst dann wird man imstande sein, das ewige und an sich so unfruchtbare Ringen zwischen uns und Frankreich zum Abschluß zu bringen; allerdings unter der Voraussetzung, daß Deutschland in der Vernichtung Frankreichs wirklich nur ein Mittel sieht, um danach unserem Volke endlich an anderer Stelle die mögliche Ausdehnung geben zu können.“
Adolf Hitler: Mein Kampf

Der Frankreich-Feldzug oder Westfeldzug bezeichnet die Eroberung der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs (Fall Gelb) und Frankreichs (Fall Rot) durch die deutsche Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges (10. Mai bis 25. Juni 1940).

 

Nach der Kriegserklärung von Frankreich und Großbritannien an Deutschland am 3. September 1939 herrschte an der deutsch-französischen Grenze nur ein "Sitzkrieg". Nur die Propaganda zwischen beiden Nationen focht die Kämpfe durch Flugblätter und öffentliche Verunglimpfung aus. Der Angriff selbst kam er erst später und fußte auf der
Angriffsstrategie von Generalleutnant Erich von Manstein. Man wollte die Fehler des ersten Weltkrieges nicht wiederholen und umging die stark befestigte französische Maginot-Linie im Norden. Die Streich der Operationsplan "Sichelschnitt" wurde mit dem Angriff der Heeresgruppe B auf die neutralen Niederlande und Belgien unterstützt. Wobei die Heeresgruppe A durch die dicht bewaldeten Ardennen bis zur französischen Kanalküste vorstoßen sollte. Nur so und des unkonventionell denkenden Manstein, dessen Plan nur durch das Wirken Hitlers umgesetzt werden konnte, machte es möglich, dass 141 deutschen Divisionen einen an militärischer Stärke gleichwertigen Gegner in wenigen Wochen zu besiegen konnte. Die Panzerverbände und deren tollkühne Kommandanten, nahmen mit ungeheuren Tempo an den Spitzen der Armeen, unter Vernachlässigung jedweden Flankenschutzes, Geländegewinne quasi im Handstreich. Die "Sichelschnittbewegung" trennte die Alliierten vom Rückraum und der Versorgung wie Fluchtmöglichkeiten. Die deutsche Wehrmacht befand sich in diesem Krieg auf dem Höhepunkt ihrer operativen und taktischen Fähigkeiten.
Während der Westoffensive starben rund 27.000 deutsche Soldaten, 18.400 galten als vermisst,
etwa 111.000 Mann wurden verwundet. Frankreich hatte rund 92.000 Tote und 200.000 Verwundete zu beklagen. 1,9 Millionen alliierte Soldaten gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Die starre und veraltete Führung der alliierten Armee, wurde durch Kühnheit und überlegender Technik quasi ausgehebelt. Die Besetzung Frankreichs war dabei nur ein Frage der Zeit, welche nur 6 Wochen betrug.

 

DMP empfiehl zu diesem Thema

Großkreuz des Eisernen Kreuz

Minen der Wehrmacht


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 12-Mai.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Polenfeldzug (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 9-Juni.htm (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 12-Mai.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Polenfeldzug (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 9-Juni.htm (Letzter Aufruf 23.03.2011)

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsv ... index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Polenfeldzug (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 9-Juni.htm (Letzter Aufruf 23.03.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(23. September 1939)

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 

23.09.1939

ZUSAMMENFASSUNG POLENFELDZUG

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, den 23. September 1939

 

Lemberg ergab sich gestern den bereits im Abmarsch befindlichen deutschen Truppen. Übergabeverhandlungen sind im Einvernehmen mit den am Ostrand der Stadt Stehenden sowjetrussischen Truppen im Gange.
Beim Absuchen der Waldungen an der Bzura fiel am 21. September der Oberbefehlshaber der polnischen Korridorarmee, General Bortnowski, mit seinem ganzen Stabe in unsere Hand.
Nach heftigem Kampf mit einem sich Verzweifelt Wehrenden Gegner gelang es gestern, die Süduferstraße an der Weichsel Zwischen Modlin und Warschau zu überschreiten und damit beide Städte getrennt abzuriegeln.
Mehrere Tausend Gefangene wurden gemacht.
Im Westen nur an Einzelnen Stellen schwache Artillerietätigkeit.
Bei Saarbrücken wurden ein französisches Flugzeug durch Flakfeuer zur Landung gezwungen, die Besatzung gefangen genommen; ein deutsches Flugzeug im Luftkampf abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Zusammenfassender Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht über den Feldzug in Polen vom 23. September 1939

 

Der Feldzug in Polen ist beendet.

In einer zusammenhängenden Reihe von Vernichtungsschlachten, deren größte und entscheidendste die im Weichselbogen war, wurde das polnische Millionenheer geschlagen, gefangen oder zersprengt.
Keine einzige der polnischen aktiven oder Reservedivisionen, keine ihrer selbständigen Brigaden usw. ist diesem Schicksal entgangen.
Nur Bruchteile einzelner Verbände konnten sich durch die Flucht in die Sumpfgebiete Ostpolens der sofortigen Vernichtung entziehen.
Sie erliegen dort den Sowjetrussischen Truppen.
Von der gesamten polnischen Wehrmacht kämpft zur Zeit nur mehr ein geringfügiger Rest auf hoffnungslosem Posten in Warschau, in Modlin und auf der Halbinsel Hela.
Daß er das noch kann, verdankt er ausschließlich der gewollten Schonung unserer Truppen und unserer Rücksichtnahme auf die polnische Zivilbevölkerung.

Anlage und Ablauf der Operationen

Als sich seit dem Frühjahr 1939 die Anzeichen verstärkten, dass Polen, bauend auf die ihm zugesicherte fremde Hilfe, in der Verfolgung seiner weitgespannten nationalen Interessen auch einen Waffengang mit dem Deutschen Reich nicht scheuen würde, wurden in sorgfältigen Prüfungen die wahrscheinlichen Operationsabsichten Polens zu klären versucht.
Die aus der polnischen Literatur und aus der Tagesjournalistik gewonnen Eindrücke gaben in Verbindung mit den unterdes bekanntgewordenen militärischen Maßnahmen der polnischen Heeresleitung ein ungefähres Bild der Absichten der polnischen Führung.
In einer Reihe von Besprechungen des Führers mit den Oberbefehlshabern des Heeres, der Marine und der Luftwaffe, ihren Generalstabschefs und dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht wurden die sich daraus für die deutsche Wehrmacht ergebenen operativen Gedanken erörtert und geklärt.

1. Polnische Absichten

Schon die Verfolgung der allgemeinen wehrwissenschaftlichen Literatur Polens vermittelte ein Bild der Vorstellungen, dass sich der polnische private und staatliche Chauvinismus über die künftige Entwicklung des polnischen Staates gemacht hatte.
Publizistische Forderungen der Tagespresse sowie rednerische Ergüsse polnischer Militärs verstärkten diese Eindrücke.
Der im Zuge der polnischen Mobilmachung in Erscheinung tretende Aufmarsch der polnischen Streitkräfte dürfte als letzte Bestätigung dieser Absichten gelten.
Die polnische Heeresleitung lebte in Unterschätzung der deutschen Wehrkraft in dem Glauben, dass es ihr mit Rücksicht auf die Bindung starker deutscher Kräfte im Westen des Reiches gelingen würde, den Krieg im Osten zumindest in einem gewissen Ausmaß offensiv zu führen.
Der beherrschende Gedanke war, den Freistaat Danzig sofort zu besetzen, Ostpreußen von drei Seiten anzugreifen und als vom übrigen Reich abgeschnürte Insel einzunehmen.
Zu diesem Zweck fand folgende Kräftegruppierung statt:
Eine polnische Armee im Raum nördlich von Warschau, ebenso befähigt, einen etwas drohenden deutschen Vormarsch aus Ostpreußen gegen Warschau zu hemmen, wie stark genug, den eigenen Angriff durchzuführen.
Diese polnische Gruppe sollte rechts flankiert werden durch eine beachtliche Kräfteansammlung, die aus östlicher Richtung Ostpreußen bedrohen konnte, am linken Flügel durch eine sehr starke Armee im Korridor.
Die Aufgabe der Korridor-Armee war, den Freistaat Danzig zu besetzen, um dann auch von dieser Seite offensiv gegen Ostpreußen vorgehen zu können.
Um diese Operation die notwendige Rückendeckung zu geben, wurde im Raume von Posen die weitaus stärkste polnische Armee aufgestellt.
Sie sollte im Falle eines deutschen Angriffes gegen den Korridor mit ihren überlegenen Kräften die Flanke dieses Angriffes bedrohen.
Sie konnte aber ebenso der südwärts von ihr aufmarschierenden schwächeren polnischen Armee jederzeit zur Hilfe eilen.
Durch ihre Stärke und ihre zentrale Aufstellung im Raum von Posen bedrohte sie somit durch ihre bloße Existenz jede deutsche Angriffsoperation aus dem mittleren Oberschlesien und aus Pommern in der tiefen Flanke.
Die polnische Südarmee im Raume Krakau-Lemberg war nach Auffassung der polnische Heeresleitung stark genug, um die wichtigen Industriegebiete zu schützen.
Sie konnte je nach dem Verlauf der Operation noch zu weiteren Einsätzen herangezogen werden, sei es zur direkten Hilfeleistung der anderen polnischen Armeen, sei es zum Angriff gegen das für Deutschland lebenswichtige oberschlesische Industriegebiet.

2. Ziel und Anlage der deutschen Operationen

Das Ziel der deutschen Operationen war, die im großen Weichselbogen Konzentrierte gewaltige polnische Armee umfassend anzugreifen, zu stellen und zu vernichten.
Zu diesem Zwecke wurden vom Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch (Chef des Generalstabes General der Artillerie Halder) zwei Heeresgruppen gebildet:

a) die Heeresgruppe Süd unter dem Befehl des Generaloberst von Rundstedt,
mit Generalleutnant von Manstein als Chef des Generalstabes;
b) die Heeresgruppe Nord unter dem Befehl des Generaloberst von Bock,
mit Generalleutnant von Salmuth als Chef des Generalstabes.

Der Heeresgruppe Süd waren drei Armeen unterstellt:
die Armee des Generaloberst List,
die Armee des General der Artillerie von Reichenau
und die Armee des General der Infanterie Blaskowitz.

Der Heeresgruppe Nord waren unterstellt:
die Armee des Generals der Artillerie von Kluge
und die Armee des Generals der Artillerie von Küchler.

Aufgaben der beiden Heeresgruppen

Der Auftrag der Heeresgruppe Süd war, mit der Mittleren Armee der Generals von Reichenau aus dem Raum um Kreuzburg in Nordöstlicher Richtung auf die Weichsel durchzustoßen.
Zur Abschirmung der rechten Flanke dieser Armee sollte die Armee des Generaloberst List aus Oberschlesien und am Nordrand der Westbeskiden in östlicher Richtung vorgehen. Ihre Aufgebe war, die dort befindlichen polnischen Kräfte zu stellen, um sie dann mit den von Süd nach Nord aus dem Slowakischen Raum einbrechenden Verbänden zu Umfassen und ihnen wenn möglich den Rückzug nach Osten zu verlegen.
Zur Sicherung der linken Flanke des Generals von Reichenau sollte die Armee des Generals Blaskowitz aus dem Raum ostwärts Breslau ebenfalls in Allgemeiner Richtung auf Warschau gestaffelt vorgehen, um so den zu erwartenden Flankenstoß der polnischen Heeresgruppe aus dem Raum Posen aufzufangen und abzuwehren.
Der Auftrag der Heeresgruppe Nord war, mit der Armee des Generals der Artillerie von Kluge in Kürzester Frist die Verbindung mit Ostpreußen herzustellen, den Weichselübergang zwischen Bromberg und Graudenz zu erzwingen und mit einer aus Ostpreußen gegen Graudenz angesetzten Gruppe dann in allgemeiner östlicher Richtung die Vereinigung mit dem Nordflügel der Heeresgruppe Süd zu suchen.
Die zweite Armee des Generaloberst von Bock unter dem Befehl des Generals der Artillerie von Küchler hatte den Auftrag, aus Ostpreußen über den Narew und Bug östlich der Weichsel die Verbindung mit der Armee des Generals von Reichenau Herzustellen bzw. Warschau vom Osten abzuriegeln.
Im Zuge der weiteren Operationen sollte versucht werden, polnische Streitkräfte, denen unter Umständen der Rückzug über die Weichsel doch gelingen würde, durch eine erweiterte große Umfassung hinter San und Bug abzufangen.
Alle aus dieser Anlage sich ergebenden Operationen wurden von der Führung hervorragend gemeistert und von der Truppe glänzend gelöst.
Das erste große Operationsziel, möglichst starke Teile des feindlichen Heeres westlich der Weichsel zur Schlacht zu stellen und zu Vernichten, ist in einem geschichtlich einmaligen Ausmaß gelungen.
In einer zusammenhängenden Schlachtenfolge gelang es, das Schicksal des Polnischen Heeres und damit das des ganzen Feldzuges praktisch nach acht Tagen zu Entscheiden.
Der Vernichtung der polnischen Armee im Korridor folgte schon wenige Tage später die Einkesselung der von der Armee Reichenau zurückweichenden polnischen Truppe im Raum von Radom.
Vorgeworfene Kräfte der Armee von Reichenau verlegten alsdann vor den Toren Warschaus den polnischen Armeen in Posen und im Korridor den Rückzug hinter die Weichsel.
Gegen diesen starken Feind schwenkte in der Folgezeit die Armee Blaskowitz und die Masse der Armee von Reichenau ein.
Die in fortgesetzten Angriffen mehr und mehr zusammen getriebenen polnischen Divisionen versuchten durch verzweifelte Gegenstöße an verschiedenen Stellen den Ring, der sie umschloß, zu sprengen.
Sowie sich vorher die Angriffskraft der deutschen Divisionen auf das Höchste bewährt hatte, so bewährte sich nun nicht minder ihre Standfestigkeit.
Das Ergebnis der Schlachtenfolge war die fast restlose Vernichtung der westlich der Weichsel angesetzten polnischen Armeen.
Die Gefangenenzahl, die sich aus den in der großen Operation zusammenhängenden drei Kapitulationen ergab, beträgt über 300 000.
Die Gefangenenzahl im Gesamten aber hat bisher 450 000 überschritten.
Die Zahl der erbeuteten Geschütze beträgt schon jetzt rund 1 200.
Das sonstige Kriegsmaterial lässt sich noch nicht annähernd übersehen.
Die Schnelligkeit dieser Operationen und die Größe des Gesamterfolges stehen in der Kriegsgeschichte einzigartig dar.
An diesen gewaltigen Erfolgen waren Truppen aller deutschen Stämme, Formationen junger aktiver und solcher älterer Jahrgänge in gleicher Weise beteiligt.
Die deutsche Infanterie hat ihren unvergänglichen Ruhm erneuert.
Ihre Leistungen im Marschieren, im Ertragen aller Strapazen waren nicht geringer als ihre Leistungen im Kampf.
Ihr Angriffsmut wurde ergänzt durch eine unerschütterliche, zähe Standhaftigkeit, die jede denkbare Krise überwand.
Ihr Angriffsschwung wurde unterstützt durch die Schwesterwaffen.
Die leichte und die schwere Artillerie haben mitgeholfen, die großen Erfolge zu ermöglichen.
Dank ihren Eingreifen und dem der Pioniere gelang es, die befestigten Grenzstellungen der Polen in kürzester Frist zu zerschlagen, zu stürmen oder zu überrennen, um den Gegner dann in unaufhaltsamer Verfolgung zu vernichten.
In großartigem Zusammenwirken haben dabei die Panzer- und Motorverbände, Kavallerie, Panzerabwehr und Aufklärungsverbände die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllt.
Mit ihnen kämpften Schulter an Schulter die dem Heer unterstellten Formationen der SS-Verfügungstruppe.
Nach den Befehlen des Generalfeldmarschalls Göring
(Chef des Generalstabes Generalmajor Jeschonnek) wurden zwei starke Luftflotten unter den Generalen der Flieger Kesselring und Löhr gebildet und zur Führung des Luftkrieges gegen Polen eingesetzt. Diese beiden Luftflotten Haben die polnische Fliegertruppe restlos zerschlagen, den Luftraum in Kürze beherrscht. In engster Zusammenarbeit mit dem Heere haben in ununterbrochenem Einsetzen Schlacht- und Sturzkampfflieger Bunkerstellungen, Batterien, Truppenansammlungen, Marschbewegungen, Ausladungen usw. Angegriffen.
Durch ihre Todesverachtung haben sie dem Heere unendlich viel Blut erspart und zum Gesamterfolg in höchstem Ausmaße beigetragen.
Die Flakartillerie nahm den deutschen Luftraum unter ihren Schutz und wirkte besonders im Anfang des Feldzuges mit an der Vernichtung der polnischen Fliegertruppe.
Im ganzen sind rund 800 Flugzeuge vernichtet oder vom Heere erbeutet, ein letzter Rest außer Landes geflüchtet und interniert.
Zur See haben Teile der deutschen Seestreitkräfte unter dem Befehl des Generaladmirals Albrecht seit Beginn der Feindselligkeiten die Danziger Bucht abgeriegelt und damit jeden Seeverkehr von und nach den polnischen Seehäfen unterbunden.
Mit Ausnahme eines Unterseebootes sind alle am 1. September noch in der Ostsee befindlichen polnischen Seestreitkräfte vernichtet oder in neutralen Häfen interniert worden.
Auch hieran hat die Luftwaffe einen ruhmvollen Anteil.
Die hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Nachrichtenverbindungen der rückwärtigen Dienste, insbesondere die Wiederherstellung von Straßen, Brücken und Eisenbahnen, bei der sich auch der Arbeitsdienst besonders bewährte, haben der Führung ihre Aufgabe außerordentlich erleichtert.
Die seit Jahren in stiller Pflichterfüllung Arbeitende Grenzwacht besetzte die rückwärtigen Armeegebiete und machte es der Führung möglich, aller Truppen des Feldheeres an der Front einzusetzen.
So haben in vorbildlichem Zusammenwirken alle Waffen zum Gesamterfolg beigetragen.
Er war nur dadurch möglich, dass das Westheer und starke Teile der Luftwaffe zuversichtlich und entschlossen bereitstanden, jeder noch so großen feindlichen Überlegenheit zu trotzen, und dass die Kriegsmarine die Sicherheit des deutschen Nordseeraumes und der deutschen Küsten gewährleistet.
Der polnische Soldat hat sich vielfach tapfer geschlagen. An der Unzulänglichkeit seiner Führung und seiner Organisation ist er zerbrochen.
Dank der Vorzüglichen Führung, dem Hohen Ausbildungsstand und der modernen Bewaffnung der deutschen Wehrmacht sind ihre Erfolge mit eigenen Verlusten verbunden, die im Vergleich zu den gewaltigen des Gegners als ungewöhnlich gering bezeichnet werden müssen. Ihre genauen Zahlen werden in wenigen Tagen bekanntgegeben werden.
Material und Bewaffnung der neuen wehrmacht haben den höchsten Anforderungen entsprochen.
Der Munitions- und Betriebsstoffverbrauch dieses Feldzuges betrug nur einen Bruchteil einer monatlichen Erzeugung.
Das deutsche Volk kann wieder mit Stolz auf seine Wehrmacht blicken.
Sie aber sieht mit sieghaftem vertrauen ihren weiteren Aufgabe entgegen.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Das Oberkommando der Wehrmacht veröffentlicht einen »Zusammenfassenden Bericht über den Verlauf des Feldzugs in Polen«, der mit den Worten beginnt: »Der Feldzug in Polen ist beendet.« Dabei soll dies nur der erste Schritt im neuen Weltkrieg sein und die Wehrmacht hat bewiesen, dass Sie als Macht auch dem Schlachtfeld nicht zu unterschätzen sind. Gerade Hitler sieht das genauso und gibt für Westen neue Weisungen aus, so gibt er der Kriegsmarine freie Hand zum Angriff auch auf französische Schiffe, sowie die Erlaubnis, abgeblendete Fahrzeuge warnungslos zu versenken.

 

Die "Front" im Westen rückt nun in den Blickpunkt des Reiches und schon bald wird man dort losschlagen, ob die Alliierten nun wollen oder nicht. Die Vorbereitungen laufen dafür auf Hochtouren und das Amt für Technische Wissenschaften der DAF ruft die Arbeiter zur verstärkten Entwicklung von Verbesserungen am Arbeitsplatz auf. Es gilt das Motto »Erfinderisch im Notwendigen«. Alle Ressourchen werden nun zentral erfasst und sollen für den Krieg in die richtigen Bahnen gelenkt werden, so ist nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes der deutsche Getreidebedarf gedeckt. Die deutsche Getreideernte beziffert man auf 27,43 Mill t (ohne Mais).

 

DMP empfiehl zu diesem Thema

Großadmiral Karl Dönitz

Der Marschallstab - Sichtbares Symbol von Herrschaft, Autorität, Würde und Recht


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Polenfeldzug (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://www.zweiter-wk.de/Download/kv091939.html (Letzter Aufruf 23.03.2011)

Autor: Grenadier 72 Reg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. Mai 1940)

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.05. - 09.05.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 1. Mai 1940

 

In Norwegen geht der deutsche Vormarsch weiter. Bei Dombas wurde gestern noch gekämpft.
Die Waffenstreckung norwegischer Truppen nordwestlich Lille­hammer hat sich als umfangreicher erwiesen, als gestern gemeldet wurde.
Es handelt sich um die Reste der zweiten norwegischen Division, die mit 200 Offizieren und 3.500 Mann verschiedener Regimenter, sowie 40 Briten gefangen genommen wurden.
An Beute sind sieben Geschütze, 125 Maschinengewehre und 250 betriebsfähige Kraftwagen eingebracht worden.
Weitere 1.200 Mann ergaben sich im Gebirge bei Lomen zwischen Fagerness und dem Sogne-Fjord.
Die Luftwaffe griff britische Seestreitkräfte vor Namsos mit Erfolg an. Ein Flak-Kreuzer wurde durch zwei Volltreffer mittleren Kalibers versenkt, ein Schwerer Kreuzer durch Volltreffer gleichen Kalibers auf das Achterschiff schwer beschädigt.
Ferner sanken nach Treffern ein Zerstörer und fünf britische Transportschiffe, fünf andere erlitten schwere bzw. schwerste Beschädigungen.
Bei einem britischen Luftangriff auf Stavanger wurden acht feindliche Flugzeuge durch Jäger und Flak, bei einem Angriff auf den Flugplatz Fornebu bei Oslo in der Nacht zum 30. April ein britisches Flugzeug durch Flakartillerie abgeschossen.
Bei einem erneuten Angriff der Briten auf diesen Flugplatz in der Nacht zum 1. Mai wurde geringer Sachschaden angerichtet.
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Ein französisches Flugzeug vom Muster Potez wurde im Luftkampf abgeschossen.

SONDERMELDUNG

Am 1. Mai näherte sich ein starker britischer Flottenverband, dem u. a. auch Flugzeugträger angehörten, der norwegischen Westküste. Sofort nach Eingang dieser Aufklärungsmeldung wurde eine Staffel deutscher Kampfflugzeuge von ihrer norwegischen Basis aus hiergegen eingesetzt.
Trotz der starken feindlichen Jagdabwehr und des konzentrierten Abwehrfeuers sämtlicher Kriegsschiffe stießen die Deutschen, unbeirrbar ihrem Auftrag folgend, gegen ihre Ziele vor und schossen dabei zwei feindliche Jagdflugzeuge ab.
Ein Flugzeugträger erhielt einen Volltreffer mittleren Kalibers auf das Vorschiff. Starke Feuererscheinungen und Rauchentwicklung waren die Folgen des wohlgezielten Bombenwurfs.
Auch ein anderer Flugzeugträger wurde erfolgreich mit Bomben belegt. Die Wirkung konnte jedoch infolge einer sich dazwischen schiebenden Nebelwand im einzelnen nicht beobachtet werden.
Ferner wurde ein Zerstörer mit einer Bombe mittleren Kalibers auf das Achterschiff getroffen und sofort zum Stoppen gebracht.
Durch diese Angriffe wurde der feindliche Verband zersprengt. Die meisten Kriegsschiffe liefen nach Beendigung des Kampfes mit hoher Fahrt in entgegengesetzter Richtung - mit Kurs West - ab.
Ein deutsches Flugzeug ist von diesem Flug nicht zurückgekehrt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 2. Mai 1940

 

Die Operationen in Norwegen zwischen Oslo und Drontheim sind in Verfolgungskämpfe übergegangen. Die Briten räumen überstürzt und in Auflösung das Gebiet um Andalsnes.
Unübersehbare englische Vorräte sind bei Dombas in die Hände unserer Truppen gefallen, die mit ihren Anfängen schon 40 km südostwärts Andalsnes stehen.
Dort wurden 300 noch Widerstand leistende Norweger, die den Rückzug der Briten decken sollten, gefangengenommen.
Unter dem Eindruck dieser Ereignisse hat der norwegische Befehlshaber des Gebietes Maren und Romsdal die Kapitulation angeboten und seinen Truppen Befehl zur Einstellung des aussichtslosen Widerstandes gegeben.
Die unzerstörte Bahnlinie zwischen Dombas und Ulsberg (südlich Drontheim) ist in ihrer ganzen Ausdehnung in unserer Hand.
Die von Bergen nach Osten und aus dem Raum nördlich Oslo nach Westen vorstoßenden deutschen Truppen haben sich an der Bahnlinie Bergen-Oslo die Hand gereicht.
Die Gefangenen- und Beute-Zahlen erhöhen sich ständig.
Bei Narvik und Drontheim keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe setzte ihre planmäßigen Störungs- und Vernichtungs-Angriffe gegen die feindlichen Landungsräume erfolgreich fort.
Auch bei Narvik wurden feindliche Batterien bekämpft. Den feindlichen Seestreitkräften wurden weitere Verluste zugefügt. Ein Kreuzer erhielt einen Treffer auf das Heck, der einen Brand und Detonationen zur Folge hatte.
Ein britisches Handelsschiff wurde versenkt, sechs weitere wurden schwer beschädigt. Sechs britische Flugzeuge wurden abgeschossen.
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

SONDERMELDUNG

In rastloser Verfolgung der in wilder Flucht zurückgehenden Engländer haben die deutschen Truppen Andalsnes erreicht und um 15 Uhr dort die deutsche Reichskriegsflagge gehisst.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 3. Mai 1940

 

Nachdem die letzten britischen Truppen das Gebiet von Andalsnes geräumt haben und die Stadt selbst sich in deutscher Hand befindet, schreitet die Befriedungsaktion in ganz Norwegen schnell fort.
Die Demobilmachung norwegischer Truppen in West-Norwegen ist im Gange. Deutschen Streif-Abteilungen wird nur noch an einzelnen Stellen von versprengten norwegischen Einheiten, die ohne Kenntnis der Gesamtlage sind, Widerstand geleistet.
Nördlich Drontheim verhielt sich der Feind ruhig.
Im Gelände nördlich und südwestlich von Narvik schieben sich feindliche Kräfte langsam gegen unsere Stellungen heran. Angriffe wurden durch die deutschen Sicherungen abgewiesen.
Deutsche Seestreitkräfte haben bei erfolgreicher Fortsetzung der Unterseebootjagd im Skagerrak zwei weitere feindliche Unterseeboote vernichtet. Wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, gelang es der Luftwaffe, am 1. Mai einen feindlichen Flottenverband zu zersprengen, wobei mit Sicherheit ein Flugzeugträger und ein Zerstörer, wahrscheinlich noch ein zweiter Flugzeugträger durch Bomben mittleren Kalibers getroffen und zwei feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen wurden.
Am 2. Mai griff die Luftwaffe wiederum feindliche Seestreitkräfte an. Ein Kreuzer wurde durch zwei Volltreffer auf das Vorschiff schwer beschädigt.
Die Bombenwirkung auf einen zweiten Kreuzer konnte wegen Nebel nicht im einzelnen beobachtet werden. Ein größeres Transportschiff wurde durch zwei Volltreffer mittleren Kalibers versenkt.
Einige Flugplätze in Norwegen und Dänemark wurden erfolglos von den Briten mit Bomben angegriffen.
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 4. Mai 1940

 

Nördlich Narvik haben deutsche Gefechts-Vorposten Angriffsversuche feindli­cher Kräfte abgewiesen. In Narvik selbst ist die Lage unverändert.
Deutschen Abteilungen, die von Drontheim aus nach Norden vorgingen, leisteten nur noch norwegische Truppen Widerstand, da die Streitkräfte der Westmächte den Raum von Namsos überstürzt verlassen haben.
Der Befehlshaber der norwegischen Truppen im Drontheim-Abschnitt hat einen Tagesbefehl erlassen, in dem er verbittert feststellt, dass die Westmächte ihre Truppen, ohne ihn zu verständigen oder zu warnen, sich aus Namsos zurückgezogen haben.
Da die norwegischen Truppen durch das Verhalten des englischen Oberbefehlshabers in Flanke und Rücken gefährdet sind, hat der norwegische Befehlshaber um Waffenruhe gebeten.
Die Befriedung in ganz Norwegen schreitet fort.
Rjukan wurde heute Vormittag den deutschen Truppen kampflos übergeben.
Im Raum von Andalsnes ergaben sich ein General, 127 Offiziere und 2.500 Mann.
Die Beute ist noch nicht zu übersehen.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstätigkeit über Norwegen und der gesamten Nordsee fort. Ein feindliches Frachtschiff wurde durch einen Treffer mittleren Kalibers im Solberg-Fjord nördlich Narvik schwer beschädigt.
Statt eines gemeldeten Schlachtschiffes wurden die britischen Zerstörer "Afridi" und "Bison" von deutschen Stukas versenkt.
Am Nachmittag des 3. Mai wurde, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, im Seegebiet westlich Namsos, ein britisches Schlachtschiff auf westlichem Kurs von deutschen Sturzkampfflugzeugen angegriffen und getroffen. Nach einer gewaltigen Explosion ist das Schiff gesunken.
Fünf britische Kampfflugzeuge griffen in der Nacht vom 3. zum 4. Mai ein deutsches Vorpostenboot in der Nordsee erfolglos an. Zwei feindliche Flugzeuge wurden dabei abgeschossen.
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 5. Mai 1940

 

Starke feindliche Kräfte haben, unterstützt durch Flieger, unsere Sicherungen nördlich Narvik wiederholt angegriffen. Sie wurden im Zusammenwirken mit eigenen Kampffliegern abgewehrt.
Von Steinkjer nördlich Drontheim sind unsere Truppen im Vormarsch nach Norden. Namsos und Grong wurden genommen. Der Befehlshaber der in diesem Gebiet stehenden norwegischen Truppen hat bedingungslos kapituliert.
Auf dem Flugplatz Lesjaskop, südostwärts Andalsnes, wurden 20 verbrannte, englische Flugzeuge aufgefunden.
Im Gebiet von Röros und Trysil sind Säuberungsaktionen im Gange.
Die Luftwaffe versenkte bei Namsos am 3. Mai, wie bereits gemeldet, ein englisches Schlachtschiff, einen Schweren Kreuzer und ein großes Transportschiff, am 4. Mai zwei feindliche Handelsschiffe und vor Narvik einen ehemals polnischen Zerstörer.
Ein eigenes Flugzeug musste wegen Brennstoffmangel notlanden.
Zahlreiche leichte Streitkräfte der Kriegsmarine sind seit dem 9. April zur Sicherung der Truppentransporte und des Nachschubs nach Norwegen eingesetzt.
Ge­genüber den feindlichen Unterseebooten und der bestehenden Flanken-Bedrohung durch Seestreitkräfte, haben diese
Einheiten ihre Aufgabe in vollem Umfang gelöst und so zum raschen Erfolg des Feldzuges in Norwegen beigetragen.
Minensuchboote, Vorpostenboote, Unterseebootjäger und Überwachungsflugzeuge haben dabei seit dem 9. April 23 feindliche Unterseeboote vernichtet.
Trotz stärkster Beanspruchung unserer Unterseebootwaffe während der Aktion in Norwegen wurde der Handelskrieg gegen England auch im Monat April erfolgreich fortgesetzt.
Die Versenkungsziffer an feindlichem und für den Feind nutzbarem neutralen Handelsschiffsraum hat 2.000.000 BRT überschritten und beläuft sich jetzt auf rund 2.300.000 BRT.
Hierbei muss berücksichtigt werden, dass die zum Teil durch Minentreffer eingetretenen Handelsschiffsverluste vom Feinde nur dann bekannt werden, wenn sie von deutscher oder von neutraler Seite festgestellt worden sind und ohnehin nicht mehr verheimlicht werden können.
Es darf also angenommen werden, dass die feindlichen Verluste im Handelskrieg durch die deutschen Seekriegsmaßnahmen höher als bisher angegeben sind.
Die Küstenverteidigung in den besetzten Abschnitten Norwegens wurde durch Aufstellung von weiteren Seezielbatterien leichten, mittleren und schweren Kalibers verstärkt.
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 6. Mai 1940

 

Im Raum von Narvik ist es gestern nicht zu größeren Kampfhandlungen gekommen, doch führte der Feind weiter Verstärkungen an Artillerie von Norden heran.
Den zur Unterstützung der Gruppe Narvik eingesetzten deutschen Kampffliegern gelang es, ein feindliches Schlachtschiff mit einer schweren Bombe zu treffen, ein Truppenlager anzugreifen und dabei ein Munitionslager zur Explosion zu bringen.
Von Grong aus - ostwärts Namsos - haben unsere Truppen den Vormarsch nach Norden angetreten.
In Mittel- und Südnorwegen ist die Befriedungsaktion im allgemeinen abgeschlossen.
Die Bergfestung Hegra ist gefallen.
Die deutschen Sicherungen stehen nunmehr ostwärts Röros nahe der schwedischen Grenze.
Zwei britische Sunderland-Flugboote wurden im nord-norwegischen Küstengebiet vor Anker mit MG-Feuer angegriffen und beschädigt.
Ein britisches Unterseeboot wurde, nachdem es durch einen Minentreffer beschädigt war, am 5. Mai durch zwei deutsche Flugzeuge im Kattegatt gestellt. Diese gingen kurz entschlossen neben dem Unterseeboot auf See nieder.
Der Kommandant des Unterseebootes und ein Unteroffizier wurden gefangen genommen und an Bord der Flugzeuge gebracht.
Sicherungsstreitkräfte der deutschen Kriegsmarine schleppten dann das britische Unterseeboot in einen deutschen Hafen ein.
Bei Terschelling wurden zwei britische Bristol-Blenheim-Flugzeuge abgeschossen.
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 7. Mai 1940

 

Bei Narvik hat sich die Lage bisher nicht verändert.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen britische Kolonnen mit Bomben und Maschinengewehren an und zersprengten sie.
Ein vor Narvik liegender Kreuzer wurde durch eine Bombe mittleren Kalibers getroffen, ein Sunderland-Flugboot durch Bombenwurf versenkt.
Die aus dem Raum von Namsos und Grong nach Norden vorstoßenden deutschen Truppen erreichten Mosjoen.
Eine deutsche Unterseeboot-Jagd-Flottille versenkte im Skagerrak ein feindliches Unterseeboot.
Bei einem Einflugversuch in die Deutsche Bucht wurden zwei britische Flugzeuge von deutschen Jägern abgeschossen.
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, den 8. Mai 1940

 

Die Luftwaffe griff erneut feindliche Seestreitkräfte bei Narvik an. Zwei Kreuzer erhielten Treffer. Feindliche Stellungen und Marschkolonnen wurden wirkungsvoll mit Bomben belegt.
Im Luftkampf wurde ostwärts Narvik ein britisches Jagdflugzeug abgeschossen.
In Narvik selbst ist die Lage unverändert.

    • Unter der umfangreichen Beute, die bisher im Raum um Andalsnes sichergestellt werden konnte, befinden sich:

 

    • 460 englische Tankbüchsen mit Munition

 

    • 49 Geschütze, darunter 40 englische Flak

 

    • 60 Granatwerfer

 

    • 355 Maschinengewehre

 

    • 5.300 Gewehre

 

4,5 Millionen Schuss Infanterie-Munition und ein Munitionszug mit 300 Tonnen Munition.


Die letzten Reste norwegischen Widerstandes in Süd- und Mittelnorwegen wurden nunmehr beseitigt. Bei Vinje ergaben sich Teile eines norwegischen Infanterie-Regiments.
Große Mengen an Gerät, Waffen und Sprengstoff-Vorräten wurden hierbei sichergestellt.
An der Westfront wurde südlich Saarlautern der Angriff eines feindlichen Stoßtrupps mit starken Verlusten für den Feind abgewiesen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 9. Mai 1940

 

Deutsche Kampfflugzeuge griffen feindliche Seestreitkräfte bei Narvik an. Dabei wurde ein Transporter von 7000 BRT durch eine Bombe mittleren Kalibers zum Sinken gebracht.
Nördlich Narvik griffen Kampfverbände wiederholt in den Erdkampf ein, belegten Marschkolonnen mit Bomben und bekämpften feindliche Batteriestellungen.
Die Luftwaffe vernichtete im Skagerrak ein feindliches Unterseeboot durch Bombentreffer.
An der Westfront verlief der Tag ruhig.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

In Norwegen sind die britischen Truppen weiter auf dem Rückzug und evakuieren die Städte. Sind aus Alesund evakuiert. Die Deutsche Spitzen vereinigen sich in Oslo und Bergen und lassen somit Norwegen faktisch in deutsche Hand fallen. Auch in Lillehammer und Trondheim kapitulieren die letzten norwegischen Soldaten, ohne Aussicht auf einen Sieg begeben Sie sich in Deutsche Hand. Kritisch bleibt die Lage nur in Narvik, wo der deutsche Gegenangriff bis zum 2. Mai zurückgeschlagen wird. Dort landen auch immer wieder englische Truppen um den deutschen Truppen jeden Meter norwegischen Bodens wieder abzuringen. Die Fallschirmjäger und Gebirgsjägertruppen der Wehrmacht beweisen ihre Klasse und Qualität in den Kämpfen um Norwegen.

 

An der Westfront spitzt sich die Lage dagegen zu, wenn auch nur im Geheimen. An den Fronten herrscht weiter Ruhe, doch in den Kasernen und Maschinenparks bereitet man sich auf den Ernstfall vor, wohingegen die Militärs und Politiker bereits einen Termin für den offenen Konflikt in der Mitte Europas festlegen. Hitler sieht seine Stunde der Rache für die Schmach von 1918 nun gekommen, er will weiter erobern und befiehlt den Fall Gelb zum Angriff auf Holland, Belgien und Frankreich. In den nächsten Tagen bis zum 9. Mai wird er den Termin immer wieder verschieben, die Militärs damit den ein oder anderen Nerv rauben und doch den Zweiten Weltkrieg bzw. die großen Schlachten dieses Krieges einleiten. In den folgenden Tagen wird die deutsche Luftwaffe nicht nur mehr Aufklärungsflüge über der Westfront fliegen, sondern erstmalig auch Waffen abwerfen. So in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai, wo einhundert Minen vor holländischen und belgischen Häfen die Bombenschächte der deutschen Flieger verlassen. Die Vorbereitung diese Aktionen liegen nicht nur in der Planung der deutschen Militärs, allen voran von Manstein, sondern auch an der enormen Produktionsleitung der deutschen Rüstungskonzerne. Dies weiß auch der Führer und ist sich auch der Bedeutung dieser Kriegswirtschaft bewusst, wobei er den Krupp-Rüstungsbetrieb in Essen, für seine herausragenden Dienste für das Dritte Reich, als 'Nationalsozialistischer Musterbetrieb' ausgezeichnet. Dabei ist den Alliierten die „Aufmarsch“ auf deutscher Seite nicht verborgen geblieben. So berichten französische Piloten, welche in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai von einem Einsatz zum Flugblätter-Abwurf über Düsseldorf zurückkehren, berichten dass sie die Lichter einer 100 Kilometer langen deutschen motorisierter Kolonne sehen konnten, welche nach Westen in Richtung der Ardennen zieht. Die Ironie der Geschichte dabei ist, dass zur gleichen Zeit die franz. Führung an der Westfront Panzersperren in den Ardennen abreißen lässt – in großer Zahl. Dieser General mit Namen Huntziger, Befehlshaber der 2. französischen Armee, befiehlt den Abriss von Panzersperren und Hindernissen auf den zwei Hauptverbindungsstrassen aus den Ardennen. Der Grund dafür war, dass diese ohne den ausdrücklichen Auftrag und Befehl aus dem Hauptquartier geschehen ist. Gerade die Auswechselungen von französischen Militärs in großer Zahl, so gerät auch der französischen Oberbefehlshaber General Gamelin für sein Versagen in der Abwehr der deutschen Invasion von Norwegen in die Kritik. Die gesamte Militärführung in Frankreich ist mehr mit den politischen Querelen beschäftigt, als mit den Nachrichten aus den Geheimdiensten ihrer Nation. So springt der deutschen Kapitän Hermann Goertz von der Abwehr (deutscher Auslandsgeheimdienst) mit dem Fallschirm in der Nähe von Dublin ab. Sein einziger Auftrag ist, dort Kontakte zur irischen Armee und der IRA aufzubauen. Erfahren tun dies die Nachrichtendienste nur durch seine Festnahme im November 1941 von den irischen Behörden verhaftet. Der bereits im Vorfeld sind viele ähnlicher Spione auch in Frankreich im Einsatz, durchaus bekannt bei der franz. Abwehr. Dieser Abwehr kommen auch weitere Beweise für eine Zuspitzung der Lage zu Ohren, so auch, dass der Papst Nuntios König Leopold von Belgien davor warnt, dass ein deutscher Angriff kurz bevorsteht.

Am Vormittag befiehlt Hitler, dass Fall Gelb - die Offensive im Westen - am 10. Mai um 5:35 Uhr morgens beginnen soll. Um 9 Uhr wird das Code-Wort 'Danzig' an die Befehlshaber an der Westfront übermittelt. Hitler verlässt Berlin in einem Sonderzug in sein vorgeschobenes Führerhauptquartier in der Nähe von Münstereifel an der belgischen Grenze.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generalfeldmarschall Erich von Manstein

Normandie-Niemen


10.05. - 19.05.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 10. Mai 1940

 

SONDERMELDUNG

Angesichts der unmittelbar bevorstehenden feindlichen Kriegsausweitung auf belgisches und holländisches Gebiet und der damit verbundenen Bedrohung des Ruhrgebiets ist das deutsche Westheer am 10. Mai bei Morgengrauen zum Angriff über die deutsche Westgrenze auf breitester Front angetreten.
Gleichzeitig hat die Luftwaffe mit großem Erfolg die feindlichen Flugplätze angegriffen und mit starken Verbänden zur Unterstützung des Heeres in den Erdkampf eingegriffen.
Um die Gesamtoperationen der Wehrmacht zu leiten, hat sich der Führer und Oberste Befehlshaber an die Front begeben.
Die deutschen Truppen haben heute um 5.30 Uhr die holländische, luxemburgische und belgische Grenze überschritten.
Feindlicher Widerstand in Grenznähe wurde überall in scharfem Zugriff, vielfach in engstem Zusammenwirken mit der Luftwaffe, gebrochen.
Ein deutsches Unterseeboot hat im Seegebiet Terschelling ein britisches Unterseeboot versenkt.
Ein deutsches Schnellboot versenkte im Laufe von Operationen in der Nordsee einen feindlichen Zerstörer durch Torpedoschuß.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 11. Mai 1940

 

Das deutsche Westheer hat nach Überschreiten der holländischen, belgischen und luxemburgischen Grenze die feindlichen Grenztruppen in Holland und Belgien überall geworfen und ist, trotz Zerstörung von zahlreichen Brücken und Sperren aller Art, in rasch fortschreitendem Angriff.
Fallschirm- und Luftlandetruppen sind an verschiedenen Plätzen abgesetzt und im Begriff, die ihnen obliegenden Sicherungsaufgaben durchzuführen.
Im rollenden Einsatz unterstützten Verbände der Luftwaffe das Vorgehen des Heeres, indem sie Befestigungsanlagen und Stellungsbauten, Marschkolonnen und Truppenlager angriffen, Straßen, Eisenbahnlinien und Brücken durch Bombentreffer beschädigten oder zerstörten. Die weitreichende Aufklärung brachte Klarheit über die feindlichen Heeresbewegungen.
Mit massierten Kräften führte die deutsche Luftwaffe ferner am 10. Mai den ersten Großangriff gegen die Basis der feindlichen Luftwaffe in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. 72 Flugplätze wurden angegriffen, 300 bis 400 feindliche Flugzeuge am Boden vernichtet, zahlreiche Flugplatzanlagen und Hallen durch Brände und Explosionen zerstört.
Besonders empfindlich wurden die französischen Luftstützpunkte Metz, Nancy, Reims, Romilly, Dijon und Lyon getroffen.
In Luftkämpfen verlor der Feind 23 Flugzeuge. Elf eigene Flugzeuge wurden abgeschossen, 15 weitere werden vermißt.
Der Feind griff, wie schon gemeldet, am 10. Mai die Stadt Freiburg mit Bomben an und warf in der Nacht vom 10. zum 11. Mai Brand- und Splitterbomben auf drei Orte im Ruhrgebiet, wobei zwei Zivilpersonen getötet, mehrere verletzt und geringer Sachschaden verursacht wurde. Drei feindliche Flugzeuge wurden durch Flak abgeschossen.
Versenkt wurden: Durch Bomben zwei Handelsschiffe mit 5000 und 2000 BRT zwischen Calais und Dünkirchen, durch ein eigenes Unterseeboot ein feindliches Unterseeboot, durch ein Schnellboot ein feindlicher Zerstörer.
In Norwegen ist die Lage unverändert.
Vor Narvik gelang es, ein britisches Schlachtschiff und einen Kreuzer mit mehreren Bomben verschiedenen Kalibers zu treffen.

