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Das Thema

LEE-ENFIELD
303 (7,7 mm)


 

Vorwort

Die britische Armee verwendete im Zweiten Weltkrieg Gewehre vom gleichen Typ wie im Ersten Weltkrieg. Zum Teil waren die Waffen noch aus Kriegsbeständen vorhandeln, zum Teil waren es aber auch verbesserte Versionen Das ursprüngliche Lee- Enfield- Gewehr war 1895 entwickelt und 1902 zur Standardwaffe erklärt worden. Es galt zu jener Zeit als eine der besten Waffen seiner Art, besonders aufgrund des 10- Schuss- Magazins und der für ein manuell geladenes Gewehr hohen Feuergeschwindigkeit. Verschiedene Versuchswaffen wurden zwischen den Kriegen entwickelt, konnten sich aber aus ökonomischen Gründen nicht durchsetzen. Die großen Bestände an Munition an Kaliber .303 und den entsprechenden Lee- Enfield- Gewehren aus dem Ersten Weltkrieg sorgten dafür, dass dieser Typ in verschiedenen Modellen weiterverwendet wurde. Daher es zwar bei minimalen Veränderungen, dennoch sind die Bezeichnungen der verschiedenen Varianten verwirrend. Am meisten verwendet wurde sicherlich der Typ Nr. 4 Mk. 1, dessen Serienproduktion in den 1930er- Jahren begann und bis 1945 weiterlief. Neben speziellen Scharfschützen- Modellen gab es auch eine Kurzversion für den Dschungel, die sich allerdings in keiner Weise bewährte.

 

 
 
Allgemeines
Militärische Bezeichnung: (Short Magazine) Lee-Enfield Rifle
Einsatzland: Vereinigtes Königreich, versch. Commonwealth-Staaten
Entwickler/Hersteller: James Paris Lee / Royal Small Arms Factory
Entwicklungsjahr: 1888
Herstellerland: Vereinigtes Königreich
Produktionszeit: 1888 / 1895 bis 1950 (GB), 1963 (Indien)
Modellvarianten: ca. 40
Waffenkategorie: Gewehr
 
Ausstattung
Gesamtlänge: 1133 mm
Gewicht: 3,93 kg
Lauflänge: 640 mm
 
Technische Daten
Kaliber: .303 British
Magazinfüllungen: 10 Patronen
Munitionszufuhr: Ladestreifen / Metallmagazin
Kadenz: 20–30 Schuss/min
Feuerarten: Einzelfeuer
Visier: Kimme und Korn bzw. Diopter
Verschluss: Kammerstengel-Repetierer
Ladeprinzip: manuell


Geschichte

Geschichte

 

Der damalige Vorgänger des Lee-Enfield Gewehrs war ein von James Paris Lee 1879 entwickeltes und patentiertes Repetiergewehr, dessen Zylinderverschluss jedoch auch deren Abzugmechanismus und auch deren Magazin das eine Kastenform hatte im Grundbau bereits den später von den Engländern eingeführten und auch eingesetzten Waffen entsprachen. Da Lee seine Gewehrerfindung zur Serienreife weiter entwickeln lassen wollte und auch die Firma Sharps Rifle Manufacturing Company an der Herstellung dieses Repetiergewehrs sehr großes Interesse zeigte, darauf hin wurde dann 1876 eine Vereinbarung zwischen Lee und mit der Firma getroffen, dass das Gewehr bei Sharps zur Produktionsreife gebracht werden sollte und von der dort neu eingerichtete Lee Arms Company Bridgeport hergestellt werden. Da der leitender Ingenieur Hugo Borchardt, die Firma im September 1878 wegen persönlichen gründen verließ, wurde die Fertigstellung der ersten Gewehrgeneration in den damaligen Kaliber von .45-70 Government so stark verzögert, dass die geplanten Tests bei der US-Army verschoben werden mussten. Zum Schluss wurden etwa 300 Gewehre von der Lee Arms Company produziert. Nach dem Ende der Lee Arms Company und der Schließung deren Werke wurde die Produktion der Lee-Militärrepetierer dann mit Erfolg von der Remington Arms übernommen und weiter geführt, diese Firma produzierte zwischen 1880 und 1907 über 100.000 dieser Waffen.

 

 



Das aller erste in Großbritannien hergestellte Lee-Gewehr war das Modell mit der Bezeichnung Lee Metford Rifle Mark I dieses besaß einen Lauf mit sieben Zügen der Entwickler war mit William Ellis Metford. Dabei verschoss dieses Gewehr eine noch mit Schwarzpulver geladene Randpatrone im den damaligen Kaliber .303. Dabei fasste das Magazin acht Schuss. Ab 1888 ersetzte dieses Gewehr das damalige Standard in der britischen Armee das einschüssige Martini-Henry-Gewehr. Ab 1892 dann kam eine Variante des Lee-Metford, das verbesserte Mark I dazu und noch im gleichen Jahr folgte auch noch das Mark II mit einem größeren Magazin von 10 Schuss, außerdem wurde dann auch noch eine Patrone mit rauchlosem Corditpulver in die Armee mit eingeführt. Die letzten Waffen die dann noch später mit einen Metford-Lauf ausgerüstet waren, waren die Modelle von 1894 das Karabiner und das Modell Mark II von 1895 dieses besaß eine zusätzlicher Sicherung. Außerdem wurde 1895 noch das Rifle, Magazine, Lee Enfield Mark I hergestellt und eingeführt, eine Besonderheit bei diesem Gewehr war das der Lauf zur Anpassung an die neue Munition mit tieferen Zügen versehen wurden war. Später wurde dieses dann durch das Lee Enfield Rifle, kurz SMLE Rifle ersetzt.

