1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)


Das Thema

Deutsches Afrika Korps

 

 

 

„Ob Feind, ob Freund oder Bruder, ob bei den Söhnen Deutschlands, Italiens oder Englands – ritterlich war Eure Art, menschlich hier das Gesetz.“
Inschrift aus einem Denkmal für die Gefallenen bei El Alamein (Aus: Reuth, Erwin Rommel, S. 138.)


Das Deutsche Afrikakorps (DAK) war eine Teil der Wehrmacht und als Korps bzw. militärischer Großverband der Wehrmacht organisiert. Als solcher kam das Korps im Zweiten Weltkrieg, während der Jahre 1941 bis 1943 auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz zum Einsatz. Dabei muss man zwischen zwei in Afrika operierenden Verbänden unter deutscher Flagge unterscheiden. So haben wir auf der einen Seite die gepanzerten Verbänden der späteren deutsch-italienischen Panzerarmee Afrika und das Afrikakorps, welche die anderen Einheiten zusammenfasst. Beide Verbände wurden von Tunesien über Libyen bis Ägypten eingesetzt und im militärische Sinne in den Beschreibungen fälschlicherweise als Afrikakorps zusammengefasst. Die Bezeichnung DAK für alle deutschen Einheiten in Afrika, hat sich durchgesetzt und wird in diesem Beitrag deshalb auch beibehalten.

 


 
Kommandostrukturen in Afrika
• Deutsches Afrikakorps
• Panzergruppe Afrika, Panzerarmee Afrika
• 1. italienische Armee
• Stab Nehring - XC. Korps
• Panzer-Armeeoberkommando 5
• Heeresgruppe Afrika

Das Schlachtfeld Afrika kostete ca. 18.600 deutschen Soldaten das Leben, die Front Nordafrika zählte 3.400 Vermisste "Afrikamänner" und in Kriegsgefangenschaft gingen rund 130.000 Angehörige des Deutschen Afrikakorps. Die deutsche Bevölkerung verlor in Afrika nicht nur Angehörige, sondern auch das Vertrauen in die Erfolge der Wehrmacht in der Ferne, wie auch, dass der Krieg nun immer näher an die Heimat rückte. Nicht mehr in der Wüste, zwischen Palmen und in exotischer Umgebung wird gekämpft, sondern wohl schon bald in den heimatlichen Gefilden. Der äußerst beliebte Rommel, das Afrikakorps als Sinnbild deutschen Kampfwillens und das Abenteuer Afrika blieb in Afrika zurück. Die deutsche Bevölkerung nahm die Kapitulation des DAK als "Zweites Stalingrad" wahr und die Propaganda konnte nun die Niederlagen an der Ostfront nicht mit dem Glanz Afrikas überstrahlen.
Den Alliierten ermöglichte die Niederlage der Achsenmächte die Kontrolle über den Mittelmeerraum. Mit der Landung auf Sizilien am 10. Juli 1943 eröffneten sie schließlich die von Hitler so gefürchtete neue Front im Süden Europas, die innerhalb weniger Tage zum Sturz Mussolinis führte.


Entstehung

Entstehung und Weg nach Afrika

Italien und sein Duce del Fascismo verfolgten andere Pläne als Hitler. Der Führer Adolf Hitler strebte nach Osten und Mussolini gegen Süden. Auf dem Afrikanischen Kontinent starteten die Italiener ihre Offensive gegen England im September 1940 mit dem Ziel Ägypten zu erobern, doch die Briten konnte die italienischen Verbände schnell stoppen. Im Januar 1941, eroberten die Briten so die Wüstenfestung Tobruk, und einen Monat später El Agheila an der Großen Syrte. Eine katastrophale Niederlage, bei der 130.000 italienische Soldaten gefangen genommen, Unmengen von militärischen Material dem Feind in die Hände gefallen und die italienische Marine im Mittelmeer schwer deklassiert wurden. Schon davor hatte Hitler dem Duce Hilfsangebote gemacht, weil die Front im Süden für seine Eroberungspläne im Osten stabil sein musste. So hatte Hitler schon im Dezember 1940 mit seiner Weisung Nr. 20 das Vorgehen eines starken Verbandes über Rumänien und Bulgarien nach Griechenland ( Unternehmen " Marita" ) angeordnet. Mit seiner Weisung Nr. 22 sollte ein "Sperrverband" für das bedrohte Libyen aufgestellt werden ( Unternehmen "Sonnenblume"). Es war dabei für die Wehrmachtseinheiten eine rein defensive Rolle angedacht, welche dann, mit dem Hilferuf Mussolini, aus den motorisierten Verbänden der Italiener ein schlagkräftiges Expeditionskorps zu bilden und zu übernehmen hatten.

