1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 3.31 (8 Votes)

Portrait

Uniformen der Konföderierten

Uniformen der Konföderierten Armee
von 1861 bis 1865.

 


 

Kriegsfahne der Konföderation 'Southern Cross'
(dunkelblaues, diagonal verlaufendes Kreuz mit weißen Rändern auf rotem Grund.
In den blauen Kreuzbändern zählt man 13 weiße Sterne eigentlich - Army of Northern Virginia.
---Ab Mai 1862 wurde erstmals die Version mit 13 Sternen eingesetzt, bis dahin verwendete man 12 Sterne---)

 

 

Soldat der Kavallerie in Felduniform

 

 

Einleitung

Wichtig für den vorliegenden Beitrag ist, dass der Kongress der Konföderierten Staaten von Amerika die Aufstellung eines (sogenannten) Freiwilligenheeres genehmigte (28. Februar 1861). Die Provisional Army of the Confederate States (PACS) sollte bis Kriegsende die Streitmacht sein, die die Last der Kämpfe auf ihre Schultern trug. Am 6. März 1861 genehmigte der Kongress auch noch die Aufstellung eines Berufsheeres, der Army of the Confederate States of America (ACSA). Diese sollte ca. 15.000 Mann umfassen jedoch wurde sie nie vollständig in Dienst gestellt. So haben wir es mit einer Vielzahl von Verbänden, Einheiten und unterschiedlichen Strukturen zu tun. Für die Uniformen dieser Soldaten trifft im Umkehrschluss natürlich dasselbe zu. Verschiedene Uniformtypen mit unterschiedlichen Vorschriften, die von einer Armee der Südstaaten aufgestellt wurde, die nur aus Staatsmilizen bestand. Reguläre Truppen (Regimenter) der ACSA kamen de fakto nie zum Einsatz, waren also auch nie einer den Staaten übergeordneten Befehlsgewalt allein unterstellt, so es auch nie einheitliche, durch obersten Befehl verordnete, Uniformvorschriften bestehen bzw. sich durchsetzen konnten.
 

 

 

Hintergrund: Corporal der Infanterie mit 1. Nationalflagge (hier als Fahne); Vordergrund: Soldat der Infanterie mit Kriegsfahne
(Die erste Nationalflagge »Stars and Bars« - Rechts - der Konföderation wurde am 4. März 1861 eingeführt
Benannt nach den drei breiten Streifen und den kreisförmig auf dem blauen Feld angeordneten sieben weißen Sternen.)


Allgemein

 

Skizze zu den verschiedenen Uniformen der Konföderation. Erschienen am 17. August, 1861 in der Ausgabe von Harper's Weekly.

 

