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Das Thema

Lappland Armee
20. Gebirgs-Armee

 

 

Definition


Die Lapplandarmee (20. Gebirgs-Armee) ist in seiner Struktur ein Großverband der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, welcher von 1942 bis 1945 in Skandinavien stationiert wie eingesetzt wurde. Die Armee war in Lappland stationiert, war an der Eismeerfront in Stellungskämpfe einbezogen und hatte eine Personalstärke von bis zu 220.000 Mann (drei Korps und eine Reserve-Division). Die Armee war ein Resultat der letzten Kriegsjahren, vor allem aus dem Grund der Effizienz ersonnen. Als Armeekommando deutscher Truppen in Norwegen und Finnland, sollte die Front im Norden verteidigen bzw. neue Angriffe gegen die Sowjetunion durchführen. Für die Führung kam nur ein Mann in Frage, der Held von Narvik, General der Gebirgstruppe Eduard Dietl, der zuvor Kommandierender General des Gebirgskorps Norwegen gewesen war. Im Oberkommando stand damals Hitlers "Durchhaltegeneral" Ferdinand Schörner, welcher mit unerschrockener Führung und seiner eisernen Härte, wurde er im Herbst 1941 an die Eismeerfront versetzt, wo er die legendäre Lapplandarmee vor einem Stalingrad des Nordens bewahrte. Unter ihm diente Eduard Dietl als Oberbefehlshaber der 20. Gebirgsarmee im Krieg gegen die Sowjetunion, dabei hat er sich in der unwirklichen Landschaft einen Namen als Gebirgsjäger mit einzigartigen Fähigkeiten bewiesen. Neben den Offensiven auf Murmansk-Poljarnoje ebenso im Kampf um die Liza führte er die Lapplandarmee. Auch in der Defensive konnte er sich beweisen. Er sicherte dabei den Rückmarsch der beinahe 180 000 Mann der deutschen Lapplandarmee und erwies damit seinen Männern wie dem Befehlshaber Schörner einer großen Dienst. Dabei machte aber nicht nur durch militärische Führung der 20. Gebirgsarmee von sich sich reden, sondern ihm werden als Befehlshaber dieses Verbandes auch Kriegsverbrechen zur Last gelegt. Über das Gebirgskorps Norwegen unter Generaloberst von Falkenhorst wurde der Kommissar-Befehl auch an General Dietl weitergegeben und dort bekanntgemacht. Auch im Befehlsbereich von Dietls 20. Gebirgsarmee wurden Kriegsgefangene zur Erschießung an den berüchtigten Sicherheitsdienst (SD) übergeben. Auch ließ er Kriegsgefangene bzw. Strafgefangene für Bauprojekte militärischer Tragweite arbeiten, dabei kam es regelmäßig zu Todesfällen.


General Dietl in Rovaniemi, dem Hauptquartier der deutschen Lappland-Armee

Im Jahre 1944 kam die Armee in Bedrängnis und musste in die nördliche Riegelstellung zurückfallen, wobei sie Ende 1944 nicht nur gegen die Rote Armee kämpfen musste, sondern auch gegen das bestens ausgebildete finnische Heer, welches bereits zu den Alliierten übergelaufen war, ankämpfen. Zu besonderer Bedeutung kam die Lappland Armee im Dezember 1944, als sie die letzte Instanz im Norden der Front darstellte. Das AOK Norwegen existierte zu jener Zeit nur auf dem Papier und praktisch überhaupt nicht mehr. So wurde es aufgelöst und die Aufgaben bzw. Aufgabenbereiche des Befehlshabers auf dieser Seite des stetig kleiner werdenden Einflussgebietes des Deutschen Reiches. Für die Verdienste jener Tage sollten die Angehörigen der Armee im Mai 1945 mit dem Lapplandschild ausgezeichnet werden, was jedoch nicht mehr durchgeführt wurde. Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Armee vor britischen Truppen.


Einsatz

Die Armee im Norden
Vor und Nach dem Krieg

 

Die Armee bewies sich im schwierigen Gelände und gegen eine Überzahl von Feinden. Vor allem die sowjetischen Truppen an der Nordfront bissen sich die Zähne an dieser Seite der Front aus. Die Lappland-Armee unter Generaloberst Dietl konnte immer wieder eine Einzuschließung bzw. erzwungenen Rückzug verhindern. In der Propaganda des Reiches, wie auch beim Feind wurde dieser Kampfverband als „beste Armee Deutschlands“ bezeichnet. Sie gewann Respekt wie Erfolge auf dem Schlachtfeld, erst unter General Rendulić musste der Rückzug angeordnet werden. Trotz des Rückzugs und der vermeintlichen Niederlage, war die Armee weiterhin in der Lage sich zu verteidigen, ein beachtlicher Zustand, der von Premier Churchill genutzt wurde. Im Sommer 1945 kapitulierte eine noch völlig intakte Lappland-Armee gegenüber den Alliierten, die sich ihrer Annahmen und Sie im aufkeimenden ideologischen Kampf von Ost und West monatelang bewaffnet ließen. Weniger als Druckmittel, sondern als Instrument gegen Stalins expansiver Politik auf dem Balkan und in Skandinavien. Sie hatten sich gegen die Rote Armee bewährt, waren intakt und schnell zu mobilisieren.


General Dietl und Feldmarschall Mannerheim


 
Oberbefehlshaber der 20. Gebirgs-Armee
Dienstzeit
Dienstgrad
Name
14. Januar 1942 – 23. Juni 1944 Generaloberst Eduard Dietl
25. Juni 1944 – 21. Januar 1945 Generaloberst Lothar Rendulic
21. Januar 1945 – Kapitulation General der Gebirgstruppe Franz Böhme

Dazu konnten Sie sich 1944 gegen die Finnen erwehren, die ehemaligen deutschen Waffenbrüder in Lappland, und stellte somit ein Machtinstrument im Nacken Stalins dar. Mag die Lapplandarmee im Krieg auch gegen die Finnen gekämpft haben, so hatten sie nach dem Krieg doch einen einflussreichen Leumund, Träger hoher deutscher Orden, welcher den Kampf gegen die Russen an der Seite der Deutschen geführt hatte - Feldmarschall Gustaf Mannerheim, Finnlands Oberbefehlshaber und seit dem 4. August 1944 zugleich Staatspräsident. Das Vier-Millionen-Volk, dem die Auslöschung drohte, akzeptierte Stalins Waffenstillstands-Diktat mit der Auflage, die Deutschen zu internieren oder zu vertreiben, falls sie Lappland nicht bis Mitte September geräumt hätten. Das "war peinlich", bekundete Mannerheim später in seinen Memoiren, "aber wir hatten keine Wahl". Nach dem Krieg verlangte der gleiche Mann, für diesen nur wenige Wochen dauernden deutsch-finnischen Krieg, Reparationen für die deutschen Verwüstungen in Lappland. Mannerheim musste sich mit seinem ausgebluteten Land hilfreiche Bündnisse schmieden. So auch nach dem Krieg mit den Alliierten, welche einen neuen Feind im Osten aufziehen sahen.