SONDERMELDUNG

Das stärkste Fort der Festung Lüttich, Eben Emael, das die Übergänge über die Maas und den Albert-Kanal bei und westlich Maastricht beherrscht, hat sich Sonnabendnachmittag ergeben. Der Kommandant und 1000 Mann wurden gefangen genommen.
Das Fort wurde schon am 10. Mai durch eine ausgesuchte Abteilung der Luftwaffe unter Führung von Oberleutnant Witzig und unter Einsatz neuartiger Angriffsmittel kampfunfähig gemacht und die Besatzung niedergehalten. Als es einem von Norden angreifenden Verband des Heeres nach hartem Kampf gelungen war, die Verbindung mit der Abteilung Witzig herzustellen, hat die Besatzung ihre Waffen gestreckt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 12. Mai 1940

 

In engem Zusammenwirken zwischen Heer und Luftwaffe ist auf der gesamten Front der deutsche Angriff im Westen in raschem Fortschreiten.
Im Norden von Holland haben die deutschen Truppen die Provinz Groningen besetzt. Harlingen und die Ostküste der Zuidersee wurden erreicht.
Nach dem Durchstoßen der Jissel-Stellung wurde im Vorgehen nach Westen auch die von Amersfoort auf Rhenen verlaufende Grebbe-Linie und weiter südlich die Peel-Stellung durchbrochen.
Zwischen Hasselt und Maastricht ist der Übergang über den Albert-Kanal erzwungen. Das Fort Eben Emael, südlich Maastricht, der stärkste Eckpfeiler Lüttichs, ist, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, in deutscher Hand. Der Kommandant und die Besatzung von 1000 Mann haben sich ergeben.
Vor Lüttich sind die deutschen Truppen teilweise tief in das Festungsvorland eingedrungen.
Auch die durch Südbelgien vorgehenden Teile des deutschen Heeres haben trotz feindlichen Widerstandes rasch Boden gewonnen.
Ganz Luxemburg ist in deutscher Hand.
Die deutsche Luftwaffe setzte am 11. Mai den tags zuvor begonnenen Großangriff gegen die feindlichen Luftwaffen in Frankreich, Belgien und in den Niederlanden fort.
Eine große Anzahl von Flugplätzen wurde erneut angegriffen und dabei Hallen in Brand gesetzt, Werften zerstört und Tank- und Munitionslager zur Explosion gebracht.
Allein auf dem Flugplatz Vraux gelang es 30, auf dem Flugplatz Orleans 36 Flugzeuge zu zerstören. Im Luftkampf wurden 52, durch Flakartillerie zwölf Flugzeuge abgeschossen.
Es kann mit Sicherheit angenommen werden, daß insgesamt auch am gestrigen Tage 300 feindliche Flugzeuge unserem Angriff und der Luftabwehr zum Opfer fielen. Truppenansammlungen, Transportzüge, Bahnanlagen, Marschkolonnen und Kraftwagentransporte hinter der belgischen und französischen Front waren das Ziel wirkungsvoller Angriffe.
An der belgisch-holländischen Küste wurden Seestreitkräfte, Transportschiffe und Ausladungen angegriffen, in Vlissingen drei Transportschiffe und ein Tankdampfer getroffen, in der mittleren Nordsee ein feindlicher Zerstörer durch Bombentreffer beschädigt.
In der Nacht vom 11. zum 12. Mai flogen einzelne Flugzeuge in Westdeutschland ein und griffen wiederum eine Reihe nichtmilitärischer Ziele ohne besondere Wirkung an. Die eigenen Flugzeugverluste sind im Verhältnis zum Erfolg wiederum als gering zu bezeichnen. 35 Flugzeuge werden vermißt.

In Norwegen ist die Lage unverändert. Bei Narvik wurden feindliche See- und Landstreitkräfte durch die Luftwaffe angegriffen, ein Zerstörer versenkt, ein weiterer beschädigt.

SONDERMELDUNG

Die harten Schläge der Luftwaffe werden fortgesetzt. Im Laufe des heutigen Vormittags wurden bereits 58 feindliche Flugzeuge, davon allein 30 Flugzeuge vom Baumuster Spitfire, abgeschossen.
In der mittleren Nordsee versenkten unsere Kampfflieger einen britischen Kreuzer neuester Bauart. Ein anderer Kreuzer wurde im Ofoten-Fjord schwerstens beschädigt.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 13. Mai 1940

 

Der Angriff der deutschen Wehrmacht im Westen machte am 12. Mai gute Fortschritte.
In Holland gehen deutsche Truppen westlich des Süd-Willem-Kanals vor. Sie haben die Verbindung mit den um Rotterdam auf dem Luftwege gelandeten Truppen hergestellt.
In Belgien wurde der Übergang über den Albert-Kanal auch nordwestlich Hasselt erzwungen. Unsere Truppen sind westlich Lüttich im Vorgehen nördlich der Maas nach Westen und sind in die Stadt Lüttich eingebrochen.
Auf der Zitadelle weht seit 13. Mai vormittags die deutsche Flagge, während einzelne Außenforts der Festung noch Widerstand leisten.
Westlich der Ourthe und in Südbelgien wurden französische Truppen geworfen. Unsere Divisionen sind dort in flüssigem Vormarsch und nähern sich mit ihren Anfängen schon den gesteckten Zielen.
Südlich Saarbrücken und südöstlich Zweibrücken wurden unsere Stellungen vorverlegt und dabei mehrere hundert Gefangene gemacht.
Das Vorgehen des Heeres wurde durch Angriffe der Luftwaffe gegen Truppenansammlungen, Marschkolonnen und Eisenbahnen wirkungsvoll unterstützt.
Im übrigen setzte die Luftwaffe ihren Großkampf um die Luftüberlegenheit über dem westlichen Operationsraum mit fühlbarem Erfolg fort.
Insgesamt wurden am 12. Mai etwa 320 Flugzeuge vernichtet, davon 58 im Luftkampf, 72 durch Flak, die übrigen am Boden.
Allein 25 Flugzeuge wurden bei einem britischen Angriff auf die Maasübergänge bei Maastricht durch die Flakartillerie zum Absturz gebracht.
Eine einzige Jagdstaffel erzielte 16 Abschüsse.
Die eigenen Verluste waren gegenüber denen des Feindes und gemessen an den Erfolgen auch am gestrigen Tage gering. Sie betrugen 31 Flugzeuge.
Auch auf See erlitt der Feind starke Einbuße.
Vor der holländischen Küste wurde ein Kreuzer durch Bombentreffer schwer beschädigt, ein Kreuzer der „Southampton"-Klasse sowie ein Transporter von 15.000 BRT versenkt und sieben weitere Handelsschiffe getroffen und in Brand geschossen.

Vor Narvik, wo verstärkte feindliche Seestreitkräfte auftraten, erlitten ein Zerstörer und vor Hemmesöy ein Kreuzer durch Bombentreffer schwere Beschädigungen.
Den in Mittel-Norwegen bei Mosjoen und Mo operierenden deutschen Truppen sind weitere Verstärkungen zugeführt worden.
Die Gruppe Narvik steht im Abwehrkampf gegen einen weit überlegenen Feind.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 14. Mai 1940

 

In Holland ist es gelungen, den Einbruch in die Grebbe-Linie südostwärts Amersfoort zu erweitern und in Richtung Utrecht Raum zu gewinnen.
Weitere Kräfte werden von Süden her in die Festung Holland hineingeführt, in der unsere Truppen nach Vernichtung einer feindlichen Kräftegruppe bei Dordrecht bis Rotterdam durchgestoßen sind.
Weiter südlich drangen unsere Truppen über Breda gegen die Scheide-Mündung vor. Rosendaal wurde genommen.
In Belgien wurde gestern auch der Turnhout-Kanal südostwärts der gleichnamigen Stadt überschritten und weiter südlich die Große Gette erreicht.
Nördlich Namur stoßen unsere Panzerkräfte den auf die befestigte Dyle-Stellung zurückgehenden feindlichen Panzern nach, die durch die vorausgegangenen Angriffe aus der Luft und auf der Erde stark erschüttert sind.
Die Stadt Lüttich ist in deutscher Hand.
Im Raume südlich der Linie Lüttich-Namur haben unsere Truppen die Ardennen
hinter sich gelassen und mit Anfängen die Maas zwischen Namur und Givet erreicht.
Auch in Süd-Belgien verlaufen unsere Bewegungen rasch und planmäßig.
Die französisch-luxemburgische und französisch-belgische Grenze ist bis in die Höhe von Mezieres-Charleville fast überall erreicht und an vielen Stellen überschritten.
Unter dem Schutz von ununterbrochen angreifenden deutschen Kampf-, Stuka- und Zerstörerverbänden und deren niederschmetternder Wirkung gelang es, die Maas auch auf französischem Gebiet zu überschreiten.
Südlich Saarbrücken zeichnete sich der Leutnant eines Infanterie-Regiments Otto Schulz durch besondere Tapferkeit aus.

In Erweiterung der gestrigen Angriffserfolge brachen wir in der Gegend von Merzig und südlich Pirmasens in die feindlichen Stellungen ein und nahmen Engländer und Franzosen gefangen.
Außer der starken Unterstützung des Heeres griff die Luftwaffe verschiedene feindliche Flugplätze an. Auf dem Flugplatz Hamstede wurden allein 26 am Boden stehende Flugzeuge zerstört.
Im ganzen betrugen die Verluste des Gegners am 13. Mai etwa 150 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 47, durch Flakartillerie 37 abgeschossen. 27 eigene Flugzeuge werden vermisst.

SONDERMELDUNG

Unter dem gewaltigen Eindruck der Angriffe deutscher Sturzkampfflieger und des bevorstehenden Panzerangriffs auf die Stadt hat Rotterdam kapituliert und sich dadurch vor der Vernichtung bewahrt.

In Nordbelgien haben deutsche Panzerverbände in der Verfolgung des zurückflutenden Feindes Ligny, das historische Schlachtfeld von 1815, erreicht.

SONDERMELDUNG

Nach der Kapitulation von Rotterdam und angesichts der bevorstehenden Bedrohung der holländischen Hauptstadt hat der holländische Befehlshaber den aussichtslosen Widerstand aufgegeben und seinen Truppen den Befehl zur Einstellung des Kampfes erteilt.

In Zeeland geht der Kampf weiter.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 15. Mai 1940

 

Die Festung Holland hat angesichts des aussichtslosen Kampfes gegen die überlegenen Angriffe der deutschen Truppen zu Lande und aus der Luft kapituliert.
In Belgien haben unsere dem weichenden Gegner scharf nachdrängenden Divisionen die Dyle-Stellung erreicht.
Zwischen Namur und Givet ist der Übergang über die Maas in breiter Front erzwungen. Auf dem Westufer mit Panzern unternommene Gegenangriffe der Franzosen wurden abgeschlagen. Deutsche Kampfflieger- und Zerstörerverbände griffen in diesen Kampf ein und vernichteten eine große Anzahl Panzerwagen.
Beim Übergang über die Maas im Räume von Sedan ist in engstem Zusammenwirken mit der Luftwaffe der Schutzwall Frankreichs, die Maginotlinie, in ihrer Verlängerung nach Nordwesten durchbrochen. Auch hier scheiterten französische Gegenangriffe unter schweren Verlusten für den Feind.
Bei den Angriffen an der Saarfront zeichnete sich der Oberleutnant eines Infanterieregiments Hans Schoene mit seiner Kompanie bei der Erstürmung eines beherrschenden Felsenstützpunktes südlich Pirmasens durch hervorragende Tapferkeit aus.
Das Schwergewicht der deutschen Luftoperationen lag gestern im Angriff gegen die rückwärtigen Verbindungen des Feindes, seine Transportstraßen und Ausladebahnhöfe.
Feindliche Versuche, die deutsche Kampftätigkeit durch Einsatz starker Fliegerkräfte zu verhindern, wurden mit schweren Verlusten für den Gegner abgeschlagen, ohne die eigene Handlungsfreiheit in der Luft wesentlich zu stören.
An einer Stelle wurden allein über 70 britische und französische Kampf- und Jagdflugzeuge abgeschossen. Die Gesamtverluste des Gegners betrugen am 14. Mai über 200 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf etwa 170, durch Flak 17 abgeschossen, der Rest am Boden vernichtet. 35 eigene Flugzeuge werden vermisst.
Die bewaffnete Aufklärung vor der niederländischen Küste führte zu großen Erfolgen.
Wie durch Sondermeldung schon bekanntgegeben, wurden zwei Kreuzer und ein Zerstörer durch Bombentreffer versenkt, ein weiterer Kreuzer durch eine Bombe schwer getroffen, ein Handelsschiff von 29.000 BRT und vier Transportschiffe zerstört.

Der Abwehrkampf um Narvik dauert an.

SONDERMELDUNG

Die Kapitulation der holländischen Armee ist heute 11 Uhr von dem deutschen Oberbefehlshaber und dem Oberbefehlshaber der holländischen Armee und Marine unterzeichnet worden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 16. Mai 1940

 

In Holland rückten deutsche Truppen nach Abschluß der Kapitulationsverhandlungen in Den Haag und in Amsterdam ein.
In Belgien hat sich der Feind in der Festung Antwerpen, in der Dyle-Stellung und in der Festung Namur zum Kampf gestellt. Südwestlich Namur erweiterten unsere Divisionen ihre Erfolge auf dem Westufer der Maas und schlugen dabei erneut französische Panzerkräfte.
Südlich Sedan wurden französische Gegenangriffe, die unter Einsatz schwerster Panzer geführt wurden, abgewiesen. Mehrere schwerste Panzer wurden dabei vernichtet.
Zwischen Mosel und Rhein konnten unsere Stellungen westlich Saarlautern und bei Lauterburg vorverlegt werden.
Die Luftwaffe griff auch am 15. Mai mit starken Kräften feindliche Truppen und ihre Verkehrsverbindungen an. Marschkolonnen und Truppenansammlungen wurden zersprengt, zahlreiche feindliche Panzerwagen durch Volltreffer vernichtet.
Über dem Kampfraum des Heeres wurden in Luftkämpfen 46 feindliche Flugzeuge, durch Flakartillerie weitere zwei Flugzeuge abgeschossen. Bei Angriffen gegen feindliche Flugplätze sind zahlreiche Flugzeuge am Boden zerstört worden. Die sicher festgestellten Gesamtverluste des Gegners am 15. Mai belaufen sich auf 98 Flugzeuge. 18 eigene Flugzeuge sind verloren gegangen.
Im Seegebiet der niederländischen und belgischen Küste wurden durch Bomben zwei Zerstörer und drei Handelsschiffe, darunter ein Dampfer mit 12.000 BRT, versenkt, zwei Zerstörer und vier Handelsschiffe schwer getroffen, durch eines unserer Unterseeboote ein TankDampfer und ein bewaffnetes Handelsschiff torpediert.

Auch in der letzten Nacht unternahmen feindliche Flugzeuge Einflüge nach Westdeutschland.
Sie warfen dabei planlos eine Anzahl von Bomben, die unbeträchtlichen Sachschaden anrichteten und eine Anzahl von Zivilpersonen töteten und verletzten. Militärische Objekte wurden weder angegriffen noch getroffen.

Die Gruppe Narvik schlug erneut Angriffe mit schweren Verlusten für den Feind ab.
Sie hat ihre weit vorgeschobenen Sicherungen im Raume nördlich von Narvik befehlsgemäß stärker zusammengefasst.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 17. Mai 1940

 

In der Schlacht zwischen Antwerpen und Namur wurde die Dyle-Stellung südlich Wavre durchstoßen und die Nordostfront der Festung Namur genommen.
Südlich Maubeuge bis nach Carignan, südlich von Sedan, ist die Maginotlinie auf einer Breite von 100 Kilometern durchbrochen. Französische Panzerkräfte, die sich westlich Dinant unseren Panzern entgegen warfen, sind geschlagen.
Verbände des Heeres und der Luftwaffe verfolgen überall den nach Westen zurückgehenden Feind.
In den Kämpfen südostwärts Sedan errang der Kommandeur eines motorisierten Schützenregiments Oberstleutnant Balck, durch rücksichtslosen persönlichen Einsatz besondere Erfolge mit seiner Truppe.
Bisher wurden an diesem Teil der Front 12.000 Gefangene gemacht, darunter zwei Generale, und zahlreiche Geschütze erbeutet.
Auf dem Südflügel wehrten eigene starke Kräfte feindliche Entlastungsangriffe ab und konnten im Nachstoß auch hier Boden gewinnen.
An der Saar-Front wurde die Erkundungstätigkeit gegen die Maginotlinie fortgesetzt. Gestern wurde durch französische Fernkampf-Artillerie, ohne militärische Gründe, die unverteidigte Stadt Rastatt beschossen. Deutsche schwerste Batterien haben daraufhin als Vergeltung das Feuer auf Hagenau eröffnet.
In Holland ist die Eroberung der Inseln in der Provinz Zeeland im Gange. Die Insel Tholen hat gestern kapituliert.
Hauptangriffsziele der Luftwaffe bildeten am 16. Mai die rückwärtigen Verbindungen des Feindes in Frankreich und Belgien. Zahlreiche Eisenbahnstrecken und Straßen sind nachhaltig zerstört, Truppentransportzüge vernichtet, Truppenansammlungen und Marschkolonnen zersprengt worden.
Durch Angriffe gegen feindliche Seestreitkräfte und Transportschiffe sind vor der niederländisch-belgischen Küste ein feindlicher Kreuzer und ein Kanonen-Boot versenkt, ein Transportschiff so schwer getroffen, dass es auf Strand gesetzt werden musste und zwei französische Zerstörer beschädigt worden.
In der mittleren Nordsee erhielt ein getauchtes Unterseeboot einen Bombentreffer, seine Vernichtung ist wahrscheinlich.

Vor Narvik gelang es, auf einem Schlachtschiff und einem Leichten Kreuzer Bombentreffer zu erzielen, und einen Tanker von 15.000 BRT in Brand zu werfen.
Ein feindlicher Jäger wurde dort im Luftkampf abgeschossen.
Unsere Gebirgsjäger konnten in ihrem Abwehrkampf durch Luftangriffe auf feindliche Ausladungen und Ansammlungen entlastet werden. Verstärkungen wurden ihnen zugeführt.

Am gestrigen Tage hat der Feind im Westen insgesamt 59 Flugzeuge verloren. Davon sind 30 Flugzeuge im Luftkampf, acht durch Flakartillerie abgeschossen worden, der Rest am Boden zerstört, 15 eigene Flugzeuge werden vermisst.

SONDERMELDUNG

Nach dem Zusammenbruch der südlich Löwen gelegenen britisch-französischen Stellung sind Freitag gegen Abend die deutschen Truppen in Brüssel einmarschiert.

SONDERMELDUNG

Die deutsche Luftwaffe erzielte bereits in den Morgenstunden des 17. Mai eine Reihe von bemerkenswerten Angriffserfolgen.
An der belgischen Front schoss heute innerhalb einer Stunde eine deutsche Staffel von sechs Messerschmitt-Jägern 13 britische Kampfflugzeuge des Musters Blenheim ab, ohne selbst irgendwelche Verluste zu haben.

Im Hafen von Dünkirchen wurde ein Zerstörer durch zwei Volltreffer schweren Kalibers innerhalb weniger Minuten zum Sinken gebracht.
Außerdem wurden ein Kreuzer und ein Handelsschiff vor Dünkirchen durch Bombentreffer schwer beschädigt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 18. Mai 1940

 

In Holland macht die Säuberung der zeeländischen Inseln rasche Fortschritte. Nur östlich Vlissingen auf der Insel Walcheren wurde gestern noch gekämpft. Der holländische Kommandant hat nunmehr die Kapitulation angeboten.
Auf den Inseln Schouven und Süd-Beveland wurden über 2.000 Holländer und Franzosen gefangengenommen.
Teile der holländischen Kriegsmarine, soweit sie in den Häfen lagen, wurden in Besitz genommen, ebenso die holländischen Küstenbatterien besetzt.
In Nordbelgien gelang es an zwei Stellen, in den äußeren Gürtel der Festung Antwerpen einzubrechen.
Wie gestern schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurden Mecheln und Löwen in hartem Kampf genommen, Brüssel dagegen kampflos durch den Oberbürgermeister unseren einrückenden Truppen übergeben.
Der aus der Dyle-Stellung zurückgehende Feind wird verfolgt.
Südlich Maubeuge durchstießen deutsche Panzerkorps die französischen Grenzbefestigungen, zerschlugen zwei feindliche Divisionen und verfolgten den weichenden Feind über die obere Sambre weiter südlich bis an die obere Oise. Infanterie-Divisionen folgen in gewaltigen Märschen dichtauf.
Zahlreiche Gefangene der zerschlagenen französischen Truppen und große Beute wurden eingebracht.
Auch südlich Sedan gewannen wir nach Süden Raum.
Die Luftwaffe griff hauptsächlich die rückwärtigen Verbindungen und die mit dichten Kolonnen belegten Rückzugsstraßen des Feindes in Belgien und Frankreich an. Unter der Wirkung dieser Angriffe ging der Feind an verschiedenen Stellen fluchtartig zurück.
Bei der bewaffneten Aufklärung an der niederländisch-belgischen Küste gelang es, einen feindlichen Zerstörer zu versenken.

Im Seegebiet von Narvik wurden feindliche Ausladungen bekämpft und je ein schwerer Treffer auf einen Schweren Kreuzer und einen großen Transporter erzielt.

Der Gegner verlor im Laufe des Tages 108 Flugzeuge, davon 53 im Luftkampf, elf durch Flakartillerie, der Rest wurde am Boden zerstört. 26 eigene Flugzeuge werden vermisst.

Feindliche Luftangriffe richteten sich gegen verschiedene Städte im norddeutschen Küstengebiet, insbesondere Hamburg und Bremen, und in Westdeutschland.
Wie in allen bisherigen Fällen wurden, abgesehen von einer Kaserne, ausschließlich nichtmilitärische Ziele planlos angegriffen.
Dies stellt das deutsche Oberkommando der Wehrmacht im Hinblick auf die sich daraus ergebenden Folgerungen ausdrücklich fest.

Einheiten der deutschen Kriegsmarine haben vor südafrikanischen Häfen, die feindlichen Seestreitkräften als Stützpunkte dienen, Minen gelegt.

Sondermeldung: Durch schnellen Angriff ist die Festungsfront von Antwerpen durchbrochen. Deutsche Truppen sind in das Stadtinnere eingedrungen. Die deutsche Kriegsflagge weht auf dem Rathaus von Antwerpen.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 19. Mai 1940

 

Nach der Beseitigung des letzten Widerstandes auf der Insel Walcheren, ist ganz Holland mit sämtlichen Inseln in deutscher Hand.
In Nordbelgien drängen unsere Truppen nach der schon durch Sondermeldung bekanntgegebenen Einnahme von Antwerpen den hinhaltend kämpfenden Feind immer weiter nach Westen zurück.
Westlich Antwerpen wurde die Scheide überschritten, westlich Brüssel der Abschnitt der Dendre erreicht.
Zwischen Maubeuge und La Fere wird der Angriff fortgesetzt. Sambre und Oise sind überschritten, Le Cateau und St. Quentin in deutscher Hand.
Auf dem Südflügel erreichten wir mit starken Kräften die Gegend nördlich von Laon und die Aisne bei Rethel.
Bei den Kämpfen nordwestlich Montmedy ist in der Maginotlinie das starke Panzerwerk 505 genommen worden.
Hierbei hat sich der Oberleutnant eines Pionierbataillons Germer besonders ausgezeichnet.
Die Gefangenen- und Beutezahlen steigen.
Bis jetzt wurden 110.000 Gefangene ohne die holländische Armee und zahlreiche Geschütze bis zu 28cm Kaliber gezählt.
Die Luftwaffe unterstützte wirksam das Vorgehen des Heeres.
Ihr Schwergewicht lag weiterhin auf den rückwärtigen Verbindungen, Verkehrsanlagen und Rückzugswegen des Feindes. Bombenwurf auf mehrere Flugplätze zerstörte Hallen, Werften und am Boden stehende Flugzeuge.
Vor der französisch-belgischen Küste wurde ein Handelsschiff von 6.000 BRT durch Bombentreffer versenkt und ein Zerstörer schwer beschädigt.
Die Verluste des Feindes betrugen 147 Flugzeuge; hiervon sind 47 im Luftkampf, 13 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört worden. 27 eigene Flugzeuge werden vermisst.

In Norwegen steht die Gruppe Narvik, unterstützt durch die Luftwaffe, noch immer in schwerem Abwehrkampf.
Ein Handelsschiff von 1.500 BRT und ein Transporter von 6.000 BRT wurden hier versenkt, ein feindliches Flugboot im Luftkampf abgeschossen.

Feindliche Flugzeuge griffen wiederum verschiedene Städte im norddeutschen Küstengebiet und in Westdeutschland mit Bomben an. Militärische Ziele wurden nicht getroffen.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Das Schlachtfeld Europa ist nun in die heiße Phase des Krieges eingetreten. Ohne eine Kriegserklärung marschieren Verbände der Wehrmacht in Holland, Belgien und Luxemburg ein. Es kommen dabei 77 Divisionen (einschließlich 10 Panzer- und 2 Luftlande-Divisionen) sowie 3.500 Flugzeugen zum Einsatz. Gleichzeitig wagen drei Panzer-Korps - Guderians XI, Reinhardts XLI und Hoths XX den Schlag auf die Ardennen Richtung der Maas. Die Franzosen gehen mit 32 Divisionen, einschließlich den englischen Expeditionskorps BEF, in ihre Verteidigungsstellungen und vertrauen auf die kriegserprobte bzw. modernisierte Grenze zwischen Deutschland und Frankreich:

'Deutschland fordert uns zum Krieg auf Leben und Tod heraus ... habt Mut, Kraft und Zuversicht.'
(General Gamelin, der alliierte Oberbefehlshaber)

'Soldaten der Westfront! Die Schlacht, welche heute beginnt, wird für die nächsten tausend Jahre das Schicksal der deutschen Nation entscheiden.'
(Hitlers Tagesbefehl)



Die Luftwaffe des deutschen Reiches wird mit den Bodentruppen zu einer kombinierten Streitmacht zusammengefasst und bereitet den Weg der Truppen Richtung Frankreich vor. Deutsche Flugzeuge bombardieren irrtümlich Freiburg. 57 Einwohner kommen ums Leben und Propagandaminister Goebbels beschuldigt die Franzosen. Luftlandtruppen sollen bei den zielgerichteten Aktionen eine wichtige Rolle spielen und entscheidende Punkte auf der strategischen Karte besetzen.
Guderian und seine Panzer spielen beim Vormarsch ihre Qualitäten und Gerät bestens aus. So zersprengen die französische Kavallerie und leichte mechanisierte Kräfte in den Ardennen und erreichen Sedan noch vor dem Zeitplan. In Belgien und Südwest-Holland stellt sich dagegen die französische mechanisierte 7. Armee Breda den Invasoren. Beim Kampf um Belgien spielen vor allem die Luftwaffen eine entscheidende Rolle, so können nur die Briten der Luftwaffe einigermaßen Paroli bieten, die französischen Flugzeuge werden reihenweise abgeschossen. So ist es die Luftwaffe und die revolutionäre StuKa Baureihe, die die französische 7. Armee (General Giraud) stark bedrängt. Die Zusammenarbeit von der 9. Panzer-Division und Stukas und lässt die französischen Truppen schnell weichen.
Die Maas wird an der Westfront zum Zünglein an der Waage und soll die Wehrmacht durch zerstörte Brücken bzw. verschanzte Truppen aufhalten. Dennoch, die Panzer-Korps von Guderian, Hoth und Reinhardt errichten mit Hilfe von starker Luftunterstützung Brückenköpfe und vernichten bis zum 17. Mai die französische 9. Armee und schlagen eine 80 Kilometer breite Bresche in die alliierte Linie. Jedweder Gegenangriff der Alliierten wird zurückgeschlagen und die rollende Panzerwaffe der deutschen erweist sich als durchschlagendes bzw. entscheidendes Mittel.

 

Am 15. Mai erringen Hoth's Panzer einen weiteren entscheidenden Sieg und schlagen die französische 1. Panzer-Division westlich von Dinant, welche dabei 125 ihrer 175 Panzer verliert. Die Franzosen befinden sich nun auf dem Rückzug und die deutsche 6. Armee führt einen Großangriff gegen die alliierte Front in Belgien (Dijle-Line) durch. Man ist dem Ziel, einen Einmarsch in Frankreich von zwei Seiten schon sehr nahe, als die formale Kapitulation der holländischen Armee, die am 10. Mai überrannt wurde. In diesem Kämpfen sticht ein Oberst de Gaulles von der 4. Panzer-Division heraus, er führt einen Gegenangriff gegen Guderians XIX. Panzer-Korps durch, der zwar zurückgeschagen wird, aber den Widerstandswillen dieses Mannes zeigt.
Interessant in diesem modernen Krieg der Panzerspitzen ohne Flankenschutz ist, dass die alten Generäle, allen voran von Kleist, die Art des Vorrückens auf schärfste Ablehnen. Vor allem Guderian wird für seine 'exzessive' Geschwindigkeit und zu weites Vordringen‘ gerügt. Sein Erfolg spricht für sich und mit v.List und v.Rundstedt auf seiner Seite, kann der Oberst weiter von vorn führen.
Die deutschen Politiker rechtfertigen ihren Angriff in einem Memorandum, in dem von einer Provokation ausgehen. Die Proteste der bestzen Länder Holland, Belgien und Luxemburg erreichen vor allem England, dass zu dieser Zeit einen neuen Premierminister bekommt – Winston Churchill:

'Ich habe nichts anzubieten, außer Blut, Mühsahl, Tränen und Schweiß.'
(Winston Churchill)

In Frankreich überwirft sich die Regierung mit ihrem Oberbefehlshaber (General Gamelin), der nach vorheriger Versöhnung und proklamierter Einigkeit von Politik und Militär doch entlassen wird. Der neuen Oberbefehlshaber (General Weygand) steht vor der schweren Aufgabe die ein Frankreich einbrechende Wehrmacht in Frankreich zu bekämpfen und möglichst zurückzuschlagen. Ministerpräsident Reynaud telefoniert mit Churchill und sagt ihm:

'Wir sind geschlagen, wir haben die Schlacht verloren!'
(Ministerpräsident Reynaud)

Spanien und sein General Franco verweist auf seine 'strikten Neutralität'. Die USA und ihr Präsident Roosevelt gibt der amerikanischen Flugzeugindustrie ein Produktionsziel von 50.000 Militärflugzeugen je Jahr vor.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generaloberst Heinz Guderian

Frontflugspange für Kampf- und Sturzkampfflieger


20.05. - 31.05.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 20. Mai 1940

 

In Belgien wird die Verfolgung im Kampf gegen feindliche Nachhuten fortgesetzt. Die Dendre ist überschritten und in der Verfolgung die obere Scheide erreicht.
Englische Truppen streben in Eilmärschen den Kanalhäfen zu, während bei Maubeuge und südlich Valenciennes Angriffe einer nach Süden einen Ausweg suchenden französisch-belgischen Armee abgewiesen wurden.
Der Feind hatte dabei schwerste Verluste, besonders auch an Panzern und geht nach diesem vergeblichen Durchbruchsversuch nunmehr stark erschüttert nach Westen zurück.
Südwestlich davon gewannen unsere Panzer- und motorisierten Verbände das Schlachtfeld der Somme-Schlacht von 1916 an der Straße Cambrai-Peronne.
Stuka-, Kampf- und Zerstörerverbände zerschlugen eine von Laon nach Norden marschierende Panzerkolonne und zwangen sie zur Umkehr.
Der gesamte innere Fort-Gürtel von Lüttich sowie alle Forts von Namur bis auf eines sind in unserer Hand.
In den Panzerkämpfen der letzten Tage in Belgien zeichnete sich der Oberleutnant in einem Panzerregiment Baron Nolde durch besondere Kaltblütigkeit aus.
Am 19. Mai verstärkte die deutsche Luftwaffe ihre Angriffe auf rückwärtige Verbindungen und Rückzugswege des Gegners in Nord-Frankreich und Belgien.
Die Angriffe gegen feindliche Flugplätze wurden mit Erfolg fortgesetzt.
Im Verlauf der bewaffneten Aufklärung im Seegebiet vor der französisch-belgischen Küste wurden zwei feindliche Zerstörer vernichtet, ein Zerstörer und das französische Torpedoboot „Incomprise" sowie drei Handelsschiffe mit insgesamt etwa 15.000 BRT schwer beschädigt.
Die Gesamtverluste des Gegners betrugen am gestrigen Tage 143 Flugzeuge. Davon wurden im Luftkampf 95, durch Flak 15 Flugzeuge abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 31 deutsche Flugzeuge werden vermisst.

In der Nacht vom 19. zum 20. Mai wiederholten britische Flugzeuge ihren planlosen Bombenwurf in Westdeutschland, wobei eine Reihe von Zivilpersonen getötet und verletzt wurde. Das einzige militärische Ziel, das getroffen wurde, ist ein Kriegsgefangenenlager.
Eine Anzahl von Kriegsgefangenen wurde getötet.

SONDERMELDUNG

Deutsche Truppen haben heute Laon gestürmt. Auf der Zitadelle von Laon weht die deutsche Kriegsflagge. Im Vorgehen von Laon nach Südwesten wurde der Aisne-Oise-Kanal erreicht.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 21. Mai 1940

 

Die größte Angriffsoperation aller Zeiten im Westen findet nach einer Reihe großer taktischer Einzelerfolge ihre erste operative Auswirkung.
Die französische 9. Armee, die an der Maas zwischen Namur und Sedan die Verbindung zwischen der starken feindlichen Operationsgruppe in Belgien und der Maginotlinie südlich Sedan herzustellen und zu halten hatte, ist zerschlagen und in der Auflösung begriffen.
Der Armeestab und der bisherige Oberbefehlshaber der französischen 7. Armee, General Giraud, der den Befehl über die 9. Armee übernommen hatte, wurde gefangen genommen.
In die durch den deutschen Angriffsschwung geschlagene Bresche ergießen sich unsere Divisionen. An ihrer Spitze haben Panzerkorps und motorisierte Truppen Arras, Amiens und Abbeville genommen und damit die Abdrängung aller noch nördlich der Somme befindlichen französischen, englischen und belgischen Armeen gegen die Kanalküste eingeleitet.
In Belgien greifen unsere Truppen den Feind an, der sich ostwärts Gent und weiter südlich an der Scheide erneut zum Kampf gestellt hat.
Versuche des Feindes, sich aus dem Raum Valenciennes einen Ausweg nach Süden zu bahnen, sind gescheitert.
Am Südflügel unseres Angriffs nahmen deutsche Truppen, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, Laon und stürmten über den Chemin des Dames bis an den Aisne-Oise-Kanal vor. Bei der Abwehr französischer Gegenangriffe wurden hier zahlreiche Panzerwagen vernichtet.
Die Stadt Rethel, in der sich Teile des Feindes noch behaupteten, ist genommen.

An diesem Siegeszug des deutschen Heeres hat die Luftwaffe hervorragenden Anteil.
Durch die völlige Beherrschung des Luftraumes, durch die Zerstörung von Flussübergängen und Verkehrsanlagen, durch ihre Angriffe auf Marsch- und Transportkolonnen hat sie die Auflösung der französischen 9. Armee beschleunigt und alle bisherigen Versuche, die Flanken unseres Durchbruches zu bedrohen, im Keime erstickt.
Bei der Seeaufklärung vor der französischen Küste sind ein französischer Zerstörer, der französische Marinetanker „Niger" von 5.482 BRT, der französische Frachter „Pavon" und zwei weitere Frachter schwer beschädigt worden.
In der Nacht zum 21. Mai wurden in der Straße Dover-Calais sechs Transportschiffe und Tanker mit einer Tonnage von 43.000 BRT durch Bomben versenkt, vier weitere Schiffe mit insgesamt 13.000 BRT schwer beschädigt.
Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen am Montag 47 Flugzeuge, 15 deutsche Flugzeuge werden vermisst.

SONDERMELDUNG

Bei Narvik griffen am 20. Mai Kampfverbände der Luftwaffe wirkungsvoll in den Erdkampf ein und entlasteten die eigenen Truppen.
Der Angriff im Seegebiet vor Narvik gegen dort operierende Teile der britischen Flotte brachte große Erfolge.
Ein Schlachtschiff, wahrscheinlich der „Resolution"-Klasse, erhielt zwei schwere Bombentreffer in Höhe des vorderen Turms, ein Schwerer Kreuzer einen Bombentreffer schweren Kalibers zwischen Gefechtsmast und vorderen Schornstein. Starke Brand- und Explosionswirkung wurde auf beiden Kriegsschiffen beobachtet.
Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass zum mindesten der Schwere Kreuzer aufgegeben werden musste. Außerdem wurden zwei weitere Kriegsschiffe und drei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 22. Mai 1940

 

Der Durchbruch der deutschen Truppen zur Kanalküste wurde gestern auch nach Nordwesten in Richtung auf St. Pol und Montreuil sur Mer erweitert.
Die Hafenanlagen von Ostende, Dünkirchen, Calais, Boulogne und Dieppe sind von der deutschen Luftwaffe wiederum erfolgreich angegriffen worden.
In Flandern leistet der Feind zur Deckung seines Rückzugs an der Scheide immer noch zähen Widerstand.
Bei Valenciennes ist der Angriff gegen die hier zusammengedrängten französischen Kräfte unter hartnäckigen Kämpfen im Gange.
Versuche des Gegners, im Artois über Arras und westlich nach Süden auszubrechen, wurden abgewiesen.
Bei Arras trugen Junkers-Stuka-Flugzeuge zum Scheitern eines englischen Panzerangriffes wesentlich bei.
Bei den am 19. Mai in Zeeland abgeschlossenen Kämpfen wurden von weit unterlegenen deutschen Truppen 1.600 Franzosen und 13.000 Holländer gefangengenommen.
Die neuzeitlich ausgebaute starke Werkgruppe Neufchäteau der Festung Lüttich ist gefallen. Zwölf Offiziere und 500 Mann fielen in unsere Hand.
Am 21. Mai war die deutsche Luftwaffe mit großem Erfolg hauptsächlich zur Störung des feindlichen Rückzuges eingesetzt.
Mehrere stark belegte Flugplätze wurden außerdem mit Bomben angegriffen, Flugplatzanlagen und Flugzeuge am Boden zerstört.
Die Bahnhöfe von Compiegne und Creil brennen. In und vor den belgisch-französischen Häfen wurden ein Kreuzer und elf Handels- und Transportschiffe vernichtet, mehrere weitere Schiffe beschädigt.
Schnellboote der deutschen Kriegsmarine versenkten bei einem Vorstoß gegen die französischen Kanalhäfen einen feindlichen Hilfskreuzer.

Die Verluste des Gegners betrugen gestern insgesamt 120 Flugzeuge, davon wurden 35 im Luftkampf, 14 durch Flak abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Zehn deutsche Flugzeuge werden vermisst.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, griffen am 20. Mai Kampfverbände der Luftwaffe bei Narvik operierende Teile der britischen Flotte an.
Ein Schlachtschiff und ein Schwerer Kreuzer erhielten schwere Bombentreffer, außerdem wurden zwei weitere Kriegsschiffe und drei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt. Bei erneutem Angriff am 21. Mai sind ein Zerstörer und ein Transporter schwer getroffen worden.
Im Seegebiet von Bergen wurden fünf kleine norwegische Kriegsfahrzeuge von eigenen Seestreitkräften sichergestellt und in unsere Kriegsmarine übernommen.
Die Kämpfe der Gruppe Narvik gegen weit überlegenen Feind dauern an.
Die von Drontheim nach Norden angreifenden Gebirgsjäger haben 400 Kilometer nördlich Drontheim Mo und Storforshei genommen und zahlreiche dort operierende Norweger und Engländer gefangengenommen. Letztere wurden schon am 7. April in England eingeschifft, zunächst nach Narvik und dann nach Mo überführt.

In der Nacht zum 22. Mai warfen feindliche Flugzeuge über Westdeutschland planlos Bomben, die meist auf freies Gelände fielen.
Militärische Anlagen sind nicht getroffen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Flak abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 23. Mai 1940

 

In Flandern gewinnt unser Angriff über die Scheide gegenüber starkem feindlichen Widerstand langsam Boden. Bei Valenciennes ist der Kampf noch im Gange.
Das Waldgelände von Mormal, südostwärts Valenciennes, in dem französische Kräfte Zuflucht gesucht hatten, wurde gesäubert.
Auch gestern wurden Ausbruchsversuche feindlicher Panzerkräfte bei Cambrai im Zusammenwirken zwischen Heer und Luftwaffe unter schweren Verlusten für den Gegner abgewiesen.
Im westlichen Artois sind deutsche Truppen aus dem Durchbruchskeil heraus im Vorgehen nach Norden in allgemeiner Richtung Calais.
An der gesamten Südfront von der Somme bis zur Maas ist der Feind überall in der Abwehr.
In der Festung Lüttich hat sich auch die zweite neuzeitliche Werksgruppe Battice mit 20 Offizieren und 650 Mann unseren Truppen ergeben.
An der Südfront von Namur hält der Feind noch einige Werke.
Angriffe der Luftwaffe trafen in erster Linie die rückwärtigen Verbindungen des Gegners sowie Rückzugsbewegungen und Truppenansammlungen in Flandern und im Artois.
Durch bewaffnete Aufklärung vor der Kanalküste wurden drei Transporter und ein Tanker mit insgesamt etwa 20.000 BRT versenkt und ein Zerstörer schwer beschädigt. Die Hafenanlagen von Dünkirchen und Dover sind wirksam mit Bomben belegt worden. Deutsche Schnellboote haben vor Dünkirchen einen feindlichen Zerstörer durch Torpedoschuss versenkt.
Im übrigen war die Tätigkeit der beiderseitigen Luftwaffen durch die Wetterlage beschränkt. Der Gegner verlor neun Flugzeuge. Fünf deutsche Flugzeuge werden vermisst.

Bei Narvik gelang es, einen Schlachtkreuzer am Bug schwer zu treffen, einen Transporter von 3.000 BRT zu versenken und einen weiteren Transporter schwer zu beschädigen.
Ferner wurden Zelt- und Munitionslager in Brand geworfen, Nachschubkolonnen zersprengt, Batteriestellungen und Landungsanlagen erfolgreich angegriffen.

