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Das Thema

Special Air Service

SAS



Die Elite ihrer Majestät

 

Vorwort



Das Special Air Service, kurz auch als SAS bezeichnet, ist eine der wohl dienstältesten Spezialeinheiten der Welt und Teil der Britischen Armee. Sie wurde 1941 während des Zweiten Weltkriegs von dem schottischen Lieutenant Colonel David Stirling aufgestellt und auch anfangs geführt. Der Special Air Service kommt weltweit zum Einsatz und operiert mitunter tief in Feindesland. Die Einheit ist ohne jegliche Unterstützung bei dem Dorf Credenhill in der Nähe von Hereford stationiert. Der SAS gilt als eine der erfahrensten in der Terrorismusbekämpfung existierenden Spezialeinheiten der Welt.

 

 

 
Special Air Service
Aufstellung 1. Juli 1941 – 8. Oktober 1945
sowie seit 1. Januar 1947
Land Vereinigtes Königreich
Streitkräfte Streitkräfte des Vereinigten Königreichs
United Kingdom
Special Forces
British Army
Typ Spezialeinheit
Grobgliederung 3 Regimenter (davon 2 Reserven)
Stärke ca. 500 (aktiv)
Stationierungsort Credenhill, nahe Hereford, Herefordshire, England
Spitzname Blades
Motto Who Dares Wins
Farben Blau (Pompadore blue)
Marsch Marche des Parachutistes
Belges und Lili Marleen

Aufgaben/Gliederung

Aufgaben des Speical Air Service



Zu den Aufgaben des Special Air Service gehören das Sammeln von Informationen über den Feind und deren Stellungen, wie auch Befestigungen. Diese Art von Aufklärung wird auch als Militärische Aufklärung bezeichnet. Die Durchführung von Sabotage hinter feindlichen Linien, danach das Markieren von taktischen Zielen für den Beschuss und unter anderem auch die Befreiung von gefangenen Soldaten bzw. Zivilisten. Neben Kriegseinsätzen wird das SAS als Antiterroreinheit im Inland eingesetzt, der Schwerpunkt hierbei ist die Geiselbefreiung, wie auch die gezielte Eliminierung von Staatsfeinden z.B. Mitgliedern der IRA oder anderen von der britischen Regierung als Terroristen eingestuften Personen oder Gruppierungen im eigenen Land bzw. weltweit.
Die nächste Aufgabe und wohl auch wichtigste heißt Ausbildung und Unterstützung befreundeter Spezialeinheiten von anderen Ländern wie z.B. Deutschland und Frankreich. Dabei handelt das SAS auch meistens verdeckt, so dass eine Beteiligung der britischen Regierung nicht erkennbar ist. Bemerkenswerterweise übernimmt der zum Militär eigentlich gehörende SAS auch Aufgaben einer Inlandsoperierenden polizeilichen Spezialeinheit, dazu gehört unter anderem auch der Schutz hoher britischer Würdenträger. Bei diesen breiten Aufgabengebiet kann man den SAS am ehesten mit den israelischen Sayeret Matkal vergleichen, mit dem auch immer wieder gemeinsame Übungen abgehalten werden.

Motto des Secial Air Service

“Who dares wins”

(„Wer wagt, gewinnt“)



 




Gliederung und Organisation



 
Heute besteht das Special Air Service aus drei Regimentern
Wappen
Einheit
Standort
 
  21st Special Air Service Regiment in den West Midlands (seit 1947)
  22nd Special Air Service Regiment in Hereford
  23rd Special Air Service Regiment in Wolverhampton



Die beiden Regimenter 21 und 23 dienen als Reserve (TA SAS – Territorial Army). Im Falle eines Krieges übernehmen sie die sogenannte Long Range Reconnaissance Patrols (zu deutsch: Fernspäher-Aufklärungseinsätze hinter den feindlichen Linien) und sollen entstandene Verluste des Regiments 22 ausgleichen. Dabei besteht jedes von ihnen aus drei Squadrons.
Der aktive Teil des Special Air Service besteht lediglich aus dem 22nd Special Air Service Regiment, dieses besteht aus 4 Schwadronen mit insgesamt etwa 500 Soldaten. Diese Schwadronen untergliedern sich in je vier Troops. Jeder Trupp besteht aus 16 Mann à vier Vier-Mann-Teams. Praktisch wird diese Einsatzstärke nur selten erreicht, denn das SAS und seine strenge Auswahl bzw. harten Dienst, ähnlich wie andere Spezialeinheiten, birgt ein Nachwuchsproblem. Um das Niveau beizubehalten sind strenge Auswahlkriterien wichtig, vor allem auch diese kontinuierlich beizubehalten. Die Squadrone des Special Air Service tragen die Bezeichnungen A, B, C, D und G. Das C Squadron und wurde dann aber im Jahr 1980 aufgelöst. Jedes der vier dazu gehörendende Troops hat seine spezielle Aufgabe innerhalb des Regiments. So gibt es in jeder Squadron des Special Air Service einen Mountain Troop (zu deutsch: Gebirgs- und Winterkampfeinheit), einen Mobility Troop, welcher mit Landrover und Motorräder ausgestattet sind , einen Air Troop (zu deutsch: Freifaller bzw. Fallschirmjäger) und einen Boat Troop (zu deutsch maritime Einsatzkomponente).


 
Komandant des SAS
Jetziger
Kommandeur
General Charles Guthrie, Baron Guthrie of Craigiebank
 
Wichtige
Kommandeure
Lieutenant Colonel David Stirling
 



Es gehört außerdem eine eigene Stabsgruppe zur 22 Special Air Services, welche durch eine Planungs- und Nachrichtenabteilung, eine Abteilung zur Untersuchung von Einsätzen und einen eigenen Ausbildungszug unterstützt wird. Dabei wird jedes der vier Squadrons im Turnus von sechs bis neun Monaten als CRW-Wing, welches für Counter Revolutionary Warfare steht (zu deutsch: Guerillakampf). Diese Unterabteilung des SAS, die auch die Aufgabe von verdeckten Militärberater übernehmen, wird sehr vielfältig eingesetzt.
Dieser sogenannte Wing steht in ständiger Alarmbereitschaft und soll im Zweifel in zwei Etappen innerhalb einer halben Stunde, beziehungsweise in zwei Stunden, einsatzbereit sein. Dabei ist er in zwei Gruppen unterteilt, die jeweils aus einer Sturmangriffs- und einer Scharfschützengruppe bestehen:
 

