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Das Thema

MP 5

 

Maschinenpistole der Extraklasse

 

 

Entstehung

Entstehung



Die 50er und 60er Jahre wurden durch die Sturmgewehre dominiert. Doch die großen Kriege waren gefochten und für die zukünftigen Einsätze und militärischen Einsatzmöglichkeiten, vor allem in kleineren Ländern wie Deutschland, brauchte man einen neuen Typ von Bewaffnung.
Hauptkritikpunkt der bisherigen Maschinenpistolen, in diesem Atemzug ist auch die MP 40 zu nennen, war die Ungenauigkeit und die damit eingeschränkte Einsetzbarkeit.
So war die Weiterentwicklung beschlossene Sache und eine Waffenschmiede trat hierbei ganz besonders hervor. Heckler & Koch(H&K) begannen schon früh mit der Entwicklung und nahmen sich das G 3 als Ausgangsbasis. Wer das G3 kennt, sieht überall Ähnlichkeiten, so wurde vor allem der bekannte Rollenverschluss verwendet.
Die Entstehung geht aber noch viel tiefer, so war das Sturmgewehr 45 (Vater des G 3) die eigentliche Grundbasis für die MP - Generation und konnte viele entwicklungstechnische Details abdecken. Man startete also mit dem Vorsprung der Kriegstechnik und konnte auf einen ausgereiften Aufbau zurückgreifen.
 

(Das Verschlussgehäuse aus unter hohem Druck von bis zu 250 Tonnen verformtem Stahlblech mit eingepresstem Lauf, die Griffeinheit aus schlagfestem Kunststoff und das Ganze zusammengehalten mit gefederten Querstiften)

 

 

 

Dabei sollten aber die grundlegenden Parameter einer Maschinenpistole umgesetzt werden. Der Prototyp bekam den Namen MP 64 (siehe Entwicklungsstart 1964) und sollte die erste Bedingung für zukünftige Maschinenpistolen erfüllen - die Dimensionen für die Pistolenpatronen Neun-Para. Der erste offizielle Name für die neue Waffe war HK 54 ("5" stand für Maschinenpistole und "4" für das Kaliber) und schon 2 Jahre später war das Projekt serienreif. Der Name war schnell gefunden - MP 5.
Der Bundesgrenzschutz und die Länderpolizei bekamen zuerst die Waffe ausgehändigt und lösten damit die schon in die Jahre gekommenen Beretta MP 38/49 ab.
Kurios ist das Kapitel Bundeswehr und MP 5. So kam der Budgetauftrag für die Uzi vor dem Entwicklungsabschluss von H & K. Somit gingen die Soldaten vorerst mit einer anderen MP zum Dienst.

Der Masseverschluss gehörte damit - auch wenn der Übergang zu den H & K MPs noch weit bis in die 70er Jahre dauerte - der Vergangenheit an. Man schoss nun aus verriegelter Verschlussstellung auf, nicht wie beim Masseverschluss beim ersten Schuss nach vorn und führte die Patrone zu, und konnte die Präzision damit entscheidend erhöhen.

 

 

Aufstieg

Aufstieg

 

Schon im Jahre 1972 kam der erste Auslandsauftrag auf H & K zu. (Schweiz bestellte die MP5 für die Kantonspolizei) und damit fiel der Startschuss für ihren weltweiten Aufstieg.
Sie war die Entwicklung seiner Zeit und erfüllte die neuen Standards und Ansprüche auf aller Welt. Ansprüche die vor allem durch den internationalen Terrorismus noch gestiegen waren. Die 68er Bewegung weckte dann den Trend zur höheren Sicherheit ganz und gar. Man steckte mehr Geld in die Aufrüstung bzw. Modernisierung und konnte sich endlich von den veralteten italienischen MPs und den 7, 65 mm Waffen verabschieden, die weder durchschlag- noch bediensicher waren.
Der große Vorteil dieser Waffe, dies stellte sich über die Jahre heraus, bestand in ihrem modularen Aufbau, der auch eine Vielzahl von Zubehör-Teilen an der Waffe erlaubte. Damit konnten einmal die Wartungsstandards und Modernisierung in den folgenden Jahren erfüllt werden.

