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Das Thema

Die Legion Condor


Die „Legion Condor“ war ein Expeditionskorps des Deutschen Reiches, das General Franco im Spanischen Bürgerkrieg unterstützte. Zusammengesetzt war es überwiegend aus Teilen der Luftwaffe.
Titelblatt der Zeitschrift "Die Wehrmacht"


Aufstellung

Weitere Truppenteile der Wehrmacht (Panzer-, Nachrichten-, Transportverbände, Marine-(Gruppe Nordsee), Ausbildungseinheiten) wurden im weiteren Verlauf der Aufstellung der Legion eingegliedert. Um den putschenden Generalen zu Hilfe kommen zu können, ohne im Ausland zuviel Aufmerksamkeit zu erregen, wurden alle Hoheitsabzeichen der deutschen Militärs von den Uniformen entfernt. Auch wenn im Ausland klar war, dass es sich um deutsche Truppen handelte und Franco aus Deutschland mit immer mehr Hilfe rechnen konnte, so wurde jede Einreise von deutschen Militärs getarnt in Zivilkleidung durchgeführt. Eine offene Unterstützung seitens Deutschlands für die "Nationalisten" hätte zu diesem frühen Zeitpunkt katastrophale Folgen für das Land und seine relativ schwache Position haben können.

Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, sagte zum Einsatz und Aufstellung der Legion Condor später vor dem Internationalen Militärgerichtshof Folgendes:
„Als in Spanien der Bürgerkrieg ausgebrochen war, sandte Franco einen Hilferuf an Deutschland um Unterstützung, besonders in der Luft […] Franco stand mit seinen Truppen in Afrika […] Das Entscheidende war, dass zunächst seine Truppen nach Spanien kamen. Der Führer überlegte sich, ich drängte lebhaft, die Unterstützung unter allen Umständen zu geben. Einmal, um der Ausweitung des Kommunismus […] entgegenzutreten, zum zweiten aber, um meine junge Luftwaffe bei dieser Gelegenheit in diesem oder jenem technischen Punkt zu erproben. Ich sandte mit Genehmigung des Führers einen großen Teil meiner Transportflotte und sandte eine Reihe von Erprobungskommandos meiner Jäger, Bomber und Flakgeschütze hinunter und hatte auf diese Weise Gelegenheit, im scharfen Schuss zu erproben, ob das Material zweckentsprechend entwickelt wurde. Damit auch das Personal eine gewisse Erfahrung bekam, sorgte ich für einen starken Umlauf, das heißt immer wieder neue hin und die anderen zurück“


Zunächst hielten die deutsche Wehrmacht wie auch das Auswärtige Amt nichts davon, sich auf das spanische Abenteuer einzulassen. Das Risiko eines Fehlschlags schien den Entscheidungsträgern zu hoch. Deutschland hatte im Gegensatz zu Italien auch keine Interessen am Mittelmeer. Franco wandte sich über die Auslandsorganisation der NSDAP direkt an Hitler, und das Reichsluftfahrtministerium leitete deren Abgesandte auch an Göring weiter, der sich über Admiral Canaris mit den zuständigen italienischen Stellen in Verbindung setzte. Hitler befahl, Franco mit Flugzeugen zu versorgen. General Franco erhielt als Soforthilfe zunächst drei Ju 52-Maschinen.

Am 22. August 1936 trafen die deutschen Dampfer Kamerun und Wigbert mit Kriegsmaterial für die aufständischen Truppen ein.

Oktober 1936 - Die militärische Lage im Bürgerkrieg stagnierte.
Die Republikaner konnten an einigen Frontabschnitten durch die Unterstützung der Internationalen Brigaden vordringen. Die Internationale Brigade bestand aus Truppen und Waffen aus der Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien und den USA (Lincoln-Brigade).

Am 30. Oktober entschloss sich Hitler zu einer verstärkten Unterstützung Francos mit Luftwaffeneinheiten. Bestärkt wurde er durch die Entsetzung der im Alcázar von Toledo zwei Monate belagerten Zivilgardisten durch Francos marokkanische Truppen, welche international großes Aufsehen erregte.

