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Das Thema

 

Die Deutschen Fallschirmjäger

 

Die Geschichte der "Grünen Teufel"
Mit diesem Beitrag möchte ich einen kurzen Überblick über die Entstehung und die Einsatzgeschichte der deutschen Fallschirmjäger im 2. Weltkrieg geben. Auf Grund der Menge der vorhandenen Informationen beschränke ich mich nur auf das Gröbste. Man kann somit einen Überblick bekommen aber wer detaillierte und umfassende Informationen erhalten möchte sollte sich zusätzlich die einschlägige Lektüre zu diesem Thema zu Gemüte führen.
 

 

Jung und gläubig an der Spitze des militärischen Fortschritts marschierend, war die deutsche Fallschirmtruppe bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die modernste Waffengattung innerhalb der Wehrmacht.
Bei Eben Emael, am Albert-Kanal, in der "Festung Holland" bewiesen sie ihren Wert. Treu ihrem Vaterland und ihren Kameraden lebten, kämpften und starben deutsche Fallschirmjäger auf Kreta, in Norwegen, Russland, Afrika, Italien, Frankreich, Belgien, Holland. In den verzweifelten Abwehrkämpfen an der Oder, in Breslau, in der alten Reichshauptstadt Berlin und am Niederrhein blieben sie sich selber treu, sich und ihrem Ruf. (...)


- Kurt Student -


Vorgeschichte

"Die Vorgeschichte"

Die Fallschirmjäger sind keine Erfindung der deutschen Wehrmacht, schon früher spielte man mit dem Gedanken eigene Truppen mit Fallschirmen hinter den gegnerischen Linien abzuwerfen. Schon 1800 wurde ein Fallschirmsprung vom Franzosen André-Jacques Garnerin durchgeführt und dieses spätestens 1889 erstmals vor Militärs wiederholt. Bei diesem Sprung vollführte der Amerikaner einen Absprung aus einem Gasballon aus 1000m Höhe durch. Bei diesem Ereignis waren auch Vertreter des deutschen Generalstabes vor Ort. Aber auf Grund von fehlender Technik im Flugzeugwesen und bei den Schirmen selbst blieb es nur bei Planungen. Als 1911 dann ein sogenannter "Flugzeug-Sprung-Fallschirm" von Otto Heinecke entwickelt wurde und dieser dann unter Aufsicht von Käthe Paulus, Deutschlands erste Fallschirmspringerin seit 1890, in Serie ging wurden Planungen konkreter. Auch die Amerikaner dachten über Fallschirmsprünge nach. So entstanden im Oktober 1918 Planungen, durch den Generalmajor William Mitchel, die gesamte 1. US-Division mit Fallschirmen hinter den Gräben der Deutschen abzuwerfen. Aber logistische Probleme sowie die Kapitulation Deutschlands verhinderten diesen Einsatz. Trotzdem forschte man weiter und bereits 1928 sprangen 6 Soldaten aus einem Bomber ab und gingen mit einem MG an einer strategisch wichtigen Position in Stellung.
Die erste Fallschirmtruppe wurde aber schließlich von der Roten Armee im Jahre 1918 gegründet. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung aus Ausbildungsverbesserungen konnte diese Einheit schließlich 1930 an ihrem ersten Heeresmanöver der Roten Armee teilnehmen. Durch ihren erfolgreichen Einsatz konnten sie sich immer weiter etablieren bis sie schließlich 1935/1936 mit 1000 Springern und 5000 Luftlandesoldaten an den Manövern stark beteiligt waren. Auch Italien experimentierte mit Fallschirmen und konnte so bis 1938 schon eine eigene Fallschirmjägerkompanie vorweisen sowie den ersten zuverlässigen und selbstauslösenden Fallschirm. Durch diese Entwicklungen und die erfolgreichen Einsätze bei den russischen Manövern beeindruckt startete Deutschland schließlich den Aufbau ihrer eigenen Fallschirmtruppe.


Kameradschaft, Zusammenhalt und Disziplin als Eckpfeiler der Fallschirmjägertruppe


Entstehung

"Die Entstehung der deutschen Fallschirmtruppe"

Durch die technischen Entwicklungen sowie Neuerungen im taktischen Denken der deutschen Generalität benötigte man Truppen um schnelle strategische Erfolge zu erzielen und so die Grabenkämpfe des 1. Weltkrieges zu vermeiden. So gab es die Taktik des "indirekten Angriffes" bei dem ein Sekundärziel erobert wurde von dem aus das Hauptziel leichter zu erobern war. Hier kann man schon den ersten Einsatzpunkt für Fallschirmjäger erkennen. Seit 1933 gab es zwar schon eine kleine Einheit von Soldaten die im Fallschirmsprung ausgebildet waren aber diese kann man kaum schon als Fallschirmjäger bezeichnen. Diese Einheit führte die Bezeichnung "Polizeiabteilung z.b.V. Wecke", später Landespolizeigruppe "Hermann Göring", und war eine Spezialeinheit der Polizei die Hermann Göring unterstand. 1935 wurde diese dann schließlich in umbenannt in "Regiment Herrmann Göring" und dem Militär unterstellt. Der Kommandeur wurde Oberstleutnant Jacoby der dann auch gleich den Auftrag erhielt eine Fallschirmjägertruppe aufzubauen. 1936 gründete man schließlich eine Fallschirmschule der Wehrmacht um dort die Springer im militärischen Fallschirmsprung auszubilden.


Fallschirmjäger machen eine Pause beziehungsweise tragen Munitionskästen

Im Oktober 1936 führte ein Fallschirmjägerbataillon erstmals eine Vorführung durch. Dort waren auch Vertreter des Heeres anwesend die anschließend zu Entscheidung kamen ebenfalls Fallschirmjäger aufzubauen. Die nun existierenden zwei Fallschirmjägerformationen waren klar getrennt und unterschieden sich stark. Die der Luftwaffe waren leicht bewaffnet und beweglich, die des Heeres mit Granatwerfern und schweren MG ausgestattet, sie waren somit mit mehr Feuerkraft ausgestattet aber weniger mobil. Auch wurden im Heer die ersten Luftlandetruppen ausgebildet, hierbei ist die 22.Infanteriedivision zu nennen die speziell für den Einsatz von Lastenseglern und Transportmaschinen ausgebildet wurde. Mit der Ernennung von Generalmajor Kurt Student am 1. Juli 1938 zum Oberbefehlshaber über die Fallschirmjäger der Luftwaffe und dem Aufstellen der 7. Fliegerdivision änderte sich vieles. Die Ausbildung wurde weiter verbessert und intensiviert und er versuchte auch eine einheitliche Fallschirmjägertruppe zu schaffen. Am 1. Januar 1939 hatte er dieses Ziel erreicht, die Einheiten wurden unter der Oberherrschaft der Luftwaffe vereinigt und zusammen in die 7. Fliegerdivision aufgenommen.
Durch technische Neuheiten, guter Ausbildung und viel Herzblut war eine einheitlich deutsche Fallschirmjägertruppe entstanden die mit Hilfe von Fallschirmen oder Lastenseglern in den Einsatz geschickt werden konnten.


