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Vorwort

Während des amerikanischen Bürgerkrieges wurden Pistolen und Revolver, seiner Zeit auch „Handguns“ genannt, in zahlreichen Modellen und Varianten verwendet. Dennoch blieben Handfeuerwaffen überwiegend im Gebrauch der Kavallerie. Für die grundsätzlich kürzere Waffen wie z.B. auch Karabiner praktischer in der Handhabung waren, im Gegensatz zu langen Gewehren. Offiziere und teilweise auch Artillerie-Mannschaften verfügten auch über Handfeuerwaffen, das sie auch für diese besser geeignet waren. Besonders die Eigenschaft eine Pistole in einer Seitentasche mit führen zu können ermöglichte größere Beweglichkeit bzw. Handfreiheit, wie sie z.B. bei der Artillerie von Nöten war. Dennoch musste eine Waffe immer „griffbereit“ sein, da auch Artillerie-Mannschaften in Nahkämpfe verwickelt werden konnten. Der „gemeine“ Infanterist wurde in der Regel nicht mit einer Pistole ausgestattet. Viele dennoch verwendete Pistolen stammten aus Eigenbesitz und wurden mehr oder weniger inoffiziell, dennoch geduldet, mitgeführt (oft handelte es sich um Erbstücke oder Beutewaffen). Die mit der Pistole verbundene Assoziation mit einem Offizier oder höheren Dienstgraden führte somit oft zu einer Begehrlichkeit, diese zu besitzen. Der damalige Preis von 20-40$ ließ es dennoch nicht jedem möglich werden eine Waffe zu erwerben.
Die große Vielzahl der verschiedenen Modelle und deren Einsatz lassen keine genaue Zuweisung als Standardwaffe der Nord- oder Südstaaten zu. Dennoch war das Colt Modell 1851 und 1860 besonders in der Union verbreitet, während neben den Colt Modellen im Süden zusätzlich der Remington Revolver 1858 oft zu finden waren. Diese Modelle können mehr oder weniger als die Standard Handfeuerwaffen des amerikanischen Bürgerkrieges gesehen werden.


Grundsätzlich wurde zwischen Pistolen, einschüssigen, meist Vorderlader-Handfeuerwaffen, welche Pulver und Kugel (Ball, rund) benötigen, sowie mehrschüssigen Revolvern, die Patronen, bestehend aus Hülse und Kugel (Bullet, spitz) mit integriertem Zündplättchen nutzen unterschieden. Die in der Regel in Trommeln befindlichen Revolverpatronen ermöglichten ein schnelles schießen durch die integrierte Mechanik, die entsprechend die nächste Patrone vor den Lauf bringt. Somit war der Revolver, der Pistole in Feuergeschwindigkeit, Schusssicherheit, Handhabung und Genauigkeit weit überlegen. Im Laufe der Jahre wurden Vorderladerpistolen fast vollständig abgelöst und behielten lediglich Zeremonielle oder traditionelle Aufgaben bei (z.B. Duell-Pistolen). Erst die Einführung der Magazin beladenen Automatikwaffen beendete den Siegeszug des Revolvers. Entsprechende Revolverkonstruktionen wurden ebenfalls an verschiedenen Gewehren getestet (im Prinzip ein Revolver mit Armstütze und langem Lauf), setzten sich aber aufgrund der unmöglichen Verwendung von Langmunition nicht durch.
Bei der Bezeichnung der verschiedenen Modelle wurde zumeist das Jahr der Serienreife bzw. Entwicklung als Modellname gepflegt, auch wenn die Waffe viele Jahre im Einsatz war. Der 1851 Navy Colt z.B. war zwischen 1850 und 1876 im Einsatz. Die Bezeichnung 1851 blieb aber bestehen.

