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Portrait

Parrot Geschütze

 

 

Daten

 

Technische Daten 10-Pfünder Parrot
Kaliber:
2,9inch und 3,0inch
Reichweite:
5000yards bei 20°(Flugzeit 21sec) 1330yards bei 5°(Flugzeit 7sec)
Ladung:
1 Pfund Schwarzpulver (0,45 kg)
Geschoss:
10 Pfund (4,5 kg) Granaten oder Vollgeschoss
Gewicht:
816kg (Kaliber 2.9) 783kg (Kaliber 3.0)
Besatzung:
6 Mann
Typ:
Vorderlader, Feldkanone
Hersteller:
West Point Foundry, Cold Springs, NY
Indienststellung:
1861 und 1863 (MK1863)
 
Versionen der Parrot Geschütze
 

10-Pfünder Parrot
Parrot Feldversion:
10-Pfünder (2.9 und 3.0 inch) 6 Mann Besatzung
20-Pfünder (3.67 inch) 6 Mann Besatzung
 
 

20-Pfünder Parrot
 
 
Parrot Marineversion (nur Union)

 

20-Pfünder (3.67 inch) 7 Mann Besatzung
30-Pfünder (4.2 inch) 9 Mann Besatzung
60-Pfünder (5.3 inch) 14 Mann Besatzung
100-Pfünder ( 6.4 inch) 17 Mann Besatzung


100-Pfünder Belagerungsgeschütz
 
Belagerungs-/Festungsgeschütze

 

100-Pfünder (6.4 inch) 17 Mann Besatzung
200-Pfünder (8.0 inch)
300-Pfünder (10.0 inch)

 

zerstörter 300-Pfünder Parrot
 
Der 300-Pfünder

 

Als sich im Jahre 1863 die Rückeroberung von Fort Sumter durch die Unionstruppen als schwerer als erhofft abzeichnete,
verlangte General W.T. Sherman nach einer besseren Lösung.
Er ließ 300-Pfünder Parrots (10 inch Kaliber, 250mm) in Stellung bringen.

Alles in allem wurden für die Belagerung folgende Geschütze bereitgestellt:

 

2x80-Pfünder Whitworth
9x100-Pfünder Parrots
6x200-Pfünder Parrots
1x300-Pfünder Parrot


Vorwort

Das Parrot Geschütz, oder besser gesagt die Parrot Geschütze wurden von Robert Parker Parrot, einem ehemaligen West Point Absolventen, der 1836 den Dienst quittierte, 1860 entwickelt und 1861 schließlich das Design patentiert.

Bei den Parrots handelte es sich um gusseiserne Kanonen mit gezogenem Lauf. Diese hatte es bereits zuvor gegeben, die Innovation bestand jedoch nunmehr aus der Ummantelung mit einem starken Eisenring am Ende der Kanone. Dieser Ring ermöglichte eine höhere Haltbarkeit und Stabilität, der ansonsten für Risse und Brüche recht anfälligen, bereits existierenden gusseisernen Kanonen. Der Ring wurde auf die noch rot glühenden gegossenen Kanonen gesetzt und mit Wasser abgeschreckt, dadurch wurde eine genaue Passform gewonnen. Bis zum Ende des Krieges waren die Parrott Geschütze (oder auch „Parrot Rifles“ genannt) auf beiden Seiten der Kriegsparteien in großer Anzahl im Einsatz.
Obwohl die Parrots zielgenau und günstig waren, hatten sie den ruf der Unzuverlässigkeit, besonders auf dem Feld. Einige tragische Unfälle durch explodierende Läufe sowohl auf Testgeländen als auch im Feld führten 1862 zu einem Antrag von Henry J. Hund die Geschütze aus der Army of Potomac zu nehmen und durch die alternativen 3-Inch Guns zu ersetzten. Dem Antrag wurde nicht stattgegeben, 1889 schließlich, nach immerhin 29 Jahren wurden die Geschütze vollständig ausgemustert.

Das besondere an den Parrott Geschützen war, dass sie zwar mit einem charakteristischen Design, aber zahlreichen Größen und Kalibern gefertigt wurden.
So gab es Versionen von feldbeweglichen „kleinen“ 10-Pfündern bis hin zu den legendären aber seltenen und gewaltigen 100, 200 und sogar 300-Pfündern. Letztere waren fest als Küsten oder Festungsbatterien im Einsatz und nicht auf dem Feld mobil. Für die Marine gab es zusätzlich eine Hinterladerversion des 30-Pfünders. Auf dem Schlachtfeld fanden sich 10- und 20-Pfünder Parrots in beiden Armeen im Einsatz. Der 20-Pfünder war die größte im Krieg eingesetzte Feldkanone und alleine das Rohr wog 1,800 Pfund (ca. 900kg!). Die kleinere 10-Pfünder Version wurde sogar in verschiedenen Kalibern gefertigt. Zum einen als 2.9 inch (74mm) und als 3.0 inch (76mm). Während die Konföderierten Truppen beide Kaliber nutzten, was unausweichlich zu einem Versorgungsproblem führte, da das richtige Kaliber an Munition nicht immer verfügbar war, beschränkte sich die Union der Einfachheit halber auf die Verwendung des Kaliber 2.9. Das Modell M1863 mit 3 gezogenen Läufen wurde später eingeführt war zwar dem früheren Modell ähnlich, unterschied sich aber optisch durch das Fehlen einer Wulst am Ende des Rohres, war somit völlig glatt.
Der 10-Pfünder Parrot zählt zu den "großen Drei" (gemeint ist die Verbreitung) Geschützen des amerikanischen Bürgerkrieges neben der "Napoleon" und dem "3,5 Ordnance". Er war auf allen Schlachtfeldern sowohl bei Union, als auch bei den Konföderierten im Einsatz. Allgemein wurde angenommen, dass angesichts eines solch massiven Artillerie Aufgebotes, vor allem des 300-Pfünder, die Mauern von Fort Sumter, die so lange den Angriffen standgehalten hatten, nun schließlich brechen würden.

