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Das Thema

Die Fokker D VII

 

 

 

( Ansicht einer Fokker D VII )

 

Einleitung

 

Gegen Ende des Jahres 1917 hatten die Allierten die Lufthoheit an der Westfront und das deutsche Reich mußte darauf hin Handeln.
Das Ergebnis war die Fokker D VII, es gelang mir ihr die Luftherrschaft der Allierten zu brechen.
Die Fokker D VII galt als das beste Jagdflugzeug des 1.Weltkrieges

 

 
Technische Daten Fokker D VII
 
Bauart/Einsatszweck einsitziges Jagd/Pfadfinder Flugzeug
Baujahr 1918 bis 1928
Triebwerk flüssigkeitsgekühlter Sechszylinder-Reihenmotor: Mercedes D IIIa
Motorleistung 180-185 PS (unterschiedliche Quellenangaben)
Höchstgeschwindigkeit 189 Km/h
Reichweite 350 Kilometer
Flugdauer 1 Stunde und 30 Minuten
Bewaffnung zwei feste vorwärtsfeuernde LMG 08/15
Leergewicht 684-735 kg (unterschiedliche Quellenangaben)
Startgewicht 880-910kg " " " " " "
Steigzeit auf 1000 m 5 Minuten 48 Sekunden
Steigzeit auf 3000 m 8 Minuten 12 Sekunden
Steigzeit auf 5.000m: 31 Minuten 30 Sekunden
Dienstgipfelhöhe 6000 m
Länge 6,95 m
Spannweite 8,90 m
Höhe 2,75 m
Flügelfläche 20,20 m²

Vorgeschichte

Vorgeschichte Fokker D VII ( V.11)




Im Oktober 1917 hatte Fokker bereits die ersten Baupläne für die Fokker D VII, die da aber noch die Bezeichnung V.11 hatte ;zur selben Zeit beherrschten die Allierten,dank der neuen französischen SPAD S. XIII und der britischen S.E 5 Jagdflugzeuge den Luftraum über der Westfront.
Aus diesem Grund begann der Inspekteur der Fliegertruppen mit einer Ausschreibung eines Wettbewerbes für Jagdflugzeuge der im Januar/Februar 1918 in Berlin-Adlershof abgehalten wurde.
Dieser Wettbewerb wurde jeweils zwei Bereiche unterteilt:
zum Einen nach den Motorarten, der andere Bereich bestand darin, dass im ersten Vergleichsflug die erfahrenen Frontpiloten, im zweiten Vergleichsflug die Werkspiloten die Flugzeuge zur Feststellung der Daten
( Steigrate,Geschwindigkeit etc.) fliegen mussten.
31 Flugzeuge nahmen an diesem Wettbewerb unter gleichen Voraussetzungen teil ; jedes Flugzeug erhielt den gleichen Propeller und den selben Treibstoff.
Manfred von Richthofen auch als "Roter Baron" bekannt, stellte aber noch einige Schwächen bei der V.11 fest, zum einen die schlechten Landeeigenschaften,
bei der Stabilität, eine schlechte Sicht, und dem Abfangverhalten aus dem Sturzflug zeigten das, dass Fokkermodell noch nicht ganz ausgereift war.

Die Fokker D VII ( V.11) war noch zum Großteil ein entwurf der Fokker Dr. I,
besonders der Rumpf und auch das Fahrwerk war der Dr.1 ähnlich aber das Leitwerk war neu.
Die Veränderungen zum vorgängermodel D VI waren die, dass durch den stärkeren und schwereren Motor auch die Doppeldeckerflügel in Spannweite und Fläche größer gebaut werden mussten.
Durch die Erfahrungen bei Richthofens Testflügen, wurde der Rumpf verlängert und die Tragflächen wurden etwas nach hinten versetzt.
Auch wurde durch eine Veränderung der oberen Tragfläche die Verbesserung der Sicht erreicht.
Notwendig war es auch, dass gegenüber der DR.1 ein Holm zwischen den Tragflächen mehr angebracht werden musste.
Der Fokker-Prototyp V.11 (D VII), entwickelt vom Chefkonstrukteur Reinholt Platz, wurde nach diesen Veränderungen Sieger im Bereich Reihenmotorflugzeug.
Im Prototyp befand sich ein 160 PS starker Mercedes D III Motor, später wurden in den Nachfolgemodellen stärkere Motoren eingebaut; die letzte im Krieg gebaute Fokker D VIIF Version erhielt einen BMW IIIa (Höhenmotor) mit 226 PS.