Colt Modelle 1850/60 und 1861

Das Colt Model 1860 war vermutlich das meist produzierte und verwendete Modell des Bürgerkrieges auf beiden Seiten. Der gravierte Zylinder inklusive Gravur der Patentnummer wurde zum Markenzeichen von Colt und ließ, trotz zahlreicher Nachbauten der Konstruktion, immer das Original erkennen. Sowohl der Colt 1860, als auch das Navy Model 1861 nutzen einen runden gezogenen Lauf, sowohl im Kaliber .36 als auch Kaliber .44.
Alle Colt Modelle wurden mit einem Stahlrahmen gefertigt. Spätere Reproduktionen wurden teilweise aus Messing hergestellt. Im Gegensatz zum Modell 1860 besaß das Navy Modell 1850 einen 8-eckigen gezogenen Lauf und wurde nur im Kaliber .36 (Navy-Kaliber) gebaut.
 

Remington Medell 1858

Obwohl drei unterschiedliche Varianten des Remington Revolvers geläufig waren, wurden sie alle weitläufig Modell 1858 oder einfach nur Remington genannt. Wie bereits bei den Colt Modellen wurden zahlreiche Nachbauten schon seiner Zeit getätigt, lediglich mit kleinen Änderungen um Patentstreitigkeiten auszuschließen.
Der Name 1858 entstand, als in besagtem Jahr Remington das Patent für den Revolver von der Firma Beals erwarb. Bis 1875 wurde der Revolver produziert.
Im Gegensatz zu den Colt Modellen hatte der Remington Revolver drei Vorteile

 
      1. Die Trommel befand sich in einem „Gehäuse“, war somit von oben und unten im Rahmen eingeschlossen. Diese führte zu einer längeren Haltbarkeit und Schussgenauigkeit nach längerer Verwendung.



      2. Der Schlagbolzen ruhte nach jedem Schuss in einer kleinen Kerbe. Bei den Colt Modellen lag der Schlagbolzen immer auf der nächsten Patronenkammer, was zu Fehlschüssen bei einem Stoß auf den Bolzen oder fallen gelassener Waffe führen konnte. Um einen Fehlschuss zu vermeiden, wurden Colt Modelle oft nur in 5 von 6 Kammern geladen, um dem Bolzen eine „Ruheposition“ zu erlauben (leere Kammer).



    3. Der austauschbare Zylinder erlaubte es dem Schützen sozusagen ein „weiteres Magazin“ mitzuführen, indem er den leeren Zylinder einfach durch einen geladenen ersetzte. Das Colt Modell musste jeweils wieder einzeln beladen werden.



Der „Südstaaten“ Remington Revolver wurde mit einem Messingrahmen gefertigt, was eher auf die Rohstoffknappheit des Südens, als auf ästhetische Gründe zurückzuführen ist. Die Modelle der Union konnten weiterhin in Stahl gefertigt werden. Wie die Colt Revolver wurden ebenfalls die Remington Modelle in Kaliber .36 (Navy) und .44 gefertigt.


LeMat Revolver

Hierbei handelte es sich um eine der interessantesten Waffen des Bürgerkrieges. Entworfen und geplant für die Armee des Südens, handelte es sich beim LeMat Revolver um den vermutlich einzigen doppelläufigen Revolver, der jemals entwickelt wurde. Er besaß einen 9-schüßigen Revolverzylinder, der durch ein Kaliber .40-.42 Lauf schoss, sowie einen darunter liegenden Kaliber .60 Lauf, der von einer Kammer in der Mitte der Trommel „gefüttert“ wurde und Schrot verschoss. Der Rahmen und der achteckige Lauf wurden aus dunklem Stahl gefertigt. Dem kürzeren „Schrot-Lauf“ konnte eine Verlängerung angesteckt werden um einem Schrotgewehr näher zu kommen. Das komplizierte Design führte leider zu erheblichen Schwierigkeiten in der Produktion.
Entworfen wurde diese Handfeuerwaffe von Colonel Lemat und General Beauregard. Es war die Lieblingswaffe von J.E.B. Stuart. Ca. 3.000 Stück wurden produziert.
Zu den Späteren „Verehrern“ gehörte selbst noch im letzten Jahrhundert General George S. Patton.

Pistolen und Equipment

Pistolen und Exoten
Folgende Bilder sollen einen kleinen Einblick in die Vielfalt der verwendeten Waffen geben.

 


Virginia Manufactory Flintlock Pistol


J&F Garret Pistol


Palmetto Pistol Model 1842


Wesson & Leavitt Dragoon


Plant 3rd. Model


Kerr Revolver


Bacon Revolver