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Das Thema

Die Panzerwaffe der Zukunft
Kombination aus Drohne, moderner Panzerung und modularer Bauweise

 

 

Vorwort

Einleitung

 

Die Panzerwaffe, größte Errungenschaft der Modernen Kriege und ausschlagebener Faktor im Zweiten Weltkrieg, ist einer ewigen Debatte unterworfen. Immer wieder ändern sich die Vorstellungen dieser Waffe, passen sich die technischen Spezifikationen der Zeit bzw. der Kriege an und hat die Technologie einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung. Immer wieder prophezeit man das absehbaren Ende der Panzerwaffe:

 

 

 

"Der Tank steht also auf dem Aussterbeetat und wartet auf einen Nachfolger."
(Marschall Pavel Rybalka 1950 - sowjetischer Panzerführer im Zweiten Weltkrieg)



Trotz dieser Aussage, die in der Geschichte des 20. Jahrhundert nicht selten sind, existieren die Panzer noch heute. Schon Hindenburg, Ludendorff und der deutsche Kaiser unterschätzen die Panzer als Waffe. Der Erste Weltkrieg wurde an der Westfront auch von den Panzerwagen gewonnen. Trotzdem wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg diesen Fahrzeugen keine Zukunft zugetraut, und man empfahl sich in den vielen Berichten lieber für ein Maschinengewehr Bataillon, als für den Panzerwagen. Es waren immer ausgewählte Personen, die das Potenzial der Panzer entdeckten und nutzbar machten. Ein Guderian und Rommel sind dabei herausragend. Insgesamt sind die Sowjets und Deutschen dabei Vorreiter: die Deutschen als Geburtsland moderner Panzertaktiken, die bis heute Anwendung finden, und die Sowjets, die ihre Panzer in gewaltigen Massen in die Schlachten schickten bzw. zum Erfolg führten. Bis zum Ende des Kalten Krieges setzen die Rote Armee immer wieder neue Maßstäbe in Sachen Panzerarmee, denen Sie sogar eine eigene Infanterie (Mot.Inf.) an Seite stellten. Es waren auch die Panzerarmeen und ihre Befehlshaber, die sich am Eisernen Vorhang gegenüberstanden, jeder für sich die besten Vormarschrouten und Szenarien entwarf, wie auch die Taktiken des konventionellen Krieges für über 40 Jahre prägten.
 

 



Heute, im neuen Jahrtausend, spricht man zwar immer noch von Veränderungen der Panzerwaffe, aber nicht mehr deren Abschaffung. In Deutschland beispielsweise wird schon lange von der Reduzierung der Panzertruppen geredet, ist man doch nur von Verbündeten umgeben und die großen Feldschlachten wohl ad acta gelegt. Doch allen Streichungen und Reduzierungen zum Trotz, ist das Aussterben der Panzerwaffe kein Thema mehr. Kaum vorstellbar eigentlich, da obwohl der taktische Wert des gepanzerten Kampfwagens und die massierte Panzerverbände in ihrer Gesamtheit, in keiner Strategie der Militärführung mehr vorkommen. Für die Strategen ist das Schlagwort des neuen Jahrtausdend der "asymmetrische Krieg". Diese neue Form der Kriegsführung ist der Stand der Dinge und die Möglichkeiten einer flexiblen bzw. effizienten Panzerabwehr, im Gefolge der Digitalisierung und Miniaturisierung zugenommen haben, lässt die Panzerverbände im wahrsten Sinne des Wortes ALT AUSSEHEN. Dazu darf man die an Kampfstärke enorm gewonnenen Luftstreitkräfte nicht vergessen, denn Sie können Panzer schon von weitem und mit einfachen Mitteln ausschalten. Solche Panzerkiller gibt es vielerlei Hinsicht und durch panzerbrechende Munition, gilt Panzerung an sich als kein Hindernis mehr. Dennoch ist der Panzer ist eine Waffe der Zukunft, auch weil es keine Alternative zu dieser ganz eigenen Waffengattung gibt. Er gilt gerade heute bei den Strategen als unverzichtbar und eignet sich immer noch am besten für die Besetzung, den Schutz und der Kontrolle von Konfliktgebieten. Ob in Afghanistan, im Irak, im Kosovo oder auch im Libanon, überall dort wo "asymetrische Kriege" ausgefochten werden, haben sich die Panzer wieder mal bewiesen. Es ist das unübersichtliche Areal der Kriegsgebiete und die urbanen Schlachtfelder des Nahen Ostens, die nach dem Konzept des Panzer verlangen. Ein gepanzertes Fahrzeug, welches eine enorme Feuerkraft aufweist, Schutz für dessen Insassen bietet und schon durch das reine vorhanden sein die Moral des Gegners brechen soll.
Der norwegische Weg der 90er Jahre, künftig ganz auch schwere Kampfpanzer zu verzichten und auf Radpanzer umzustellen, ist seit den jüngsten Kriegen des 21. Jahrhunderts kein Thema mehr. Nun geht die Suche nach dem Panzer der Zukunft los, einem Panzer, der den neusten technologischen Errungenschaften genügt und dazu noch in den asymmetrisch, taktischen Bedingungen der Modernen Kriege bestehen kann.

