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Das Thema

Die Fokker Dr.I

 

 

 

Einleitung

 

Die Fokker DR.I war zwar nicht das beste, aber wohl das berühmteste Flugzeug des Ersten Weltkrieges.
Der Grund, warum dieser Flugzeugtyp weltberühmt wurde, war wohl einem ihrer Piloten, Manfred von Richthofen und seiner rot gestrichen Fokker DR.I, die ihm auch den Beinamen „Der Rote Baron“ einbrachte, geschuldet .




 

 
Technische Daten Fokker Dr.I
 
Bauart/Einsatszweck einsitziges Jagdflugzeug
Baujahr 1917
Triebwerk Ein Neunzylinder-Sternmotor Oberursel Ur. II
Motorleistung 110 PS (unterschiedliche Quellenangaben)
Höchstgeschwindigkeit in Meereshöhe 185 Km/h /165 Km/h in 4000 m Höhe
Reichweite 300 Kilometer
Flugdauer 1 Stunde und 30 Minuten
Bewaffnung zwei feste vorwärtsfeuernde LMG 08/15
Leergewicht 383-430 kg (unterschiedliche Quellenangaben)
Startgewicht 585 Kg
Steigzeit auf 1000 m 2 Minuten 54 Sekunden
Steigzeit auf 3000 m 10 Minuten 5 Sekunden
Steigzeit auf 5.000m: 23 Minuten 50 Sekunden
Dienstgipfelhöhe 6.100 m - 6500 m
Länge 5,77 m
Spannweite oben 7,20 m mitte 6,23 m unten 5,73 m
Höhe 2,95 m
Flügelfläche 18,70 m²

Vorgeschichte

Vorgeschichte Fokker Dr. I

 

 




Die Fokker Dr. I war der englischen Sopwith Triplane ähnlich und, wie der Name schon sagt, handelte es sich bei diesem Flugzeug um einen Dreidecker.
Beeindruckt berichteten die deutschen Jagdpiloten von der Wendigkeit und den guten Flugleistungen dieses neuartigen Dreideckers und deshalb wurde jedes dieser Flugzeuge das hinter der deutschen Front abstürzte gründlich untersucht.
Insgesamt 14 Flugzeughersteller auf der Seite der Mittelmächte beschäftigten sich mit den Sopwith Dreideckern, aber Anton Fokker sollte am Ende den Zuschlag zum Bau des Flugzeuges erhalten. Er flog sogar Kampfeinsätze (obwohl er Niederländer war) und sendete einfach alle geborgenen Teile zur Untersuchung in seine Schweriner Fabrik, was ihm einen Vorsprung in der Entwicklung zum Bau eines Dreideckers verschaffte und er dadurch den Auftrag erhielt, ebenfalls so einen Flugzeugtypen zu entwerfen und herzustellen.

Fokkers Konstrukteur Reinhold Platz, der nichts von Dreideckern gehalten hatte und daher eine Zweideckerkontruktion bevorzugte, wurde von Anton Fokker unter Druck gesetzt und so entwarf er das erste Versuchsflugzeug, die V1. Platz entwarf keine Kopie der Sopwith Triplane, sondern konstruierte einen Dreidecker, der an die Fertigungstechnik Fokkers angepasst war.
Damit hatte Fokker seinen ersten Prototyp der Fokker Dr.I; der zweite gebaute Prototyp erhielt die Bezeichnung V3. Dabei handelte es sich um einen Dreidecker ohne die sogenannten Flügelstiele.
Entwickelt und gebaut wurden zwei Flugzeuge der Version V.3, die ausgewuchtete und abgerundete Querruder besaßen, es sollten später aber noch weitere Versuche und Veränderungen an dem neuen Dreideckermodell durchgeführt werden (siehe Tabelle).

Anton Fokker beschwerte sich besonders darüber, dass er die weniger guten Oberursel Sternmotoren erhielt, während die Firma Albatros dank eines Exklusiv-Vertrages mit den besseren Mercedes D. III beliefert wurde. Die Wahrheit ist auch, dass die D III Motoren für die Fokker DR.I besser geeignet gewesen wären. Dies sollte sich später bei der Fokker D VII zeigen.
Einen Mercedes D III Motor erhielten die Fokker Werke. Dieser war größer und auch schwerer als die Motoren die Oberursel herstellte. Um ihn in ein Flugzeug einbauen zu könnte, wurde bei diesem Flugzeug der Rumpf und die untere Tragfläche vertieft, so konnte das hohe Mercedes D. III Triebwerk überhaupt erst eingebaut werden. Zum Ausgleich für den schweren Motor musste zwangsläufig das Cockpit weiter nach hinten verlegt werden. Die Folge war, dass sich die Sicht und die Manövrierfähigkeit verschlechterten.
Fokker verwarf daraufhin eine Weiterkonstruktion mit dem D. III Motor.

