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Das Thema

 

Rammjäger: Das Sonderkommando Elbe

Das Sonderkommando Elbe wurde zum Ende des 2. Weltkrieges, auch auf Initiative des Luftwaffen-Oberst Hajo Herrmann, gegründet. Vorgeschlagen hatte er diese "Taktik" schon im Herbst 1944 und ca. ein halbes Jahr später erfolgte die Umsetzung.

 

 

Hajo Herrmann


Geschichte

Da zum Ende des Krieges die materielle Überlegenheit der Alliierten immer größer wurde und viele erfahrene deutsche Piloten in der Reichsverteidigung fielen, suchte man nach Auswegen, um der Überlegenheit der Alliierten begegnen zu können.
In einer stark verkürzten Zeit wurden neue deutsche Piloten ausgebildet. Die Auswirkungen der verkürzten Ausbildung kann man sich vorstellen. Die neuen jungen Piloten fielen zumeist gleich bei ihrem ersten Einsatz.

Im Herbst 1944, also wenige Monate vor Kriegsende, kam dann die Idee auf, die gegnerischen Bomber durch Rammen zu vernichten. Es wurde mit den Vorbereitungen begonnen. Dazu wurden junge fanatische Jungen rekrutiert. Obwohl die Überlebenschance nicht allzu hoch war, sagte man ihnen, dass sie nach dem Rammstoß ja immer noch mit dem Fallschirm aussteigen könnten. Es bestand allerdings keine Möglichkeit, sich gegen feindliche Flugzeuge zu verteidigen, da die Maschinen nur mit einem 13-mm MG als Bewaffnung flogen. Bei den Maschinen wurde an allem gespart, was nicht dringend gebraucht wurde. So an der Panzerung rund um den Pilotensitz, dem Rundfunksender usw. Der Grund dafür war einfach. Es diente dazu, das Gewicht zu reduzieren und die Maschine auf eine Flughöhe von mindestens 10.000 m zu bekommen.
Im März 1945 wurde das Sonderkommando Elbe mit etwa 120 - 150 Piloten und 184 Maschinen vom Typ Bf 109 in Magdeburg aufgestellt. Ironischerweise auf dem Geburtsplatz der deutschen Fallschirmjäger.
Viele deutsche Fliegerkommandeure waren gegen so einen sinnlosen Verband.

 

Vielleicht wollte man so an die Ehre appellieren? Oder es war ein Zufall! Sicher dürfte sein, dass viele in diesem Unternehmen keinen Sinn mehr gesehen haben und es wahrscheinlich auch ihrer Art der Kriegsführung widersprach. In diesem Punkt kann man die Luftwaffe nicht mit Teilen des Heeres vergleichen, die in manchen Frontabschnitten bis zum bitteren Ende den wirren Befehlen ohne zu hinterfragen Folge leisteten. Gerade die Verteidigung von Breslau ist eines von mehreren Beispielen.
Dennoch führte auch die Luftwaffe diesen sinnlosen Befehl aus!

Der einzige Einsatz der bekannt ist, war das Unternehmen Werwolf. Es sollte die amerikanischen Bomberströme vom 7. April 1945 aufhalten, bzw. schwächen.
Er bestand aus 1300 Bombern und knapp 800 Begleitjägern. Das Sonderkommando Elbe flog mit 183 Maschinen nun seinen ersten Einsatz unter Begleitung des JG 7, das mit Me 262 ausgerüstet war.
Es wurden vernichtet durch Rammjäger: 23 Bomber und durch die Me262 des JG 7 28 Bomber.
Die deutschen Verluste bei den "Kämpfen" über dem Steinhuder Meer waren hoch, 133 Deutsche Flugzeuge gingen verloren.
Die Piloten, die sich nach dem Rammen retten konnten, wurden am Fallschirm hängend von amerikanischen Jagdfliegern abgeschossen.
77 junge Flieger kamen nicht zurück.

 

 

Ein speziell zum Rammen entwickeltes Flugzeug

Das war die traurige Bilanz des ersten und letzten Einsatzes dieses sinnlosen Kommandos.

Am 17. April wurde das Kommando aufgelöst und die jungen Flieger, die noch übrig waren, als Infanteristen im Endkampf um Berlin verheizt.

In Wienhausen-Bockelskamp bei Celle befindet sich ein Gedenkstein für die Opfer des Sonderkommandos Elbe. Er wurde von ehemaligen Angehörigen errichtet.

Quellen

wikipedia (Zugriff 03.08.09)
zdf.de/Wunderwaffen (Zugriff 03.08.09)
zdf.de/Deutsche Kamikaze (Zugriff 03.08.09)
versandbuchhandel..... (Zugriff 03.08.09)

Autor: hbw