Auch in der letzten Nacht setzte der Gegner seine planlosen Luftangriffe gegen nichtmilitärische Ziele fort.
In den Niederlanden wurden die Orte Nymwegen und Waalwyk von britischen Flugzeugen angegriffen und dabei mehrere Zivilpersonen getötet.
Auf Grund nachträglich eingelaufener Meldungen beträgt, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, die Zahl der durch Flakartillerie in der Zeit vom 10. bis 15. Mai abgeschossenen feindlichen Flugzeuge 342.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 24. Mai 1940

 

Der Raum, in dem die feindlichen Armeen in Nordfrankreich und Belgien eingeschlossen sind, wurde am 23. Mai durch erfolgreiche Angriffe unserer Truppen von allen Seiten weiter eingeengt.
In Flandern durchbrachen unsere Divisionen die befestigte Scheide-Stellung und stießen bis auf das Westufer der Lys vor. Tournay ist genommen. Die hinter der Front liegende französische Festung Maubeuge ist nach Einnahme der letzten Außenwerke in deutscher Hand.
Im Artois eroberten unsere Truppen die im Weltkrieg stark umkämpfte Loretto-Höhe nordwestlich Arras.
Die zwischen Arras und dem Meere nach Norden vorgegangenen starken deutschen Panzerkräfte näherten sich am 23. Mai den französischen Kanalhäfen. Ein schwacher feindlicher Vorstoß von Süden auf Amiens wurde abgewiesen.
An der Südfront sonst keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe unterstützte mit starken Kräften den Kampf des Heeres gegen die im belgisch-französischen Raum eingeschlossenen feindlichen Armeen.
Auch an der Südfront bekämpfte die Luftwaffe Verkehrsanlagen, Transportbewegungen und Truppenansammlungen.
Bei der bewaffneten Aufklärung an der Kanalküste wurden vor Boulogne ein großes Kriegsfahrzeug, wahrscheinlich ein Kreuzer, und drei Zerstörer durch schwere Bomben getroffen. Unsere Flugzeuge stießen dabei auf starke Flakabwehr. Es gelang außerdem, sechs beladene Transporter zu versenken.

Wie nachträglich bekannt wird, sind am 21. und 22. Mai bei den verzweifelten Durchbruchs-Versuchen des Feindes nach Süden außer zahlreichen sonst vernichteten Panzern allein durch Einsatz der Flakartillerie 56 feindliche Panzerkampfwagen vernichtet worden.
Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern insgesamt 49 Flugzeuge davon wurden im Luftkampf 25, durch Flakartillerie 8 Flugzeuge abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 16 deutsche Flugzeuge werden vermisst.

Bei Narvik griff die Luftwaffe massierte Erdziele, Zelte und Tragtierkolonnen, Truppenansammlungen und Ausladungen mit Erfolg an. Ein feindlicher Jäger wurde abgeschossen, ein Kreuzer und ein Transporter durch Bombentreffer beschädigt.

Auch in der Nacht zum 24. Mai flog der Gegner nach West- und Süddeutschland ein und wiederholte seine planlosen Bombenabwürfe auf nicht-militärische Ziele.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 25. Mai 1940

 

Der Ring um die belgische Armee, Teile der 1., 7. und 9. französischen Armee und die Masse des englischen Expeditionsheeres, wurde am 24. Mai erheblich verstärkt und ist damit endgültig geschlossen.
Im Osten des Ringes wurden Gent und Kortryk genommen, die Lys im Angriff überschritten. Zwischen Roubaix und Valenciennes sind unsere Truppen im Angriff auf die französischen Grenzbefestigungen.
Auch im Süden zwischen Valenciennes und Vimy schreitet der Angriff beiderseits Douai in nordwestlicher Richtung fort.
Die Vimy-Höhen sind genommen.
In hartem Kampf mit feindlichen Land- und Seestreitkräften fiel Boulogne.
Calais ist umschlossen, das Höhen-Gelände von Vimy über Lillers-St. Omer bis Gravelines ist in unserem Besitz. Die Gefangenenzahl erhöht sich ständig und ist ebenso wie die Beute noch nicht zu übersehen.
Deutsche Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen im belgisch-nordfranzösischen Raum Truppenansammlungen, Kolonnen sowie Flakstellungen mit gutem Erfolg an und belegten in den belgischen und französischen Kanalhäfen Kai- und Tankanlagen, Werften, Docks, Artilleriestellungen und Molen mit Bomben.
Dabei gelang es, einen Zerstörer und sieben Handelsschiffe bzw. Transporter mit einer Gesamttonnage von rund 20.000 BRT durch Bombentreffer zu vernichten bzw. schwer zu beschädigen.
Ein weiterer Zerstörer wurde, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, durch Flakartillerie zum Sinken gebracht.

An der Südfront wurden an einigen Punkten schwache feindliche Entlastungsangriffe abgewiesen.
Südlich Sedan entrissen unsere Truppen in den letzten Tagen dem Feind in zähem Kampf eine wichtige Höhenstellung und behaupteten sie gegen starke Gegenangriffe.
Bei den Kämpfen der letzten Tage im Gebiet von Maubeuge zeichneten sich der Kommandeur eines Infanterie-Regiments Oberst Jordan und der Oberleutnant in einem Pionier-Bataillon Langenstraß durch besondere Tapferkeit aus.
Vor der Südfront erzielte die Luftwaffe gegen Bahnanlagen, Flugplätze, Marschkolonnen und Kampfwagenansammlungen große Wirkung.

Im Raum von Narvik setzten deutsche Kampfverbände ihre Luftangriffe gegen Seeziele fort und griffen mit gutem Erfolg auch in den Erdkampf ein.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurden dabei am 23. Mai zwei Kreuzer so schwer getroffen, dass mit ihrem Totalverlust zu rechnen ist.
Auch ein Schlachtschiff und ein Kreuzer oder Zerstörer wurden stark beschädigt.
Bei der Wiederholung dieser Angriffe am 24. Mai erhielt das schon am 23. Mai beschädigte Schlachtschiff drei weitere schwere Treffer auf das Heck, so dass es bewegungslos und ohne weitere Abwehr liegen blieb.
Ein Flugzeugträger wurde in Brand geworfen; mit seinem Verlust ist zu rechnen.
Ferner wurde ein Kreuzer mittschiffs getroffen, ein Transporter und zwei Handelsdampfer versenkt, zwei weitere beschädigt und ein großer Tanker nach einem Treffer mit Schlagseite auf Strand gesetzt.
Zur Verstärkung der bei Narvik kämpfenden Truppen gelang es, Gebirgsjäger-Einheiten durch Fallschirmabsprung abzusetzen.

Die Gesamtverluste des Feindes in der Luft betrugen gestern 84 Flugzeuge, davon wurden 27 im Luftkampf, 14 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Sieben deutsche Flugzeuge werden vermisst.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 26. Mai 1940

 

In Flandern und im Artois setzten wir den konzentrischen Angriff gegen die eingeschlossenen feindlichen Armeen unter ständiger Verengung ihres Kampfraumes auf der ganzen Front fort. Der Feind leistet verschiedentlich noch zähen Widerstand. Um ihn rascher zu brechen, griff die Luftwaffe an vielen Stellen in den Erdkampf ein.
An der belgisch-französischen Küste belegte die Luftwaffe erneut die Hafenanlagen von Zeebrügge, Ostende und Dünkirchen mit Bomben. In Ostende wurden ein Pulvermagazin und das Marinedepot durch Bombentreffer in Brand gesetzt, ein Transporter schwer beschädigt.
In der Nacht vom 24. zum 25. Mai griff die Luftwaffe ferner zahlreiche Flugplätze im Osten und Südosten Englands unter guter Wirkung mit Bomben an.
Im Seegebiet von Calais wurden zwei große Handelsschiffe mit je 5000 BRT, zwei kleinere Handelsschiffe und ein Kriegsschiff getroffen.
An der Südfront keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe setzte dort ihre Angriffe gegen Eisenbahnstrecken, Artilleriestellungen und Truppenansammlungen, besonders in den Wäldern, fort. Die Verluste des Gegners am 25. Mai betrugen insgesamt 59 Flugzeuge, davon wurden 19 im Luftkampf, 17 durch Flakartillerie abbeschossen, der Rest wurde am Boden vernichtet. Elf deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Im Raum von Narvik erhielten ein großes Kriegsschiff sowie ein Kreuzer je einen schweren Treffer. Brandwirkung wurde beobachtet. Gestern sind weitere Gebirgsjäger zur Unterstützung der bei Narvik kämpfenden Truppen mit Fallschirm abgesprungen.

SONDERMELDUNG

Nachdem unsere Truppen ihren Vormarsch bis Gravelines fortgesetzt hatten, fiel heute nach hartem Kampf auch Calais in unsere Hand.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 27. Mai 1940

 

In Flandern und im Artois haben unsere Truppen ihre Angriffe fortgesetzt und die eingeschlossenen feindlichen Armeen weiter zusammengedrängt. Besonders nördlich Menin gelang ein tiefer Einbruch in die feindliche Front bis dicht vor Ypern.
Wie an den Vortagen griffen starke Einheiten der Luftwaffe in die Kampfhandlung im Westen ein und erleichterten das Vorwärtskommen des Heeres. Der Schwerpunkt lag mit stärkster Wirkung über dem Raum der eingeschlossenen feindlichen Armee.
Die nordostwärts Lens angreifenden deutschen Truppen wiesen Gegenangriffe französischer Kolonialtruppen mit blutigen Verlusten für den Feind ab.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, fiel Calais, das hinter der Front umschlossen war, nach hartem Kampf in unsere Hand.
Bei Boulogne schoß der Oberleutnant in einem Panzerregiment von Jaworski mit seinen Panzerkampfwagen im Feuer mehrerer feindlicher Kriegsschiffe einen Zerstörer in Brand.
Gegen den Versuch der Engländer, Teile ihrer eingeschlossenen Truppen über den Kanal nach England zu retten, griff die Luftwaffe erneut die noch in Feindeshand verbliebenen Häfen an der belgisch-französischen Kanalküste an. In Dünkirchen gingen die Hafenanlagen in Flammen auf.
An der Südfront keine besonderen Ereignisse.
In den Kämpfen der letzten Tage südlich Sedan schoß der Leutnant in der Panzerabwehrkompanie eines Infanterieregiments Mueller fünf von elf schweren feindlichen Panzern ab und beschädigte die übrigen so schwer, daß ihr Angriff zusammenbrach.
Angriffe der Luftwaffe richteten sich auch gegen die Flugplätze in der Umgebung von Paris, Verkehrsanlagen südlich Reims und gegen feindliche Truppenbewegungen. Allein auf einem Flugplatz fielen 20 feindliche Flugzeuge der Vernichtung anheim.
Die Verluste des Gegners betrugen gestern 73 Flugzeuge, davon wurden 32 in Luftkämpfen, 15 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden vernichtet. 15 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Im Kampfraum um Narvik wurden auch gestern wieder Gebirgsjäger durch Fallschirmabsprung abgesetzt.
Nachdem bereits am 24. Mai ein feindlicher Flugzeugträger im Ofoten-Fjord bei Narvik einen schweren Bombentreffer erhalten hatte, wurde dieses Schiff, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, am 25. Mai vor Harstadt erneut durch drei Bomben, darunter eine Bombe schwersten Kalibers, getroffen und zum Sinken gebracht. Es gelang ferner, ein Handelsschiff von 8000 BRT durch Bombentreffer zu versenken und außerdem ein großes Kriegsschiff und zwei Kreuzer sowie einen Transporter von 18 000 BRT mit schweren Bomben unter Brand- und Explosionserscheinungen zu treffen.
Auf dem Flugplatz Barduvos sind mehrere Flugzeuge am Boden zerstört worden.

Der Feind setzte in der Nacht zum 27. Mai seine planlosen Luftangriffe gegen nichtmilitärische Ziele in Westdeutschland fort, ohne hierbei größeren Schaden anzurichten.

SONDERMELDUNG

Bei einem Vorstoß gegen den noch in feindlicher Hand befindlichen Kanalhafen Ostende gelang es einem unserer Schnellboote, einen britischen Zerstörer durch Torpedoschuß zu vernichten. Außerdem vernichteten unsere Schnellboote vor Den Helder ein feindliches Unterseeboot.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 28. Mai 1940

 

SONDERMELDUNG

Unter dem Eindruck der vernichtenden Wirkung der deutschen Waffen hat der König der Belgier den Entschluß gefaßt, dem weiteren sinnlosen Widerstand ein Ende zu bereiten und um Waffenstillstand zu bitten. Er hat der deutschen Forderung nach bedingungsloser Kapitulation entsprochen.
Die belgische Armee hat damit am heutigen Tage die Waffen niedergelegt und zu existieren aufgehört.

Die große Schlacht in Flandern und im Artois hat ihren Höhepunkt erreicht. In scharfem Angriff brachen unsere Truppen zum Teil erbitterten Widerstand und drängten die eingeschlossenen feindlichen Armeen auf immer engerem Raum zusammen, in dem auch die Luftwaffe mit starken Kräften vernichtend wirkte.
Gegen die belgische Armee gewannen wir nach harten Kämpfen schnell Boden und stehen zehn Kilometer vor Brügge und vor Thourout. Thielt wurde durchschritten und die dort befindliche starke feindliche Artilleriegruppe im Nahkampf gestürmt.
In Erkenntnis dieser hoffnungslosen Lage hat, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, die belgische Armee unter Führung ihres Königs in Stärke von etwa 400 000 bis 500 000 Mann die Waffen gestreckt.
Gegen die umschlossenen Engländer und Franzosen geht der Kampf weiter. Nördlich Valenciennes haben unsere Truppen in breiter Front die starken französischen Grenzbefestigungen durchbrochen und westlich Valenciennes den Scheide-Kanal überschritten. Orchies und Douai sind genommen.
An dem Erfolg ist der Kommandeur eines Infanteriebataillons Major Boehme hervorragend beteiligt.
Auch von Westen her wurde an der ganzen Front der Feind zurückgeworfen. La Bassee, Merville, Hazehrouk und Bourbourg-Ville sind in deutscher Hand.
Die Luftwaffe belegte die nach Zeebrügge, Nieuport, Ostende und Dünkirchen führenden Straßen und Eisenbahnlinien, die Hafenanlagen sowie die in den Häfen
liegenden Schiffe mit Bomben.
In Dünkirchen ist die Hafenbrücke zerstört worden. Zwischen Calais und Dover erhielt ein feindlicher Zerstörer einen schweren Treffer.
An der Südfront wurden einzelne, mit Panzern geführte feindliche Angriffe an der unteren Somme abgewiesen.
Dabei wurden 30 feindliche Panzer vernichtet, allein neun hiervon durch den Schützen Bringforth.
Unteroffizier Hubert Brinkforth schoß innerhalb von 20 Minuten neun Panzer ab, einige davon auf nur 100 Meter. Für diese Tat wurde er zum Gefreiten befördert und erhielt das EK II.
Am 7. März 1941 wurde er als erster Soldat aus dem Mannschaftsdienstgrad mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Südlich Carignan wurden unsere Stellungen verbessert und starke feindliche Gegenangriffe abgewiesen.
Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern insgesamt 91 Flugzeuge. Davon wurden im Luftkampf 63, durch Flakartillerie elf abgeschossen. Auf einem Flugplatz wurden 15 Flugzeuge am Boden zerstört. 23 deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Auch im nördlichen Norwegen griff die Luftwaffe mit Erfolg an. In Bodö wurde ein Sender zerstört, ein zweiter stark beschädigt, zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Deutsche Schnellboote vernichteten, wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, vor der belgischen Küste, einen britischen Zerstörer und ein feindliches Unterseeboot. In der Nacht zum 28. Mai gelang es einem Schnellboot, auch noch einen schwer beladenen feindlichen Transporter von 3000 BRT zu versenken.

Die englische Luftwaffe setzte ihre planlosen Angriffe auf nichtmilitärische Ziele in Nord- und Westdeutschland fort. Mehrere Zivilpersonen wurden getötet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 29. Mai 1940

 

Das Schicksal der französischen Armeen im Artois ist besiegelt. Ihr Widerstand im Raum südlich Lille ist zusammengebrochen.
Die englische Armee, die im Raum Dixmuiden-Armentieres-Bailleul-Bergues - westlich Dünkirchen zusammengedrängt ist, geht durch unseren konzentrischen Angriff ebenfalls ihrer Vernichtung entgegen.
Durch raschen Vorstoß in Nordflandern wurde Brügge durchschritten, Ostende genommen und Dixmuiden erreicht.
An der Yser und dem Yser-Kanal, nördlich Ypern, leistet der Feind noch verzweifelten Widerstand.
Über dem Mahnmal der deutschen Jugend bei Langemarck, dem Schauplatz ihres heldenmütigen Kämpfens 1914, weht die Reichskriegsflagge.
Lille ist im Angriff von Osten und Westen erreicht, die Stadt genommen.
Im Vorgehen von Westen her ist Armentieres besetzt.
Bei Bailleul wird noch gekämpft.
Ostwärts Cassel wurde die befestigte französische Grenzstellung, die der Gegner mit verkehrter Front verteidigte, durchbrochen und die belgische Grenze erreicht.
Bei Wormhoudt sind noch Kämpfe im Gange.
Dünkirchen liegt unter dem Feuer unserer schweren Artillerie.
Die deutsche Luftwaffe bekämpfte am 28. Mai zurückflutende Kolonnen aller Art, Truppenansammlungen und Panzerwagen.
Bei der bewaffneten Aufklärung vor der belgisch-französischen Küste und im Kanal wurden drei Zerstörer, zwei Transporter und zwei Frachtschiffe mit Bomben angegriffen und schwer beschädigt, in der mittleren Nordsee durch Bombentreffer ein feindliches Unterseeboot versenkt.
Die Vernichtung eines weiteren Unterseebootes ist wahrscheinlich.
Deutschen Schnellbooten gelang es, trotz ungünstiger Wetterlage, vor dem belgischen Kanalhafen Nieuport wiederum einen nach England flüchtenden großen feindlichen Zerstörer durch Torpedoschuss zu versenken.
An der Südfront wurden einzelne Vorstöße feindlicher Infanterie mit Panzerkampfwagen abgewiesen.
Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen am 28. Mai insgesamt 24 Flugzeuge, davon wurden im Luftkampf 16, durch Flak acht abgeschossen. Drei deutsche Flugzeuge werden vermisst.
Die Abschüsse durch Flakartillerie haben sich nach genaueren Feststellungen in der Zeit vom 16. bis 25. Mai von 100 bisher bekanntgegebenen auf 265 erhöht.
Die Gesamtzahl der seit dem 10. Mai durch die Flakartillerie erzielten Abschüsse beträgt damit 607.
Außerdem vernichtete die Flakartillerie im gleichen Zeitraum 101 feindliche Panzerwagen.

In Norwegen ist der Feind gestern, von zahlreichen Kriegsschiffen unterstützt, an der Erzbahn gelandet und von Norden her in Narvik eingedrungen.
Deutsche Kampfverbände griffen die dort liegenden feindlichen Seestreitkräfte an.
Ein größeres Kriegsschiff erhielt einen schweren Treffer mittschiffs und stellte unter starker Rauchentwicklung das Feuer ein.
Drei Kreuzer und ein Zerstörer sowie ein Frachter erhielten schwere Bombentreffer.
Truppenausladungen bei Ankenes wurden mit zahlreichen Bomben belegt.

SONDERMELDUNG

Im fortschreitenden Angriff zur Vernichtung der englischen Armee stürmten unsere Truppen Ypern und Kemmel.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 30. Mai 1940

 

SONDERMELDUNG

Am Nachmittag und Abend des 29. Mai griffen stärkere Verbände zweier Fliegerkorps, die unter Führung der Generale Grauert und von Richthofen standen, im Hafen und Seegebiet Dünkirchen-Ostende britische Kriegs- und Transportschiffe an, die die Reste des geschlagenen britischen Expeditionsheeres nach der Heimat abtransportieren sollten.
Der Angriff, an dem sich Verbände aller Waffen beteiligten, erstreckte sich auf über 60 Schiffe. Drei Kriegsschiffe und 16 Truppentransporter, darunter Schiffe von über 15 000 Tonnen, wurden durch die anhaltenden konzentrierten Bombenangriffe versenkt. 31 weitere Schiffe erhielten Volltreffer, wurden schwer beschädigt, teils bewegungsunfähig gemacht, teils in Brand geworfen. Die Schleusen des Hafens von Dünkirchen sind völlig zerstört, die Hafenbecken ausgelaufen.
Jagdflieger, die gemeinsam mit den Bombenfliegern den Kampf gegen die englische Transportunternehmung führten, erzielten 68 Abschüsse. Hierbei zeichneten sich besonders die Verbände des Oberst von Massow aus. Zehn weitere Flugzeuge, die die Einladungen schützten, wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Die Flakartillerie versenkte außerdem ein kleineres Kriegsschiff und brachte fünf weiteren durch direkte Treffer schwere Beschädigungen bei.

Die große Schlacht in Flandern und im Artois geht mit der Vernichtung der dort im Kampf gestandenen englischen und französischen Armeen ihrem Ende entgegen. Seit gestern ist auch das englische Expeditionsheer in völliger Auflösung. Sein gesamtes unübersehbares Kriegsmaterial zurücklassend, flüchtet es zum Meer. Schwimmend und auf kleinen Booten versucht der Feind, die auf der Reede liegenden englischen Schiffe zu erreichen, auf die sich unsere Luftwaffe - wie schon durch Sondermeldung bekanntgegeben - mit verheerender Wirkung stürzte. Über 60 Schiffe wurden getroffen, davon drei Kriegsschiffe und 16 Transporter versenkt, zehn Kriegsschiffe und 21 Handelsschiffe aller Größen schwer beschädigt oder in Brand gesetzt. Auch Flakartillerie versenkte ein feindliches Vorpostenboot und beschädigte fünf weitere sowie fünf Schnellboote.
Südlich der Linie Poperinghe-Cassel haben sich unsere von Westen, Osten und Süden angreifenden Armeen vereinigt, indem sie zahlreiche starke feindliche Gruppen absplitterten und einschlossen.
Bei der Erstürmung des befestigten Stützpunktes Hazebrouck am 28. Mai tat sich ein Panzerpionierbataillon unter seinem Kommandeur Oberstleutnant von Bodecker besonders hervor.
An der Südfront wurde ein feindlicher Angriff mit Panzern an der unteren Somme abgewiesen. Südlich und südwestlich von Amiens wurden Truppenansammlungen in den Wäldern mit Bomben belegt.
Die feindlichen Verluste betrugen gestern insgesamt 89 Flugzeuge, davon 68 im Luftkampf, 17 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 15 deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Der Kampf um Narvik dauert mit unverminderter Stärke an. Unsere Truppen haben Bergstellungen außerhalb der Stadt bezogen und werden verstärkt. Kampfflieger griffen einen feindlichen Flugplatz an. Mehrere am Boden stehende Flugzeuge wurden vernichtet. Unsere von Drontbeim nach Norden vorstoßenden Gebirgsjäger haben Fauske ostwärts Bodö genommen.
Eines unserer Unterseeboote meldete die Versenkung von sieben feindlichen Dampfern mit einer Tonnage von 38480 BRT.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 31. Mai 1940

 

Während die Masse der französischen Truppen in Nordfrankreich aufgerieben oder gefangen ist, leisten an wenigen Stellen versprengte und eingeschlossene Abteilungen noch Widerstand. Er wird in kurzer Zeit gebrochen sein.
Der Angriff gegen die Reste des englischen Heeres in dem flachen, nur mehr wenige Kilometer tiefen und durch Anstauungen der Kanäle geschützten Boden längs der Küste zwischen Furnes-Bergues und westlich Dünkirchen ist im Gange.
Der Gegner wehrt sich zähe in dem Bestreben, möglichst Soldaten, wenn auch ohne Gerät, auf die Schiffe zu retten. Die um Cassel eingeschlossenen englischen Kräfte wurden bei dem Versuch, nach Norden durchzubrechen, aufgerieben.
Die Masse der deutschen Divisionen im Artois und in Flandern ist für neue Aufgaben freigeworden. Die Gefangenen- und Beutezahlen konnten auch noch nicht überschlägig ermittelt werden.
Der Einsatz der Luftwaffe war im Laufe des 30. Mai durch die Wetterlage stark beeinträchtigt. Trotzdem wurden die Hafenanlagen von Dünkirchen erneut angegriffen.
Die Kriegsmarine übernahm im gesamten holländischen und in dem in unserer Hand befindlichen belgischen und französischen Küstengebiet die Küstenverteidigung.
Einem deutschen Schnellboot gelang es, vor der belgischen Küste einen feindlichen Zerstörer durch Torpedoschuss zu versenken.

In der Nacht zum 31. Mai griffen wiederum britische Flugzeuge in Norddeutschland nicht-militärische Ziele an.
Wesentlicher Schaden ist nirgends angerichtet worden.
In Süd-Holstein wurde ein feindliches Flugzeug durch Nachtjäger abgeschossen.
In Nordfrankreich verlor der Feind drei französische, vor Stavanger ein britisches Kampfflugzeug in Luftkämpfen.
Zwei eigene Flugzeuge werden vermisst.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag


An der Westfront steht der Wehrmacht der Weg ins Herz von Frankreich offen. Zum Tragen kommt dabei der Sichelschnittplan. Man schneidet die französischen und englischen Verbände mit einem Schwenk zur Kanal-Küste ab. Die 1. Panzer-Division und die 2. Panzer-Division erreicht Abbeville und Noyelles nach einem Vorstoß über 386 km in 11 Tagen. Deutsche Truppen stehen nur knapp über hundert Kilometer vor Paris. Neben Guderian kann sich der Kommandant mit dem Namen Rommel beweisen, er und seine 7. Panzer-Division schlagen sich bei Arras ausgezeichnet. Die schnellen Vorstöße der Panzertruppe, kombiniert mit Angriffen der Luftwaffe, lässt den Feind unkoordiniert vorgehen und überrascht ihn meist unvorbereitet. Die Kombination von schnell vorrückenden Panzerspitzen, die oftmals nur anhalten um Sprit aufzunehmen und aufschließen zu lassen, können vom Oberkommando nur selten auf der Karte zeitnah festgehalten werden. Diese Geschwindigkeit macht den Alliierten am meisten zu schaffen und lässt so den Mythos der Gespensterdivision Rommels entstehen, der auf den Karten noch 100km entfernt stand und im nächsten Moment in französische Stellung einrollt, die ihm kampflos mit Mann und Maus in die Hände fallen.
Neben den alliierten Armeen und deren Kommandospitzen, sind auch die Regierungen auf einer heillosen Flucht. Der Effekt des „Blitzkriegs“ lässt den Verteidigern keine Ruhe, keine Planungsmöglichkeit und auch keine Fronten entstehen. Der Kavallerist des ersten Weltkriegs hat mit den Panzern seine Erfüllung gefunden und übernimmt nun kriegsentscheidende militärische Aktionen in Angriff.

'Frankreich kann nicht sterben ! .... sollte ich morgen hören, daß nur ein Wunder Frankreich retten könnte, sollte ich erwiedern: Ich glaube an Wunder, denn ich glaube an Frankreich!'
(Ministerpräsident Reynaud)

Wie schon in Norwegen, werden die Engländer an der Küste evakuiert und die Royal Navy kann von der Küste aus nur zusehen, wie die eigenen Truppen auf die Küste zugetrieben werden. Nur die Royal Air Force kann mit ihren Spitfires mit der Luftwaffe mithalten und immer wieder für Rückschläge am Himmel sorgen!
Hunderttausend Mann sind nach der Erstürmung der alten Zitadelle von Boulogne durch Guderian in Calais eingeschlossen. Englische Kreuzer und Zerstörer geben Unterstützungsfeuer im Abschnitt von Calais. Die englische Garnison der Zitadelle von Calais wehrt einen Angriff ab und lehnt auch eine Kapitulationsaufforderung ab. Hitler und Rundstedt halten die deutschen Panzerverbände bei Gravelines, südwestlich von Dünkirchen, an. Andere Festungen der Franzosen fallen, entweder eingeschlossen, von Panzerspitzen umgangen oder von Pionieren gesprengt. Die deutsche Luftwaffe verliert am Himmel weiter an Boden, der Grund sind nicht alleine die gleichwertigen Spitfire, sondern vor allem die Erfolge der Code and Qypher School der englischen Regierung, die den Code der Luftwaffe geknackt hat und regelmäßigen Meldungen aus den entschlüsselten deutschen Enigma-Nachrichten an das britische Oberkommando, das BEF und das RAF-Hauptquartier in Frankreich sendet. So verlieren zwar die koordinierten Angriffe von Bodentruppen und Luftwaffe an Wirkung, doch Frankreich liegt schon am Boden und wird angezählt. Dennoch wird dieser Nachteil die deutsche Luftwaffe den Sieg in der Luftschlacht um England kosten. Weiter Pannen beim deutschen Nachrichtendienst tuen sich auf, so fallen höchstgeheime Dokumente über einen deutschen Angriff mit zwei Armeekorps in die alliierte Frontlücke zwischen Menin und Ypres in alliierte Hände. Immer wieder sind Dokumente unzureichend gesichert und verschlüsselt unterwegs, gehen im schnellen Vormarsch abhanden oder werden von Alliierten erbeutet.

 

Seit dem 26. Mai läuft die Evakuierung von Dünkirchen, die Royal Navy schafft jedes schwimmfähige Gerät über die Kanalküste. Der Luftwaffe fällt die Aufgabe zu, den Abzug der Alliierten zu einem Desaster umzukrempeln, aber die entschlüsselten Nachrichten und die dilettantisch eingesetzten Luftverbände schaffen es nur unzureichend die Flucht aufzuhalten. Deutsche Bodentruppen fällt es zu, die Sache zum Guten zu wenden. Sie zerschlagen den hartnäckigen englischen Widerstand in der Zitadelle von Calais und rücken vor. Hitler genehmigt zuvor Rundstedt den Vormarsch mit 'gepanzerten Kampfgruppen und Infanterie-Divisionen in Richtung Tournai-Dünkirchen' fortzusetzen – leider zu spät. Panzer-General Guderian wird es von seinen Vorgesetzten gestattet, mit motorisierter Infanterie vom Fluß Lys in Richtung Dünkirchen vorzustoßen. Gleichzeitig geht die 6. Armee gegen die letzten Reste der belgischen Truppen vor, die die alliierte linke Flanke halten und die Invasion noch den sprichwörtlichen Riegel vorschieben könne. Es gelingt den Belgiern sogar, mit Hilfe des englischen Expeditionskorps, mehrere deutsche Brückenköpfe über die Somme östlich von Amiens zurückerobern und zusammen mit den Franzosen so etwas wie wehrhaften Widerstand zu organisieren. Am 30. Mai scheitert dieser Versuch eines Gegenangriffs auf den Invasionskeil und das deutsche XXXVIII. Korps kann den deutschen Nachschub über die Somme bei Abbeville weiter sichern.
Das Ritterkreuz wird dieser Tage immer wieder vergeben und zum Symbol des deutschen Heldentums im Krieg gegen den Erbfeind. Der erste deutsche Ritterkreuzträger aus dem Mannschaftsstand, während der Abwehrkämpfe bei Abbeville dazu auserkoren, war der Gefreite Hubert Brinkforth, der als vorgeschobenem Posten als Richtschütze hinter seiner Panzerabwehrkanone den Angriff eines starken englischen Panzerverbandes zum Stehen. In zwanzig Minuten vernichtete er auf Entfernungen von nur hundert Metern elf Panzer.
Die belgische Armee kapituliert bedingungslos und stellt am 29. Mai jeglichen Widerstand ein. Bei den Franzosen läuft es derweil nicht besser, ihre Verbände müssen zunehmend isoliert agieren und in der Nähe von Lille wird sogar die französische 1. Armee mit sechs Divisionen wird durch sieben deutsche Divisionen eingeschlossen. Der Blitzkrieg trägt nun die Früchte und der schnell Vormarsch macht sich bezahlt. Nur die Briten können ihr Expeditionskorps aus Dünkirchen evakuieren und kommen relativ ungeschoren aus der ersten großen alliierten Niederlage in Europa. Somit wird Dünkirchen zum letzten Aufbäumen von Franzosen und Engländern gegen die Invasion der Wehrmacht in Frankreich, im übrigen Teil des Landes ist die Besetzung nur noch eine Formsache. Die französische 1. Armee kapituliert nach viertägiger Belagerung bei Lille. Das englische Expeditionskorps setzt sich in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni von den belgischen Stellungen im Kessel von Dünkirchen ab.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Oradour-sur-Glane

Junkers Ju 87 „Stuka“



Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... -Maerz.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 12-Mai.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 12-Mai.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. Dezember 1940)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.12. - 10.12.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 1. Dezember 1940

 

Ein in überseeischen Gewässern operierender Hilfskreuzer meldet als Gesamtergebnis seiner bisherigen Handelskriegführung die Versenkung von 79.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums. Diese Ziffer umfaßt noch nicht die Erfolge der Minentätigkeit des Hilfskreuzers.
In der Nacht zum 30. November unternahm die Luftwaffe einen neuen Großangriff auf London. Welle auf Welle überflog die Stadt und warf Bomben schweren und schwersten Kalibers unter anderem auch auf Paddington, Kensington und Battersea. Gewaltige Brände erleuchteten die Stadt und wiesen den angreifenden Flugzeugen das Ziel. Auch andere kriegswichtige Ziele wie Liverpool, Birming­ham und Plymouth wurden mit Erfolg angegriffen.
Am Tage beschränkte sich die Tätigkeit der deutschen Flugzeuge auf bewaffnete Aufklärung. Sie stellte fest, daß in Plymouth immer noch starke Brände, besonders in den Tankanlagen, wüten. London wurde im Verlauf dieser Flüge erneut mit Bomben belegt. An der Kanalküste kam es zu mehreren Luftkämpfen.

Bei einem der wiederholten Versuche des Feindes, die deutschen Nachschubwege zur See zu stören, griffen englische Schnellboote vor der Scheide einen deutschen Dampfer an. Die geleitenden Vorpostenboote bekämpften die feindlichen Fahrzeuge und brachten zwei Schnellbooten so schwere Treffer bei, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist.
Ein drittes Boot wurde schwer beschädigt. Der schwimmfähig gebliebene deutsche Dampfer konnte eingeschleppt werden.

In der Nacht zum 1. Dezember unternahm die deutsche Luftwaffe einen Großangriff auf einen lebenswichtigen Hafen an der Kanalküste.

Die britische Luftwaffe trat in dieser Nacht nicht in Erscheinung.
In den Luftkämpfen des gestrigen Tages wurden sechs feindliche Flugzeuge abgeschossen. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 2. Dezember 1940

 

In der Nacht zum Sonntag griffen, wie bereits gemeldet, starke Kampffliegerverbände in rollenden Anflügen die Hafenstadt Southampton mit Bomben schwersten Kalibers an.
Über 60 große und zahlreiche kleine Brände, die sich im Laufe der Nacht zu einem großen Flammenmeer zusammenschlössen, konnten beobachtet werden.
Ein großes Kraftwerk wurde getroffen, am Test-Kai und in anderen Hafenteilen standen ausgedehnte Lagerhallen in Flammen.
In der gleichen Nacht und am Tage überflogen schwere und leichte Kampfflugzeuge London und warfen dort Bomben.
Im übrigen beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe am Tage auf Aufklärung sowie auf Jagdvorstöße, die zu mehreren erfolgreichen Luftkämpfen führten.
In der Nacht zum 2. Dezember wurden die Angriffe auf Southampton und andere Städte fortgesetzt, während britische Flugzeuge auch in dieser Nacht wieder nicht in Tätigkeit traten. Erst in der Morgendämmerung warfen einige Flugzeuge, von der Nordsee kommend, im Küstengebiet auf Wohnviertel einer Stadt Bomben, die mehrere Zivilpersonen verletzten.
Jagdflieger schossen gestern über Südengland elf feindliche Flugzeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge gingen verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 3. Dezember 1940

 

Unterseeboote haben am 2. Dezember einen nach England bestimmten großen Geleitzug mit besonderem Erfolg angegriffen und zersprengt. Trotz stärkster Sicherung durch Kreuzer und Zerstörer und sofort einsetzender heftiger Abwehr wurden 15 Schiffe mit über 110.000 BRT und der zur Sicherung des Geleitzuges gehörende britische Hilfskreuzer „Caledonia" von 17.046 BRT aus dem Geleitzug herausgeschossen und versenkt.
Die Versenkung zweier weiterer Schiffe des Geleitzuges von zusammen 16.000 BRT ist wahrscheinlich.
An diesem Erfolg ist das unter der Führung von Kapitänleutnant Mengersen stehende Unterseeboot mit der Versenkung von fünf Schiffen mit zusammen 41.000 BRT führend beteiligt.
Außer den genannten Erfolgen meldete ein weiteres Unterseeboot die Versenkung von zwei bewaffneten feindlichen Handelsschiffen mit insgesamt 21.247 BRT, darunter das moderne britische Motorschiff "Victor Ross" von 11.247 BRT.
Damit sind während des 2. Dezember allein durch Unterseeboote insgesamt mehr als 160.000 BRT versenkt worden.

Wie bereits gemeldet, haben stärkere deutsche Kampffliegerverbände in der Nacht zum Montag die Angriffe auf Southampton fortgesetzt und die noch anhaltenden Brände erweitert. Explosionen in den Lagerhäusern der Hafenviertel waren weit über den Kanal bis nach Frankreich sichtbar. Die Schwäche der britischen Abwehr erhöhte die Treffsicherheit der deutschen Flugzeuge.
Auch London, Birmingham und Liverpool wurden mit Bomben angegriffen.

Das Verminen britischer Häfen ist fortgesetzt worden.

Die Tätigkeit der Luftwaffe am Tage beschränkte sich auf Aufklärung. Dabei wurde südwestlich Irland ein Handelsschiff durch Bombentreffer versenkt.
In der Nacht zum 3. Dezember griffen stärkere deutsche Verbände eine Hafenstadt an der britischen Westküste an.

Die nächtliche Tätigkeit der britischen Luftwaffe beschränkte sich auf einige Einflüge in die besetzten Küstengebiete.
Ein deutsches Flugzeug wird vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 4. Dezember 1940

 

Die deutsche Unterseebootwaffe hatte weitere Erfolge im Handelskrieg gegen England zu verzeichnen. Ein Unterseeboot versenkte sechs bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 31.500 BRT.
Damit hat das unter Führung von Korvettenkapitän Viktor Schütze stehende Unterseeboot insgesamt 94.500 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt.

Wie bereits gemeldet, griffen in der Nacht zum 3. Dezember stärkere Kampffliegerverbände die Hafenanlagen von Bristol mit Bomben aller Kaliber an. Bei der allgemeinen schlechten Wetterlage stießen die Flugzeuge teilweise bis zur tiefliegenden unteren Wolkendecke durch, um die befohlenen Ziele mit Erdsicht anzugreifen. Zahlreiche Beobachtungen bestätigten die gute Trefferlage im Ziel.
Außerdem wurde in dieser Nacht Southampton wiederum mit Bomben belegt.
Im Laufe des Tages griffen leichte und schwere Kampfflugzeuge Flugplätze, Truppenlager, Verkehrsanlagen und Rüstungswerke an. So wurden auf London und auf ein Rüstungswerk in Grantham Bomben geworfen. Auf dem Flugplatz in Shoreham gelang es, Hallen zu treffen und mehrere Flugzeuge am Boden zu zerstören.
Ein Fernbomber griff 400 km nordwestlich Irland einen großen gesicherten Geleitzug an und brachte dabei ein Handelsschiff von 4.900 BRT durch Volltreffer zum Sinken.
In der Nacht zum 4. Dezember fanden trotz der schlechten Wetterlage Angriffe auf verschiedene kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südengland statt.

Einzelne britische Flugzeuge warfen in dieser Nacht in West- und Südwestdeutschland Bomben, richteten aber nur leichten Gebäudeschaden an, ohne Personen zu verletzen.

Der Kommodore des Jagdgeschwaders Richthofen, Major Wick, kehrte nach seinem 56. Luftsieg vom Feindflug nicht zurück.
Damit hat die deutsche Luftwaffe einen ihrer kühnsten und erfolgreichsten Jagdflieger verloren.
Major Wick, der für seinen heldenhaften Einsatz im Kampf für die Zukunft des deutsehen Volkes mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet war, wird im deutschen Volke und vor allem in der deutschen Jugend als Vorbild fortleben.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 5. Dezember 1940

 

In der Nacht zum 4. Dezember griffen Kampfflugzeuge trotz schlechter Wetterlage London und Birmingham an. In den Londoner Stadtteilen Paddington, Kensington und Battersea wurden starke Brände beobachtet. Auch in Birmingham entstanden nach heftigen Explosionen neun große und zahlreiche kleine Brände.
Ferner wurden Southampton und einige andere Städte angegriffen.
Am Tage beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf Aufklärungsflüge.
In der Nacht zum 5. Dezember richteten sich Angriffe gegen Süd- und Mittelengland.

Britische Häfen wurden weiterhin vermint.

Einige britische Flugzeuge warfen in der Nacht in Westdeutschland Bomben und beschädigten einige Wohnhäuser.
Gestern wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschossen, davon zwei durch Flakartillerie. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 6. Dezember 1940

 

Im Südatlantik kam es, wie bereits bekanntgegeben, zu einem Seegefecht zwischen einem deutschen und einem britischen Hilfskreuzer, in dessen Verlauf das britische Kriegsschiff schwere Beschädigungen erlitt.
Ein Unterseeboot versenkte vier feindliche Handelsdampfer mit insgesamt 13.000 BRT. Davon wurden zwei Schiffe aus einem Geleitzug herausgeschossen.

In der Nacht zum 5. Dezember griffen Kampfflugzeuge London, Birmingham und Southampton an. In allen drei Städten wurden kleinere und größere Brände als Folgen des Bombenabwurfes beobachtet.
Im Laufe des Tages beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf Einzelstörangriffe gegen London und einige weitere Ziele in Süd- und Mittelengland.
In der Nacht zum 6. Dezember waren wiederum London und Portsmouth das Ziel deutscher Luftangriffe.

Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

Fernkampfbatterien der Kriegsmarine und des Heeres beschossen wirksam einen feindlichen Geleitzug ostwärts von Dover.

Einige britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 6. Dezember in das westliche Reichsgebiet ein, ohne Bomben abzuwerfen.

Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern zehn Flugzeuge, davon sechs im Luftkampf. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 7. Dezember 1940

 

Trotz schlechter Wetterlage griffen Kampfflugzeuge, wie bereits gemeldet, in der Nacht zum 6. Dezember London und Portsmouth an. Zahlreiche Bombentreffer riefen starke Brände hervor.
Im Laufe des Tages führte die Luftwaffe Aufklärungsflüge und einzelne Störangriffe durch.
In der Nacht zum 7. Dezember belegten Kampfflugzeuge Bristol und andere kriegswichtige Ziele an der Kanalküste mit Bomben.

Der Feind unterließ in der letzten Nacht jegliche Versuche, in das deutsche Reichsgebiet einzufliegen.

Bewachungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen zwei britische Torpedoflugzeuge ab.
Eigene Flugzeugverluste traten nicht ein.
Von den gestern als vermißt gemeldeten sieben deutschen Flugzeugen sind inzwischen noch zwei zurückgekehrt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 8. Dezember 1940

 

Ein Unterseeboot versenkte zwei feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 17.000 BRT, ein anderes Unterseeboot zwei weitere feindliche Handelsschiffe mit zusammen 12.000 BRT, darunter einen Tanker von 9.000 BRT.