Produktion

Die Produktion

 

 



Der Fokker-Dreidecker besaß anfangs noch freitragende Tragflächen, aber nach den ersten Testflügen stellten sich als erstes Probleme mit den Tragflächen heraus und so wurden als Ergänzung am Außenflügel noch Verstrebungen angebracht. Diese, mit neuen Verbesserungen gebaute Fokker, erhielt die Versionsnummer V.4.
Bei der V.4 verzichtete man auf die Verspannungsdrähte, weil man sich davon einen geringen Luftwiderstand erhoffte. Dies gelang aber nicht, weil die Fokker als Dreidecker dicht angeordnete Tragflächen besaß. Der Rumpf wurde aus 10- 35 mm starken Stahlrohren zusammengeschweißt und die Ruderflächen wurden ebenfalls mit Stahlrohren gefertigt.
Das Tragwerk bestand aus metallbeschlagenen Holz, weitere Holzbauteile wurden aus Sperrholz gefertigt, weil dieses belastbarer und flexibler war. Je nach Verwendungszweck der Bauteile bestand das Flugzeug aus unterschiedlichen Holzarten das zusammen geleimt wurde, mit einem Leim aus Milcheiweiß.
Das Flugzeug wurde mit Stoff überzogen, und die Zwischenräume ebenfalls mit Stoff verbaut. Später wurde dieser zusammen geplättet bzw. eingefügt, um alle Bauteile miteinander zu verbinden. Der Stoff selbst wurde mit Spannlack bestrichen, der Stoff wurde gespannt um so das Flugzeug gegen Wind und Regen abzudichten. Außerdem bestand die Motorverkleidung vollständig aus Aluminium, eine weitere Neuerung bei dieser Maschine.
Die Fokker V.4 (DR. I) und ihr 110 PS starker Oberursel Umlauf-Motor war eigentlich im Vergleich zu anderen Flugzeugen sehr schwach und langsam, dies konnte aber ausgeglichen werden dank des dicken Flügelprofils und dem niedrigen Gewicht des Flugzeuges. Damit war die Fokker V.4 (Dr.I) in der Lage selbst bei einer geringen Geschwindigkeit sehr steil zu steigen und in der Manövrierfähigkeit war sie im Kurvenflug ihren Gegnern ebenbürtig.

Die ersten Bestellungen bei Fokker gingen im Juli 1917 ein, zwei Prototypen erreichten zu Testzwecken Ende August 1917 die Front. Werner Voss führte mit ihr im August die Testflüge durch und ließ sie solange verbessern, bis er mit dem Flugzeug zufrieden war.

Bei den ersten Serienflugzeugen die an der Front waren, kam es im Oktober 1917 vermehrt zu tödlichen abstürzen ohne Feindeinwirkung und so wurde sie bis zur Behebung ihrer "Kinderkrankheiten" von der Front abgezogen. Aber schon im Dezember 1917 erschien sie wieder an der Front im Westen und ihre Gesamtzahl an der Westfront erreichte ca. 300 Flugzeuge. Die ersten drei ausgelieferten Flugzeuge wurden noch als F.1 bezeichnet, die nachfolgenden dann als DR.I.

Einige Maschinen dieses Typs sind auch mit dem französischen Umlaufsternmotor Le Rhône 9 hergestellt worden. Fakt ist, dass bis zum Mai 1918 wurden insgesamt 420 Fokker Dr.I bei den Fokker Flugzeugwerke GmbH Schwerin hergestellt .
 