Einsatz

Einsatz im zwanzigsten Jahrhundert

 

Das erste Enfield das Mark I erschien gegen 1902-03. Heute noch wird diese Waffe gerne als Jagdwaffe benutzt. Besonders wird diese Waffe noch gerne In einigen Commonwealth-Staaten, z.B. Kanada, Indien und auch bei der dortigen Polizei- oder Reserve-Einheiten der Armee verwendet. Auch wurde die Enfield gerne von den Canadian Rangers eingesetzt und sie wurden auch von Anfang an damit ausgestattet. Im Afghanistan-Krieg benutzten viele afghanische Mudjahedin alte Lee-Enfields.
Durch den hervorragenden Schlossgang ist es mit diesem Repetiergewehr möglich, 20 Schüsse pro Minute abzugeben. Bei dem Training der britischen Soldaten legte man hohen Wert auf eine schnelle Schussfolge und auf das genaue zielen, da die Briten zunächst wenige Maschinengewehre besaßen und eingesetzt hatten. Dieses zeigte sich schon bereits in den ersten Tagen des Ersten Weltkrieges an den hohen Verlusten die es auf deutscher Seite gab. Dabei hatte das Enfield durch eine schnelle Schussfolge das es nicht sehr oft in dieser Zeit gab und für ein Repetiergewehr mit einer Munitionskapazität von zehn Patronen sehr vorteilhaft war. Anfangs gab es aber auch Versionen, bei denen man auch den Magazinschacht selber sperren konnte, so dass man jeden Schuss einzeln durch die Auswurföffnung laden konnte. Etwas später gab es auch Versionen des Lee Enfields das auch als Scharfschützengewehre genutzt werden konnte. Bei den ersten Versionen des Enfield wurde noch von oben mit Ladestreifen die Munition zugeführt, dabei befestigte man die Zielfernrohre seitlich am Gewehr. Diese Anordnung der Zieloptik war aber keine optimale Lösung, wie sich später herausstellte. Bei späteren Versionen die dann aber schon mit den Nato Kaliber 7,62 mm versehen wurden erhielten diese Gewehre die Zielfernoptik über dem Lauf.

 

 

 

Funktion eines Ladestreifens

 


 
 
Allgemeines
Kaliber: .303 British,
7,7 × 56 mm R
Hülsenform: Randpatrone
 
Maße
Ø Hülsenschulter: 10,19 mm
Ø Hülsenhals: 8,58 mm
Ø Geschoss: 7,87–7,93 mm
Ø Patronenboden: 11,68 mm
Hülsenlänge: 56,44 mm
Patronenlänge: 77 mm
 
Gewichte
Geschossgewicht: 8,1–11,7 g
(125–180 grain)
Pulvergewicht: 2,43 g
Gesamtgewicht: 24,9–25,4 g
 
Technische Daten
Geschwindigkeit V0: 740 m/s
Geschossenergie E0: 3200 J

 

Zum ersten Mal in der Geschichte der britischen Armee wurde ein Magazin für ein Gewehr den Lee-Metford das später in Lee-Enfield umbenannt wurde eingeführt diese Magazine wurden extra in der Waffenfirma Royal Small Arms Factory gefertigt und verbaut. Deswegen wurde auch eine neue Patrone benötigt. Dabei handelte es sich um den Patronentyp .303 Lee-Metford mit einen vernickeltem Vollmantelrundkopfgeschoß mit einen Gewicht von 13,9 g. Zuerst wurde diese Patrone mit einer Treibladung aus Schwarzpulver verwendet, später wurde die Patrone auf eine Cordit-Ladung von 2,05 g umgestellt und verwendet. Ab 1911 wurde die Patrone mit einem Spitzgeschoß versehen und eingesetzt. Nach dieser Änderung wurde die Patrone von den Hersteller als .303 British Lee-Enfield Mk.7 bezeichnet. Obwohl diese Patrone durch den Hülsenrand schon in verschiedene Repetiergewehren zu Störungen führte, wurde sie auch in Maschinengewehren des Typs Bren, Hotchkiss, Browning, Maxim, Vickers, Lewis, Madsen verwendet. Durch diese vielseitige Verwendung der Patrone kam es dazu das viele andere Staaten diese auch benutzten, so zum Beispiel Japan, Kanada, Portugal, Russland, Türkei und die USA.
Die Patrone wurde aber hauptsächlich in Gewehren von Staaten des Commonwealth eingesetzt. Heutzutage werwendet die britische Armee diese Patrone nicht mehr, sie wird aber immer noch heute in vielen anderen Staaten von Militär und Polizei benutzt und eingesetzt.

 

 

 

Einzelteil Zeichnung der Lee Enfield