 

Am 11. Februar 1941 trafen die ersten Einheiten des Afrika Korps in Tripolis ( Libyen ) ein. Generalleutnant Erwin Rommel bekam das Kommando und der Sperrverband der Deutschen erhielt offiziell den Namen „Deutsches Afrika-Korps" (Abkürzung „DAK“).


Einsatz

Das Korps in Afrika

 
Einheiten des Heeres
Leichte Divisionen:
• 5. Leichte Division
• 90. Leichte Division
• 164. Leichte Division
• 999. Leichte Division
 
Panzer Divisionen:
• 10. Panzerdivision
• 15. Panzerdivision
• 21. Panzerdivision
• Schwere Panzer-Abteilung 501
• Schwere Panzer-Abteilung 504
Infanterie Divisionen:
• 334. Infanterie Division
• Division von Broich / von Manteuffel

Das Schlachtfeld Afrika setzte neue Ansprüche an die Ausrüstung und das Material des Korps. Für die Soldaten des Deutschen Afrika Korps wurden so verschiedene Arten von Tropenanzügen ausgegeben, welche ebenfalls in Südrußland und in den Mittelmeerländern getragen wurden. So musste vor allem das Klima berücksichtigt werden, was die Uniform des "Afrikaners" mit einer Tropen-Einheitsfeldmütze und einem leichten Drillichzeug, farblich von hellbraun bis dunkelbraun, ausstattete. Durch die Sonne und die Witterung kam es zum zusätzlichen Ausbleichen, was die fabrikneue Farbe schnell in die bekannte, verwaschenen beige Wüstenfarbe umwandelte. Auch die Feldjacke (Silbergrau) war diesem Prozess ausgesetzt. Dazu gab es kurze braune Hosen und speziell angefertigte Tropenschuhe. Die ausgegebenen langen Hosen bei den Offizieren, wurden von oben in die Schnürschuhe hinein gesteckt und von der oberen Kante der Schuhe festgehalten. Die Tropenuniformen für Generale bestand aus Jacke und Reithosen, gefertigt aus leichtem Baumwollstoff. Diese Jacken besaßen alle Merkmale der normalen Uniform, aber keine Ärmelaufschläge. Die Tropenversion der Kradmäntel entsprach zwar dem Zuschnitt der normalen Kradmäntel, doch diese waren aus schwerem Khaki-Baumwollgarn gefertigt. Der Grund dafür waren die Bedingungen in der Wüste, der Sand und der benötigte Schutz der Kradfahrer.


(Stahlhelm "Wüstenausführung" / Tropenhelm)

Der Schutz stand beim DAK ganz oben, denn neben den Feinden im Felde standen die Soldaten auch immer extremen Sonnenstrahlung bzw. extremen Temperaturen in der Wüste gegenüber.
So wurde der Tropenhelm des Heeres für die Soldaten ausgegeben, der 1941 mit den deutschen Truppen nach Nordafrika geschickt wurde. Der Tropenhelm wurde an alle Dienstgrade ausgegeben und von allen gleichermaßen getragen. Leider erwies er sich als zu unbequem und wurde bei der Hitze nur selten getragen bzw. als schützende Kopfbedeckung abgelehnt. Die Stahlhelme, vor allem für die Gefechte gedacht, wurden speziell getarnt (gelb, hellbraun bzw. sandfarben) und durch die Bearbeitung mit Sand auch die Reflexionen durch Sonneneinstrahlung verhindert. Im Allgemeinen gingen die deutschen Truppen dazu über, eine vereinfachte Form der Einheitsfeldmütze zu Tragen. Diese Mütze war leicht, aus Baumwollgarn gefertigt. Ein langer Schild gab genug Schatten für die Augen und Sie schütze den Kopf vor der Sonneneinstrahlung. Sie konnte die Schutzfunktion für den Soldaten nicht wirklich erfüllen, doch trug Sie ihren Teil zur Uniform bei, denn Hoheitszeichen und Kokarde waren auf ihr zu finden, wobei die Offiziere an der Tropenmütze die gleichen stumpfsilbernen Paspelierungen wie an der normalen Einheitsfeldmütze trugen.


