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Das Thema

Die 7. Panzerdivision

 

(Wehrmacht)

 

 

Truppenkennzeichen der 7. Panzerdivision, links von 1940, in der mitte von 1941-45 und rechts
das Truppenkennzeichen bei der Operation Zitadelle (Schlacht bei Kursk)


Entstehung

 

Entstehung

Die 7. Panzerdivision wurde am 18. Oktober 1939 in Gera im Wehrkreis IX (Hessen, West-Thüringen) aufgestellt. Entstanden ist sie aus der Umgliederung der 2. Leichten Division, nachdem im Feldzug gegen Polen (Fall Weiß), die mangelnde Ausrüstung an Panzern zu Tage gekommen war. Besonders bekannt wurde die 7. Panzerdivision durch Erwin Rommel im Westfeldzug (Fall Gelb und Fall Rot). Generalmajor Rommel übernahm das Kommando über die 7. Panzerdivision im Februar 1940 in Bad Godesberg. Nachdem dieser zuvor gegenüber Adolf Hitler den Wunsch geäußert hatte eine Panzerdivision zu führen. Als im Mai 1940 der Sitzkrieg im Westen ein Ende fand brausten Rommels Panzer 19 Tage als Speerspitze der 4. Armee durch Belgien.

 

 

(Der Weg der 7. Panzerdivision durch Belgien bis hinein in Frankreich.)


Die Gepensterdivision

 

Die Gespensterdivision

Getrieben von dem ehrgeizigen General und seiner Maxime, "mit größter Kühnheit vorzustoßen, ohne daran zu denken, dass Flanke und Rücken ungedeckt waren". Im Juni desselben Jahres rollten seine Panzer erneut nach vorn, dieses Mal tief durch Französisches Land, nachdem er die verlängerte Maginot-Linie in der Nähe von Maubeuge durchbrechen konnte immer weiter nach Süden bis hin nach Bordeaux. Da Rommel seine Einheiten von der vordersten Linie aus befehligte, wusste selbst sein eigener Divisionsstab nicht immer, wo sich ihr Kommandeur befand. Dabei erhielt die Division den Spitznamen "La Division Fantome" - "Gespensterdivision", da sie immer Blitzschnell vorstieß und es so schien das sie immer an mehreren Stellen zugleich war. Dieser Name blieb ihr bis zum Ende des Krieges erhalten, da auch die übergeordneten Kommandoebenen nie wirklich wussten, wo die Division und ihr Kommandeur sich aufhielten. Die konventionellen Militärs staunten darüber, denn so schnell war eine Panzerdivision noch nie bewegt worden, die 7. Panzerdivision bewältigte am Tag 60 bis 80 Kilometer.

Der rasche Durchbruch, durch die stark ausgebauten französischen Maasstellungen zwischen Dinant und Houx, versetzen die 7. PD und seinen Divisionsstab in eine Feierstimmung. Man stand den anderen Divisionen weit voraus und befand sich an der Spitze des Frankreich Feldzuges. Man war zufrieden, doch der Kommandeur, Generalmajor Rommel, wurmte die momentane Situation doch sehr und keiner seiner Untergebenen konnte das nachvollziehen.
Major Hekamp, Generalstabsoffizier Ia unter Rommel, war zufrieden die Truppe endlich mal ausgeruht zu wissen. Außerdem war nun der Kommandeur Rommel endlich wieder mal im Stabsquartier anwesend und nicht immer vor bzw. Hekamp mit der alleinigen Führung der Division von hinten beschäftigt.

Rommel:"Ist bei den Einheiten aufgetankt und aufmunitioniert?"

Hekamp: "Jawohl, die Betriebsstoffe- und Munitionskolonnen sind bereist von vorn wieder zurück."

Rommel: "Was macht der Feind?"

Hekamp (zögernd): "Nach Fliegermeldungen marschieren den ganzen Vormittag über die geschlagenen Truppen der französischen 9. Armee hinter die befestigte Grenzzone zurück. Dahinter geht wieder ihre Artillerie in Stellung."

Rommel (aufbrausend): "Da haben wir es! Jetzt sofort müsste man nachstoßen, den an der Maas errungenen Erfolg entschlossen weiter ausnützen, den Gegner nicht mehr zur Ruhe kommen lassen, ehe er sich wieder ordnen und zu neuem Widerstand festsetzen kann. Einfach hinterher mit allen Kräften!"