Wie bereits gemeldet, griffen Kampffliegerverbände in der Nacht zum 7. Dezember die Hafen- und Dockanlagen sowie andere kriegswichtige Ziele von Bristol an.
In verschiedenen Teilen der Stadt, besonders in der Nähe der Wasserwerke, wurden Explosionen und mehrere Brände beobachtet.
Am 7. November beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf Störangriffe gegen einzelne kriegswichtige Ziele an der Südostküste Englands.
Im Zuge der bewaffneten Aufklärung im Seegebiet ostwärts und nordostwärts von Great-Yarmouth wurden zwei Handelsschiffe aus niedrigster Höhe mit Bomben angegriffen, beide Schiffe erhielten Treffer und gerieten in Brand.

In der Nacht zum 8. Dezember flogen britische Flugzeuge in die besetzten Gebiete sowie in Westdeutschland ein und warfen mehrere Bomben ab. An drei Stellen wurden Fabrikanlagen unerheblich beschädigt. Außerdem traten an mehreren Stellen Häuserschäden ein, wobei sechs Personen getötet und mehrere verletzt wurden. Fast alle getöteten oder verletzten Personen befanden sich außerhalb der Schutzräume.
Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, davon drei durch Flakartillerie. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 9. Dezember 1940

 

Als Vergeltung für die englischen Luftangriffe auf westdeutsche Städte führte die deutsche Luftwaffe in der Nacht zum 9. Dezember einen Großangriff auf London mit sehr starken Kräften und in rollendem Einsatz von Einbruch der Dämmerung bis zum Morgen durch. Bei guter Beleuchtung warfen Kampfflugzeuge Bomben auch der schwersten Kaliber auf die Stadt und besonders auf lebenswichtige Versorgungsanlagen. An vielen Stellen entstanden gewaltige Brände, die sich im Laufe der Nacht an mehreren Punkten zu einem großen lodernden Feuermeer vereinigten. Gasbehälter flogen mit hoher Stichflamme in die Luft, Erdöllager gerieten unter starken Raucherscheinungen in Brand.

Einzelne britische Flugzeuge warfen in der Nacht in Westdeutschland wieder an mehreren Stellen Bomben. In Düsseldorf, Münchengladbach und einigen anderen Orten wurden Wohnviertel getroffen, einige Häuser in Brand gesetzt und dabei neun Zivilpersonen getötet, 17 schwer und 24 leicht verletzt. Sämtliche getöteten oder verletzten Personen befanden sich außerhalb der Luftschutzräume. Militärischer oder wehrwirtschaftlicher Schaden ist an keiner Stelle entstanden.
Zwei englische Flugzeuge wurden durch Flakartillerie abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 10. Dezember 1940

 

Ein in überseeischen Gewässern operierendes Kriegsschiff, von dessen Tätigkeit ein Teilergebnis bereits bekanntgegeben worden ist, hat seine Versenkungsziffer auf über 100.000 BRT gesteigert.
Ein Unterseeboot meldet die Versenkung von zwei bewaffneten feindlichen Handelsschiffen mit zusammen 14.500 BRT. Damit erhöht sich der von Korvettenkapitän Viktor Schütze auf seiner letzten Feindfahrt erzielte Erfolg auf 45.000 BRT versenkten feindlichen Handelsschiffsraumes.

Nach dem bereits gemeldeten besonders erfolgreichen Vergeltungsangriff auf London in der Nacht zum 9. Dezember beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe am 9. und in der Nacht zum 10. Dezember infolge der ungünstigen Wetterlage auf bewaffnete Aufklärung.

Im Laufe der Nacht zum 10. Dezember warfen einige britische Flugzeuge im besetzten Gebiet und in Norddeutschland eine Anzahl Spreng- und Brandbomben, die geringen Gebäudeschaden verursachten.
Der Feind verlor gestern drei Flugzeuge. Davon wurden zwei im Luftkampf und eins durch Flakartillerie abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge kehrten von dem Großangriff auf London nicht zurück.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag



Im Seekrieg des Atlantiks versenken die U-Boote der Kriegsmarine unentwegt Handelsschiffe und Minen machen eine Versorgung der britischen Insel immer schwieriger! Im Luftkrieg über England ist Bristol das Ziel deutscher Angriffe. Trotzdem nehmen die Angriffe auf England ab, so finden an einem Tag in Dezember keine Luftangriffe auf Großbritannien, weder bei Tag noch bei Nacht, statt. Dies ist das erste Mal seit dem 7. August 1940, dass innerhalb von 24 Stunden keine Bomben gefallen sind. Luftangriffe werden ab jetzt meist nur noch auf London in großer Zahl geflogen, so auch der enorme Brandbombenangriff auf London mit 413 Bombern. Der deutschen Luftwaffe wird befohlen das X. Fliegerkorps nach Süditalien zu verlegen, damit tut sich ein neues Schlachtfeld im Süden und Nordsüden Europas auf. Hitler verurteilt derweilen die britische Aristokratie und 'Finanzmagnaten':

„Es wird keine Niederlage Deutschlands geben, weder durch militärische oder wirtschaftliche Gründe, noch durch die Zeit.“
Rede Hitlers vor Berliner Rüstungsarbeitern

 

 

Auf dem Balkan stoßen die Griechen stoßen weit nach Albanien hinein und erobern Premeti im Südwesten Albaniens. Die Italiener kommen immer mehr in Zugzwang und müssen immer mehr eroberte Terrotieren abgebengeben, im makedonischen Sektor der Front marschieren die Griechen durch Täler in Richtung Elbasan. Ganz im Süden wird die Lage noch kritischer, denn Nordafrika begint die erste britische Offensive in Nordafrika (2 Divisionen greifen 10 italienische Divisionen der 10. Armee).

 

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KMS Deutschland (Lützow)

Kleinst-U-Boote


11.12. - 21.12.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 11. Dezember 1940

 

Schlechte Wetterlage beschränkte die Tätigkeit der Luftwaffe auch am 10. und in der Nacht zum 11. Dezember auf bewaffnete Aufklärung.
In Frinton on Sea wurden Treffer in einem Fabrikgelände zwischen Folkestone und Canterbury beobachtet. Vor Harwich wurde ein Handelsschiff mit Bomben und mit Bordkanonen angegriffen.
Fernkampfbatterien der Kriegsmarine und des Heeres nahmen feindliche Fahrzeuge, die den Kanal zu befahren versuchten, unter wirksames Feuer. Fernkampfbatterien des Heeres bekämpften gegen Abend erfolgreich militärische Ziele im Küstengebiet von Dover.

In der Nacht zum 11. Dezember warfen einige feindliche Kampfflugzeuge eine Anzahl von Spreng- und Brandbomben im besetzten Gebiet und in Südwestdeutschland ab.

Außer der erheblichen Beschädigung eines Kinderheimes in einer südwestdeutschen Stadt und leichten Gebäudeschäden in einigen Orten in der Eifel entstand kein nennenswerter Sachschaden. Im Reichsgebiet wurden zwei Zivilpersonen schwer und eine Person leicht verletzt, im besetzten Gebiet ein Kind getötet und zwei Zivilpersonen verletzt.
Flakartillerie schoß gestern zwei feindliche Flugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim ab. Eigene Verluste traten nicht ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 12. Dezember 1940

 

Ein Unterseeboot versenkte aus einem stark gesicherten feindlichen Geleitzug vier Handelsschiffe mit insgesamt 30.000 BRT. Der Geleitzug wurde gesprengt.

Am 11. Dezember richteten sich im Zuge der bewaffneten Aufklärung die Angriffe der Luftwaffe in der Hauptsache gegen Schiffsziele.
Bei Feuerschiff „Kentish Knock" gelang es, ein Schiff, das von einem Frachter geschleppt wurde, durch Bombentreffer schwer zu beschädigen.
Südwestlich Clacton on Sea wurden ein Handelsschiff von 1.500 BRT versenkt, ein Tanker mit Kanonen und MG angegriffen und ein weiteres Handelsschiff von 1.500 BRT beim Angriff aus niedrigster Höhe so schwer getroffen, daß es mit Schlagseite im sinkenden Zustand liegen blieb.
In der Nacht zum 12. Dezember griffen starke Verbände kriegswichtige Ziele in Mittel- und Südengland mit gutem Erfolg an.

Einige britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht im besetzten Gebiet und in Südwestdeutschland an mehreren Stellen Spreng- und Brandbomben, durch die aber nur geringer Sachschaden verursacht wurde. Das Kesselhaus einer kleineren Fabrikanlage wurde durch Brand beschädigt. Im besetzten Gebiet wurden ein Franzose und ein Belgier getötet, mehrere Zivilpersonen verletzt.
Flakartillerie schoß vier feindliche Flugzeuge ab. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 13. Dezember 1940

 

In der Nacht vom 11. und 12. Dezember fand, wie bereits gemeldet, ein erneuter Großangriff starker Verbände der deutschen Luftwaffe gegen Birmingham statt. Heftige Explosionen im Südteil, Treffer in Bahn- und Industrieanlagen der Stadt, Explosion eines Gaswerkes mit anhaltender großer Brandwirkung sowie weitere zahlreiche große, mittlere und kleinere Brände wurden beobachtet.
Im Laufe des 12. Dezember richteten sich Tagesangriffe gegen London und einige andere Ziele in Südengland.
In der Nähe von Harwich an der englischen Ostküste gelang es, aus einem Geleitzug einen Dampfer von 3.000 BRT mit Bomben zu belegen. Durch Volltreffer wurde er am Bug und Heck derartig beschädigt, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. Ein weiterer Handelsdampfer wurde schwer getroffen.
In der Nacht zum 13. Dezember griffen sehr starke deutsche Kampffliegerverbände die Schwerindustrie von Sheffield in rollendem Einsatz mit größtem Erfolg an.

Die Verminung englischer Häfen konnte fortgesetzt werden.

Ein Unterseeboot, von dessen Unternehmung ein Teilergebnis bereits bekanntgegeben wurde, meldet als deren Gesamterfolg die Versenkung von insgesamt 27.000 BRT.

In der Nacht zum 13. Dezember flog nur ein britisches Flugzeug in deutsches Reichsgebiet ein, ohne Bomben abzuwerfen.
Die Gesamtverluste des Gegners am 12. Dezember betrugen vier Flugzeuge, von denen zwei durch Flak und zwei im Luftkampf durch einen Aufklärer abgeschossen wurden. Vier eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 14. Dezember 1940

 

In der Nacht vom 12. zum 13. Dezember griffen, wie bereits gemeldet, starke Kampffliegerverbände die Schwerindustrie von Sheffield mit großem Erfolg an. Der Angriff wurde bei günstiger Wetterlage mit Erdsicht durchgeführt, so daß die befohlenen Ziele einwandfrei ausgemacht und die gute Trefferlage klar erkannt werden konnte. Zahlreiche große Brände und Explosionen in den Fabriken der Stahlindustrie und sonstigen Rüstungsanlagen sowie kriegswichtigen Betrieben im Nordosten der Stadt und in der Stadtmitte wurden festgestellt.
Durch die Zerstörungen im Industriebereich von Sheffield gelang es, die britische Rüstung besonders nachhaltig zu treffen.
Die Tätigkeit der Luftwaffe am 13. Dezember beschränkte sich infolge ungünstiger Wetterlage auf bewaffnete Aufklärung.

Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Lehmann-Willenbrock hat auf seiner Fahrt gegen den Feind insgesamt 40.900 BRT versenkt. Ein Teilergebnis seiner Unternehmung war schon vorher bekanntgegeben.
Ein kleines Unterseeboot versenkte drei bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 15.800 BRT.

Einige britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht in Nord- und Westdeutschland Bomben, die nur an zwei Stellen geringen Häuserschaden anrichteten. Acht Personen wurden leicht verletzt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 15. Dezember 1940

 

In der Nacht zum 14. Dezember beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe infolge ungünstiger Wetterlage auf das Verminen britischer Häfen.
Im Laufe des 14. Dezember griffen einzelne Flugzeuge mehrere kriegswichtige Ziele in Süd-und Mittelengland zum Teil im Tiefflug an. In den Midlands wurde eine wichtige Industrieanlage durch Volltreffer schwerer Bomben wirkungsvoll getroffen.

Der Feind flog in das Reichsgebiet nicht ein. Im besetzten Gebiet warf er an zwei Stellen Bomben, ohne Schaden anzurichten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 16. Dezember 1940

 

In der Nacht zum 15. Dezember griffen Kampfflugzeuge London sowie andere kriegswichtige und militärische Ziele in Südostengland an.

Ein englischer Hafen wurde erneut vermint.

Im Laufe des Tages führte die Luftwaffe infolge der Wetterlage nur Aufklärungsaufträge durch.

In der letzten Nacht warfen britische Flugzeuge im Reichsgebiet eine Anzahl Spreng- und Brandbomben. In Berlin konnten einige Dachstuhlbrände schnell gelöscht werden. Einige Häuser, darunter zwei Krankenhäuser, wurden beschädigt, eine Schnellbahnstrecke vorübergehend gestört.
An anderen Orten wurde nur leichter Gebäudeschaden angerichtet, in Herford eine Kirche durch Bombentreffer zerstört. In einem Werk in Mitteldeutschland ist ein Brand bereits im Entstehen gelöscht worden. Die Produktion ist nicht gestört.
Die Verluste der Zivilbevölkerung betragen vier Tote und zwölf Verletzte.
Ein feindliches Flugzeug wurde beim Anflug durch Nachtjäger abgeschossen. Eigene Flugzeugverluste sind nicht entstanden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 17. Dezember 1940

 

Deutsche Schnellboote stießen in der Nacht zum 16. Dezember bei einem Vorstoß in den Kanal auf einen Verband überlegener feindlicher Zerstörer. Nach kurzer Gefechtsberührung kamen die feindlichen Streitkräfte aus Sicht. Unsere Schnellboote kehrten unversehrt in ihre Stützpunkte zurück.
Der soeben mit seinem Unterseeboot zurückgekehrte Kapitänleutnant Kretschmer versenkte auf dieser Fahrt gegen den Feind 34.935 BRT feindlichen Handelsschiffsraum. Damit hat dieser Offizier eine Gesamtversenkungsziffer von 252.100 BRT erreicht und als erster Unterseebootkommandant die 250.000-BRT-Grenze überschritten. In dieser Versenkungsziffer sind drei feindliche Hilfskreuzer und der britische Zerstörer „Daring" enthalten.

In der Nacht zum 16. Dezember wurde Sheffield von Kampfverbänden der Luftwaffe erneut und mit erkennbarer Wirkung angegriffen. Explosionen und eine größere Anzahl Brände waren zu beobachten.
Im Laufe des Tages kamen infolge stark dunstiger und nebliger Wetterlage nur wenige Flugzeuge zum Einsatz. In London und an anderen Stellen gelang es, auf kriegswichtige Ziele, Verkehrsanlagen sowie ein Truppenlager mehrere Treffer zu erzielen.
500 km westlich Irland wurden zwei feindliche Handelsschiffe mit Bomben angegriffen. Auf einem Schiff wurde die Ruderanlage beschädigt, ein anderes wurde so schwer getroffen, daß mit seinem Untergang zu rechnen ist.

Die Einflüge britischer Flugzeuge in deutsches Reichsgebiet beschränkten sich in der Nacht zum 17. Dezember auf West- und Südwestdeutschland.
In Mannheim wurde durch Spreng- und Brandbomben Gebäude- und Brandschaden, unter anderem am Schloß und an einem Krankenhaus verursacht. In einer anderen Stadt trafen Bomben ein weiteres Krankenhaus. Der in zwei Fabrikanlagen eingetretene Produktionsausfall ist unerheblich. Die Verluste der Zivilbevölkerung betragen 10 Tote und 50 Verletzte.
Flakartillerie schoß eine Bristol-Blenheim und eine Spitfire ab. Jäger vernichteten einen feindlichen Sperrballon. Eigene Verluste sind nicht eingetreten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 18. Dezember 1940

 

Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 17. Dezember Birmingham, London und andere kriegswichtige Ziele in den Midlands erfolgreich mit Bomben an. An verschiedenen Stellen konnten Brände und Explosionen beobachtet werden.
Infolge der Wetterlage beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe im Laufe des Tages auf Aufklärung. In Sheffield wurden ein noch immer brennendes Stadtviertel und andere einzelne Brandherde festgestellt.

Einige britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 18. Dezember in Südwestdeutschland Bomben. An zwei Orten wurde geringer Gebäude- und Brandschaden verursacht.
Nachtjäger schossen im Luftkampf zwei feindliche Flugzeuge ab. Ein britisches Flugzeug wurde durch Flakartillerie zum Absturz gebracht.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 19. Dezember 1940

 

Infolge ungünstiger Wetterlage führte die deutsche Luftwaffe gestern bei Tage und in der Nacht lediglich bewaffnete Aufklärungsflüge durch.
Im Nordkanal gelang es, ein Handelsschiff durch Bombenvolltreffer im Maschinenraum schwer zu beschädigen. Bei einem weiteren Handelsschiff durchschlug eine Bombe schweren Kalibers das Vorschiff. Die Mannschaft ging darauf in die Boote.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht zum 19. Dezember in Südwestdeutschland einige Bomben, verursachten aber nur geringfügigen Gebäudeschaden. Eine Zivilperson wurde getötet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 20. Dezember 1940

 

Ein Unterseeboot meldet die Versenkung seines 40. feindlichen Handelsschiffes.
Damit hat der Kommandant dieses Bootes, Kapitänleutnant Schepke, eine Gesamtversenkungsziffer von 208.975 BRT erreicht und somit als dritter Unterseebootkommandant die 200.000-Tonnen-Grenze überschritten.
Bei einem Torpedoangriff feindlicher Flugzeuge auf ein deutsches Vorpostenschiff erzielte das Boot durch die sofort einsetzende Abwehr mehrere Treffer auf ein feindliches Flugzeug, während die feindlichen Torpedos ihr Ziel verfehlten.

Die Luftwaffe führte gestern Aufklärungsflüge über Großbritannien durch.
Im St. Georgs-Kanal südlich Carnsore Point gelang es, ein Schiff von 1.200 BRT durch Volltreffer mittschiffs zu versenken.

In der Nacht zum 20. Dezember griffen Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele in der Stadtmitte von London erfolgreich mit Bomben an.

Britische Flugzeuge verursachten in der letzten Nacht in Westdeutschland durch Bombenwurf nur leichten Gebäudeschaden. Zwei Zivilpersonen, die sich außerhalb des Luftschutzraumes befanden, wurden getötet.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 21. Dezember 1940

 

In der Nacht zum 20. Dezember griffen Kampffliegerverbände kriegswichtige Ziele in London mit guter Wirkung an.
Auch am Tage warfen Kampfflieger Bomben auf London. Ferner wurde eine Rüstungsfabrik in Chelmsford schwer getroffen.
Die Luftaufklärung erstreckte sich über die ganze Insel bis zu den Shetland-Inseln.
In der Nacht zum 21. Dezember griffen starke Kampffliegerverbände außer sonstigen kriegswichtigen Zielen in Süd- und Mittelengland Hafen- und Industrieanlagen von Liverpool mit Tausenden von Spreng- und Brandbomben an. Zahlreiche Großfeuer, viele kleinere Brände und gewaltige Explosionen wurden von den Besatzungen beobachtet und bestätigen so die Wirkung des Angriffs.

Der Gegner griff in der vergangenen Nacht mit Schwerpunkt die Reichshauptstadt an. Der Angriff richtete sich ausschließlich gegen nichtmilitärische Ziele. Eine Anzahl Häuser sowie der Berliner Dom wurden beschädigt, sechs Zivilpersonen getötet, 17 verletzt, die sich zum Teil außerhalb der Luftschutzräume befanden. Flakartillerie schoß zwei feindliche Flugzeuge ab.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag



In Nordafrika stürmen die Briten vor und erobern Sidi Barrani. Einige Tausend italienische Soldaten fallen in die Hände der britischen Armee, die ihre technische Überlegenheit und die besseren Erfahrungen in diesen Gefilden ausnutzen. Der Seekrieg auf dem Mittelmeer spitzt sich im gleichen Atemzug zu, wobei die italienische Marine alles versucht sich auf diesem Schlachtfeld zu behaupten. Italienische Kreuzer und Zerstörer beschießen ihrerseits griechische Stellungen an der albanischen Küste. Gibraltar wurde auf die Verteidigung eingerichtet. Die Briten wissen um die Gefahr für ihre Küstenstellungen und so wird nach Malta auch Gibraltar zu einer Festung ausgebaut! Derweil startet die deutsche Luftwaffe wieder schwere Nachtangriffe auf Birmingham, dabei sind viele Verluste an Zivilisten zu beklagen. Das fast zerstörte Birmingham wird durch das erste Flächenbombardement einer deutschen Stadt durch die RAF gesichert. 134 englische Bomber werden in der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember gegen Mannheim geschickt. Es entstehen große Brände auf beiden Ufern am Rhein.

 

Auf dem diplomatischen Parkett wird ein 'Freundschaftsvertrag' zwischen Jugoslawien und Ungarn unterzeichnet. Hitler sieht sich nun nicht nur mehr als Führer über Deutschland, sondern auch über Europa, was er durch die Umbettung des Leichnam von Napoleon II. (1811-1832) unterstreicht. Dieser Herrscher Frankreichs wird auf Anweisung Hitlers von Wien nach Paris transportiert und neben Napoleon Bonaparte im Invaliden-Dom umgebettet. Er setzt damit ein Zeichen und unterstreicht seine Nachfolge als Regent über Frankreich und auch über Europa. Seine Pläne dieser Tage ähneln denen von Napoleon, und so war es nur eine Frage der Zeit bis nun im Dezember Hitler seine Generäle zusammenruft. Er befiehlt den Angriff auf Russland vorzubereiten. Das Unternehmen Barbarossa soll spätestens am 15. Mai 1941 starten und die sowjetischen Armeen im Westen der Sowjetunion durch eine Zangenbewegungen von Panzerverbänden, mit starker Luftunterstützung, eingeschlossen und vernichtet werden. Die wichtigsten Gebiete sollen eingenommen werden und die Offensive ihren Schlusspunkt erst an der Linie Archangelsk-Ural-Wolga (Stalingrad) enden. Das Ziel Hitlers ist eine Vorherrschaft über die wichtigsten Gebiete der Sowjetunion, deren Rohstoffe und die Sicherung des Lebensraum Ost für das Deutsche Reich.

 

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Heeresgruppen der Wehrmacht

1. SS-Panzerdivision "Leibstandarte SS Adolf Hitler


22.12. - 31.12.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 22. Dezember 1940

 

In der Nacht zum 21. Dezember griffen, wie bereits gemeldet, starke Kampffliegerverbände Liverpool mit großem Erfolg an. Außerdem belegte die Luftwaffe kriegswichtige Ziele in London, Bristol und Southampton sowie eine Anzahl Flugplätze mit Bomben.

Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

Am Tage beschränkte sich die Tätigkeit in der Luft auf bewaffnete Aufklärung, wobei wiederum London das Ziel von Bombenwürfen war.
Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine beschossen gestern abend erfolgreich einen dicht unter der englischen Küste fahrenden feindlichen Geleitzug und den Hafen von Dover.
In der Nacht zum 22. Dezember wurde nochmals Liverpool von starken Kräften schwerer Kampfflugzeuge angegriffen.
Ausgedehnte Brände im Zielgebiet, vor allem in den Dockanlagen, konnten beobachtet werden. Kampfflieger des italienischen Fliegerkorps griffen die Hafenanlagen von Harwich mit gutem Erfolg an.

In der gleichen Nacht warf der Gegner im Reichsgebiet an mehreren Stellen Spreng- und Brandbomben. In zwei Städten Westdeutschlands entstand geringer Gebäudeschaden.
Kriegswichtige Ziele wurden nicht getroffen. Die Verluste an Zivilpersonen belaufen sich auf einen Toten und elf Verletzte.
Zwei feindliche Kampfflugzeuge wurden gestern durch Jagdflieger abgeschossen, ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Wie noch nachträglich gemeldet wird, wurden am 20. Dezember drei feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 15.000 BRT an der englischen Ostküste aus der Luft angegriffen. Es gelang hiervon zwei im Geleit fahrende Schiffe zu versenken, mit dem Verlust des dritten Schiffes ist ebenfalls zu rechnen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 23. Dezember 1940

 

Die Tätigkeit der Luftwaffe beschränkte sich gestern tagsüber im allgemeinen auf bewaffnete Aufklärung. Ein Aufklärungsflugzeug griff das größte britische Aluminiumwerk Fort William in Nordschottland trotz starker Flakabwehr in kühn geführtem Tiefflug an. Durch Treffer in die wichtigsten Anlagen mit nachfolgenden Explosionen wurde das Werk schwerstens getroffen.
In der Nacht zum 23. Dezember griffen starke Verbände schwerer Kampfflugzeuge die bedeutendsten Industrieanlagen in Manchester mit großem Erfolg an. Riesige Brandherde in den Fabrikanlagen und Lagerhäusern waren die Folge.
Außerdem wurden kriegswichtige Ziele in London, Bristol, Liverpool, Southampton und anderen Städten angegriffen.

Das Verminen britischer Hafen nahm seinen Fortgang.

Feindliche Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht an wenigen Stellen im westlichen Grenzgebiet eine kleine Anzahl von Spreng- und Brandbomben. Es entstand nur geringer Personen- und unbedeutender Sachschaden an Wohnhäusern.
Jagdflieger schossen gestern ein feindliches Flugzeug ab. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zurückgekehrt.

Beim Angriff auf das Aluminiumwerk Fort William zeichnete sich die Besatzung des Aufklärungsflugzeuges, Kommandant Oberleutnant Fidorra, Flugzeugführer Leutnant Mündel, Bordfunker Oberfeldwebel Bothe, Bordschütze Unteroffizier Lemberg, besonders aus.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 24. Dezember 1940

 

Bei einem Vorstoß von Schnellbooten an die englische Ostküste am 23. Dezember versenkte, wie bereits bekanntgegeben, das Führerboot einen britischen Tanker von 10.000 BRT und einen Frachtdampfer von 6.000 BRT.
Dieser Erfolg wurde trotz der starken Sicherung der feindlichen Schiffe durch sechs britische Zerstörer erzielt. Zwischen unseren Schnellbooten und den Zerstörern kam es zu einem kurzen Nahgefecht. Alle Schnellboote kehrten unversehrt in ihre Stützpunkte zurück.
Ein Unterseeboot versenkte 25.500 BRT feindlichen Handelsschiffsraum.

Am 23. Dezember griffen schwere Kampfflugzeuge Schiffsansammlungen in Loch Linnhe an der Westküste Schottlands mit Erfolg an. Ein Handelsschiff von 12.000 BRT erhielt zwei Volltreffer mittleren Kalibers, zwei weitere große Handelsschiffe wurden mit je einer Bombe mittleren Kalibers getroffen, vier andere Handelsschiffe wurden durch Bomben in ihrer unmittelbaren Nähe beschädigt.
Im Zuge bewaffneter Aufklärung wurden mehrere Eisenbahnzüge mit Maschinengewehren angegriffen. Bei einem Angriff auf Great-Yarmouth konnte ein Treffer in einer wichtigen Anlage beobachtet werden.
In der Nacht zum 24. Dezember griffen stärkere Verbände der Luftwaffe wiederum Manchester und London erfolgreich an. In London und insbesondere in Manchester entstanden mehrere große und viele kleinere Brände.
Einige britische Kampfflugzeuge warfen in der Nacht zum 24. Dezember wieder Spreng- und Brandbomben in den südwestlichen Grenzgebieten, sie erzielten aber nur geringen Gebäudeschaden.
In der Nacht zum 23. Dezember wurden zwei britische Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug kehrte nicht zurück.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 25. Dezember 1940

 

Bei der Unternehmung am 23. Dezember versenkten deutsche Schnellboote außer den bereits gemeldeten zwei Schiffen noch einen dritten feindlichen Dampfer von 2.500 BRT.

Nach den Angriffen starker Kampffliegerverbände in der Nacht zum 24. Dezember auf Manchester, die sich bei guter Sicht und weithin leuchtendem Feuerschein wieder sehr wirkungsvoll gestalteten, hat die deutsche Luftwaffe am 24. und in der Nacht zum 25. Dezember keine Angriffshandlungen unternommen.
Auch der Feind griff deutsches Reichsgebiet nicht an.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 26. Dezember 1940

 

In der Nacht zum 25. und am 25. Dezember keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 27. Dezember 1940

 

Während die deutsche Luftwaffe auch am zweiten Weihnachtsfeiertag keine Angriffshandlung gegen die britische Insel unternahm, griffen britische Flugzeuge an diesem Tage und in der folgenden Nacht Flugplätze, Hafenanlagen und Städte im besetzten Frankreich mit Bomben an.
Unter der französischen Zivilbevölkerung entstanden Verluste an Toten und Verletzten. Militärische Anlagen wurden nicht getroffen.
Flakartillerie schoß ein britisches Flugzeug ab.

Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine beschossen am 27. Dezember früh feindliche Schiffe im Kanal.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 28. Dezember 1940

 

Ein Unterseeboot, von dessen letzten Erfolgen ein Teilergebnis bereits bekanntgegeben ist, meldet die Versenkung von vier bewaffneten feindlichen Handelsschiffen mit insgesamt 24.340 BRT.
Ein weiteres Unterseeboot hat den 12.823 BRT großen bewaffneten britischen Handelsdampfer „Waiotira" versenkt.

Nach der Ruhe der Weihnachtstage setzte im Laufe des 27. Dezember die Luftaufklärung und die Kampftätigkeit der deutschen Luftwaffe wieder ein. Ein Aufklärungsflugzeug traf ostwärts der Themsemündung ein feindliches Handelsschiff von etwa 8-10.000 BRT mit zwei Bomben schweren Kalibers.
In der Nacht zum 28. Dezember griffen stärkere Verbände deutscher Kampfflugzeuge London mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben aller Kaliber an. Heftige Explosionen und große Brände im Zentrum und am Ostrand der Stadt zeigten die starke Wirkung des Angriffs.
Fernkampfartillerie des Heeres und der Kriegsmarine beschoß in der gleichen Nacht feindliche Schiffe, die sich Dünkirchen zu nähern versuchten, und zwang sie zum Abdrehen nach Norden.

Der Feind flog nur mit wenigen Flugzeugen in das Küstengebiet ein, ohne auf deutschem Reichsgebiet Bomben zu werfen.

Vorposten- und Sicherungsfahrzeuge wurden in der Nordsee von feindlichen Torpedoflugzeugen erfolglos angegriffen, sie schossen drei Flugzeuge ab, ein weiteres feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie zum Absturz gebracht. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 29. Dezember 1940

 

Deutsche Überwasserstreitkräfte melden einen erfolgreichen Angriff auf einen stark gesicherten Geleitzug im Nordatlantik. Es gelang ihnen, einen 6.000-BRT-Dampfer durch Einsatz der Artillerie- und Torpedowaffe zu versenken, einen weiteren Dampfer schwer zu beschädigen und in kurzem Gefecht einem feindlichen schweren Kreuzer der starken Deckungsstreitkräfte mehrere schwere Artillerietreffer beizubringen, so daß der Gegner das Gefecht abbrach. Die eigenen Streitkräfte erlitten keine Beschädigungen.
Ein Unterseeboot unter der Führung von Korvettenkapitän von Stockhausen meldet als Gesamtergebnis einer Fernunternehmung die Versenkung von 46.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraumes.

Im Verlaufe bewaffneter Aufklärungsflüge warf ein Kampfflugzeug gestern Bomben auf die Kaianlagen von Southampton.
In der letzten Nacht griffen schwächere Kampffliegerverbände eine Hafenstadt an der britischen Kanalküste mit Bomben an.

Über dem Reichsgebiet wurden in der vergangenen Nacht keine Bomben abgeworfen. Bombenwürfe im besetzten Gebiet richteten keinen nennenswerten Sachschaden an.
Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 30. Dezember 1940

 

In der Nacht zum 29. Dezember griffen Kampfflugzeuge die Hafenanlagen von Plymouth an. Die Bombenwürfe riefen Brände und Explosionen hervor.
Im Laufe der bewaffneten Tagesaufklärung wurden mehrere kriegswichtige Ziele an der Ostküste Englands mit Bomben belegt. Außerdem erhielt bei einem Tiefangriff ein wichtiges Industriewerk in Crewe mehrere Volltreffer.
Aus einem Geleitzug ostwärts Harwich wurde ein Frachtschiff von etwa 10.000 BRT durch Bombentreffer in Brand gesetzt. Ostwärts Southwold wurde ein Minenleger getroffen. Bei einem Angriff auf einen großen Geleitzug 200 km nordwestlich von Londonberry erhielt ein Frachtschiff einen schweren Bombentreffer, so daß es mit Schlagseite liegen blieb und absank.
Marineartillerie nahm ein feindliches Kriegsschiff, das sich in diesigem Wetter der Kanalküste zu nähern versuchte, unter Feuer. Nach wenigen gut liegenden Salven war das Ziel nicht mehr zu sehen.
In der letzten Nacht belegten stärkere Kampffliegerverbände wiederum London mit Bomben.

Der Feind warf in der vergangenen Nacht mit einigen Flugzeugen über deutschem und besetztem Gebiet Bomben ausnahmslos in freies Feld oder in die See.
Flakartillerie schoß zwei feindliche Flugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 31. Dezember 1940

 

In der Nacht zum 30. Dezember griffen, wie bereits gemeldet, stärkere Kampffliegerverbände London an. Sie warfen eine große Anzahl von Bomben aller Kaliber auf kriegswichtige Ziele vor allem im Stadtkern. Es entstanden viele und außerordentlich starke Brände, die bis zur Kanalküste sichtbar waren.
Im Laufe des 30. Dezember beschränkte sich die Tätigkeit der Luftwaffe auf einige Angriffe gegen Flugplätze und Industrieziele in Norfolk und Cambridgeshire. Dabei wurden auf dem Flugplatz Mildenhall durch Angriff aus niedriger Höhe mehrere Flugzeuge am Boden zerstört.

In der Nacht zum 31. Dezember fanden keine Kampfhandlungen statt.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag



Luftkrieg über England hat in diesen Tagen mit dem Nachtangriff auf London durch 100 deutsche Bomber einen weiteren Angriff. Die RAF startet derweilen wichtige Foto-Aufklärungsmissionen über mögliche Ziele und zur Bestätigung von zerstörten Zielen. Den Höhepunkt des Luftkriegs bildet die zweite große Feuersbrunst in London. 136 deutsche Bomber werfen 30.000 Brandbomben ab, dadurch ein großer Feuersturm im Innenstadt-Bereich.

 

'Wir müssen das große Arsenal der Demokratie sein.'
Roosevelt in einer Radioansprache

Schlacht im Atlantik Verluste (Dezember)

37 alliierte Handelsschiffe (212.500 BRT)
kein deutsches U-Boot (27 einsatzbereit)

Handelsschiffe Verluste (1940)

Alliierte und Neutrale: 1.059 Schiffe mit insgesamt 4.055.706 Tonnen.
Achse: 22 deutsche U-Boote, 20 italienische Unterseeboote

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Operation Unthinkable

Die letzte Feindfahrt von U-615


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 30. April 1940)

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.04. - 08.04.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 1. April 1940

 

Im Westen geringe Spähtrupptätigkeit und schwaches Artilleriefeuer.
Südlich Saarbrücken über französischem Boden kam es am Nachmittag des 31. März zu verschiedenen größeren Luftkämpfen zwischen deutschen und französischen Jagdflugzeugen. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit der Franzosen schossen die deutschen Jäger ohne eigene Verluste sieben Morane-Flugzeuge ab.
Tagsüber wurde über Ostfrankreich und der Nordsee bis zu den Sehtland-Inseln aufgeklärt. Die eingesetzten Flugzeuge kehrten mit wertvollen Ergebnissen unversehrt zurück.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 2. April 1940

 

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Die Aufklärung über der Nordsee und gegen Ostfrankreich wurde am 1. April in verstärktem Maße fortgesetzt. Dabei kam es zu wiederholten Luftkämpfen zwischen einzelnen deutschen Aufklärungsflugzeugen und feindlichen Jägern. Ein Dornier-Aufklärungsflugzeug schoß ein französisches Jagdflugzeug vom Muster Curtiss, ein anderes Aufklärungsflugzeug schoß eine Morane ab. Ein englisches Aufklärungsflugzeug, das in die Deutsche Bucht einzufliegen versuchte, wurde von einer Rotte Me 109 abgeschossen. Ein deutsches Aufklärungsflugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 3. April 1940

 

An der Westfront stellenweise rege Spähtrupptätigkeit.
Am 2. April wurde die Luftaufklärung über der gesamten Nordsee, der englischen Ostküste bis zu den Sehtland-Inseln und über Ostfrankreich fortgesetzt. Ein deutsches Aufklärungsflugzeug musste nach einem Luftkampf mit drei britischen Jägern auf See notlanden. Die Besatzung wurde von einem anderen deutschen Aufklärungsflugzeug aufgenommen.
In den Abendstunden wurden erneut britische Seestreitkräfte in Scapa Flow angegriffen. Obwohl die Wetterlage ungünstig und die Abwehr sehr stark war, gelang es, mehrere Schiffe durch Bombentreffer bzw. Bombeneinschläge in nächster Nähe zu beschädigen.
Im Westen kam es an verschiedenen Stellen zu Luftkämpfen. Dabei wurden drei feindliche Jagdflugzeuge abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 4. April 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
In der nördlichen Nordsee und vor der britischen Ostküste wurden am Nachmittag der 3. April durch deutsche Kampfflugzeuge britische Kriegsschiffe, Geleitzüge und bewaffnete Handelsschiffe angegriffen. Trotz wiederholter Luftkämpfe mit britischen Jägern und heftiger Flakabwehr von den Kriegs- und Handelsschiffen gelang es den deutschen Angreifern einen nachhaltigen Erfolg zu erreichen. Schwer getroffen wurden ein Zerstörer, ein Vorpostenboot und zwei Handelsschiffe (mit einer Gesamttonnage von 7000 BRT), drei Vorpostenboote und ein Handelsschiff mit 5000 BRT wurden durch die Brandwirkung der Bomben zerstört. Durch Bombentreffer wurden ferner beschädigt ein Vorpostenboot und drei Handelsschiffe (mit einer Gesamttonnage von 17000 BRT)
Zwei deutsche Flugzeuge mußten notlanden. Die Besatzungen sind gerettet. Ein Flugzeug wird vermißt. Ein englisches Jagdflugzeug wurde im Luftkampf abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 5. April 1940

 

Im Westen hob ein Stoßtrupp einen feindlichen Stützpunkt im Grenzgebiet südwestlich Saarlautern aus. Die feindlichen Verluste betrugen etwa 15 Tote.
Im übrigen keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 6. April 1940

 

Keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 7. April 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe führte am 6. April Luftaufklärung über Nord- und Mittelfrankreich durch. Ein deutsches Dornier-Aufklärungsflugzeug wurde hierbei von vier Curtiss-Flugzeugen angegriffen. Das Aufklärungsflugzeug setzte sich so lange zur Wehr, bis der Gegner aus Brennstoffmangel von ihm ablassen musste. Es landete wohlbehalten in seinem Heimathafen.
Am Spätnachmittag des 6. April flogen mehrere feindliche Flugzeuge nordwestlich Trier über luxemburgisches Gebiet nach Deutschland ein und über luxemburgischem Hoheitsgebiet auch wieder zurück.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 8. April 1940

 

Im Laufe des 7. April unternahmen deutsche Flugzeuge Erkundungsflüge über der mittleren Nordsee, sowie über Nord- und Mittelfrankreich und führten Bewachungsflüge über der Deutschen Bucht und der Westfront durch.
Nördlich von Sylt sichtete ein Schwarm Messerschmitt Flugzeuge 24 britische Wellington-Bomber. Unsere Jäger schossen zwei britische Flugzeuge ab und zwangen die anderen zum Abdrehen nach Westen.
An der Westfront kam es wiederholt zu Luftkämpfen. Hierbei schossen unsere Jagdflugzeuge viel feindliche Flugzeuge ab, ein weiteres wurde durch Flakartillerie zum Abschuss gebracht.
Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

SONDERMELDUNG

In den Abendstunden des 8. April griffen deutsche Heinkel-Kampfmaschinen wiederum in Scapa Flow liegende Teile der gegnerischen Seestreitkräfte mit großem Erfolg an. Zwei große Einheiten, darunter ein Schlachtschiff, wurden durch Bombentreffer stark beschädigt, drei weitere schwere Einheiten durch Einschläge in nächster Nähe ebenfalls erheblich beschädigt.
Tagsüber wurden ausgedehnte Aufklärungsflüge über der Nordsee bis zum 65. Breitengrad sowie über Nord- und Ostfrankreich unternommen. Zwei britische Flugzeuge, ein Jagdflugzeug und ein Sunderland-Flugboot wurden abgeschossen.
Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Die Rüstung für die Eskalation in Europa geht weiter. Die Staaten haben nun auf Rüstung umgestellt und Frankreich fängt, per Dekret der Regierung, mit dem Bau von 53 Kriegsschiffen: 2 Schlachtschiffe, 1 Flugzeugträger, 3 Kreuzer, 27 Zerstörer, 20 U-Boote an. Dabei scheint sich die erste große Kampfhandlung auf See anzubahnen. Deutsche Flugzeuge greifen Scapa Flow an und die RAF im Gegenzug deutsche Zerstörer vor Wilhelmshaven an. Dabei sind es neben den angepeilten Zielen zur See vor allem die Auseinandersetzungen bzw. Verluste in der Luft, die einen Vorgeschmack auf den kommenden Krieg machen.

 

Erste deutsche Schiffe laufen zur Invasion von Norwegen/Dänemark aus (Unternehmen 'Weserübung') - 11 Schiffsgruppen: 2 Schlachtkreuzer, 3 Schwere und 4 Leichte Kreuzer, 14 Zerstörer, 31 U-Boote und viele kleinere Schiffe – zu den Zielen: Narvik, Trondheim, Bergen, Kristiansand, Oslo, Nyborg und Kopenhagen anlaufen. Eine Konfrontation mit der Royal Navy wollte man vermeiden, darum setze man auf eine blitzschnelle Verlegung und Losschlagen. Die englische Home Fleet läuft aus Scapa Flow in Richtung der norwegischen Gewässer aus.
Fast gleichzeitig spricht Chamberlain spricht auf dem Treffen der Conservative Party (Konservativen Partei) in London. Er zieht die Vorteile der Alliierten wachsen, hat doch die beste Möglichkeit und höchsten Punkt technischer Überlegenheit verpasst bzw. muss sich jetzt mit einem erstarkenden Großbritannien auseinandersetzen. Göring bereitet derweil die deutsche Bevölkerung vor. Seine Visionen vom großen Sieg, dem größte Reich der Welt und eines kurzen Krieges wirken, wobei die deutsche Jugend dazu den Anstand und die Moral „nicht nur im Sonnenschein, sondern auch während der Finsternis haben muss!“

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Flaktürme - Hochbunker des Deutschen Reichs

Erinnerungsmedaille Winterkrieg 1939/40


09.04. - 12.04.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 9. April 1940

 

SONDERMELDUNG

Um dem im Gang befindlichen britischen Angriff auf die Neutralität Dänemarks und Norwegens entgegenzutreten, hat die Deutsche Wehrmacht den bewaffneten Schutz dieser Staaten übernommen.
Hierzu sind heute morgen in beiden Ländern starke deutsche Kräfte aller Wehrmachtsteile eingerückt bzw. gelandet.
Zum Schutze dieser Operationen sind umfangreiche Minensperren gelegt worden.

Am Dienstag früh haben deutsche motorisierte Truppen und Panzerkräfte die deutsch-dänische Grenze bei Flensburg und Tondern überschritten und sind im Vormarsch über Apenrade und Esbjerg nach Norden.
Im Morgengrauen sind deutsche Truppen im Kleinen Belt bei Middelfahrt gelandet und haben sich in den Besitz der dortigen Beltbrücke gesetzt.
Deutsche Seestreitkräfte sind im Grossen Belt eingedrungen und haben Truppen in Korsör und Nyborg gelandet.
Von Warnemünde kommend sind Truppen und ein Panzerzug mit der Fähre in Gjedser gelandet und haben von dort den Vormarsch nach Norden angetreten. Gleichzeitig wurde die Brücke Vordingborg im Südteil der Insel Seeland besetzt.
Deutsche Truppen sind im Morgengrauen in Kopenhagen gelandet. Die Zitadelle und die Rundfunkstation wurden besetzt. Seit 8 Uhr befindet sich die ganze Stadt in deutscher Hand.

