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Vorwort

 

 

 

Vorwort





Die Parchim-Klasse ist eine typische Korvette die zur U-Boot Abwehr eingesetzt wurde und noch heute verwendet wird. Sie wurde ab 1981 von der Volksmarine der DDR und der Baltischen Flotte der Sowjetmarine genutzt und hergestellt. Die Schiffe der Parchim-Klasse wurden nach der Wende um 1993 an Indonesien verkauft. Die Klasse wurde in den 1970er-Jahren auf der Peene-Werft Wolgast als Projekt 133.1 geplant und bis 1989 dort auch gebaut.

Geschichte

Geschichte



1973 schlug die UdSSR vor, gemeinsam mit der DDR ein kleines UAW-SCHIFF zu entwickeln und zu bauen. Der Ministerrat der DDR lehnte ab, da die Forderungen an den zu leistenden Anteil für die DDR nicht realisierbar waren. Nach endgültigem Abschluss eines Regierungsabkommens über die Leistung von sowjetischen Ausrüstungen, wie die UAW-Bewaffnung mit zielsuchenden UAW-Torpedos, der notwendigen Feuerleitanlagen, die Artillerieausrüstungen und Antriebsanlagen, begann 1976 die reine DDR-Entwicklung des Projekts 133.1. Gebaut wurde ab Oktober 1978. Nach einer umfangreichen taktischen und technischen Erprobung vom Juli bis Dezember 1980 wurde am 06. April 1981 die erste U-Jagd-Korvette mit der Baunummer 133.102 und mit der Bordnummer 242 in Dienst gestellt. Sie erhielt den Namen Parchim. Da dieses Schiff vor der Baunummer 133.101 (Wismar) in den Truppendienst übernommen wurde, setzte sich die Bezeichnung Parchim-Klasse durch. Alle auf der Peene Werft in Wolgast gebauten 16 Einheiten erhielten Namen von Kreisstädten der DDR. Im Einsatz erwiesen sich die aus der Sowjetunion gelieferten Dieselmotoren M 504-A als nicht sehr zuverlässig. Noch vor Beendigung des Bau der 16 Schiffe mussten 21 Hauptmaschinen wegen technischer Mängel oder Schäden ausgewechselt werden. Lief ein getauchtes U-Boot in die Ostsee ein (vorrangig im Seegebiet Mecklenburger Bucht- Kadetrinne), wurde es zur Überwachung in der Operationszone der Volksmarine begleitet. Dies erforderte, dass die UAW-Schiffe für längere Zeit bei geringer Fahrstufe den Kontakt zu dem U-Boot halten mussten. Dabei kam es zu regelmäßigen Störungen in der Antriebsanlagen sie waren für geringe Drehzahlen auf längere Zeit nicht ausgelegt. Hier half nur, die Motoren immer wieder in höherer Fahrstufe frei zu brennen. Um die taktische Aufgabe trotzdem erfüllen zu können, wurden zwei Korvetten eingesetzt eine begleitete das U-Boot, die andere brannte die Motoren frei. Dessen ungeachtet bewährten sich die Schiffe bei jeder Wetterlage. Bewaffnung und Ausrüstung waren zuverlässig und hielten allen Anforderungen stand. Mit Auflösung der Volksmarine verblieben noch vier Schiffe für kurze Zeit im Dienst der Bundesmarine diese waren Wismar, Lübz, Teterow und Gadebusch. Im Zeitraum von 1993 bis 1996 gingen alle 16 Einheiten der Parchim-Klasse an Indonesien. Sie wurden mit voller Bewaffnung und Munition nach Herstellung der Einsatz und Betriebsbereitschaft durch die Peene-Werft, paarweise von der Indonesischen Marine überführt.