Ausbildung

"Ausbildung und Rekrutierung"

Die Nachwuchsgewinnung war am Anfang relativ einfach. Jeder Soldat konnte sich freiwillig zur Fallschirmjägertruppe melden, nach ärztlicher Untersuchung auf Eignung und dem Prüfen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten konnte man der Truppe beitreten. Laut einem Befehl von Göring, vom 29.01.1936, durfte aber ein maximales Körpergewicht von 85kg mit Sachen nicht überschritten werden. Wichtig war dabei auch die Freiwilligkeit, so war gewährleistet, dass jeder dort dienen wollte und so sein Bestmöglichstes gab und sich ein starker Zusammenhalt und Selbstvertrauen bildete. Im Laufe des Krieges änderte sich das aber. Je weiter der Krieg voran schritt und je weniger Männer vorhanden waren umso geringer wurde auch der Punkt der Freiwilligkeit. So zog man am Ende des Krieges aus allen Truppenteilen der Luftwaffe Männer zusammen um die Divisionen mit Soldaten auffüllen zu können.


Links: Am Pendel um die Landung zu üben
Mitte: Der Absprung aus dem Flugzeug während der Bodenausbildung
Rechts: Die Landung

Nachdem man zur Fallschirmjägertruppe gekommen war musste man die Grundausbildung sowie die Fallschirmschule besuchen um dort zum Fallschirmjäger und Springer ausgebildet zu werden. In einem diesem Zeitraum, je 4 Wochen pro Lehrgang, wurde den Soldaten dabei der Absprung aus dem Flugzeug, das Verhalten am Schirm, die Landung sowie infanteristische und waffentechnische Kenntnisse beigebracht um nach den Lehrgängen als vollwertiger Fallschirmjäger eingesetzt zu werden. Nach den vier Wochen Sport, Gewaltmärsche, Waffenausbildung sowie der Erlangung von Kenntnissen der Sprengtechnik und taktischen Kampfformationen entschied sich wer Fallschirmjäger werden würde. Nur nach erfolgreichem Bestehen der Grundausbildung und der Überprüfung der persönlichen Eignung wurde man zum Springerlehrgang zugelassen.
Hierbei begann man zuerst mit der sogenannten Bodenausbildung. Dabei erlernten die Männer mit Hilfe von Attrappen die Bewegungsabläufe beim Absprung, bei Gefahrensituationen und die richtige Technik für die Landung. Bei der Landung startete man dabei auch erst mit der normalen Landerolle am Boden bis man sie beherrschte um sie dann aus einer Höhe von 3m weiter zu üben. Den Abschluss bildete die Übung liegend am Schirm. Dabei wurde mit Hilfe eine Ju-52 das Schleifen am Schirm über den Boden simuliert. Hierbei sollte der Springer erlernen wie er sich vom Schirm, der nach der Landung vom Wind weggeblasen wird, lösen kann. Auch wurde den Soldaten von Anfang an gezeigt wie sie ihre Schirme zu packen hatten, denn jeder war für diese Aktion und den Schirm selber verantwortlich. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Bodenausbildung stand nur noch der Sprung zwischen den Soldaten und ihren Springerabzeichen. Insgesamt 6 Sprünge musste der Soldat erfolgreich absolvieren um den Lehrgang zu bestehen, sein Springerabzeichen zu bekommen und sich endlich Fallschirmjäger nennen zu dürfen. Um die Männer auch schon während der Ausbildung so nah wie möglich an die Realität heranzubringen sprangen sie, soweit dies möglich war, aus allen drei, für den Fallschirmsprung befähigten, Flugzeugmuster. So wurden Sprünge aus der Junkers Ju-52 absolviert. Diese Maschine war das meistgenutzte Flugzeug für das Absetzen der Springer. Aber auch aus der Heinkel He-111 sowie der Dornier Do 23 wurde gesprungen. Man variierte aber auch bei der Absprunghöhe. Der erste Sprung erfolgte meist aus 250m um dann immer weiter mit der Höhe nach unten zu gehen um am Ende schließlich die Einsatzsprunghöhe von 120m zu erreichen. Beim Absprung ging es kopfüber für den Springer aus der Maschine. So zog er nach etwa 9m den Schirm, der mit der Aufziehleine am Flugzeug befestigt war, aus dem Packsack. Diese Absprunghaltung musste eingenommen werden da die Kräfte bei Öffnen des Fallschirms größtenteils auf die Hüfte des Springers einwirkten. Nach etwa 25m war der Schirm geöffnet und die Kappe stand. Nun sank der Springer, je nach Windgeschwindigkeit, mit 3,6-5,7m pro Sekunde Richtung Boden.

"Die Behandlung musste entsprechend dem Stolz der Fallschirmjäger auf die Zugehörigkeit zur Fallschirmtruppe ausgerichtet werden. Sie musste großzügiger, fürsorglicher und kameradschaftlicher sein als irgendwo anders. Die Erziehung musste weit mehr auf starkem gegenseitigen Vertrauen beruhen, denn auf Disziplin und Gehorsam ... Bei meinen vielen Truppenbesuchen suchte ich meine Fallschirmjäger besonders häufig auf, unterhielt mich mit ihnen über ihre Interessen, persönlichen Verhältnisse und Sorgen, befragte sie nach ihren Ansichten und freute mich, wenn ich offene und freimütige Antworten erhielt. Meine Kompaniechefs, die Kommandeure und ich, schlossen auf diese Weise die Fallschirmtruppe zu einer immer größer werdenden Familie zusammen, und es war eine besonders schwere Strafe für einen Fallschirmjäger, aus dieser Familie ausgeschlossen und zu einer anderen Truppe versetzt zu werden. In dieser Grundhaltung liegt zu einem großen Teil das Erfolgsgeheimnis der Fallschirmtruppe begründet, das im Kampfeinsatz zutage getreten ist."

- Generalmajor Kurt Student -


Einsatz

"Die wichtigsten Kriegsschauplätze"
Im Norden Europas

Obwohl die Fallschirmjäger schon zu Beginn des 2. Weltkrieges einsatzbereit waren kamen sie beim Feldzug gegen Polen nicht zum Luftlandeeinsatz. Auf Anfrage von General Student an Hitler meinte dieser, dass dies so geschehen war um nicht vorzeitig die Existens dieser Truppe und deren Können zu lüften. Die ersten Einsätze als Luftlandetruppen ließen aber nicht lange auf sich warten. Im Rahmen der "Operation Weserübung", die Eroberung von Dänemark und Norwegen, gab es die ersten kleineren Unternehmungen. So bekamen die Fallschirmjäger die Aufgabe Flugfelder und Brücken als Sturmtruppen zu erobern und zu halten bis die Heeresverbände sie ablösten. In Dänemark konnte man die Ziele fast ohne Gegenwehr erreichen, in Norwegen hingegen war dies schon ganz anders. Obwohl einige Ziele erfolgreich erobert werden konnten gab es auch Einsätze die nicht sehr glücklich für die Fallschirmjäger abliefen. So gab es im Bereich von Dombas schwere Gefechte die schließlich mit der Kapitulation der dort eingesetzten Luftlandetruppen endeten. So lagen Sieg und Niederlage eng beieinander aber es gab für die Fallschirmjäger auch genug Möglichkeiten ihren besonderen Kameradschaftswillen und die besondere Durchsetzungskraft zu zeigen.


