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Das Thema




US (Lenkwaffen-) Zerstörer der Arleigh Burke-Klasse

 


 
Typ : Zerstörer
Namensgeber : Admiral Arleigh Burke
Anzahl : 65 genehmigte Einheit, 62 bereits in Dienst gestellt.
Erste Indienststellung : 1991
Länge : 154-156 Meter (je nach Bauart)
Breite : 20 Meter
Tiefgang : 9,5 Meter
Verdrängung : 8300-9217 Standarttonnen
Besatzung : 300 und mehr Besatzungsmitglieder,
davon 23-32 Offiziere
Maschine : 2 Propeller werden aus 4 Gasturbinen angetrieben,
insgesamt 100000 WellenPS
Standardgeschwindigkeit: 31kn
Reichweite (bei 20kn): 4400 Seemeilen
Bewaffnung : 90-96 VLS-Zellen (Mark 41 Abschussrampen),
2 Dreifach Torpedowerfer,
1 127mm Geschütz
Kosten : 960 Millionen US-$

Einleitung

Die Lenkwaffenzerstörer der Arleight Burke-Klasse wurde nach dem am 1. Januar 1996 in Bethesda(Maryland) verstorbenen Admiral Arleight Burke benannt. U.a. bekam er das Purple Heart, das Navy Cross sowie die Navy Distinguished Service Medal.

Der Zerstörer der Arleigh Burke-Klasse ist der momentan modernste Zerstörer der USA und wahrscheinlich auch der ganzen Welt. Er wurde als Ersatz für die bereits veralteten Lenkwaffenzerstörer (DDG) der Charles F. Adams-Klasse und der Farragut-Klasse geplant. Die Entwicklung begann schließlich 1980, 11 Jahre vor der Indienststellung der ersten Einheit, des Typschiffs USS Arleigh Burke. Die Rolle als Planungswerft übernahm dabei in Abstimmung mit den zuständigen Behörden der US Navy die Werft "Bath Iron Works", welche wiederrum eine Werft des General Dynamics Konzerns ist.

Bau/Bewaffnung

Gebaut werden die Schiffe in der bereits genannten Bath Iron Works in Bath, Maine sowie in der "Ingalls Shipbuilding Werft" in Pascagoula, Mississippi, welche wiederrum zu Northrop Grumman gehört. Der Bau eines Schiffes dauert ca. 16 Monate, wobei jedes danach bis zur Indienststellung noch 12-18 Monate in der Ausrüstung und bei Erprobungsfahrten befindet. Er besitzt nur eine kleine Artilleriebewaffnung, da man sich mittlerweile besser als früher auf moderne Techniken wie Radar, Sonar und Zielleitsysteme verlassen kann. Dies ist neben dem Kosten/Nutzen-Faktor einer der Gründe, warum die Zerstörer der Arleigh Burke-Klasse lediglich ein 12,7cm Geschütz mit Kaliberlänge 54 (später Kaliberlänge 62) als Hauptartillerie besitzt. Insgesamt transportiert ein Zerstörer dieser Klasse 500 Schuss Munition für das Geschütz.
Neben diesem Geschütz verfügt diese Schiffsklasse außerdem über zahlreiche Mittelartilleriegeschütze die überwiegend zur direkten Schiffsverteidigung eingesetzt werden. Desweiteren verfügt jede Einheit neben den Aufbauten auf beiden Schiffsseiten einen Torpedowerfer mit je 3 Torpedos. Zur Luftverteidigung besitzen die Schiffe der Arleigh Burke-Klasse außerdem noch zahlreiche Flak-Geschütze die mit dem AEGIS-System gekoppelt sind. Diese sind im genauen gesehen Gatlinggeschütze vom Typ Phalanx CIWS.

Die Hauptbewaffnung der Lenkwaffenzerstörer der Arleigh Burke-Klasse sind jedoch die Abschussanlagen für Lenkflugkörper. Eine Einheit hat jeweils 2 Abschussbereiche, eine im vorderen und eine im hinteren Teil des Schiffs. Dies sind Abschussvorrichtungen des Typs MK 41, insgesamt gibt es auf jeder Einheit 90 Zellen, unterteilt in den beiden Abschussvorrichtungen.
Die Standartbewaffnung für diese Abschussanlagen sind die Standard-Missile-2-Flugabwehrrakete (Die auch gegen Seeziele verwendet werden kann) sowie die RUM-139-Raketentorpedos. Außerdem verfügen die Schiffe über einige BGM-109 Tomahawk Marschflugkörper. Einheiten der Modifikation FlightIIA verfügen außerdem über die modernere Flugabwehrrakete RIM-162 Evolved Sea Sparrow Missile (kurs ESSM).