(Ärmelstreifen "Afrika mit Palmen" / Ärmelstreifen "Afrikakorps")

Als Korps mit besonderem Einsatzgebiet, Verbandscharakter und Kampfbereitschaft, wurde eine besondere Auszeichnung für die Angehörigen des in Nordafrika kämpfenden Deutschen Afrika Korps vom OKW geschaffen - der Armelstreifen "Afrikakorps"( 18. Juli 1941). Die 3,3 cm breite Aufschrift war in Silber auf einem dunkelgrünen Untergrund gehalten. Oben und unten verlief ein 3 mm breites Silberband, das Khakifarben eingefasst war. Dieser Ärmelstreifen wurde am rechten Unterärmel aller Uniformen einschließlich des Mantels getragen. Das Ärmelband wurde am 15. Januar 1943 (ca. 30.000 Verleihungen) eingeführt und sollte das alte "Afrika" Band ersetzen. Der Untergrund des Bandes war in Khaki gehalten, die 3,3 cm breite Schrift sowie Einfassung und die beiden Palmen in silbergrauer Baumwolle. Das Band wurde am linken Unterärmel aller Uniformen einschließlich des Mantels getragen. Als Verleihungskriterien für das Heer stand der ehrenvoller Einsatz ( 6 Monate) auf afrikanischen Boden, Verwundung, Erkrankung am Kriegsschauplatz zugezogenen Krankheit bzw. dadurch erlittener Verlust der Tropendienstfähigkeit in den Statuten. Für die Marine in Afrika galten ebenso die 6 Monate Dienstzeit und auch Verwundung, wobei für die Luftwaffenangehörigen dasselbe galt.

 

Kämpfe, Siege und Dominanz
 

Man kann den Afrikafeldzug bzw. den Einsatz des DAKs in drei Phasen aufteilen. Die erste Phase (Sept 1940 - Feb 1941) lässt sich als Zeit vor dem Einsatz des Afrika Korps einordnen, als italienische Truppen gegen die britische kämpften und dabei unterlegen waren. In der zweiten Phase (Feb 1941 - Jun 1942, 1. Schlacht von El Alamein) trat Rommel als Befehlshaber des deutschen Expeditionskorps auf den Plan, welcher den britischen Kommandeure Wavell, Auchinleck oder Cunningham eine Niederlage nach der anderen beibrachte. Während der dritten Phase (Jun 1942 - Mai 1943, Kapitulation der Achsenmächte in Afrika) schafft es General Montgomery, Befehlshaber der 8. Armee, und General Alexander, Oberkommandierender im Mittleren Osten, durch gezielte Taktik und Abschneiden des deutschen Nachschubs, die Deutschen und Italiener aus Afrika zu verbannen. Die Landungen der Alliierten in Marokko und Algerien waren dabei wichtige Faktoren, wurde so doch eine weitere Front in Afrika eröffnet und die unausweichliche Niederlage der deutsch-italienischen Achse in Afrika zementiert.


 
Einheiten der Luftwaffe
Fliegende Verbände:
• Kriegsliederung der deutschen Luftwaffe 42
• LW-Verbände 03.41 - 12.42 in Afrika
• Stellenbesetzung der Jagdverbände
• Luftsiege deutscher Piloten in Afrika
Bodentruppen:
• Division Hermann Göring
• Fallschirmjäger Brigade Ramcke
• 19. Flak Division