 

 

Rommel fühlte sich unwohl, sah die Initiative davon schwimmen und sich auf seiner Position versauern. Der obersten deutschen Führung waren mit einem mal Bedenken gekommen. Sie schien, durch den bisherigen schnelle Vormarsch durch feindliches Gebiet überrascht zu sein und zögert nun das Tempo. Man wollte keine ungeschützten Flanken und nicht übereilen. Man wollte Abwarten und Rommel wollte vorwärtsstürmen mit seiner Division. Für Rommel war aber vorn da wo gekämpft und gesiegt wurde, die Führung wollte aber Absicherung in der Breite. Seine Division war dafür bestens geeignet, schlagkräftig und schnell.
Den Vormarsch seiner Panzerdivision führte Rommel selbst, oft gegen die Befehle von oben. Er befiehlt, hält die Panzerbesatzungen zum ständigen Feuern aus der Bewegung mit höchster Geschwindigkeit an, gibt aus seinem Befehlspanzer durch:

Rommel:"Wie bei der Marine - Salven nach Back- und Steuerbord!"


Man stößt durch die Maginotlinie durch und der Weg nach Westen ist offen - Rommel kann nun schalten und walten, was die Panzerketten hergeben.

"Die Franzosen, Truppen wie Führung, wurden völlig überrascht - einmal davon, dass Generalmajor Rommel die Grenzbefestigung, die man zunächst für sicher hielt, so rasch durchbrochen hatte, und zum anderen, dass er gegen alle bisherigen Kriegsregeln den Panzerstoß auch bei der Nacht fortsetze. [...] Die Infanterie warf ihre Waffen fort, suchte ihr Heil in der Flucht und erhöhte dadurch noch die allgemeine Panik. Hätten sich die französischen Truppen zum Kampf gestellt, so wäre die Lage für die deutsche Panzerkolonne reichlich gefährlich geworden ..."

Die Name Gespensterdivision prägte sich ein und überall musste man nun mit dieser Division rechnen, auch weil Sie gegen jede Regel operierte. Rommel trieb an jedem Punkt an: Panzer - marsch! Weiter! Er operierte nach Belieben, macht Schwenks wie es ihm gefiel und dabei nannte man die 7. PD immer noch "Vorausabteilung" , richtiger wäre wohl eigens operierende Frontverband.

"Links ist Feind, rechts ist Feind, hinter uns ist nichts - aber vorn ist Rommel" (Diese Feststellung sollte in der ganzen Division bald zum geflügelten Wort werden.)

Man überraschte sich gerade sammelnde Verbände in Dörfer, man besiegte verdutze Kommandeure, die einfach nicht glauben konnte, dass die deutschen schon so nahe sind und man trieb ganze Kolonnen zur Flucht, die glaubten die Front ist gleich nebenan und Sie hätten keine Chance mehr. Ganze Fuhrparks wurden zurückgelassen und sich in die Wälder geschlagen. Die Gespensterdivison ging um, und die Franzosen hatten schon bei diesen Wort "nasse Hosen", dabei wusste selbst die Korps- oder Armeeführung oftmals keinen Schimmer wo Rommel stand bzw. was er bisher erreicht hatte.
Aber diese Vorgehen barg viele Risiken, einige Verluste waren in der 7. PD zu beklagen und auch Rommel hatte einige Momente, in denen er mit einem Fuß auf der Gefallenenliste stand. Hätten die gegnerischen Kanoniere nur gewusst, wer da fährt, hätte man einen der besten Kommandeure dieses Krieges schon früh aus dem Spiel genommen. Auch die eigenen Stukas hatten es nur zu oft auf die eigenen Panzer abgesehen, hätte ja keiner ahnen können, dass die eigenen Truppen so weit vorn fahren.

General:"Seit Stunden führen wir nun schon vom Korps aus die verschiedenen Einheiten der 7. Panzerdivision. Das ist doch nicht unsere Aufgabe, das ist Sache des Divisionskommandeurs! Was ist mit diesem Rommel eigentlich"

Oberstleutnant (Chef des Stabes):"Generalmajor Rommel hat mit seinem Panzerregiment in einem Zug die verlängerte Maginot-Linie durchbrochen ..."

General:"Nun gut, weiß ich - aber deswegen braucht er ja nicht gleich nach vorn davonlaufen. Und wo ist er jetzt?"

Oberstleutnant:"Soviel bekannt ist, führt Rommel weiterhin die Panzerspitze."