Nicht weniger als 26 verschiedene Arten von Uniformen werden auf diesem Bild vorgestellt. Damit spiegelt es die Uniform-Situation aus dem Jahre 1861 zum Teil wieder. Der Grund für diese Vielfalt waren die Lage der Armee, Einschränkungen bei der Lieferung von Stoffen und anderen Materialien, und die Kosten für Materialien, die während des Krieges stetig anstiegen. Vor allem gegen Ende des Krieges wurde die Lage im schlechter und die Ausrüstung sowie Uniformen immer mehr zur Mangelware. Oftmals kleideten sich die Soldaten aus einer Mischung von eigener Kleidung und einheitlich Stücken der Armee. So entstand eine große Vielfalt an Uniformen, Ergänzungen dieser und diverser anderer Ausstattung. Dazu kamen noch die unterschiedlichen Ausrichtungen der Uniformen je nach Herkunftsland des Soldaten bzw. seiner Einheit. So gehörten die Milizuniformen im Süden noch lange zum ganz normalen Erscheinungsbild, wurden erweitert und wurden in einigen Staaten, durch eigene Vorschriften, zu ganz individuellen Erkennungsmerkmalen. Im Norden verschwanden die Milizuniformen sehr schnell aus dem Alltag und wurden durch die Standard-Regulations-Uniform ersetzt. Im Norden wurde jedoch auch nicht die volle Regulations-Uniform von den Einheit getragen (auch hier aufgrund von Ressourcen und Nachschubproblemen).
Grundmaterial der damaligen Bekleidungsindustrie war Wolle und Baumwolle, mit all den Nachteilen, welche diese Stoffe in dicken Geweben mit sich brachten. Das Material war schwer, zog sich bei Nässe zusammen, wobei oft die Nähte platzten oder Knöpfe absprangen, und saugte den Schweiß auf. Besonders im Sommer waren die hochgeschlossenen Jacken und Überröcke alles andere als bequem und wurden daher gewöhnlich auch offengelassen.
Aufgrund der Vorgeschichte und der vorherigen Einheitlichkeit der Armee, war auch das Original der Konföderierten-Uniformen eng an die Vorgaben der Uniformen der Union angelehnt. Das führte anfangs oft zu Verwechslungen auf dem Schlachtfeld. So trug der Süden oftmals blaue Kleidung und der Norden, vor allem die Miliz, auch in manchen Einheiten graue Uniformen. Bis 1863 wurden dann alle Truppen, die sich zum Süden bekannt hatten, mit grauen Uniformen ausgestattet bzw. verpflichtet solche zu tragen.(Artikel 47 des Statuts für die Armee der Konföderierten Staaten)
Der bis zum Oberschenkel reichende Mantel, mit zweireihiger Knopfreihe, wurde nun zum unverwechselbaren Merkmal der konföderierten Truppen. Was die Abzeichen und "Uniformschmuck" anging, so war der Süden nicht so reich wie der Norden eingerichtet. Die Kopfbedeckungen mussten mit der Rang bzw. der Rangfarbe übereinstimmen. Oftmals aber, besonders in Zeiten von Materialknappheit, trugen die Soldaten andere Hüte oder was sie finden konnten. Leider sind nur wenige Uniformstücken, besonders Hüte erhalten geblieben. Der Grund ist so logisch wie einfach, man brauchte vor allem nach dem Krieg auch wieder Material für Kleidung. So wurden die Uniformen oft einfach umgearbeitet, auch wegen des verlorenen Krieges, und so sind von den vielfältigen Uniformen nur wenige bis in die heutige Zeit gerettet worden.

 

 

Von Links: -1- Leutnant, Washington-Artillerie -2- Offizier, A-Batterie, 1. Tennessee leichte Artillerie (Rutledge’s Battery) -3- Hauptmann der Artillerie im großen Dienstanzug -4- Kanonier der Artillerie im Dienstanzug -5- ( alle 4. Texas-Freiwilligenregiment) Sergeant, B-Kompanie -6- Soldat, H-Kompanie -7- Soldat, A-Kompanie -8- Soldat, McLellans Zuaven -9-
Soldat, Chichester Zuavenkadetten -10- Kadett, Virginia Military Institute

 

Ende Mal 1861 veröffentlichte das Kriegsministerium der Konföderation die Vorschriften
über die Uniformierung und Rangabzeichen aller Waffengattungen.



Als Grundfarbe wurde das »Kadettengrau« genommen und die Musterentwürfe für den Schnitt sahen eine halblange Jacke oder Rock mit Stehkragen und Saum und Rang in der Waffenfarbe vor, angelehnt an die alten U.S. Vorschriften rot für Artillerie, gelb für Kavallerie, blau für Infanterie und grün für leichte Truppen, Jäger. Der Schnitt der Uniform und besonders die Doppelreihe von je sieben Knöpfen, soll auf den deutschen Einwanderer Nicola Marschall zurückgehen, der diesen ersten Entwurf von der Uniform österreichischer Feldjäger kopierte. Zwar dienten die Vorschriften als Maßgabe für die Rangabzeichen, die Knopfinsignien - allein die verschiedenen Knöpfe stellen ein Sammelgebiet dar - und die Farbe der Waffengattungen, aber darüber hinaus hatten sie wenig Einfluss auf die von »Johnny Reb« (Spottname für die Südstaatensoldaten) getragene Montur.