Nach der Ankunft Rommels, ging das DAK sofort in die Offensive und Marsa el Brega wurde das erste Ziel. Allen Empörung der Italiener zum Trotz, mussten Sie doch froh sein endlich Hilfe bekommen zu haben, obwohl diese, statt sich zu fügen, gleich die Zügel in Afrika in die Hand nahmen. Rommels Strategie des beweglichen Wüstenkrieges sorgte im Folgenden dafür, dass die Engländer 800 Kilometer zurückgeworfen wurden. Begünstigt wurde Rommels Offensivhaltung durch die Kapitulation Griechenlands am 23. April und später Kreta, was seine Aussichten auf einen schnellen Sieg anschwellen ließen. Für Rommel öffnete sich somit das Tor nach Ägypten und es gelang ihm, zusammen mit der geschwächten italienischen Heeresgruppe Graziani, den Halfay Paß zu erstürmen. Die Festungen Sollum und Tobruk waren vorerst das Ende des Vorstoßes. Neben der uneinnehmbar scheinenden Festung Tobruk, machte sich nun auch der Nachschubmangel bemerkbar und die Offensive musste eingestellt werden. Am 18. November 1941 starteten die Briten ihre Gegenoffensive, es gelang den Briten das Afrika Korps bis zum Jahresende bis zum Westrand der Cyrenaica zurückzuwerfen. Mit Hilfe der nach Afrika verlegten Luftflotte 2 war Rommel wieder in die Lage versetzt worden seinerseits in die Offensive zu gehen und es gelang ihm bis Ende Juni nach El Alamein vorzustoßen.
Die Insel Malta war dabei der Knackpunkt für den Krieg in Afrika, denn als britischer Flotten und Luftwaffenstützpunkt war dieser Posten im Mittelmeer von unschätzbaren Wert. Die Briten störten von hier aus den Nachschubtransport für das Afrika Korps erheblich und ließen einen Erfolg in weiter Ferne rücken. Eine Eroberung Maltas (Operation Herkules) war dazu von der Eroberung Tobruks abhängig gemacht worden. Am 21. Juni 1942 kapitulierte der britische Generalmajor Klopper, Kommandeur der Besatzung in Tobruk, nachdem in der vorangegangenen Nacht, nach schweren Stuka-Angriffen, die 21. Panzerdivision in Tobruk eindrang. Im Juli 1942 begann man mit der Bombardierung Maltas, welches sturmreif geschossen nur auf eine deutsche Invasion wartete. Diese blieb aber aus, weil die starken Verluste bei El Alamein dafür sorgten, dass die dafür vorgesehen Kräfte Rommel verstärken mussten. So scheitere der Coup in Afrika.


 
Einheiten der Kriegsmarine
Schiffsverbände:
• 3. Schnellbootflottille
• 7. Schnellbootflottille

Die erste Schlacht von El Alamein (1. bis 31. Juli 1942) kann als Patt verstanden werden, musste doch Rommel, der eigentlich durchgebrochen war, Teile seiner Truppe nach Tell el Eisa verlegen um dort die Angriffe der Briten abzuwehren, was ihn dazu veranlasste die Operation abzubrechen und sich neu zu formieren. Weitere Offensiven verliefen aufgrund von Nachschubmangel buchstäblich im Sand. Wobei Montgomery, neuer Befehlshaber der 8. Armee, die Situation für sich nutzte und in der als zweite Schlacht von El Alamein (23. Oktober bis 4. November 1942) bekannt gewordenen Operation " Lightfoot", die Minenfelder der Achse überwinden konnte bzw. die Zerstörung der feindlichen Panzer in die Wege leitete. Wieder war es der Nachschub bzw. die Versenkung zweier Tanker, die die Treibstoffversorgung der Achse hätten gewährleisten sollen, was eine Gegenwehr der Deutschen "zum Stehen brachte".


(Panzer III)

Die Frontalge verschlechterte sich zunehmend, als große Teile der deutschen Luftwaffe zu anderen Schauplätzen verlegt werden mussten, sodass der Druck auf Malta weiter nachließ. Somit konnte Malta weiter für die Briten als Stützpunkt dienen und außerdem von August bis Oktober ein beträchtlicher Teil der Versorgungschiffe der Achse, vor allem die Treibstoff transportierten, vernichtet werden. Die Niederlage von El Alamein war nur ein Resultat dieses Engpasses, das Ausbleiben der Invasion Maltas sorgte darauffolgend vor allem dafür, dass das Afrika Korps schon bald in der Defensive war.


