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Vorwort

Tupolew Tu-160 „Blackjack“

 

Vorwort



Die Tupolew TU-160 ist ein strategischer überschall Bomber der in der ehemaligen Sowjetunion entwickelt wird und bis heute in Russland eingesetzt wird. Unter anderem ist die TU-160 das bis heute größte Kampfflugzeug der Welt, mit der Besonderheit, dass sie auch Überschallfähig ist und somit innerhalb kürzester Zeit überall auf der Erde ihre gefährliche Ladung abwerfen kann.
Genau diese Tatsache machte die TU-160 zu Zeiten des kalten Krieges zu einer weiteren Gefahr mit der man im Ernstfall rechnen musste. Denn mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 2.220 km/h und einer Strecke von ca. 7816 km, von Moskau bis Washington, hätte es also ca. 3 1/2 Stunden gedauert bis die TU-160 ihre bis zu zwölf Nuklearen Marschflugkörper auf den Feind hätte nieder prasseln lassen. Seien wir großzügig und rechnen Vorbereitung mit ein, die es damals nicht wirklich gab, da immer rund um die Uhr Maschinen in Bereitschaft waren, also ca. 4 Stunden. Allerdings wäre bei dem Mitführen der maximalen Waffenlast und Geschwindigkeit eine Luftbetankung wohl notwendig gewesen.

Entwicklung

Werdegang

 

Die Tupolew TU-160 war das Produkt eines Wettbewerbes zwischen den Majassischtschew Werken und den Tupolew Werken. Obwohl der Entwurf von Majassischtschew 1974 dem von Tupolew eindeutig überlegen war gab man letztendlich Tupolew den Auftrag unter der Bedingung Elemente des Majassischtschew Entwurfes im eigenem Modell zu übernehmen. Das Ergebnis war ein großer interkontinentaler Schwenkflügel Bomber, der ein Startgewicht von bis zu 275 Tonnen auf die Waage bringen konnte und somit der größte im Einsatz befindliche Bomber der Welt war, beziehungsweise noch immer ist. Zum ersten Mal hob die TU 160 am 19. Dezember 1981 ab, die Serienfertigung der TU 160 lief in Kazan und endete offiziell im Jahre 1992. Auf den Befehl des damaligen Präsidenten Yeltsin, als er ankündigte, dass keine weiteren strategischen Bomber in Russland produziert werden würden. Dabei wird lediglich vermutet, dass wohl an die 40 Maschinen vom Band gelaufen sind, was in einer Zeit vom Erstflug bis zur Stilllegung der Produktion, mit 11 Jahren erstaunlich wenig ist, wenn es denn so ist.

 



Andererseits kann das auch damit zu tun haben, dass das Flugzeug für seine Störfälligkeit bekannt ist und sogar während der Serienfertigung immer wieder Änderungen vorgenommen wurden, was dazu führte das kein Flugzeug in der Ausstattung dem anderen gleicht. Ab 1987 wurden dann die ersten 19 Tu-160 an das 184. Garde Bomberregiment überstellt und verrichteten dort ihren Dienst.
Zu Komplikationen kam es als die Sowjetunion 1991 aufgelöst wurde und sich die Staffel in der neu gebildeten Ukraine befand. Es dauerte 8 Jahre bis Russland auf Drängen der Regierung ihre Bomber wieder zurück bekamen. Die russische Regierung versucht seitdem ihre übrigen Überschallbomber zu modernisieren und in den aktiven Dienst zurückzuholen. Seit 1993 verfügt Russland schätzungsweise noch über 14 TU-160. Im Jahre 2001 erhöhte sich die Zahl auf 15 und sank sogleich 2003 wieder auf 14 als eines der Flugzeuge, die “Michail Goromow”, welche am 18. September diesen Jahres abstürzte. Bis 2007 wurde der Verlust durch zwei weitere modernisierte TU 160 wieder ausgeglichen und auch die restlichen 14 Maschinen sollten nun ebenfalls modernisiert werden, um wieder annähernd dem Stand der Zeit zu entsprechen.
Seit drei Jahren läuft die Produktion der modernisierten Variante, der TU 160 und der Tu-160M wieder an und soll bis mindestens 2040 im Einsatz bleiben. Russland will dabei jeweils ein Flugzeug alle ein oder zwei Jahre vom Band lassen. Man schätzt somit das Russland bis etwa 2025 höchstens bis 2030 ca. 30 Maschinen im Arsenal haben wird.