Neben den drei Regimentern, die eng zusammenarbeiten, existieren noch kleinere Einheiten für besondere Aufgaben:




 
Sondereinheiten des Special Air Services
Einheit
Standort/Besonderheit
63rd SAS Signal Squadron in South East England, sowie Eastern Wessex
L Detachment (früher R-Squadron) diese setzt sich aus ehemaligen SAS-Mitgliedern zusammen. Letzteres untersteht dem TA SAS und dient als Reserve des Regiments 22 zum schnellen Ersetzen von erlittene Verlusten.
Aufgelöste Einheiten
Einheit
Auflösung
1st Special Air Service Regiment wurden 1945 aufgelöst
2nd Special Air Service Regiment wurden 1945 aufgelöst

Rekrutierung/Ausbildung

Rekrutierung und Ausbildung der Soldaten



Seit etwa 1952 werden die Soldaten des Special Air Service in einem speziellen Auswahlverfahren ausgewählt und rekrutiert. Der damalige Kommandeur Major John Woodhouse hatte das Verfahren eingeführt und es hat sich bis heute bewährt. Davor war es der besondere Einsatz bzw. Verdienst in anderen Einheiten, der die Soldaten für diese besondere Einheit qualifizierte. Der Kampfeinsatz wurde dabei besonders berücksichtigt, wobei auch Major John Woodhouse genau diese Komponente in sein Auswahlverfahren, die sogenannte „Selection“, eingebunden hat. Deshalb und wegen weiterer einzigartiger Test, gilt diese Selection bis heute als das anspruchsvollste Auswahlverfahren was die britische Armee zu bieten hat. Es bestehen meistens nur zwei bis zehn Prozent der Anwärter diese Auswahl, wobei schon die Kandidaten, die zwei Mal im Jahr in den Bergen von Wales antreten, schon überschaubar ist. Bewerber müssen männlich sein, seit mindestens drei Jahren Angehöriger der britischen Armee oder seit 18 Monaten Angehöriger der beiden anderen Regimenter 21 und 23 (in beide können Zivilisten direkt eintreten) sein. Außerdem akzeptiert der Special Air Services Mitglieder der Armeen des Commonwealth als Anwärter. Wird beim Auswahlverfahren eine der Prüfungen nicht bestanden, erfolgt sofort die Rückversetzung in die ursprüngliche Einheit. Ein zweiter Versuch ist möglich, weitere Anläufe jedoch nicht.

 




Einführung in die Ausbildung dauert 2 Tage



In einen Wochenende bekommen die Kandidaten Einblick in das Leben in einer britischen Spezialeinheit und werden über die Anforderungen der Einstellungstests informiert. Außerdem müssen die Kandidaten ihre Fähigkeiten im Umgang mit Karte und Kompass vorführen und belegen, wobei im Verfahren auch eine Schwimmprüfung absolviert werden muss. Zudem gilt es einen Fitness- und Erste-Hilfe-Test erfolgreich zu bestehen.

 

Fitness und Orientierung dauer 4 Wochen



Bei diesem Fitnessteil müssen die Kandidaten alles geben, denn ein Versagen führt zur sofortigen Rückversetzung in die alte Stammeinheit. Dieser Test findet in den Brecon Beacons und im Elan-Tal in Wales statt. Zuerst ist der so genannte Battle Fitness Test (BFT) zu bestehen, dieser setzt sich wie folgt zusammen: 2,5 Kilometer müssen als Gruppe in unter 13 Minuten gelaufen werden, anschließend noch einmal allein in unter 11,5 Minuten. Überhaupt besteht die erste Woche vor allem aus Geländeläufen mit leichtem Gepäck, außerdem aus Kartenlese- und Orientierungsaufgaben bei Tag oder auch bei Nacht gefragt, wobei es den Ausbildern überlassen ist, wie sie bei der Ausbildung vorgehen. Im Laufe der Auswahl nimmt das Gewicht des Marschgepäcks täglich zu und es wird auch das Gewehr im Gelände mitgeführt. Das bergige Gelände ist ein zusätzliche Schwierigkeitsgrad.
Die dritte Woche ist geprägt von Orientierungsübungen im Gelände mit immer anspruchsvolleren Schwierigkeitsgraden. In der letzten Woche besteht der Tagesablauf aus einem Geländelauf. Die zu erreichende Zeit wird den Soldaten nicht mitgeteilt, sie haben bei jedem Lauf ihr Bestes zu geben. Dabei zählt das Überschreiten des Zeitlimits ebenso zum Ausscheiden wie Verletzungen. Den Abschluss bildet ein Marsch über eine Distanz von 65 Kilometern, über insgesamt 7000 Höhenmeter mit einem 20 Kilogramm schweren Marschgepäck und natürlich mit dem Gewehr. Wer dabei länger als 20 Stunden braucht, ist automatisch durchgefallen. Dabei liegt der Rekord bei 14 Stunden. Immer wieder gibt es leider bei diesen Ausdauertests auch Todesfälle.

 




Aufbautraining dauer 4 Wochen



Die Aufbauausbildung ist eine ausführliche und möglichst realistische Ausbildung an Handfeuerwaffen und verschiedenen Sprengstoffen bzw. Übungen in Kleingruppentaktik. Wer davor noch keine Fallschirmausbildung hat, erhält diese nun in den 4 Wochen.
 


Dieses Bild zeigt das Militärgelände der 21st.




Dschungelausbildung dauer 6 Wochen



Bei der Dschungelausbildung werden kleine Gruppen von je vier Mann zusammengestellt. Diese absolvieren zusammen die Ausbildung, wobei jede Gruppe von einem Ausbilder überwacht wird. Die Soldaten haben zu jeder Zeit ihr Messer mitzuführen und dürfen lediglich eine Stunde in der Nacht und eine am Morgen ausruhen. Das Training umfasst die Orientierung und das Überleben im Dschungel, außerdem den Umgang mit Booten und den Aufbau von Lagerplätzen. Sämtliche Fähigkeiten müssen in einer Abschlussübung bewiesen und bestanden werden.


