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Portrait

Das Springfield Gewehr Model 1861

 



Das Springfield Gewehr 1861 war die Standardwaffe der Union im amerikanischen Bürgerkrieg und wurde sowohl von der Army, als auch von den U.S. Marines benutzt. Allgemeinhin wurde es nur “Springfield” genannt, nach dem Ort der Waffenfabrik in Springfield, Massachusetts. Obwohl von der späteren Version 1863 weitaus höhere Stückzahlen produziert wurden, gilt das Modell 1861 als das meistverbreitetste Gewehr des Krieges, da das 1863 Modell nur als Erweiterung gesehen werden kann. Es war sowohl für seine Reichweite als auch für seine Treffsicherheit und Zuverlässigkeit bekannt.

Eigenschaften

 

 

Der Lauf war 40 Zoll lang und feuerte eine Kaliber 58 Kugel ab. Das Gesamtgewicht betrug ca. 4,7 Kg. Die effektive Reichweite des Springfield 1861 lag bei 70-100 Metern (200-300 yards).

Für die Zündung wurden sogenannte Zündkappen benutzt (zuvor war die Zündung mit Feuersteinen in einem Schloss üblich). Dieses ermöglichte eine höhere Feuersicherheit auch bei schlechter Wetterlage. Ein geübter Schütze konnte bis zu 3 Schüsse pro Minute abfeuern. Gezielt wurde mit einem Kreuz-Klappvisier, welches auf 300 und 500 yards gestellt werden konnte.

Zum damaligen Zeitpunkt kostete ein Springfield Gewehr ca. 20$ ab Werk. Völlig überfordert von der Nachfrage, vergab Springfield Lizenzen für den Nachbau an mehr als 20 private Hersteller, um dem Bedarf Herr zu werden. Ein der berühmtesten Lizenzbauer war die Firma Colt, die einige kleine Modelländerungen durchführte und das Gewehr “Colt Special” nannte. Dieses Modell hatte einen modifizierten Laufgriff sowie einen neu konstruierten Hahn. Viele dieser Verbesserungen flossen dann auch in das spätere Springfield Modell 1863 mit ein, deshalb die Ähnlichkeit. Das Springfield Modell 1861 verfügte über einen dreieckigen Sockel für den Anbau eines Bajonettes.

 


Geschichte

 

 

 

Zu Beginn des Krieges war das Modell 1861 noch recht rar auf dem Schlachtfeld. Zu diesem Zeitpunkt wurden überwiegend ältere Gewehre des Typs 1842 ohne gezogenen Lauf, sowie völlig veraltete Musketen vom Typ 1816/1822 verwendet, welche mit Zündplättchen Vorrichtungen nachgerüstet worden waren und das Kaliber 69 verschossen. Während es in der Schlacht von Bull Run vermutlich noch keine 1861er Modelle gab, verbreitete es sich schnell in den Regimentern, hierbei allerdings schneller in den östlichen Kriegsschauplätzen. Mehr als 700.000 Stück (!) des Springfield Model 1861 wurden während des Krieges produziert.
Das Modell 1861 war ein großer schritt in der Militär- aber auch Wirtschaftsgeschichte der USA, da zuvor noch nie eine Feuerwaffe in dieser Menge produziert wurde. Es war der Anbeginn der Massenproduktion und Serienfertigung. Es gibt dennoch Stimmen, die den Einsatz des Springfield 1861 als überbewertet sehen. Während das Gewehr in den Händen eines erfahrenen Schützen überdurchschnittliche Leistung brachte, so war es doch für unerfahrene und Rekruten schwer zu beherrschen, da die Ausbildung des Schießens mit der Waffe zugunsten der höheren Feuerrate und des Ladetrainings vernachlässigt wurde. Der Vorteil der höheren Treffsicherheit auf größere Entfernungen ging nicht auf, da zumeist auf kurze Distanz in Linie gefeuert wurde und das Modell 1861 so nicht seine volle Leistung erbringen konnte. Aufgrund der Starken Gas und Flammenaustritte, sowie des hohen Rückschlages, schossen viele unerfahrene Soldaten über die Köpfe hinweg. In dieser Zeit entstand auch die bekannte Anweisung “tief zielen” um durch das “Verreißen” wenigstens nicht über Feinde hinwegzuschießen.



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Quellen

vorderlader.com (Zugriff 22.02.2010)
bigcountry.de (Zugriff 22.02.2010)
Youtube (Zugriff 22.02.2010)



Autor: Gastronaut