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Das Thema

Die NVA
Die Nationale Volksarmee der
Deutschen Demokratischen Republik

 

 

 

"Der Schutz des Friedens und des sozialistischen Vaterlandes und seiner Errungenschaften
ist Recht und Ehrenpflicht der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik.
Jeder Bürger ist zum Dienst und zu Leistungen für die Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik
entsprechend dem Gesetz verpflichtet."

 

 

 

Wappen der NVA

 

Die Nationale Volksarmee (NVA) war von 1956 - 1990 die Armee der DDR.

 

 

 

Dienstflagge der NVA

Enstehung

Entstehung



Die Gründung der NVA vollzog sich am 1. März 1956, kurz nach der Gründung der Bundeswehr. Es war der Schlusspunkt einer Entwicklung, die 1952 mit der Proklamation der "Nationalen Streitkräfte" begonnen hatte. In deren Verlauf wurden vor allem die Kasernierte Volkspolizei (KVP) sowie die Grundstrukturen einer Militärorganisation aufgebaut. Dieser Aufbau vollzog sich ab 1955 im Rahmen des Warschauer Vertrages und unter Anleitung der Sowjetunion.

Dabei wurde, wie auch bei der Bundeswehr, auf ehemalige Angehörige der Wehrmacht zurückgegriffen. Der bekannteste ehemalige Wehrmachtsgeneral, der auch in der NVA diente, war Vincenz Müller. Mitte 1956 waren im 17.500 Mann starken Offiziersbestand der NVA ca. 2.600 ehemalige Mannschafts- und ca. 1.600 Unteroffiziersdienstgrade sowie knapp 500 Offiziere der Wehrmacht integriert. Die ehemaligen Offiziere kamen vorwiegend im Ministerium, an Schulen und in Kommandostellen der Teilstreitkräfte und Militärbezirke zum Einsatz.
 

Von den 82 höheren Kommandoposten in der Armee waren 61 von ehemaligen Wehrmachtsangehörigen besetzt.
(Die militärischen Erfahrungen und Kenntnisse der Frontgeneration waren in der Anfangszeit der NVA unverzichtbar.)

Bis 1962 war die NVA eine Freiwilligenarmee. Nach Einführung der Wehrpflicht lag die Personalstärke der NVA bei ca. 170.000 Soldaten.

 

 

 

Honecker bei der Abnahme der Truppe



Die NVA galt wegen ihres hohen Ausbildungsstandards, der ständigen Einsatzbereitschaft, und ihrer guten Disziplin, als eine der schlagkräftigsten Armeen des Warschauer Vertrages. Jedoch wurde sie von Seiten der Sowjetunion nicht immer mit der modernsten Technik ausgerüstet. Trotz ihrer anfänglich geringen Bedeutung wuchs die Nationale Volksarmee bis zum Zusammenbruch des Ostblocks zu einem der wichtigsten Bündnispartnern der Sowjetarmee heran, und erlangte den Respekt der sowjetischen Führung.

Fahneneid


 
Der Fahneneid
 
ICH SCHWÖRE
Der Deutschen Demokratischen Republik, meinem Vaterland, allzeit treu zu dienen und sie auf Befehl der Arbeiter- und- Bauern- Regierung gegen jeden Feind zu schützen.
ICH SCHWÖRE
An der Seite der Sowjetarmee und der Armeen der mit uns verbündeten sozialistischen Länder als Soldat der Nationalen Volksarmee jederzeit bereit zu sein, den Sozialismus gegen alle Feinde zu verteidigen und mein Leben zur Erringung des Sieges einzusetzen.
ICH SCHWÖRE
Ein ehrlicher, tapferer, disziplinierter und wachsamer Soldat zu sein, den militärischen Vorgesetzten unbedingten Gehorsam zu leisten, die Befehle mit aller Entschlossenheit zu erfüllen und die militärischen und staatlichen Geheimnisse immer streng zu wahren.
ICH SCHWÖRE
Die militärischen Kenntnisse gewissenhaft zu erwerben, die militärischen Vorschriften zu erfüllen und immer und überall die Ehre unserer Republik und ihrer Nationalen Volksarmee zu wahren. Sollte ich jemals diesen meinen feierlichen Fahneneid verletzen, so möge mich die harte Strafe der Gesetze unserer Republik und die Verachtung des werktätigen Volkes treffen.


Allgemein

Allgemein



Das allgemeine Wehrpflichtgesetz vom 24. Januar 1962 legte einen Grundwehrdienst von 18 Monaten fest. Es wurde nahezu jeder Mann vom 18. bis zum 26. Lebensjahr eingezogen. Als Altersgrenze für die Einberufung ungedienter Männer war das 36. Lebensjahr festgelegt. Eine Einberufung zu den Grenztruppen, den kasernierten Einheiten der Volkspolizei (VP-Bereitschaften und weitere Truppenteile und Einheiten) und dem Wachregiment des MfS war möglich.
Mit dem obligatorischen Wehrkundeunterricht wurde bereits an den Schulen darauf vorbereitet. Durch den Einsatz von Reservisten war man zum Teil noch viele Jahre nach dem aktiven Wehrdienst an die NVA gebunden. D.h. man konnte bis zu einem Alter von 50 Jahren durchaus für (insgesamt) weitere 24 Monate einberufen zu werden.
Eine Laufbahn als Berufsunteroffizier dauerte 10 Jahre, als Fähnrich 15 und als Berufsoffizier 25 Jahre.