 

 

 

(Heckler & Koch reagierte flexibel auf Behördenwünsche: Magazinklammern, Manöverpatronen-Geräte, spezielle Schäfte, Schulterholster, ja sogar ein Schießbecher für Tränengasgranaten wurde entwickelt.)



Der weltweite Durchbruch war so nur eine Frage der Zeit. Die praktischen Variationsmöglichkeiten und die Langlebigkeit variierten optimal mit den Budgetplänen der großen Mächte.
Dabei wollte H & K vor allem die finanzkräftigen Amerikaner gewinnen, die gerade, um sich der neuen globalen Situation anzupassen, mit großem Budget modernisierten.
So wollte es der Zufall, dass Spezialisten aus Fort Bragg die Waffe sich genauer ansahen und optimale Verwendungsmöglichkeiten für ihre neuen Spezialeinheiten sahen.
 

 



Green Berets
Navy Seals

    Delta Force/ (allgemeine Ausstattung)
    Ranger der US-Armee (allgemeine Ausstattung) (Ausstattung mit Prototypen)

    (Die MP 54 bzw. MP 54 A1(Weiterentwicklung mit 50 Schuss-Trommel/ Polymer Gehäuse und Schalldämpfer) waren extra angefertigte Prototypen)


Der mit im Lauf integriertem Schalldämpfer (ab 1974 - MP5SD) und der Version mit verkürzter Bauweise (Kurzer Lauf - MP5K - 1976) machten die MP 5 dann zum Verkaufsschlager in der ganzen Welt.

Die Entwicklung blieb aber nicht stehen, immer wieder wurden die Ausstattungen erweitert, verbessert und mit Hilfe der Erfahrung der Nutzerstaaten optimiert.

Die Waffe

Die Waffe

 


 
Die Waffe
 
Modulare Bauweise
Verschlussgehäuse (Gehäuse, Lauf, Verschlusshebel und Visierung)
Verschluss (Verschlusskopf, Steuerstück, Verschlussträger, Feder mit Führungsstange)
Abzugsgruppe (Pistolengriff mit Abzug, Feuerwahlhebel und Mechanik)
Vorderschaft (Handschutz oder Vertikalgriff)
Hinterschaft (Abschlusskappe, fester oder ausziehbarer Schaft)
Magazin

 

(Der jeweilige Grundtyp kann so auf die jeweiligen Anforderungen angepasst werden (MP5A, MP5K, MP5SD, …))

 


 
 
Kaliber 9 × 19 mm Parabellum produziert
Mindestgeschossgewicht von 100 grs. (100 Grains, 6,48 Gramm)
Unterschallmunition ein Mindestgeschossgewicht von 140 grs. (9,07 Gramm)

 

(Optimale Durchschlagskraft für Maschinenpistolen ist so gewährleistet und die höchste Wirksamkeit ist garantiert)

 


 
 
phosphatierte Oberflächen für hohe Belastbarkeit und Haltbarkeit
feststehendes Rohr
Einzelfeuer und Feuerstöße möglich
Gesamtlänge mit eingeklapptem Kolben nicht über 50 cm
Gesamtgewicht geladen nicht über 3,75 kg
bei -40 bis +43°C funktionsbereit
Visierung auf 50 m, 100 m und 150 m einstellbar
Streukreis:
auf 150 m, Streukreis 75 cm
auf 100 m, Streukreis 50 cm
auf 50 m, Streukreis 25 cm
(Treffgenauigkeit bei Einzelschuss)



(Somit das vielseitigste und zuverlässigste unter den Maschinenpistolen im 20. Jahrhundert)

Technik

Technische Angaben und Modelle

 

 

 


 
 
Die Standardausführungen: MP5 A
MP5 A1:
ohne Schulterstütze
MP5 A2:
feste Schulterstütze
MP5 A3:
einschiebbare Schulterstütze
MP5 A4:
modifizierte A2
MP5 A5:
modifizierte A3

 