General:"Was - noch immer? Zum Deibel noch mal, das ist doch nicht seine Aufgabe. Er gehört nicht zur Vorausabteilung, sondern zu seinem Stab, und er hat die ganze Division zu führen und nicht etwa voraus herumzufahren. Geben Sie das sofort an ihn durch"

 

Oberstleutnant

    • :

"Keine Ahnung, wo er steckt, nicht mal bei seiner Division weiß man das genau. Aber ein Oberleutnant, den ich noch in der Nacht zur Verbindungsaufnahme losgeschickt hatte, ist vor zehn Minuten zurückgekommen"

 

General (erbost): "Und das sagen Sie erst jetzt? Na los doch, worauf warten wir denn noch? Herein mit dem Mann"

Oberleutnant (stramm stehend):"Unwahrscheinlich, Herr General, nicht zu glauben ... Die verlängerte Maginot Linie ist im Angriffsstreifen der 7. PD völlig durchbrochen - überall sind Truppen der Division im raschen Vormarsch - ich bin bis Avesnes gekommen - einfach unbeschreiblich . kilometerlang sind die Straßen voll von zerschossenen und stehen gelassenen Panzer, Geschützen, Fahrzeugen und voller französischer Soldaten, die den Kampf eingestellt haben und waffenlos hinter unsere Linien wandern ... Herr General, das ist der Sieg!"

General:"Nun beruhigen Sie sich mal wieder, von Sieg ist da noch lange nicht die Rede. Sicherlich scheibt dies eine ganz schöne Sache zu sein. Aber was mich im Augenblick mehr interessiert: haben Sie auch den Kommandeur der 7. PD angetroffen?"


Eine Begebenheit muss hier aber noch erwähnt werden. Als Rommel vorne führt, werden weiterhin Verstärkung und Nachschub herangeführt, da findet dieses Ereignis statt. Ein Leutnant mit einer Verstärkungseinheit trifft auf Einheiten der 7. PD:

Leutnant:

    • "Na endlich! Wo steckt ihr denn bloß? Hab' schon gedacht, ich hätte bereist die Panzerspitze überholt und wäre mitten im Feind ..."

Panzermann der 7. PD:"Da hinter uns im Spähwagen - der General"(deutet mit dem Daumen nach hinten)

Rommel:"Was gibst?"

Leutnant: "Leutnant Mader vom Schützenregiment 6 unterwegs zur Verbindungsaufnahme mit dem Panzerregiment 25. Ich dachte schon, ich wäre zu weit gefahren ..."

Rommel:"Da haben Sie aber falsch gedacht. Wenn Sie zum Panzerregiment wollen, dann müssen Sie noch ein gutes Stück weiter vor."

Leutnant: "Noch etwas, Herr General. Eben vorhin sind wir durch ein französische Kolonne gerast, da hätte man uns bald um ein Haar hochgenommen."


In diesem Moment ein voll bewaffnete französische Kompanie in Sicht. In voller Marschordnung marschiert Sie auf der Straße und kommt beim Anblick der deutschen Fahrzeuge ins Stocken. Rommel lasst den Spähwagen an die Spitze der Kolonne heranfahren:

Rommel:"Mon Capitaine, Sie haben die falsche Richtung - kehrt marsch und zurück! Und ihre Waffen brauchen Sie auch nicht mehr, lassen Sie diese ablegen."

 

 

(Der Weg durch Frankreich)

Jedoch wurde ihm vorgeworfen, dass er bei seinen Vorstößen die Sicherung seiner Flanken vernachlässigte und somit gegen jeder Regel der Kriegskunst verstieß. Außerdem, dass er seine Division allzu Rücksichtslos einsetzte, denn die 7. Panzerdivision habe die größten Verluste unter allen Divisionen im Feldzug gehabt.

 

 

(Links zu sehen der Start der Operation Barbarossa für die 7. PD und Rechts die Rückzugsgefechte bei Moskau - Rschev)


Ostfront

Im Osten

Nach dem Sieg über die Frankreich blieb die Division bis Februar 1941 dort um aufgefrischt zu werden, damit sie schließlich bereit für die Operation Barbarossa, den Krieg gegen die Sowjetunion, war. Dort wurde sie der Heeresgruppe Mitte unterstellt und fiel von Ostpreußen in die UdSSR ein. Ihr Weg führte sie über Olita, Minsk, Lepal, Vitebsk, bei Smolensk schließlich bis hin in die gewaltige Kesselschlacht von Viasma, wo sie in der Panzergruppe Guderian kämpfte. In dieser Schlacht konnten nach dem Sieg der Wehrmacht über 600.000 Rotarmisten gefangen genommen. Danach führte ihr Weg über Gshask und Klin bis nach Jachroma, 55 kilometer nördlich von Moskau. Nach der Niederlage in der Schlacht um Moskau wurde die Heeresgruppe Mitte bis nach Rschev zurückgedrängt, bei der im Januar 1942 die Sowjetischen Truppen aufgehalten werden konnten.