Neue Konzepte

Neue Konzepte und Ideen

 

Die Rüstungsindustrie hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorme Entwicklungen gemacht, auf allen Gebieten. Viele Projekte haben in den letzten Jahren ihren Anfang genommen, doch nur wenige wurden beendet bzw. das Licht des Schlachtfeldes erblickt. Dazu kommt, das vollendete Projekte oft nach Vollendung noch sehr lange bis zur Serienreife bzw. zur Finanzierung brauchen. Gerade das finanzstärkste Land in Sachen Rüstung, die USA, haben sich viele Ziele gesteckt, doch werden oftmals neue Entwicklung zu Gunsten anderer liegen gelassen. Das Jahr 2025 steht auf vielen Konzepten ganz oben, doch existieren manche Werkstoffe noch gar nicht zur Realisierung.

 

 

 

Die Vorstellbarkeit des Panzers der Zukunft darf man hier auch zuordnen, doch fehlt es auch hier an den technischen Grundlagen für die Konzepte und Entwürfe. Dazu zählt die Laserkanone oder die mit gigantischen Energiemengen betriebene Schienenkanone. Ob es die Energieversorgung, das Platzproblem oder der Materialverschleiß , den man erst noch in den Griff bekommen muss, im Moment haben nur die Military Science Fiction die Panzer der Zukunft auf dem Papier Realität eingehaucht. Ihre Panzer haben bereits das Konzept der Miniaturisierung, eine Kombination komplexer Waffensystem und eine revolutionäre Tarnung in ihre Panzer eingebaut. Diese Panzer sollen sich gar erst auf dem Schlachtfeld zusammensetzen und vorher leicht transportierbar in den Stauräumen von Transportflugzeugen für den Einsatz bereithalten. Wie schon so oft in der Geschichte, haben sich die Entwickler in den Laboren dieser literarischen Vorlagen zum Ziel gesetzt. Zwar dauert es oft Jahrzehnte bis zur Umsetzung, doch setzt nicht die Phantasie solchen Projekten Grenzen, sondern die Finanzierung.
Die Rüstungsindustrie kann sich solche Großprojekte heute einfach nicht mehr leisten. Es fehlen, so ironisch das klingen mag, einfach die Kriege und somit die Megabudgets. Man entwickelt neue Panzertypen nicht mehr in wenigen Jahren und sorgt sofort für eine Fließbandproduktion, heute ist eine Nachrüstung weit preiswerter und als Übergangslösung wird Sie auch immer gefragter. Im Fachjargon wird so etwas "Kampfwertsteigerung" genannt.

 

Future Protected Vehicle Capability Vision (FPVCV)



Panzer wie der Leopard 2, ein Spitzenprodukt der deutschen Rüstungsindustrie, wird auch nach 30 Jahren immer wieder nachgerüstet werden . Die aktuelle Version hat das Kürzel 2A7+ und hat die neusten Spezifikationen für den Kampf in Stadtumgebungen. Der amerikanische Abrams M1A2 wird wahrscheinlich noch über das Jahr 2050 seinen Dienst im US Heer verrichten. Bis zur Jahrhundertmitte dürften die Militärs wohl also noch auf einen Panzer der Zukunft warten müssen.

Zukunftsvisionen

Der Panzer der Zukunft

 

Der Panzer der Zukunft wird weder fliegen, noch unsichtbar oder ohne Besatzung fahren werden. Es wird natürlich ambitionierte Neuentwicklungen geben, aber weder auf Fleisch und Blut und den Grundkonzepten der Panzerwaffe wird man verzichten können. Die Trends sind aber eindeutig:

 

 

 

    Trend zur fortschreitenden Digitalisierung
    Trend zur fortschreitenden Vernetzung im Rahmen der elektronischen Kampfführung, vor allem mit Auswirkungen auf Kommunikationsmöglichkeiten und erweiterten Datenzugriff im Einsatz
    Trend zur Diversifizierung der Waffensystem und Kampfmittel
    Trend zur Entwicklung und Einsatz neuer Werkstoffe, etwa im Bereich der Panzerung
    Trend zur Modularbauweise
    Trend zur kleineren, leichteren und besser luftverlastbaren Panzern