Zwischen Juli und Dezember 1936 wurden die Einheiten für die Legion aufgestellt.
Ein „Sonderstab W“ unter Leitung des Fliegergenerals Helmut Wilberg suchte die „Freiwilligen“ aus. Angehörige der Legion Condor konnten mit dem Dienst in Spanien ihre Wehrdienstzeit verringern und verdienten ein Vielfaches an Sold im Vergleich zu den im Reich stationierten Soldaten. Die Flieger reisten in Zivilkleidung und angeblich als Urlauber im Rahmen eines von Kraft durch Freude organisierten Ferienprogramms nach Spanien.
Dort erhielten sie eine bräunlich-olivfarbene Uniform, ohne jeden Hinweis auf ihre Herkunft aus der deutschen Wehrmacht. Eine Flugzeuggruppe wurde am 27. Juli auf dem Luftweg verlegt, die ersten Truppenteile wurden am 31. Juli 1936 in Dallgow-Döberitz verabschiedet und legten am 1. August 1936 im Hamburger Hafen ab.


Einsatz


Truppenfahne der Legion

Am 7. November 1936 brach ein Schiff mit 694 Soldaten nach Sevilla auf, wo es am 16. November ankam. Es wurde von Rügen ein Luftwaffenkorps, das zirka 4.500 Mann umfasste, nach Spanien verlegt.

 
Es beinhaltete
Eine Kampfgruppe zu drei Staffeln Junkers Ju 52.
Eine Jagdgruppe zu drei Staffeln Heinkel He 51.
Eine Aufklärungsstaffel mit zwölf Heinkel He 70.
Vier schwere und zwei leichte Flak-Batterien.
Eine Luftnachrichtenabteilung und einen Luftpark.

Alle schon in Spanien vorhandenen Deutschen Truppen, vorwiegend Flieger-, Flak- und Fliegernachrichtenverbände, wurden in das Luftwaffenkorps eingegliedert, das den Namen Legion Condor erhielt.

Am 6. November 1936 - Generalmajor Hugo Sperrle wurde mit dem Oberkommando über die Legion beauftragt. Stabschef wurde Oberstleutnant Wolfram von Richthofen. Formell unterstand Sperrle Francos spanischem Oberkommando, konnte aber selbständig über die Einsätze der Legion entscheiden. Sperrle gab die Zahl der deutschen Soldaten, die im November 1936 in Cadiz eingetroffen waren, mit 6.500 an. Insgesamt gab es in Spanien nie mehr als 10.000 deutsche Soldaten, von denen ein großer Teil Offiziere und Spezialisten waren.

Im Januar 1937 wurde die Legion durch 100 Panzer Typ PzKpfw I unter dem Befehl von Oberstleutnant Wilhelm Ritter von Thoma verstärkt, die aber nur zu Ausbildungszwecken verwendet wurden. Durch regelmäßigen Personalaustausch, um möglichst vielen Soldaten Kampferfahrung zu verschaffen, waren bis zum Ende des Bürgerkrieges 15.000 bis 20.000 Mann in Spanien im Einsatz gewesen.

 

 

Hermann Göring überreicht Auszeichnungen an Angehörige der Legion Condor

In den ersten Kriegsmonaten besaß die republikanische Luftwaffe nur einige alte Bréguet-Machinen. André Malraux rief ein erstes internationales Luftgeschwader ins Leben, die Staffel España, die über etwa zwanzig Bomber und vierzig Jagdflugzeuge verfügte, fast alles nur alte ausrangierte Maschinen. Die Luftflotte, die den republikanischen Streitkräften dann im Frühjahr 1937 zur Verfügung stand, war zu großen Teilen aus der Sowjetunion gekommen. Von 460 Flugzeugen waren nun 420 russischer Herkunft, darunter 200 Jagdflugzeuge, 150 Bombenflugzeuge und 70 Aufklärungsflugzeuge. Sie konnten es mit der deutschen Luftwaffe aufnehmen. Alle Beteiligten nutzten den Konflikt, um ihre Waffen unter Einsatzbedingungen zu erproben. Die zuerst gelieferten deutschen Flugzeuge waren den russischen Polikarpow-Maschinen und sogar den italienischen Savoia-Marchettis des Corpo Truppe Volontarie unterlegen.

Im Frühjahr 1937 wurden deswegen von deutscher Seite neue Flugzeugtypen geliefert.

Es waren die Bomber Heinkel He 111 und Dornier Do 17. Die Jagdflugzeuge Heinkel He 51 und Messerschmitt Bf 109, sowie in kleiner Stückzahl das Sturzkampfflugzeug Junkers Ju 87.
Die Entwicklung neuartiger Schnellbomber, die ihre Bombenlast im Sturzflug ins Ziel bringen konnten, war vom Chef des Technischen Amtes des Reichsluftfahrtministeriums Ernst Udet vorangetrieben worden. Dieser Flugzeugtyp wurde nun im praktischen Einsatz erprobt. Durch den Einsatz der damals gerade fertig gestellten Messerschmitt Bf 109 konnten die auf der Seite der Aufständischen kämpfenden Verbände der Legion die Luftüberlegenheit über die republikanischen Luftstreitkräfte erringen. Als wichtigste Lehre des Krieges stellte sich die Überlegenheit des schwerpunktmäßigen Einsatzes der gesamten Legion an den Brennpunkten der Front heraus, wogegen die Luftwaffe der Regierung anfangs zahlenmäßig sogar überlegen war, aber dies an der ganzen Front verteilt. In Werner Mölders hatte diese Auseinandersetzung im Luftkampf seinen erfolgreichsten Piloten, er konnte 14 Abschüsse erzielen.