 

Als der Nachschub zu Ende ging, ersetzte man die Arbeitsjacke (Frockcaot) oft durch eine graue, eng anliegende, kurze Feldjacke (Sackcoat), die meist keine Aufschläge, aber manchmal einen hellblauen Kragen hatte. Auch die grauen Hosen sah man mit und ohne hellblaue Biesen, und nachdem das schwarze Färbemittel ausgegangen war, gab es auch bald nur mehr braunes oder naturfarbenes Lederzeug. So fand man die eigentlich vorgesehenen Waffenfarben so gut wie nie bei den konföderierten Soldaten, die Offiziere dabei ausgenommen. Auch fanden die hellblauen Hosen der US-Armee auch großteils bei der Konföderation Verwendung. Je länger der Krieg andauerte, desto mehr war man darauf angewiesen, Ausrüstungsgegenstände vom Feind zu erbeuten. So war es gängige Praxis, dass viele konföderierte Soldaten mit Nordstaaten-Ausrüstung in den Kampf zogen. So waren vor allem der hellblaue Wintermantel, Hosen und Schuhe, eigentlich von schlechterer Qualität als der von der US Provisional Department ausgegebene 'homespun' Dress, deshalb so begehrt, weil diese Kleidungsstücke nun mal verfügbar waren. So machten es sich die Konföderierten beispielsweise zum Spaß, ein erbeutetes Koppelschloss verkehrt herum zu tragen, sodass die Initialen »U.S.« auf dem Kopf standen.

 

Von Links: --1 u. 2 --Infanteriesoldaten in »Walnussbraun«, 1865 -3- Soldat in Felduniform -4- Corporal in Felduniform (Beide 3. Texas-Infanterieregiment) -5- Soldat -6- Oberleutnant (Beide 1. Bataillon Louisiana-Zuaven) -7- Soldat, Maryland Guard-Zuaven -8- Soldat, A-Kompanie, 5. Georgia-Regiment, in Dienstuniform -9- Soldat ( gleiche Kompanie, gleiches Regiment, im großen Dienstanzug)

 

Kavallerie, Artillerie und Infanterie folgte dem gleichen Bezeichnungen und Insignien, aber Kavalleristen und Artilleristen trug hüftlange Jacken. Auf den Füßen hatten sie den knöchelhohen "Jefferson Boot war", der für alle Offiziere und Soldaten der Armee geliefert werden sollte. Mäntel wurden auch grau gestaltet, waren aber vom Schnitt eng an die Vorgaben für die Unions Mäntel angelehnt. Die Marine Uniformen des Südens war da hingegen leichter vom Norden zu unterscheiden. Die vorgeschriebene Farbe grau war hier auch die vorherrschende Farbe.
Am Ende des Krieges waren sogar die grauen Farbstoffe schwer zu bekommen. Dies zwang sogar Offiziere der Konföderation, "Butternut"-farbige Uniformen zu tragen. Neuester Nachforschungen (Ende 90er Jahre des 20. Jahrhunderts) des Smithsonian Instituts zeigen, dass die Nachschubproblematik der Südstaaten-Armee größtenteils auf eine Legendenbildung des 'Lost Cause' beruht. De fakto weisen viele Quellen darauf hin, dass die Versorgungslage der konföderierten Armee im Jahr 1862 und 1. Hälfte 1863 sogar bei weitem besser war, als die der Unionsarmee.
Das 'Butternut' entstand nicht wegen dem fehlenden 'grauen' Farbstoff, sondern aus dem Grund, dass eine große Anzahl von Uniformen sehr schnell und in Massen angefertigt wurden. Aus diesem Grunde wurde auf eine Einfärbung der Baumwollstoffe weites gehend verzichtet und dadurch entstand dieses Braun. Das sogenannte 'Butternut' als Farbe, trat nicht nur gegen Ende des Krieges auf, sondern war schon im Jahr 1862 weit verbreitet, wahrscheinlich sogar verbreiteter als zum Ende hin. So wurden viele 'homespun' Jackets in dieser Farbe hergestellt. Doch muss beachtet werden, dass die späteren Depots (auch 1864) grundsätzlich graue Jacken heraus gaben. Der Farbton schwankte von Depot zu Depot (und Staat zu Staat). Am Ende wurde das vorgesehene 'Kadettgrau' nie erreicht.

