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Das Thema

Wieger STG 940 (PG/LMG)

 

 

 

Bei dem Wieger STG 940 handelt es sich um die Grundausführung des Waffensystems. Diese Sturmgewehre wurden auf Basis der AK-47 entwickelt.

Entwicklung

Entwicklung und Entstehung



Das Konstruktionssystem der 74er Baureihe wurde übernommen, und technisch modifiziert. Die STG-940-Serie wurde für das NATO-Kaliber 5,56 x 45 ausgelegt. Geprägt wird die Formgebung des Sturmgewehrs durch die DDR-typische Schulterstütze, und einen neu entwickelten Handschutz, sowie eines neuen Mündungsfeuerdämpfers. Selbst in der Maschinengewehr-Version ist die Waffe ohne Magazin ein Leichtgewicht und das bedingt viele Vorteile bei der Handhabung. Die aus der Wieger abgefeuerten Stahlkerngeschosse können noch auf 500 Meter Stahlhelme und Panzerwesten durchschlagen.
Der Bau und Entwicklung kostete 10,849 Millionen DDR-Mark. Den Betrag musste Stasi-Oberst Alexander Schalck-Golodkowski Waffenfirma Imes Import-Export GmbH aufbringen, aber es kamen weitere 2 Millionen Mark aus dem Fonds Wissenschaft und Technik.
Die geplante Jahresproduktion sollte bei 30.000 Stück liegen (ab 1991) - durchschnittliche Jahresgewinn wurde auf 4,8 Millionen Mark taxiert. Ein potentieller Exportschlager der chronisch devisenschwachen DDR.

Die STG-940-Serie umfasst fünf bekannte Modelle. Das STG-941 als Standardsturmgewehr mit Plastikkolben, der STG-942 Karabiner mit Metallschulterstütze, das STG-943 als Kompaktvariante mit verkürztem Lauf und Metallschulterstütze, das LMG-944 als leichtes Gruppenmaschinengewehr und das Präzisionsgewehr PG-945 mit Zweibein, verlängertem Lauf und Zielfernrohr.

 

Technik

Technik

 

 

 

Wieger STG 941 (Standard)

 


 
Technische Daten
Länge:
920 mm
Lauflänge:
415 mm
Kaliber:
5,56x45, Stangenmagazin
Kapazität:
30 Schuss
Dauerfeuer-, Einzelfeuer-, 3-Schuss-Feuerstoß-Modus
starrer Kunststoffkolben mit individuell anpassbarer Schaftkappe, anthrazitfarben Pistolengriff mit Fingerauflage.
Das Reinigungsgerät befindet sich im Griff, ein dreiteiliger Putzstock ist zerlegt im Vorderschaft untergebracht
Maximale Schussweite:
ca. 600 m
Kadenz:
ca. 600 Schuss/min
Verschluss:
Drehkopfverschluß
Ladeprinzip:
Gasdrucklader

 

 

 

Wieger STG 942 (Karabiner)

 


 
Technische Daten
Länge:
915 mm
Lauflänge:
415 mm
Kaliber:
5,56x45, Stangenmagazin
Kapazität:
30 Schuss
Dauerfeuer-, Einzelfeuer-, 3-Schuss-Feuerstoß-Modus
Seitlich abklappbare Metallschulterstütze, Pistolengriff mit Fingerauflage,
Das Reinigungsgerät befindet sich im Griff, ein dreiteiliger Putzstock ist zerlegt im Vorderschaft untergebracht.
Maximale Schussweite:
ca. 600 m
Kadenz:
ca. 600 Schuss/min
Verschluss:
Drehkopfverschluß
Ladeprinzip:
Gasdrucklader

 

Positiv hervorgehoben wurden im Testbericht die Resistenz gegen Schmutz beim üblichen taktischen Gebrauch in der Truppe, die hohe Treffsicherheit, sowie die Handhabung der Modelle.

 

 

 

Wieger STG 943 (Kurzversion)

 

 
Technische Daten
Länge:
600 (mit abgeklappter Schulterstütze)
850 (aufgeklappter Schulterstütze)
Gekürzter Lauf:
317 mm
Kaliber:
5,56x45, Stangenmagazin
Kapazität:
30 Schuss
Dauerfeuer-, Einzelfeuer-, 3-Schuss-Feuerstoß-Modus
Seitlich abklappbare Metallschulterstütze, Pistolengriff mit Fingerauflage,
Das Reinigungsgerät befindet sich im Griff, ein dreiteiliger Putzstock ist zerlegt im Vorderschaft untergebracht.
Maximale Schussweite:
ca. 600 m
Kadenz:
ca. 600 Schuss/min
Verschluss:
Drehkopfverschluß
Ladeprinzip:
Gasdrucklader

Weitere Ausführungen

Weitere Ausführungen

 

 

 

Wieger LMG-944 (Leichtes Maschinengewehr)

 