(Der Klassiker, bis heute begehrt in aller Welt. Auf die MP 5 A1 bauen alle nachfolgende Modelle auf)

 


 
 
 
 
(A2+A4)
(A3+A5)
Länge:
680 mm
490 mm
(eingeschoben)
Breite:
150 mm
150 mm
Gewicht (leer):
2,45 kg
2,88 kg
Lauflänge:
225 mm
225 mm
Feuerrate:
ca. 800 Schuss/min
ca. 800 Schuss/min
effektive Schussweite:
ca. 100 m
ca. 100 meffektive
größte Schussweite:
ca. 1.500 m
ca. 1.500 m
Munitionszufuhr/
Magazingröße:
15 oder 30 Schuss
15 oder 30 Schuss

 

MP5 SD (SD= Schalldämpfer): War die erste Modifikation des MP 5 und bot die erste Waffenplattform dieser Art für Spezialstreitkräfte. Die Präzision und die optimale Schalldämpfung waren ein Verkaufsschlager und der Grund warum sich viele Spezialeinheiten bis heute an die MP 5 gebunden fühlen.

 

 

 


 
Das Spezialgerät: MP5 SD
MP5 D1:
Anschlussklappe
MP5 D2:
feste Schulterstütze
MP5 D3:
einschiebbare Schulterstütze
MP5 D4:
Anschlussklappe
MP5 D5:
feste Schulterstütze
MP5 D6:
einschiebbare Schulterstütze

 


 
 
 
(SD1+SD4)
(SD2+SD5)
(SD3+SD6)
Länge:
550 mm
780 mm
610 mm
(eingeschoben)
Höhe:
32 mm
32 mm
32 mm
Breite:
150 mm
150 mm
150 mm
Gewicht (leer):
2,80 kg
3,10 kg
3,40 kg
Lauflänge:
146 mm
146 mm
146 mm
Feuerrate:
ca. 800 Schuss/min
ca. 800 Schuss/min
ca. 800 Schuss/min
Munitionszufuhr/
Magazingröße:
15 oder 30 Schuss
15 oder 30 Schuss
15 oder 30 Schuss


 

MP5 K (K= Kurz): War der Nachfolger der ersten Spezial-Ausführungen. Der Konzern reagierte mit dieser Entwicklung auf die neuen Forderungen der Militärs. Die Waffe war nun weit aus kompakter, vielseitiger und durch ihr kurzes Format auch praktischer im Umgang. Sie ist eine neue Form der Nahbereichswaffe und ihre Wurzeln sind heute beim MP 7 sichtbar. Natürlich wurden auch hier alte Modifikationen und Erweiterungen übernommen. So findet man die ausklappbare Schulterstütze (erst H&K nutzen das Potenzial dieses bauliche Detail voll aus und konnten ihren Waffen so eine maximale Effizienz in allen Einsatzlagen geben) und den Schalldämpfer.

 

 


 


 
Der Bestseller(Special Forces): MP5 K
MP5 K:
mit Drehvisier
MP5 KA1:
starres Visier
MP5 KA4:
mit Drehvisier
MP5 KA5:
starres Visier

 


 
(K+KA1+A4+KA5)
Länge:
325 mm
Gewicht (leer):
2,00kg
Lauflänge:
215 mm
Feuerrate:
ca. 900 Schuss/min
effektive Schussweite:
ca. 100 m
größte Schussweite:
ca. 1.500 m
Munitionszufuhr/
Magazingröße:
15 oder 30 Schuss



Daneben gibt des noch Versionen für das „Plastik Training“ MP5 PT, eine reine Übungswaffe, die aber die Eigenschaften der MP 5 sehr gut simulieren kann.
Unbedingt zu erwähnen sind noch die Versionen/Modelle der MP5/40 A2, eine besondere Variante des Gewehrs für den amerikanischen Markt. Einzige wirkliche Veränderung ist das Hartplastik Magazin, das, wie auch beim Steyr-Gewehr schon bekannt, durchsichtig ist und so eine schnelle Auffassung der Munitionslage bzw. Einschätzung möglich macht. Ebenso für das amerikanische Militär, insbesondere der Special Forces gedacht, ist das MP5-N. Seine Spezifikationen (Wechsel der Feuermodi, Gewinde für Schalldämpfer und andere Modi) sind für US NAVY Seals angefertigt worden. Eine andere Spezialversion ist die MP5-F, die mit anderem Kaliber (stärkere Patrone für die französische Armee) und Ausrüstungsextras (dickere Gummiauflage, zweite Tragriemenbefestigung) aufwarten konnte.