 
Spezialausbildung
 
In der Specialausbildung beginnt jetzt die eigentliche Ausbildung, innerhalb derer sich jeder Soldat auf einem oder mehreren Gebieten zum Experten auch als Specialist für bestimmte Bereiche fortbildet/ Ausbilden lässt, diese sind z.B.:
 
Rettungssanitäterausbildung mit dem Schwerpunkt der Traumamedizin
Fernmeldeausbildung
HALO heist High Altitude, Low Opening, Fallschirmtraining mit besonders hohen Absprüngen und Öffnen des Schirms in sehr niedriger Höhe
HAHO heist High Altitude, High Opening, Öffnen des Schirms in großen Höhen
Scharfschütze
Sprachen
Fahrer
Guerillakampf wird im Englischen als Counter Revolutionary Warfare kurz CRW bezeichnet
Sprengmeister



Kampfausbildung dauer 4 Wochen



Bei diesem Abschnitt werden in erster Linie das Überleben von Kampfsituationen, den sogenannten Combat Survival, geübt. Außerdem wird das das Verhalten bei einer Gefangennahme und das Verbergen vor Feinden trainiert und gelehrt.
Dazu gehört, dass die Soldaten sich nur von den Dingen ernähren, die sie in Wald und Feld finden, wie auch Verhöre und Folter (bis zu einem gewissen Grad) erleben. Die Ausbildung beendet eine Übung in E&E-Taktiken (Escape and Evasion – Fliehen und Ausweichen). Dazu bekommen die Soldaten unhandliche Übermäntel, um ihre Beweglichkeit einzuschränken und werden von anderen Einheiten, üblicherweise Fallschirmjägern oder Gurkhas, fünf Tage lang gejagt. Sie müssen unentdeckt bleiben, um zu bestehen. Anschließend wird jeder von ihnen 24 Stunden lang verhört und dabei erniedrigt, beschimpft, mit Lärm oder Schlafentzug gefoltert. Wer mehr als nur seinen Namen, seinen Rang, sein Geburtsdatum oder die Kennnummer preisgibt, fällt durch. Einzige erlaubte Antwort ist: „Es tut mir leid, ich kann diese Frage nicht beantworten".
Jeder Fehler in einem dieser Abschnitte führt dazu, dass der Soldat sofort zu seiner Ursprungseinheit zurückversetzt wird. Besteht er sie, verliert er jeden bisherigen Dienstrang und wird einfaches Mitglied (Trooper) des SAS. Die Ränge innerhalb des Regiments müssen von Unteroffizieren und Mannschaften neu erworben werden. Sollte er die Truppe verlassen, bekommt er seinen alten Dienstgrad zurück. Für Offiziere gilt ein abweichendes Verfahren: Sobald sie mindestens Captain (Hauptmann) sind, behalten sie ihren Rang, dürfen jedoch maximal drei Jahre im SAS dienen. Wenn sie anschließend den Test erneut bestehen, dürfen sie drei weitere Jahre dabei bleiben.
 


 
Emalige Mitglieder des Special Air Service
Bild/Name/Dienstzeit
Verbleib
  Edward Michael Grylls 1994–1997 Grylls moderiert jetzt eine Dokumentarfilm-Reihe für den Discovery Channel Europa, bekannt als Abenteuer Survival und Worst Case Scenario
  Chris Ryan 1978-1994 Chris Ryan moderiert jetzt die Dukoserie Undercover - Spezialeinheiten im Einsatz wo er für eine Woche teil der besten Specialeinheiten der Welt werden darf dabei begleitet er diese auch in gefährliche Einsätze
  Ben Griffin 1978-1994 Verließ den Special Air Service aus moralischen Gründe.




Je nach Dienststellung und angelernten Fähigkeiten verdienen die Elitesoldaten 25.000 bis 80.000 Pfund im Jahr. Dabei ist der Dienst so hart, dass viele der Männer mit Mitte 30 aussteigen müssen, da es der Körper nicht mehr mitmacht. Neben Verletzungen, die sie im Einsatz erleiden, sind auch Spätfolgen z.B. durch schlechte Ernährung, verseuchtes Wasser, Infektionen oder Gefangenschaft ein großer Faktor zum Verlassen der Truppe bzw. Aussteigen. Dabei kann es bei Heimkehrern vorkommen, dass ihre Konditionierung und ihre Erlebnisse zur Belastung werden. Leider gelingt es nur sehr wenigen sich an ein normales Leben zu gewöhnen. Viele leiden Jahre lang unter psychischen Störungen wie dem sogenannten posttraumatischen Stresssyndrom oder können ihre Aggressionen nicht mehr kontrollieren. Dadurch können sie leider zu einer Gefahr für ihre eigene Familie werden. Dazu kommen immer wieder Berichte über Selbstmorde ehemaliger SAS Soldaten.
Durch diese hohe Belastung, zum einen hohen psychologischen Druck, als auch Einsatzdauer, wird ein geregeltes Familienleben zu einer echten Herausforderung für alle Rückkehrer des Regimentes. Scheidungen sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit beim Special Air Service.

 

Nachwuchsprobleme beim Special Air Service


 



Aufgrund dieser Fakten und der hohen Anforderungen bei den Auswahlverfahren, hat der Special Air Service schon längere Zeit Schwierigkeiten seine Sollstärke zu halten. Die britische Zeitung „Daily Telegraph“ berichtete im Jahr 2005, dass sich diese Probleme seit dem Krieg im Irak massiv verstärkt hätten. Ein weiterer Grund ist, dass immer mehr Soldaten ihren Dienst für lukrative Stellen bei privaten Sicherheitsdienstleistern quittieren. Dieses Problem hat das Regiment dazu veranlasst, sämtliche 300 Frontsoldaten des SAS per Brief darauf hinzuweisen, dass es im besten Sinne aller wäre, wenn sie in der Einheit bleiben würden. Der Anreiz aus der Wirtschaft ist hoch und vor allem bekannte Firmen wie Xe Services (früher Blackwater), Private Military Company und auch Armor Group, suchen nach neuen Angestellten. Die Mitgliedern der SAS Regimenter sind dabei sehr beliebt und werden auch aktiv abgeworben. Laut dem Bericht kann ein Unteroffizier des SAS, als Berater eines privaten Sicherheitsunternehmens in Irak oder Afghanistan, bis zu 14.000 Pfund im Monat verdienen bei so einem Unternehmen verdienen.

