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Portrait

S.M.S. Schleswig-Holstein

 

 

 

I. Grundlegendes
II. Erster Weltkrieg
III. Die Zeit zwischen den Weltkriegen
IV. Zweiter Weltkrieg
V. Die Letzten Jahre der Schleswig-Holstein
VI. Schiffsdaten
VII. Liste der Kommandanten

Kaiserreich

I. Grundlegendes

 

 

 

Die SMS Schleswig-Holstein war ein Linienschiff und das letzte von fünf Schiffen der Deutschland-Klasse in der Kaiserlichen Marine (Die 10 Schiffe der der Braunschweig- und Deutschland-Klasse sahen sich äußerlich sehr ähnlich.). Schon am 7. Dezember 1906 lief die Schleswig-Holstein bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel. Den 6. Juli 1908 wurde sie in Dienst gestellt und in das II. Linienschiffgeschwader eingegliedert. Dieses nahm auch an der historischen Skagerrak-Schlacht teil. Die S.M.S. Schleswig-Holstein war noch ein Vor-Dreadnought Schiff. Daher wurde es als eines von wenigen übrig gebliebenen großen Schiffen nach dem Ersten Weltkrieg dem Deutschen Kaiserreich belassen und in die Reichsmarine - später auch in die Kriegsmarine übernommen. Es diente bis 1935als Flaggschiff der Flotte und danach als Schulschiff für angehende Offiziere.

 

II. Erster Weltkrieg

 

 



Am 31. Mai 1916 war die Schleswig-Holstein in die Skagerrak-Schlacht verwickelt und dennoch eines der letzten Schiffe in der Kiellinie der Schlachtflotte und bekam nur gelegentlich Berührung mit feindlichen (britischen) Kampfeinheiten. Sie musste nur einen einzigen Treffer einer 34,3-cm-Granate in die VI. 17 cm-Kasematte einstecken. Dass brachte drei Mann sofort um und weitere acht Soldaten wurden verwundet.

Weimar

III. Die Zeit zwischen den Kriegen

 

Bild



Einmal im Jahre 1925 und ein zweites mal 1926 wurde die S.M.S. Schleswig-Holstein auf damals moderne Standards aufgerüstet. Durch Ölgefeuerte Dampfkessel wurden die vier kohlegefeuerten Dampfkessel ersetzt. Das minimierte den Rauchausstoß erheblich. So entfernte man die vorderen beiden der ursprünglich drei Schornsteine und verband allen Schadstoffausstoß in einem einzigen. Außerdem entfernte man den vorderen Mast und ersetzte ihn durch einen sogenannten Röhrenmast, der auf einer Plattform den Artillerieleitstand mit einem optischen Entfernungsmesser trug.

2. Weltkrieg

IV. Zweiter Weltkrieg

 

 

 

Die Schleswig-Holstein beschießt die Westerplatte (Originalaufnahme)



Den 1. September 1939 hielt die Schleswig-Holstein offiziell zu einem Freundschaftsbesuch in der Danziger Bucht auf. Doch unter Vorwand des inszenierten "Angriffs" der Polen (Adolf Hitler: „Seit 05:45 Uhr wird zurückgeschossen.“), eröffnete die Schleswig-Holstein vom Hafenkanal aus das Feuer auf die polnische Stellung auf der Westerplatte, die zur Freien Stadt Danzig gehörte. Diese Schüsse, und der Einmarsch deutscher Truppen in Polen waren der Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa. Außerdem wurde ein Marinestoßtrupp von 225 Mann durch die Schleswig-Holstein angelandet, um die Wachbesatzung des Munitionsdepots auf der Halbinsel niederzukämpfen, was aber nicht vollständig gelang. Erst am 7. September gelang es den Angreifern, die Stellungen zum Aufgeben zu zwingen, nachdem durch weiteren Beschuss und Stuka-Angriffe deren Wasserversorgung zerstört worden war.
(Die ersten Kampfhandlungen kamen von einer Stuka Abteilung, die eine Kleinstadt bombardierte, weil dort eine Kavallerieeinheit vermutet wurde. Der Angriff der Schleswig-Holstein war für die Propaganda aber schöner und besser aufzumachen)


Im Jahre 1940 nahm sie an der Operation Weserübung teil, bei der sie mit anderen Marinestreitkräften die dänische Hafenstadt Nyborg besetzte. Sie unternahm dann verschiedene kleinere Fahrten als Schulschiff und legte dabei zwischen 1941 und 1944 insgesamt zirka 6.000 Seemeilen zurück. Ende 1944 wurde sie vermehrt mit Flak ausgerüstet, um als Flakschiff zu dienen.

