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Das Thema

 

Das Infanterie-Regiment "Großdeutschland"
Ein Eliteverband der deutschen Wehrmacht

 


Aufstellung

 

Aufstellung

Das Regiment Großdeutschland entstand durch die Zusammenführung des "Wachregiment Berlin" und Teilen des Infanterie-Lehr-Regimentes der Heeresschule Döberitz zu Beginn des Jahres 1939. Im April 1939 benannte man dann die neu entstandene Einheit in Infanterie-Regiment "Großdeutschland" und gab ihr Berlin-Moabit als neuen Standort. Das Regiment besaß 4 Bataillone, musste aber schon kurz nach der Aufstellung Teile wieder abgeben. Dabei handelte es sich um das sogenannte "Führer-Begleitkommando". Die Aufgabe dieses Verbandes war die Bewachung des Führerbunkers "Wolfsschanze".
Nach der Motorisierung des Regimentes verlegte man es im Oktober 1939 auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Dort sollten die letzten Umgliederungen, Zusammenführungen und Ausbildungen durchgeführt werden. Nach Abschluss dieser Maßnahmen kam im November des Jahres 1939 der Befehl zur Verlegung in den Westerwald, genauer gesagt nach Montabaur und Westerburg. Der Auftrag des Regimentes war es dabei als unterstellte Einheit Teil des XIX. Armeekorps unter General Heinz Guderian zu sein und als Reserve für die "Heeresgruppe A" zur Verfügung zu stehen.

 

 

Da es sich beim Infanterie-Regiment "Großdeutschland" um eine Elite-Einheit der Wehrmacht handelte wurde es den Angehörigen erlaubt dies durch besondere Abzeichen aufzuzeigen. Hier sieht man das Ärmelband des Regiments. Dabei kann man oben den Schriftzug in Sütterlinschrift erkennen und unten in altlateinischer Schrift. Das Ärmelband wurde 12 cm über dem rechten Ärmelansatz getragen.


Gliederung

 

Gliederung
( Stand: Dezember 1940 )
  • Stab
    - Nachrichtenzug
    - Musikkorps
    - Kradschützenzug
  • I. Bataillon
    - 1. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 2. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 3. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 4. schwere Kompanie (12 s.M.G., 6 s.Gr.Wf.)
  • II. Bataillon
    - 5. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 6. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 7. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 8. schwere Kompanie (12 s.M.G., 6 s.Gr.Wf.)
  • III. Bataillon
    - 9. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 10. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 11. Schützen-Kompanie (12 le.M.G., 3 le.Gr.Wf.)
    - 12. schwere Kompanie (12 s.M.G., 6 s.Gr.Wf.)
  • IV. Bataillon
    - 13. leichte Infanterie-Geschütz-Kompanie (6 le.Inf.Gesch.)
    - 14. Panzer-Jäger-Kompanie (12 3,7cm PAK)
    - 15. schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie (4 s.Inf.Gesch.)
    - 16. Stug-Kompanie (Stug-Batterie 640) (6 Stug 7,5cm)
  • V. Bataillon
    - 17. Kradschützen-Kompanie
    - 18. Pionier-Kompanie
    - 19. Nachrichten-Kompanie
    - 20. Flak-Kompanie
  • Artillerie-Abteilung 400
    - 1. Batterie
    - 2. Batterie
    - 3. Batterie
  • Nachschubführer 400
    - I. Kolonne
    - II. Kolonne
    - III. Kolonne
    - IV. Kolonne
    - Kfz. Werkstattzug

 

 

 

Ein Angehöriger des Regiment "Großdeutschland" auf Beobachtungsposten. Gut zu erkennen ist das Ärmelband und das geschlungene "GD" auf der Schulterklappe. Dies war ein weiteres Erkennungszeichen für Angehörige des Infanterie-Regiment "Großdeutschland"


Einsatz

 