Produktion

Die Produktion

 

 

 

( Daimler D.IIIa motor )

 

Die Fokker D VII war ein verstrebter Doppeldecker mit einem starren Fahrwerk, sie besaß einen wassergekühlten Motor und eine Bewaffnung aus zwei synchronisierten 08/15 LMG (Leichtes Maschinengewehr). Das Äußere des Fllugzeuges war stoffbespannt und darunter befand sich ein stabiler geschweißter Stahlrohrrahmen, der auch schon bei den Vorgängermodellen vorhanden war. Die Tragflächen waren freitragend, aus Holz konstruiert und hatten eine relativ große Flügeldicke mit zwei Hauptholmen. Sie erhielten ebenfalls eine Stoffbespannung, mit Ausnahme der Flügelvorderkante, sie wurde nicht mit Stoff bespannt.
Die obere Tragfläche wurde mit einem Dreifach-Stahlrohrträger und einer einzelnen Stahlrohrstrebe am Rumpf befestigt. Die sogenannten "N-Streben" stellten die Verbindung zwischen der oberen und der unteren Tragfläche her. Diese eingebauten Verstrebungen liefen zum Rumpf hin. Dabei war auch das Seiten-und Höhenleitwerk aus Stahlrohren gebaut und mit Stoff überzogen - eine Version wurde auch komplett aus Holz gefertigt.
Die ersten Flugzeuge hatten noch einen Daimler D.IIIa Motor, später wurden auch B.M.W. IIIa Motoren eingebaut, welche die Leistung noch weiter verbesserten das dadurch die VII den Zusatz F erhielt. Durch diese Leistungssteigerung konnte die Fokker D VIIF eine Dienstgipfelhöhe von ca.7500m erreichen, die Piloten erhielten deshalb noch zusätzlich eine Sauerstoffversorgung.

Drei Monate nach dem Wettbewerb im Januar 1918 war die Fokker D VII einsatzbereit und die erste Bestellung umfasste die Anzahl von 400 Flugzeugen. Insgesamt wurden bei Fokker ca. 3200 D VII bestellt - bis Kriegsende wurden fast 1000 Flugzeuge fertig gestellt. Da Fokker die Zahl der geforderten Flugzeuge alleine nicht bauen konnte, mussten die beiden Albatros Werke das Fokker Modell in Lizenz herstellen. Ein weiterer Grund dafür, dass die Albatros Werke die Fokker D. VII bauen sollten, war, dass die dort noch hergestellte Albatros V nicht nur der neuen Fokker D VII, sondern inzwischen auch den alliierten Flugzeugen an der Westfront unterlegen war. Auch wenn Albatros die Fokker in Lizenz nachbaute, gab es dennoch kleine Unterschiede bei den Flugzeugen, zum Beispiel an den Luftschlitzen im Motorbereich, dies erschwerte auch die Beschaffung von Ersatzteilen.

 


 
Flugzeugwerke die mit der Herstellung beauftragt wurden
Fokker Aeroplanbau Werke Schwerin
Albatros Werke Berlin Johannisthal
Ostdeutsche Albatros Werke (OAW) Schneidemühl

 

Es sollen insgesamt 3200 Fokker D VII in den Flugzeugwerken hergestellt worden sein - eine meiner Quelle bezweifelt diese Produktionszahlen. Diese Zweifel wären vielleicht damit zu erklären, dass die Fokker auch nach dem Krieg noch bis 1928 weiter gebaut wurde.

 


 
Die unterschiedlichen Varianten der Fokker D VII
 
V.11 Prototyp der Fokker D VII
V.18 Eine Zwischenstufe zwischen der V.11 und der Fokker D VII; mit einer zusätzlichen festen Flosse, sie wurde im zweiten Wettbewerb geflogen
V.21 Variante der D VII mit gestaffelten Flügeln und einen 160 PS Mercedes D.III Motor
V.22 Vorserientyp der D VII mit Bauteilen der V.11, V.18 und V.21 sowie ein Mercedes D. III 160 PS Motor
V.24 eine versuchsweise mit einem 200 PS starken Benz Motor ausgestattete D VII
V.29 experimentelle Ausführung mit Eindecker-Baldachinflügeln, ähnlich einer vergrößerten V.27 aber mit einem B.M.W. IIIa 185 PS Motor
V.31 Standard-D VII mit einem Haken zum Schleppen der V.30
V.34 D VII mit einer Höhenflosse wie bei der V.33 und einer veränderten Haube für den B.M.W. Motor
V.36 von den zwei gebauten Exemplaren war das erste der V.34 ähnlich, übernahm aber das Leitwerk der D VII, die zweite hatte keinen Ausschnitt an der Hinterkante der oberen Tragflächen und erhielt einen Treibstofftank in der Achsenverkleidung
V.38 vergrösserter Ableger der D VII Konstruktion, als Prototyp der C.I gedacht, Fokker schmuggelte so viele Bauteile wie möglich in die Niederlande

Einsatz

Fronteinsatz

 

 

 

( Die Fokker D VII von Ernst Udet )

 

Im April 1918 erschienen die ersten Fokker D VII, zugeteilt bei den Jastas (Jagdstaffeln) 4 und 10 des I. Jagdgeschwaders, über dem Luftraum an der Westfront. Die alliierten Piloten, die nur die "elegant" aussehenden Albatros V kannten, hatten anfangs noch keinen großen Respekt vor der am Himmel auftauchenden Fokker D VII - dies sollte sich doch sehr schnell ändern.
Das 2. Jagdgeschwader erhielt im Juni und Juli ihre Fokker D VII. Die Fokker war für die weniger gut ausgebildeten deutschen Piloten auch in großen Höhen gut zu steuern. Selbst bei extremen Luftkampfmanövern kam es bei ihr erst sehr spät zu dem gefürchteten Strömungsabriss unter den Tragflächen.