 

Der Konflikt liegt zwischen den Anforderungen und von denen bieten die neuen Schlachtfelder mehr als genug. Die Schnelligkeit auf Kosten der Panzerung, die Beweglichkeit auf Kosten der Sicherheit oder die Geländegängigkeit auf Kosten der Feuerkraft. So existieren viele Modelle in den Planungsstäben der großen Heere. Von einem 30 Tonnen Radpanzer spricht man, der sich nach dem Baukastenprinzip, schnell und flexibel auf die gegebenen Umstände umrüsten lässt. Mal mit einem großen Geschütz, mit Aufklärungsdrohnen oder auch mit zwei bzw. drei Kleinpanzern im Bauch für einen größeren Kampfwert. Die Frage wird in 50 Jahren nicht mehr die technische Machbarkeit sein, sondern der militärische Bedarf. Die Streitkräfte werden immer kleiner und die Einsatzgebiete komplizierter bzw. auch kurzfristig und konfliktbedingter. Der Schutz der Besatzung wird wohl weit wichtiger noch werden als er heute schon ist, was auch durch leichte Panzerverbundstoffe bei schwerer Panzer möglich sein wird.

 

 



Bei den Design ist das niedrige Profil schon heute Stand der Dinge, und vor allem leichte Transportierbarkeit. Man muss schnell sein und flexibel. Nackte Tatsachen sind evident und die althergebrachten Leistungsmerkmale wie Effizienz werden noch wichtiger werden. Die Frontreife wird nicht von exotischsten Modellen erreicht, sondern von denen, die sich bewähren, politisch, wirtschaftlich und militärisch.

Panzerung

Panzerung als Knackpunkt

 

Die Panzerung wird der Knackpunkt bei den Neuentwicklungen seien, denn in den 20 Jahren wird es wohl nichts geben bzw. entwickelt werden, was die 120 bis 140 Millimeter Kaliber und die damit verschossenen Projektile, aufzuhalten. Das Problem der Panzerwaffe sind die sogenannten Wucht- oder KE-Geschosse, welche aus einem Metallstift - gebräuchlich ist gesintertes ("zusammengebackenes") Wolframcarbid oder abgereichertes Uran -, der zusätzlich durch konventionelle Treibladungen beschleunigt wird und das Ziel allein durch seine gewaltige kinetische Energie vernichtet.

 

"Eine 50-Tonnen-Lokomotive, die mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer fährt, besitzt eine kinetische Energie von rund 19 Megajule. Eines der leistungsfähigsten Wuchtgeschosse, die deutsche DM63-Granate, die aus einer 120 mm-Glattrohrkanone L/55 abgefeuert wird, erreicht bei einer Mündungsgeschwindkeit von 1750 pro Sekunde ca. 12 Megajule an der Mündung."

 

Es gibt einfach keinen Schutz gegen solche Treffer und selbst mordernste, reaktive Panzerungen, können gegen solche Wuchtgeschosse, auf mehrere Kilometer Entfernung abgeschossen, nichts machen. Bei den neusten Konzepten gegen eine solche Bedrohung, spielen automatisch gesteuerte Maschinenkanonen eine wichtige Rolle, doch sind solche Abwehrmaßnahmen sehr gefährlich für Begleitinfanterie. Kein Land konnte sich bisher dazu durchringen, und vor allem Länder in Kriegen schrecken vor den "Nebenwirkungen" zurück.
Der Panzer der Zukunft wird wohl auch in Zukunft ein Geschütz haben, von der Granate bis zur Rakete in den Abschussrohren. Der russische T-90 oder chinesische ZTZ 99, der aus seiner 125 mm-Glattrohrkanone hochwirksame Panzerabwehr-Lenkraketen mit einer Reichweite von bis zu 4000 Metern verschießen und mit ihnen sogar niedrig fliegende Helikopter bekämpfen kann, weisen den Weg in die Zukunft. Andersartige Vorstellungen, die einem Science Fiction Buch entspringen, sind einfach nicht zu denken. Die sogenannte Schienenkanone, die mittels eines elektrisch erzeugten Magnetfeldes auf phantastische Geschwindigkeiten beschleunigt wird, ist so eine "Wunschvorstellung". Bei Testschüssen auf amerikanischen Basen, wurden eine Mündungsgeschwindigkeit von 2520 Meter pro Sekunde erreicht. Leider viel zu groß und schon gar nicht serienreif. Bei der Laserkanone sieht es noch schlechter aus, so soll eine vollautomatische Laserkanone (Futur Combat System), auf den Panzertürmen der Zukunft neben der Kanone montiert werden. Das ganze Projekt steckt aber noch in den Kinderschuhen und wird es wohl auch bis ins 22. Jahrhundert bleiben. Es gibt dafür einfach keine akzeptable Energieversorgung. Das nächst mögliche Gefährt, das eine solche Kanone tragen kann, wird wohl nur ein Schiff von der Größe eines Schlachtschiffes sein.

