1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)

Das Thema

Ausonia
Träger des Reiches




Als eine Neuerung des Ersten Weltkrieg zählen die Schiffe, die für Flugzeuge eine Basis boten. Anfangs als Flugzeugmutterschiffe bezeichnet wurden daraus die späteren Flugzeugträger. Entwicklungspioniere waren die USA und England. Aber auch in der kaiserlichen Marine wurden solche Schiffe gebaut bzw. geplant.

Allgemeines

Allgemeines




In der Vergangenheit wurden bereits mehrere frühere Handelsschiffe zu "Flugzeugmutterschiffen" umgebaut, die jeweils zwei bis vier Flugzeuge tragen konnten das war für größere Operationen zur See unzureichend. Also entschied man sich das bei Blohm & Voss zuvor auf Kiel gelegte und am 15. April 1915 vom Stapel gelassene Passagierschiff welches eigentlich für Italien bestimmt war, für deutsche Zwecke umzubauen. Zuvor sollten der große Kreuzer Roon zum Flugzeugmutterschiff und der kleine Kreuzer Stuttgart zum Seeflugzeugträger umgebaut werden, doch wurden diese Umbauten nie fertig gestellt.
Die italienische Firma Sitmar war ebenso daran beteiligt. Die deutsche Flugzeugträgerentwicklung begann seit dem Jahr 1918, gerade weil die Technik, durch den Weltkrieg beflügelt, mit großen Schritten voranschritt.

Ein sogenanntes "Full-Flight" Deck war geplant und sollte auf beiden Seiten die Flugzeuge aufnehmen. Es wurde auch an einen Anhänger für Wasserflugzeuge gedacht und angebracht. Der Hanger an Board war Vorbild die spätere "Graf Zeppelin". Dabei waren Seeflugzeuge, Starflügler und Klappflügler eingeplant und die spätere HMS Courageous darf als weiter entwickeltes Pendent gesehen werden.
So waren 13 Starflügler, 19 Wasserflugzeuge und 10 Räderfahrwerkflugzeuge für verschiedenen Hanger vorgesehen. Möglich sollten 2 Hanger für Räderwerkflugzeuge sein (270 Fuß lang) und einen großen Hanger für Seeflugzeuge (422 Fuß lang).

Flugzeugdampfer

"Flugzeugdampfer I"

 

Die Planung wird mit gewohnter deutscher Gründlichkeit angegangen, man schaute sich erstmal Flugzeugträger anderer Nationen an. Die Deutsche Delegationen besuchten die HMS Furious und ebenso die Akagi. Dabei war die Auswahl ist wohl nur moderat günstig, die HMS Furious ist durch ihre gesamte Karriere hindurch ein skurriles Schiff gewesen und die Akagi stand kurz vor einem massiven Umbau, als die Deutschen sie inspizierten. Also nur schlechte Vorbilder in dieser Hinsicht, doch wenigstens hatte die Deutsche Marine nun einen Anhaltspunkt.
Ähnlich wie die andere Träger, der damaligen Zeit sollte es ein langes Landedeck auf dem Achterschiff haben und ein kürzeres Startdeck auf dem Vorschiff, von dem aus die Flugzeuge direkt aus dem Hangar starten konnten. Die bereits operierenden britischen Träger (wie HMS Furious und HMS Argus) sollten aber hinten anstehen, wenn es um bestimmte Planungen der Ausonia ging. Das Schiff sollte aufwendige Inselaufbauten haben, wie sie später auf allen Flugzeugträgern üblich wurden. So wurde schon früh an den Überblick gedacht, um eine bessere Organisation auf den Flugzeugträgern gewährleistet zu können.
Im Endeffekt stand aber ein ganz anderer Aspekt im Vordergrund. Als die Eckdaten schließlich feststehen, beschreiben sie fast einen Hybridträger mit ganz formidabler Panzerung und Artillerie:

 

      Geplante Technische Eckdaten



      Verdrängung: ca. 20.000 t

 

      Geschwindigkeit: ca. 33 kn

 

      Bewaffnung: 50 bis 60 Flugzeuge, 8 – 20.3 cm Geschütze

 

    Panzerung entsprechend eines leichten Kreuzers

 

Doch dazu sollte es nie kommen, die Pläne für das Schiff wurden nach Kriegsende fallen gelassen und der Weiterbau des Rumpfes der Ausonia wurde im Jahre 1922 in der Werft abgebrochen.


 

Tatsächliche Technische Daten



Die Ausonia war 158,8 m lang und 18,8 m breit, ihr Tiefgang betrug 7,43 m, mit einer Maschinenleistung von 18.000 PS konnte sie eine Geschwindigkeit von 21 Knoten erreichen sowie 19 Wasserflugzeuge und 10 Radflugzeuge (welche dann vom Flugdeck starten).

Fazit

Fazit

 

Keine schlechte Idee zum Kontern gegen britische Entwürfe, mit der Besonderheit eines kurzen Startdecks auf dem Vorschiff, von dem aus die Flieger direkt aus dem Hangar starten konnten. Eine weitere Besonderheit war das, das Schiff über Inselaufbauten verfügte, welche später auf allen Trägertypen weltweit Verwendung finden sollten.


 

Vorbild Ausonia für Umbau zum Flugzeugträger



Flugzeugträger B: Kiellegung 1938 (Baustopp/19. September 1939 - Abbruch/1940)

Seydlitz (Umbau aus schwerem Kreuzer): Kiellegung 29. Dezember 1936 als schwerer Kreuzer der Admiral-Hipper-Klasse (Stapellauf/17. Januar 1939 - Fertigstellung (geplant)/ Mai 1942 - Baustopp und Nutzung als Wohnschiff/2. Februar 1943 - Sprengung im Hafen von Königsberg/1947 durch UdSSR)

(Es gab Überlegungen, mehrere Schiffe zu Hilfsflugzeugträgern umzubauen: Fahrgastschiffe Gneisenau (18.160 ts), Europa (47.000 ts) und Potsdam (23.500 ts) sowie den erbeuteten Rohbau des französischen Kreuzers De Grasse (11.400 ts) umzubauen)

 


Quellen

http://www.german-navy.de/hochseeflotte ... index.html (Letzter Zugriff 25.07.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ausonia_(1914) (Letzter Zugriff 25.07.2010)
http://www.bobhenneman.info/grafzeppelin.htm (Letzter Zugriff 25.07.2010)



Autor: Magnum / Freiherr von Woye