Narvik als Einsatzziel

Im Westen

Nach den Einsätzen im Norden Europas sollten die Fallschirmjäger den Blitzkrieg im Westen unterstützen. So war einmal ein Einsatz in Belgien, beim Fort Eben-Emael, geplant sowie Einsätze im Raum Holland. Bei Eben-Emael sollten 4 Kampfgruppen Brücken sowie das Sperrfort beim Albert-Kanal einnehmen und solange halten bis die Heeresverbände sie auslösten und über die eröffnete Front weiter nach Westen durchzustoßen. Das Fort sowie zwei Brücken konnten erobert werden und so den Vormarsch weiter ermöglichen, allein ein Ziel wurde nicht erreicht da die Brücken schon während des Landeanfluges der Lastensegler gesprengt wurde.
In Holland sollte vor allem das sogenannte Gebiet "Festung Holland" mit Hilfe der Fallschirmjäger erobert werden. Bei diesem Gebiet handelte es sich um den stark befestigten Raum um Amsterdam, Utrecht, Rotterdam und Dordrecht. Wiederum war hier das Ziel wichtige Brücken und Flugfelder einzunehmen und zu halten. Im Gegensatz zu Belgien, wo nur eine kleine Einheit der Luftlandetruppe zum Einsatz kam, wurde in Holland die komplette 7. Fliegerdivision sowie die 22. Luftlandedivision eingesetzt. Mit diesen fast 2000 Soldaten wurde versucht die militärischen Ziele zu erreichen und gleichzeitig die politische Führung der Niederlande festzusetzen. Es gab heftige Gefechte und viele Ziele konnten erreicht werden aber auch Niederlagen mussten verkraftet werden. Da die holländischen Einheiten gewarnt waren leisteten sie, im Gegensatz zu den Belgiern, sehr starken Widerstand. Hohe Verluste auf beiden Seiten waren die Folge. Trotzdem war der siegreiche Vormarsch der deutschen Truppen nicht gefährdet.


Eine Formation Ju-52 im Endanflug auf das Angriffsziel

Der nächste Einsatz der für die Fallschirmjäger geplant war fand aber nicht statt. So sollten die 7. Fliegerdivision sowie die 22. Luftlandedivision das britische Flugfeld bei Folkestone erobern um von dort aus die Invasion der britischen Inseln zu ermöglichen. Auf Grund der Tatsache, dass dieser Einsatz nicht durchgeführt wurde, da die "Operation Seelöwe" abgesagt wurde, blieben diesen beiden Divisionen vermutlich verheerende Verluste erspart. Man konnte die nun gewonnene Zeit auch nutzen um die in Holland erhaltenen Verluste auszugleichen und sich auf den nächsten Einsatz vorzubereiten.

 

Im Südosten Europas

Dieser Einsatz sollte auf dem Balkan stattfinden. Italien hatte, ohne Zustimmung der deutschen Regierung, ab 28. Oktober 1940 Griechenland angegriffen. Die italienischen Streitkräfte konnten aber keine nennenswerten Erfolge vorweisen und so wurde am 4. November der italienische Angriff wieder eingestellt. Um dem Bündnispartner zu helfen gab Hitler am 12. November 1940 dem Oberkommando des Heeres den Befehl einen Angriff auf Griechenland vorzubereiten. Ausgangspunkt sollte Bulgarien sein und die Operation sollte den Namen "Fall Marita" tragen. Nachdem die Planungen und Vorbereitungen abgeschlossen waren begann der Angriff. Am 6. April 1941 begann zeitgleich der Angriff auf Jugoslawien und Griechenland wobei die 12. Armee unter Generalfeldmarschall Wilhelm List wie befohlen von Bulgarien nach Griechenland vorstieß. Sowohl in Jugoslawien als auch in Griechenland kamen die deutschen Truppen schnell voran und konnten die Gegner vor sich herjagen. Darauf befahl der alliierte Oberbefehlshaber im Mittelmeer und Nahen Osten, Archibald Wavell, am 21. April endgültig die Evakuierung der verbleibenden alliierten Truppen nach Kreta und Ägypten. Um diesem Vorhaben zuvor zu kommen sollten die Fallschirmjäger die Übergänge über den Kanal von Korinth sichern und so das schnelle Vorstürmen der motorisierten deutschen Verbände zu den griechischen Häfen weiter ermöglichen. Der Luftlandeeinsatz war erfolgreich und die Übergänge konnten gesichert werden. So besetzten Wehrmachtverbände am 26. April 1941 Korinth und am 27. April rückten Vorausabteilungen der 5. Panzerdivision in Athen ein. Somit konnte der deutsche Griechenlandfeldzug bereits am 29. April erfolgreich beendet werden. Die Alliierten hatten hohe Verluste erlitten und durch den Einsatz der Fallschirmjäger und deren Sichern der Übergänge konnten noch viele gegnerische Soldaten sowie Material vor dem Auslaufen aus den Häfen in Gewahrsam genommen werden. Man hatte so auch die Voraussetzungen für den nächsten Sprungeinsatz geschaffen.


Auf Kreta
"Sturm auf eine feindliche Stellung; Gefangene werden gemacht; Der Marsch zum nächsten Ziel"

Beim "Unternehmen Merkur" sollten Fallschirmjäger und Luftlandetruppen auf der, von alliierten Truppen besetzten, griechischen Insel Kreta anlanden und so die Eroberung ermöglichen. Am 20. Mai begann die Operation mit einem massiven Bombardement der geplanten Landezonen. So sollte der feindliche Widerstand gebrochen werden und das Anlanden der deutschen Kräfte vereinfacht werden. Man hatte insgesamt 4 Sprungzonen ausgewählt und dort befindliche feindliche Truppen auszuschalten, die dort befindlichen strategischen Punkte und Flugfelder einzunehmen und dann über diese weitere Truppen anzulanden. So sollten in späteren Wellen Gebirgsjäger auf den eroberten Flugfeldern landen und dann in die Kämpfe eingreifen. Unter hohen Verlusten und schwierigen Kämpfen konnten die Fallschirmjäger nach und nach ihre Ziele erreichen und so die Voraussetzungen für die Eroberung der Insel Kreta schaffen. Am 22. Mai, den dritten Angriffstag, waren alle 4 Ziele eingenommen und der Seeweg nach Kreta offen. Die deutschen Soldaten konnten nun die Insel nach und nach einnehmen und die alliierten Soldaten zurück treiben. Nachdem am 1. Juni 1941 die letzten Soldaten evakuiert bzw. gefangen genommen wurden konnte sich die deutsche Militärführung der Eroberung der Insel Kreta sicher sein. Durch den hohen Blutzoll der Luftlandetruppen und Fallschirmjäger war dies nur möglich gewesen. Spätestens mit dieser Aktion war nun auch bei den letzten oberen Militärbehörden der Sinn der Fallschirmtruppe klar geworden und man begann nun überall mit dem Erschaffen von Luftlandetruppen. Auch für die 7. Fliegerdivision war es ihr letzter großer Einsatz. Nach ihrer Auffrischung verlegte die Division an die Ostfront wo sie über die komplette Frontlinie verteilt wurde, ein geschlossener Einsatz fand nicht statt.