Einsatz

Ab 1940 begann dann der Kampfeinsatz des Infanterie-Regimentes "Großdeutschland". Im Rahmen des Westfeldzuges kam es zu ersten Gefechten. Am 21. Januar 1940 verlegte die Einheit nach Zell an der Mosel, von dort ging es für das Regiment weiter nach Westen und erreichte am 13. Mai 1940 die Maas bei Sedan. Ab dem 23. Mai nahm das Regiment an den Kämpfen um Dünkirchen teil. Nachdem das Regiment schließlich am Durchbruch durch die sogenannte Weygand-Linie beteiligt war wurde es der "Panzergruppe von Kleist" unterstellt. Bis zum Ende der Kämpfe war man schließlich bis in den Raum Lyon marschiert. Nach Abschluss der Schlacht um Frankreich wurde das Regiment nach Colmar verlegt und dort aufgefrischt. Nach Abschluss dieser Maßnahmen begann man mit der Ausbildung für die Landung in England und auf Gibraltar. Als es schließlich nicht zu diesen Operationen kam verlegte man das Regiment am 6. April 1941 über Wien und Budapest nach Rumänien. Von dort aus begann der Balkanfeldzuges für das Infanterie-Regiment "Großdeutschland". Ziel für die Einheit war dabei Belgrad. Am 17. Mai 1941 erfolgte schließlich eine neue Verlegung. So ging es zuerst nach Teschen-Tropau und von dort dann weiter in den Bereitstellungsraum bei Shelechow. Dort wurde es wiederum als Armeereserve eingesetzt, diesmal aber bei der 2. Panzer-Armee. Im Bereitstellungsraum erlebten die Mitglieder des Regimentes den Beginn der "Operation Barbarossa", der Angriffs auf die Sowjetunion. Von jetzt an wurde das Regiment bzw. die spätere Division nur noch an der Ostfront eingesetzt.

 

 

Ein höherer Offizier beim Truppenbesuch an der Ostfront

So begann am 22. Juni 1941 der Vormarsch des Regimentes Richtung Osten. Nach dem Erreichen der Festung Brest-Litowsk kämpfte man sich weiter über Bialystok und Slonim nach Misnk, diese Stadt erreichte man am 2. Juli 1941. Dann ging es weiter und bei Mogilew gelang der Sprung über den Dnjepr. Nachdem man Jelnja genommen hatte wurde das Regiment Anfang September nach Süden eingedreht um Richtung Konotop weiter vorzudringen. Nach schweren Kämpfen konnte das Ziel eingenommen werden und der Vormarsch nach Osten ging weiter. Über Putwil gelangte man schließlich am 3. Oktober 1941 nach Romny um dort wieder Richtung Norden einzudrehen. 8 Tage später erreichte man schließlich über Gomel marschierend das nächste Einsatzziel, die Stadt Smolensk. Dort war das Regiment dann wieder in schwere Kämpfe verwickelt. Trotz der bisher erlittenen Verluste ging es weiter Richtung Osten und so erreichte man am 31. Oktober schließlich Orel. Nachdem dieses Ziel genommen wurde marschierte man weiter und kam bis zum 5. Dezember in den Raum nördlich der Stadt Tula. Hier ging es dann für das Infanterie-Regiment "Großdeutschland" nicht mehr weiter. Durch die Verluste die das Regiment bis hier erlitten hatte war die Kampfkraft zu stark geschwächt wurden, so konnte man auch die Stellungen nicht halten und musste erstmals zurück weichen. Die neuen Stellungen bezog man schließlich im Raum Bolchow. Dort bezog man die Winterstellung und führte Reserven nach um wieder angriffsfähig zu werden.
Da durch eine Umstrukturierung die Infanterie-Division "Großdeutschland" gebildet wurde gab es am 21. April 1942 die Umbenennung vom Infanterie-Regiment Großdeutschland in das "Infanterie-Regiment Großdeutschland 1". Man war somit Teil der neuen Division geworden.