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Das Schiff wurde am 18. Dezember 1944 vor Gotenhafen/Gdynia durch drei Fliegerbomben schwer beschädigt und sank auf ebenem Kiel in 12 m Wassertiefe. Durch die drei Bomben kamen 28 Mann um und 53 wurden verwundet. Drei Pumpendampfer sollten anschließend das Schiff lenzen, was aber nicht gelang. Das Leck, verursacht durch eine Bombe, die das gesamte Schiff durchschlug und anschließend unter dem Kiel explodierte, war zu groß.

 

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Am 20. Dezember brach ein Brand aus, der 12 Stunden lang wütete und die Aufbauten nahezu vollständig zerstörte.

 

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Am 25. Januar 1945 wurden Flagge und Wimpel zum letzten Mal niedergeholt. Der Großteil der Besatzung wurde anschließend zur Verteidigung der Marienburg eingesetzt.

 

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Am 21. März 1945 wurde die Schleswig-Holstein bei der endgültigen Aufgabe von Gotenhafen gesprengt.

 

V. Die letzten Jahre der Schleswig-Holstein

 

Nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht im Mai 1945 forderte die Sowjetunion das alte Schiff als Kriegsbeute. 1946 begannen die Abdichtungsarbeiten, und es gelang, das Schiff schwimmfähig zu machen. Es wurde nach Tallinn geschleppt und dort zum Zielschiff umgebaut. Bis 1955 wurde es als Ziel angelaufen und beschossen. Heute liegt es im ehemaligen Übungsgebiet der sowjetischen Marine bei der estnischen Insel Ordensholm auf Grund.

 

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Die Schiffsglocke der Schleswig-Holstein befindet sich heute im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden.

Daten

 
VI. Schiffsdaten
 
Schiffstyp Linienschiff
Schiffsklasse Deutschland-Klasse
 
Baubezeichnung:
Linienschiff Q
Rufzeichen (Signalverkehr):
SX
Kiellegung:
18. August 1905
Stapellauf (Schiffstaufe):
7. Dezember 1906
Indienststellung:
6. Juli 1908
Bauwerft:
Germaniawerft in Kiel
Besatzung:
35 Offiziere und 708 Mann;
als Schulschiff: 820 Mann (davon 360 Kadetten)
Baukosten:
24,972 Mio. Goldmark
 
Schwesterschiffe
SMS Deutschland, SMS Hannover, SMS Pommern, SMS Schlesien
 
Technische Daten
Konstruktionsverdrängung:
13.190 t
Maximale Einsatzverdrängung:
14.220 t
Länge: über Alles:
127,60 m
Wasserlinie:
125,9 m
Breite:
22,20 m
Tiefgang:
8,23 m
Maschinenanlage:
12 Dampfkessel (4 kohle-, 8 ölgefeuert)
3 stehende 3-Zylinder-Dreifachexpansions-Dampfmaschinen
Anzahl der Schrauben:
1 vierflügelig 4,5 m und 2 dreiflügelig 4,8 m
Wellenumdrehung:
115/122 U/min
Leistung:
19.330 PSi
Leistung an den Wellen:
6.166 PS pro Welle
Höchstgeschwindigkeit:
18,2 kn
Fahrbereich:
ca. 4.800 sm bei 10 kn
Brennstoffvorrat:
ca. 1720 Tonnen Kohle (ab 1925: 1380 t)
zusätzlich ab 1915:
200 t Öl

 

 

 