Legende Rommel

Die Legende
„Wir haben einen kühnen und geschickten Gegner vor uns, ich darf wohl sagen, einen großen General ...“
Engl. Pressebericht von Churchill 1942 (Aus: Eschbach, Jagd auf Rommel, S. 75.)

Erwin Rommel wird häufig als der Held der "sauberen Wehrmacht" dargestellt. Dem stimmen viele Historiker nicht zu, vor allem wenn man sich den Lebenslauf, die Verbindung zu Hitler und seine großen Verluste unter den ihm unterstellten Verbände anschaut. Auch sprechen einige Aussprüche Rommel bezüglich der Nationalsozialisten gegen ihn. Dennoch war er nicht nur der populärste deutsche General des Zweiten Weltkrieges, sondern auch einer der international anerkanntesten Kommandeure. Fakt ist, er war ein realistischer General, der wusste wann ein Krieg verloren ist, der wusste was soldatische Tugend und Ehre war, doch vor allem legte er keine rassistischen Tendenzen an den Tag. So urteilte kein Geringerer als der britische Kriegs-Premier Winston Churchill über ihn:

„Auch verdient er unsere Achtung, weil er, obgleich ein loyaler deutscher Soldat, Hitler und alle seine Taten hassen lernte und sich an der Verschwörung im Jahre 1944 beteiligte, um Deutschland durch die Beseitigung des wahnsinnigen Tyrannen zu retten. Er hat dafür mit seinem Leben bezahlt.“
Winston Churchill über Rommel nach dem Krieg

Sein überragendes strategisches Geschick, persönlichen Mut und sein eigener Kopf, vor allen in Politik Angelegenheiten, machten seinen Mythos aus. Er wurde so zum beneideten Panzerführer aus Schwaben und zum Symbol einer ritterlichen Wehrmacht.

„Er passte in kein Klischee und wurde im Dritten Reich (und teilweise auch noch danach) zu einem Klischee gemacht“
Thomas Schnabel, Stuttgarter Museums-Direktor

 

Er kannte keine Furcht, nicht vor dem Gegner und nicht vor der eigenen Regierung. Er verweigerte oft Befehle, vor allem solche von politischer Natur und war am besten, wenn man ihm seinen eigenen Kopf ließ. Ob er dabei auf der Jagd nach Orden und Auszeichnungen war, lässt sich diskutieren. Er ist ein ehrgeiziger Offizier, soviel steht fest. Auf allen militärischen Gebieten, der Führung von Männern, der Wissenschaft, sein Buch „Infanterie greift an“ (mehr als 700.000 Exemplare verkauft) und den Willen zu einer Generalskarriere, die eine Bindung zum Regime unerlässlich machte. Das Afrika Korps war die Aufgabe seines Lebens, die Krönung seiner Karriere und Ursprung seiner Legende als "Wüstenfuchs". Während die Wehrmacht im Osten Hitlers Vernichtungskrieg in Szene setzte, schildern Teilnehmer den Wüstenkrieg geradezu als faire Form des Kräftemessens. Die deutsche wie britische Propaganda stellte den „Wüstenfuchs“ in Ledermantel, mit Fernglas und Staubbrille dar. In Afrika sah man ihn nie in Shorts, zu eitel? Stattdessen kleidete er sich in einen schwarzen Ledermantel, in dem er von seinem mobilen Gefechtsstand aus mit dem Fernglas die Wüste nach Gegnern ausspähte. Abends zog er aus dem schweren Mantel die Geschosssplitter, die unter Tag darin steckengeblieben waren. Ein aufrecht stehender Feldmarschall als Medienstar und unschlagbar auf dem Schlachtfeld Afrika. Von der britische Presse als „Zauberer in der Wüste“ hochgejubelt, mit dem Sieg von El Alamein als Angstgegner beschworen, war es nicht der Gegner, der Rommel stoppte, sondern der fehlende Nachschub 1942.

"Wo Rommel ist, ist vorn."