 


Daten


 
Parchim-Klasse
Typ:
Korvette
Einheiten:
16 fertiggestellt
Technische Daten
Verdrängung:
Standard: 800 ts
Maximal: 950 ts
Länge:
75,2 m
Breite:
9,8 m
Tiefgang:
2,73 m (Sonar 4,54 m)
Besatzung:
59
Zusammensetzung der Besatzung:
8 Offz, 20 Fähnriche/Uffz, 31 Matrosen
Antrieb:
3 Diesel-Reihensternmotoren JSC
Zvezda M504 mit 3495 kW
Geschwindigkeit:
24,7 kn
Reichweite:
2100 nmi (3900 km) bei 14 kn (26 km/h)
Propeller:
3 (1 Verstellbarer)

 

 

 

Das Bild zeigt einen Diesel-Reihensternmotoren JSC Zvezda M504 der in den Einheiten der parchim- Klasse zum Einsatz kam.

 


 
Bewaffnung
 
1 × 57-mm-Zwillingsgeschütz AK-725
 
1 × 30-mm-Zwillingsgeschütz AK-230
 
2 × WABO-Anlage RBU-6000 mit je 12 Rohren für WABO RGB-60
 
2 × Automatische Wasserbombenablaufanlagen
 
4 × Torpedorohre OTA-40
 
2 Starter FASTA mit je 4 Raketen Strela-2

 


 
Elektronik
Funkmesswaffenleitanlage MR 103 mit TV-Zusatzanlage Funkmessanlage 302
Funkmessanlage Bison 4 B Flugkörpersteuerungsanlage Nichrom
Torpedo-Feuerleitanlage Summer 204A Wasserbomberwaffenleitanlage Burja
Sonaranlage MG322 Sonaranlage MG329 absenkbar
Sonaranlage MG16

KSS-213 Bergen

KSS 213 Bergen


 


In diesen Bild sieht man die Bergen in Haupthafen der 1 Flottille in Peenemünde liegen.



Die Indienststellung des Küstenschutzschiffes Bergen erfolgte am 01.02.1985. Es war eine von 16 U-Jagdkorvetten der Parchim-Klasse die in der Zeit von 1981-1985 an die Volksmarine der DDR übergeben wurden. 1994 wurde das Schiff gemeinsam mit seinen 15 Schwesterschiffen an die indonesische Marine verkauft. Heute fährt das Schiff unter dem Namen "Tjiptadi" und der Nummer 381. Die Hauptaufgabe des Schiffes bestand in Friedenszeiten in der Begleitung von U-Booten und anderen Schiffen. Die Hauptaufgaben In Kriegszeiten waren die Suche, Bekämpfung und Vernichtung von U-Booten des Gegners als Einzelschiff und im Bestand von U-Boot-Such-und-Schlaggruppen (USSGn) sowie im Zusammenwirken mit UAW-Fliegerkräften.
Nebenaufgaben waren Aufklärung, Geleitsicherung, Minenlegen und Vorpostendienst. Im Ausbildungsjahr 1985/1986 war die Bergen, unter Führung des Kommandanten Kapitänleutnant später Korvettenkapitän Uske, Wettbewerbsinitiator der Volksmarine. Im November 1986 erhielt die Bergen, nach erfolgreicher Erfüllung aller Aufgaben, die Verdienstmedaille der NVA in Gold, durch den Minister für Nationale Verteidigung.
 

 


Dieses Bild zeigt Verdienstmedaille der NVA in Gold



Das Logo war das Stadtwappen der Stadt Bergen auf Rügen. Darüber befindet sich der Schriftzug UAW-Schiff Bergen und in den Bergen am unteren Ende befindet sich die Bordnummer 213.
"Das Bergener Stadtwappen wurde erst im 17. Jahrhundert verliehen und bezieht sich auf die Anfänge der Stadt im Mittelalter: Der Burgturm auf den drei Bergen soll die Fürstenburg Rugard und der Löwe das Geschlecht der Slawenfürsten Rügens symbolisieren. Das Wappen erschien auf dem Stadtsiegel im Jahr 1613: „In Gold auf einem grünen Dreiberg, ein roter Turm mit verschlossenem Tor, aus dessen Zinnen wachsend ein doppelschwänziger, goldbewehrter und goldgekrönter schwarzer Löwe thront“. Der Name der Stadt wurde vom slawischen Wort „Gora“ abgeleitet und bedeutet „Berg“."