 
Panzerung
Gürtelpanzer:
240 mm
Deck:
40 mm
Türme:
Barbetten
280 mm
250 mm
Kommandoturm:
300 mm vorn/achtern 140 mm
Zitadelle:
160–170 mm
 
Bewaffnung nach Indienststellung
Geschütze 28 cm L/40 C/01:
4 (in zwei Doppeltürmen)
Waffenreichweite 28 cm:
19,1 km bei 31°
Geschütze 17 cm L/40:
14 (in Kasematten)
Waffenreichweite 17 cm:
20,1 km bei 22°
Geschütze 8,8 cm L/35:
20
Torpedorohre 45 cm:
6 unter Wasser (4 seitlich, 1 Bug und 1 Heck)
 
Bewaffnung In der Reichsmarine
Geschütze 28 cm L/40 C/01:
4 (in zwei Doppeltürmen)
Geschütze 15 cm L/45:
14 (in Kasematten)
Geschütze 8,8 cm L/45:
4
Torpedorohre 50 cm:
4 schwenkbar im Batteriedeck
(in den vordersten und achtersten Kasematten beider Seiten)
 
Bewaffnung
Geschütze 28 cm L/40 C/01:
4 (in zwei Doppeltürmen)
Geschütze 10,5 cm L/45:
6 als Flak
Geschütze 4 cm:
10 Bofors-Flak
Geschütze 2 cm:
22 als Flak (in Vierlings- und Doppel-Lafetten)


Kommandanten


 

 
VII. Liste der Kommandanten
 
Kapitän zur See von Holleben
6. Juli 1908 bis September 1910
Kapitän zur See Boedicker
September 1910 bis September 1913
Kapitän zur See Uthermann
Oktober 1913 bis Januar 1916
Kapitän zur See Varrentrapp
Januar 1916 bis 2. Mai 1917
 
1. Februar 1926 bis 20. September 1940
Kapitän zur See Gottfried Hansen
1. Februar bis 30. September 1926
Kapitän zur See Wilhelm Rümann
1. Oktober 1926 bis 28. September 1928
Kapitän zur See Siegfried Maßmann
29. September 1928 bis 25. Februar 1930
Kapitän zur See Reinhold Knobloch
26. Februar 1930 bis 29. September 1931
Kapitän zur See Friedrich Götting
5. Oktober 1931 bis 26. September 1933
Kapitän zur See Karlgeorg Schuster
27. September 1933 bis 28. Februar 1935
Kapitän zur See Conrad Patzig
28. Februar bis 6. Oktober 1935
Kapitän zur See Günther Krause
7. Oktober 1935 bis 2. Mai 1937
Kapitän zur See Hans Feldbausch
15. Mai 1937 bis 7. Juni 1938
Kapitän zur See Gustav Kieseritzky
8. Juni 1938 bis 25. April 1939
Kapitän zur See Gustav Kleikamp
26. April 1939 bis 28. August 1940
Korvettenkapitän Guido Zaubzer
29. August bis 20. September 1940 (Wachkommando)
 
20. Januar 1941 bis 31. März 1943
Fregattenkapitän Roegglen
20. Januar bis April 1941
Korvettenkapitän Guido Zaubzer
April bis Mai 1941 (Wachkommando)
Korvettenkapitän Rigauer
Mai 1941
Kapitän zur See Hennecke
Mai bis Oktober 1941
Korvettenkapitän Rigauer
Oktober bis November 1941
Korvettenkapitän von Oechelhaeuser
November 1941 bis Mai 1942
Fregattenkapitän Asmus
Mai 1942
Korvettenkapitän von Oechelhaeuser
November Mai 1942 bis 31. März 1943


Quellen

http://www.deutsche-schutzgebiete.de (Letzter Zugriff 14.09.2010)
http://www.kaiserliche-marine.de (Letzter Zugriff 14.09.2010)
http://www.wikipedia.org (Letzter Zugriff 14.09.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de (Letzter Zugriff 14.09.2010)
http://www.youtube.com/watch?v=NgENjoWBFf4 (Letzter Zugriff 14.09.2010)



Autor: Klomhardt