Die Zerstörer der Arleigh Burke-Klasse können damit auch auf sich selbst gestellt ganze Landstriche verwüsten.

Zur Erfassung von Zielen darf sich die Zielleitsstelle an einem AEGIS-Radarsystem austoben. Es kann eine enorme Anzahl Energie bündeln um ein Ziel über enorme Reichweiten zu orten. Auf ein Ziel gerichtet kann es dabei selbst elektronische Bauteile zerstören. Außerdem verfügt das Schiff über Störsender.

Weitere Informationen

Der maximal veranschlagte Preis lagen laut Planungsauftrag bei 1162,8 Millionen US-$. Letzten Endes wurden es nur 960 Million US-$. 30% des Navybudgets für Schiffsneubauten gehen pro Jahr in den Bau dieser Zerstörer drauf. Dennoch wird trotz Sparplan der US-Regierung fast jedes Jahr zusätzliches Budget für die Streitkräfte abgezweigt. Das kommt auch der Navy zugute. Die meisten dieser zusätzlichen Ausgaben werden versucht zu tarnen.
In dem Film "Battleship" (2012) wurde die USS John Paul Hones (DDG-53), ein Schiff dieser Klasse, eine Hauptrolle gegeben. Im Jahr 2000 unternahm die Al-Qaida einen Bombenanschlag auf die USS Cole als es in Aden vor Anker lag um Treibstoff zu Bunkern. Dabei starben 2 Terroristen sowie mehrere Matrosen. Die USS Dunham (DDG-109) wurde 2002 in Auftrag gegeben. Namensgeber ist zwischengeschoben ein gefallener Angehöriger der Army, welcher sich auf eine Handgranate warf und somit vielen Soldaten seines Zuges das Leben rettete. Ihm wurde post-mortem die Medal of Honour verliehen, Amerikas höchste Militärauszeichnung für Tapferkeit.
Die Arleigh Burke-Klasse wird seit 1991 aktiv von der US Navy verwendet. Mittlerweile sind von 65 genehmigten Zerstörern 61 in Dienst. Ein Schiff dieser Klasse hat standartmäßig eine Verdrängung von 8300-9217 Tonnen wobei es zwischen 154-156 Meter lang und 20 Meter breit ist. Sie haben einen Tiefgang von rund 9,5 Meter. An Bord dieser Schiffe dienen in der Regel mehr als 300 Matrosen, wobei davon 23-32 Offiziere sind.
Ihre 2 Propeller werden von 4 Gasturbinen angetrieben, womit das Schiff eine Standartgeschwindigkeit von 31kn rausholen kann. Im Notfall kann diese Geschwindigkeit für einige Minuten deutlich überschritten werden. Bei einer Geschwindigkeit von 20kn hat dieses Schiff ohne Versorgung eine Reichweite von 4400 Seemeilen. Es gibt insgesamt 3 verschiedene Ausführungen dieser Schiffsklasse (genannt Flights). In der letzten Modifikation wurden der Klasse u.a. zur permanenten Stationierung von 2 Hubschraubern ein kleiner Hangar hinzugefügt.
Die japanische Marine hat eine leicht abgeschwächte Version mit 4 Einheiten, genannt Kongo-Klasse. Außerdem haben sie vor 3 weitere Schiffe des Baumusters IIA unter der Bezeichnung Atago-Klasse in Lizenz zu bauen.
Im Vergleich zu den vorherigen Schiffswaffen ist die Arleigh Burke-Klasse nicht nur mit modernster Technik versehen wurden. Viele neue Methoden wurden bereits in den Plänen berücksichtigt. Des Weiteren wurde auch Wert auf eine gute Stealthfähigkeit gelegt. Die starke Bewaffnung sowie die oben genannte Fähigkeit sowie die modernere Bauweise macht die Arleight Burke-Klasse zu einer logischen und wirkungsvollen Ersatz für die veralteten Zerstörer der Charles F. Adams-Klasse sowie der Farragut-Klasse.
 