Der Vormarsch der deutschen Truppen in Jütland nach Norden und auf den Inseln macht schnelle Fortschritte. Die dänische Regierung hat die dänischen Truppen angewiesen, keinen Widerstand zu leisten. Die deutschen und dänischen Kommandostellen haben Dienstag vormittag gegenseitig Verbindung aufgenommen.
Die Besetzung der wichtigsten militärischen Stützpunkte in ganz Norwegen durch deutsche Truppen schreitet schnell fort. Einheiten aller drei Wehrmachtsteile arbeiten dabei erfolgreich zusammen. An den meisten Punkten hat der geringe örtliche Widerstand der norwegischen Truppen aufgehört.
Auf den Flugplätzen in Jütland und Südnorwegen sind deutsche Luftstreitkräfte gelandet.

Die Operationen im Zuge der Besetzung Dänemarks und der norwegischen Küste sind am 9. April planmäßig verlaufen.
Beim Einmarsch und bei den Landungen in Dänemark ist es nirgends zu Zwischenfällen gekommen.
An der Küste Norwegens wurde nennenswerter Widerstand nur bei Oslo geleistet, er wurde in den Nachmittagsstunden gebrochen. Oslo selbst besetzt.

 

Am Ende des heutigen Tages befinden sich alle militärisch wichtigen Stützpunkte Norwegens fest in deutscher Hand. Insbesondere sind unter anderem Narvik, Drontheim, Bergen, Stavanger, Kristiansand und Oslo von starken Kräften besetzt.
Dort wo überhaupt stärkerer Widerstand geleistet wurde, wie in Oslo und Kristiansand, ist er gebrochen. Die Küstenbefestigungen, die zum Teil in eingerem Zusammenwirken von Kriegsmarine und Luftwaffe mit Stoßtruppen des Heeres genommen wurden, sind zur Abwehr feindlicher Angriffe ebenso bereit, wie starke Teile der Luftwaffe.
Ihr gelang es, mir den zum Teil in die norwegischen Flughäfen verlegten Kampfverbänden heute abend einem englisch-französischen Flottenverband westlich Bergen starke Verluste beizubringen. Nach den bisher vorliegenden Teilergebnissen sind zwei Schlachtschiffe und zwei schwere Kreuzer von schweren Bomben mehrfach getroffen worden.
In Dänemark und Norwegen herrscht Ruhe.
Der Anmarsch weiterer starker deutscher Kräfte vollzieht sich, von feindlicher Einwirkung ungehemmt, nunmehr in schneller Planmäßigkeit.

Auf Grund eingegangener Aufklärungsmeldungen starteten in den Nachmittagsstunden des Dienstag stärkere Einheiten der deutschen Luftwaffe von Dänemark und Norwegen aus gegen britische Seestreitkräfte. Festgestellt waren in der nördlichen Nordsee feindliche Schlachtschiffe, Schwere und Leichte Kreuzer sowie Zerstörer. Nach bisher eingegangenen Funkmeldungen ist als erstes Teilergebnis festzustellen, daß getroffen wurden durch Bomben schweren Kalibers:
Zwei Schlachtschiffe durch je 3 Volltreffer,
zwei Schwere Kreuzer, gleichfalls druch schwere Volltreffer,
ein Schiff liegt gestoppt mit schwerer Schlagseite,
ein anderes brennt.
Große Ölflecke bedecken weiterhin die Oberfläche.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 10. April 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die militärischen Maßnahmen zum Schutz der Neutralität von Dänemark und Norwegen wurden am 9. April von starken Einheiten des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie von Falkenhorst, von Seestreitkräften unter dem Befehl des Generaladmirals Saalwächter und des Admirals Carls und von zahlreichen Verbänden der Luftwaffe unter Führung des Generalleutnants Geißler in engster Zusammenarbeit durchgeführt.
Motorisierte Truppen und Panzerkräfte unter Führung des Generals der Flieger Kaupisch überschritten am Morgen die deutsch-dänische Grenze und besetzten im schnellen Vormarsch über Apenrade und Esbjerg planmäßig Jütland. Vereinzelt kam es infolge mangelhafter Befehlsübermittlung an die dänischen Truppen zu kurzen Gefechten. Sie wurden durch Aufklärung der dänischen Befehlshaber über die Anordnung ihrer Regierung, keinen Widerstand zu leisten, beendet. Gleichzeitig mit der Besetzung von Jütland, landeten im Zusammenwirken von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe deutsche Truppen im Kleinen Belt bei Middelfahrt, im Grossen Belt bei Korsör und Nyborg und in Gjedser zur Besetzung der Inseln.
Kopenhagen wurde bereits in den frühen Morgenstunden kampflos besetzt. Die Luftwaffe klärte während des ganzen Tages über Dänemark auf und sicherte den Vormarsch.
Bei der Besetzung der militärisch wichtigen Stützpunkte in Norwegen wurde an verschiedenen Stellen von der norwegischen Wehrmacht zunächst Widerstand geleistet, so vor allem bei Horten südlich Oslo und in Kristiansand. Er wurde jedoch überall in vorbildlicher Zusammenarbeit der Wehrmachtsteile gebrochen. Die Forts im Oslo-Fjord wurden im Laufe des Tages niedergekämpft und zum Schweigen gebracht. Unter anderem sind Narvik, Drontheim, Bergen, Stavanger, Egersund, Kristiansand, Arendal und Oslo fest in deutscher Hand.
Die Kriegsmarine hat die ihr gestellte Aufgabe gelöst. Sie bestand darin, die Gesamtoperation gegen die um ein Vielfaches überlegenen britischen und französischen Seestreitkräfte zu sichern und die Transporte und Landungen unter vollem Einsatz zu ermöglichen.
Die Landung der deutschen Truppen ist an allen Stellen von Oslo bis Narvik gelungen, eine in der Seekriegsgeschichte bisher einzig dastehende Leistung.
Beim Einlaufen in die Häfen wurde von der Kriegsmarine anfänglicher Widerstand gebrochen. Vor Oslo brachten unsere Schiffsgeschütze schwerste Küstenbatterien zum Schweigen. Beim Niederkämpfen ein 28cm-Batterie erhielt der Kreuzer „Blücher“ schwere Beschädigungen. Er stieß beim weiteren Vordringen auf eine von den Norwegern gelegte Sperre und ging durch Minentreffer verloren.
Der Kreuzer „Karlsruhe“ wurde nach Überwindung ähnlichen starken Widerstandes in Kristiansand, nachdem er die Landung der Truppen sichergestellt hatte, schwer beschädigt und sank.
Die Besatzungen beider Schiffe sind zum größten Teil gerettet und an Land eingesetzt worden.
Die See-Operationen sind noch im Gange. Erst nach ihrem Abschluss werden auch die den englischen und französischen Seestreitkräften von der deutschen Kriegsmarine zugefügten Verluste und Beschädigungen im vollen Umfange übersehen werden können.
Die von England vorgesehene Besetzung wichtiger norwegischer Stützpunkte sollte sofort im Anschluß an die Anlegung der Minensperre in den norwegischen Hoheitsgewässern stattfinden.
Die deutsche Aktion ist diesem Versuch knapp um zehn Stunden zuvorgekommen.
Die zu diesem Zweck bestimmten und von Aufklärern festgestellten britischen Seestreitkräfte und Transportschiffe wurden gestern in den späten Nachmittagsstunden von der deutschen Luftwaffe angegriffen und vernichtend geschlagen.
Fast alle feindlichen Kriegsschiffe erhielten Volltreffer schweren Kalibers.
Im einzelnen wurden getroffen:
Vier Schlachtschiffe mit je zwei oder drei Bomben,
zwei Schlachtkreuzer mit je einer Bombe,
zwei Schwere Kreuzer mit zwei bzw. einer Bombe,
ein Schwerer Kreuzer wurde mit Bombentreffern in Brand gesetzt,
zwei Transportschiffe wurden mit je einer Bombe belegt.
Jagdfliegerverbände sicherten die Unternehmungen durch Überwachung der Westküste Dänemarks und Norwegens sowie die innere Deutsche Bucht.
Ein britisches Flugboot vom Typ Sunderland wurde abgeschossen.
Die weitere Besetzung Norwegens schreitet schnell und planmäßig fort.

SONDERMELDUNG

 

Im Morgengrauen des 10. April versuchten englische Seestreitkräfte in Narvik einzudringen. Der Angriff wurde von den dort liegenden Einheiten der Kriegsmarine mit schweren Beschädigungen und Verlusten für die Engländer abgewiesen. Drei britische Zerstörer wurden vernichtet. Bei einem weiteren Zerstörer gibt die britische Admiralität schwere Beschädigungen und Kampfunfähigkeit zu.
Am 8. April ist bei anderer Gelegenheit schon ein britischer Zerstörer versenkt worden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 11. April 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die Luftaufklärung über Mittel- und Nordfrankreich wurde trotz schwieriger Wetterlage und starker Abwehr fortgesetzt.
Am Nachmittag des 10. April sind deutsche Truppen auf Bornholm ohne Zwischenfälle gelandet. Im übrigen verlief der Tag bei den in Dänemark eingesetzten Einheiten der Wehrmacht ruhig.
In Norwegen wurden im Laufe des 10. April die von den deutschen Truppen erreichten Räume planmäßig ausgebaut und erweitert. Elverum (25km ostwärts Hamar) wurde in den Vormittagsstunden des 10. April besetzt.
In Oslo herrscht Ruhe. Alle Befestigungen im Oslo-Fjord sind in deutscher Hand, besetzt, und wie auch die übrigen norwegischen Küstenbefestigungen zur Abwehr eingerichtet. Die norwegischen Wehrmachtsdienststellen in Oslo haben ihre Bereitwilligkeit erklärt, am Luftschutz gegen englische und französische Flieger aktiv teilzunehmen.
In Narvik haben, wie bereits gemeldet, englische Seestreitkräfte versucht, in den Hafen einzudringen. Bei der erfolgreichen Abwehr wurden drei feindliche Zerstörer vernichtet, ein Zerstörer schwer beschädigt.
Die Verstärkung der deutschen Truppen in Norwegen vollzog sich planmäßig.
Entgegen den englischen Falschmeldungen sind Bergen und Drontheim fest in deutscher Hand. Angriffsversuche haben nirgends stattgefunden.
Die Luftwaffe führte am 10. April wiederum im verstärkten Umfang Luftaufklärung über der gesamten Nordsee durch und brachte wichtige Meldungen über Stand und Bewegungen feindlicher Seestreitkräfte.
Die zur bewaffneten Aufklärung eingesetzten Kräfte hatten infolge schlechter Sichtverhältnisse nur an zwei Stellen Gefechtsberührung mit dem Gegner. Ein britischer Zerstörer wurde durch Bomben schweren Kalibers getroffen, eine Flak- und eine Scheinwerferbatterie im Gebiet von Scapa Flow durch Bombeneinschläge außer Gefecht gesetzt.
Britische Jagdflugzeuge griffen mehrmals deutsche Aufklärer ohne Erfolg an. Ein britisches Jagdflugzeug vom Muster Hawker-Hurricane wurde vor den Shetlands abgeschossen. Zwei eigne Flugzeuge werden vermißt.
Jagdfliegerverbände überwachten Norwegen sowie die dänische Westküste und sicherten mit starken Kräften das norwegische Seeküstengebiet vor feindlichem Einflug. Feindliche Einflüge wurden lediglich über der norwegischen Westküste festgestellt, wo der mit deutschen Fliegertruppen belegte Flugplatz Stavanger durch einzelne britische Kampfflugzeuge im Tiefflug erfolglos angegriffen wurde.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 12. April 1940

 

In Dänemark verlief der Tag ruhig. Überwachungsflüge der Luftwaffe an der dänischen Westküste trafen auf keinen Feind.
In Norwegen wurde das von deutschen Truppen besetzte Gebiet von Narvik aus erweitert und Evenes besetzt. Kämpfe fanden hier nicht statt.
In Gegend Drontheim wurde ein Angriff britischer Flugzeuge erfolgreich abgewiesen. Am Nachmittag versuchten englische leichte Seestreitkräfte vergeblich, in den Drontheim-Fjord einzudringen. Ein zu gleicher Zeit stattfindender Angriff britischer Torpedoflugzeuge blieb ohne jegliche Wirkung. Bei Drontheim wurden weitere norwegische Küstenbatterien übernommen und abwehrbereit gemacht.
In den besetzten Räumen Bergen, Stavanger und Kristiansand verlief der Tag ruhig. Feindliche Angriffsversuche haben mit Ausnahme eines erfolglosen britischen Luftangriffs auf Stavanger nicht stattgefunden. Dort wurde ein Vickers-Wellington-Flugzeug durch Flakartillerie abgeschossen.
Die bei Oslo eingesetzten deutschen Kräfte erweiterten planmäßig den besetzten Raum nach allen Seiten.
Die Kriegsmarine setzt in Laufe des 11. April ihre Operationen fort. Wie bereits gemeldet, wurden vor Narvik zwei englische Zerstörer versenkt.
Einheiten der Luftwaffe unterstützten die deutschen Truppen in Norwegen durch zahlreiche Erkundungs- und Sicherungsflüge. In den neu errichteten Luft- und Seestützpunkten sind seit dem 10. April mittags zahlreiche Flakbatterien feuerbereit.
Aufklärungsflugzeuge sicherten das Seegebiet vor der norwegischen Küste und stießen bis weit über die nördliche Nordsee zur Erkundung feindlicher Seestreitkräfte vor. Auf Grund der Aufklärungsergebnisse griff ein Kampffliegerverband in den Abendstunden feindliche Kriegsschiffe 200km nordwestlich Drontheim an. Ein Flugzeugträger wurde durch Volltreffer einer schweren Bombe schwer beschädigt, ein Schwerer Kreuzer durch zwei Bomben getroffen und bewegungsunfähig gemacht.
Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die Luftaufklärung über Nord- und Mittelfrankreich wurde am 11. April bis Paris ausgedehnt.
Zwei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

SONDERMELDUNG

 

Heute Abend versuchten britische Kampfflugzeuge deutsche Stützpunkte an der norwegischen Küste anzugreifen. Durch rechtzeitigen Einsatz deutscher Messerschmitt-Flugzeuge wurde dieser Versuch blutig abgeschlagen. Insagesamt wurden acht britische Bombenflugzeuge modernster Bauart abgeschossen.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Die deutsche Invasion von Norwegen (Nord) und Dänemark (Süd) startet. Im sogenannten Unternehmen Weserübung Nord werden eingesetzt: 6 Regimentern, 1 Fallschirmjäger-Bataillon, 888 Flugzeugen (345 Kampf-, Sturzkampf- und Jagdflugzeuge, 543 Transportflugzeuge und Aufklärer), 2 Schlachtkreuzern, 1 Westentaschen-Schlachtschiff, 7 Kreuzern, 14 Zerstörern und 30 U-Booten. Die Deutschen landen wie geplant und müssen dabei „nur“ den Kreuzer Blücher im Oslo-Fjord einbüßen. König Haakon kann vor den Deutschen in Oslo entkommen und Norwegen gilt als schwer angeschlagen bzw. besiegt. Beim Unternehmen Weserübung Süd werden eingesetzt: 2 Divisionen, 1 gemischten Brigade und 1 Bataillon von Fallschirmjägern, 60 Flugzeugen, 2 alten Linienschiffen, leichten Kriegsschiffe und Hilfsschiffe. Neben vereinzelten Widerstand rücken die deutsche Truppen geschlossen vor. Das dänische Heer, Marine und auch die Luftwaffe werden entweder vor dem Einsatz entscheidend geschwächt oder sehen von einem Einsatz ab. Die Welt schaut zu und die Royal Navy kommt zu spät, wobei die englische Home Fleet in Richtung Bergen ausläuft zieht sich wieder zurück. Der Beschuss aus der Luft ist zu groß und einige Schiffe werden beschädigt. Nur die Unterseeboote können gegen die Karlsruhe einen Achtungserfolg erringen.

 

Die Deutschen begründen ihren Erfolg schnell und lassen durch die diplomatischen Kanäle per Memorandum mitteilen, dass beiden Ländern durch Deutschland 'Schutz' für die Dauer des Krieges gegeben wird.
Erst nach der Landung in Norwegen kommt die Royal Navy an den Ort des Geschehens. In der ersten Schlacht von Narvik greifen fünf englische Zerstörer zehn deutschen Zerstörer und die besetzten Küstenbatterien im Ofot-Fjord westlich von Narvik an. Verluste auf beiden Seiten und das englische U-Boot Thistle wird durch das deutsche U-4 vor Stavanger versenkt.
Die dänische Verwaltung der Faerör-Inseln ist damit einverstanden unter britischen Schutz gestellt zu werden. Englische Truppen landen auf den Inseln am 13. April.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Harry Giese - Die Stimme der NS-Wochenschau

Großadmiral Erich Raeder


13.04. - 19.04.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 13. April 1940

 

Die Gesamtlage in Norwegen hat sich im Laufe des 12. April nach planmäßigem Eintreffen weiterer Verstärkungen gefestigt.
Die im Raum Narvik eingesetzten deutschen Truppen waren weiterhin damit beschäftigt, das besetzte Gebiet zu erweitern und militärisch wichtige Punkte in der Umgebung zu sichern. Landungsversuche der Briten fanden an keiner Stelle statt. Ein am Nachmittag des 12. April erfolgter Luftangriff auf den Hafen von Narvik blieb erfolglos. Ein britisches Flugzeug wurde hierbei abgeschossen.
Im Raum von Drontheim blieb die Lage unverändert ruhig. Der Ausbau der Küstenverteidigung machte weitere Fortschritte.
Auf Bergen versuchten die Engländer am Nachmittag des 12. April einen Luftangriff mit stärkeren Kräften. Die Abwehr der deutschen Luftwaffe konnte jedoch so rechtzeitig einsetzen, daß nach bisherigen Feststellungen acht feindliche Flugzeuge, davon eines durch Flakartillerie, abgeschossen wurden. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt.
Ein am späten Nachmittag in mehreren Fällen durchgeführter Luftangriff auf Stavanger blieb erfolglos, ein Feindflugzeug wurde abgeschossen.
Im Raum Oslo verlief der Tag ohne besondere Kampfhandlungen. Die dort vorgesehenen Bewegungen konnten planmäßig durchgeführt werden.
Auf See ist es gestern nirgends zu nennenswerten Kampfhandlungen gekommen.
Im Westen verlief der Tag ohne besondere Ereignisse.
Die Luftwaffe führte mehrere Aufklärungsflüge über Nord- und Ostfrankreich bis über Paris durch.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 14. April 1940

 

Deutsche Zerstörer unter Führung des Kommodore Bonte, die die Landung in Narvik und die erste Einrichtung der Truppen gesichert hatten, bestanden in den letzten Tagen, unterstützt von deutschen Unterseebooten und Flugzeugen, schwere Kämpfe gegen die wiederholten Einbruchsversuche der englischen Streitkräfte.
Am 13. April mittags, führte der Feind abermals einen Großangriff durch. Er setzte zu diesem Zweck ein Geschwader, bestehend aus zwei Schlachtschiffen, Flugzeugträgern, Kreuzern und zahlreichen Zerstörern ein. Trotzdem sind unsere eigenen Zerstörer wieder zum Angriff auf die britische Überlegenheit angetreten.
Bei diesen schweren Kämpfen wurde der britische Zerstörer „Cossack“ von Marine- und Luftstreitkräften in Brand geschossen und strandete.
Der Zerstörer „Eskimo“ sowie weitere Zerstörer wurden desgleichen schwer beschädigt bzw. vernichtet.
Die Gesamtverluste des Feindes sowohl als unsere eigenen sind noch nicht in vollem Umfange zu übersehen.
Schwere Seestreitkräfte sicherten während einer mehrtägigen Operation die Landung der deutschen Truppen in den norwegischen Häfen. Sie wiesen am 9. April einen Angriff schwerer britischer Seestreitkräfte ab, bei dem der britische Schlachtkreuzer „Renown“ beschädigt wurde. Unsere schweren Seestreitkräfte sind unversehrt.
In Drontheim, Bergen, Stavanger und Kristiansand verlief der Tag ruhig. Auch hier wurden die deutschen Verteidigungsanlagen ausgebaut und verstärkt.
Im Raum von Oslo sind die deutschen Truppen nach Norden, Osten und Westen im stetigen Vorgehen. Unter anderem wurden Sarpsborg und Askim besetzt. In Heidstadtmoen legten 100 Offiziere und 1500 Mann der norwegischen Wehrmacht die Waffen nieder.
In Dänemark wurden wichtige Punkte der Küste durch Einsatz schwerer Batterien abwehrbereit gemacht.
Ein deutsches Unterseeboot hat nördlich der Shetlands einen Kreuzer der „Glasgow“-Klasse torpediert. Unterseeboot-Jagdverbände vernichteten im Skagerrak drei feindliche Unterseeboote.
Britische Luftangriffe richteten sich am 13. April gegen Narvik, Stavanger und Bergen. Hierbei wurden auch die Stadt Bergen mit Bomben belegt. Auf militärische Ziele blieben die Angriffe erfolglos.
Eigene Kampffliegerverbände griffen an verschiedenen Stellen britische Seestreitkräfte an. Zwei feindliche Unterseeboote wurden, wie bereits gemeldet durch Bombentreffer vernichtet.
An der Westfront zwischen Mosel und Pfälzer Wald stellenweise lebhaftere Artillerie- und Stoßtrupptätigkeit. Zwei eigene Stoßtrupps drangen im Morgengrauen bei Zeringen, mehrere Kilometer jenseits der Grenze, südwestlich Merzig, in die feindliche Stellung ein, vernichteten die Besatzung zerstörten vier Unterstände und brachten Gefangene ein. Südwestlich Saarlautern auf französischem Boden brachte ein eigener Stoßtrupp dem Feind starke Verluste bei und machte Gefangene. Ein feindliches Stoßtruppunternehmen mit starker Artillerievorbereitung südlich Zweibrücken wurde unter starken Verlusten des Feindes abgewiesen.
An der Oberrheinfront in Gegend Istein überschritt ein Spähtrupp den Rhein und drang in die feindliche Postenlinie auf einer Rheininsel ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 15. April 1940

 

In den südnorwegischen Raum wurden am 14. April weitere Truppen, Material und Ergänzungen aller Art zugeführt, die Lage damit zunehmend gesichert und gefestigt.
Irgendwelche nennenswerten feindlichen Aktionen von See aus gegen diesen Raum fanden nicht statt.
In Narvik verlief der Tag ruhig. Starke englische Seestreitkräfte blockieren die Hafeneinfahrt.
In Bergen griffen zwei britische Kampfflugzeuge einen deutschen Handelsdampfer mit Bomben an und brachten ihn zum Sinken. Beide Flugzeuge wurden kurz darauf von deutschen Jägern abgeschossen.
Im Raum von Stavanger und Kristiansand verlief der Tag ruhig. Bei dem erfolglosen Angriff der britischen Flugzeuge vom 13. April wurden zwei Vickers-Wellington durch Messerschmitt-Jäger abgeschossen.
Im Raum von Oslo nehmen deutsche Truppen Hoenevoss. Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß im Raum von Oslo der Versuch eine norwegischen Mobilmachung zerschlagen ist. Bei geringen eigenen Verlusten fielen größere Mengen an Kriegsmaterial in deutsche Hand.
Im Skagerrak vernichteten unsere dort operierenden Streitkräfte zwei weitere feindliche Unterseeboote, so daß sich die Zahl der in den letzten Tagen von See- und Luftstreitkräften versenkten feindlichen Unterseeboote auf sieben erhöht.
Das norwegische Torpedoboot „Hval“ wurde genommen. Es wird mit deutscher Besatzung in Dienst gestellt.
Einheiten der Luftwaffe klärten im Laufe des 14. April über der Nordsee und der ganzen norwegischen Küste auf.
Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe führte Grenzüberwachungsflüge durch. Ein deutscher Jäger schoß in Gegend Emmerich ein britisches Flugzeug vom Muster Bristol-Blenheim ab. Ein weiteres britisches Flugzeug erhielt nördlich Offenburg Flakfeuer und stürzte ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 16. April 1940

 

Auch am 15. April sind an keiner Stelle in den von deutschen Truppen besetzten Räumen englische Landungsversuche unternommen worden.
Gegen Narvik führten die Briten am Vormittag des 15. April einen erfolglosen Angriff. Die Bewegungen starker englischer Seestreitkräfte, bei denen auch Trans­porter festgestellt sind, wurden in den Gewässern vor Narvik und vor Harstad bestätigt.
Im Raume von Drontheim und Bergen verlief der Tag ruhig.
Bei mehrfachen britischen Luftangriffen gegen Stavanger wurden zwei Lockheed Flugzeuge abgeschossen.
Nördlich Kristiansand haben bei Evjemoen nach kurzem Angriff deutscher Truppen 150 Offiziere und 2.000 Mann der 3. Norwegischen Division die Waffen gestreckt.
Die Bewegungen der deutschen Truppen im Räume von Oslo verliefen planmä­ßig. Die Befriedung Süd-Ost-Norwegens macht weitere Fortschritte. 36 Geschütze werden hierbei erbeutet.
Die Kriegsmarine baute in Drontheim, Bergen und Stavanger die Sicherung der Häfen aus und verstärkte den Küstenwachdienst.
Die Unterseeboot-Bekämpfung wurde fortgesetzt, so dass die Operationsmöglichkeiten für feindliche Untersee­boote weiter eingeschränkt worden sind.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärung über der Nordsee und an der norwegi­schen Westküste bis Narvik fort.
Ein britisches Flugzeug, das einen Einflug in die Deutsche Bucht versuchte und in der Wesermündung ohne Erfolg Bombern warf, wurde nordwärts
Helgoland im Luftkampf von einem Angehörigen des Jagdgeschwaders Schumacher, das damit seinen 70. Luftsieg errang, abgeschossen. Ein anderes britisches Flugzeug ist im Westeingang des Skagerrak durch deutsche Jäger zum Absturz gebracht worden. Ein deutsches Flugzeug ist vom Feindflug nicht zurückgekehrt.
An der Westfront Artillerie- und Spähtrupptätigkeit.
Im Grenzgebiet hart ost­wärts der Mosel, in Gegend Spichern und zwischen Pfälzer Wald und Rhein,
wurden feindliche Stoßtruppunternehmen unter starken Verlusten für den Feind abgewiesen.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 17. April 1940

 

Die allgemeine Lage in Norwegen ist im Laufe des 16. April durch weitere Verstärkung der deutschen Truppen und durch die Sicherstellung wichtiger Ei­senbahnverbindungen gefestigt worden.
Im Raum von Narvik haben deutsche Truppen die Erzbahn bis zur schwedi­schen Grenze besetzt. Eine Widerstand leistende norwegische Abteilung wurde nach kurzem Gefecht mit blutigen Verlusten für den Gegner zersprengt. Ein Teil wurde gefangen, der Rest rettete sich über die schwedische Grenze.
Bei Harstad auf der Insel Hinnoöy, 60 km nördlich Narvik, landete der Feind Truppen. In der näheren Umgebung von Narvik wurden solche Versuche nicht unter­nommen.
Im Raum von Drontheim stießen deutsche Truppen bis zur schwedischen Grenze vor und besetzten die Bahn über Meraaker.
Im Raum von Bergen verlief der Tag ruhig.
Bei Stavanger führte die britische Luftwaffe in der Nacht vom 15. zum 16. April erneut Luftangriffe durch, die jedoch keinen militärischen Schaden anrich­teten.
Den deutschen Truppen im Raum von Kristiansand ergaben sich weiterhin zwei norwegische Batterien.
Die Ausdehnung des von deutschen Truppen besetzten Gebietes im Raum von Oslo schreitet weiter fort. Die Bahnverbindung Oslo-Frederikstad-Halden-Kornsjoe zur schwedischen Grenze ist hergestellt. Eine deutsche Kampfgruppe hat Kongsvinger am frühen Nachmittag des 16. April genommen und ist im wei­teren Vormarsch nach Norden.
Nördlich Hoenevoss griffen deutsche Panzer er­folgreich in den Kampf ein.
Die Kriegsmarine sicherte den Personal- und Materialnachschub nach nor­wegischen Häfen.
Im planmäßigen Ausbau des Küstenschutzes wurden die Kü­stenbefestigungen im Oslo-Fjord in vollem Umfange gefechtsbereit gemacht.
Bei der Verteidigung von Narvik fiel der Führer der Zerstörer, Kapitän zur See und Kommodore Bonte, in heldenmütigem Kampf gegen britische Über­macht. Rund zwei Drittel der Besatzungen der beschädigten und nicht mehr gefechtsbereiten Zerstörer, die ihre Munition restlos verschossen haben, wurden in die Verteidigung Narviks zur Verstärkung der im dortigen Raum eingesetzten Heeres-Truppenteile eingegliedert.
Ein deutsches Unterseeboot versenkte nordöstlich der Shetland-Inseln einen Zerstörer der „Tribal"-Klasse.
Mehrere norwegische Torpedoboote wurden von der Kriegsmarine in Dienst gestellt.
Die Luftwaffe setzte am 16. April ihre Aufklärung über der mittleren und nördlichen Nordsee sowie an der Norwegischen Westküste mit wertvollen Erkun­dungs-Ergebnissen fort. Trotz des schlechten Wetters wurden Einheiten der britischen Seestreitkräfte durch deutsche Kampfflugzeuge angegriffen. Ein großes Transportschiff wurde durch Volltreffer schwersten Kalibers getroffen, ein feindliches Unterseeboot und - wie bereits gemeldet - ein feindlicher Kreuzer 150 km nordwestlich des Molde-Fjords durch schweren Bombentreffer versenkt.
Bei der Jagd-Überwachung an der Südwestküste Norwegens schossen deutsche Jäger am 15. April eine Lockheed-Hudson und ein Sunderland-Flugboot ab. Ein deutsches Flugzeug ist vom Feindflug nicht zurückgekehrt.
An der Westfront sprengten südöstlich Merzig eigene Stoßtrupps vier feindliche Unterstände, rieben die über 50 Mann starke britische Besatzung auf und brachten Gefangene, Waffen und Munition als Beute ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 18. April 1940

 

Im Raum von Narvik versuchten am 17. April zum erstenmal schwache engli­sche Kräfte im Herjangs-Fjord in der Gegend von Elvegardsmoen zu landen. Der Versuch wurde durch die dort stehenden deutschen Truppen abgewiesen.
Ein im Laufe des 17. April angesetzter britischer Luftangriff gegen Drontheim blieb infolge der rechtzeitig einsetzenden deutschen Abwehr ohne jeden Erfolg.
Im Raum von Bergen verlief der Tag ruhig.
Die HMS Suffolk wurde vor Stavanger so schwer von deutschen Bombern getroffen, dass sie sich mit vollgelaufenen Achterdeck nach Scapa Flow zurückschleppen musste. Stavanger wurde in den Morgenstunden des 17. April durch britische Kreuzer aus weiter Entfernung beschossen. Vier eigene Flugzeuge wurden durch Splitter­wirkung beschädigt.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen darauf die beim Angriff beteiligten sowie weiter nördlich stehende Schiffseinheiten an. Ein Kreuzer er­hielt, wie bereits bekanntgegeben, einen Volltreffer schwersten Kalibers und sank sofort. Ferner wurden insgesamt vier Volltreffer schweren und schwersten Kali­bers auf Leichte und Schwere Kreuzer erzielt, auch ein Zerstörer erhielt einen Volltreffer schweren Kalibers.
Bei den Kreuzern handelt es sich u. a. um Schiffe der „Suffolk"- und „ London"-Klasse. Stoppen eines Schiffes, Schlagseite bei ei­nem anderen, Zerstörungen an Bord und Öl-Flecke im Wasser wurden beobachtet. Zwei britische Flugzeuge wurden über Stavanger abgeschossen.
Im Raum von Oslo machten die deutschen Truppen an allen Stellen erhebliche Fortschritte und erreichten überall ihre Tagesziele.
Der Vormarsch der Kampf­gruppe bei Kongsvinger in nördlicher Richtung hält an.
Deutsche Flugzeuge griffen zwei norwegische Torpedoboote in der Gegend nordostwärts Arendal an. Eines derselben wurde schwer getroffen, auf Strand gesetzt und von der Besatzung fluchtartig verlassen,
die Verfolgung des zweiten aufgenommen.
Auf der gesamten mittleren und nördlichen Nordsee brachte die fortgesetzte Erkundung durch die deutsche Luftwaffe neue wichtige Aufklärungsergebnisse über Stand und Bewegungen feindlicher Seestreitkräfte.
Die Unterseeboot-Jagd im Skagerrak und Kattegatt wurde weiter durchgeführt.
Die planmäßige Versorgung der norwegischen Häfen wurde trotz schwierigster Wetterlage in verstärktem Maße fortgesetzt.
Im Westen wiesen unsere Gefechts-Vorposten südwestlich Saarbrücken einen in Stärke einer Kompanie angesetzten feindlichen Vorstoß unter Verlusten für den Gegner ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 19. April 1940

 

Nördlich Narvik wurden feindliche Seestreitkräfte und Transportdampfer, die eine Landungsaktion vorbereiteten, durch Kampfflieger angegriffen und schwer getroffen. Ein feindliches Unterseeboot wurde durch Bombentreffer sofort ver­senkt.
Neu zugeführte Kräfte verstärkten die um Drontheim stehenden deutschen Truppen. Kampfhandlungen fanden nicht statt.
Der von uns besetzte Raum um Bergen und Stavanger wurde nach allen Seiten erweitert.
Bei Kristiansand verlief der Tag ruhig.
Im Raum von Oslo kamen die deutschen Truppen in nord-ostwärtiger und nord-­westlicher Richtung flüssig vorwärts. Der Raum süd-ostwärts Oslo ist bis zur schwedischen Grenze besetzt und ruhig.
Allein in diesem Gebiete sind den nor­wegischen Truppen unter zahlreicher anderer Beute 83 Geschütze und 80 MGs mit 20.000 Schuss Artilleriemunition und einer Million Schuss Infanterie-Munition abge­nommen worden.
Die Kriegsmarine setzte die Unterseeboot-Jagd im Skagerrak und Kattegatt fort. Die Vernichtung von drei feindlichen Unterseebooten ist wahrscheinlich.
Die Minen-Operationen zum Schutz der norwegischen Häfen und zur Abriegelung des Skagerraks nahmen ihren Fortgang. Bei der Sichtung der in norwegischen Häfen vorgefundenen Munitionsbestände wurde zahlreiches englisches Kriegsge­rät, u. a. Minen, sichergestellt.
Im Hardanger-Fjord vernichteten Schnellboote bei einer Patrouillenfahrt ein norwegisches Torpedoboot. Zu der schon bekanntgegebenen Torpedierung eines Kreuzers der „Glasgow"-Klasse nördlich der Shetland-Inseln, meldet der von Fernfahrt zurückgekehrte Unterseeboot-Kommandant, dass der von feindlichen Zerstörern stark gesicherte Kreuzer, durch eine unmittelbar nach dem Torpedo-Treffer ausgelöste innere Deto­nation vernichtet wurde.
Die von diesem Unterseeboot-Kommandanten, Korvettenkapitän Hartmann, versenkte
Tonnage beläuft sich nach der letzten Fernfahrt auf insgesamt rund 197.000 BRT.
Der Nachschub für die in Norwegen eingesetzten Truppen vollzog sich planmäßig.
Im Westen verlief der Tag ruhig.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Die zweite Schlacht von Narvik führt zur Versenkung von acht deutschen Zerstörern, drei englische Zerstörer werden beschädigt und die deutschen Matrosen schließen sich nach dem Verlust ihrer Schiffe den Gebirgsjägern in Narvik an. Den isolierten deutschen Truppen in Narvik wird befohlen, 'so lange auszuhalten wie möglich'. Dabei versucht die Luftwaffe durch Abwurf von Minen und Bomben die Besetzung von Norwegen weiter zu behindern. Wobei die Engländer ihr North Western Expeditionary Force (Nordwestliche Expeditionsstreitmacht) einsetzen, um in der Nähe von Narvik und Trondheim. Eine Situation, mit der sich der Befehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen, General von Falkenhorst, auseinandersetzen muss.

 

König Haakon verkündet eine Proklamation an alle Norweger, dass diese alles in ihrer Macht tun müssten, um 'die Freiheit und Unabhängigkeit unseres geliebten Landes zu retten.' Er verurteilt diesen Blitzkrieg 'durch ein Volk, zu dem wir immer freundschaftliche Beziehungen hatten.' Nach langer Verzögerung entschließt sich die norwegische Regierung zu einer Kriegserklärung an Deutschland. Dennoch muss er sich allein auf die Alliierten verlassen, denn seine Truppen waren zu keiner Zeit in der Lage der Besetzung entgegenzuwirken. Dabei spielen vor allem die alliierten Flotten eine große Rolle! Dessen Aktionen laufen aber alles andere als glatt, denn das Unternehmen Hammer wurde in diesen Tagen abgesagt. Der englische Plan, unterstützt von Churchill und Admiral Keyes, sah eine direkte Landung bei Trondheim durch 4.500 Soldaten, unterstützt von der britischen Home Fleet, vor. Zu gefährlich ist der Plan und zu unerprobt die Truppen.
Dänemark steht vor der vollständigen Besetzung und die Demobilisierung der dänischen Armee ist im Gange. An der Westfront planen die Alliierten derweil, dass ein Angriff auf Deutschland, über Süd-Holland (Plan D), durch teilweise motorisierten und mechanisierten französischen 7. Armee (General Giraud) vorgesehen ist.