 

 

200 Pfünder im Einsatz


Ein Artikel des „Washington Rebublican“ beschreibt die Fähigkeiten des 10inch-300Pfünder Parrot wie folgt: Die Durchlagskraft des 300Pfünder wird am ehesten deutlich, wenn man es mit einer gewöhnlichen 24-Pfünder Belagerungskanone vergleicht, welche die größte Kanonen zum Durchbrechen von Festungsmauern bis dahin im Italienischen Krieg war.

Der 24-Pfünder kann bei einer Austrittsgeschwindigkeit von 1,625 Fuß pro Sekunde ein Ziel in 3,500 yards Entfernung mit immerhin 300 Fuß (100m) pro Sekunde treffen. Der 300-Pfünder Parrot hingegen hat zwar nur eine Austrittsgeschwindigkeit von 1,111 Fuß pro Sekunde, behält aber auf 3,500yards immer noch eine Geschwindigkeit von 700Fuß (230m) pro Sekunde. Nach der Natur gesetzmäßigen Berechnung ergibt sich daraus eine 19,6 fach höhere Durchlagskraft des schnelleren und schwereren 300-Pfünder Geschosses. Bei einem Schuss auf 3,500 yards auf eine massive Ziegelmauer kann das 24-Pfünder Geschoss 6.2 Inch (ca. 15cm) tief eindringen. Beim 300-Pfünder sind es 6-7 Fuß (2-2,3 Meter!).
Zum Vergleich, die Durchschlagskraft eines 300-Pfund Parrot Geschosses ist mit der von 200 Schlaghämmern (Gewicht 50Kg) die alle gleichzeitig auf dieselbe Stelle aus einer Höhe von 10 Metern auf einen 3cm dicken Bolzen treffen zu vergleichen.


-The Washington Republican, August 12, 1863-


200 Pfünder

Ein weiteres berühmtes Geschoss ist der sogenannte “Swamp Angel” (Sumpfengel), ein 8-Inch 200-Pfünder Parrot Geschütz, welches von General Quincy Adams Gillmore für das Bombardement auf Charleston genutzt wurde. Geführt wurde es von den Männern des 11th Maine Volunteer Infantry Regiment.
Am 21. August 1863 schickte Gillmore ein Ultimatum an Beauregard die schwer befestigten Stellungen in Morris Island und Fort Sumter aufzugeben, oder er würde die Stadt Charleston beschießen. Als die Stellungen nicht geräumt wurden, befahl er eine erste Salve auf die Stadt.
Zwischen 22. und 23. August 1863 feuerte die „Swamp Angel“ 32 mal auf die Stadt (wobei sie beim 32 Schuss zerplatze). Diese Schlacht diente als Vorlage für Herman Mellvilles (Autor: Moby Dick) Gedicht: „The swamp angel“
 

 

 

Der "Swamp Angel" in seiner Stellung

 


Herman Melville - The Swamp Angel


There is a coal-black Angel
With a thick Afric lip,
And he dwells (like the hunted and harried)
In a swamp where the green frogs dip.
But his face is against a City
Which is over a bay of the sea,
And he breathes with a breath that is blastment,
And dooms by a far decree.

By night there is fear in the City,
Through the darkness a star soareth on;
There's a scream that screams up to the zenith,
Then the poise of a meteor lone --
Lighting far the pale fright of the faces,
And downward the coming is seen;
Then the rush, and the burst, and the havoc,
And wails and shrieks between.

It comes like the thief in the gloaming;
It comes, and none may foretell
The place of the coming -- the glaring;
They live in a sleepless spell
That wizens, and withers, and whitens;
It ages the young, and the bloom
Of the maiden is ashes of roses --
The Swamp Angel broods in his gloom.

Swift is his messengers' going,
But slowly he saps their halls,
As if by delay deluding.
They move from their crumbling walls
Farther and farther away;
But the Angel sends after and after,
By night with the flame of his ray --
By night with the voice of his screaming --
Sends after them, stone by stone,
And farther walls fall, farther portals,
And weed follows weed through the Town.

Is this the proud City? the scorner
Which never would yield the ground?
Which mocked at the coal-black Angel?
The cup of despair goes round.

Vainly she calls upon Michael
(The white man's seraph was he),
For Michael has fled from his tower
To the Angel over the sea.

Who weeps for the woeful City
Let him weep for our guilty kind;
Who joys at her wild despairing --
Christ, the Forgiver, convert his mind.