 

KSS-241 Wismar

KSS 241 Wismar


 


Diese beiden Bilder zeigen die Wismar oben mit Kennung der Volksmarine und unten mit Kennung der Bundesmarine.



Die Wismar wurde am 2. Oktober 1978 als erste Schiff einer neuen Serie für die Volksmarine der DDR auf der Peenewerft Wolgast auf Kiel gelegt. Zunächst hat das Schiff noch den Namen Prenzlau. Der Stapellauf des Schiffes erfolgt am 6. Juli 1979. Immer wieder verzögert sich aufgrund vieler Probleme die Fertigstellung des Schiffes. Da zum X. Parteitag der SED im April 1981 der DDR-Bevölkerung Erfolge präsentiert werden müssen, wird kurzerhand das zweite Schiff der Serie, die Parchim mit der Bordnummer 242 pünktlich zum Parteitag in Dienst gestellt. In Folge der Umsortierung der Bauserie erhält das Schiff ab April 1981 den Namen Wismar. Erst am 9. Juli 1981 wird die Wismar mit der Bordnummer 241 in Dienst gestellt. Da das zweite Schiff der Serie die Parchim vor der Wismar in Dienst gestellt wird, trägt die Bauserie nicht den Namen Wismar, sondern Parchim. Am 3. Oktober 1990 wird die Wismar in den Schiffsbestand der Bundesmarine übernommen. Sie erhält die Bordnummer P 6170. Am 27. September 1991 wird die Dienstflagge der Bundesmarine zum letzten Mal eingeholt danach wird sie Außerdienstgestellt. Im gleichen Jahr wird sie unter der Flagge der indonesischen Marine wieder in Dienst gestellt wo die Wismar den Namen Karpal Republic Indonesia Sutanto kurz (KRI Sutanto) trägt.
 


 
Liste der Schiffe und deren damaligen Kommandanten
1. Flottille
Chef Kapitän zur See Gerd Leupold
1. U-Jagdabteilung in Peenemünde
Chef Korvettenkapitän Hans-Jürgen Uske
211 Gadebusch Korvettenkapitän Bodo Grimm
212 Grevesmühlen Kapitänleutnant Hans-Joachim Kuphal
213 Bergen Korvettenkapitän Hans-Jürgen Uske
214 Angermünde Kapitänleutnant Eckhard Menzel
3. U-Jagdabteilung in Peenemünde
Chef ???
231 Prenzlau Fregattenkapitän Roland Franke
232 Ludwigslust Kapitänleutnant Wolfgang Klohs
233 Ribnitz-Damgarten Kapitänleutnant Stefan Müller
234 Teterow Korvettenkapitän Volkmar Witter
4. Flottille
Chef Kapitän zur See Fechner, Hans-Joachim
2. U-Jagdabteilung in Peenemünde
Chef ???
221 Lübz ???
222 Bad Doberan Korvettenkapitän Moll
223 Güstrow ???
224 Waren ???
4. U-Jagdabteilung in Peenemünde
Chef ???
241 Wismar ???
242 Parchim ???
243 Perleberg ???
244 Bützow ???
Leider sind mir weitere Namen nicht bekannt.



 


Diese Bild zeigt das Klassifizierungsabzeichen Stufe III der Volksmarine in gebib U-Boot-Abwehr

Bewaffnung

Bewaffnung


AK-725



Die AK-725 (Das Akronym AK steht für Артиллерийский комплекс (Artillerijskij kompleks; dt.: Artilleriekomplex)) oder auch ZIF-72 ist ein russisches vollautomatisches doppelläufiges Schiffsgeschütz. Die Kanone wurde gegen Feindschiffe eingesetzt und zum Küstenbeschuss. Die Waffe hatte im Gegensatz zu vergleichbaren Geschützen der NATO ein etwas kleineres Kaliber, dafür aber eine sehr hohe Kadenz von 200 Schuss pro Minute. Die Munition wurde über Gurte zugeführt. Als Feuerleiteinrichtung wurde das Radarsystem MR-103 „Bars“ verwendet. Im Notfall, wenn doch mal alles ausgefallen war, konnte das Geschütz auch von Hand bedient werden. Die AK-725 wurde von der UdSSR und allen Staaten des Warschauer Pakts auf ihren Kriegsschiffen verwendet. Sie wurde von 1956 bis ende 1988 gebaut.