Einheiten aus North Carolina beispielsweise hatten bis zum Kriegsende ausgezeichnete, stahlgraue (ein sehr dunkles graublau) Uniformröcke, die sich deutlich von denen anderer Staaten unterschieden.

Die Kavallerie war in einer hervorragenden Lage, sich durch Überfälle auf Züge und Wagenkolonnen neu auszustatten. Es ist daher keine Übertreibung, wenn ein Soldat aus Mississippi Weihnachten 1862 seiner Mutter von einer sechstausend Mann starken Reitertruppe schrieb, die von Kopf bis Fuß mit Yankee-Uniformen eingekleidet waren. Solche Beutepraktiken führten immer wieder dazu, dass konföderierte Truppen aufeinander schossen, weil sie sich angesichts der vielen blauen Uniformen verwechselten. Stellenweise orderten Armeekommandeure Erkennungszeichen an, wie um den Arm gewickelte Tücher. Kennzeichnend für den Materialmangel im Süden ist der Grund, warum Gettysburg zum Schlachtfeld wurde: in diesem kleinen Straßenknotenpunkt befand sich ein Schuhdepot!

(Zitat aus der hervorragenden Website über den Civil War -

 

www.bigcountry.de



Ganz allgemein aber verwendete man einfacheres Gerät als die Unionskavallerie. Man improvisierte auf allem Ebenen. So benutzte man statt Satteltaschen, die in dieser Form nur sehr schwer zu bekommen waren, kleine Segeltuchsäcke oder -beutel für den Transport. Die Steigbügel fand man, schlicht und einfach gearbeitet, aus Holz und, was beliebter war, aus Messing und in den verschiedensten Ausführungen. Die wenigsten davon zeigten die vorgeschriebenen, reliefartig ausgehobenen Buchstaben »C.S.« oder »C.S.A.«. So kam durchaus vor, dass einfacher Soldat und Offizier die gleichen Ausrüstungsgegenstände benutzen. Das fing beim Sattelzeug an und endete oftmals beim einfachen Überzieher. Man glich sich dem einfachen Soldaten an, und darüber hinaus konnte man noch eine Vielzahl anderer Kleidungsstücke sehen, leider heute kaum mehr erhalten, da sie in keiner offiziellen Uniformvorschrift erwähnt werden.

Rangabzeichen

 

(General im großen Dienstanzug - Links; Major der Pioniere im großen Dienstanzug - Mitte; Brigadegeneral - Rechts)

Das Bild zeigt den Südstaatengeneral G. W. C. Lee im Vordergrund

 

Auf dem Stehkragen der Uniformjacke trugen die generals, lieutenant generals, major generals und brigadier generals 3 goldenen Sternen in einen Kranz. Der Stern in der Mitte ist größer als die anderen.

 

 

 

 

alle Generalsränge der Konföderierten

 

Die Colonels trugen 3 goldenen Sternen der gleichen Größe. Die Lieutenant colonels trugen 2 Sterne am Kragen, die majors 1 Stern und die captains 3 goldene horizontale Balken.



      

 ---  ---  ---

Colonel (Infanterie - Blau) -- Lieutenant colonel (Stabsoffizier - Beige) -- Major ( Arzt - Schwarz) -- Captain (Marine Corps - Blau)
 

       


Die First Leutnants zwei goldene Balken und die Second Leutnants einen golden Balken.

 


  --- 

 


First Lieutenant (Artillerie/Ordonanz - Rot) -- Second Lieutenant (Kavallerie - Gelb)

 

Regiments Offiziere trugen die Farben ihrer Zugehörigkeit an der äußeren Naht ihrer Hose in Form von 1/4-inches Streifen. Generals trugen 2 mal 5/8-inches Streifen an jedem Bein. Die Adjutanten, Quartiermeister, Kommissär und technische Offiziere trugen einen goldenen 1 1/4-inches Außennaht Streifen.
Die Offiziere hatten zumeist eine Seidenschärpe umgebunden, wie es die Anzugvorschrift verlangte. Die Farben der Schärpe waren wie die der Nordstaaten, nur die Kavallerie machte mit gelben Schärpen eine Ausnahme. Die Schärpe sparte man sich meistens und auch den Säbel, der sich ohnehin keiner großen Beliebtheit erfreute und den man lieber durch eine Pistole ersetzte.