 

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Admiräle - Dienstgrad und Verkörperung der Marine


20.04. - 30.04.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 20. April 1940

 

Aus den von deutschen Truppen besetzten Räumen um Narvik, Drontheim, Bergen, Stavanger und Kristiansand sind keine besonderen Ereignisse zu melden. Die deutschen Truppen konnten die ihnen gestellten Aufgaben planmäßig weiter durchführen.
Der An-Transport neuer deutscher Verbände und umfangreichen Materials wur­de unbehindert vom Gegner fortgesetzt.
Ein feindliches Flugzeug warf am Abend des 19. April fünf Bomben auf den Südrand von Narvik, ohne Schaden anzurichten.
Die im Raum von Bergen eingesetzten deutschen Truppen besetzten eine Reihe vorgelagerter Inseln.
Im Raum von Kristiansand wurden bei Haegeland weitere norwegische Trup­peneinheiten entwaffnet.
Im gesamten Gebiet um Oslo sind die deutschen Truppen trotz Geländeschwie­rigkeiten in stetigem Vorgehen. Die Gefangenen- und Beute-Zahlen sind in ständigem Steigen begriffen. Eine am 18. April Nachmittags abgeschlossene Zählung, meldet 180 Geschütze und 200 MGs als Beute.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstätigkeit in starkem Umfange weiter fort. Feindliche Kriegsschiffe und Transporte wurden an der norwegischen Westküste trotz ungünstigster Witterungsverhältnisse angegriffen. Ein Kreuzer und zwei Truppentransporter erhielten Volltreffer schweren Kalibers. Starke Rauchent­wicklung auf den Schiffen und große Öl-Flecke im Wasser ließen die zerstörende Wirkung der Bombentreffer deutlich erkennen.Ein eigenes Flugzeug wird ver­misst.
Im Westen rege Spähtrupp-Tätigkeit.
Durch eigene Späh- und Stoßtrupp-Unternehmungen im Grenzgebiet westlich Merzig, südwestlich Saarbrücken und südlich Zweibrücken gelang es, dem Feinde erhebliche Verluste beizubringen und eine Anzahl Gefangene zu machen und Waffen und Gerät zu erbeuten. Feindliche Spähtrupp-Unternehmen südwestlich Saarbrücken und südlich Zwei­brücken wurden unter Verlusten für den Feind abgewiesen.
Ein feindliches Flugzeug, das im westlichen Grenzgebiet von eigenen Jägern gestellt wurde, entzog sich dem Kampf durch Einflug in belgisches Hoheitsgebiet.
Ein eigenes Flugzeug wird vermisst.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 21. April 1940

 

Am 20. April nachmittags erschienen feindliche Seestreitkräfte vor Narvik und nahmen eine Zeitlang Hafen und Stadt unter Feuer. Landungsversuche wurden nicht unternommen.
Die im Raum von Narvik stehenden deutschen Truppen stellten eine Beute von 8.000 Gewehren und 315 Maschinengewehren mit dazuge­höriger Munition sicher.
Nach Drontheim wurden weitere Verstärkungen an Infanterie und Artillerie planmäßig zugeführt.
Bei Bergen und Stavanger sind deutsche Truppen damit beschäftigt, den von ihnen besetzten Raum zu erweitern und von kleineren norwegischen Abteilungen zu säubern.
Im Raum von Oslo setzten die weiterhin verstärkten deutschen Truppen ihr Vorgehen in allen Richtungen schnell fort. Eine Kampfgruppe steht kurz vor Aamot, eine weitere ist 50 km über Hamar nach Norden gestoßen. Deutsche Truppen stehen vor Gjoevik.
Deutsche Seestreitkräfte versenkten im Hardanger-Fjord einige kleinere nor­wegische Kriegsfahrzeuge, darunter den norwegischen Minenleger „Tyr", und kämpften eine Land-Batterie nieder.
Die Mannschafts- und Materialtransporte nach Norwegen laufen in erhöhtem Maße weiter.
Ein ehemaliger polnischer Zerstörer wurde durch ein Unterseeboot nordostwärts der Shetland-Inseln versenkt.
Durch die bereits gemeldeten Angriffe deutscher Kampfflugzeuge auf englische Seestreitkräfte am 19. April wurden insgesamt ein Schwerer, ein Leichter Kreuzer sowie vier Transportschiffe getroffen. Der Ansatz starker Kampffliegerverbände gegen die feindlichen Landungsver­suche bei Namsos und Andalsnes am 20. April war von außerordentlicher Wir­kung. Bei Andalsnes wurde ein Kreuzer mit einer Bombe schwersten Kalibers getroffen und versenkt. Ein anderer Kreuzer erhielt von zwei Flugzeugen Bom­bentreffer mittleren Kalibers, zeigte Stichflamme und setzte sich anschließend auf Strand.
An einer anderen Stelle wurde ein Truppentransportschiff von 15.000 BRT durch mehrere Bombentreffer in Brand gesetzt. Ein zweiter Truppentransporter erhielt durch Bombeneinschlag starke Schlagseite.
Gelandete britische Truppeneinheiten wurden an beiden Stellen wirksam mit Bomben bekämpft und erlitten starke Verluste an Personal und Material. Die Bahnhöfe von Namsos und Andalsnes wurden in Brand geworfen, Vormarschstra­ßen und Brücken durch Bombentreffer zerstört.
Im Westen wurden süd-westlich Saarlautern und südwestlich [Bad] Bergzabern feind­liche Spähtrupp-Unternehmen für den Feind verlustreich, ohne eigene Verluste, abgewiesen.
Im deutsch-französischen Grenzgebiet kam es im Verlauf des 20. April zu meh­reren Luftkämpfen. Ein eigenes Flugzeug stürzte bei einem Luftkampf ab. Fünf feindliche Flugzeuge verschiedenen Musters wurden über eigenem und Feindge­biet durch deutsche Jäger und Flakartillerie abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 22. April 1940

 

Narvik wurde am 21. April erneut durch feindliche Seestreitkräfte beschossen, ohne dass es zu einem Landungsversuch gegen den von deutschen Truppen besetz­ten Raum kam.
Die im Raum von Drontheim eingesetzten deutschen Verbände erreichten für die Fortführung der Operationen wichtige Punkte. Zu ernsteren Kämpfen ist es hierbei nirgends gekommen.
Im Raum von Bergen erhöhte sich die durch deutsche Gruppen sichergestellte Beute um eine Anzahl moderner Geschütze und wesentliche Materialmengen.
Die Landverbindung zwischen den von deutschen Truppen besetzten Räumen von Oslo über Kristiansand bis Stavanger ist hergestellt.
Die im Raum von Oslo in nördlicher und nordwestlicher Richtung vorgehenden deutschen Truppen haben norwegische Abteilungen zum Kampf gestellt und ge­worfen. Hierbei nahmen unsere Truppen nach Kampf Gjoevik und Lillehammer sowie den Höhenrücken Lundehaedge. Der Gegner hatte starke Verluste.
Stärkere Kampffliegerverbände bekämpften britische Landungsversuche bei Namsos und Andalsnes mit Erfolg und zerstörten die mit feindlichen Truppen belegten Orte und die Bahnanlagen. Ein britischer Zerstörer wurde getroffen, zwei feindliche Handelsschiffe versenkt.
Trotz schlechten Wetters halfen deutsche Kampfflugzeuge mit, den feindlichen Widerstand nördlich Hamar zu brechen, und zerstörten die rückwärtigen Bahn­verbindungen des Gegners.
Das mit großen Munitionsvorräten gefüllte Arsenal der Garnison Oslo wurde in Hevedöya entdeckt und sichergestellt.
Bei der Unterseebootjagd im Skagerrak und Kattegatt wurden zwei feindliche Unterseeboote vernichtet.
In der norwegischen Marinewerft Horten wurde der Betrieb wieder aufge­nommen.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärung im Seegebiet um Narvik, an der Westküste Norwegens und über der nördlichen Nordsee fort. Britische Flugzeuge griffen den Flugplatz Aalborg an, ohne irgend einen Personen- oder Sachschaden anzurichten. Dabei wurden drei britische Flugzeuge, ein weiteres in der Nacht über deutschen Küstengebiet abgeschossen.
Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Deutsche Flugzeuge stießen bei der Fernaufklärung bis Bordeaux vor. Im Laufe des Tages kam es zu einer Riehe von Luftkämpfen, in deren Verlauf zwei britische und zwei französische Flugzeuge abgeschossen wurden. Drei deutsche Flugzeuge kehrten nicht zurück. Ein Flugzeug musste wegen Benzinmangels auf Schweizer Gebiet notlanden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 23. April 1940

 

Auch am 22. April machten die Engländer in dem von deutschen Truppen besetzten Raum von Narvik keine Landungsversuche. Dagegen beschossen engli­sche Seestreitkräfte erneut die Stadt und den Hafen.
Die um Drontheim versammelten deutschen Truppen stießen, unterstützt von leichten Seestreitkräften, bis auf hundert Kilometer in nord-ost-wärtiger Richtung vor, warfen den dort befindlichen Feind und sperrten die von Namsos nach Süden führenden Verbindungswege. Im Vaksdal-Fjord wurde ein norwegischer Bewacher vernichtet.
Im Raum von Bergen und Stavanger dauert der Kampf mit zersprengten nor­wegischen Truppenteilen in der weiteren Umgebung der Städte noch an. Dabei fielen weitere Geschütze in deutsche Hand.
Im Norden von Oslo setzten die deutschen Truppen ihr Vorgehen über Aamot und Lillehammer trotz Geländeschwierigkeiten und feindlicher Sperren fort.
Kampfverbände der Luftwaffe griffen erfolgreich in den Kampf ein. Ein norwegi­sches Flugzeug wurde zerstört.
Vor der mittleren norwegischen Westküste und im Seegebiet von Andalsnes griffen Kampfverbände erneut britische Kriegs- und Transportschiffe an. Sie ver­senkten trotz heftiger Abwehr einen britischen Zerstörer und einen Trans­port-Dampfer. Ein weiterer Zerstörer wurde durch Bomben mittleren Kalibers getroffen, ein Transportschiff von etwa 5.000 BRT durch Brandwirkung ver­nichtet.
Weitere Bombenangriffe richteten sich gegen die wichtigen Bahnhöfe von Dom­bas und Grong im mittleren Norwegen sowie gegen die von hier ausgehenden Bahnlinien und Straßen. Bahnhöfe, Gleisanlagen und Straßen wurden zerstört und damit dem Gegner von Andalsnes und Namsos her jede rasche Operationsmög­lichkeit genommen.
In der Nacht zum 23. April wurde ein erneuter erfolgloser britischer Bomben­angriff auf Aalborg abgewiesen. Ein britisches Flugzeug wurde durch Flak abge­schossen.
Die Unterseeboot-Jagd im Kattegatt brachte einen weiteren Erfolg.
Die Versorgung der norwegischen Häfen wurde fortgesetzt.
Ein Unterseeboot schoss in der Höhe von Stadlandet aus einem nach Norwegen bestimmten Geleitzug einen Nachschub-Dampfer von 6.000 BRT heraus.
Im Westen keine besonderen Ereignnisse.
Es fanden Grenz-Überwachungs- und Aufklärungsflüge statt. Bei Nacht flogen einzelne feindliche Aufklärungsflugzeuge nach Westdeutsch­land ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 24. April 1940

 

Die feindlichen See- und Landstreitkräfte im Gebiet von Narvik haben sich weiter verstärkt, ohne bisher zum Angriff zu schreiten.
Nordostwärts Drontheim nahmen deutsche Truppen nach kurzem Kampf die wichtige Enge von Steinkjer an der äußersten Nordostspitze des Drontheim-Fjords. 80 Gefangene wurden eingebracht.
Ostwärts von Bergen schreitet der Angriff gegen die bei Voss befindlichen nor­wegischen Kräfte fort.
Die Kämpfe im Räume von Stavanger sind abgeschlossen. Zwei norwegische Regimenter wurden dort im Zusammenwirken mit der Luftwaffe angegriffen und nach kurzem, hartnäckigem Kampf entwaffnet.
Die von Oslo aus nach Norden und Nordwesten vorgehenden deutschen Hauptkräfte haben, von Panzertruppen und der Luftwaffe unterstützt, den feind­lichen Widerstand überall gebrochen und sind in flottem Vorgehen. Weitere Verstärkungen schließen auf und treffen täglich in Oslo ein.
Ein Angriffsversuch englischer Flugzeuge auf die Umgebung der Flugplätze von Oslo hatte keinen Erfolg. Einige Privathäuser wurden beschädigt.
Die Luftaufklärung am 23. April erstreckte sich wiederum auf die gesamte Nordsee, insbesondere gegen die Orkneys und das Seegebiet vor der norwegischen Westküste.
Die Angriffe der deutschen Kampfflieger-Verbände richteten sich mit Schwer­punkt gegen die Ausladungen der Briten an der norwegischen Küste sowie gegen die von ihr ins Landesinnere führenden Straßen und Eisenbahnlinien.
Im Namsos-Fjord wurde ein Zerstörer schwer beschädigt, vor Andalsnes ein weiterer Zerstörer und ein Transporter so getroffen, dass auf beiden Schiffen Feuer ausbrach.
Am Eingang zum Molde-Fjord erhielt ein anderes Transportschiff zwei Volltreffer, die das Schiff manövrierunfähig machten.
An einer anderen Stelle wurde ein feindli­cher Frachtdampfer mit mehreren Bomben belegt. Er zeigte kurz darauf schwere Schlagseite.
Bei den ins Landesinnere führenden Eisenbahnen wurden an mehre­ren Stellen die Schienenstränge durch Bombentreffer aufgerissen, Bahnhöfe zerstört und Lagerschuppen in Brand gesetzt. Ein feindlicher Transportzug erhielt einen Volltreffer und brannte aus.
Von feindlichen Truppen belegte Orte und Truppenlager wurden zerstört.
Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Bei einem nächtlichen Einflug in die Deutsche Bucht wurde ein britisches Flug­zeug über Sylt durch Flakartillerie abgeschossen.
Bei einem Luftkampf südlich Diedenhofen schossen deutsche Jäger zwei Hurricane-Flugzeuge ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 25. April 1940

 

Dreißig Kilometer nordostwärts Narvik sind Kämpfe unserer Sicherungen mit stärkeren feindlichen Kräften im Gange. Narvik selbst wurde von englischen Seestreitkräften erneut heftig beschossen.
Nördlich Drontheim haben deutsche Truppen nach der Einnahme von Steinkjer gegen geringen feindlichen Widerstand weitere wichtige Übergänge und Engen besetzt. Der Raum von Drontheim und die von dort nach der schwedischen Gren­ze führende Bahn ist damit gegen Norden gesichert.
Der schnelle Vormarsch im Raum von Oslo nach Norden und Nordwesten hält an. Unterstützt von der Luftwaffe, brachen die deutschen Truppen jeden Versuch des Gegners, sich erneut zu setzen, und zwangen ihn zu teilweise regellosem Rückzug.
Bei der Unterseebootjagd im Skagerrak wurden zwei feindliche Unterseeboote vernichtet.
Eine Vorposten-Flottille sichtete bei diesigem Wetter am Westausgang des Skagerraks eine Gruppe großer französischer Zerstörer auf nahe Entfernung. Trotz erheblicher Überlegenheit der feindlichen Streitkräfte griffen die Vorposten-Boote sofort an. Nach kurzem Gefecht lief der Feind mit höchster Fahrt ab und kam mit westlichem Kurs außer Sicht.
Zwei moderne norwegische Zerstörer wurden mit deutschen Besatzungen in Dienst gestellt.
Die Luftwaffe klärte am 24. April über der mittleren und nördlichen Nordsee bis in Höhe der Shetland-Inseln und über Mittel-Norwegen auf.
Kampfflieger-Verbände unterbrachen die Verbindungen des Gegners im Raum nördlich Lillehammer-Drontheim-Bergen und bekämpften, zum Teil im Tiefan­griff, feindliche Marschkolonnen, Truppenansammlungen und Stützpunkte.
Vor der norwegischen Küste wurden durch die Luftwaffe feindliche Seestreit­kräfte angegriffen. Ein britischer Flak-Kreuzer erhielt dabei einen schweren Treffer und stellte unter Feuererscheinung seine Kampftätigkeit ein. Über der Nordsee wurden drei britische Flugzeuge vom Muster Lockheed-Hudson und ein britisches Flugzeug vom Muster Hampton-Hereford, bei Aal­borg ein weiteres Flugzeug abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden ver­misst.
Bei dem bereits gemeldeten Einflug britischer Flugzeuge auf die Insel Sylt wurde der Badeort Wenningstedt mit Bomben belegt und mehrere Häuser be­schädigt.
Auch am Rande der kleinen Stadt Heide in Schleswig-Holstein warfen feindliche Flugzeuge in der Nacht zum 24. April mehrere Bomben ab, obwohl sich weder in Heide noch in seiner weiteren Umgebung irgendwelche militäri­schen Ziele befinden. Der Feind hat damit den Luftkrieg gegen unverteidigte Orte ohne militärische Bedeutung eröffnet.
Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Zwei französische Flugzeuge wurden an der Grenze durch Flak abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 26. April 1940

 

Britische Seestreitkräfte beschossen auch am 25. April den Hafen von Narvik.
In Drontheim trafen Verstärkungen an Truppen und Material ein.
Im Raum von Bergen sind deutsche Truppen im Begriff, die Gegend von Voss von norwegischen Abteilungen zu säubern. Vereinzelter feindlicher Widerstand wurde gebrochen.
Die von Oslo aus nach Norden und Nordwesten in mehreren starken Kampf­gruppen vorgehenden deutschen Verbände haben auch am 25. April in engem Zusammenwirken mit der Luftwaffe weiter an Raum gewonnen. An einzelnen Punkten sind die Kämpfe noch im Gange.
Kampfflieger-Verbände belegten Truppenansammlungen und Marschbewegun­gen, Verkehrsanlagen und Transporte mit Bomben. Vom Feind benutzte Hafenanlagen wurden durch Bombenwurf zerstört, auf einem
Feldflugplatz zwischen Dombas und Andalsnes elf feindliche Flugzeuge vernichtet.
Im Seegebiet vor der Norwegischen Westküste wurden mehrere britische Schiffe mit Bomben angegriffen. Ein Minensucher und ein Transporter setzten sich nach Bombentreffern auf Strand. Ein Torpedoboot zeigte starke Rauchentwicklung und stoppte. Ein Tank-Dampfer erhielt durch einen Treffer starke Schlagseite und wurde von der Besatzung verlassen. Durch Bombentreffer explodierten die Kesselanla­gen eines anderen Nachschubschiffes.
Durch einen britischen Luftangriff auf einen Flugplatz bei Drontheim wurden einige Flugzeuge durch Splitterwirkung beschädigt.
In der Nacht vom 25. zum 26. April wurde Oslo von britischen Kampfflug­zeugen angegriffen und mit Bomben belegt. Während militärischer Schaden auf dem Flugplatz nicht angerichtet wurde, steht
der Umfang der Bomben-Wirkung in der Stadt Oslo noch nicht im einzelnen fest.
Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Ein deutsches Aufklärungsflugzeug musste in Belgien notlanden; die Besat­zung ist unversehrt.
Bei Nacht fanden einige Einflüge feindlicher Flugzeuge in die Deutsche Bucht statt. Ein britisches Flugzeug wurde in der Gegend Sylt abgeschossen und stürzte ins Meer.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 27. April 1940

 

Aus militärischen Gründen hat das Oberkommando der Wehrmacht bis heute keinerlei Nachrichten über den Zusammenstoß deutscher Truppen in Norwegen vom 22. April an mit englischen Landungsabteilungen gebracht. Diese Zurück­haltung ist jetzt nicht mehr erforderlich.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt daher bekannt:
Als es am 22. und 23. April unseren Truppen gelang, in Lillehammer und in Treuen überraschend einzubrechen, stießen sie zum ersten Male auf englische, von Andalsnes vorgeworfene Kräfte und zersprengten sie. Völlig überrascht flüchtete der Feind unter Hinterlassen von Waffen und Gerät in Richtung Dombas. Fast 200 Gefangene, darunter ein englischer Truppenstab und Kom­mandeur, fielen in deutsche Hand, mit ihm eine große Anzahl politisch und militärisch höchst bedeutungsvoller englischer Operationsbefehle und Doku­mente. Weitere englische Gefangene wurden dort am 25. April eingebracht.
Eine andere englische Landungsabteilung wurde bei Steinkjer nördlich Drontheim angegriffen und nach kurzem Kampf geworfen. Hier gelang es, zwei englische Offiziere und 80 Mann gefangen zunehmen. Sie gehörten dem Royal Rgt. Kings Own Yorkshire Light Inf.-Rgt. und dem 4. Lincolnshire Rgt. an. Die Anwesenheit deutscher Truppen in Norwegen war ihnen von der Füh­rung verschwiegen worden.
An beiden Stellen zeigte sich bald nach der Kampfberührung die Überlegen­heit der deutschen Wehrmacht. Den Engländern gelang es nicht, unseren Vor­marsch aufzuhalten. Die überlegene Kampfführung der deutschen Truppen er­möglichte es, die feindlichen Stellungen mit geringen eigenen Verlusten in kur­zer Zeit zu nehmen.
In raschem Vordringen nach Norden überschritten am 26. April starke deut­sche Kräfte Tynset und Röros und sind damit nach einem Marsch von 350 Kilo­metern von Oslo aus nur mehr 100 Kilometer von Drontheim entfernt. Ost­wärts Bergen wurde Voss von unseren Truppen nach Kampf mit Norwegen ge­nommen.
Das Artilleriefeuer englischer Seestreitkräfte auf den Hafen und die Verteidi­gungsanlagen in der Umgebung von Narvik hielt auch am 26. April an.
Ein norwegisches Bataillon wurde nördlich Narvik durch den Gegenangriff unserer Gebirgsjäger aufgerieben und dabei 144 Gefangene gemacht.
Die Luftwaffe setzte ihre Angriffe zur mittelbaren und unmittelbaren Unter­stützung des Heeres im norwegischen Kampfraum mit großem Erfolg fort. Dabei wurde ein britischer Kreuzer im Sogne-Fjord durch vier Bomben getroffen und durch die anschließende Explosion seiner Munition schwer beschädigt und kampf­unfähig gemacht.
Bei einem erfolglosen Angriff auf den Flugplatz Aalborg gelang es, ein briti­sches Flugzeug abzuschießen.
Durch rege Stoß- und Spähtrupptätigkeit im Westen brachten wir dem Feinde Verluste bei und nahmen ihm 32 Gefangene ab.

 

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 28. April 1940

 

Die deutschen Truppen in Norwegen kämpften auch am 27. April mit großem Erfolg.
An allen Punkten, an denen sich der Feind unserem Vorgehen entgegen­stellte, wurde er von unseren Truppen geworfen. Sie setzten ihren schnellen Vor­marsch fort.
Hierbei unterstützte die Luftwaffe die Heeresverbände durch fortge­setztes unmittelbares Eingreifen in den Erdkampf und durch Angriffe gegen die rückwärtigen Verbindungen und Bewegungen des Feindes.
Unter den am 27. April eingebrachten Gefangenen befanden sich wiederum Engländer, darunter ein Oberst, der Kommandeur der Leicester.
Die Befriedungsaktion schreitet in ganz Norwegen ständig fort.
Nach der Ein­nahme von Voss, im Raum ostwärts von Bergen, warfen die Reste der dort versprengten norwegischen Abteilungen die Waffen fort und flüchteten in die Berge.
Im Raum von Stavanger hat sich die Gefangenenzahl auf 241 Offiziere, darunter mehrere englische Flieger, und somit auf 2.921 Mann erhöht.
Mit der umfangrei­chen Waffen- und Materialbeute in diesem Raum fielen u. a. allein 22 Geschütze und 267 Maschinengewehre in unsere Hand.
Außerdem wurden ortsfeste Batte­rien durch die Kriegsmarine übernommen.
Die Briten setzten die Beschießung von Narvik in der Nacht vom 26. zum 27. April fort.
Die Luftwaffe bekämpfte britische Landungs-Truppen bei Harstad und Andalsnes trotz heftiger Flak-Abwehr erfolgreich.
Vor Narvik wurde ein britischer Kreu­zer mit einer Bombe schwersten Kalibers mittschiffs getroffen.
Vor Andalsnes erhielt ein britischer Flak-Kreuzer mehrere Treffer verschiedener Kaliber und wur­de außer Gefecht gesetzt.
Im Molde-Fjord wurden drei britische Transport-Damp­fer mit einer Gesamttonnage von 12.000 BRT versenkt, vier weitere mit einer Gesamttonnage von 23.000 BRT schwer getroffen.
Ein britisches Flugzeug wur­de über der Nordsee abgeschossen, zwei feindliche Flugzeuge am Boden zer­stört. Ein eigenes Flugzeug wird vermisst.
Im Westen keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 29. April 1940

 

Unterstützt durch die Luftwaffe, die in den Erdkampf eingreift und die rück­wärtigen Verbindungen des Feindes unterbricht, nehmen die Operationen in Norwegen ihren planmäßigen Verlauf.
Die Befriedung im Innern Norwegens schreitet fort. Es wurden weitere sechs Batterien mit insgesamt 24 Geschützen mit der gesamten Ausstattung und Mu­nition sichergestellt. Eine Dynamit-Fabrik wurde besetzt.
Im Küstengebiet von Mittel-Norwegen erhielten zwei britische Kreuzer Voll­treffer mittleren Kalibers. Bei elf Transport- und Nachschubschiffen mit insge­samt 50.000 BRT wurden schwere Bombentreffer erzielt,
so dass ein Teil der Schiffe vernichtet wurde.
Bei Lesjaskop wurden drei am Boden stehende feindliche Flugzeuge durch Bombenangriff zerstört, zwei deutsche Flugzeuge werden vermisst.
Im Westen keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 30. April 1940

 

Die auf allen Straßen in Richtung Drontheim und Dombas vordringenden deutschen Truppen haben den Feind auch am 29. April überall geschlagen und zum Rückzug gezwungen.
Von Oslo, aus, wo große Vorräte und Lager aller Art erbeutet wurden, ist die Verfolgung in Richtung Dombas im Gange.
Auch die Bewegungen und Kämpfe in der Richtung auf Bergen schreiten rasch vorwärts. Das weiter hinter der Front ins Gebirge abgedrängte norwegische Infanterie­regiment 4 hat in Stärke von 2500 Man mit seinem Kommandeur nordwestlich Lillehammer die Waffen gestreckt.
Von Voss ostwärts Bergen, nach Osten verfolgende deutsche Truppen nahmen 260 Mann gefangen und erbeuteten fünf Geschütze.
Die feindlichen Landungen, Versammlungen und Bewegungen in und aus dem Raum von Namsos und Andalsnes erlitten durch die Angriffe unserer Luft­waffe schwerste Einbußen. Barackenlager, Speicher, Kasernen und Tankanlagen wurden in Brand gesetzt, sechs Schiffe versenkt und weitere schwer beschädigt.
Nordwestlich Kristiansand schossen wir am 28. April ein britisches Flugzeug ab.
Unserer Unterseebootjagd im Skagerrak und Kattegatt sind zwei bis drei weite­re feindliche Unterseeboote zum Opfer gefallen.
An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

SONDERMELDUNG

Dem zurückgehenden Feind scharf nachdrängend, erreichten unsere im Gudbrandsdal vorgehenden Truppen heute mittag den wichtigen Bahn-und Straßenknotenpunkt Dombas. Im Vormarsch von Norden nach Süden entlang der Bahnlinie Drontheim-Dombas wurde Opdal besetzt. Damit ist auch die Hauptbahnverbindung Oslo-Drontheim in deutscher Hand!

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Die Luftwaffe greift mit Bombern in Norwegen massiv ein und greift in englische Kriegsschiffe vor Norwegen an. Auch der Flottenstützpunkt Scapa Flow in Nord-Schottland ist immer wieder Ziel der deutschen Flugzeuge. Genauso wie die RAF, welche vor allem gegen die Bodentruppen Einsätze fliegt. Die Royal Navy übernimmt dabei auch einen wichtigen Teil, denn die Schlachtschiffe beschießen Narvik und machen es den deutschen Truppen dort sehr schwer zu agieren. Die Landung von englischen Truppen misslingt dabei erneut. Erst Ende April kann England erfolgreich eine größere Anzahl eigener Truppen bei Bodo, südlich von Narvik landen.
Der norwegische Oberbefehlshaber, General Ruge, veröffentlich einen optimistischen Tagesbefehl: 'nun ist die Zeit des Rückzuges beendet..., bleibt standhaft ... und der Sieg wird unser sein!' Man kann die deutschen Truppen an manchen Punkten aufhalten, doch sind diese Erfolge nur temporär. Die Briten sind weniger zum Kämpfen auf die Insel gekommen, sondern helfen eher bei der Evakuierung befreundeter Truppen bzw. der eigenen Einheiten dort. Bis Anfang Mai sind Andalsnes, Molde und Alesund in Mittel-Norwegen evakuiert. Dort treffen deutsche Kolonnen von Oslo und Trondheim zusammen - Hitler gibt ein Glückwunschschreiben in einem Tagesbefehl heraus.

 

In England beobachtet man die Entwicklung in Norwegen genau und man bereitet sich weiter bzw. intensiver auf die Kriegswirtschaft vor. Die Einkommensteuer wird erhöht und Sondersteuern für Genussmittel auferlegt. Dazu sollen nun Männer im Alter von 26 Jahren für den Kriegsdienst registriert werden. In Deutschland hingegen wird nicht nur der Krieg in Norwegen nun auch offiziell als dieser bezeichnet, wobei sich Reichsaußenminister Ribbentrop für die deutsche Invasion in Norwegen als Hilfe rechtfertigt. Er argumentiert mit einer riesigen und sorgfältig geplanten englischen, französischen und norwegischen 'Verschwörung', wobei Dänemark und seine schnelle Besetzung sorgfältig verschwiegen werden. Die Deutschen sind sich ihres Sieges in Norwegen schon sicher, sind doch die wichtigsten Orte besetzt und die flächenmäßige Besetzung nur eine Frage der Zeit. Man geht schon soweit in der Planung, dass der bisherige Gauleiter von Essen, Terboven zum Reichskommissar für Norwegen ernannt wird.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben

Generalfeldmarschall Friedrich Paulus


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... -Maerz.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... -Maerz.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... -Maerz.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 05-Mai.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 30. November 1940)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.11. - 10.11.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 1. November 1940

 

Besonders ungünstiges Wetter veranlaßte die Engländer, ihre Kampftätigkeit in der Luft gestern völlig einzustellen. Die deutsche Luftwaffe hingegen setzte ihre Angriffe gegen London und andere kriegswichtige Ziele in Süd-, Mittel- und Westengland fort.
Im Südwestteil von London waren als Folge von Bombenangriffen auf eine Bahnanlage und ein größeres Fabrikgebäude Brände zu beobachten.
Bei Birmingham und am Südrand von Bristol sind wichtige Rüstungswerke erfolgreich mit Bomben belegt worden. Beim Angriff auf ein Munitionslager westlich von London flogen mehrere Munitionsschuppen in die Luft. Ein Eisenbahnzug wurde zum Entgleisen gebracht.
Bei weiteren Angriffen gegen britische Flugplätze konnten Volltreffer in Hallen, Schuppen und Unterkünften festgestellt werden. Eine Anzahl am Boden stehender Flugzeuge wurde im Tiefangriff mit MG-Feuer belegt und beschädigt.
In den Gewässern westlich von Irland wurde ein britisches Transportschiff von etwa 6000 BRT durch Bombentreffer versenkt. An der Südostküste Englands zersprengten Kampfflieger einen Geleitzug. Sie erzielten mehrere Volltreffer und trafen ein Schiff so, daß es mit Schlagseite liegen blieb.
Vor der norwegischen Westküste wurde ein feindliches Flugzeug vom Muster Lockheed-Hudson im Luftkampf, ein weiteres durch ein Minensuchboot abgeschossen.
Eigene Flugzeugverluste sind nicht entstanden.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 2. November 1940

 

Die Luftwaffe setzte ihre Vergeltungsangriffe auf London fort. Am frühen Morgen sowie am Abend griffen einzelne Kampfflugzeuge wieder britische Flughäfen an. Dabei setzten sie Hallen und Betriebsstofflager in Brand und zerstörten mehrere Flugzeuge am Boden. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafen- und Fabrikanlagen Südenglands, wobei es vor allem in Portsmouth gelang, ein Großkraftwerk schwer zu treffen.
Sturzkampfflugzeuge unternahmen im Laufe des Tages Angriffe auf drei Geleitzüge vor der englischen Südostküste. Dabei wurden 13 Schiffe von insgesamt 47.000 BRT versenkt, neun weitere beschädigt. Bei Great-Yarmouth versenkte die Besatzung einer Heinkel 111 in kühnem Tiefangriff einen Zerstörer und drei Frachtschiffe aus einem stark gesicherten Geleitzug.
Vor Dover nahmen Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine einen feindlichen Geleitzug unter wirksames Feuer und zersprengten ihn. Volltreffer waren zu beobachten. Die Schiffe flüchteten in den Hafen von Dover, wo sie weiterhin beschossen wurden.
Feindliche Küstenbatterien gaben auf unsere Küstenbefestigungen einige Schüsse ab, die jedoch ihr Ziel verfehlten. Das Feuer wurde erwidert, bis der Gegner schwieg.
Im Laufe des Tages kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpfen.
Die Vergeltungsflüge auf London nahmen in der Nacht wieder stärkeren Umfang an. Hier und in den Industrieanlagen von Birmingham und Coventry sowie im Hafen von Liverpool entstanden zahlreiche neue Brände. Heftige Angriffe richteten sich auch gegen eine Anzahl schottischer Industrie- und Hafenplätze.

Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang.

Bei ihren Einflügen nach Holland und in das Reichsgebiet griffen britische Flieger wieder wie gewöhnlich in erster Linie nichtmilitärische Ziele an. In Amsterdam wurde ein Lazarett getroffen und dabei 19 Soldaten getötet und 20 schwer verletzt. An anderer Stelle wurden weitere sieben Holländer getötet.
Bei dem Versuch, die Reichshauptstadt anzugreifen, wurden die meisten feindlichen Flugzeuge durch die starke Abwehr nach Norden und Süden abgedrängt. Einzelne Flugzeuge, denen es gelang, das Weichbild Berlins in großer Höhe zu überfliegen, warfen Spreng- und Brandbomben auf Wohn- und Siedlungsgebäude ab, wobei mehrere Häuser beschädigt und ein Sägewerk in Brand gesetzt wurde.
Auf das Virchow-Krankenhaus fielen erneut Brandbomben. Durch den tatkräftigen Einsatz des Sicherheits- und Hilfsdienstes und des zivilen Luftschutzes gelang es, entstehende Dachstuhlbrände schnell zu löschen. Es sind mehrere Tote und Verletzte zu beklagen.
Der Gegner verlor gestern im Luftkampf zehn Flugzeuge. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Major Galland schoß seinen 50. Gegner ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 3. November 1940

 

Trotz ungünstiger Wetterlage, die insbesondere bei Nacht die Anflüge und Angriffe durch Sturm, starke Böen und Regenschauer, teilweise tiefliegende Wolken sowie durch Vereisung außerordentlich erschwerte, setzte die deutsche Luftwaffe am 2. und in der Nacht zum 3. November ihre Vergeltungsflüge gegen London fort und belegte vor allem Versorgungsbetriebe wirksam mit Bomben. Auf mehreren Flugplätzen wurden Hallen und Unterkünfte bombardiert.
Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafen- und Industrieanlagen. Ein Rüstungswerk in Castle-Bromwich erhielt schwere Treffer.
An der britischen Ostküste versenkte ein Kampfflugzeug ein Handelsschiff von 6.000 BRT. Damit hat der Kommandant dieses Flugzeuges, Major i. G. Harlinghausen, sein 20. Handelsschiff und mit ihm eine Gesamttonnage von über 100.000 BRT vernichtet.

Der Gegner unternahm nur vereinzelt Einflüge. Der Versuch einiger feindlicher Flugzeuge, am frühen Morgen gegen die Küste Nordfrankreichs anzufliegen, wurde durch Flakartillerie bereits am Kanal abgewehrt. Zwei von ihnen wurden dabei abgeschossen. Zwei weitere Flugzeuge verlor der Gegner bei den Luftkämpfen des Tages über London.
Hier sowie bei den unter besonders schwierigen Witterungsverhältnissen durchgeführten Nachtangriffen gingen sieben deutsche Flugzeuge verloren.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 4. November 1940

 

Das unter Führung von Kapitänleutnant Kretschmer stehende Unterseeboot hat die beiden britischen Hilfskreuzer „Laurentic" von 18.724 BRT und „Patroclus" von 11.314 BRT sowie das bewaffnete britische Handelsschiff „Casanare" von 5.376 BRT versenkt. Mit diesem Erfolg hat Kapitänleutnant Kretschmer ein Gesamtversenkungsergebnis von 217.198 BRT erzielt und somit als zweiter Unterseebootkommandant mehr als 200.000 BRT vernichtet.

Das ungünstige Wetter hat die Luftwaffe nicht gehindert, ihre Angriffe auf London und andere kriegswichtige Ziele in England und Schottland, wenn auch in geringerem Ausmaße, fortzusetzen. In kühnem Tiefanflug griffen Kampfflugzeuge einen Verschiebebahnhof in Nord-London an und trafen Bahngebäude und Verkehrsanlagen. Beim Abflug brachten sie mehrere Flakgeschütze durch Maschinengewehrfeuer zum Schweigen.
Angriffe auf britische Flugplätze hatten auch gestern Erfolg. In Stratishall stehen die Flugplatzanlagen in Flammen. In Wattisham wurden Hallen und Flugzeuge zerstört. Weitere Flugplätze und kriegswichtige Industrieziele, vor allem in Schottland, wurden erfolgreich bombardiert.
Bei Irland und an der schottischen Ostküste griffen Kampfflugzeuge einzelne Schiffe und Geleitzüge an. Ein Handelsschiff von 19.000 BRT erhielt einen schweren Treffer. Bei Kinnaird-Head wurden ein Zerstörer, ein Wachboot, ein großer Handelsdampfer sowie ein Frachter schwer getroffen.

Britische Flugzeuge unternahmen nur vereinzelte Einflüge nach Holland und Norddeutschland. In Holland wurden zwei Häuser zerstört, zwei Personen getötet und zwei verletzt. In Deutschland fielen nur an drei Stellen Bomben, die keinerlei Schaden anrichteten.
Der Feind verlor gestern drei Flugzeuge. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Die Besatzungen einer Kampfgruppe unter Führung ihres Kommandeurs Hauptmann Storp zeichneten sich durch erfolgreich geführte Angriffe gegen britische Flugplätze und kriegswichtige Ziele in London aus.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 5. November 1940

 

Trotz der auch weiterhin besonders ungünstigen Wetterlage griff die Luftwaffe bei Tag und Nacht England, Schottland und als Hauptziel London an. In der Zeit von 19.00 bis 6.30 Uhr warfen Kampfflugzeuge in rollendem Angriff auf die britische Hauptstadt insgesamt 1500 Bomben aller Kaliber.
Am 4. und in der Nacht zum 5. November unternahmen Kampffliegerverbände außerdem zahlreiche Angriffe auf kriegswichtige Ziele, wie Flugplätze, Industrie- und Verkehrsanlagen sowie Munitionsanstalten und Barackenlager. Dabei wurden unter anderem in Wattisham und Ford erneut Hallen getroffen und eine große Anzahl von Flugzeugen am Boden zerstört.
Nach nächtlichen Angriffen auf Coventry und Liverpool konnten mehrere starke Explosionen und Brände beobachtet werden. In Hillington, Edinburgh-Leith und anderen Orten Schottlands erhielten Industrieanlagen schwere Treffer, die heftige Explosionen hervorriefen.

Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang.

Der Gegner unternahm keinerlei Einflüge in das Reichsgebiet.
Ein britisches Flugzeug, das sich der Kanalküste näherte, wurde abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 6. November 1940

 

Kampffliegerverbände setzten am 5. und in der Nacht zum 6. November ihre Vergeltungsflüge gegen London fort und verursachten an vielen Stellen neue Brände und Explosionen. Zahlreiche Luftangriffe richteten sich außerdem auf Hafen-, Industrie- und Verkehrsanlagen in Süd- und Ostengland, wobei vor allem in Great-Yarmouth heftige Explosionen zu beobachten waren.
Im Laufe des Tages kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpfen. Deutsche Jäger schossen allein vor Portland neun feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste ab.
Bei nächtlichen Angriffen auf schottische Hafen- und Industrieanlagen konnten in Dundee besonders starke Brände festgestellt werden.
Am Pentland-Firth erhielten zwei feindliche Vorpostenboote so schwere Treffer, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist.

Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

Britische Flugzeuge flogen bei Nacht in Holland und in das Reichsgebiet ein und warfen an verschiedenen Orten Bomben. Nur an einer Stelle gelang es ihnen, eine Industrieanlage zu treffen und dabei in einer Spinnerei ein Nebengebäude in Brand zu setzen. Das Feuer konnte jedoch in Kürze gelöscht werden. Die übrigen Bomben fielen entweder auf freies Feld oder in Wohnviertel, wo einige Häuser beschädigt, zwei Zilivisten getötet und mehrere verletzt wurden.
Die gestrigen Verluste des Feindes betrugen 23 Flugzeuge, davon 21 im Luftkampf, eines durch Flakartillerie und eines durch Marineartillerie. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt.

Beim Verminen britischer Häfen zeichnete sich das Kampfgeschwader „General Wever" in ununterbrochenem Nachteinsatz auch unter ungünstigsten Wetterverhältnissen besonders aus.

Die Kriegsmarine führte in den beiden vergangenen Monaten den Handelskrieg gegen England mit steigendem Erfolg. Auch die Luftwaffe griff neben der Durchführung ihrer Hauptaufgabe, dem Einsatz gegen die britische Insel, in den letzten beiden Monaten eine große Zahl von Schiffen und Geleitzügen an.
Es wurden an feindlichen oder dem Feind nutzbarem Handelsschiffsraum in den Monaten September und Oktober versenkt: 1.308.600 BRT, davon durch Unterseeboote allein 946.000 BRT. Damit sind seit Kriegsbeginn insgesamt 7.162.200 BRT feindlichen oder dem Feinde nutzbaren Handelsschiffsraums vernichtet worden.

Hieran sind beteiligt:
Überwasserstreitkräfte der Kriegsmarine mit 1.810.000 BRT
Unterseeboote mit 3.714.000 BRT
Verbände der Luftwaffe mit 1.638.200 BRT

Nicht eingerechnet sind in diesen Zahlen die Verluste an feindlichen Kriegsschiffen und Kriegsfahrzeugen sowie die Verluste der feindlichen und für England nutzbaren neutralen Handelsschiffahrt infolge von Minenunternehmungen der Kriegsmarine oder der Luftwaffe und infolge Beschießung durch Küstenbatterien.
Die Gesamtverluste des Feindes seit Kriegsbeginn liegen demnach noch wesentlich höher, zumal die schwerbeschädigten Schiffe - die Luftwaffe allein hat seit Kriegsbeginn Handelsschiffe mit mehr als 3 Millionen BRT zum großen Teil schwer getroffen - nicht in vorstehenden Zahlen enthalten sind. Es kann aber mit Sicherheit angenommen werden, daß ein Teil dieser beschädigten Schiffe ihre Heimathäfen nicht mehr erreicht hat oder nicht mehr wiederhergestellt werden konnte
.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 7. November 1940

 

Kampffliegerverbände setzten die Vergeltungsangriffe auf London bei Tage und besonders bei Nacht mit starken Kräften fort und belegten auch sonstige kriegswichtige Ziele erfolgreich mit Bomben.
In den Dockanlagen und Lagerhäusern von Southampton und an anderen Stellen Südenglands brachen Brände aus. Erfolgreiche Nachtangriffe richteten sich ferner auf Coventry, Birmingham und Liverpool.
Hallen und Unterkünfte der Flugplätze von Great Driffield, Leeming und Rum wurden in Brand gesetzt, Flakbatterien durch Maschinengewehrfeuer zum Schweigen gebracht.
An der Kanalküste schossen Jagdflieger wiederum neun britische Jäger ab.
Fernkampfbatterien des Heeres bekämpften den Hafen von Dover sowie einige feindliche Schiffe südostwärts davon. Eines dieser Schiffe wurde so schwer getroffen, daß es seine Fahrt nicht fortsetzen konnte.
Im Atlantik, 500 km westlich von Irland, griffen deutsche Kampfflugzeuge einen Geleitzug an und trafen drei Frachter von je 6.000 BRT so schwer, daß mit ihrem Verlust gerechnet werden muß.
Südlich der Orkney-Inseln wurde ein Handelsschiff von 8.000 BRT mittschiffs getroffen und versenkt, ein zweites schwer beschädigt. Ein weiterer Frachter wurde an der britischen Ostküste mit Bomben belegt.
Bei den Angriffen auf den Hafen Kinloch-Castle, an der Westküste Schottlands, erhielt ein großes Handelsschiff zwei schwere Treffer, Lagerhäuser wurden in Brand gesetzt.

Auch gestern wurden britische Häfen vermint.

Nächtliche Bombenwürfe des Feindes trafen im Reichsgebiet in der Mehrzahl freies Gelände und verursachten nur Flurschäden. Nur in zwei Fällen griffen feindliche Flugzeuge Industrieanlagen an. Sie beschädigten dabei unerheblich ein Kesselhaus und eine Laderampe.
Bei weiteren Angriffen auf Wohnviertel sind mehrere Tote und Verletzte zu beklagen. In Westdeutschland erfolgte ein Angriff auf ein mit dem Roten Kreuz kenntlich gemachtes Krankenhaus.
Die Verluste des Gegners betrugen gestern insgesamt neun Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 8. November 1940

 

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben im Atlantik operierende Überwasserstreitkräfte der Kriegsmarine auf der Nordatlantikroute einen britischen Geleitzug völlig vernichtet und dabei 86.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraum versenkt.

Die Luftwaffe griff am 7. und in der Nacht zum 8. November zahlreiche kriegswichtige Ziele in London, Süd- und Mittelengland und in den englischen Gewässern an.
In London riefen Angriffe auf die Tilbury-Docks Explosionen und mehrere große und kleine Brände hervor, die sich weit ausbreiteten. In den Flugmotorenwerken und Fabrikanlagen von Coventry entstanden nach dem Bombenwurf Explosionen und ein großer Brand.
Der Flugplatz Scampton wurde während der britischen Vorbereitungen zu Nachtflügen aus niedrigster Höhe im Tiefflug mit Bomben und MG-Feuer angegriffen, mehrere Flugzeuge beschädigt und zwei Hallen in Brand gesetzt.
In Brixton gelang es, Lagerhallen durch Volltreffer zu zerstören.
In Dover konnten Treffer in der Nähe des Hafens beobachtet werden.
Feindliche Seestreitkräfte, die sich im Schutze der Nacht der flandrischen Küste zu nähern versuchten, wurden durch zusammengefaßtes Feuer von Artillerie der Kriegsmarine und des Heeres sowie einer schweren Flakbatterie vertrieben.
Ein Verband von Sturzkampffliegern griff, wie bereits gemeldet, vor der Themsemündung einen größeren Geleitzug an. Hierbei wurde ein Kreuzer von 10.000 t getroffen und schwer beschädigt. Ein Handelsdampfer von der gleichen Größe erhielt einen Volltreffer auf das Vorschiff und blieb mit Schlagseite liegen. Ein Frachter von 5.000 BRT wurde durch einen Volltreffer zum Stoppen gebracht und in Brand gesetzt. Ein weiteres Handelsschiff von 5.000 BRT sank unter starken Explosionserscheinungen.
Im Seegebiet vor der Grafschaft Norfolk gelang es, ein feindliches Handelsschiff zu versenken, ein anderes in Brand zu setzen. Weiter südlich wurde ein Handelsschiff von 6.000 BRT durch zwei Bomben so schwer beschädigt, daß es in große Rauchwolken gehüllt liegen blieb.
In den sich hierbei entwickelnden Luftkämpfen wurden mehrere feindliche Flugzeuge abgeschossen.

In der Nacht zum 8. November flogen britische Flugzeuge in Westdeutschland ein und warfen Spreng- und Brandbomben. Es entstand in einigen Städten im Rheinland Häuserschaden. Einige Tote und Verletzte sind zu beklagen.
Die Gesamtverluste des Gegners betrugen am gestrigen Tage elf Flugzeuge und einen Sperrballon. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Major Wick errang im Laufe des 6. und 7. November durch den Abschuß von sechs feindlichen Flugzeugen seinen 48. bis 53. Luftsieg.

Mit der kürzlich gemeldeten Versenkung eines Dampfers von 6.000 BRT an der Ostküste Schottlands hat der Oberleutnant zur See Barth, Kommandant eines Seeflugzeuges, insgesamt 30.000 BRT feindlichen Schiffsraums versenkt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 9. November 1940

 

Deutsche Kampffliegerverbände setzten die Vergeltungsflüge auf London am Tage und in der Nacht erfolgreich fort und erzielten zahlreiche Treffer in Versorgungsbetrieben und Dockanlagen. Die Angriffe erstreckten sich auch auf Häfen an
der Ostküste Englands, wobei besonders Great-Yarmouth mehrere schwere Treffer erhielt sowie auf Flugplätze in den Grafschaften Norfolk und Yorkshire. Hier gelang es, Hallen und Unterkünfte in Brand zu setzen.
In der Nacht wurden Industriewerke in Birmingham und Coventry sowie Hafenanlagen in Liverpool mit Bomben belegt und danach zahlreiche Explosionen beobachtet.
Sturzkampfverbände des Generalfeldmarschalls Kesselring griffen wiederum Schiffsziele und Geleitzüge im Seegebiet vor der Ostküste der britischen Insel an und fügten dem Gegner schweren Schaden zu. Dabei wurden mit Sicherheit sechs Handelsschiffe von insgesamt 34.000 BRT versenkt, zwei weitere von zusammen 7.000 BRT mit großer Wahrscheinlichkeit vernichtet.
Ein Kreuzer von 10.000 t wurde von zwei Bomben so schwer getroffen, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. Fünf Handelsschiffe erhielten schwere Treffer, nach denen Brände und Explosionen entstanden. Ein weiterer Kreuzer von 10.000 t und vier Handelsschiffe wurden beschädigt.
Im Atlantik, westlich von Irland, versenkten unsere Kampfflugzeuge zwei Handelsschiffe von zusammen 9.000 BRT.
An der Themsemündung griffen Zerstörer den Hafen und Umschlagverkehr mit Kanonen und Maschinengewehren an.

Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang.

Der Gegner flog in der Nacht zum 9. November in das Reichsgebiet ein und warf eine Anzahl von Bomben ab. Einige Treffer wurden in München, Stuttgart und einigen kleineren Orten Württembergs erzielt. Der angerichtete Sachschaden ist gering. Bei den Angriffen auf Wohnviertel wurden Häuser durch Dachstuhlbrände beschädigt und zwei Personen verletzt.
Bei den Luftkämpfen des gestrigen Tages verlor der Gegner 17 Flugzeuge, ein weiteres wurde im Laufe der Nacht durch Flakartillerie abgeschossen. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 10. November 1940

 

Unsere Kampffliegerverbände setzten am Tage und in der Nacht die Vergeltungsangriffe auf London fort, sie trafen wieder zahlreiche kriegswichtige Betriebe.
Weiter belegten unsere Kampfflugzeuge, oft in kühnem Tiefanflug, Rüstungswerke und Flugplätze mit Bomben und riefen an mehreren Stellen heftige Explosionen hervor.
An verschiedenen Punkten wurden Verkehrswege erfolgreich mit Bomben belegt und der Eisenbahnverkehr gestört. An der Südküste waren Hafenanlagen, ein Truppenlager und ein Kraftwerk das Angriffsziel unserer Kampfflieger.
Bei Nacht wurden außer London wieder Birmingham und Liverpool angegriffen und an mehreren Stellen Brände verursacht.
Bei Angriffen auf Schiffsziele gelang es, 500 km westlich von Irland ein großes Handelsschiff von etwa 25.000 BRT durch mehrere schwere Bomben zu beschädigen.
Im Seegebiet ostwärts Harwich erhielt ein Frachter von 3.000 BRT, der in stark gesichertem Geleitzug fuhr, einen so schweren Treffer, daß beide Bordwände aufgerissen wurden.
Bei einem Angriff auf einen Geleitzug an anderer Stelle beschädigten unsere leichten Kampfflugzeuge einen weiteren Frachter von 8.000 BRT durch Bombenwurf.
Ein deutsches Kriegsschiff hat das britische Unterseeboot H 49 versenkt.

Der Gegner unternahm keine Einflüge in das Reichsgebiet.
Ein feindliches Jagdflugzeug wurde im Luftkampf abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Das Stukageschwader des Oberstleutnants Hagen hat seit Kriegsbeginn 210.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraum versenkt und 306.500 BRT so schwer beschädigt und zum Teil in Brand gesetzt, daß mit einem Verlust von einem Drittel dieses beschädigten Frachtraumes zu rechnen ist. An feindlichen Kriegsfahrzeugen wurden durch das Geschwader vernichtet:
ein Monitor, vier Zerstörer, drei Feuerschiffe; beschädigt wurden sechs Kreuzer, ein Flakkreuzer, zehn Zerstörer.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag



Die RAF übernimmt im November immer wieder die Initiative im Luftkrieg, denn die Nachtangriffe der RAF auf Berlin werden immer erfolgreicher. Die englische RAF bombardiert, trotz starker Stürme und Vereisungen, in der Nacht vom 10. auf den 11. November Danzig, Dresden, die Krupp-Werke in Essen und viele andere Ziele in Deutschland, den besetzten Gebieten und Italien. Dabei gehen 5 Flugzeuge verloren.

 

Deutsche Jagdbomber sind dagegen über Süd- und Ostengland sowie London aktiv. Tieffliegerangriffe auf Londoner Straßen, innerhalb von zwei Tagen, lassen in einer Nacht 150 Bomber über London regnen. Die Kriegsmarine unter Admiral Scheer greift nun auch in den Seekrieg im Atlantik ein. Die U-Boote sind dabei auch eingebunden. Admiral Scheer kann daraus 5 Schiffe versenken. Die ostwärts fahrenden Geleitzüge von Halifax nach Großbritannien werden daraufhin bis zum 17. November ausgesetzt.
Das Passagierschiff Empress of Japan (26.000 t) wird im Atlantik von einer Focke-Wulf Condor angegriffen, kann aber noch einen Hafen erreichen. Deutsche Flugzeuge werfen nun akustische Seeminen ab, welche durch den Lärm der Schiffspropeller zur Explosion gebracht werden. Die Italienische Armee geht dabei weiter in Europa im Bund mit dem Deutschen Reich vor, als nächstes Ziel marschiert die Infanterie nach Griechenland.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Adolf Hitler - Vom Feldherr zum Massenmörder

SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich


11.11. - 20.11.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 11. November 1940

 

Die Vergeltungsflüge auf London wurden am 10. und in der Nacht zum 11. November ohne Unterbrechung fortgesetzt. Außerdem wurden in Süd- und Ostengland am Tage zahlreiche Angriffe auf kriegswichtige Ziele geführt.
In den Häfen von Bexhill, Hastings, Dover, Clacton on Sea und Great-Yarmouth gelang es, Lagerhäuser und Verkehrsanlagen, in Eastbourne, Margate sowie an mehreren Stellen der Bahnstrecke Ipswich-Norwich Gleisanlagen und in Chatham ein Industriewerk zu treffen.
In den Truppenlagern von West-Lutworth und Dungeness zerstörten Bombentreffer mehrere Baracken und Truppenunterkünfte. Während der Nacht wurden Birmingham und Liverpool sowie ein Rüstungswerk bei Grantham mit guter Wirkung bombardiert.
Im Seegebiet ostwärts Middlesbrough versenkte ein Kampfflugzeug ein Handelsschiff von 8.000 BRT.

Feindliche Flugzeuge warfen in der Nacht zum 11. November im Reichsgebiet an verschiedenen Orten Bomben, wobei an einer Stelle ein Holzlager in Brand gesetzt, an zwei anderen Stellen Hochspannungsleitungen beschädigt wurden.
Weiter beschädigten feindliche Bomben zwei Bauernhöfe und ein Wohnhaus. Es sind insgesamt ein Toter, ein Schwerverletzter und neun Leichtverletzte zu beklagen.
In den Luftkämpfen des gestrigen Tages wurden vier feindliche Flugzeuge abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 12. November 1940

 

Die gestern bekanntgegebenen Vergeltungsangriffe deutscher Kampfverbände gegen London in der Nacht vom 10. zum 11. November haben in den Verkehrsanlagen nördlich von Warmwood-Scrubs und im Stadtgebiet von Willesden, Harlesden und South-Acton große Brände hervorgerufen. Ein Großgaswerk erhielt mehrere schwere Treffer. Im Stadtteil Leyton sowie in Bermondsey entstanden weitere ausgedehnte Brände.
In einem Werk der Flugzeugindustrie bei Birmingham wurden starke Stichflammen im Ziel beobachtet.
Auch im Laufe des 11. November griffen Kampfflugzeuge trotz schwierigster Wetterlage London sowie zahlreiche kriegswichtige Betriebe in Süd- und Mittelengland an. Dabei gelang es, bei Slough ein Motorenwerk, bei Birmingham eine Gasfabrik und Industrieanlagen, bei Oxford ein Rüstungswerk und bei Folkestone eine Brücke schwer zu treffen.

Sturzkampffliegerverbände griffen im Seegebiet südostwärts Harwich einen stark gesicherten britischen Geleitzug an. Trotz heftiger Flak- und Jagdabwehr gelang es, sieben Handelsschiffe mit etwa 44.000 BRT zu versenken, fünf weitere schwer zu beschädigen.
Ein Fernaufklärer versenkte im Atlantik einen Frachter von 2.500 BRT.
Seeflugzeuge erzielten Volltreffer auf zwei britischen Handelsdampfern mit zusammen 14.000 BRT.
Es kam am Tage zu heftigen Luftkämpfen, in deren Verlauf 14 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden.

Der Gegner unternahm in der Nacht zum 12. November keine Einflüge in das Reichsgebiet.
Bei den Kampfhandlungen am 11. November zeichneten sich Verbände des italienischen Fliegerkorps durch einen erfolgreichen Vorstoß gegen einen Hafen an der englischen Ostküste aus. Dabei kam es zu stärkeren Luftkämpfen, in deren Verlauf die italienischen Jäger sieben britische Jagdflugzeuge abschössen.
Die gestrigen Gesamtverluste des Feindes betragen 22 Flugzeuge, davon eins durch Flakartillerie. Sieben deutsche und sechs italienische Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 13. November 1940

 

Während in der Nacht vom 11. zum 12. November die britische Luftwaffe durch Sturm und Vereisungsgefahr lahmgelegt war, setzten unsere Kampfverbände ihre Vergeltungsflüge gegen London erfolgreich fort. Sie griffen auch im Laufe des 12. November London an. Ein Gaswerk und Lagerhäuser in Kensington erhielten schwere Treffer. Weiter richteten sich erfolgreiche Bombenangriffe gegen Hafen- und Verkehrsanlagen, Lagerhäuser, Rüstungswerke und ein Kraftwerk in Südengland.

Britische Häfen wurden weiterhin vermint.

In der Nacht vom 12. zum 13. November warfen einige britische Flugzeuge in Westdeutschland Bomben, die fast ausschließlich in freies Gelände fielen und dort nur Flurschaden anrichteten. Nur in einer Ortschaft wurden ein Wohnhaus zerstört, zwei Häuser sowie eine Wasserleitung beschädigt und mehrere Personen außerhalb des Luftschutzraumes verletzt. An anderer Stelle an einer Gleisanlage entstandener Schaden konnte schnell behoben werden.
Verluste traten gestern auf deutscher Seite nicht ein.
Wie nachträglich gemeldet wird, erhöht sich die Zahl der vom italienischen Fliegerkorps am 11. November abgeschossenen Flugzeuge auf zehn.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 14. November 1940

 

Ein Unterseeboot versenkte fünf bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 28.840 BRT.

Trotz ungünstigster Wetterlage setzte die Luftwaffe auch in der Nacht vom 12. zum 13. November ihre Vergeltungsflüge mit starken Kräften fort. Zahlreiche Brände und Explosionen entstanden vor allem in den Verkehrsanlagen im Nord­westen Londons, in den West-India-Docks, in einem großen Gaswerk und anderen kriegswichtigen Zielen der Stadt.
Auch Liverpool und Coventry waren das Ziel erfolgreicher Bombenangriffe.
Am gestrigen Tage griffen Kampfflugzeuge London und andere kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittelengland an und belegten vor allem Flugplätze, Bahnanlagen und ein Rüstungswerk bei Birmingham mit Bomben.
Im Seegebiet von Kinnaird Head hatten zwei Angriffe auf einen durch einen Flakkreuzer und andere Kriegsfahrzeuge stark gesicherten Verband Erfolg. Beim ersten Angriff wurde ein Handelsschiff von 6.000 BRT versenkt, ein weiteres schwer beschädigt.
Bei einem späteren Angriff erhielt ein anscheinend mit Sprengstoff oder Munition beladener Frachter von 8.000 BRT einen Volltreffer, der das Schiff zur Explosion brachte und völlig vernichtete.
360 km westlich von Irland versenkte ein deutscher Fernbomber einen britischen Frachter von 6.000 BRT.

Die nächtlichen Einflüge britischer Flugzeuge ins Reichsgebiet waren wieder ohne nennenswerten Erfolg. Lediglich bei einem Walzwerk beschädigte eine in der Umgebung einschlagende Bombe mehrere Gebäude durch Splitter. Ein Versuch, die Reichshauptstadt anzugreifen, schlug fehl. Heftiges Flakfeuer zwang die weni­gen Flugzeuge, die bis an die Sperrzone Berlins vordrangen, zur Umkehr, nach­dem sie in den Stadtrandgebieten ihre Bomben vorzeitig abgeworfen hatten. Hier wie in einigen anderen Orten entstanden mehrere Dachstuhlbrände, die aber durch das energische Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes und des Selbst­schutzes in kürzester Zeit gelöscht werden konnten.
In der Nacht zum 13. November wurde ein britisches Bombenflugzeug durch Flak abgeschossen. In den Luftkämpfen des gestrigen Tages verlor der Gegner zwei weitere Flugzeuge. Drei deutsche Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 15. November 1940

 

Trotz starker Behinderung durch heftige Stürme führte die Luftwaffe auch am 14. November ihre Aufklärungs- und Angriffsflüge planmäßig durch.
500 km westlich Irland vernichtete ein schweres Kampfflugzeug einen britischen Handelsdampfer von 5.000 BRT durch zwei Bomben, die mittschiffs und achtern trafen. Das Schiff geriet in Brand und blieb mit Schlagseite liegen.
Längs der schottischen Küste wurden zwei Dampfer von 2.000 und 7.000 BRT angegriffen. Das größere Schiff sank nach Explosion, während der andere Dampfer in Seenot geriet.
Durch Volltreffer wurde ferner in der nördlichen Nordsee ein 5.000-BRT-Schiff versenkt. In Höhe von Great-Yarmouth erhielt ein britischer Zerstörer einen schweren Bombentreffer mittschiffs.
Sturzkampfflugzeuge griffen die Funkstation von Dover an, die drei Volltreffer schweren Kalibers erhielt.
Im Laufe des Tages kam es trotz der ungünstigen Witterung über dem Kanal und Südengland zu einer Reihe von schweren Luftkämpfen, die für unsere Jäger erfolgreich verliefen.
Nach Besserung der Wetterlage konnte die Luftwaffe in der Nacht zum 15. November als Vergeltung für die britischen Angriffe auf München dem Gegner durch einen Großangriff auf bedeutende Rüstungsziele in Mittelengland einen außerordentlich schweren Schlag versetzen.
Besonders heftig und erfolgreich war dabei der rollende Angriff starker Kampfverbände der Generalfeldmarschälle Kesselring und Sperrle auf Coventry, wo zahlreiche Motorenfabriken und große Anlagen der Flugzeugzubehörindustrie sowie andere kriegswichtige Einrichtungen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers belegt wurden, die gewaltige Verwü­stungen anrichteten.
Ungeheure Feuersbrünste, die von großen Rohstofflagern genährt wurden und bis zur Kanalküste sichtbar waren vollendeten das Vernichtungswerk. Außer Rüstungsbetrieben wurden in den Midlands noch ein großes Nachschublager der britischen Luftwaffe und ein Gaswerk mit sichtbar großer Wirkung angegriffen.
In der gleichen Nacht wurde der Vergeltungsangriff auf London planmäßig fortgeführt. Weitere Angriffsziele waren kriegswichtige Objekte in Süd- und Mittelengland.

Der Feind versuchte in der Nacht zum 15. November die Reichshauptstadt mit stärkeren Kräften anzugreifen; der geplante Großangriff scheiterte aber an der durchschlagenden Wirkung der Flakartillerie. Nur zwölf englischen Flugzeugen gelang es infolgedessen, Berlin zu erreichen. Davon wurden drei über der Stadt selbst, drei weitere im Vorfeld Berlins durch Flakartillerie abgeschossen. Sechs britische Bombenflugzeuge waren bereits im Westen kurz nach Überfliegen der Küste durch Flakartillerie abgeschossen worden. Die feindlichen Bomben richteten nur geringen Personen- und einigen Gebäudeschaden an.
In Hamburg und Bremen sowie an zwei anderen Stellen in Norddeutschland wurden einige Bomben abgeworfen.
Der Gegner verlor im Laufe des 14. und in der Nacht zum 15. November 20 Flugzeuge, davon sieben im Luftkampf, zwölf durch Flakartillerie und eines durch Marineartillerie. Fünf eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 16. November 1940

 

Am 15. und in der Nacht zum 16. November setzten unsere Kampfflieger die Vergeltungsangriffe auf London fort und erzielten zahlreiche Treffer, besonders auf Verkehrsanlagen, in den Victoria-Docks und anderen kriegswichtigen Zielen. Auch sonstige Orte in Süd- und Mittelengland wurden mit Bomben belegt.

Die Verminung britischer Häfen nahm ihren Fortgang.

Ein deutscher Fernbomber griff 700 km westlich Irland einen großen Geleitzug an und warf trotz heftiger Abwehr durch die begleitenden Zerstörer einen Frachter von 9.300 BRT und ein Handelsschiff von 16.000 BRT in Brand. Die Schiffe blieben mit Schlagseite liegen.

Britische Flugzeuge griffen in der Nacht zum 16. November vor allem Hamburg an. Die angerichteten Schäden stehen in keinem Verhältnis zu dem Einsatz und konnten in den meisten Fällen schnell behoben werden. In einer Werft wurde ein Verwaltungsgebäude beschädigt. Ein Getreidesilo geriet in Brand, der aber sofort gelöscht werden konnte. Auch ein Krankenhaus wurde wieder angegriffen. An anderen Stellen, an denen Bomben abgeworfen wurden, ist der angerichtete Sachschaden ebenfalls gering. Einige Tote und Verletzte sind zu beklagen.
Deutsche Jäger schossen im Laufe des Tages sieben feindliche Flugzeuge im Luftkampf ab. Die Flakartillerie brachte in der letzten Nacht fünf, die Marineartillerie in der Nacht zum 15. November ein britisches Flugzeug zum Absturz. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt.

Das Jagdgeschwader Freiherr von Richthofen errang unter Führung des Majors Wick seinen 500. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 17. November 1940

 

Bei den Vergeltungsangriffen auf London in der Nacht vom 15. zum 16. November wurden, wie nachträglich gemeldet wird, Treffer auf der Waterloo-Brücke, auf einem Bahnhof in Paddington, auf ein Gaswerk in Kensington sowie auf ein weiteres in der Nähe der Commercial-Docks erzielt. Bei letzteren konnten große Brände beobachtet werden.
In verschiedenen Städten Südenglands, wie in Portsmouth und Southampton, wurden kriegswichtige Ziele schwer getroffen.
Am 16. November wurden die Angriffe auf London fortgesetzt und verschiedene Orte an der Südostküste Englands mit Bomben belegt.
Im Laufe des Tages griffen deutsche Kampfflugzeuge wieder zahlreiche Schiffsziele an. Dabei wurden ein Handelsschiff von etwa 8.000 BRT, ein Tanker von 3.000 BRT und ein Frachter von 2.000 BRT versenkt. Zwei weitere Frachter wurden schwer beschädigt.

Die Verminung britischer Häfen nahm ihren Fortgang.

In den Vormittagsstunden des 16. November wurde im Kanal ein nur für kurze Zeit sichtbarer englischer Geleitzug mit guter Wirkung durch eine Batterie des Heeres beschossen.

Die britischen Flugzeuge, die in der Nacht zum 17. November in Deutschland einflogen, griffen besonders Hamburg, Bremen und Kiel an. An kriegswichtigen Zielen wurde nur sehr geringer Schaden angerichtet. Eine Brandbombe, die aber sofort gelöscht werden konnte, fiel in ein Trockendock. Ein Lazarett wurde ange­griffen, aber die zahlreich abgeworfenen Bomben fielen in den Garten, ohne Schaden anzurichten.
Weitere Angriffe richteten sich gegen Wohnviertel und Siedlungen. Es entstanden mehrere Dachstuhlbrände, die aber rasch gelöscht wurden. Ein großer Teil der Bomben fiel in die Elbe oder in freies Gelände. 14 Tote und mehrere Verletzte sind zu beklagen.
In der Nacht zum 16. November wurde an der nordfranzösischen Küste ein feindliches Flugzeug von Marineartillerie, in der Nacht zum 17. ein anderes bei Hamburg durch Flakartillerie und ein drittes durch Nachtjäger abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 18. November 1940

 

Die Luftwaffe griff in der Nacht vom 16. zum 17. und am 17. November London und kriegswichtige Ziele im Süden der britischen Insel sowie Rüstungsziele in Mittelengland erfolgreich an.
Im Seegebiet vor der englischen Ostküste gelang es, ein Handelsschiff und einen Minenleger zu versenken, ein anderes Handelsschiff schwer zu treffen.
Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine nahmen einen feindlichen Geleitzug unter Feuer, der im Schutz der Dunkelheit dicht unter der englischen Küste den Kanal zu passieren versuchte. Der Geleitzug wurde zersprengt. Die Schiffe flüchteten in verschiedene englische Häfen.

In der Nacht zum 18. November warfen britische Flugzeuge in Westdeutschland an mehreren Stellen Bomben. In einem Eisenwerk und in einer Ziegelei entstandene Brände konnten durch den tatkräftigen Einsatz der Werkfeuerwehr sofort gelöscht werden. Ferner waren zwei Friedhöfe und wieder Wohnviertel das Ziel britischer Bombenangriffe. Dabei wurden einige Häuser beschädigt und eine geringe Anzahl Personen verletzt.
In den Luftkämpfen über dem Kanal wurden gestern drei britische Flugzeuge abgeschossen. Sieben deutsche Flugzeuge werden vermißt.

Ein Jagdgeschwader unter Führung des Majors von Maltzahn errang am 15. November seinen 501. Luftsieg.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 19. November 1940

 

Ein Unterseeboot versenkte vier bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 23.880 BRT, ein anderes Unterseeboot ebenfalls vier bewaffnete feindliche Handelsschiffe, darunter zwei Tanker, mit insgesamt 21.340 BRT.

Die Angriffe auf kriegswichtige Ziele in England wurden in der Nacht vom 17. zum 18. und am 18. November fortgesetzt. Außer London waren mehrere Orte an der Südküste Englands, darunter vor allem Hafen- und Industrieanlagen in Southampton sowie Rüstungswerke in Mittelengland das Ziel der Bombenangriffe.
Kampfflugzeuge des italienischen Fliegerkorps griffen eine Stadt an der Ostküste Englands mit gutem Erfolg an.
Bei Angriffen auf Schiffsziele und Geleitzüge an der britischen Ostküste gelang es, zwei Handelsschiffe von je 3.000 BRT zu versenken und drei weitere schwer zu beschädigen.

Nächtliche Angriffe einer geringen Anzahl britischer Flugzeuge auf deutsches Gebiet waren wirkungslos. Flugzeugverluste sind nicht eingetreten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 20. November 1940

 

Zur Vergeltung für die britischen Angriffe auf Wohnviertel in Hamburg, Bremen und Kiel belegten in der Nacht vom 19. zum 20. November starke Kampfverbände der Generalfeldmarschälle Kesselring und Sperrle die Zentren der britischen Rüstungs- und Versorgungsindustrie von Birmingham mit Bomben.
In rollendem Angriff warfen Hunderte von Kampfflugzeugen über 500.000 kg Bomben, auch der schwersten Kaliber ab.
Die weithin sichtbaren Brände und Explosionen waren noch umfangreicher als bei dem Angriff auf Coventry.
In der Nacht vom 18. zum 19. November setzte die Luftwaffe im übrigen ihre Angriffe auf London und andere wichtige Ziele in Süd- und Mittelengland fort. Eine Anzahl von Flugplätzen, wie Marham, Norwich-Latton und Cranwell, wurde mit Bomben belegt und zerstört. Liverpool, Southampton und andere Häfen an der Kanalküste waren ebenfalls das Ziel deutscher Luftangriffe.
Im Seegebiet vor der englischen Ostküste gelang es leichten Kampfflugzeugen drei Handelsschiffe mit Erfolg anzugreifen.
Ein kleines Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Wohlfahrt, das bei seiner letzten Unternehmung vier feindliche Handelsschiffe mit 23.880 BRT versenkte, hat bisher insgesamt 61.500 BRT feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet.

In der Nacht zum 20. November warfen britische Flugzeuge im Reichsgebiet Bomben auf Wohnviertel und sonstige Ziele ohne militärische Bedeutung.
Der größte Teil der feindlichen Flugzeuge, die gegen die Reichshauptstadt anflo­gen, wurde durch Abwehrfeuer vorzeitig abgedrängt. Ein Flugzeug warf seine Bomben auf die historische Stadt Potsdam. Der hier wie an anderen Stellen Deutschlands angerichtete Sachschaden ist unbedeutend und beschränkt sich im allgemeinen auf leichte Beschädigungen von Wohnhäusern und Straßen. Wieder­um wurden mehrere Krankenhäuser getroffen.

Zwei britische Bombenflugzeuge wurden bei Nacht vor Erreichen ihres Zieles durch Flakartillerie abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag



In der Schlacht um England ist eine Entscheidung bereits gefallen, im Atlantik ist der Ausgang des Seekrieges noch ungewiss und im Mittelmeer fangen die Marinen es erst Fahrt aufzunehmen. Die britische Marine greift die Flotte auf Tarent an, ein überraschender Torpedo- und Bombenangriff auf die italienische Flotte in dem Marinestützpunkt von Tarent macht den Anfang. Die italienische Flotte muss nach dem Kampf Tarent räumen und wird nach Neapel und Genua verlegt.
Die Luftverbände der sich im Krieg befindenden Nationen haben ein Patt über England erreicht, die deutschen wie italienischen Flieger können nur noch Teilerfolge auf dem britischen Festland erringen. Grund dieses Patt ist nicht nur die anfahrende Rüstung der Engländer und größeren Lieferungen aus den USA, sondern auch der bestens informierte Geheimdienst auf britischer Seite, wie auch die entschlüsselten Codes der deutschen Luftwaffe. Den Luftangriff auf Coventry und die Zerstörung der dortigen Kathedrale, konnte man nicht verhindern. Die englische RAF verlegt immer mehr Angriffe und Kräfte auf die Versorgungshäfen der Italiener im Mittelmeer. Bei den Angriffen auf das Gebiet des Deutschen Reiches bevorzugt die RAF Flüge bei Nacht auf Gelsenkirchen, Ruhr, mit der Ölindustrie als Ziel. Als Folge dieser Verlegung bzw. der neuen deutschen Strategie, sich auf einzelne Städte in England zu konzentrieren, lässt Birmingham brennen und hohe Verluste unter der britischen Bevölkerung zu.

 

In der Diplomatie ist das Deutsche Reich weiter mit der Sowjetunion (Außenminister Molotow) auf Verhandlungskurs, des Weiteren unterzeichnet Ungarn den Dreimächtepakt. Diese letzte Entwicklung ist für die Entwicklungen auf den Balkan wichtig, dort startet eine große Gegenoffensive der Griechen, welche in Epirus und Mazedonien zur ersten Niederlage einer Armee der Achse im Landkrieg führt.

 

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Adolf Hitler - Vom Feldherr zum Massenmörder

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21.11. - 30.11.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 21. November 1940

 

Die deutschen Schnellboote haben in zahlreichen Kämpfen mit überlegenen englischen Streitkräften seit Kriegsbeginn eine große Anzahl feindlicher Kriegsschiffe mit einem Rauminhalt von 11.300 t, darunter sechs Zerstörer und zwei Unterseeboote, versenkt.
Der durch Schnellboote versenkte Handelsschiffsraum beläuft sich seit dem Einsatz der Boote im Westraum auf 212.000 BRT.
Erst jetzt ging erstmalig ein deutsches Schnellboot bei einem Vorstoß gegen die englische Ostküste im Kampf mit mehreren englischen Zerstörern verloren.

In der Nacht vom 19. zum 20. November setzte die Luftwaffe über den bereits gemeldeten Großangriff auf Birmingham hinaus ihre Vergeltungsflüge gegen London fort. Weitere Angriffe richteten sich gegen die Hafenanlagen von Weymouth, Northampton, Bournemouth und andere kriegswichtige Ziele.
Im Laufe des Tages beschränkte sich infolge der Wetterlage die Tätigkeit auf bewaffnete Luftaufklärung.

In der Nacht vom 20. zum 21. November griffen britische Flugzeuge in West- und Nordfrankreich einige deutsche Flugplätze an. Kein einziges Ziel wurde jedoch getroffen.

Auch Angriffe auf einige Orte in Westdeutschland waren ohne nennenswerten Erfolg. Lediglich in einem Hüttenwerk wurden eine Werkhalle und eine Gasleitung getroffen. Der entstandene Schaden wurde in kürzester Zeit durch das Eingreifen des Werkschutzes behoben.
Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 22. November 1940

 

Die Luftwaffe führte auch in der Nacht vom 20. zum 21. November erfolgreiche Vergeltungsangriffe gegen London, Birmingham und andere Rüstungswerke in Mittelengland sowie gegen Hafenanlagen und Versorgungsbetriebe in Südengland durch. Zahlreiche Brände waren die Folge.
Im Laufe des 21. November wurden im Zuge der bewaffneten Aufklärung London und kriegswichtige Ziele in Süd- und Südostengland mit Bomben belegt. Eisenbahn- und Fabrikanlagen erhielten Treffer.

Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.

In der Nacht vom 21. zum 22. November flogen keine feindlichen Flugzeuge in deutsches Reichsgebiet ein. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 23. November 1940

 

In der Nacht vom 21. zum 22. November setzte die Luftwaffe ihre Vergeltungsangriffe gegen London fort und griff wieder Birmingham und Coventry sowie Bristol und Southampton an.
Am Tage nahmen die Angriffe auf London, Brigthon und andere kriegswichtige Ziele ihren Fortgang. In Mittelengland bombardierten Kampfflugzeuge mehrere Flugplätze und setzten Hallen und Unterkünfte in Brand.
An der Südostküste Englands sowie bei Lincoln wurden Verkehrsanlagen umfangreich mit Bomben belegt. Bei Angriffen auf Geleitzüge erhielten zwei Frachter schwere Beschädigungen durch Bombentreffer.

In der Nacht vom 22. zum 23. November griffen britische Flugzeuge in Westfrankreich und Westdeutschland vor allem wieder Wohnviertel an. Entstehende Dachstuhlbrände konnten durch das Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes rasch gelöscht werden. Sieben Zivilpersonen sind getötet, etwa 20 verletzt worden.
Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen, ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 24. November 1940

 

Ein Unterseeboot versenkte sechs bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 29.100 BRT.

In der Nacht vom 22. zum 23. November setzte die Luftwaffe ihre Vergeltungsflüge gegen London mit großem Erfolg fort und griff mit starken Verbänden erneut die Anlagen der britischen Rüstungsindustrie in Birmingham an. Mehrere hundert Flugzeuge warfen hier in rollendem Angriff über 300.000 Kilogramm Bomben. Im Schein der Leuchtbomben und Feuersbrünste war deutlich zu beobachten, daß zahlreiche kriegswichtige Fabrikanlagen zerstört sind.
Bei einem in den frühen Morgenstunden des 23. November durchgeführten Luftangriff auf die Waffenwerke in Grantham entstanden dort mehrere Brände. Weiter richteten sich Bombenangriffe gegen Portland, Southampton, Portsmouth und andere kriegswichtige Ziele in Südengland.

Das Verminen britischer Häfen wurde in verstärktem Umfange fortgesetzt.

Im Laufe des 23. November warfen Flugzeuge im Zuge der bewaffneten Aufklärung Bomben auf London.

Die Mehrzahl der in der letzten Nacht in das Reichsgebiet einfliegenden britischen Flugzeuge konnte infolge der starken Flakabwehr ihr Ziel nicht erreichen und warf daher die Bomben in freies Gelände ab. In einem kleinen Ort trafen sie Wohnhäuser und verletzten mehrere Zivilpersonen.
Das italienische Fliegerkorps schoß im Luftkampf sechs britische Jäger ab und verlor zwei eigene Flugzeuge.

Vier weitere britische Kampfflugzeuge wurden durch deutsche Jäger, eines durch Flakartillerie abgeschossen, so daß die Gesamtverluste des Gegners sich gestern auf elf Flugzeuge belaufen. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 25. November 1940

 

Eines der in überseeischen Gewässern operierenden Kriegsschiffe meldet als Gesamtergebnis seiner bisherigen Tätigkeit die Versenkung von 95.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums.

Die Vergeltungsangriffe der Luftwaffe gegen London dauerten auch in der Nacht vom 23. zum 24. November an. Battersea, Southwark und andere Stadtviertel waren Ziele erfolgreicher Bombenwürfe.
Zahlreiche deutsche Kampfgeschwader belegten außerdem in pausenlosen Angriffen Southampton mit Bomben aller Kaliber. In Hafen- und Industrieanlagen brachen ungeheure Brände aus, die bis nach Frankreich hinein sichtbar waren. Auch verschiedene kriegswichtige Ziele an der West- und Südküste Englands wurden erfolgreich bombardiert.

Das Verminen der britischen Küste nahm seinen Fortgang.

Am Tage griffen deutsche Flugzeuge im Verlaufe bewaffneter Aufklärung London und einige Orte an der Kanalküste mit Bomben an.

In der Nacht zum 25. November warfen britische Flugzeuge in Norddeutschland einige Bomben, ohne nennenswerte Wirkung zu erzielen.
Die Meldung des britischen Informationsministeriums, daß in der Nacht zum 24. November britische Flugzeuge in Berlin Bahnhöfe mit Bomben belegt haben, ist falsch. Kein einziges feindliches Flugzeug hat in dieser Nacht Berlin überflogen.
Ein britisches Flugzeug wurde im Luftkampf abgeschossen. Drei deutsche Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 26. November 1940

 

Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Schepke versenkte 41.400 BRT feindlichen Handelsschiffsraums.

Die Luftwaffe führte auch in der Nacht zum 25. November erfolgreiche Vergeltungsangriffe auf London durch.
Namentlich im Zentrum der Stadt und auf beiden Themse-Ufern waren heftige Explosionen und Brände zu beobachten.
Andere starke Kampffliegerverbände waren in der gleichen Nacht auf kriegswichtige Ziele in Bristol angesetzt.

Mehrere Stunden hindurch griffen sie mit Brand- und Sprengbomben schwersten Kalibers Hafen- und Industrieanlagen sowie Versorgungseinrichtungen an. Im Hafengebiet fielen zahlreiche Lagerhäuser mit Rohstoffvorräten und deren Verarbeitungsanlagen den verheerenden Feuersbrünsten zum Opfer. Drei Gasanstalten wurden vernichtet, eine Großmühle durch Feuer zerstört. Der Angriffsraum von Bristol war, wie Augenerkundung am folgenden Tage bestätigte, ein einziger großer Brandherd.
Weitere Angriffe richteten sich in der gleichen Nacht gegen einige andere Städte in den Midlands und in Südengland.
Infolge ungünstiger Wetterlage herrschte am 25. November tagsüber nur geringe Kampftätigkeit. Kleine Verbände leichter Kampfflugzeuge belegten verschiedene kriegswichtige Ziele in Südengland erfolgreich mit schweren Bomben.

Britische Häfen und Schiffahrtswege wurden planmäßig weiter vermint.

Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine nahmen, wie bereits bekanntgegeben, am 25. November abends einen britischen Geleitzug, der einen Durchbruch nach dem westlichen Kanal versuchte, ohne feindliche Gegenwehr unter wirksames Feuer. Der Geleitzug wurde zersprengt.

In der letzten Nacht warf der Feind in Nordwestdeutschland an einigen Stellen Bomben, die aber nur in einem Dorfe geringen Sachschaden anrichteten.
Der Gegner verlor gestern zwei Flugzeuge, von denen eins im Luftkampf, eins durch Flakartillerie abgeschossen wurde. Eigene Verluste entstanden nicht.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 27. November 1940

 

Bei sehr ungünstiger Wetterlage beschränkte sich in der Nacht vom 25. zum 26. und am 26. November die Tätigkeit der Luftwaffe auf bewaffnete Aufklärung und Einzelunternehmungen.
In Avonmouth riefen nächtliche Bombenangriffe mehrere Brände hervor.
Bei Angriffen auf Geleitzüge wurden bei Falmouth ein Begleitschiff von 7.000 BRT versenkt, vor der Themsemündung zwei Handelsschiffe mittlerer Größe durch Bombentreffer beschädigt, bei Avonmouth ein kleines Handelsschiff durch Flugzeugkanonen in Brand geschossen.

Auch gestern wurden britische Häfen weiter vermint.

Fernkampfbatterien der Kriegsmarine nahmen Schiffsansammlungen im Hafen von Dover unter wirksames Feuer.

Britische Flugzeuge warfen im Reichsgebiet vereinzelt Bomben. Es wurden einige Wohnhäuser beschädigt und dabei mehrere Zivilpersonen getötet oder verletzt.

Bei erfolglosen Angriffen britischer Flugzeuge auf deutsche Vorpostenboote gelang es, wie bereits bekanntgegeben, in der Nordsee einem Boot, ein feindliches Flugzeug abzuschießen. Ein weiteres Flugzeug wurde durch Flakartillerie brennend abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 28. November 1940

 

Fernkampfbatterien der Kriegsmarine nahmen erneut Schiffsansammlungen im Hafen von Dover unter Feuer.
Die anhaltend ungünstige Wetterlage schränkte die Tätigkeit der Luftwaffe ein. Trotzdem warfen in der Nacht zum 27. November und gestern bei Tage Kampfflugzeuge Bomben auf London und Avonmouth. Ein Flugzeug griff bei eintretender Dunkelheit ein Rüstungswerk bei Burnusland im Tiefflug an und erzielte zwei Volltreffer in einer großen Werkhalle. Weiter wurden Grimsby, der Flugplatz Great Drieffield und ein Flugplatz bei Lincoln bombardiert. Es gelang, mehrere schwere Treffer zu erzielen.

In der letzten Nacht beschädigten einige britische Flugzeuge in Westdeutschland durch Bombenwurf eine Anzahl Wohnhäuser. Vier Zivilpersonen wurden getötet, mehrere verletzt.
Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 29. November 1940

 

Deutsche Zerstörer unternahmen einen Vorstoß in den Westausgang des Kanals bis dicht unter die englische Küste. Hierbei kam es zu einem Gefecht mit englischen Zerstörern. Es gelang, zwei feindliche Zerstörer zu torpedieren.
Andere deutsche Zerstörer versenkten an der englischen Südküste zwei Dampfer von 9.000 und 3.000 BRT und zwei weitere kleine feindliche Fahrzeuge.
Die Luftwaffe setzte in der Nacht zum 28. und im Laufe des 28. November ihre Vergeltungsangriffe gegen kriegswichtige Ziele im Stadtgebiet von London fort. Neue Brände und starke Detonationen wurden beobachtet.
Stärkere Kräfte griffen in der Nacht zum 28. November Stadt und Hafenanlagen von Plymouth konzentrisch an und verursachten mehrere starke Explosionen sowie größere und kleinere Brände. Außerdem wurden Bahn- und Industrieanlagen einer anderen größeren Stadt in Schottland wirkungsvoll mit Bomben belegt.
Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine beschossen auch gestern feindliche Schiffe und andere Ziele im Raum von Dover.

In der Nacht zum 29. warfen mehrere britische Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland Spreng- und Brandbomben. An einigen Häusern wurden erhebliche Sachschäden verursacht. Dachstuhlbrände konnten bald gelöscht werden. Eine Bombe traf ein Reservelazarett.
Die Verluste des Gegners betrugen gestern insgesamt 13 Flugzeuge, davon elf im Luftkampf und zwei durch Flak- und Marineartillerie. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 30. November 1940

 

In der Nacht zum 29. und am 29. November war London wieder das Ziel von Vergeltungsangriffen der Luftwaffe. Es wurden umfangreiche Brände in den Victoria-Docks sowie im Südwesten Londons beobachtet.
Starke Kampffliegerverbände belegten in rollenden Nachtangriffen militärische Ziele in der Hafenstadt Liverpool sowie die Dockanlagen des gegenüberliegenden Birkenhead mit Bomben, darunter einer großen Zahl schwersten Kalibers. Gewal­tige Explosionen und Brände in den ausgedehnten Lagerhäusern erleuchteten weithin die Nacht. Auch andere kriegswichtige Ziele in Schottland sowie in Süd-und Mittelengland, wie Birmingham, Bristol, Portsmouth und Southampton wur­den mit zahlreichen Bomben angegriffen.
Südlich von Lizard Point griffen Kampfflugzeuge einen Geleitzug an und beschädigten ein Handelsschiff durch schwere Bombentreffer.

Britische Häfen wurden weiter vermint.

Am Nachmittag des 29.November setzten Fernkampfbatterien des Heeres die planmäßige Zerstörung von Kampfanlagen im Küstengebiet von Dover mit beobachteter Wirkung fort.
Fernkampfbatterien des Heeres und der Kriegsmarine beschossen Dampfer und Geleitfahrzeuge am Ostausgang des Kanals.

Durch Angriffe britischer Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland in der Nacht zum 30. November wurden außer einer kleinen Fabrikanlage wieder mehrere Häuser beschädigt, zwei Personen schwer und mehrere leicht verletzt.
Vier feindliche Flugzeuge wurden gestern abgeschossen, davon zwei im Luftkampf, zwei durch Flakartillerie. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

 

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet.

Der Tag



Das Deutsche Reich dominiert mit dem Beitritt von Rumänien und Slowakei zum Dreimächtepakt, dominiert Adolf Hitler nun auch den Südosten Europas! Seine Militärmacht nimmt auf See auch weiter zu und so unternehmen deutsche Zerstörer zwei Einsätze gegen Plymouth, als Blockadeaktion gegen die britischen Inseln. Im Mittelmeer verliert die italienische Marine zusehends an Boden und Malta wird den Briten als Basis und Festung im Mittelmeer ausgebaut.

 

Auf dem Festland ist weiter halb Europa besetzt, während dessen spricht General de Gaulle über Rundfunk nach Frankreich: 'Die Frei-Französische Streitkräfte zählen nun 35.000 ausgebildete Kampftruppen und 1.000 Luftwaffen-Angehörige'.