 

 



Gerade bei der Größe sollen die Panzer der Zukunft ordentlich Masse verlieren, sodass die Waffen alle in der Wanne Platz finden. Eine Mischung aus Raketenabschlussbasis, gepanzerter Festung und beweglicher Transportkapazität soll es werden. Es soll keine Sichtverbindung mehr nötig sein, Drohnen und Aufklärungsflugzeuge gleich im Fahrzeug Platz finden und die vernetzte Kampfführung in allen Einzelheiten möglich sein. Eine neue Waffenplattform innerhalb der neuen "asymmetrischen Kampfführung", sollen in den nicht mehr vorhandenen Panzerschlachten die Rolle von Einsatzkräften in panzerfeindliche Städten übernehmen. Die Israelis sind da schon weiter, sie haben mit dem Merkava 3 bereits einen straßenkampftauglichen Panzer in ihren Reihen. Neue Kameras und vor allem kombinierte Maschinengewehrbewaffnung macht dies möglich.
Das Infrarot, neue 360 Grad Kameras und Restlichtverstärkung sollen den Unterschied machen. Dazu kommen neue Anstriche, neu entwickelte Tarnfarben für neue Einsatzumgebungen. Dabei soll die Besatzung sogar noch steigen, denn die Überwachung und Absicherung brauch wenigstens ein Augenpaar mehr. Neue Waffenplattformen, Vernetzung und Überwachung können nicht automatisch bedient werden, die Entscheidungen von Individuen sind dort gefragt. Dabei gilt, der beste Schutz ist Aufklärung und nicht getroffen zu werden.

Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

Die fortscheitende Computerisierung soll alles einberechnen, auch Wetter- und Bodenverhältnisse. Die Vernetzung und das virtuelle Gefechtsfeld soll direkt auf das Display des Kommandanten erscheinen. Der Nebel des Krieges soll gelüftet werden, doch mit dem großen Risiko, dass der elektronische Nebel eine Klärung nur vorgaukelt - vor allem die Abhängigkeit vom Gerät. Was passiert wenn EMP alles lahm legt und der Truppenführer ohne Gerät klar kommen muss, wenn keine Kanone mehr funktioniert und ein Panzer ohne Fenster zum Metallsarg für seine Besatzung wird? Alles noch ungeklärt und dennoch die ständigen Begleiter der Entwickler. Dabei ist das Beispiel aus dem zweiten Golfkrieg noch sehr präsent, denn dort hat die Kommunikation zwischen den Panzern teilweise wegen der Überlastung versagt und Kommandeure sind auf ihre privaten Mobiltelefone als Ersatz übergegangen. Man musste die hochgerüstete Technologie ausschalten und mit ziviler Technik ganze Kompanien leiten bzw. lenken. Es kam zu einer Situation, die keiner vorher so bedacht hatte, die Kommandeure hatten ZU VIELE Informationen und konnte das wesentliche einfach nicht mehr herausfiltern. Der digitale Neben des Krieges ließ die computerisierten Schlachtfelder vor Informationen bersten und niemand konnte mehr den Heckenschützen sehen, der mit einer 20 Jahre alten Waffe, einer Panzerfaust, auf einen Panzer zielt. Ein Heckenschütze und eine primitiv ausgerüstete Guerilla Truppe, machte den meisten Ärger im zweiten Golfkrieg.

 

 



Dennoch ist und bleibt der Panzer unersetzbar, denn vor allem die gepanzerten SUVs oder HUMVEEs haben sich als nicht ausreichend erwiesen, wenn es um Gefechte mit großkalibrigen Waffen ging. Es mag vielleicht kein Wunderpanzer in den nächsten 50 Jahren aus den Werkshallen fahren, doch werden technische Weiterentwicklungen und enorme Feuerkraft die Panzer in jeder Doktrin unersetzlich machen. Mit neuen Super Drohnen soll die Eroberung von feindlichen Terrain möglich gemacht werden, doch nur ein Kampfpanzer wird es auch halten können.