Obwohl es diverse Schwierigkeiten mit dem Stoff und weiteren Material gab wurden die Unteroffiziers-Dientsgrade mit Winkeln angegeben - die sogenannten sergeants chevrons. So trugen alle sergeants 3 Winkeln auf den Ärmeln und die corporals jeweils 2. Jeweils in den verschiedenen Rangstufen bei den sergeants nochmals unterschiedlich ausstaffiert. Wichtig sind die unterschiedlichen Farben der Winkel, nach denen musste sich auch die Farbe der Mütze richten.


   

 -  -  -  -  -
Sergeant Major - Quartiermeister Sergeant - Ordnance Sergeant - First Sergeant - Sergeant - Corporal


 

Von den Unteroffizieren wurde erwartet, dass sie auf ihrer Hose eine äußere Naht mit einem 1 1/4-inches Streifen tragen. Privates, d.h. Gefreite hatten keine besonderen Rangabzeichen, genauso wie die Musiker auf dem Schlachtfeld. Die Hosen musste anders als bei den Offizieren in himmelblau sein.

 

 


1. general / 2. Kavallerie - colonel / 3. Infanterie - captain / 4. Artillerie - lieutenant


Die Käppi war auch Standard-Ausgabe an alle Armeeangehörigen, mit dunkelblauen Kronen für Generale, Stabsoffiziere und Ingenieure, rot für Artillerie-Offiziere, gelb für Kavallerie-Offiziere, und Licht oder hellblau für die Infanterie-Offiziere. Die Kepi's (Bummer's Cap - die Schirmmütze der einfachen Soldaten) und Chicken Cuts wurden von der zu der Zeit am meisten bewunderten Armee der Welt übernommen: den französischen Streitkräften, die bis 1870/71 als 'die' Vorbildstreitkraft in Europa galt. Auch die 'Zouaven' (einige Miliz-Regimenter trugen diese doch eher unpraktischen Uniformen, besonders solche aus Louisiana) gehen auf die bewunderte französische Armee zurück. Die Käppie unterscheiden sich durch den Streifen in den Rängen, wurde aber eigentlich nur selten getragen. So fand auch der vorgeschriebene Zweispitz bei der Konföderation dieselbe Ablehnung vor wie die entsprechende vorgeschriebene Kopfbedeckung bei der Union. Die meisten Soldaten bevorzugten einfache Schlapphüte, aber oft sah man auch ein einfaches Kepi mit vierstrangiger Goldlitzenverzierung. Die Schlapphüte boten einfach besseren Schutz vor den Unbilden des Wetters.

 


Wichtig an dieser Stelle ist noch zu nennen, das die »General Order No. 4«. Im Januar 1862 veröffentlich und eingeführt, sollte von nun an die Feldmütze für alle Dienstgrade zum großen Dienstanzug zwingend vorgeschrieben sein. Nach der Spezifikation hatte der Mützendeckel hellblau und der Randstreifen dunkelblau zu sein. Auch hier war eine Durchsetzung nur kaum denkbar. Es war im Endeffekt nur eine weitere Order, welche versuchen sollte der Uniformvielfalt wenigstens kleine Flecken von Kontinuität zu geben. So gab es auch eine Verordnung zu den Kepis, doch da es kein Standardversorgungssystem gab, konnte weder Produktion noch Verteilung einheitlich geschehen. Angelegt dafür war eigentlich, dass General Quartermaster in Richmond doch ein ACSA wurde, in dieser Form nie aufgestellt. So war die Armee, was die Uniformen angeht, weit von modernen Heeren dieser Zeit entfernt. So waren es vor allem die Offiziere, eigentlich in einer Vorbildfunktion, die sich ihre Uniformen selber haben machen lassen und sich so jeweils voneinander unterschieden.