In Afrika

Ab Januar 1942 fanden sich die Fallschirmjäger auch auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz wieder. Als Vorhut wurde dabei das Fallschirmjäger-Lehrbataillon als IV. Bataillon nach Libyen entsandt, später folgten dann das I. Bataillon unter Major Kroh, das II. Bataillon unter Major von der Heydte und das III. Bataillon unter Major Hübner. Die Männer aus denen diese Bataillone entstanden kamen alle von Einheiten der Fallschirmjägertruppe die an der Ostfront hohe Verluste zu verzeichnen hatten. Die "Fallschirmjäger-Brigade Ramcke", so wurde sie nach ihrem Kommandeur Generalmajor Ramcke benannt, wurde im Rahmen des Deutschen Afrikakorps eingesetzt. Bis Juni 1941 war nur das Lehrbataillon vor Ort, dann kam auf direkten Befehl von "Rommel" die gesamte Brigade zum Einsatz und bezog Stellung im Raum der Kattarasenke-Stellung. Dort kam es zu ersten Gefechten mit Indern und Gurkhas der alliierten Verbände. Ab 30. August 1941 begann dann eine Großoffensive des DAK um die britischen Kräfte zwischen El-Alamein und Kattara anzugehen. Die Fallschirmjäger erreichten dabei das ihnen vorgegeben Ziel, mussten aber ab 3. September 1941 einen schweren Gegenangriff der Briten, nun unter dem Kommando von General Montgomery, abwehren. Aufgrund des Stockens der gesamten deutschen Offensive kam es zu Umgruppierungen. Die Fallschirmjäger verlegten dabei in den Südabschnitt der El-Alamein-Front. Als die Briten mit ihrer "Operation Lightfoot" die Schlacht um El-Alamein begannen erzielten sie schnell Geländegewinne. Um nicht von den Alliierten isoliert zu werden mussten die Fallschirmjäger schnell handeln. Auf Befehl von Rommel verließen sie ihre Stellungen um in einem fünftägigen Fußmarsch durch die Wüste zu beginnen. Trotz ständiger Angriffe auf die Fallschirmjäger und auftretender Erkrankungen wie Ruhr und Hitzeschlägen kamen sie gut voran. Als sie schließlich auch noch einen Alliierten Nachschubkonvoi erobern konnten war ihre prekäre Lage vorbei. Am 7. November erreichten sie ihr Ziel, aber von den 4000 Soldaten waren nur noch etwa 600 einsatzbereit. Der Rest war erkrankt, verwundet oder verstorben.


Fallschirmjäger in Tunis

Als dann am 8. November 1941 die alliierte "Operation Torch", die Landung in Algerien und Marokko, begann wurden die Fallschirmjäger zur Verteidigung von Tunis und den umliegenden Gebieten eingesetzt. Anfängliche Verteidigungserfolge wurden erzielt bis man sich dann doch der alliierten Überlegenheit an Männern und Material geschlagen geben musste. Trotzdem konnten sie Tunis halten und Anfang 1943 sogar wieder kleinere Offensiven starten. Trotz sehr starker Verluste waren die Fallschirmjäger immer dabei beteiligt und meist Stützen dieser Operationen. Trotzdem konnte die Niederlage auf dem afrikanischen Kontinent nicht aufgehalten werden. Ab 13. Mai 1943 war Nordafrika in alliierter Hand und die meisten Fallschirmjäger gingen in Gefangenschaft. Nur Wenigen gelang die Evakuierung nach Italien. Damit war ein ehrenvoller aber auch verlustreicher Einsatz beendet.

 

An der Ostfront

Nach dem Einsatz auf Kreta und der darauf folgenden Auffrischung ging es für die 7. Fliegerdivision an die Ostfront. Dort sollte sie als Feuerwehr eingesetzt werden. Um dies zu gewährleisten wurde die Division auseinander gerissen und auf die komplette Frontbreite verteilt. So sollte ein schneller punktueller Einsatz der Fallschirmjäger gewährleistet sein. Überall wurden somit die Fallschirmjäger als normale Infanterie eingesetzt und standen so ihren Mann gegen die Kräfte der Roten Armee. Sie waren bei den anfänglichen Erfolgen genauso beteiligt wie an den späteren Verteidigungs- und Rückzugskämpfen. Gemeinsam mit den Truppen der Wehrmacht kämpften sie und hatten so Ende 1942 und Anfang 1943 hohe Verluste zu verzeichnen. Diese Tatsache und eine mögliche Invasion der Alliierten im Süden Frankreichs sorgten dafür, dass endlich der Wunsch von General Student gehört wurde. Ihm war schon lange der verteilte Zustand seiner Division ein Dorn im Auge gewesen. Nun konnte er endlich wieder die 7. Fliegerdivision in Frankreich vereinen, auffrischen, neu ausrüsten und ausbilden. Auch fand die Umstrukturierung und Umbenennung in 1. Fallschirmjäger-Division statt. Es fand auch eine Aufstockung der Fallschirmjäger-Divisionen statt. So konnte dann auch Ende 1943 die 2. Fallschirmjäger-Division wieder an die Ostfront verlegt werden um dort wieder zu kämpfen und zu unterstützen. In schwersten Gefechten waren sie bei Verteidigung und Angriff beteiligt. Ab Januar 1944 kam dann ein sowjetischer Großangriff der schwerste Verluste bei den Fallschirmjägern forderte. Teilweise hatten Bataillone danach nur noch eine Stärke von etwa 30 Soldaten. Schließlich wurden sie dann im Mai 1944 wieder nach Frankreich zur Auffrischung und Umstrukturierung geholt. Ab 1945 fanden sich nur noch wenige Fallschirmjägereinheiten an der Ostfront. Es handelte sich dabei vor allem um Einheiten die erst spät gebildet wurden und kaum mehr aus Freiwilligen bestand sondern eher Soldaten besaß die aus ihren normalen Luftwaffeneinheiten zu den Fallschirmjägern "versetzt" wurden. So waren an der Ostfront ab 1945 die 9. und 10. Fallschirmjäger-Division im Einsatz, Teile der 9. Division nahmen sogar noch an den Straßenkämpfen in Berlin teil.