 



Die Zerstörer sollen mindestens bis 2030 in Dienst bleiben. Momentan sind die Schiffe dieser Klasse nun die einzigen Zerstörer der US Navy. Aufgaben sind die eigenstädige Bekämpfung von Zielen, die Aufklärung, Unterstützung der Truppen an Land, Flugabwehr und Geleitschutz für Flugzeugträger und Transportschiffe. Heutzutage übernehmen immer mehr Militärschiffe auch Forschungsaufgaben. Eine andere wichtige Aufgabe ist das "Flagge zeigen" in Häfen anderer Nationen. So ist zum Beispiel häufig ein Schiff in Taiwan stationiert, da es die Volksrepublik China vor Angriffen auf ihre "abtrünnige Provinz" abhalten soll. Dabei ist stets der schmale Grat zwischen Rettung von vielen Menschen und Krieg zu erachten. Laut US-Doktrin gilt es bereits als Kriegsgrund wenn eine Waffe einer anderen Nation auch nur den Lack eines Militärgeräts der Vereinigten Staaten von Amerika ankratzt.
Einsatzgebiete sind dabei alle Flotten der US Navy, egal ob Atlantik, Pazifik oder sonst wo. Vorrangig zu finden sind sie jedoch in Kampfgruppen als Geleitschutz für Flugzeugträger und andere wichtige Schiffe. Ein momentan wichtiger Stationierungspunkt ist der Nahe Osten.


Schiffsliste

DDG 51 ARLEIGH BURKE
DDG 52 BARRY
DDG 53 JOHN PAUL JONES
DDG 54 CURTIS WILBUR
DDG 55 STOUT
DDG 56 JOHN S MCCAIN
DDG 57 MITSCHER
DDG 58 LABOON
DDG 59 RUSSELL
DDG 60 PAUL HAMILTON
DDG 61 RAMAGE
DDG 62 FITZGERALD
DDG 63 STETHEM
DDG 64 CARNEY
DDG 65 BENFOLD
DDG 66 GONZALEZ
DDG 67 COLE
DDG 68 THE SULLIVANS
DDG 69 MILIUS
DDG 70 HOPPER
DDG 71 ROSS
DDG 72 MAHAN
DDG 73 DECATUR
DDG 74 MCFAUL
DDG 75 DONALD COOK
DDG 76 HIGGINS
DDG 77 O'KANE
DDG 78 PORTER
DDG 79 OSCAR AUSTIN
DDG 80 ROOSEVELT
DDG 81 WINSTON CHURCHILL
DDG 82 LASSEN
DDG 83 HOWARD
DDG 84 BULKELEY
DDG 85 MCCAMPBELL
DDG 86 SHOUP
DDG 87 MASON
DDG 88 PREBLE
DDG 89 MUSTIN
DDG 90 CHAFEE
DDG 91 PINCKNEY
DDG 92 MOMSEN
DDG 93 CHUNG-HOON
DDG 94 NITZE
DDG 95 JAMES E WILLIAMS
DDG 96 BAINBRIDGE
DDG 97 HALSEY
DDG 98 FORREST SHERMAN
DDG 99 FARRAGUT
DDG 100 KIDD
DDG 101 GRIDLEY
DDG 102 SAMPSON
DDG 103 TRUXTUN
DDG 104 STERETT
DDG 105 DEWEY
DDG 106 STOCKDALE
DDG 107 GRAVELY
DDG 108 WAYNE E MEYER
DDG 109 JASON DUNHAM
DDG 110 WILLIAM P LAWRENCE
DDG 111 SPRUANCE

Zum Schluss

Zukünftig werden die letzten 3 Einheiten, nach dem eine Ende 2012 in Dienst gestellt wird, unter Flight III in Dienst gehen. Flight III wird u.a. eine verbesserte Elektronik aufweisen. Außerdem wird diskutiert, ob die Antriebe nach und nach auf atomare Antriebe umgerüstet werden sollen. Des Weiteren wird aufgrund der fortschrittlichen Technik im EMP-Bereich sowie der Störsignale zukünftig wie auf früheren Kreuzern ein 2-3rohriges hochkalibriges Geschütz statt ein einrohriges kleineres einzusetzen. Dies stößt bei vielen der Verfechter des Kosten/Nutzen-Faktors gleichermaßen auf Abstoßung wie auch auf Einsehen. Die Schiffe dieser Klasse sollen voraussichtlich bis mindestens 2030 in Dienst bleiben.