Eine besondere Ausführung (ähnlich der MP 54) ist die HK 53, eine Version des Schnellfeuergewehr HK 33. Sie wurde für NATO Gewehrkaliber (5,56x45mm) entwickelt und hat nur geringe Absatzzahlen vorzuweisen.

Erfolgsgeschichte

Erfolg und Mythos

 

Die MP 5 tritt das Erbe der MP 40 an und dies zu Recht. Für die Ähnlichkeit beider Waffen sorgte die zu Anfang auch bei den MP 5 verwendeten „Stangenmagazinen“. Erst später wurden die „Bananenmagazine“ eingeführt, vor allem um Ladehemmungen vorzubeugen.

Man konnte aber nicht nur an den Mythos der MP 40 anknüpfen, sondern ihn noch weiter ausbauen. Das Prädikat - Made in Germany - in der Waffenindustrie wurde von der MP 5 deutlich mitgetragen. Mehr als 50 Länder sind Stammkunden bei H&K und wer einmal die Waffe für die eigenen Polizei-, Sicherheits- oder Militärkräfte geordert hat, der wird dank der Zuverlässigkeit und Effizienz zum Stammkunden.

 

 



Die Philosophie war und ist bis heute die ständige Weiterentwicklung dieser Waffe. Man geht dabei auf die Wünsche ein und versucht dem Trend einen Schritt voraus zu sein. Die MP 7 ist das Beispiel für die vorzügliche Arbeit.
Doch trotz der aufkommenden, Haus internen, Konkurrenz durch die MP 7 wird die MP 5 weiterhin den Waffenmarkt dominieren. Gründe sind auch das Rund-um-Paket von H&K, die viele Zusatzgeräte und auch waffentechnische Ergänzung nachliefern. Genau dieser Punkt macht den höheren Preis wieder wett und so bleibt eine Uzi oder MAC-10 immer hinter der MP 5 zurück.

Problematisch sind auch nicht die möglichen Nachbauten aus dem asiatischen Raum, da H&K ihre Betriebsgeheimnisse konsequent schützen, Produktionslizenzen nur nach sorgfältigen Kontrollen an die Länder übergeben und das Siegel Made in Germany heute und morgen die für die versprochene Qualität steht.

Interessant sind auch die vielen Nachbauten für Sportschützen. Sie verwenden das Design der MP 5 und benutzen unterschiedliche Kaliber und Modifikationen. Der Verkauf wird bereits dadurch angekurbelt, das die Waffe das Aussehen der MP 5 besitzt - vor allem in Amerika ist dieser Trend zu erkennen.

 



Die neue Generation von Maschinenpistolen muss diese Kultstatus erst einmal erreichen.
Die MP5 war über Jahre hinweg erfolgreich und wird es wohl noch lange sein.

Quellen

http://www.waffeninfo.net/waff_mp5.php (Letzter Aufruf 30.10.2009)
http://www.militarypolice.de/modules.ph ... cle&sid=47 (Letzter Aufruf 30.10.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/HK_MP5 (Letzter Aufruf 30.10.2009)
http://www.heckler-koch.de/Maschinenpistolen (Letzter Aufruf 30.10.2009)
http://www.whq-forum.de/cms/546.0.html (Letzter Aufruf 30.10.2009)
http://www.gunrack.de/blog/?p=5 (Letzter Aufruf 30.10.2009)
http://world.guns.ru/smg/hk_mp5_fs.jpg (Letzter Aufruf 30.10.2009)
http://www.rbgungraphics.com/hkmp5.html (Letzter Aufruf 30.10.2009)



Autor: Freiherr von Woye