AK-230



Die AK-230 ist eine vollautomatische Flugabwehrkanone für die Nahbereichsabwehr. Hergestellt wurde sie in der Sowjetunion.

RBU-6000



Beim RBU-6000 (kommt aus dem Russischen Реактивная бомбометная установка, auf Deutsch soviel wie Reaktive Wasserbombenwerfer) dabei handelt es sich um einen russischen Wasserbombenwerfer. Das Waffensystem ähnelt entfernt dem britischen Hedgehog-Werfersystem aus dem Zweiten Weltkrieg.

Strela-2



Die Strela-2 (kommt auch aus dem Russischen: стрела das heißt auf Deutsch Pfeil, die NATO-Bezeichnung war SA-7 Grail, GRAU-Index 9K32) es ist eine infrarotgelenkte Luftabwehrrakete, die von der Schulter aus abgefeuert werden kann. Sie dient zur Bekämpfung von Luftzielen durch Bodentruppen und ist das sowjetische/russische Pendant zur amerikanischen Redeye, bzw. deren späterer Nachfolger die Stinger.

Verbleib

Verbleib



Alle 16 Einheiten der Parchim- Klasse waren bis zum 02. Oktober 1990 in Fahrt. Fünf von ihnen wurden befristet von der Bundesmarine unter der (P-Kennung) weiter betrieben. Alle Schiffe wurden 1993 nach Indonesien verkauft und auf der Wolgaster Peenewerft noch einmal überholt. Die letzten vier Schiffe der Parchim- Klasse waren 1996 fertiggestellt worden.


 
Liste der Schiffe die in die Bundesmarine übernommen wurden
Schiffe mit alter Bordnummer Bundesmarinekennung
WISMAR 241 P 6170
LÜBZ 221 P 6169
TETEROW 234 P 6168
GADEBUSCH 211 P 6167
GREVESMÜHLEN 212 P 6164



Zum Außerdienststellungsdatum 03.10.1990 ist noch anzumerken, dass es hier verschiedene "Expertenmeinungen" gibt.
Manchmal wird auch erst das Datum Dezember 1990 genannt. Fakt ist aber, dass diese Schiffe und Boote ab dem 03.10.1990 keine Kennung der Deutschen Marine trugen und auch nicht in Fahrt waren. Aber die Deutsche Marine führte die Schiffe BERGEN, ANGERMÜNDE, BAD DOBERAN, GÜSTROW, WAREN, PRENZLAU, LUDWIGSLUST, RIBNITZ-DAMGARTEN, PARCHIM, PERLEBERG und BÜTZOW trotzdem als Klasse 420 in ihren Schiffslisten und nennt sogar den 31.12.1991 als offizielles Datum der Außerdienststellung.
 

 


Dieses Bild zeigt die korvetten der Parchim- Klasse mit neuen Tarnanstrich unter Indonesischer Flagge


 
Namen der Schiffe in der Indonesischen Marine
Volksmarine Kennung Indonesische Kennung
Angermünde (214) Lambung Mangkurat (374)
Bad Doberan (222) Sultan Thaha Syaifuddin (376)
Bergen (213) Tjiptadi (381)
Bützow (244) Memet Sastrawiria (380)
Gadebusch (211) Silas Papare (386)
Grevesmühlen (212) Teuku Umar (385)
Güstrow (223) Hasan Basry (382)
Ludwigslust (232) Pati Unus (384)
Lübz (221) Tjut Nya Dhien (375)
Parchim (242) Sutedi Senpoputra (378)
Perleberg (243) Wiratno (379)
Prenzlau (231) Kapitan Patimura (371)
Ribnitz-Damgarten (233) Untung Suropati (372)
Teterow (234) Iman Bonjol (383)
Waren (224) Nuku (373)
Wismar (241) Sutanto (377)