 
Kommandierende Generäle
General der Panzertruppe
Erwin Rommel
14. Februar bis 1. September 1941
General der Panzertruppe
Ludwig Crüwell
1. September 1941 bis 29. Mai 1942
Generalleutnant
Walther Nehring
9. bis 18. März 1942
(m.st.F.b.)
General der Panzertruppe
Walther Nehring
29. Mai bis 31. August 1942
Generalmajor
Gustav von Vaerst
31. August bis 17. September 1942
(m.d.F.b.)
General der Panzertruppe
Wilhelm Ritter von Thoma
17. September bis 4. November 1942
Oberst Fritz Bayerlein 4. bis 16. November 1942
(m.d.F.b.)
General der Panzertruppe
Gustav Fehn
16. November 1942 bis 16. Januar 1943
Generalmajor
Kurt Freiherr von Liebenstein
16. Januar bis 17. Februar 1943
(m.d.F.b.)
Generalleutnant
Heinz Ziegler
17. Februar bis 5. März 1943
(m.st.F.b.)
General der Panzertruppe
Hans Cramer
5. März bis 12. Mai 1943
(Kapitulation)

War er nun der saubere General? War er Teil jenes ehrenvollen Aufstehens der Widerständler des 20. Juli 1944? Heute ist bekannt, dass Rommel zwar von den Plänen der Widerständler des 20. Juli wusste, doch war er strikt dagegen Hitler umzubringen. Er fühlte sich dem Führer als Generalfeldmarschall verpflichtet. Sein Selbstmord war dennoch diesem Wissen geschuldet, denn vor die Wahl gestellt, vor den Volksgerichtshof abgeurteilt zu werden oder Selbstmord zu begehen, entschied er sich für Gift, um der Familie die Repressalien des Regimes zu ersparen. Dieses Regime nutzte den Mythos Rommel, das Staatsbegräbnisses zur „Förderung des Wehrwillens in der Bevölkerung“ zu stilisieren. Seine Kameraden und Gegner aus der Wüste Afrikas sind bis heute vom Mythos Rommel fasziniert. Diese Legende wird in vielen Ausstellungen weltweit zelebriert, von allen Seiten betrachtet und doch dabei das Bild des "Wüstenfuchses" immer wieder geehrt.


Niederlage

Der lange Rückweg
 

Die 2. Schlacht von El Alamein beendete den Vormarsch des Afrika Korps endgültig. Dazu landeten am 7. zum 8 November die Amerikaner in Marrokko und Algerien, schufen somit eine zweite Front in Afrika und ließen den deutschen Geheimdienst damit wie unwissende Schulkinder dastehen. General Eisenhower befand sich auf Gibralter in seinen Gefechtsstand und konnte zur Kenntnis nehmen, wie die Landungen geglückt war und die Vichy- Franzosen gegen die Invasion nur allzu schnell auf verlorenen Posten dastanden. Hitler ließ bei Petain anfragen, ob Frankreich nun bereit sei auf der Seite Deutschland in den Krieg einzutreten, während man auf die Antwort wartete, vor allem in der Frage Tunesien, schickte Kesselring bereits deutsche Fallschirmjäger zur Besetzung franz. Tunesiens und dem Flugplatz von Aouina. Somit konnte das Afrika Korps über eine Luftbrücke versorgt werden. Die Franzosen, unter Admiral Darlan, ließen die US Panzer ungehindert in Algier eindringen, wobei nun das Afrika Korps gezwungen zwar nach zwei Seiten zu kämpfen. Die US-amerikanischen Kräfte konnten schnell bis auf Bone vorstoßen und die Westgrenze von Tunesien erreichen. General Montgomery startete von Ägypten aus seine Offensive und nahm zuerst Tobruk und danach Benghasi. Eine Vereinigung der alliierten Truppen gelang aufgrund des schlechten Wetter allerding nicht.