Ausrüstung

Die gesamten Informationen, die es über den Special Air Service gibt, basieren auf Büchern ehemaliger Mitglieder des Regimentes oder auf Berichten von Journalisten, die sich mit dem Special Air Service beschäftigt haben. Dabei ist davon auszugehen, dass die Genauigkeit der existierenden Quellen sehr begrenzt, nicht mehr aktuell oder auch von Fehlinformation durchsetzt sind. Man kann aber von ausgehen, dass der SAS ähnlich wie andere Spezialeinheiten, z.b. die Delta Force, KSK usw., Zugriff auf praktisch jede weltweit verfügbare Waffe hat und sie entsprechend den eigenen Bedürfnissen modifizieren und verändern kann. Die Standardbewaffnung des SAS für militärische Einsätze ist das amerikanische Sturmgewehr M16, das mit einen Granatwerfer von Typ M203 modifiziert werden kann. Unter anderen werden als Unterstützungswaffen das Standard-MG der britischen Armee verwendet. Das GPMG (steht für General Purpose Machine Gun), auch als „Gimpy“ bezeichnet, besitzt Kaliber 7,62 x 51 mm NATO und wird neben dem FN Minimi im Kaliber 5,56 x 45 mm NATO eingesetzt. Seit dem Erfahrungen im Afghanistaneinsatz wird auch beim SAS das Diemaco C8 SFW (steht für Special Forces Weapon) vermehrt eingesetzt, wobei auch der Granatwerfer H&K AG-C UGL verwendet wird. Die deutschen Waffen sind seit geraumer Zeit fester bestand im Waffen Arsenal des Special Air Service. Für den Bereich Anti-Terror-Operationen werden die Maschinenpistolen des Typs Heckler & Koch MP5 und MP7 verwendet, dies wird auch bei anderen Spezialeinheiten so gehandhabt. Außerdem findet auch die HK 53 Verwendung, dies ist vom Typ her eine Maschinenpistole von Heckler & Koch und wird im Kaliber 5,56 x 45 mm NATO eingesetzt. Teil der Hauptbewaffnung des Special Air Service war jahrelang die halbautomatische Pistole Browning Hi-Power vom Kaliber 9-Millimeter-Parabellum. Inzwischen wird aber jedoch die leistungsstärkere SIG Sauer P228 verwendet und hat die Browning abgelöst, dabei benötigt die P228 die gleiche Munition wie die Browning Hi-Power und die HK MP5 was sie darum zu einer vorteilhaften Waffe macht für das SAS.
 

 



Die Scharfschützen des Special Air Service verwenden Scharfschützengewehre vom Typ Accuracy International L96 A1 im Kaliber.308 Winchester, dieses Gewehr könnte bei Bedarf mit einem Schalldämpfer ausgestattet werden. Außerdem stehen vom gleichen Hersteller so genannte Anti-Material-Rifles zur Verfügung, dies sind schwere Gewehre, welche auch gegen gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt werden können. Das SAS verwendet dabei ein Kaliber vom Typ 12,7 × 99 mm NATO, auch als .50 BMG bezeichnet. Je nach Mission können außerdem auch verschiedene Infanteriewaffen wie schwere Maschinengewehre, Granatwerfer, Raketenwerfer oder Minen zum Einsatz kommen.
Als Bekleidung kommt ein feuerfester Kampfanzug zum Einsatz. Dieser Overall kann entsprechend den Einsatzbedingungen mit verschiedenen Tarnmustern ausgegeben werden. Ein netzartiger Schal wird als Halstuch getragen, aber auch zur Tarnung von Gesicht oder Ausrüstung eingesetzt. Je nach Auftrag kann eine schusshemmende Taktikweste ebenso zu Ausrüstung gehören, wie eine Sturmhaube, ein Helm mit Gesichtsvisier, Nachtsichtgeräte oder einer ABC-Schutzmasken. Als Luftunterstützung verwendet die britische Regierung laut einem Bericht der „Sunday Times“ sechs Flugzeuge des Typs Hercules AC-130 Spectre. Diese Flugzeuge werden auch noch als „Gunships“ bezeichnet, es handelt sich hierbei um fliegende Geschützplattformen. Diese Flugzeuge sind stark gepanzert und mit verschiedenen Schnellfeuerkanonen und Maschinengewehren bestückt. Ihre Existenz bedeutet eine Erweiterung der Einsatzbereitschaft für das Special Air Service. Dabei kommen diese Gunships nur bei umfangreichen Einsätzen zum Tragen, nur traditionellen kleinen Teams operieren weiterhin ohne solche Unterstützung. Nur durch eigenständieg Operationsmuster ohne Abhängigkeit von außen, können sich die SAS einheiten hinter den feindlichen Linien operieren. Solche Teams benötigen auch kaum so eine massive Feuerunterstützung. Erst wenn es zu einen geschlossenen Einsatz ganzer Squadrons kommt kann diese Unterstützung jedoch sehr wohl wichtig sein. Außerdem werden zurzeit laut des „Jane’s“ in Credenhill Minidrohnen aus amerikanischer Produktion erprobt. Diese sogenannten Backpack Unmanned Surveillance Targeting and Enhanced Reconnaissance (Buster) sind mit Modellflugzeugen vergleichbar, dabei lassen sie sich im Rucksack transportieren und können Informationen aus der Luft sammeln. Gesteuert werden sie ähnlich einem Modellflugzeug und können bis zu vier Stunden in der Luft bleiben.
 

Fortbewegungsmittel des Special Air Service



Das Special Air Service verwendet vorwiegend Militärversionen des Land Rover Defender, und auch den Wolf (dieser ist aber nicht mit der Bundeswehr Ausführung der G- Klasse zu verwechseln). Diese Fahrzeuge werden sowohl mit kurzem, als auch mit langem Radstand verwendet. Außerdem findet noch der so genannte Pink Panther beim SAS Verwendung, das ist ein auf dem Land Rover basierendes Patrouillenfahrzeug. Auch kommt das HMT Supacat Multi-Envirnoment Surveillance and Reconnaissance Vehicle zum Einsatz, das seit Jahren bei den Royal Marines verwendet wird. Für den Langstreckentransport der Soldaten stehen mehrere modifizierte Maschinen vom Typ Lockheed C-130 Hercules zur Verfügung, die mit zusätzlichen Aufklärungs- und Kommunikationssystemen, sowie Flares zum Selbstschutz ausgerüstet sind. Seit dem Jahr 2002 wird gelegentlich auch für den Transport der Soldaten die C-17 Globemaster verwendet. Der primäre Operationshubschrauber des SAS ist der Westland Lynx Mk.7, sowie der modernere Battlefield Lynx. Diese beiden Hubschrauber Typen werden für den schnellen Eingriff in Missionen benutzt. Weiterhin wurden in den 90er Jahren laut bestimmten Medienberichten acht Hubschrauber vom Typ Boeing Vertol CH-47 Chinook beschafft. Diese Maschinen können für den Transport einer ganzen Squadron samt leichter Fahrzeuge eingesetzt werden. Außerdem besitzt der SAS über 4 Hubschrauber vom Typ Agusta A109.