Links: Beobachtungsposten der Fallschirmjäger in den russischen Bergen
Rechts: Eine Skipatrouillie der Fallschirmjäger an der Ostfront

 

Italien

Nach dem Verlust von Nordafrika konzentrierten sich die Alliierten auf Italien um dort zu einer zweiten Front gegen Hitlerdeutschland zu kommen. Diese Tatsache blieb natürlich auch der deutschen oberen Führung nicht verborgen. Als schließlich die alliierte Operation „Husky“, die Landung der Amerikaner und Briten auf Sizilien, am 10.Juli 1943 begann standen dieser Übermacht nur wenige Truppen der Achsenmächte gegenüber. Zwei italienische Armeekorps und das XIV. Panzerkorps sollten gegen die 180000 Mann starke Invasionsarmee antreten. Um noch mehr Soldaten aufbringen zu können verlegte man 3000 Fallschirmjäger im Sprungeinsatz und normalen Lufttransport nach Catania. Ihr Auftrag war es die Primasole-Brücke zu verteidigen umso den alliierten Vormarsch zu verhindern. Die Brücke fiel am 15. Juli in alliierte Hände, wurde zurück erobert um dann doch an die Alliierten zu fallen. Auf beiden Seiten waren schwere Verluste zu beklagen. Ab 11. August 1943 war die Lage so aussichtslos das mit der Evakuierung der Truppen der Achsenmächte begonnen wurde. Die Fallschirmjäger sicherten dabei ab und verließen als Letzte die Insel von Sizilien.


Fallschirmjäger in Monte Cassino

Auch gab es bald das Problem das man Italien als Verbündeten verloren hatte. Am 24. Juli 1943 wurde Mussolini verhaftet und Marschall Badoglio begann darauf mit Verhandlungen mit den Alliierten. Am 8. September wurde ein Waffenstillstand ausgerufen und Italien kämpfte nun nicht mehr auf deutscher Seite. Sofort wurden darauf deutsche Truppen nach Rom beordert wie zum Beispiel die 2. Fallschirmjäger-Division bei der Operation am „Monte Rotondo“. Auch verlegte man nun Einheiten der 1. Fallschirmjäger-Division in den Süden Italiens um weitere Truppen zur Verteidigung zu haben. Sie konnten aber nur mit Hilfe einer dynamischen Zermürbungstaktik den Vormarsch der Alliierten abbremsen aber nicht mehr aufhalten. Um die Alliierten aufhalten zu können begann man die sogenannte „Gustav-Linie“ zu bauen. Hier wollte man den Vormarsch endgültig stoppen.
So kam es schließlich zu den Schlachten um Monte Cassino. Hierbei verteidigten Teile der 1. Fallschirmjäger-Division den Berg gegen die Alliierten. Dabei waren sie nur an den Hängen des Berges, das Kloster das auf dem Berg stand war nicht betreten worden und galt für Zivilisten und die Mönche als Fluchtort. Im Januar 1944 starteten die Amerikaner eine Landung im Bereich Anzio-Nettuno und gleichzeitig begann auch der alliierte Vormarsch auf Monte Cassino. Im Verlaufe der ersten Schlacht konnten die Deutschen ihre Stellungen halten und den Amerikanern schwerste Verluste zufügen. Die Angriffe wurden eingestellt und am 15. Februar 1944 begann das alliierte Bombardement des Berges. Ziel waren dabei nicht nur die Fallschirmjäger und ihre Stellungen sondern auch das Kloster. Dieses wurde komplett zerstört und daraufhin dann auch für die Verteidigung genutzt. Bis zum 18. Mai 1944 verteidigten die Fallschirmjäger verbissen ihre Stellungen. Die Alliierten mussten schwerste Verluste verzeichnen und konnten kaum Erfolge einbringen. Da aber eine Umschließung bevor stand räumten schließlich die Fallschirmjäger ihre Stellungen. Die Schlacht um Monte Cassino war beendet, die Fallschirmjäger hatten sich mit Ruhm und Ehre ausgezeichnet. Die alliierten Truppen waren so erschrocken über die gezeigten deutschen Leistungen das sie fortan die Fallschirmjäger ehrenvoll als „Grüne Teufel“ bezeichneten.
Am 5. Juni 1944 konnten die Alliierten schließlich Rom einnehmen um dann weiter gegen Norden zu marschieren. In Norditalien fand dann auch die letzte alliierte Offensive auf italienischen Boden statt. Am 9. April 1945 begann die Offensive bis schließlich am 2. Mai 1945 die Kapitulation der Truppen ausgerufen wurde. Der Krieg in Italien war vorbei.

 

An der Invasionsfront im Westen

Auf Grund der militärischen Entwicklungen musste die obere deutsche Führung auch im besetzten Frankreich mit der Invasion durch alliierte Truppen rechnen. So verlegte man zu den schon dort vorhandenen Truppen ab Ende April 1944 auch noch den Großteil des II. Fallschirmkorps. So bezogen die 2.FJD, 3.FJD sowie die 5.FJD Stellung im Raum der bretonischen Halbinsel mit der Stadt Brest als Zentrum. So sollten die Verteidiger dieses wichtigen See- und U-Boot-Hafens weiter unterstützt werden. Das Fallschirmjäger-Regiment wurde in diesem Rahmen auf die Halbinsel Contentin verlegt, sie war somit die einzige Einheit der Fallschirmjägertruppe die im Raum der Normandie stationiert wurde und somit unmittelbar bei der Invasion am D-Day eingreifen konnte.
Als am 6.Juni 1944 mit der "Operation Overlord" die Invasion in der Normandie begann verlegte man das FJR 6 in den Raum Carentan um die dort gelandeten amerikanischen Fallschirmjäger zu bekämpfen. Wegen der intensiven Gefechte und den hohen Verlusten beorderte man schließlich am 7. Juni noch die 3. Fallschirmjäger-Division in die Normandie, um so den Männern des FJR 6 Hilfe zu geben. Im Raum um Carantan angekommen verteilten sich die einzelnen Einheiten um dem Gegner entgegen treten zu können. Trotz heftiger Verteidigungskämpfe konnten die Fallschirmjäger den Vormarsch der Amerikaner nicht aufhalten und mussten somit die Halbinsel Contentin aufgeben. In der folgenden Zeit starteten die Alliierten weitere große Operationen um weiter Boden gut machen zu können. Dabei waren die Städte Caen, St.Lo und Falaise die wichtigsten Ziele. Wichtige Ziele konnten eingenommen werden, wie zum Beispiel Avranches mit der Brücke bei Pontaubault. Diese konnte nun zum weiteren Vorstoßen der alliierten Streitkräfte auf St.Malo, Brest und Lorient genutzt werden. Am 7. August starteten dann die deutschen Truppen einen Gegenangriff, sie konnten zwar insgesamt 11km Gelände gewinnen verloren dabei aber über 40 Panzer. Dies war nun die Gelegenheit für die Alliierten. In einer Zangenbewegung umschlossen sie insgesamt 21 deutsche Divisionen im "Kessel von Falaise". Unter den Einheiten befanden sich auch die Fallschirmjäger der 3. und 5. FJD. Zwar gelang einigen Einheiten der Ausbruch, auch den Fallschirmjägern, aber eine Kampfstärke war nicht mehr vorhanden. Die Fallschirmjäger der 2. FJD, die um Brest stationiert waren, hatten es ruhiger. So konnten sie die Ausbildung der Männer weiter voran treiben bis schließlich Anfang August Teile der 2. FJD in die Normandie verlegt wurden. Bei Kämpfen um St. Malo erhielten die Fallschirmjäger aber so viel Feuer das sie sich nur unter größten Verlusten wieder bis Brest zurück ziehen konnten. Nun das Nachrücken des Feindes wurde Brest schließlich eingeschlossen. Schwere Kämpfe folgten bis schließlich am 20. September 1944 die Festung Brest aufgegeben werden musste. Der Stadtkommandant, General Ramcke, war mit unter den letzten Fallschirmjägern die sich ergaben.