Allgemein

»Warum die Preußen, bei all ihrer Erfahrung, ihre schweren unnachgiebigen Helme und die Franzosen ihre kleinen Kappen tragen, bleibt ein Geheimnis für einen Konföderierten, der die Wohltaten eines alten Schlapphutes genossen hat ...«




(Zeichen der jeweiligen Waffengattung auf dem Hutdeckel)

 

Die knöchelhohe Jefferson Boot war auf alle Offiziere und Soldaten versorgt werden. Diesen sogenannten Standardstiefel gab es nur in einer Größe (passt oder passt nicht) und es gab keinen Unterschied zwischen linken und rechten Fuß - diese hatten sich 'einzulaufen' - etwas, was heute nur schwer vorstellbar ist. Größere bzw. höhere Stiefel mussten persönlich erworben werden, was sich der Großteil der kämpfenden Truppe aber gar nicht leisten konnte.

 

» Die Erfahrung zeigte uns, dass Stiefel nicht sehr angenehm auf einem langen Marsch waren. Sie waren schwer und ermüdend, und sobald die Hacken etwas abgetreten nach einer Seite waren, stellte der Träger fest, dass sein Knöchel bei jeder Unebenheit der Straße fast aus dem Gelenk gedreht wurde. Wenn richtig nass, war es ein arbeitsreiches Unterfangen, sie auszuziehen und, schlimmer noch, sie rechtzeitig zum Morgenappell wieder anzukriegen. Und so traten gute, starke Feldschuhe oder »brogans« mit breiten Sohlen und großen, flachen Absätzen die Nachfolge der Stiefel an.«
(Erinnerungen des Soldaten Carlton McCarthy von den Richmond Howitzers.)

Ausführungen

 

Major der Kavallerie - Ganz Links;

General der Kavallerie - Links;

Soldat, 26. Texas-Kavallerieregiment (Debray’s Mounted Riflemen) - Mitte;
Soldat, Texas-Kavallerie, mit Standarte - Rechts;

Soldat, 1. Kentucky-Kavalleriebrigade - Ganz Rechts


 

Die Beschaffung des Nachschubs in den konföderierten Streitkräften war in Hinsicht auf Bekleidung und Schuhwerk ein Mosaik, das chaotisch anmutet. Die von Fabriken und Werkstätten gewebten Stoffballen und gegerbten Lederhäute wurden zwar in den Bundesstaaten in zentrale Depots eingelagert, aber dies schuf bei weitem nicht die Zentralisierung bei den Uniformen, die es brauchte um eine einheitlich gekleidete konföderierte Armee aufzustellen. Der Name "Konföderation" sagt dabei schon alles, den neben diesen "zentralen" Anstrengungen des Kriegsministeriums stand die Verantwortlichkeit der einzelnen Staaten, ihre Regimenter einzukleiden und auszurüsten. So gingen die gesammelten Materialen, die in den Depots eingelagert waren von dort an Frauengruppen und Fabrikationsstätten an die einzelnen konföderierten Staaten, welche dann die Endproduktion in Angriff nahmen. Auch wurden viele Uniformen der Konföderation von Privathaushalten produziert.
In diesem System offenbarte sich die große Schwäche der Konföderation, die gleichzeitig ihre Stärke war, der Lokalpatriotismus. So hatte North Carolina vierzig Textilfabriken, die nur die eigenen Regimenter belieferte.

 

»Mir wurde gesagt, dass selbst ein Regiment, welches in der vorgeschriebenen Uniform von der Regierung eingekleidet wird, innerhalb einer Woche wieder viele Farben annehmen würde, da die Soldaten die festen, hausgewebten Jacken und Hosen vorziehen, welche von ihren Müttern und Schwestern daheim genäht wurden. Die Generale sind so weise, die Soldaten in dieser Beziehung nach ihrem Sinn verfahren zu lassen und bestehen nur darauf, dass Waffen und Ausrüstung in gutem Zustand gehalten werden.«
Oberstleutnant A. J. L. Fremantle - britischen Coldstream Guards (Beobachter im Süden)