 




Kooperationen mit anderen Ländern



Der Special Air Service wird seit 2005 im Bereich des Nachrichtendienstlichen durch das neu gebildete Special Reconnaissance Regiment (SRR) unterstützt. Diese Einrichtung nimmt Aufgaben im Bereich der Überwachungs- und Aufklärungsoperationen und Missionsplanung wahr. Neben Großbritannien verfügen auch Australien und Neuseeland über einen eigenen SAS, auch weil sich die Militärs ihren ehemaligen Kolonialherren angepasst haben. Diese Einheiten stehen in engem Kontakt mit dem britischen SAS, sowohl im Training als auch bei weltweiten Einsätzen. Der britische SAS übernimmt zudem die komplette Ausbildung der Sultan’s Special Force in Oman.
Viele Spezialeinheiten auf der ganzen Welt haben sich den Speical Air Service als Vorbild genommen. Ein Beispiel wäre dafür ist der komplett übernommene Ausbildungsplan bzw. Ausbildungsstab der amerikanischen geheimen Antiterroreinheit Delta Force. Diese 1977 gegründete Einheit wurde durch ein Expertenteam des SAS fast ein Jahr lang in den USA ausgebildet und geschult. Dieses Know-how bildete damit die Grundlage für die Aufstellung aller anderen US-Antiterroreinheiten, wie dem 1980 gegründeten Seal Team Six und dem 1983 aufgestellten Hostage Rescue Team des FBI, wie auch die US Army Special Forces, welche bis heute die Taktische Grundlagen des SAS benutzen.
Die Erfolge und erfolgsversprechende Struktur des SAS, war auch für die deutsche KSK (Kommando Spezial Kräfte), die kanadische JTF2 , das schweizerische AAD 10, die polnische GROM und die israelische Sayeret Matkal Vorbild. Diese Einheiten übernahmen fast die komplette taktische Struktur und Einsatzdoktrin des SAS. Später jedoch entwickelte sich die Sayeret Matkal durch ihre enorme Einsatzdichte bzw. so erworbenen, speziellen Erfahrungen einen eigenen Einsatzstil, der als wertvolle Erweiterung für die Doktrin des SAS eine eigene Wertigkeit bekam. Viele Specialeinheiten auf der Welt trainieren regelmäßig gemeinsam mit Einheiten des SAS und nutzen auch dessen Trainingseinrichtungen z.B. in Belize oder Brunei.
 

Geheimhaltung über den Special Air Service



Anfangs wurde die Existenz des Special Air Service geheim gehalten, doch in Großbritannien war diese Einsatzgruppe bereits in den 60er Jahren allgemein bekannt. Dennoch wurde das SAS sehr lange von offiziellen Stellen dementiert, vor allem nachdem ein Fernsehteam 1972 zufällig einen Einsatz an Bord des damaligen Kreuzfahrtschiffes Queen Elizabeth 2 dokumentierte. Dazu nahm das Verteidigungsministerium keine Stellung und stritt die Existenz des Regimentes ab. Erst in den 80er Jahren wurde die Existenz des Special Air Service offiziell von der Regierung bestätigt, nachdem dieser die Geiselnahme in der iranischen Botschaft in London vor versammelter Weltpresse erfolgreich beendet hatte.
Nach der Aufnahme in das Regiment ist es jedem neuen Mitglied strengstens untersagt, anderen als den engen Familienmitgliedern die Zugehörigkeit zum Special Air Service zu erzählen. Während der gesamten Dienstzeit sorgt das Verteidigungsministerium für Anonymität der einzelnen Soldaten. In Veröffentlichungen über eventuell verliehene Auszeichnungen steht immer hinter den Namen des jeweiligen Soldaten die ursprüngliche Einheit, nicht das Special Air Service. Sollte es doch vorkommen und ein Soldat wird im Kampf getötet, wird darüber keine öffentliche Mitteilung gemacht, solange es sich vermeiden lässt. Ist eine öffentliche Mittteilung unvermeidbar, wird der Soldat als Mitglied seiner ursprünglichen Einheit aufgeführt. Die meisten Erzählungen über den Special Air Service stammen von ehemaligen Mitgliedern des Regimentes, von denen angeblich nach verschiedenen Informationen einige ehemalige Soldaten wegen der Preisgabe von Informationen vor Militärgerichten gestellt wurden. Darum ist auch bei jeden Buch, welches das Special Air Service zum Thema hat, grundlegende Skepsis angebracht. Die Informationen könnten verändert sein bzw. so als relevante Informationsquellen unbrauchbar gemacht worden sein.
Gegen Ende November 2001 gewann erstmals ein ehemaliger Soldat des SAS einen dreijährigen Prozess gegen das Ministerium. Daraufhin durfte er anschließend sein Buch über einen katastrophalen Einsatz während des Golfkrieges veröffentlichen, jedoch musste er jeden Gewinn an dem Staat abtreten. Ex-Mitglieder, die Berichte veröffentlichen, tun dies üblicherweise unter einem Pseudonym, wie zum Beispiel auch Andy McNab. Doch ist auch bei diesen Büchern die Höhe des Wahrheitsgehaltes unklar. Leider gibt es immer wieder Bücher von Autoren, die behaupten im Special Air Service gedient zu haben, ohne dass es dafür Beweise gibt.