Links ein getarnter Fallschirmjäger mit der Raketenpanzerbüchse 54
Rechts eine 2cm-Flak 38 der Fallschirmjäger

Der nächste Schritt der Alliierten ging in Richtung der Niederlande. So stießen die 12. US-Armeegruppe und die 21. brit. Armeegruppe in Richtung der deutschen Linien zwischen Brügge und Antwerpen vor. Diesen Bereich verteidigte die 1. Fallschirmarmee unter Kommando von General Student. Diese Einheiten waren so gut postiert das sie erheblich dazu beitragen konnten das die alliierte Luftlandung bei der "Operation Market Garden" gestört werden konnte, sich die alliierten Streitkräfte nicht wirklich festsetzen konnten und somit die ganze Operation kein wirklicher Erfolg wurde. Durch die später nachrückenden Einheiten musste man sich aber dennoch geschlagen geben und immer weiter Richtung Reichsgrenze ausweichen. So gelangten die Alliierten schließlich am 8. Februar 1945 den Niederrhein.
Auch an der zwischenzeitlich angesetzten Ardennen-Offensive waren die Fallschirmjäger beteiligt. Einerseits kämpften sie als Flankendeckung in normalen Kämpfen und andererseits wurden sie auch in Kommandounternehmen eingesetzt. Man kann aber sagen, dass auch ihr Einsatz im Rahmen der Offensive sehr verlustreich war und das auch sie den Misserfolg der Offensive nicht ändern konnten. Die letzten Monate des Krieges waren für die Fallschirmjäger so chaotisch das eine vernünftige Darstellung der Ereignisse nicht möglich ist. Fast alle Einheiten wurden vernichtet, umstrukturiert, aufgelöst oder in Neue umbenannt. Man kann aber sagen, dass auch an der Westfront die Fallschirmjäger bis zum bitteren Ende kämpften und starben. Sie gaben nie ihre Stellungen ohne große Kämpfe auf sondern wurden eher aufgerieben oder in Kesseln vernichtet. Ob noch Fallschirmjäger aus dem Westen bis nach Berlin kamen ist unklar, man kann nur sagen, dass bis zur Kapitulation gekämpft wurde.


Spezielle Einsätze

"Sonder- und Kommandoeinsätze"

Im Verlauf des 2. Weltkrieges waren die deutschen Fallschirmjäger an vielen Kommandounternehmen beteiligt. Die drei größten werden nun in diesem Absatz aufgezeigt.

 

Monte Rotondo

Nachdem Mussolini am 25. Juli 1943 gestürzt worden war und Marschall Badoglio mit den Alliierten über Kapitulationsverhandlungen sprach rechnete die obere militärische Führung sowie Hitler mit dem Schlimmsten. Sollten die Verhandlungen positiv verlaufen würde Deutschland nicht nur einen Verbündeten verlieren sondern gleichzeitig einen neuen Gegner erhalten. Wie erwartet erklärten die Italiener gegenüber den Alliierten einen Waffenstillstand. Um Schlimmeres zu verhindern erging daraufhin an die 2. Fallschirmjäger-Division sowie die 3. Panzergrenadier-Division der Befehl die in Rom stehenden italienischen Truppen zur Waffenniederlegung zu zwingen. So könnte man die Gefahr eines Angriffs der italienischen Armee auf die Deutschen verhindern.
Gleichzeitig dazu sollte ein Sondereinsatz stattfinden. Dabei sollten Fallschirmjäger das italienische Oberkommando in Monte Rotondo gefangen nehmen. Ziel damit war es den Führungsapparat des italienischen Heeres auszuschalten. So erteilte man am 25. Juli 1943 dem Luftwaffengeneral Kurt Student den Auftrag einen Plan für diesen Einsatz auszuarbeiten, Truppen zusammen zustellen und die benötigten Informationen einzuholen. Das Problem das nämlich bestand war, dass man zwar grob den Aufbau des Hauptquartieres kannte, aber genauere Einzelheiten fehlten. Am 5. September 1943 ging an den Major Gericke, Kommandeur II. Bataillon Fallschirmjäger-Regiment 6 (II./FJR 6), der Auftrag Monte Rotondo einzunehmen. Um genauere Informationen zu erhalten führte Major Gericke auf eigene Faust weitere Erkundungen durch, so führte er zum Beispiel einen Erkundungsflug mit einem Fieseler Storch durch. Auch begab er sich persönlich nach Monte Rotondo. Mit dem Vorwand für sich und sein Regiment eine Marschroute zu erkunden und dabei den italienischen Truppen nicht zu nahe zu kommen gelangte er nah an die Verteidigungsanlagen und konnte sich einen Überblick darüber verschaffen.

 

Gran Sasso

Nachdem Mussolini gestürzt worden war und Italien auf Seiten der Alliierten kämpfte erkannte Hitler die große Wichtigkeit des italienischen Diktators. So fasste er den Entschluss Mussolini zu befreien um ihn dann als Führer einer Gegenregierung einzusetzen. Am 25./26. Juli 1943 gab es schließlich ein Treffen zwischen Hitler und General Student. Hierbei gab Hitler den Befehl, den Aufenthaltsort ausfindig zu machen und danach die Befreiung von Mussolini zu planen und durchzuführen. Zusätzlich zu den Fallschirmjägern sollte ein Kommando von 40 SS-Soldaten unter Führung von SS-Obersturmführer Otto Skorzeny. Student und Skorzeny hatten ein eher schlechtes Verhältnis zu einander, dies verschlimmerte sich auch noch nach dieser Operation. Denn Skorzeny heimste sich die Anerkennung und das Ritterkreuz ein obwohl er am Wenigsten gemacht hatte und die Fallschirmjäger, die die Planung und die meiste Arbeit gemacht hatten, gingen so gut wie leer aus. Durch das Abfangen von italienischen Funksprüchen kam man dem Aufenthaltsort von Mussolini sehr nah, und konnte ihn schließlich im Berghotel „Campo Imperatore“ auf dem Gran Sasso lokalisieren. Dieses befand sich etwa 128km nordöstlich von Rom. Sofort nach Erhalt der fehlenden Informationen begann Student mit der Planung der „Operation Eiche“. Da das Hotel nur über einen langen und schwierigen Aufstieg sowie über eine Seilbahn zu erreichen war musste eine andere Möglichkeit gefunden werden um auf den Berg zu kommen. So kam Student zum Entschluss die 1.Kp I./FJR 7 als ausführende Einheit, zusammen mit den Leuten der SS die zu polizeilichen Aufgaben vorgesehen waren, mit Lastenseglern anzulanden und die Befreiung durchzuführen. So starteten am 12. September 1943 12 Lastensegler DFS230 Richtung Gran Sasso. Trotz kleinerer Probleme konnten der „Duce“ und seine Familie ohne große Kämpfe befreit werden. Nach dieser Aktion sollte dann der italienische Ex-Diktator mit einem Fieseler Storch ausgeflogen werden. Da ein zweiter Storch, bestimmt für Otto Skorzeny, beschädigt war setzte er sich ebenfalls in die Maschine des Diktators. Diese war nun komplett überladen, trotzdem musste Students Privatpilot starten. Mit viel Mühe und der Hilfe von Fallschirmjägern, die die Maschine bergab anschoben, gelang es schließlich den Fieseler Storch in die Luft zu bekommen und Mussolini auszufliegen.