Die Rechte der einzelnen Bundesstaaten wurden ins Absurde verkehrt, und während Lees Armee im Winter 1864 auf 1865 in Lumpen und ohne Schuhwerk durchleiden musste, stapelten sich zur gleichen Zeit in den Warenhäusern North Carolinas über 92.000 Uniformen, Leder, Decken und die Truppen dieses Staates waren komfortabel ausgerüstet.
Meistens kamen Vorschriften, Uniformmodelle und Farbtafeln nicht über das Reißbrett hinaus. Vor allem die Mannschaftsdienstgrade waren davon betroffen, wenn es um den großen Dienstanzug ging. Wenn solche Uniformstücke dann produziert wurden, gingen sie zumeist erst an die Offiziere, damit wenigstens diese einigermaßen nach Vorschrift gekleidet waren.

 

 

Sergeant, 1. Texas-Kavallerieregiment, 1861 - Ganz Links; Soldat, Charleston Leichte Dragoner - Links, 1860; Corporal der Kavallerie im großen Dienstanzug mit Standarte - Rechts; Sergeant, 1. Kavallerieregiment - Ganz Rechts

 

 

Von Links: -1 u. 2- Soldaten, Louisiana-Tiger-Zuaven -3- Soldat, Sumter Light Guard -4- Trommler, Sumter Light Guard -5- Offizier, Sumter Light Guard -6- Soldat, Sussex Leichte Dragoner, 1861 -7- Hauptmann, Sussex Leichte Dragoner, 1861 -8- Soldat, Jäger-Freiwilligenregiment -9- Soldat, Palmettogarde -10- Soldat, Infanterie-Freiwilligenregiment

 

Beispiele für die Individualität und Eigenständigkeit der Truppenkontingente der Konföderation:


- Der Südstaatler Wade Hampton (Plantagenbesitzer) stellte eine größten Teils selbst finanzierte Freiwilligenlegion auf.
6 Infanteriekompanien/ 4 Kavalleriekompanien / 1 Artilleriebatterie (6 englischen Blakeley-Feldgeschützen)
Die meisten Freiwilligenkompanien behielten nach ihrer Aufstellung ihre eigenen Uniformen und wurden auch nicht umgruppiert.

-Die B-Kompanie des 15. Virginia-Infanterieregiments »Virginia Life Guard«, trugen Uniformen, die in den Crenshaw Wooden Mills in Richmond, Virginia, hergestellt wurden. Diese waren aus einem blauen Flanell-Jagdhemd mit blauen Fransen, blauer Mütze, schwarzen Hosen und weißen Handschuhen bestanden. Sie hoben sich damit selbst aus der "bunten" Vielfalt der Freiwilligenregimenter ab.

- Eine Ausnahme waren die Uniformen des 1. Texas-Kavallerieregiments (Texas Mounted Rifles oder Partisan Rangers - gehörte zu Fitzburgh Lees Brigade). Sie entsprachen, abgesehen von den schwarzen Kragen- und Ärmelaufschlägen und den ausgefallenen Patten am unteren Ärmel, genau den militärischen Anzugvorschriften. Das allein machte dieses Regiment schon zu einer Besonderheit und einzigartig in der konföderierten Armee. Wie bei fast allen texanischen Einheiten durfte der »Lone Star« nicht fehlen.

- Das 26. Texas-Kavallerieregiment (auch Debray's Mounted Riflemen) trug Uniformen mit stark französischem Einfluss. Das hieß grünen Ärmelaufschlägen und Kragen sowie Schulterstücken aus Messing (Unteroffiziersdienstgrade und Mannschaften). Die in Messinglettern geprägte Zahl »26« am Kragen bezeichnete die Regimentsnummer.

- Besonders beliebt waren Husarenuniformen als Vorbild für die Uniformen. Die Governor's Horse Guards von Georgia nahmen sich diesem Vorbild an, kombinierten das Grau der Freiwilligenuniformen mit den schwarzen Schnürverzierungen und trugen dazu einen Hut mit Federbusch, dazu ungewöhnliche weiße Kreuzbandelier.