Ensatz

Die ersten Taten des Special Air Service 1941 bis 1945



Gegründet wurde das Special Air Service im Juli 1941 während des Zweiten Weltkrieges. Es wird damals noch als „the Regiment“ bezeichnet. Der Gründer war der damalige Lieutenant David Stirling. Die ursprüngliche Aufgabe des SAS war Sabotage und zwar weit hinter dem feindlichen Linien. Ihr ersten Einsatzziel was des deutschen Afrikakorps, dabei im Fadenkreuz Rommels Nachschublinien, welches es zu stören oder zu vernichten galt.
Als deutsches Gegenstück wurde die "Divison Brandenburg" und ihre Kommandodoktrin aufgestellt, auch Sie waren Anfangs sehr erfolgreich, wurden aber im Laufe des Krieges immer weiter unterversorgt und konnten so nur wenig Einfluss nehmen!
 

 



Diese Einheit verfügte am Anfang über nur 66 Mann und wurde als „L Detachment" oder "Special Air Service Brigade“ bezeichnet. Bei der Bezeichnung Brigade könnte man annehmen, dass es sich um eine viel größere Einheit handelte, dies wurde aber nur als Tarnung und zur Täuschung der Deutschen eingeführt. Ebenso der Zusatz Air, der über mögliche Einsatzdoktrinen hinwegtäuschen sollte. Die ersten Männer wurden in der Nähe von Kabrit nahe dem Sueskanal ausgebildet. Dabei arbeiteten die Soldaten anfangs eng mit der so genannten Long Range Desert Group (LRDG), einer Aufklärungseinheit der Britisch Armee zusammen.
Während des Wüstenkrieges in Afrika bzw. dessen heiße Phase, unternahmen Stirlings Soldaten viele erfolgreiche Angriffe. Sie vernichteten viele Treibstoffdepots und auch Flugplätze. Durch ihre hohen Erfolge gegen das DAK hatte das SAS einen so gefürchteten Ruf in den Reihen der Deutschen, dass Adolf Hitler persönlich den so genannten Kommandobefehl erließ. Dieser besagte, dass jedes gefasste Mitglied einer Specialeinheit sofort zu erschießen sei. Durch die vielen Einsätze perfektionierten die SAS Soldaten eine Taktik namens "Hit and Run", was für Angreifen und Verschwinden steht. Sie wurde lediglich mit Geländefahrzeugen, die ein Maschinengewehr trugen, in den Einsatzgeschickt und verschwanden anschließen schnell in der Wüste.
 


 
SAS Einheiten wären des 2 Weltkriegs
3rd SAS bestehend aus französischen Soldaten
4th SAS bestehend aus französischen Soldaten
5th SAS bestehend aus belgischen Soldaten



Dabei ging der erste Einsatz eines Special Air Service Team daneben. Es wurden Im November 1941 62 Soldaten mit Fallschirmen hinter den feindlichen Linien abgesetzt, der Auftrag war es einen deutschen Fliegerhorst zu zerstören. Leider erreichten nur 22 Soldaten den ausgemachten Treffpunkt, die übrigen wurden wegen eines Fehlabsetzens gefangengenommen oder getötet. Daraufhin warb Stirling anschließend in der Armeeführung darum, den Auftrag zu wiederholen. Beim zweiten Versuch transportierte jedoch die LRDG die Soldaten per Fahrzeug zum Einsatzort. Es gelang den Soldaten ohne eigene Verluste den Flugplatz zu zerstört. Durch diesen Erfolg erhielt die Gruppe im Oktober 1942 den Namen 1st SAS und damit auch den Status eines eigenständigen Regiments. Später begann Stirlings Bruder Bill mit dem Aufbau eines zweiten Regiments, namens 2nd SAS. Im Januar 1943 wurde David Stirling bei einem Einsatz von Italienern gefasst und verbrachte den Rest des Krieges in einem Kriegsgefangenenlager. Durch die Gefangennahme übernahmen sein Bruder Bill und Blair ‚Paddy‘ Mayne das Kommando. Jedoch wurde des SAS nicht nur in Afrika eingesetzt, sondern war auch an anderen Frontabschnitten sehr aktiv, z.B. an der Invasion von Italien. Dabei nutzte man auch dortige Partisanen und geflohene sowjetische Kriegsgefangene als Unterstützer wie Informationsquellen. Diese bildeten das „Allied SAS Battalion“ und störten unter anderem die Kommunikationslinien des damaligen deutschen Oberbefehlshabers der Front, Albert Kesselring. Zwischen den Jahren 1943 und 1945 wurden insgesamt drei dieser Fremdenbataillone aufgestellt:
 

Die ersten Jahre nach dem zweiten Weltkrieg 1946 bis 1979



Na dem zweiten Weltkrieg wurden die beiden französischen Bataillone und das belgische aufgelöst, die Mitglieder dieser Einheiten kehrten in ihre Heimatländer zurück und wurden dort in die Armeen wieder eingegliedert. Dabei bildeten die französisch stämmigen Soldaten das:


 
Verwandte Einheiten des SAS in anderen Ländern nach dem 2 Weltkrieg
  • 2e Régiment de Chasseurs Parachutistes
  • 3e Régiment de Chasseurs Parachutistes



Später gingen diese beiden Regimenter in dem 1er Régiment Parachutiste d'Infanterie de Marine (1er RPIMa) auf, das ist das französische Gegenstück zum britischen SAS, diese Einheit sich noch heute in der Tradition des SAS und nimmt auch regelmäßig teil an gemeinsame Übungen.

Bei den belgischen Heimkehrern wurde es so ähnlich wie bei den französischen Soldaten gemacht. Sie wurden wieder in die Armee eingegliedert und bildeten dann später das




 
  • 1st Battalion Belgian Para Commandos werden auch als Para Commandos bezeichnet



Auch der der britische Teil der Truppe existierte nicht in der bisherigen Form weiter. Die Truppe wurde offiziell aus der Armee ausgegliedert und später aufgelöst. Erst am 1. Juli 1947 wurde sie zumindest teilweise als Special Air Service Regiments, im das damalige Army Air Corps, neu aufgestellt. Dabei bestand es aus einem Regiment, das eigentlich der Reserve angehörte. Im August 1949 wurde diese Einheit aus dem Army Air Corps ausgegliedert und als unabhängiges Korps geführt.
Erst in den 1950 Jahren baute der damalige Brigadier Mike Calvert den Special Air Service wieder als Kommandoeinheit auf. Der Grund dieses Handelns war eine Krise in Malaysia, wo Rebellen versuchten, die Unabhängigkeit durch einen Bürgerkrieg zu erkämpfen. Durch dieses Ereignis wurde eine Anti-Guerilla-Einheit gebildet, die als Z Squadron bezeichnet wurde. Diese Einheit kämpfte unter dem Namen „Malayan Scouts“ in Malaysia. Das Squadron bestand aus ehemaligen SAS- Soldaten, Rekruten und anderer Einheiten, sowie aus Insassen von verschiedenen Militärgefängnissen. Außerdem wurde als Unterstützung das noch existierende Regiment 21 in den Dschungel von Malaysia geschickt, es diente dort als Reserve. Bis zum Ende des Jahres 1955 bestand die gesamte Truppe wieder aus fünf Schwadronen und blieb in Malaysia bis Ende 1958 stationiert.
 