Ein 10,5cm Leichtgeschütz bei der Schussabgabe

 

Einsatz gegen Tito

Der letzte große Kommando-Einsatz von Fallschirmjägern wurde 1944 durchgeführt. Dabei sollten Soldaten des neu aufgestellten SS-Fallschirmjägerbataillon 500 gegen den jugoslawischen Partisanenführer „Tito“ und seine Organisation eingesetzt werden. Diese Einheit bestand im Übrigen aus Freiwilligen der SS sowie aus inhaftierten SS-Angehörigen. Diese, in Ungnade gefallenen Soldaten, konnten sich durch die Teilnahme an dieser Operation rehabilitieren und so ihren alten Dienstgrad zurück erhalten.
Der Einsatz gegen Tito und seine Befreiungsarmee war nötig geworden da die Partisanen immer stärker wurden im Balkan und immer aggressiver gegen die deutschen Besatzungstruppen vorgingen. Auch sollte so verhindert werden, dass sich die Partisanen mit den Alliierten bei einer möglichen Invasion auf dem Balkan verbinden konnten. Der Plan der oberen deutschen Führung war es das Hauptquartier von Tito in der Nähe der bosnischen Stadt Drvar im Sprungeinsatz anzugreifen. Dies sollte durch das SS-Fallschirmjägerbataillon 500 erfolgen. Zusätzlich hatte man rund um diesen Bereich die 7. SS-Gebirgsdivision, die 1. Gebirgsdivision sowie die 373. Infanteriedivision ( kroatisch ) als Unterstützungstruppen zusammen gezogen. Am 25. Mai 1944 begann schließlich das „Unternehmen Rösselsprung“. 854 Fallschirmjäger, in 2 Wellen eingesetzt, begannen ihren Angriff auf das Hauptquartier von Tito. Anfängliche Erfolge wichen schließlich schweren Kämpfen mit hohen Verlusten. Teile der 7. SS-Gebirgsdivision konnten schließlich die Fallschirmjäger entsetzen. Bilanz des Einsatzes war schließlich das die Fallschirmjäger etwa 600 Mann durch Tod und Verwundung verloren hatten und Tito mit seinem Führungskader schon zu Beginn der Kämpfe fliehen konnte. Man kann somit behaupten, dass der Einsatz als Fehlschlag zu bezeichnen ist.

Dieses Unternehmen war der letzte große Kommando-Einsatz. Durch den Verlauf des Krieges wurden diese Unternehmen immer kleiner im Umfang da die Fallschirmjäger eher in der Verteidigung gebraucht wurden als ihren Tod bei solchen Operationen mit hohem Risiko zu verlieren.


Waffen/Ausrüstung

"Waffen und Ausrüstung"

Obwohl die Fallschirmtruppe auf viele Waffen und Ausrüstung der Wehrmacht zurückgreifen konnten gab es auch viele Neuentwicklungen für diese Truppe. Auf Grund der beschränkten Tragekapazität von Fallschirmen und Lastenseglern sorgten dafür, dass spezielle Ausrüstung mit weniger Gewicht entwickelt werden musste um die Feuerkraft der Fallschirmjäger zu erhalten. So gab es, zum Beispiel von den Firmen Krupp und Rheinmetall, viele Innovationen die noch im gesamten 20. Jahrhundert Einfluss auf die Entwicklungen der Fallschirmjäger Einfluss hatten.

 

Uniform

So gab es für die Fallschirmjäger eine spezielle Uniform. Der Grund war nicht das sie sich dadurch von der normalen Wehrmacht abgrenzen wollten sondern das diese die einzige Ausrüstung war die die Fallschirmjäger beim Absprung dabei hatten. So musste sie einerseits so konzipiert sein das sie größtmöglichen Schutz bei der Landung bot und andererseits möglichst viel Platz für Munition und andere Dinge bot. Auch setzte man den sogenannten "Kochensack" ein, dabei handelte es sich um eine wasserfeste Schutzjacke um den Soldaten besser vor Wettereinflüssen zu schützen. Auch gab es einen speziellen Springerhelm, dieser hatte keinen Nacken- und Ohrenschutz war aber besser im Inneren gepolstert und hatte einen festsitzenden Kinnriemen. Um so viel Munition wie möglich beim Absprung mitnehmen zu können gab es auch noch den Schulterpatronengürtel. Diesen konnte man um den Hals legen und so weitere 100 Schuss für den Karabiner mit sich zuführen.

 

Fallschirme

Um im Sprungeinsatz eingesetzt zu werden war ein sicherer Fallschirm eine Grundvoraussetzung. Der erste von der Wehrmacht eingesetzte Fallschirm war der RZ-1. Dieser Schirm mit Zwangsauslösung wurde 1937 eingeführt, hatte eine Kappenbreite von 8,5m sowie eine Gesamtfläche von 56qm. Der Schirm selber war sehr gut nur die Position des Springers am Schirm war als negativ zu betrachten. Der Springer hing nämlich schräg nach vorn geneigt am Schirm, deshalb mussten die Springer auch kopfüber aus dem Flugzeug springen und immer besonderer Vorsicht gegenüber ihrem Kopf wirken lassen.
1940 folgte dann der RZ-16. Hier hatte man den negativen Eigenschaften des RZ-1 entgegenarbeiten können ohne aber die Mängel zu 100% ausschalten zu können. 1941 kam dann schließlich der RZ-20 zum Einsatz. Dies war der meistgenutzte Schirm der deutschen Fallschirmtruppe. Zum Ende des Krieges kam dann noch den RZ-36, diese wurde aber nur noch in geringer Zahl bei der Ardennen-Offensive eingesetzt.
Zum Abschluss kann man sagen das die Schirme ausreichten um die Fallschirmjäger zum Boden zu bringen aber das es bei besseren Schirmen wohl auch weniger Sprungverletzte gegeben hätte.