Im Fronteinsatz zeigten sich aber auch weitere Probleme bei der Fokker:

 

-- Die Flügelrippen brachen im oberen Bereich
-- Besonders die Brandmunition wurde durch die Motorwärme erhitzt und entzündete sich


Beide Probleme wurden direkt bei den Jagdverbänden behoben und die Flugzeuge wurden serienmäßig mit den neuen Veränderungen in den Fabriken gebaut.
Die Fokker D VII verfügte über einen weiteren Vorteil gegenüber den alliierten Flugzeugen: ihre Wendigkeit im Kurvenkampf. Dazu kam noch, dass sie ihren Piloten eine gute Sicht ermöglichte.
Ein weiterer Vorteil im Luftkampf, die Fokker, besonders die D VII F mit ihren stärkeren B.M.W Motor war in der Lage, im Steigflug ihren Gegner von unten zu beschießen.
Alle diese Eigenschaften ermöglichten es auch den weniger guten Piloten beachtliche Abschusszahlen zu erreichen und viele der Fliegerasse wie Ernst Udet oder Hermann Göring erzielten eine große Anzahl ihrer Abschüsse mit der Fokker. Die einzigen alliierten Flugzeuge die im Leistungsvergleich mit den Fokker-Flugzeugen mithalten konnten, waren die Spad XIII und die Sopwith Snipe.
Im September 1918 erhielten 48 Jastas die Fokker D VII ihre Gesamtzahl lag bei ca. 800 Flugzeugen und bis zum Waffenstillstand kamen noch 200 Fokker D VIIF zusätzlich dazu. Die bulgarischen Verbündeten erhielten im September 1918, acht Flugzeuge vom Typ D VII.
 

Die Vorteile der Fokker D VII

 

-- Sie war nach der Behebung aller Probleme sehr Stabil gebaut
-- Da sie gut zu fliegen war, konnten auch weniger erfahrene Piloten Erfolge erzielen
-- Besonders der von B.M.W. gebaute Höhenmotor verlieh ihr eine sehr gute Steigrate
-- Besonders gute Sturzflugeigenschaften

 

Die Nachteile

 

-- Die DVIIF konnte mit dem B.M.W. Höhenmoter erst ab 2000 m ihre Stärken ausreizen; unter 2000m war die D VII stärker in größeren Höhen war es genau umgekehrt
-- Die zahlreichen Motoren und ihre Unterschiede im Detail erschwerten die Ersatzteilversorgung

Nachkriegszeit

Versailles und die Nachkriegszeit

 

 

 

( Innenansicht einer Fokker D VII )




In den Versailler Friedensbestimmungen wurden bei den Luftfahrzeugen neben den Luftfahrtschiffen auch das Fokker-Modell als einziges namentlich erwähnt. Sie sollten an die Siegermächte übergeben oder verschrottet werden. Dabei gingen die meisten Flugzeuge an die USA, denn dort wurden sie noch als Schulungsflugzeug benutzt.
Die belgischen Streitkräfte nutzen ihre Beuteflugzeuge, zu Zweisitzern umgebaut, bis 1926 als Schulflugzeuge. Die Schweiz erhielt ebenfalls ein paar Flugzeuge.

Da in Deutschland durch das Verbot in den Versailler Bestimmungen keine Flugzeuge und Motoren mehr gebaut werden durften, verlegte Anton Fokker seine gesamte Schweriner Fabrik und schmuggelte dabei auch Bauteile und Motoren mit der Eisenbahn nach Veere. (Niederlande) Mit Hilfe seines Onkels und weiteren Geldgebern gründete er die N. V. Koninklijke Nederlandse Vliegtuigenfabriek Fokker in Amsterdam.
Er begann sofort mit der Wiederaufnahme der Produktion und lieferte in den Folgejahren noch die Fokker VII an die Luftwaffen der Niederlande, Litauens, Polens, der Tschechoslowakei, Ungarns, der Sowjetunion, Dänemarks und den USA. Die Schweiz bestellte noch 1928 acht Flugzeuge vom Typ D VII. Die Niederländische Luftwaffe hatte noch bis 1931 Flugzeuge von der Bauart D VII, dann wurden auch diese dort ausgemustert.