1952 wurden die bereits bestehenden Gruppen in zwei zusammen gefasten Einheiten neu organisiert:



 
  • 21st Special Air Service Regiment
  • 22nd Special Air Service Regiment


1959 entstand dann in der Territorial Army eine dritte SAS-Einheit:



 
  • 23rd Special Air Service Regiment



Die letzte Umstrukturierung fand am 1. April 1967 statt. Im damaligen Hauptquartier, das auch noch heute in Hereford stationiert ist. Es wurde zu diesem Zeitpunkt ein neues Squadron aufgestellt, welches als R Squadron oder auch als Special Air Service Regiment (V) bezeichnet wurde. Diese Einheit setzte sich aus ausgewählten Mitgliedern der Regimenter 21 und 23 zusammen, um bei Bedarf dem 22nd SAS als schnelle Verstärkung zu dienen. Später erfolgte jedoch noch die Umbenennung in den historischen Namen:


 
  • L Detachment



Nach dem Einsatz in Malaysia wurden weitere Soldaten geschickt. So kämpften Special Air Service-Teams gegen den Sultan putschende Rebellen im heutigen Oman. Diese Einsätze spielten sich gegen 1958 bis 1959 ab. Außerdem waren die Männer des SAS von 1964 bis 1967 in Aden im Einsatz, bevor die Briten das Land verließen. Außerdem gab es Einsätze von 1970 bis 1977, welche inoffiziell und streng geheim im Oman durchgeführt wurden. Durch diese Einsätze änderten sich auch die Aufgaben des SAS, welche immer mehr zu einer geheimen Elitetruppe umgebaut wurde. Statt einer normalen Armeetruppe waren es nun die neuen Aufgaben - Personenschutz und der Kampf gegen Terroristen. Als Tarnung wurden im Einsatz nun auch Zivilkleidung oder Uniformen anderer Armeeeinheiten getragen.

Nordirland

Die Einsätze in Nordirland



Ab dem Jahr 1969 setzte die britische Regierung erstmals den Special Air Service auch in Nordirland ein, was aber schnell zu Kritik führte. Offiziell begann die britische Armee ihren Einsatz in der Provinz um die lokale Polizei, die Royal Ulster Constabulary, zu unterstützen. Alle Einsätze, bei denen das Special Air Service beteiligt war, von vornherein Kampfeinsätze gegen die IRA eingestuft. Mehrfach kamen dabei unbewaffnete Zivilisten ums Leben, was den Ruf des Special Air Service schädigte. Anfangs traten die Soldaten noch offen in ihren Uniformen und sandfarbenen Baretten auf, später operierten sie immer häufiger verdeckt. Außerdem arbeitete der Special Air Service im Kampf gegen die IRA sehr eng mit der 1970 aufgestellten 14 Intelligence Company zusammen. Diese Einheit war eine Spezialeinheit der britischen Armee, die für nachrichtendienstliche Aufklärung und Überwachung ausgebildet war. Aus verschiedenen Quellen behaupteten die vor allem Iren, dass der SAS in den 1980er-Jahren sogar IRA-Mitglieder planmäßig exekutiert haben soll. Diese Quellen sind bis heute nie bestätigt worden. So soll das Special Air Service 1984 in Dunloy, in der Grafschaft Antrim, zwei Männer erst verwundet und schließlich erschossen haben. Außerdem in Loughall 1987 acht IRA-Männer, die versuchten, eine Polizeistation zu sprengen, in einen Hinterhalt des SAS gelockt und getötet worden sein. Zwar unterliegt der Special Air Service bei dem Gebrauch von Waffen den gleichen rechtlichen Gesetzen wie die britische Armee, allerdings wird bei SAS-Einsätzen grundsätzlich offiziell eine Kriegseinsatzsituation angenommen, d.h. es wird nach dem Kriegsrecht verfahren. Aufgrund seiner aggressiven und kompromisslosen Kampfweise ist der Special Air Service bis heute unter seinen potentiellen Zielen sehr gefürchtet und bekam einen geradezu mythischen Ruf. Ein gutes Beispiel dafür war die Balcombe Street Belagerung, die am 6. Dezember 1975 geschah. Auf der Flucht vor der Polizei hatten sich zwei IRA-Männer in einer Wohnung in der Balcombe Street in London verschanzt und zwei Bewohner als Geiseln genommen. Sechs Tage lang dauerten die Verhandlungen. Die Männer ergaben sich, als sie in den Medien erfahren haben das der Special Air Service zur Befreiung der Geiseln eingesetzt werden sollte.