Verluste Schlacht im Atlantik (November)

32 alliierte Handelsschiffe (146.600 BRT)
kein deutsches U-Boot (27 einsatzbereit)

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Adolf Hitler - Vom Feldherr zum Massenmörder

SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 03-Nov.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 03-Nov.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... 01-Dez.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. März 1940)

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.03. - 11.03.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 1. März 1940

 

Im Westen örtliche Artillerie- und Spähtrupptätigkeit.
Wie durch Sondermeldung bereits bekanntgegeben, hat ein von Fernfahrt zurückgekehrtes, unter dem Kommando von Korvettenkapitän Werner Hartmann stehendes Unterseeboot die Versenkung von 45 000 BRT gemeldet. Das Unterseeboot hat damit in zwei Unternehmungen die Gesamtversenkungsziffer von 80 000 BRT erreicht.
Die Luftwaffe führte am 29. Februar erneut, trotz ungünstiger Wetterlage, Aufklärungsflüge über Ostfrankreich und der Nordsee durch.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 2. März 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe führte Aufklärungsflüge über der gesamten Nordsee bis zu den Orkney-Inseln durch. Hierbei griffen deutsche Flugzeuge an verschiedenen Stellen englische Kriegsschiffe und in englischem Geleit fahrende Handelsschiffe erfolgreich an. Ein Schiff sank sofort, bei einem andern wurden erhebliche Brandwirkungen festgestellt. Weitere vier Schiffe sind durch Bomben so schwer getroffen worden, daß ihr Verlust wahrscheinlich ist.
Nach einem Nachtflug über Nordwestdeutschland flog ein feindliches Flugzeug am 1. März morgens, bei Nymwegen über niederländisches Hoheitsgebiet zurück.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 3. März 1940

 

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe klärte in der Zeit vor Morgengrauen bis zum Spätnachtmittag des 2. März über der gesamten Nordsee auf. Vor der britischen Ostküste wurden zwei Vorpostenboote und elf bewaffnete oder im Geleit fahrende Handelsschiffe angegriffen und teils versenkt, teils schwer getroffen.
Tagsüber wurde über Nordostfrankreich bis in die Gegend von Paris aufgeklärt. Bei der Grenzüberwachung fanden verschiedene Luftkämpfe an der deutsch-französischen Grenze statt. Hierbei wurden drei französische Flugzeuge durch deutsche Jäger abgeschossen, zwei deutsche Aufklärer werden vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 4. März 1940

 

Zwischen Saar und Pfälzer Wald wurden durch einen Spähtrupp sieben, an einer anderen Stelle 2 französische Gefangene eingebracht.
Die deutsche Luftwaffe setzte in der Nacht vom 2. zum 3. März ihre Erkundungstätigkeit an der englischen Ostküste und über Ostfrankreich fort. Einzelne Feindflugzeuge flogen in großer Höhe von der Deutschen Bucht her nach Nordwestdeutschland ein. Dabei überflog ein englisches Flugzeug die deutsch-dänische Grenze.
Deutsche Jagdflugzeuge stießen bei Grenzüberwachung in Gegend Diedenhofen auf französische Jagdflugzeuge. Es kam zu einem Luftkampf zwischen vier Masserschmitt-Flugzeugen und zwölf Marone-Flugzeugen. Nachdem ein französisches Flugzeug abgeschossen war, entzogen sich die Franzosen trotz ihrer dreifachen Überlegenheit dem weiteren Kampf.
Ein deutsches Heinkel-Aufklärungsflugzeug mußte nach einem Luftkampf mit drei französischen Jägern in der Gegend von Metz, in dessen Verlauf beide Motoren aussetzten, mitten in der französischen Festungslinie notlanden. Die Besatzung verbrannte ihr Flugzeug. Zwei Mann, von denen einer einen schweren Oberschenkelschuß erhalten hatte, schlugen sich durch die französischen Linien bis in die deutsche Stellung durch.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 5. März 1940

 

Zwischen Mosel und Pfälzer Wald teilweise lebhafteres Artilleriefeuer und beiderseitige Spähtrupptätigkeit.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat ein von Fernfahrt zurückgekehrtes Unterseeboot die Vernichtung von 36 000 BRT gemeldet.
Die Luftwaffe setzte am 4 März trotz ungünstiger Wetterlage ihre Aufklärungsflüge über Ostfrankreich fort.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 6. März 1940

 

Ostwärts der Mosel hob ein Stoßtrupp einen von den Engländern besetzten Unterstand unter starken Verlusten für den Gegner aus und nahm 16 Mann der Besatzung gefangen.
Sonst keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 7. März 1940

 

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Die eigene Luftaufklärung gegen England wurde fortgesetzt.
Einzelne britische Flugzeuge flogen in der Nacht vom 5. zum 6. März in die Deutsche Bucht ein und berührten hierbei das nordwestdeutsche Küstengebiet. Ein britisches Flugzeug flog nördlich Sylt über dänisches Hoheitsgebiet ein.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 8. März 1940

 

An der Westfront außer örtlicher Artillerietätigkeit keine besonderen Ereignisse.
In der Nacht vom 6. zum 7. März und vom 7. zum 8. März fanden wiederum erfolgreiche Vorstöße der Luftwaffe gegen die britische Ostküste statt. Hierbei wurden trotz starker Gegenwehr insgesamt elf in britischem Geleit oder abgeblendet längs der britischen Ostküste fahrende Handelsschiffe versenkt oder schwer getroffen. Alle deutschen Flugzeuge, die zu dieser Unternehmung eingesetzt waren, kehrten ohne Verluste zurück. Ein zu Aufklärung gegen Nordschottland eingesetztes Flugzeug wird vermißt.
In der Nacht vom 6. zum 7. März flogen einzelne englische Flugzeuge in die Deutsche Bucht ein. Bis auf ein Flugzeug traten alle übrigen noch vor dem Erreichen der deutschen Küste den Rückflug an.
Bei feindlichen Einflügen nach Nord- und Westdeutschland in der Nacht vom 7. zum 8. März wurde dänisches und luxemburgisches Hoheitsgebiet verletzt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 9. März 1940

 

An der Westfront Artillerie- und Spähtrupptätigkeit.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstätigkeit gegen Großbritannien sowie über Nord- und Ostfrankreich fort. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 10. März 1940

 

Zwischen Mosel und Pfälzer Wald an verschiedenen Stellen lebhaftere Artillerie- und Spähtrupptätigkeit.
Seit Kriegsbeginn sind durch deutsche Seestreitkräfte insgesamt 46 feindliche und nach England fahrende neutrale Tankschiffe mit 331 543 BRT versenkt worden. Auf England entfallen davon 32 Tanker mit 230 125 BRT. Damit wurden 10 v. H. der englischen Tankerflotte vernichtet.
Die Luftwaffe klärte über Ostfrankreich auf. Am Nachmittag kam es an der deutsch-französischen Grenze zu einem Luftkampf zwischen sieben Messerschmitt-Flugzeugen und zehn französischen Jägern vom Muster Morane und Curtiss. Hierbei wurde ein Morane-Flugzeug abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 11. März 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstätigkeit über Ostfrankreich fort. Der Gegner versuchte mehrfach in deutsches Gebiet einzufliegen. Hierbei überflogen am 10. März abends zwei feindliche Flugzeuge sowohl auf dem Hin- wie auf dem Rückflug luxemburgisches Gebiet.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Der finnische Winterkrieg nimmt weiter an Fahrt zu und die Situation Finnlands verschärft sich. Die Stadt Wyborg fällt in russische Hände dieser Tage. Die zugefrorene Wyborg-Bucht ist dabei Schauplatz harter und erbitterte Kämpfe, wobei die finnischen Truppen eisern versuchen auszuhalten. Wyborg gilt als Schlüsselstelle in diesem Krieg und die finnische Regierung ist sich dieser Tatsache bekannt. In aller Eile wird eine Friedensdelegation nach Moskau entsendet und ein finnisches Kommuniqué räumt ein, dass die Russen im Nordwesten der Wyborg-Bucht einen Brückenkopf errichtet haben. Man versucht auch politisch die Stellung zu halten, räumt Niederlagen ein, doch den Sieg der Russen räumen Sie unter keinen Umständen ein. Trotzdem ist die karelische Landenge, nach der Eroberung von Äli (nordöstlich von Wyborg), Vilajoki und Ruhelä, eine unumstößliche Tatsache. Der finnische Marschall Mannerheim hat die militärische Ausweglosigkeit bewusst und fordert seine Regierung dazu auf, Frieden mit der UdSSR zu machen.

 

Die Situation in der Mitte Europas, der Westfront und Höhe der Maginot Linie. Eine hochfliegende Spitfire der englischen RAF fotografiert das gesamte Ruhrgebiet in nur einem Einsatz. Damit kommt nach Abtastung die umfangreiche Aufklärung. Auch die deutschen Truppen gehen nun immer wieder in die Offensive und erobern einen mit Engländern besetzten Vorposten der Maginot-Linie. Zwar wird der Vorposten später von den Alliierten zurückerobert, doch sind dies erste Signale, dass der Sitzkrieg bald ein Ende hat. Die alliierte Propaganda fliegt auch weiter „Angriffe“, werfen Flugblätter in polnischer Sprache über West-Polen ab, sowie auf ihrem Rückflug über Leipzig und das Ruhrgebiet weitere Flugblätter in deutscher Sprache. Dabei wird in England weiter für zivilen Krieg gerüstet und einer Fleisch-Rationierung beginnt. Jeder Person steht je Woche Fleisch im Wert von 9 Pence zur Verfügung. Der Krieg zu See, um die Einschränkung der Versorgung zu bewerkstelligen, führt zu dieser Einschränkung. Aber auch die Engländer lassen nicht locker, und so halten englische Kriegsschiffe dreizehn italienische Kohleschiffe mit in Deutschland gekaufter Kohle an. Ein für Deutschland nachteiliger Kompromiss, eine alternative Transportroute (über Land) für die Belieferung mit deutscher Kohle, wurde gefunden. Der deutsche Außenminister Ribbentrop hat eine Audienz beim italienischen Diktator Mussolini und lädt ihn ein, Hitler zu treffen. Der Zusammenstoß scheint hier die Achse näher zueinander zu bringen.
Auch die U-Boote spielen eine größere werdende Rolle, was die Ereignisse in dieser Zeit zeigen.

 

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Generalfeldmarschall Walter von Reichenau

Generalfeldmarschall Wilhelm List


02.03.1940/Halbjahresbericht

 

Die Berichte des Tages

HALBJAHRESBERICHT DES OBERKOMMANDOS DER WEHRMACHT

 

HALBJAHRESBERICHT DES OBERKOMMANDOS DER WEHRMACHT
VOM 2. MÄRZ 1940:

 

Nach einer Kriegführung von sechs Monaten zu Lande, zur See und in der Luft ist als Militärisches Ergebnis festzustellen:
In einem Feldzug von 18 Tagen wurde die polnische Wehrmacht zerschlagen, die polnischen Divisionen vernichtet und das Gebiet des ehemals polnischen Staates bis zur deutsch-russischen Interessengrenze besetzt. Damit wurde die Absicht der Gegner, Deutschland in einen Zweifrontenkrieg zu zwingen, in kürzester Frist vereitelt.
Im Westen wurde der Westwall planmäßig besetzt und bis zur Küste verlängert. An keiner Stelle hat der Gegner es gewagt, auch nur in den Wirkungsbereich des Westwalles vorzustoßen, geschweige denn ihn anzugreifen. In kühnen Spähtrupp- und Stoßtruppunternehmungen hat das deutsche Heer immer wieder seinen Angriffsgeist bewiesen und den hohen Stand seiner Ausbildung und Ausrüstung gezeigt. Wo der Gegner versuchte, im Vorfeld des Westwalls in deutsches Gebiet einzudringen, warfen ihn Verbände des Heeres in raschem Zufassen in seine Ausgangsstellung zurück.
Die deutsche Kriegsmarine hat nach Vernichtung der polnischen Seemacht bis auf die Einheiten, die vor Beginn des Feldzuges geflüchtet waren oder später in neutralen Häfen interniert wurden, den Seekrieg gegen England und Frankreich mit steigendem Nachdruck und wachsenden Erfolgen geführt.
In der Nordsee lag neben der Sicherung des Seegebietes und dem Schutz des deutschen Handelsverkehrs der Schwerpunkt auf dem Handelskrieg mit Über- und Unterwasserstreitkräften. Gleichzeitig wurden auf die Seegebiete der englischen Ost- und Westküste Minenangriffe unternommen.
Im Atlantik waren zur Kreuzerkriegsführung die Panzerschiffe „Admiral Graf Spee“ und „Deutschland“ eingesetzt. Bei Vorstößen in den Nord-Atlantik, die auch mit schweren Streitkräften durchgeführt wurden, konnte dem Feinde erheblicher Schaden zugefügt werden.
Als Ergebnis der deutschen Seekriegsführung wurden vernichtet:

 

Das Schlachtschiff „Royal Oak“,
der Flugzeugträger „Courageous“,
der Hilfskreuzer „Rawalpindi“,
die acht Zerstörer „Blanche“, „Gypsy“, „Duchess“, „Grenville“, „Exmouth“, „Viscount“, „Daring“ und „Jersey“
Ferner etwa 20 Kriegsfahrzeuge des Vorposten-, Minensuch- und Bootjagddienstes – diese unter Mitwirkung von Luftstreitkräften – sowie mehrerer Unterseeboote.
Schwer beschädigt wurden das Schlachtschiff „Nelson“,
das Schlachtschiff „Barham“,
der Schlachtkreuzer „Repulse“,
der schwere Kreuzer „Exeter“,
ein schwerer Kreuzer der London-Klasse,
der Kreuzer „Belfast“
und eine größere Anzahl von Zerstörern, Vorpostenbooten und Unterseebooten.

Im gleichen Zeitraum wurden 532 Schiffe mit 1 904 913 BRT feindlicher und dem Feind dienstbarer neutraler Handelsschifftonnage vernichtet.
Gemessen an diesen Erfolgen, waren die eigenen Verluste gering. Sie betragen: ein Panzerschiff, zwei Zerstörer, sechs Vorposten- oder Minensuchboote und elf Unterseeboote, im Monatsdurchschnitt also 2 Unterseeboote.

Die deutsche Luftwaffe war an der siegreichen Entscheidung des polnischen Feldzuges in hervorragender Weise beteiligt. Gleichzeitig mit dem Zerschlagen der polnischen Luftwaffe sicherte sie mit anderen Teilen den deutschen Luftraum im Westen. Ihre Überlegenheit hinsichtlich der Einsatzbereitschaft der Besatzungen und der Güte des Materials trat immer wieder in Erscheinung. Die auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen gegen England und Frankreich durchgeführten Erkundungsflüge ergänzten die vorhandenen Unterlagen über die Maßnahmen des Gegners. In der Aufklärung gegen England gelangten die deutschen Flugzeuge trotz feindlicher Gegenwehr immer wieder bis zu den Orkney- und Shetland-Inseln.
Wiederholt wurden Angriffe auf feindliche Seestreitkräfte, bewaffnete Handelsschiffe und Geleitzüge durchgeführt. Es wurden 65 Schiffe mit rund 75 000 BRT versenkt. Es handelt sich hierbei in der Mehrzahl um feindliche oder mit Banngut für England fahrende neutrale Handelsschiffe sowie um einige Schiffe britischer leichter Seestreitkräfte.
Durch Bombentreffer wurden außerdem schwer beschädigt und zum Teil zerstört 52 Schiffe mit rund 200 000 Tonnen. Davon:


40 britische Schiffe leichter Seestreitkräfte,
zwei britische Kreuzer mit 15 300t,
zwei britische Schlachtschiffe mit 63 350t
ein britischer Flugzeugträger mit 22 600t.


Seit Kriegsbeginn sind die deutsche Luftabwehr und die Bodenorganisation in dem geplanten Umfang voll ausgebaut, der Flugmeldedienst eingespielt und erprobt, sowie Luftschutzmaßnahmen und Luftschutzeinrichtungen im ganzen Reich vervollkommnet worden. Wo der Gegner versuchte, mit stärkeren Verbänden in das deutsche Gebiet einzufliegen, wurde er durch Jagd- und Flakabwehr erfolgreich abgewiesen.
Insgesamt wurden bisher 285 britische und französische Flugzeuge abgeschossen. Hinzukommen 50 Flugzeuge eines britischen Flugzeugträgers, so daß die Gesamtverluste der Westmächte seit Kriegsbeginn mindestens 335 Flugzeuge betragen. Ferner wurden neun feindliche Fesselballone abgeschossen.
Demgegenüber verlor die deutsche Luftwaffe in diesen sechs Monaten an der Westfront und über dem britischen Kampfraum insgesamt durch unmittelbare Feindeinwirkung 35 Flugzeuge und auf Feindflug verunglückt (Notlandungen, Abstürze usw.) 43 Flugzeuge.
Im sicheren Schutz der deutschen Wehrmacht konnte die Wehrkraft des 82-Millionen-Volkes voll entwickelt, die Wehrmacht weiter verstärkt und ausgebaut werden. Die bisherigen Kriegserfahrungen sind bei den drei Wehrmachtsteilen für die weitere Führung des Krieges, für die Ausbildung und für die technische Vervollkommnung des Materials ausgewertet worden. Die Leistungen der deutschen Rüstungsindustrie sind durch die feindliche Blockade nicht gemindert, sondern zu einem Höchstmaß gesteigert worden. Stärkste Reserven an ausgebildeten Kämpfern aller Art sowie technischen Personal, an Waffen und Gerät stehen an der Front und in der Heimat zu weiterem Einsatz bereit.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

„Erst wenn dies in Deutschland vollständig begriffen sein wird, daß man den Lebenswillen der deutschen Nation nicht mehr bloß in passiver Abwehr verkümmern läßt, sondern zu einer endgültigen aktiven Auseinandersetzung mit Frankreich zusammenrafft und in einen letzten Entscheidungskampf mit deutscherseits größten Schlußzielen hineinwirft: erst dann wird man imstande sein, das ewige und an sich so unfruchtbare Ringen zwischen uns und Frankreich zum Abschluß zu bringen; allerdings unter der Voraussetzung, daß Deutschland in der Vernichtung Frankreichs wirklich nur ein Mittel sieht, um danach unserem Volke endlich an anderer Stelle die mögliche Ausdehnung geben zu können.“
(Adolf Hitler: Mein Kampf)

Schon in der Geheimrede vor den Generälen der Wehrmacht zeigte den Weg des Deutschen Reiches bzw. der Wehrmacht bereits 1937 vor. Zuerst der Schlag noch Osten, dann der folgende Sitzkrieg an der Westfront, der natürlich nur als Übergangsphase bestehen konnte. So war Anfang März die Zeit gekommen, den Krieg in Europa in die nächste Phase übergehen zu lassen. Hitler gab dafür die Weisung für den "Fall Weserübung" heraus. Die Hintergründe liegen in der Situation des Krieges in Finnland, dort soll nun die Wehrmacht eingreifen zum Zweck "englischen Übergriffen nach Skandinavien und der Ostsee vorzugebeugen, unsere Erzbasis in Schweden zu sichern und für Kriegsmarine und Luftwaffe die Ausgangsstellung gegen England zu erweitern."
Als letzten Akt vor dem unvermeidlichen Feldzug gegen Westen, kann die Veranstaltung am 23.11.1939 Hitlers und den obersten militärischen Führungsschichten gesehen werden. Mit größter Deutlichkeit legte er die Lage dar und überzeugte die Generale von einer Revanche gegen Frankreich bzw. versprach einen Sieg im Westen. Unbestätigten Eindrücken von der Konferenz, die später von Zeitzeugen dargelegt wurden, wollte Hitler zunächst seine operativen Ansichten darlegen und dann in sehr massiver Form die Angriffsfreudigkeit der Wehrmacht zu „fanatischer Entschlossenheit“ heben. Er lobte die Waffengattungen, die fähig waren „die Nordsee von den Briten frei zu fegen“ und schwor vor allem das Heer ein „brutale Entschlüsse zu fassen“ und „jeden zu vernichten, der gegen ihn“ sei.

 

Die größte Angst der Generäle, wie auch die Hitlers war die Maginot-Linie bzw. die Reaktion der Franzosen auf den Einmarsch. Alles hing vom Überraschungseffekt und der Frage, ist das deutsche Militär in der Lage dazu, den Fluch des Ersten Weltkrieges zu brechen.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Generalfeldmarschall Werner von Blomberg

Geschütz "Dicke Bertha"


12.03. - 21.03.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 12. März 1940

 

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe klärte über Ostfrankreich auf. Ein französisches Flugzeug vom Muster Potez 63 wurde durch Flakartillerie abgschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 13. März 1940

 

In der Gegend des Pfälzer Waldes überfiel ein deutscher Spähtrupp auf französischem Boden einen auf dem Marsch befindlichen feindlichen Trupp mit Tragtieren, zersprengte ihn und brachte mehrere Gefangene ein.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärung über Frankreich fort.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 14. März 1940

 

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Südlich Strassburg wurde ein französisches Flugzeug vom Muster Mureaux durch deutsche Flakartillerie abgeschossen.
Kapitänleutnant Schuhart konnte nach Rückkehr seines Unterseebootes von der letzten Fahrt gegen den Feind die Versenkung von 24 000 BRT melden. Damit hat Kapitänleutnant Schuhart, der im September des vergangenen Jahres auch den britischen Flugzeugträger „Courageous“ vernichtet, im Verlauf zweier Feindfahrten insgesamt 66 566 BRT versenkt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 15. März 1940

 

Keine besonderen Ereignisse.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 16. März 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe klärte über Ostfrankreich und der gesamten Nordsee auf. Hierbei wurden britische Vorpostenfahrzeuge angegriffen. Eines derselben wurde versenkt, ein anderes schwer beschädigt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 17. März 1940

 

Südwestlich Zweibrücken wurde am 15. März ein feindlicher Spähtrupp in Zugstärke abgewiesen. Ein eigener Stoßtrupp sprengte am 16. März an der Saarfront einen französischen Beobachtungsstand ohne eigene Verluste.
Die Luftwaffe klärte über der Nordsee und Ostfrankreich auf. Deutsche Jäger schossen einen französischen Fesselballon westlich Breisach brennend ab.
Aufgrund der Aufklärungsergebnisse der letzten Tage unternahmen stärkere deutsche Kampffliegerverbände in den Abendstunden des 16. März einen Vorstoß nach Nordwesten und griffen in Scapa Flow liegende Teile der britischen Flotte an.
Hierbei wurden drei Schlachtschiffe und ein Kreuzer durch Bomber getroffen und schwer beschädigt. Die Beschädigung von zwei weiteren Kriegsschiffen ist wahrscheinlich.
Außerdem wurden die Flugplätze Stromness, Earth-House und Kirkwall, sowie eine Flakstellung angegriffen und mit Bomben belegt.
Trotz starker Jagd- und Flakabwehr des Feindes führten die deutschen Kampfflugzeuge ihre Aufträge erfolgreich durch und kehrten ohne Verluste zurück.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 18. März 1940

 

Hart ostwärts der Mosel und im Grenzgebiet südlich Zweibrücken wurden feindliche Spähtrupps unter Verlusten für den Gegner abgewiesen und dabei mehrere Gefangene gemacht.
Die beiderseitige Artillerietätigkeit war etwas lebhafter als an den Vortagen.
Die Luftwaffe setzte die Aufklärung gegen Frankreich und Großbritannien fort. An der schottischen Ostküste wurden feindliche bewaffnete Handelsschiffe und Vorpostenboote angegriffen. Ein Vorpostenboot wurde versenkt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 19. März 1940

 

Zwischen Mosel und Pfälzer Wald Spähtrupptätigkeit und Artilleriefeuer. Zwei feindliche Stoßtrupps wurden abgewiesen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 20. März 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Am 19. März gegen 20 Uhr, griffen britische Flugzeuge die Insel Sylt an. Die Angriffe wurden von einigen Flugzeugen bis 2.40 Uhr fortgesetzt. Ein Haus wurde getroffen, sonst dank der deutschen Abwehr kein Schaden angerichtet. Die meisten Bomben fielen ins Wasser. Ein britisches Kampfflugzeug wurde durch deutsche Flak abgeschossen.
Im Zusammenhang mit dem Angriff wurde von den britischen Flugzeugen dänisches und niederländisches Hoheitsgebiet überflogen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 21. März 1940

 

An der Westfront zwischen Mosel und Pfälzer Wald örtliche Artillerie- und Spähtrupptätigkeit.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 20. März gegen Abend einen durch Kreuzer, Zerstörer und Flugzeuge stark gesicherten Geleitzug in der Höhe von Scapa Flow sowie ein bewaffnetes Handelsschiff im englischen Kanal erfolgreich an. Der Geleitzug wurde zersprengt. Neun Kriegs- und Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von etwa 42 000 Tonnen sind versenkt worden. Zwei weitere Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von etwa 11 000 BRT wurden schwer getroffen, eines der feindlichen Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.
Am Vormittag des 20. März wurden einzelne britische Aufklärungsflugzeuge in der Nähe der ost- und nordfriesischen Inseln gesichtet und von der deutschen Abwehr abgewiesen.
Die Verluste der britischen Fliegertruppe bei ihrem Angriffsversuchen gegen die Insel Sylt in der Nacht vom 19. zum 20. März haben sich nach den abschließenden Feststellungen auf drei Flugzeuge erhöht.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

Der Friede von Moskau beendet den 104-tägigen Russisch-Finnischen Winterkrieg. Finnland verliert die Karelische Landenge einschließlich der Stadt Wyborg und dem Industriegebiet am Vuoksi-Fluss, die Marinebasis von Hangö sowie Grenzgebiete nordwestlich vom Ladoga-See, in der 'Taille' und an der Arktis-Küste. Der Waffenstillstand trat an allen Fronten um 11 Uhr in Kraft. Feldmarschall Mannerheim letzter Tagesbefehl für die finnische Armee lautet: 'Ein schwer erträglicher Friede wurde geschlossen, welcher Russland nahezu alle Schlachtfelder überlässt, welche wir mit unserem Blute getränkt haben. Die Taten, welche ihr vollbracht habt, werden für hunderte von Jahren in unseren Geschichtsbüchern hervorstechen.'

 

Die englische Home Fleet bereitet sich der Tage mit Zusammenlegungen auf einen sich zuspitzenden Konflikt vor. U-Boot-Abwehrmaßnahmen und Luftaufklärung wurden verstärkt. Wenn man sich die steigenden Verluste: drei englische, ein französisches, vier neutrale und drei deutsche Schiffe, ansieht wird das Ausmaß der Bedrohung bewusst. Auf die Verlegung nach Scapa Flow reagierten die Deutschen mit einem Luftangriff durch 32 Bomber (2 verloren). Die britische RAF reagiert mit einem Angriff durch 50 Bomber (1 verloren) auf die Wasserflugzeug-Basis auf Sylt in Nordwest-Deutschland.
In derselben Woche trifft Mussolini mit Hitler am Brenner-Pass an der österreichisch-italienischen Grenze zusammen. Mussolini erklärt seine Bereitschaft zum Kriegseintritt gegen England und Frankreich 'in der entscheidenden Stunde'. Dr. Todt wird zum Rüstungsminister ernannt.

 

DMP empfiehlt zu diesem Thema

Großadmiral Erich Raeder

Generalfeldmarschall Erhard Milch


22.03. - 31.03.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 12. März 1940

 

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe klärte über Ostfrankreich auf. Ein französisches Flugzeug vom Muster Potez 63 wurde durch Flakartillerie abgschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 22. März 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die Luftwaffe klärte trotz ungünstiger Wetterlage bis in die nördliche Nordsee auf.
Die Unternehmungen unserer Seestreitkräfte im Handelskrieg waren weiterhin erfolgreich. Im Verlauf allein von drei Tagen wurden 32 694 BRT feindlichen und dem Feinde nutzbaren Handelsschiffraumes versenkt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 23. März 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Die deutsche Luftwaffe führte am 22. März trotz heftiger feindlicher Jagd- und Flakabwehr zahlreiche Aufklärungsflüge über Frankreich durch. An der Westfront flogen einige feindliche Aufklärungsflugzeuge in das deutsche Grenzgebiet ein. Ein englisches Flugzeug wurde in der Gegend von Cleve durch ein Messerschmitt-Flugzeug in großer Höhe gestellt und zum Absturz gebracht.
Am 22. März und in der Nacht vom 22. zum 23. März wurde die Verletzung neutralen Hoheitsgebieten durch feindliche Flugzeuge mehrfacht festgestellt, und zwar die Verletzung niederländischen Hoheitsgebietes um 12.22 Uhr, 22.31 Uhr und 23.14 Uhr, belgischen Hoheitsgebietes um 0.47 Uhr und luxemburgischen Hoheitsgebietes um 1.11 Uhr.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 24. März 1940

 

An der Westfront örtliche Artillerie- und Spähtrupptätigkeit.
Die Luftwaffe führte trotz der ungünstigen Wetterlage Aufklärungsflüge über Ostfrankreich durch.
In der Nacht vom 23. zum 24. März flogen zahlreiche feindliche Flugzeuge nach Nordwestdeutschland und in den Abschnitt Mosel-Rhein ein. Ein Vickers-Wellington-Langstreckenflugzeug wurde durch unsere Flakartillerie abgeschossen.
Beim Rückflug verletzte der Gegner in acht Fällen niederländisches Hoheitsgebiet zwischen 23.45 und 2.45 Uhr.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Montag, 25. März 1940

 

Im Westen verlief der Tag ruhig.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungstätigkeit über Frankreich fort.
Bei der Grenzüberwachung im Westen wurde im Luftkampf in Gegend Zweibrücken ein französischer Aufklärer von deutschen Jägern abgeschossen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 26. März 1940

 

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
In Gegend Saarbrücken fand zwischen Messerschmitt-Jägern und französischen Morane-Jagdflugzeugen ein Luftkampf statt, in dessen Verlauf ein feindliches Flugzeug abgeschossen wurde.
In der Nacht vom 24. zum 25. März unternahm die deutsche Luftwaffe einige erfolgreiche Erkundungsflüge nach Nord- und Ostfrankreich, ohne auf Gegenwehr zu stoßen. Feindliche Flugzeuge flogen um die gleiche Zeit nach Nord- und Südwestdeutschland ein, wobei sie teils auf dem Hin-, teils auf dem Rückflug mehrfach niederländisches, belgisches, luxemburgisches und schweizerisches Hoheitsgebiet verletzten.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 27. März 1940

 

Im Westen gelang es bei einem Stoßtruppunternehmen im Grenzgebiet südlich Pirmasens mehrere Gefangene zu machen. Der Feind erlitt außerdem Verluste an Toten und Verwundeten.
Nördlich Weissenburg wurde ein feindlicher Stoßtrupp unter Verlusten abgewiesen.
Trotz starker feindlicher Jagd- und Flakabwehr erzielten die zur Aufklärung über Frankreich eingesetzten deutschen Flugzeuge wichtige Erkundungsergebnisse.
In der Nacht vom 25. zum 26. März flogen mehrere feindliche Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland ein. Hierbei wurde erneut in mehreren Fällen dänisches, niederländisches, belgisches und luxemburgisches Hoheitsgebiet bei Ein- und Ausflügen verletzt.
Im Laufe des 26. März versuchten feindliche Flugzeuge mehrfach die deutsch-französische Grenze zu überfliegen. Deutsche Jagdflugzeuge vertrieben den Gegner und schossen ohne eigene Verluste ein britisches Hurricane- und ein französisches Morane-Flugzeug ab.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 28. März 1940

 

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.
Bei erfolgreichen Angriffen einzelner britischer Flugzeuge auf Vorpostenboote in der Deutschen Bucht wurde durch deutsche Jagdflugzeuge ein britisches Bristol-Blenheim-Flugzeug abgeschossen.
Von den feindlichen Flugzeugen, die in der Nacht zum 28. März abermals unter Verletzung dänischen, holländischen, belgischen und luxemburgischen Hoheitsgebietes über die deutsche Grenze ein- uns ausflogen, wurde ein britisches Flugzeug durch unsere Flak brennend abgeschossen. Ein Teil der Besatzung wurde gefangengenommen.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 29. März 1940

 

Im Westen keine besonderen Ereignisse.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen in den Abendstunden des 28. März unter schwierigen Wetterbedingungen einen britischen Geleitzug im Seegebiet der Shetlands erfolgreich an.
Der Geleitzug wurde zersprengt. Sechs große Handelsschiffe erhielten Treffer, ein Schiff geriet in Brand und ein Bewachungsfahrzeug wurde versenkt. Alle eingesetzten Kampfflugzeuge kehrten unversehrt zurück.
Tagsüber wurde im verstärkten Maße über der Nordsee, Großbritannien und Frankreich aufgeklärt. Die Flüge erstreckten sich bis nach den Orkney- und Shetland-Inseln. Sie erbrachten trotz heftiger Gegenwehr wertvolle Erkundungsergebnisse. Zwei Aufklärungsflugzeuge sind vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonnabend, 30. März 1940

 

Im Westen wurden mehrere Vorstöße feindlicher Spähtrupps abgewiesen.
Die Luftwaffe setzte ihre Aufklärungsflüge trotz ungünstiger Witterung bis in die Abendstunden über der Nordsee, gegen die britische Ostküste und über Frankreich fort.
Hierbei wurde ein feindlicher Geleitzug nördlich Flamborough Head angegriffen. Ein den Geleitzug sichernder Kreuzer wurde durch Bombentreffer beschädigt, ein Handelsschiff versenkt und ein anderes getroffen. Ein deutsches Flugzeug kehrte von diesem Unternehmen nicht zurück.
An der Westfront kam es zu Luftkämpfen zwischen deutschen und französischen Jagdflugzeugen. Drei feindliche Jäger vom Muster Morane erhielten schwere Treffer und mußten unmittelbar hinter der feindlichen Linie notlanden. Ein deutsches Jagdflugzeug wurde abgeschossen.
Eines der am Vortage als vermißt gemeldeten Aufklärungsflugzeuge ist von einem deutschen Unterseeboot in der Nordsee treibend gesichtet worden. Die Besatzung wurde an Bord genommen, das Flugzeug versenkt.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Sonntag, 31. März 1940

 

An der Westfront zwischen Mosel und Rhein kam es am 29. und 30. März mehrfach zu Zusammenstößen eigener und feindlicher Spähtrupps im Vorfeld. Nördlich Saargemünd gelang es einem Stoßtrupp mehrere Gefangene einzubringen.
Sonst keine besonderen Ereignisse.

 

Der Wehrmachtsbericht ist NICHT die aktuelle und reale Situation der Kriegslage durch die Admirale und Generale der Wehrmacht, sondern NUR eine Zusammenstellung von konkreter bzw. teilweise übertrieben Erfolgsmeldungen und verkürzten bzw. verstellten Meldungen über Verluste. Man versuchte vor allem in den letzten Kriegsjahren und vor allem Monaten, die Glaubwürdigkeit und Neutrale Beschreibung durch Weglassen wichtiger Ereignisse aufrechtzuerhalten, was zu Anfang des Krieges nicht nötig gewesen war. Ein Lüge kann man diesen Berichten nie unterstellen, nur das man oft nur das Schöne berichtet hat.

Solche Berichte gab es schon früher, dich wurde der Propagandistische Wert erst im Zweiten Weltkrieg entdeckt, ausgebaut und in den heutigen Umständen zur eigentlichen Blüte gebracht. Informationen sind seit dem 19. Jahrhundert zunehmend ein Mittel des Krieges geworden, gegen den Feind benutzt oder/und auf das eigene Volk angewendet

Der Tag

An der Westfront bleibt es ruhig, wobei die Patrouillen beider Seiten sich aus dem Weg gehen. England beteiligt sich dieser Tage auch an dieser Front, mit der 51. (Highland) Division an der Saar. England bereitet sich vor und ist sich dennoch sicher, dass eine Fortsetzung des Krieges unwahrscheinlich ist. So werden die im September 1939 aus den englischen Städten evakuierten Menschen wieder in ihre Häuser zurückgelassen. Nur noch 300.000 Schulkinder, von der ursprünglich über einer Million, befinden sich noch außerhalb auf dem Lande. Die RAF-Bomber leisten durch den Abwurf von Flugblättern ihren Teil zum Krieg.

 

Gleichzeitig tagt der Obersten Alliierte Kriegsrat in London und zusammen unterzeichnet man eine feierliche Erklärung, dass weder England noch Frankreich einen Waffenstillstand oder Frieden abschließen ohne gegenseitiges Einvernehmen. Eine ähnliche Vereinbarung wurde schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges geschlossen.

 

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Großadmiral Erich Raeder

Generalfeldmarschall Erhard Milch


Quellen

Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939-1945, 5 Bände, GLB Parkland Vlgsges.Mbh, Juni 2004. (ISBN-10: 389340063X)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... -Maerz.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Polenfeldzug (Letzter Aufruf 23.03.2011)
http://www.zweiter-wk.de/Download/kv091939.html (Letzter Aufruf 23.03.2011)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... -Maerz.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)


http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsbericht (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalstab (Letzter Aufruf 23.06.2011)
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Chronik ... -Maerz.htm (Letzter Aufruf 23.06.2011)

Autor: Schwarzenberg



Das Thema

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt

 

Die Berichte der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

(01. - 31. Oktober 1940)

 

Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Wehrmacht ging durch das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 aus der damaligen Reichswehr hervor und wurde im August 1946 offiziell aufgelöst. Die Berichte der Wehrmacht sind in die sogenannte „Wehrmachtpropaganda“ einzuordnen, wurden vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 jeweils in den Mittagsnachrichten ausgestrahlt und beinhalteten neben dem Bericht über militärische Situation, auch Namensnennung und Auszeichnung des Oberbefehlshaber.

 

„Ich habe den Wehrmachtbericht immer als wohl das wertvollste Propagandainstrument der Wehrmachtpropaganda betrachtet, allerdings unter der einen unabänderlichen Voraussetzung, daß er nur die Wahrheit bringen durfte und sich niemals der Lüge bediente. […] In dieser Auffassung war ich auch einig mit dem Chef des Wehrmachtführungsstabes, einem Fanatiker der Wahrheit.“

(Die Wehrmachtberichte. Band I, Köln 1989, ISBN 3-423-05944-3)

 


01.10. - 10.10.1940

 

Die Berichte des Tages

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Dienstag, 1. Oktober 1940

 

Bei Tag und Nacht griff die Luftwaffe in geschlossenen Verbänden und in zahlreichen Einzelflügen kriegswichtige Ziele in England an.
Der Schwerpunkt ihrer Kampftätigkeit lag in London sowie im Seegebiet der britischen Insel. Trotz vielfach geschlossener Wolkendecke und Dunst konnte die Wirkung der Bombenwürfe meist einwandfrei beobachtet werden.
Besonders bei Tage hatte der Einsatz gegen London trotz der starken Abwehr großen Erfolg. In den Hafengebieten von London und Liverpool entstanden zahlreiche neue Großfeuer.
In Südengland wurden ein Flugzeugwerk, an der britischen Südostküste ein Flugplatz und ein Hafen erfolgreich mit Bomben belegt. Fernkampfbatterien des Heeres nahmen gestern feindliche Schiffe im Hafen von Dover mit beobachtetem Erfolg unter Feuer.
Ein deutsches Kampfflugzeug versenkte im Seegebiet nordwestlich Irland, etwa 100 km vor Glasgow, ein feindliches Handelsschiff von 10.000 BRT durch Volltreffer schweren Kalibers.
Vor der Ostküste Schottlands gelang es, in der Höhe von Aberdeen einen Geleitzug zu zersprengen.
Zwei Schiffe mit einem Gesamtrauminhalt von weiteren 10.000 BRT wurden dabei durch Treffer Mittelschiffs in Brand geworfen und blieben mit starker Rauchentwicklung liegen.
Ein Unterseeboot unter der Führung von Oberleutnant zur See Jenisch versenkte sechs bewaffnete Handelsschiffe mit 34.760 BRT.
Ein weiteres Unterseeboot hat zwei bewaffnete feindliche Handelsschiffe
mit zusammen 15.000 BRT versenkt und zwei weitere schwer beschädigt.

Britische Flugzeuge stießen beim Versuch, nach Nord- und Westdeutschland einzufliegen, überall auf starke Abwehr durch Nachtjäger und Flakartillerie.
Dadurch wurden ihre planmäßigen Angriffe und gezielte Bombenwürfe vereitelt und zahlreiche Flugzeuge zum Absturz gebracht.
Infolge dieser guten Abwehrwirkung gelang es nur wenigen feindlichen Fliegern, das Gebiet von Berlin in großer Höhe zu erreichen und nur vereinzelt Bomben abzuwerfen.
Der angerichtete Sachschaden ist dementsprechend in der Reichshauptstadt wie im sonstigen Reichsgebiet gering. Dagegen sind auch gestern wieder Tote und Verletzte unter der Bevölkerung zu beklagen.
Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 68 Flugzeuge, von denen vier durch Nachtjäger und sechs durch Batterien des II. Flakkorps abgeschossen wurden. Von eigenen Verbänden kehrten 31 Flugzeuge nicht zurück.

Als Nachtjäger zeichnete sich Oberleutnant Streit ganz besonders aus. Er brachte allein drei feindliche Flugzeuge zum Absturz.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Mittwoch, 2. Oktober 1940

 

Die Luftwaffe griff am 1. und in der Nacht zum 2. Oktober wieder zahlreiche kriegswichtige Ziele in London sowie in Süd- und Mittelengland an.
Umfangreiche Brände und Explosionen konnten beobachtet werden.
Teile einer Kampfgruppe unter Führung des Gruppenkommandeurs Major v. Hahn bombardierten in kühnem Tiefangriff trotz starker Flak-Abwehr den Flughafen Pembroke-Carew, erzielten Treffer schweren Kalibers in den Hallen, beschädigten eine Anzahl feindlicher Kampfflugzeuge durch Bomben und MG-Feuer am Boden und kehrten ohne Verluste in ihren Heimathafen zurück.
Andere Kampffliegerverbände griffen die Hafenanlagen von Liverpool sowie die Hafen- und Industrieanlagen von Manchester an und erreichten starke Brand- und Explosionsschäden.
Ferner gelang es durch überraschenden Angriff einzelner Kampfmaschinen, ein Rüstungswerk nördlich London und einen in der Nähe befindlichen Nachtflughafen mit Volltreffern schweren Kalibers zu belegen.

Britische Flugzeuge wurden bei Tage weder über Reichsgebiet noch über den von Deutschland besetzten Gebieten beobachtet.
Bei Nacht griff der Gegner mit mehreren Flugzeugen eine Reihe von westdeutschen Städten an, wo an zahlreichen Wohnhäusern starke Brandschäden verursacht wurden.
Einige britische Bombenflugzeuge flogen über Norddeutschland auch die Reichshauptstadt an, wurden hier aber durch das gut liegende Planfeuer der Flakartillerie aus ihrer Angriffsrichtung abgedrängt.
Ostwärts Berlin warfen die britischen Flugzeuge mehrere Brand- und Sprengbomben auf eine Ziegelei. Weitere Gebäude- und Personenschäden wurden hier nicht angerichtet.
Die Verluste des Gegners am 1. und in der Nacht zum 2. Oktober belaufen sich auf 17 Flugzeuge, von denen 15 im Luftkampf, eines von einem Nachtjäger und eines durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermisst.

Dem Feinde sind in letzter Zeit durch die besonders entwickelten Abwehrverfahren der Nachtjäger und Flakartillerie schwere Verluste zugefügt worden.
Er wurde fast überall an der planmäßigen Durchführung seiner Angriffsabsichten gehindert.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Donnerstag, 3. Oktober 1940

 

Angriffe der Luftwaffe richteten sich gestern wieder gegen London und zahlreiche kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittelengland.
In London fügten Bombenwürfe bei Tage Bahnanlagen im Zentrum der Stadt sowie Docks und Hafenanlagen im Themsebogen großen Schaden zu.
In mehreren Flughäfen Süd- und Mittelenglands gelang es, durch Volltreffer Hallen und Unterkünfte zu zerstören und eine Reihe von Flugzeugen zu vernichten.
In einigen südenglischen Häfen, z. B. Swansea, Newquay und Weymouth riefen Treffer schweren Kalibers in Fabrikanlagen, Speichern und Öllagern starke Brandwirkungen hervor.
Vor der Südwestspitze Irlands griff ein Kampfflugzeug ein britisches Frachtschiff an, das mit Volltreffer in der Maschinenanlage und brennender Decksladung liegen blieb.

Ein Unterseeboot unter Führung des Oberleutnants zur See Jenisch hat auf einer Unternehmung insgesamt acht bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 42.644 BRT versenkt.
Damit hat Oberleutnant zur See Jenisch allein auf zwei Feindfahrten 82.644 BRT feindlichen Handelsschiffsraums vernichtet.
Ein anderes Unterseeboot versenkte das 14.172 BRT große bewaffnete britische Handelsschiff „Highland Patriot".

Einige feindliche Flugzeuge flogen in das nördliche und westliche Grenzgebiet des Reiches sowie in die besetzten Gebiete ein und warfen Bomben, ohne militärischen oder wehrwirtschaftlichen Schaden anzurichten. An einer Stelle wurde eine stillgelegte Fabrikanlage getroffen.

Einige auf Berlin anfliegende Flugzeuge wurden durch das Feuer der Flakartillerie von ihrer ursprünglichen Angriffsrichtung abgedrängt.
Nördlich der Reichshauptstadt schoss die Flakartillerie ein britisches Bombenflugzeug ab, das brennend abstürzte.
Die gestrigen Gesamtverluste des Gegners betragen sechs Flugzeuge. Sieben eigene Flugzeuge werden vermisst.

Eine Gruppe eines Kampfgeschwaders unter der Führung von Major Petersen, die sich schon im Norwegenfeldzug besonders auszeichnete, hat in den letzten sechs Wochen auf langen, bei jeder Witterung durchgeführten Feindflügen, die oft bis weit in den Atlantik hineinführten, rund 90.000 BRT feindlichen Handelsschiffsraums versenkt und über 40.000 BRT schwer beschädigt, oft im Tiefangriff auf stark gesicherte Geleitzüge.

 

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Freitag, 4. Oktober 1940

 

Die Vergeltungsangriffe auf London und die Angriffe auf wehrwichtige Ziele in Süd- und Mittelengland wurden trotz schwieriger Wetterlage erfolgreich fortgesetzt.
In einem Gaswerk im Nordwesten von London folgte der Bombenexplosion eine hohe Stichflamme.
Kampfflugzeuge griffen mit besonderem Schneid zwei Rüstun