 

Als letzten Akt im Kampf um Afrika, wurden die Verbände der Achsentuppe nun zur Heeresgruppe "Afrika" (unter Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim) zusammengefasst. Zwar gelang es der neu aufgestellten Heeresgruppe kleinere Erfolge gegen die Amerikanern, dennoch musste die Frontlinie in gesamter Länge durch Rückzug weiter verkürzt werden. Die Nachschubsituation verschlimmerte sich dabei weiter, auch weil nun die nötigen Ressourcen fehlten um die einfallende 8. britische Armee aufzuhalten. Diese durchbrach die Mareth-Linie und konnte so die Feldflugplätze vorverlegen bzw. damit den Druck auf die Nachschublinien verstärken. Die deutschen Tranportfliegerverbände konnten kaum noch Material einfliegen, oder nur unter großen Verlusten, wobei die italienische Handelsflotte in der Versorgung der Truppen in Afrika nur noch ein Schatten ihrer selbst war. Im Februar konnten noch rund 15.000 Mann als Verstärkung eingeflogen werden, im März nur noch ca. 2400 Soldaten, 29 Panzer und 21 Geschütze in Tunesien anlanden.

 

Die letzte Offensive der Alliierten startete am 4./5. Mai, wobei dies das Ende die Heeresgruppe Afrika markierte. Das DAK verfügte nur noch über 76 Panzerkampfwagen, fast ohne Brennstoff in den Tanks und somit kaum in der Lage zum wirkungsvollen Widerstand. So kapitulierten die deutschen und italienischen Verbände am 13. Mai in Tunis. Rund 275.000 Soldaten der Achsenmächte, darunter 180.000 Italiener, gingen in die Gefangenschaft. Die deutsche Wehrmacht hatte in Tunesien 8503 Gefallene, das italienische Heer 13.376.


Nachruf

Der Nachruf

Es ist fast 70 Jahre her, dass das Deutsche Afrika Korps in Tunesien kapitulierte. Die Überlebenden dieses Feldzuges kehrten nach der Kriegsgefangenschaft wieder in die Heimat zurück. So unterschiedlich die Erfahrungen der "Afrikaner" waren, die gemeinsame Erinnerung ist allen geblieben, besonders die Verehrung für "Ihren Feldmarschall" Rommel. So ist es nicht verwunderlich, dass sich viele Veteranen des Afrika Korps Vereine gründeten, die ihre Erinnerungen an den Krieg bewahren. Ihre Zahl wird zwar immer weniger, vor allem aus Altersgründen lichten sich zunehmend die Reihen der Verbände und somit wird man eines Tages noch ihre Erzählungen aus dem Fernsehen oder Büchern kennen. Im öffentlichen Leben findet man noch einige Spuren des Afrika Korps, besonders in der Person Erwin Rommels und des Wahrnehmung in der Welt. Im Jahre 1961 erhielt die Kaserne in Augustdorf den Namen Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne, eine weitere in Dornstadt wurde ebenfalls nach Erwin Rommel benannt, womit die Bundeswehr einen in aller Welt geehrten Kommandeur in ihre Tradition aufnimmt. Auch das Afrika Korps erhält so eine späte Ehrung und so ist die Taufe eines Zerstörer der Bundesmarine unter dem Namen Rommel mit der Ehrung der "Afrikamänner" verbunden. Die Kameradschaftsvereine sorgen mit viel Eigeninitiative dafür, dass auch der Einfache Soldat nicht vergessen wird.

Es rasseln die Ketten, es dröhnt der Motor:
Panzer rollen in Afrika vor!
Deutsche Panzer im Sonnenbrand
Stehen zusamm' gegen Engeland!
Es rasseln die Ketten, es dröhnt der Motor:
Panzer rollen in Afrika vor!
Heiß über Afrikas Boden die Sonne glüht,
Unsere Panzermotoren singen ihr Lied.
Deutsche Panzer im Sonnenbrand
Stehen zusamm' gegen Engeland!
Es rasseln die Ketten, es dröhnt der Motor:
Panzer rollen in Afrika vor!

(Auszüge vom Afrika Korps Lied)

 

 

„Da ist eine Sache, die ich hervorheben will- und ich sage das mit großem Respekt ... .
Bei dem wenigen was ich vom Afrikakorps gesehen habe, gab es niemals irgendwelche Anzeichen, dass die Soldaten antijüdisch eingestellt waren.“

Isaac Levy, jüdischer Feldgeistlicher in Afrika (Aus: Mythos Rommel)
DMP Empfehlung

Websites

www.afrika-korps.de
www.deutsches-afrikakorps.de