1980 - Heute

Einsätze in der Zeit von 1980 bis 2001



Mehr und mehr wurde der Special Air Service auch für die Öffentlichkeit sichtbar. Diese neue Offenheit der Regierung gegenüber den Bürgern bzw. dem Special Air Service, nahm seinen Anfang im April 1980. Zu dieser Zeit besetzten irakische Terroristen die iranische Botschaft in London. Auch nach langen vergeblichen Verhandlungen, welche fast sechs Tage lang dauerten und keinen Erfolg brachten, wurde von der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher, am 5. Mai, der Angriffs- bzw. Räumungsbefehl gegeben. Um etwa 19.26 Uhr stürmten mehr als 30 Soldaten des Speical Air Service, alle waren Angehörige des 22st SAS Regimentes, das Botschaftsgebäude und wurden dabei zum Teil live von den Fernsehsender BBC gefilmt. Während des 17 Minuten andauernden Einsatzes erschossen die Terroristen auch die zweite Geisel. Im Verlauf des Einsatzes selbst wurden bis auf einen Terroristen alle Geiselnehmer vom Special Air Service getötet. Dieser eine Geiselnehmer überlebte den Einsatz des Special Air Service nur, weil er sich seiner Waffe sofort entledigte und sich zu Boden warf, so dass er von den SAS- Soldaten für eine Geisel gehalten wurde. Soweit der Bericht eines Zeugen des Einsatzes. Trotz der großen Kritik aus den Medien galt der Einsatz als sehr erfolgreich. Dieser Einsatz würde zugleich genutzt um die Debatte der Existenz des SAS, welche vorher noch abgestritten wurden, von offizieller Seite zu bestätigen. Ein weiterer Einsatz des Special Air Service wurde in der Zeit des Falklandkrieges 1982 durchgeführt. Dabei kämpften mehrere SAS- Teams im Vorfeld und während der Landung auf den Falklandinseln, oft in Zusammenarbeit mit Einheiten des Special Boat Service. Auch soll es zu Einsätzen auf dem argentinischen Festland gekommen sein, darüber existieren aber keine Beweise.
Dabei wurde aber jedoch das Special Air Service nicht nur für Kriege und Terrorismusbekämpfung eingesetzt. Im Jahr 1987 befahl der damalige Premierministerin Thatcher einem SAS-Team das Hochsicherheitsgefängnis in Peterhead in Schottland zu stürmen, um eine Revolte der Häftlinge niederzuschlagen. Bei diesen Einsatz setzten die SAS- Soldaten lediglich Schlagstöcke, Blendgranaten und CS-Gas gegen die Häftlinge ein. Der Einsatz gelang und war ein voller Erfolg, ein gefangen gehaltener Wachmann konnte befreit werden. Im Zweiten Golfkrieg im Jahr 1991, als Kriegsschauplatz für den SAS eine gewohnte Umgebung, doch vom Ausmaß das größte Unterfangen nach dem Zweiten Weltkrieg. Das SAS wurden auch hier wieder zu Sabotageeinsätzen weit hinter den feindlichen Linien eingeteilt. Dabei war eine vorrangige Aufgabe die Zerstörung von Abschussrampen des irakischen Typs SCUD - ballistische Boden-Boden-Rakete. Außerdem erlitt die Truppe auch einen ihrer größten Fehlschläge, bei dem zwei Mitglieder des Kommandos: „Bravo Two Zero“ für die Nachwelt aufgeschrieben haben. Der Einsatz sah wie folgt aus, ein Acht-Mann-Team sollte tief in der irakischen Wüste Abschussstellungen aufspüren und zerstören. Dabei waren die Männer mehrere Tage lang unter starken Beschuss und zogen sich immer weiter kämpfend zurück, wobei Sie schätzungsweise 250 Iraker töteten. Nur einer der acht schaffte es, sich bis zur 190 Kilometer entfernten syrischen Grenze durchzuschlagen. Drei weitere wurden im Kampf getötet, die übrigen vier Soldaten wurden gefangen genommen und während der Verhöre von Irakischen Soldaten gefoltert.
 

Einsätze ab 2002 bis Heute



Neben den immer noch klassischen Aufgaben des Special Air Service: Sabotage, Geheimdienstarbeit und Geiselbefreiung. Sind gerade diese Qualitäten seit 2001 immer wichtiger für das Regiment geworden. Der 11. September 2001 war dabei der Startschuss für einen weltweiten Kampf gegen terroristische Gruppen mit dem Special Air Service an der Spitze. Aufgrund der vielen Erfahrungen des Regiments in Nordirland, gilt der SAS als eine der wichtigsten Waffen gegen den internationalen Terror. Im Gegensatz zu vergleichbare Eliteeinheiten verbündeter Länder (Delta Force oder dem KSK), arbeitet der Special Air Service im gleichen Muster wie die israelische Sajeret Matkal. Dabei wurde immer wieder auch eng mit der Bundesbehörden und der Polizei zusammengearbeite. Auch sollen einige Mitglieder sowohl an der Fahndung nach den Drahtziehern der Bombenanschlägen auf das Londoner Verkehrsnetz im Juli 2005 beteiligt gewesen sein, als auch an der Erstürmung mehrerer Wohnungen von Hintermännern in West-London. Es gab wie bei den meisten Einsätzen des Special Air Service keine offizielle Bestätigungen von der Regierungsseite.
Am 19. September 2005 kam es im irakischen Basra zu einem Zwischenfall, bei dem das SAS beteiligt war. Dieser Einsatz allerdings erregte die internationale Aufmerksamkeit. Der Einsatz, bei dem zwei SAS-Soldaten gegen Waffenschmuggler vorgehen sollten, beide Männer waren als Araber verkleidet und in einem Zivilfahrzeug unterwegs, wurde vereitelt. Als sie in eine irakische Polizeikontrolle gerieten kam es zu einem kurzen Schusswechsel mit den irakischen Sicherheitskräften, wobei sich die Männer ergaben und festgenommen wurden. In ihrem Fahrzeug fand man diverse Waffen und Ausrüstungsgegenstände für den Einsatz. Noch bevor ihre Identität oder ihre Absichten geklärt werden konnten, wurden die beiden Soldaten aus ihrem irakischen Gefängnis von britischen Truppen gewaltsam befreit. Die britische Armee begründete dies mit dem Verdacht, dass die örtliche Polizei die Männer an terroristische Milizen übergeben wollten und dadurch das Leben der SAS Männer in Gefahr gewesen sei. Auch bekannt ist, das nach einem Einsatz im Irak 2006 ein beteiligtes SAS-Mitglied die Einheit und die britische Armee aus „moralischen Gründen“ verließ. Es handelte sich um den 28-jährige Ben Griffin, welcher auf eigenen Wunsch ausschied. Er habe im Irak in dutzenden Fällen „illegale“ Verhörmethoden beobachtet und erlebt, so auch einen Iraker, der von US-Soldaten als „Untermensch“ behandelt worden war. Nach seinem Ausschied aus der SAS ist Griffin der erste Soldat überhaupt, der den SAS aus moralischen Gründen verlassen hatte.
Der letzte bekannte Einsatz bzw. dokumentiere Einsatz der SAS wurde am 26. Februar 2011 durchgeführt. Bei diesem Einsatz sollten SAS-Soldaten, während des Aufstands in Libyen, die Evakuierung von 150 britischen Staatsbürgern durch zwei angeforderte Transportflugzeuge vom Typ C-130 Hercules südlich von Bengasi unterstützen.