 
Technische Daten
Länge:
915 mm
Lauflänge:
415 mm
Kaliber:
5,56x45, Stangenmagazin
Kapazität:
30 Schuss
abklappbares Zweibein vor der Kornhalterung,
im abgeklappten Zustand im unteren Handschutz verborgen
Maximale Schussweite:
ca. 600 m
Kadenz:
ca. 600 Schuss/min
Verschluss:
Drehkopfverschluß
Ladeprinzip:
Gasdrucklader

 

 

 

Wieger PG-945 (Präzisionsgewehr)

 


 
Technische Daten
Länge:
950 mm
Gekürzter Lauf:
500 mm
Kaliber:
5,56x45, Stangenmagazin
Kapazität:
30 Schuss
Maximale Schussweite:
ca. 600 m
Kadenz:
ca. 600 Schuss/min
Verschluss:
Drehkopfverschluß
Ladeprinzip:
Gasdrucklader

Weitere Entwicklungen

Weitere Entwicklung

 

Die Entwicklung und Vorbereitung der Serienproduktion geschah ca. 1985 auf Initiative des Bereiches Kommerzielle Koordinierung (KoKo) des Ministeriums für Außenhandel (MAH) der DDR. Träger des Entwicklungsprojektes war die der KoKo-Hauptabteilung II zugeordneten Firma IMES GmbH, die hauptsächlich für den Handel mit Waffen und militärischem Gerät zuständig war. Des Weiteren war die "Abteilung Bewaffnung und Chemische Dienste" (BCD) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) beteiligt.
Die Produktion der Sturmgewehre erfolgte im VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa (GWB). Die VEB Wiesa war alleiniger Schützenwaffenhersteller der DDR und für die Endmontage der Waffen verantwortlich (pro Jahr wurden ca. 100.000 Stück hergestellt).

Die Auslegung der Waffen für das NATO-Kaliber ist ein zentraler Hinweis darauf, dass man Devisengewinne im nichtsozialistischen Ausland erwirtschaften wollte. Da bereits seit den siebziger Jahren die Handfeuerwaffen des GWB Wiesa, vor allem in den Warschauer Pakt Staaten, und in verschiedenen Ländern der dritten Welt gewinnbringend exportiert wurden, sahen viele Verantwortliche der DDR Wirtschaft vor allem in der Steigerung der Rüstungsexporte in die Staaten außerhalb des Warschauer Paktes, eine Gelegenheit zur Verbesserung der sich stetig verschlechternden Außenhandelsbilanz.

 

 



Des weiteren liegt die Vermutung nahe, das besonders durch die Verschmelzung der weit verbreiteten NATO-Patrone mit dem bewährten AK-47 System zu einem attraktiven Verkaufspreis, die Wahrscheinlichkeit eines realen Kaufinteresses im Ausland günstig beurteilen ließen. Eine großangelegte Umschulung auf die neue Waffe würde ebenfalls für die meisten Staaten entfallen, da AK -47 Systeme weit verbreitet und einfach zu handhaben sind.
So existierten 1989 zwei Großaufträge über die Lieferung der Sturmgewehre: Peru hatte Sie zur Ausrüstung seiner Polizeikräfte geordert und Indien hatte eine Bestellung über 10 Millionen Exemplare vormerken lassen. Aufgrund des Mauerfalls und des Zusammenbruchs der DDR kam die Erfüllung der Verträge jedoch nicht mehr zustande. Die Bundesrepublik als Rechtsnachfolger der DDR stornierte die bestehenden Bestellungen und zahlte an diese Länder entsprechende Konventionalstrafen.
Ausführliche Tests der Waffen der Wieger-Serie wurden im September 1988 durch eine NVA-Erprobungsgruppe auf dem Gelände der Raketentechnischen Basis 2 in Brandenburg durchgeführt. Dabei wurde den Waffen eine zuverlässige Funktion, gute Treffsicherheit und im wesentlichem keine Unterschiede zum vergleichbaren AK-74 Systems bescheinigt.

Der Fall der Mauer stoppte den Siegeszug der DDR-Wunderwaffe: Im August 1990 wurde die Produktion eingestellt. Tausende Gewehre verschwanden im Untergrund. Es wurden ca. 10.000 Waffen der Modelle STG 941 und 942 hergestellt. Allerdings weisen einige Quellen auf eine geplante Ausgabe des STG 941/942 an Volkspolizei-Bereitschaften und anderen Truppenteilen der "Kasernierten Einheiten des MdI" für das Jahr 1990 hin.

 

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Wieger (Letzter Zugriff 18.11.2009)
http://www.nva-forum.de/nva-board/index ... 1941&st=45 (Letzter Zugriff 18.11.2009)
http://www.securityarms.com/20010315/ga ... 0/1851.htm (Letzter Zugriff 18.11.2009)
http://www.panzerfreund.de/forum/thread ... eadid=6160 (Letzter Zugriff 18.11.2009)
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokumen ... op=SPIEGEL (Letzter Zugriff 18.11.2009)



Autor: Carsten / Freiherr von Woye