 

Einsatz nach der Umstrukturierung zur Division

 

 

Oberst Niemeck und Generalleutnant Hasso Eccard von Manteuffel,
ab Februar 1944 Kommandeur der Panzergrenadier-Division "Großdeutschland"

Auf Grund der durchgeführten Umstrukturierung des Infanterie-Regiments zur Infanterie-Division "Großdeutschland", im April/Mai 1942, ernannte man den bisherigen Regimentskommandeur Oberst Hörnlein zum neuen Divisionskommandeur, zeitgleich beförderte man ihn zum Generalmajor. Nach Abschluss der Umstrukturierung kam die Division im Rahmen des XXXXVIII. Panzerarmee-Korps bei der Sommeroffensive zum Einsatz. Dabei sind besonders die schweren Kämpfe rund um Rschew zu nennen. In diesem Bereich blieb die Division bis zum Jahresende. Durch den immer häufiger werdenden Einsatz an Brennpunkten der Front erarbeitete sich die Division "Großdeutschland" schnell den Namen einer "Feuerwehr". Diesen Namen sollte sie behalten das sie ab diesem Zeitpunkt fast nur noch für solche Einsätze heran gezogen wurde. Durch die Niederlage der 6. deutschen Armee in Stalingrad und Angriffe der Roten Armee, während der Operation "Ostrogoschsk-Rossosch", entstand im Januar 1943 eine etwa 100-150km lange Frontlücke. Diese sollte geschlossen werden wozu die Infanterie-Division "Großdeutschland" sowie SS-Divisionen bestimmt wurden. Aber auf Grund der Stärke mit der die Rote Armee angriff blieb nur das geordnete Ausweichen übrig. So marschierte die Division entlang der Rollbahn bis Mitte Februar in den Bereich der Stadt Charkow zurück, dabei wären Verteidigungskämpfe und Gegenangriffe an der Tagesordnung.

 

 

Grenadiere und Panzer der Division auf dem Marsch

Im Juli 1943 stand eine weitere Umstrukturierung an, aus der Infanterie-Division wurde eine Panzergrenadier-Division der großzügig das neuste Material zur Verfügung gestellt wurde. Nachdem die Maßnahmen abgeschlossen waren ging es wieder in den Kampfeinsatz, diesmal folgte ein Einsatz bei der Schlacht um Kursk. Als es im August schließlich zur vierten Schlacht um Charkow kam und die Rote Armee versuchte die Stadt zurück zu erobern hatte man die Division "Großdeutschland" dort hin verlegt um Schlimmeres zu verhindern. Den Verlust der Stadt konnte man zwar nicht verhindern aber man stoppte vorerst den Vormarsch der russischen Soldaten.
Bis in den Juli 1944 hinein war die Panzergrenadier-Division im südlichen Bereich der Ostfront eingesetzt. So war man in den Einsatzräumen des Dnepr-Bogens, bei Krywyj Rih, Kirowohrad und schließlich dem Tscherkassy-Kessel im Kampf. Nach weiteren Rückzugskämpfen überschritt die Division schließlich den Fluss Bug um dann weiter über Bessarabien nach Rumänien zu marschieren. Nachdem man die Division wieder mit Soldaten, Waffen und Material aufgefüllt hatte verlegte man sie im Sommer 1944 nach Litauen. Der Einsatzzweck war wieder einmal das schließen einer Frontlücke, diesmal zwischen der Heeresgruppe Nord und Mitte. Nach anfänglichen Angriffen musste man schließlich dem Feinddruck weichen. Ab Oktober 1944 begannen Abwehr- und Rückzugskämpfe die die Division schließlich bis ins eingeschlossenen Memel führten. Von dort evakuierte man dann die Soldaten über die Ostsee nach Ostpreußen um dort wieder aufzufrischen und ausgerüstet zu werden. Ende April wurde die Panzergrenadier-Division "Großdeutschland" schließlich in Ostpreußen vernichtet, nur wenige Restteile der Division schafften es über die Frische Nehrung nach Fehmarn und Bornholm zu entkommen. Aber auch für diese Soldaten war dort schließlich der Krieg beendet.