Die Legion Condor war an allen wichtigen Schlachten im Verlauf des spanischen Bürgerkriegs beteiligt und konnte durch die Neuerungen der Waffentechnik, aber allen voran der Taktik, einen großen Teil dazu beitragen, dass Franco mit seinen Nationalisten die Oberhand behielt. Für Hitlers Deutschland und seine Generale war dieser Kriegsschauplatz im Großen und Ganzen nur eine „Spielwiese“ für die Dinge, die noch folgen sollten. Gerade die Weiterentwicklung im Bereich der Luftwaffe und deren Taktik sollte die Anfänge des 2. Weltkrieges sehr prägen. Bedauerlicherweise sind es aber gerade die Luftwaffe und die Angriffe auf Guernika, die den Menschen heute in Erinnerung geblieben sind. Der von vielen als Massaker verurteilte Luftangriff kostete vielen hundert Zivilisten das Leben. Die Stadt wurde zum größten Teil vernichtet. Solch einen Einsatz hatte es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben, was aber wahrscheinlich eher daran liegt, dass die Luftwaffentechnik dazu noch nicht im Stande war. Im 2. Weltkrieg sollten solche Luftangriffe zur bitteren und grausamen Tagesordnung gehören und von allen kriegsteilnehmenden Nationen eingesetzt werden.

 


Bundeswehr

Legion Condor und Bundeswehr:

1998 beschloss das deutsche Parlament, Mitglieder der Legion Condor nicht länger als Leitbilder für deutsche Soldaten zu empfehlen.Im Januar 2005 wurde auf Anordnung des Bundesministers der Verteidigung die nach einem Flugzeugführer der Legion Condor benannte Werner-Mölders-Kaserne in Visselhövede und das Jagdgeschwader 74 umbenannt. In Berlin trägt noch immer eine bedeutende Straße einen Namen, den sie zu Ehren der Legion Condor erhielt, die Spanische Allee.


Gliederung

 


 
Gliederung der Legion Condor
(November 1936)
 
 
Oberbefehlshaber:
Generalmajor Hugo Sperrle
 
 

 
S/88 Führungsabteilung
 
 

 
J/88:
Jagdgruppe mit vier Staffeln He 51 ausgerüstet
(48 Flugzeuge)
K/88:
Bombergruppe mit vier Staffeln Ju 52 ausgerüstet
(48 Flugzeuge)
A/88:
Aufklärungsgruppe mit vier Staffeln:
drei Fernaufklärungsstaffeln mit He 70 ausgerüstet
(18 Flugzeuge)
eine Nahaufklärungsstaffel mit He 45 ausgerüstet
(6 Flugzeuge)
AS/88: Seeaufklärungsgruppe mit zwei Staffeln:
eine Staffel ausgerüstet mit He 59
(10 Flugzeuge)
eine Staffel ausgerüstet mit He 60
(6 Flugzeuge)
136 Flugzeuge insgesamt
 
 

 
LN/88:
Luftnachrichtenabteilung
mit zwei Kompanien
F/88:
Flugabwehrabteilung mit sechs Batterien:
vier Batterien mit 8,8-cm-Flak
(16 Geschütze)
zwei Batterien mit 2,0-cm-Flak
(20 Geschütze)
P/88:
zwei Luftwaffen-Betriebskompanien

 
Bekannte Mitglieder
der Legion Condor
 
 
Hermann Aldinger
Wilhelm Balthasar
Otto Bertram
Oskar Dirlewanger
Egbert von Frankenberg und Proschlitz
Adolf Galland
Sigmund-Ulrich von Gravenreuth
Gotthard Handrick
Martin Harlinghausen
Hajo Herrmann
Günther Lützow
Werner Mölders
Wolfram von Richthofen
Gerhard Rose
Hugo Sperrle
Johannes Trautloft
Heinz Trettner
Der Parademarsch der Legion Condor: Legion Condor...


Quellen

wiki (Zugriff 03.09.09)
freitag.de (Zugriff 03.09.09)

Autor: Tiwaz