 


 
Struktur
Kommando Landstreitkräfte (KdoLaSK)
Geltow (bei Potsdam)
Kommando Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (KdoLSK/LV)
Strausberg
Kommando Volksmarine (KdoVM)
Rostock
 

 

Die NVA war stets eng mit den Truppen der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD)" verbunden. Das Hauptquartier der GSSD war in Wünsdorf.
In den 80'er Jahren unterstanden diesem ca. 365.000 Mann, 6.000 Kampfpanzer, 9.500 Schützenpanzer, 650 Kampfflugzeuge und 700 Kampfhubschrauber.
Die Strukturen und Ausrüstung, Fahrzeuge und Kampftechnik waren weitgehend sowjetischen Ursprungs und die NVA arbeitete in Führungs- und Mobilmachungsfragen eng mit den Stäben der Sowjetarmee zusammen.

 


 
Landstreitkräfte
 
Die Landstreitkräfte der NVA waren gegliedert in :
 
Direkt dem KdoLaSK unterstellte Truppenteile/Einheiten
Militärbezirk Nord =
MB-V Neubrandenburg
1. Mot.-Schützen-Division, 1.MSD - Potsdam
8. Mot.-Schützen-Division, 8.MSD - Schwerin
9. Panzerdivision " Heinz Hoffmann ", 9.PD - Eggesin

Militärbezirk Süd = MB III - Leipzig

4. Mot.-Schützen-Division, 4.MSD - Erfurt
11. Mot.-Schützen-Division, 11.MSD - Halle
7. Panzerdivision, 7.PD - Dresden
Chefs der
Landstreitkräfte
Generalleutnant Horst Stechbarth
vom 1. Dezember 1972 bis 31. Dezember 1989

Generalleutnant Horst Skerra
vom 1. Januar 1990 bis 14. September 1990

Generalmajor Hans-Christian Reiche
vom 15. September 1990 bis 2. Oktober 1990

 


 
Luftstreitkräfte
 
Die Luftstreitkräfte/Luftverteidigung waren gegliedert in:
 
Direkt dem Kdo LSK/LV unterstellte Truppenteile/Einheiten
die 1. Luft-Verteidigungs-Division (1. LVD) - Cottbus

die 3. Luft-Verteidigungs-Division (3.LVD) -
Trollenhagen Führungsorgan der Front- u. Militärtransportfliegerkräfte (FMTFK) -Strausberg
 
Chefs der Luftstreitkräfte / Luftverteidigung
Generalmajor Hans Zorn 1. März 1956 bis 30. August 1956
Generalmajor Heinz Keßler 1. September 1956 bis 14. März 1967
Generalleutnant Herbert Scheibe 15. März 1967 bis 14. März 1972
Generalmajor Wolfgang Reinhold 15. März 1972 bis 30. November 1989
Generalleutnant Rolf Berger 1. Dezember 1989 bis 2. Oktober 1990

 


 
Volksmarine
 
 
Die Volksmarine gliederte sich (Stand etwa 1985) in
die 1. Flottille in Peenemünde
die 4. Flottille in Rostock-Warnemünde
die 6. Flottille auf dem Bug bei Dranske auf Rügen
die 6. Grenzbrigade Küste in Rostock (organisatorisch unterstellt)
 
Außerdem gab es ein Marinehubschraubergeschwader (MHG-18) in Parow,
ein Marinefliegergeschwader (MFG-28),
ein Marine-Pionierbataillon (MPiB-18),
ein Kampfschwimmerkommando (KSK-18),
ein Küstenraketenregiment (KRR-18),
ein Küstenverteidigungsregiment (KVR-18, vormals Mot.-Schützenregiment-28)
(ab 1988), ein Marineversorgungslager (VL-18) ,
ein zentrales Munitionslager (ML-18),
eine Wartungskompanie (WK-18),
den Seehydrographischen Dienst der DDR (SHD)
und weitere Ausbildungs-, Erprobungs-, und Sondereinrichtungen.
 
Chefs der Seestreitkräfte / Volksmarine
Konteradmiral Felix Scheffler vom 1. März 1956 bis 31. Dezember 1956, als Kommandeur Seestreitkräfte

Vizeadmiral Waldemar Verner
vom 1. Januar 1957 bis 31. Juli 1959, als Kommandeur Seestreitkräfte

Konteradmiral Wilhelm Ehm
vom 1. August 1959 bis 31. Juli 1961

Konteradmiral Heinz Neukirchen
vom 1. August 1961 bis 24. Februar 1963, mit der Führung beauftragt

Konteradmiral Wilhelm Ehm vom 25. Februar 1963 bis 30. November 1987

Vizeadmiral Theodor Hoffmann
vom 1. Dezember 1987 bis 17. November 1989

Vizeadmiral Hendrik Born
vom 11. Dezember 1989 bis 2. Oktober 1990

 

Strukturen und Aufteilung der NVA im Detail

Führungskader

Führungskader



Die weiterführende Ausbildung der Führungskader ab Regiment aufwärts erfolgte an der Militärakademie "Friedrich Engels" der NVA in Dresden. Die Offiziershörer erwarben dabei das Diplom Militärwissenschaftler.