 

Sprungbehälter

Da die Fallschirmjäger beim Absprung nur das mitnehmen konnten was sie direkt am Mann tragen konnten benötigte man Behältnisse in denen dann Nachschub, Munition, Waffen etc. abgeworfen werden konnten. Aus diesem Grund wurden die Waffenbehälter entwickelt. Anfangs gab es drei verschiedene Größen, ab der „Operation Merkur“ dann nur noch eine Einheitsgröße. In diesen Behältern, die am Fallschirm zu Boden sanken, die Innen mit Gummi und Filz gepolstert waren, Wellblech als Stoßdämpfer nutzten und ein eingebautes Fahrgestell besaßen, wurde alles benötigte Material für den Einsatz transportiert und zusammen mit den Springern abgeworfen. Die Behälter waren 4,6m lang und hatten einen Durchmesser von 0,4m. Die Transportkapazität lag bei 118kg pro Behälter und um das Material für einen Zug von 43 Mann sicherzustellen waren schließlich 14 Waffenbehälter nötig. Die Behälter konnten nach der Landung direkt entpackt werden, mit Hilfe von Tragegriffen oder des Fahrgestells vom Landeplatz geschafft werden. Um einen Zusammenstoß mit den Springern zu vermeiden wurden die Waffenbehälter als erstes aus dem Flugzeug geworfen, dann kamen erst die Springer.


Versorgung durch die Luftwaffe
Sprungbehälter werden aus der Ju-52 abgeworfen / Fallschirmjäger bergen einen gelandeten Sprungbehälter

 

Feuerwaffen

Bei der Fallschirmtruppe kamen neben den normalen Waffen der Wehrmacht zum Einsatz. So gab es neben dem K98 und dem K98k auch die MP40 als Standardbewaffnung. Die Pistolen P08 sowie Sauer M38 (H) und die MG 34 sowie MG42 wurden durch die Fallschirmjäger ebenfalls genutzt. Es gab aber auch speziell für die Fallschirmjäger entwickelte Waffen. So nutzten sie das Fallschirmjägergewehr 42 (FG 42). Diese Waffe war ein automatisches Sturmgewehr mit einem 20-Schuss Magazin. Es besaß auch ein fest installiertes Zweibein und konnte so auch als leichtes Maschinengewehr eingesetzt werden. Auf Grund der hervorragenden Leistungen war diese Waffe sehr gefragt, aber wegen der aufwendigen Produktion konnten nur wenige Einheiten damit ausgestattet werden.

 

Unterstützungs- und Panzerabwehrwaffen

Besonders bei diesen Waffen zeigte sich das die eingeschränkte Tragekapazität der Fallschirme und Lastensegler zu einem Problem werden konnten. Anfangs setzte man zwar Standardgeschütze der Wehrmacht ein begann aber auch gleichzeitig mit der Neukonstruktion um diese Probleme zu lösen. So entwickelte man zum Beispiel das leichte Infanteriegeschütz IG 18F. Dieses zerlegbare und mit Fallschirmen abwerfbare Geschütz konnte Spreng-, Rauch- und Hohlladungsgeschosse verschießen und so bis auf 4600m Schussweite wirken. Als es endlich in Produktion gehen sollte waren schon andere Geschütze mit gleicher Feuerkraft bei weniger Gewicht entwickelt worden und so lief die Produktion nicht mehr an.
Eine Flak die für die Fallschirmjäger zum Einsatz kam war die 2cm Geb-Flak38. Sie war ebenfalls zerlegbar, hatte eine hohe Feuerkraft und war leicht zu bewegen. So wurde sie gegen feindliche Infanterie und Flieger eingesetzt.
Als Granatwerfer kamen die Granatwerfer 42 zum Einsatz umso gegen Infanterie wirken zu können. Als Panzerabwehrwaffen nutzte man zum Einen die 3,7cm Pak 35/36 sowie die 2,8cm schwere Panzerbüchse 41 (sPzB 41). Diese Waffen hatten nicht die beste Wirkung gegen alliierte Panzerfahrzeuge aber sie waren durch ihr Gewicht luftverlastbar.


Ein Trupp Fallschirmjäger beim Marsch
Beim rechten Soldaten ist der umgehängte Schulterpatronengurt gut zu erkennen, der Zweite von rechts trägt die "sPzB 41" über der Schulter

Eigens für die Fallschirmjäger wurden rückstoßfreie Waffen entwickelt. Dabei wurde ein Teil der Pulvergase nach hinten aus der Waffe abgegeben, um so der Treibkraft die auf das Geschoss wirkt entgegenzuarbeiten. So produzierten Krupp und Rheinmetal sowie einige andere Firmen Leichtgeschütze mit dieser Technik. Es entstand das LG40 mit einem Kaliber von 7,5cm. Später kamen dann die Leichtgeschütze 42 und 43 mit einem Kaliber von 10,5cm zum Einsatz. Obwohl diese Geschütze erfolgreich eingesetzt wurden stellte man die Produktion im Jahr 1944 ein.
Auch die Panzerbüchsen kamen bei den Fallschirmjägern zum Einsatz. So nutzten sie zur Panzerabwehr die Panzerfaust 30, Panzerfaust 60, Panzerfaust 100, die 8,8cm Raketenpanzerbüchsen (RpzB), die Raketenpanzerbüchse 54 sowie den Raketenwerfer 43.

Mit all diesen Waffen konnten die Fallschirmjäger wirkungsvoll eingesetzt werden, sie kämpften damit aufopferungsvoll und erzielten so sehr viele und wichtige Erfolge. Ohne die Neuerungen die speziell für die Fallschirmtruppe entwickelt wurden hätte das vielleicht anders ausgesehen.

Auszeichnungen

"Träger der höchsten Auszeichnungen"

 
Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten
 
lfd.Nr.
Name, Dienstgrad
Dienststellung
Tag der Verleihung
20. Ramcke, General d. Fallsch.Tr. Kdt. Festung Brest 19.09.1944
Eichenlaub mit Schwertern
 
lfd.Nr.
Name, Dienstgrad
Dienststellung
Tag der Verleihung
55. Heidrich, Generalleutnant Kdr. 1. Fallsch.Jäg.Div. 25.03.1944
67. Heilmann, Oberst Kdr. Fallschirm.Jäg.Reg. 3 15.05.1944
96. Kroh, Oberst Führer 2.Fallsch.Jäg.Div. 12.09.1944
99. Ramcke, General d. Fallsch.Tr. Kdt. Festung Brest 19.09.1944
112. Schulz, Oberst Führer 1.Fallsch.Jäg.Div. 18.11.1944
131. Walther, Oberst Führer Fallsch.Pz.Gren.Div. "H.G." 01.02.1945
155. Meindl, General d. Fallsch.Tr. Komm. Gen. II.Fallsch.Korps 08.05.1945

Weiterhin erhielten noch insgesamt 29 Offiziere das "Eichenlaub zum Ritterkreuz". Das "Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes" erhielten dann noch ferner 218 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Fallschirmjäger-Truppe.


Quellen

"Deutsche Fallschirm-Jäger im 2. Weltkrieg", Franz Kurowski, Tosa Verlag, ISBN:3-85001-475-4
"Deutsche Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg", Volkmar Kühn, Motorbuch Verlag, ISBN: 3-613-01044-5
"Fallschirmjäger", Chris McNab, Kaiser-Verlag, ISBN: 3-7043-6051-1
"Deutsche Spezial-Divisionen", Werner Haupt, Karl Müller Verlag, ISBN: 3-86070-906-2
[/i]"Die Verbände der Luftwaffe 1935-1945", Wolfgang Dierich, Motorbuch Verlag Stuttgard, 1976

Autor: panzermeyer