Gliederung 1943

 

Gliederung Panzergrenadier-Division ( Stand: Juli 1943 )
  • Panzer-Grenadier-Regiment Großdeutschland
  • Panzer-Füsilier-Regiment Großdeutschland
  • Panzer-Regiment Großdeutschland
  • Panzer-Aufklärungs-Abteilung Großdeutschland
  • Panzerjäger-Abteilung Großdeutschland
  • Sturmgeschütz-Abteilung Großdeutschland
  • Panzer-Artillerie-Regiment Großdeutschland
  • Heeres-Flakartillerie-Abteilung Großdeutschland
  • Panzer-Pionier-Bataillon Großdeutschland
  • Panzer-Nachrichten-Abteilung Großdeutschland

 

 

 

Eine Spähtruppfahrt auf einem Fluss in Russland


Panzerkorps

 

Panzerkorps "Großdeutschland"

Zwischenzeitlich hatte die Panzergrenadier-Division noch Truppenteile abgeben müssen. Damit das Panzerkorps "Großdeutschland" gebildet werden konnte musste die Division am 20. Dezember 1944 das III./Grenadier-Regiment GD, I./Füsilier-Regiment GD, III./Panzer-Regiment GD (Tiger), IV./Panzer-Artillerie-Regiment GD sowie alle Versorgungs- und Feldersatzeinheiten abgeben. So wurde dem Panzerkorps das am 28. September 1944, unter Verwendung der 18. Artillerie-Division und den Resten des XIII. Armeekorps, aufgestellt wurde weitere Einheiten zugeführt. Die Aufstellung war im Januar 1945 abgeschlossen, das Panzerkorps gehörte daraufhin zur 4. Pz-Armee der Heeresgruppe Weichsel.
Am 01. März 1945 waren der Divisionsstab z.b.V. 615, die Masse der 21. Panzer-Division, die Kampfgruppe Panzer-Grenadier-Division "Brandenburg", die Kampfgruppe 1. Fallschirm-Panzer-Division "HG" und die Kampfgruppe 20. Panzer-Grenadier-Division dem Panzerkorps "Großdeutschland" unterstellt.


Links: Die Parade einer StuG-Einheit in Russland.
Rechts: Ein Ausbilder der Division "Großdeutschland" unterweist einen Soldaten des Volkssturm in der Benutzung der MP40


Gliederung

 

Gliederung der Panzerkorps-Truppen ( Stand: Januar 1945 )
  • Arko 500 ( Artilleriekommandeur )
  • Stab Pionier-Regiment 500
  • Korps-Füsilier-Regiment Großdeutschland
  • schwere Panzer-Abteilung Großdeutschland
  • Artillerie-Regiment 500
  • Panzer-Pionier-Bataillon 500
  • Panzer-Korps-Nachrichten-Abteilung 500
  • Panzer-Feldersatz-Regiment Großdeutschland
  • Versorgungs-Regiment 500


Quellen


"Geschichte der Panzergrenadierdivision Großdeutschland", Thomas McGuirl, Remy Spezzano, Dörfler-Zeitgeschichte: ISBN 3-89555-033-7
"Panzer-Grenadier-Division Großdeutschland und ihre Schwesterverbände", Horst Scheibert, Dörfler-Zeitgeschichte: ISBN 3-89555-311-5
"Die Einsätze der Panzergrenadier-Division Großdeutschland“, Helmuth Spaeter: ISBN 3-89555-089-2
"Panzerkorps Großdeutschland", Helmuth Spaeter, Dörfler-Zeitgeschichte: 3-89555-374-3

http://www.bild.bundesarchiv.de/

Autor: panzermeyer