Ein nicht unbedeutender Teil der Führungskader der NVA absolvierte sowjetische Militärakademien, Militärhochschulen bzw. ähnliche Einrichtungen. Für den Dienst im Generalsrang war der Besuch der Woroschilow-Akademie erforderlich.
Die NVA bzw. das Ministerium für Nationale Verteidigung unterhielt einen eigenen Auslandsnachrichtendienst, die Verwaltung Aufklärung, der vorwiegend in der Bundesrepublik Militärspionage betrieb. Dieser Geheimdienst operierte formell unabhängig, wurde aber - wie die gesamte NVA - von der Hauptabteilung I des MfS (Militärabwehr, in der Armee bekannt als "Verwaltung 2000") überwacht.
Im Jahre 1989 dienten 120.000 der 2,7 Millionen Mitglieder der SED in der NVA und den Grenztruppen der DDR. Unter den einfachen Soldaten und Gefreiten lag der SED-Anteil bei 6-7%, bei den Unteroffizieren auf Zeit bei 14%, im gesamten Unteroffizierskorps aber etwa bei 35%, weil der Anteil bei den Berufsunteroffizieren etwa 60% betrug. Von der Gesamtanzahl aller Offiziere (1989 über 40.000, 1990 noch 36.000) und Fähnriche machten die sozialistischen Genossen einen Anteil von 94% (einschließlich der Offiziere auf Zeit "nur" 90%) aus, weitere 4-5 Prozent gehörten den Blockparteien an. Politoffiziere jedoch waren ausnahmslos SED-Mitglieder.

Unter den Berufsoffizieren jedoch betrug der SED-Anteil 96%, ab dem Dienstgrad Major aufwärts 98-99%, ab dem Dienstgrad Oberstleutnant aufwärts dann 100%. Bis 1989 war jeder Verteidigungsminister Mitglied des Politbüros und jeder (kommandierende) General Mitglied (oder zumindest Kandidat) des Zentralkomitees der SED.

Tradition

Militärische Tradition

 

Die NVA sah ihre militärischen Vorbilder in den Kämpfern der Bauernkriege 1525, der anti-napoleonischen Befreiungskriege 1813 und der Revolutionen von 1848 und 1918.
Ferner dienten die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg 1936 und die "Rettung des Friedens durch die NVA am 13. August 1961" (Mauerbau) als Vorbild.
Die preußische Tradition wurde in Form des Großen Zapfenstreichs und unter Beibehalt des Stechschritts (modifiziert als "Exerzierschritt") gepflegt. Der Yorcksche Marsch war der Ehrenmarsch der NVA.
Gerade für die Seestreitkräfte (ab 1960 Volksmarine) erwies sich die Konzentration auf den Kieler Matrosenaufstand von 1918, und die Volksmarinedivision als alleinigen Grundstock des offiziellen militärischen Marinebrauchtums allerdings als wenig förderlich für ein selbstbewusstes Verständnis, darüber hinausgehende Versuche, auch andere Szenen der deutschen Marinegeschichte oder Einzelschicksale deutscher Seesoldaten dafür in Beschlag zu nehmen, wurden von der politischen Führung stets als "politisch nicht opportun" zurückgewiesen.

 

Umfangreiches Filmmaterial zur NVA

Zum Schluss

Schlusswort

 

 

 

Militärparade zum Jahrestag der DDR



Dienen bei der NVA, das hieß 40 Jahre lang in einer nationalen Volksarmee die innerdeutsche Grenze zu bewachen, Manöver auszuführen und immer unter Beobachtung der Sowjetunion zu stehen. Es war eine Armee, die bis zum letzten Zapfenstreich keinen wirklichen militärischen Ernstfall hat bestreiten müssen und zwar "ZUM GLÜCK" (den Bau der Berliner Mauer mal ausgenommen). Kein Einsatz mit den Truppen des Warschauer Pakts bei den Aufständen des "Prager Frühlings" und vor allem keinen Einsatz gegen die Bundeswehr.
Eine Armee der Partei - nicht viel mehr und nicht weniger.

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Volksarmee (Letzter Aufruf 14.11.2009)
http://nva.bizhat.com/ (Letzter Aufruf 14.11.2009)
http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilte ... armee.html (Letzter Aufruf 14.11.2009)
http://www.mdr.de/damals/lexikon/1781141.html (Letzter Aufruf 14.11.2009)



Autor: Carsten / Freiherr von Woye