 
(Links zu sehen der Start der Operation Barbarossa für die 7. PD und Rechts die Rückzugsgefechte bei Moskau - Rschev)
 
 

 

Im Osten

Im Mai 1942 wurde die 7. Panzerdivision im besetzten Frankreich dann wieder aufgefrischt um ab Februar 1943 erneut an der Ostfront eingesetzt zu werden. Dieses Mal hingegen am südlichen Teilabschnitt als Teil der in Heeresgruppe Süd umbenannten Heeresgruppe Don. Dort nahm sie an den Schlachten um Kursk, Kiew, Shitomir, Charkov und später an dem langen Rückzug durch die Ukraine teil. Im Februar 1943 wurden die Reste der bei der Heeresgruppe Don vernichteten 27. Panzer-Division in die 7. Panzerdivision eingegliedert. Im Herbst 1943 wurden der Division die neuen Tiger-Panzer zugeführt, um den bis dahin überlegenen sowjetischen T-34-Panzern begegnen zu können.

 


(Ein Tiger Panzer der 7. Panzerdivision)

 

Ende

Im August 1944 wurde die Division ins Baltikum verlegt und verblieb dort bis zum November des gleichen Jahres. Anschließend wurde auch sie durch die Rote Armee nach Westen zurückgedrängt. Am 19. April 1945 wurde für die nur mit geringen Resten von Hela zurückgekommene Division bis zum 1. Mai 1945 eine kurzfristige Auffrischung im Raum Waren an der Müritz, im Wehrkreis II, befohlen, für die der Panzer-Ausbildungs-Verband Krampnitz den Grundstock abgeben sollte. Um der sowjetischen Gefangenschaft zu entgehen, ergab sich die 7. Panzer Division unter Oberst Hans Christern am 8. Mai 1945, der britischen Armee in Schwerin im Wehrkreis II (Pommern, Mecklenburg).


Übersicht

 

Liste der Kommandeure der 7. Panzerdivision
Generalmajor
Generalmajor
Generalmajor
Oberst
Generalmajor
Generalmajor
Oberst
Oberst/Generalmajor
Generalmajor
Generalmajor/Generalleutnant
Generalmajor
Generalleutnant
Generalmajor
Generalleutnant
Oberst
Georg Stumme
Erwin Rommel
Hans Freiherr von Funck
Wolfgang Gläsemer
Hasso von Manteuffel
Adelbert Schulz
Wolfgang Gläsemer
Karl Mauss
Gerhard Schmidhuber
Karl Mauss
Hellmuth Mäder
Karl Mauss
Max Lemke
Karl Mauss
Hans Christern
18. Oktober 1939 bis 5. Februar 1940
5. Februar 1940 bis 14. Februar 1941
15. Februar 1941 bis 17. August 1943
17. bis 20. August 1943
20. August 1943 bis 1. Januar 1944
1. bis 28. Januar 1944
28. bis 30. Januar 1944
30. Januar bis 2. Mai 1944
2. Mai bis 9. September 1944
9. September bis 31. Oktober 1944
31. Oktober bis 30. November 1944
30. November 1944 bis 5. Januar 1945
5. bis 23. Januar 1945
23. Januar bis 25. März 1945
26. März bis 8. Mai 1945

 


Gliederungen der 7.Panzerdivision
1940 1943
Panzer-Regiment 25
Panzer-Abteilung 66 (fino al 03/1942)
Schützen-Brigade 7
Schützen-Regiment 6
Schützen-Regiment 7
Kradschützen-Bataillon 7
Schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie 705 (Hptm. Hans-Heinz Fischer vom IR10)
Artillerie-Regiment 78
Aufklärungs-Abteilung 37
Panzerjäger-Abteilung 42
Pionier-Bataillon 58
Nachrichten-Abteilung 83
Versorgungstruppen 58
Panzer-Regiment 25
Panzergrenadier-Regiment 6
Panzergrenadier-Regiment 7
Panzer-Artillerie-Regiment 78
Panzer-Aufklärungs-Abteilung 7
Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung 296
Panzerjäger-Abteilung 42
Panzer-Pionier-Bataillon 58
Panzer-Nachrichten-Abteilung 83
Panzer-Versorgungstruppen 58


Quellen

A. Bucher, Die Gespensterdivision - 1940. Erwins Rommels Panzer im Frankreich Feldzug, 1986.

Wikipedia.org (Letzter Zugriff 4.01.2011)
Lexikon-der-Wehrmacht.de (Letzter Zugriff 4.01.2011)
Spiegel.de (Letzter Zugriff 4.01.2011)
Okh.it (Letzter Zugriff 4.01.2011)

Autor: Kai / Freiherr von Woye