Daten

Technische Daten

 


 
Die technischen Daten der TU 160
 
Besatzung:
2 Piloten, 1 Bordingenieur, 1 Waffenoffizier
Länge:
54,10 m
Höhe:
13,10 m
Flügelspannweite:
bei 20° Ausrichtung: 55,70 m
bei 68° Ausrichtung: 35,60 m
Flügelfläche:
ca. 360 m²
Leergewicht:
110.000 kg
maximales Startgewicht:
275.000 kg
Höchstgeschwindigkeit:
2.220 km/h (auf optimaler Höhe)
1.030 km/h (auf Meereshöhe)
Dienstgipfelhöhe:
15.544 m
Einsatzradius:
10.500 km (bei 9.000 kg Waffenlast)
ca. 6.000 km (bei maximaler Waffenlast)
Triebwerk:
Vier Kusnezow-NK-321-Mantelstromtriebwerke
Schubleistung:
mit Nachbrenner: 4 × 245,70 kN
ohne Nachbrenner: 4 × 137,20 kN

Bewaffnung

Bewaffnung

 

Die Tupolew 160 war mit zwei Bombenschächten ausgestattet in denen jeweils ein Revolvermagazin war. Diese Magazine konnten mit den verschiedensten Waffen und Marschflugkörpern ausgestattet werden, zum Beispiel mit bis zu 12 Nuklearen Marschflugkörpern des Typs Ch-55SM, Ch-555 oder Ch-101. Doch die TU-160 war auch für herkömmliche Kriegsführung ausgelegt, so kann sie beispielsweise mit bis zu 24 Luft Boden Raketen des Typs Ch-15 ausgestattet werden.

 

(von links nach rechts: Zeichnung einer Tu-160 beim einladen von AS-16 bzw. Ch-15 Luft Boden Raketen, gut ersichtlich hier die Revolvermagazine)


 


 
Bewaffnung
Zwei Bombenschächte mit jeweils einem Revolvermagazin
12x Ch-55SM, Ch-555 oder Ch-101 (Nuklear) oder24x Ch-15

Nach der Modernisierung

Ch-58USchKB, Ch-38, Ch-29T, Ch-29ML, Ch-59M, Ch-31P,Ch-31AD, Ch-35U sowie KAB-1500 und KAB-500 mit einer maximalen Waffenlast von 40.000 kg

Varianten

Varianten

 

Es gibt insgesamt acht Varianten der TU-160, die TU-160S, V, NK-74, M, P, PP, R, SK.

 

Die TU-160 und 160S waren die ersten gebauten Varianten im Kalten Krieg, die restlichen Varianten unterscheiden sich in diversen Aufrüstungen. Die TU-160V benutzt anstatt des normalen Treibstoffs Wasserstoff und die folgende NK-74 Version bekam neuere Triebwerke, die wie es der Name schon vermuten lässt, die Bezeichnung NK - 74 trugen und ebenfalls mit Wasserstoff betrieben wurden. Die M Variante hatte neuen Raum für zwei Hyperschall Kh-90- Raketen zur Verfügung.
Eine weitere Variante, die P Variante wurde unter anderem auch als TU - 161 bezeichnet und war eher als Begleitflugzeug über lange Strecken gedacht bzw. gar als Abfangjäger. Die letzte Variante, die TU- 160 SK, war nicht als Bomber ausgelegt sondern als eine Art “Satellitentransporter”, der mit dem Burlak System diese auch starten konnte.

 


(TU-160 beim Abschuss eines Ch-55 Marschflugkörpers)

"Kalter Krieg"

Bedeutung im Kalten Krieg

 

Die TU-160 sollte vor allem als Abschreckung dienen, denn allein die Tatsache, dass sie das größte Kampfflugzeug der Welt war, schneller als 2.000kmh fliegen konnte, weltweit einsatzfähig war und auch noch nukleare Waffen abfeuern konnte, machte sie zu dem Schrecken des Pentagon. Im Jahre 1979 entdeckte ein US-Satellit zum ersten Mal die "Blackjack" (NATO Bezeichnung), war so viel heißt wie “Totschläger” oder “Piratenflagge”. Doch es war der Nato nicht möglich ihre Abmessungen zu bestimmen. Erst am 25.November 1981 wurde es möglich dies herauszufinden, denn gemachte Fotoaufnahme über dem Flugerprobungszentrum Ramenskoje, zeigte die Tu-160 neben einer Tu-144 SST und dadurch war es möglich, die Abmessungen grob abzuschätzen. Diese Werte führten zu dem Schluss, dass die TU-160 geringfügig größer war als der strategische Mehrzweckbomber vom Typ Rockwell B-1B der US Air Force. Später als die Ost- West Entspannungen begannen ,gestattete man dem damaligen US-Verteidigungsminister, am 2. August 1988, den Bomber zu besichtigen und spätestens ab da wurde den Amerikanern klar, dass ihnen der Russe einen Schritt voraus war.

 

 

Zum Schluss

Die Tupolew 160 war in der Tat ein Trumpf im Sowjetischen Arsenal zu Zeiten des Kalten Krieges, zumal sie schneller und größer war als alle amerikanischen Modelle jener Zeit. An diesem Trumpf hält ein militärisch wider erstarkendes Russland bis heute fest und scheint dieses Modell auch weiter zu fördern.


Quellen

Aero das illustrierte Sammelwerk der Luftfahrt Heft 236, Seite 6608

http://www.kheichhorn.de/html/body_tupo ... kjack.html (Letzter Zugriff 14.03.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Tupolew_Tu-160 (Letzter Zugriff 14.03.2011)
http://www.airforce-technology.com/projects/tu160/ (Letzter Zugriff 14.03.2011)



Autor: Freshmaker