Weitere Varianten der Fokker Dr.I
 
V.5 Flugwerk einer Dr.I mit einem Goebel Goe.III Umlaufmotor; für Versuchsflüge bei der Vorbereitung zum ersten D-Typ Wettbewerb gebaut
V.6 Eine Dr.I mit erhöhter Spannweite und einem längeren Rumpf;ab Sommer 1917 mit einen Mercedes D.II Reihenmotor die Bauteile wurden auch später für die V.8 benutzt
V.7 Standard Dr.I mit einem Siemens-Halske Sh III Umlaufgetriebemotor und einem Vierblatt-Propeller
V.8 an der Bugspitze Dreideckerflügel und hinter dem Cockpit Doppeldeckerflügel
V.9 experiementeller Dopppeldecker; ab Herbst 1918 mit überwiegend von den Bauteilen der Dr.I gebaut und von je zwei Drei-Cabanestreben getragenen Flügelmittelstück ausgestattet; ein Oberursel U.0 Umlaufmotor mit 80 PS
V.10 Standard Dr.I mit einem Oberursel Ur.III 145 PS Motor;Gipfelhöhe 9500 m

Fronteinsatz

Fronteinsatz

 

 

 

( Eine weitere Fokker Dr.I mit einer anderen Farblackierung )




Am 30.August 1917 startete Werner Voss mit dem zweiten V.4 Prototypen, der Fokker 103/17 (Fokker NR.103 von 1917) zum Einsatz über der Westfront und konnte noch am selben Tag den Abschuss eines Feindflugzeuges melden.
Er erzielte mit seiner Maschine in 24 Tagen 20 Abschüsse und führte damit die Spitze an, doch am 23.September 1917 befand sich Werner Voss mit sechs Feindflugzeugen vom Typ S.E.5a des 56.Geschwaders der britischen Luftwaffe im Kampf, die alle von Fliegerassen geflogen wurden.
Von diesem Einsatz kehrte er nicht wieder zurück.
Zwei Tage später am 1.September 1917 flog Richthofen den ersten Prototyp 102/17 und erzielte mit ihr seinen 60. Abschuss. Am 12.Oktober wurden die ersten Fokker Dr.I an Richthofens 1. Jagdgeschwader geliefert.
Von Oktober bis zum Ende des Jahres 1917 stellten diese Flugzeuge einen Höhepunkt in der militärischen Luftfahrt dar, dies war auch ihrem Gegenstück der Sopwith Triplane zu verdanken und vor allem den ausgezeichneten Piloten die diese Dreidecker auf beiden Seiten geflogen haben.
In dieser Zeit war das 1. Jagdgeschwader sehr gefürchtet, unter einem einheitlichen Kommando zusammengefasst und die Kampftechnik sorgfältig geplant gewesen. Dadurch, dass sich die Flugzeuge farblich auch unterschieden, erhielt es den Spitznamen "Richthofens Fliegender Zirkus". Natürlich hatten auch die beiden anderen Jagdgeschwader auch die Fokker Dr.I.
Da die Fokker Dr.I von einigen Assen geflogen wurde, erlangte sie schnell einen legendären Ruf, der jedoch über ihre eigentlich schwachen Flugleistungen hinwegtäuschte. Manfred von Richthofen sagte über die Fokker Dr.I : "Wendig wie die Teufel und klettern wie die Affen.“ Am 21.04.1918 wurde v. Richthofen in einer dieser Fokker abgeschossen. Zu diesem Zeitpunkt war die Zeit der Dreidecker bereits vorbei, weil sich die Doppeldecker als leistungsfähiger erwiesen. Im Laufe des Sommers 1918 wurde die Fokker Dr.I bei den Frontverbänden ausgemustert und zur Luftverteidigung nach Deutschland verlegt. Viele Fliegerasse behielten bis September 1918 weiterhin ihre Fokker Dr.I Flugzeuge für ihren persönlichen Gebrauch.

 

Die Vorteile der Fokker Dr.I

--Eine sehr gute Manövrierfähigkeit
--Eine sehr gute Steigrate

 

Die Nachteile der Fokker Dr. I

--Sie war langsam, besonders im Sturzflug
--Die große Motorenvielfalt bedingt Schwierigkeiten bei Ersatzteilversorgung und Wartung
--Die Oberursel-Motoren waren sehr unzuverlässig

Fliegerasse

Zum Ende noch eine kleine Auswahl von Fliegerassen die auf der Fokker Dr.I waren

 


 
Fliegerasse und ihre Abschusszahlen
 
Manfred von Richthofen 80 Abschüsse
Ernst Udet 62 Abschüsse
Erich Löwenhardte 53 Abschüsse
Werner Voss 48 Abschüsse
Joseph Jacobs 48 Abschüsse
Kurt Wolff 33 Abschüsse