- Die Woodis-Jäger, eine 1858 in Norfolk im Staat Virginia aufgestellte Milizkompanie, hatte die wohl prunkvollste Uniform dieser Zeit. Sie war aus jägergrünem Stoff gearbeitet, mit schwarzem Samt und goldenen Knöpfen besetzt und verschwenderisch mit Goldschnüren verziert.
Die Buchstaben »W.R.« wiederholten sich als Hutabzeichen und am Koppelschloss. Da die Uniformen in dieser Form nie durch den Soldaten ersetzt werden konnte, wurde sie wohl getragen, bis sie in Stücke zerfiel, denn an Ersatz war wohl nicht zu denken.

- Die Alexandria-Jäger (6. Bataillon der Virginia-Freiwilligen) hatten ebenfalls grüne Uniformen, aber in einer Art Halbtarnfarbe gehalten.

- Das Louisiana-Zuavenbataillon war ihrem Namen nach sehr speziell gekleidet (siehe Bild). Sie formierten sich aus in New Orleans ansässigen Europäern. Der Hauptunterschied zwischen Offiziers- und Mannschaftsuniform bestand in der Machart der Jacke.

- Die indianischen Einheiten, die zeitweise in 15 Regimenter und Bataillone zusammengefasst, waren die wohl individuell gekleidetes Truppe der Konföderierten. Sie kleideten sich ganz nach ihrer Tradition und ließen ganz ab von irgendwelchen Kleidervorschriften.

 

„Unsere Ausgehuniform bestand aus einem Ausgehrock aus dunkelgrünem Stoff mit goldenen Knöpfen und goldener Paspelierung. Die Mütze war dunkelgrün mit einem hellgrünen Pompon und besetzt mit einem goldenen Kranz, darin die Buchstaben C.R. Unser Dienstanzug bestand aus einem dunkelgrünen, golden paspelierten Rock, einem grünem Kepi und schwarzen Hosen."

(Die Clinch Rifles waren die A-Kompanie des 5. Georgia-Infanterieregiments, das sich aus mehreren Freiwilligeneinheiten (z. B. gehörten die Griffin Light Rifles und die Hardee Rifles dazu) zusammensetzte. Dementsprechend gab es auch eine bunte Vielfalt an Uniformen. Von grün bis grau!)

 

 

Von Links: -1- Soldat der Infanterie -2- Soldat der Infanterie; Soldat, B-Kompanie, 15. Virginia-Infanterieregiment -3- Soldat, Alexandria-Rifles -4- Soldat, Woodis Rifles, im großen Dienstanzug -5- Tambourmajor, 1. Virginia-Freiwilligenregiment -6- Sergeant mit Staatsfahne, Texas-Infanterie, 1863 -7- Sergeant Major mit Staatsfahne, South Carolina-Freiwilligenregiment, 1861 -8- Soldat, E-Kompanie, 23. Virginia-Freiwilligenregiment, in Dienstuniform -9- Soldat, gleiches Regiment, gleiche Kompanie, im großen Dienstanzug -10- Soldat, Savannah-Volunteer Guard, im großen Dienstanzug

Quellen

http://www.bigcountry.de/index.php?Seite=/Uniformen.htm (Letzter Zugriff 28.01.2010)
http://www.sonofthesouth.net/leefoundat ... iforms.htm (Letzter Zugriff 28.01.2010)
http://en.wikipedia.org/wiki/Uniforms_o ... ary_forces (Letzter Zugriff 28.01.2010)
http://www.civilwarhome.com/uniformsconfederate.htm (Letzter Zugriff 28.01.2010)
http://www.rootsweb.ancestry.com/~laudc/uniforms.htm (Letzter Zugriff 28.01.2010)

Weiterführende Quellen:

William C. Davis: Fighting Men of the Civil War, Salamander Books Ltd. 1990 - ISBN 0 8317 3264 4
William C. Davis: Commanders of the Civil War, Salamander Books Ltd. 1990 - ISBN 0 8317 1505 7

http://www.ushist.com/american_civil-wa ... cs_f.shtml (Letzter Zugriff 28.01.2010)
http://www.fcsutler.com/fccsuniforms.asp (Letzter Zugriff 28.01.2010)



Autor: Freiherr von Woye