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Das Thema

Grenztruppen der DDR

 

 

 

Dienste gegen den imperialistischen Feind
im Schutz der Interessen aller Völker, dem Sozialismus und dem Frieden!

Einleitung

Einleitung

 

Bereits Ende November des Jahres 1946 stellten die Landespolizeibehörden bzw. Innenministerien der fünf Länder der sowjetischen Besatzungszone die ersten Grenzpolizeieinheiten auf. Sie waren ihnen administrativ unterstellt. Dabei sah die Aufstellung wie folgt aus:

 


 
Aufstellung der DDR Grenztruppen
 
Peter Fechter verblutet auf dem Todesstreifen, 17. August 1962.
 
Thüringen:
Grenzpolizei als Schutzpolizei-
Sonderkommando direkt dem
Landespolizeiamt Sachsen unterstellt
Mecklenburg:
Kreispolizeiämter erfüllten Aufgaben
der Grenzpolizei
Sachsen-Anhalt:
Bezirkspolizeipräsident (Magdeburg)
führte die Dienstaufsicht über die Grenzpolizei
Brandenburg:
Bezirkspolizeichef (Eberswalde) führte
kommissarisch die Dienstaufsicht
 
Stärke, Struktur und Bezeichnung der Führungsorgane
und Einheiten sind in den Ländern unterschiedlich.
Bewaffnung und Bekleidung sind unvollständig.
Die Grenzpolizei wird mit Karabinern und Pistolen
ausgerüstet.
Stärke:
2.543 Mann
Einsatzgebiet:
2.236 km Landgrenze
 
(an der Ostseeküste wurden vorerst keine deutschen
Grenzpolizeikräfte eingesetzt)

 

 

 

Am 1. Dezember 1946 nehmen die gebildeten Grenzpolizeikräfte, an der Seite sowjetischer Einheiten, ihren Dienst auf. Dieses Datum wird später (1976) als der Gründungstag der Grenztruppen der DDR festgelegt. Die Aktenlage spricht zwischen dem 1. Juni 1948 und dem 1. Juli 1949 von massiven Einsatz der neu aufgestellten Grenzpolizei. So wurden durch die Grenzpolizei 214 Spione und Saboteure, 2.418 andere kriminelle Verbrecher, 668 Großschieber und 2.115 Schmuggler festgenommen. Der Schmuggel war dabei das größte Problem dieser Nachkriegszeit, wobei die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen der sowjetisch besetzen Zone und den Westzonen der ausschlaggebende Grund war. Man stellte vor allem, neben großen Mengen Lebensmitteln und Gebrauchswaren aller Art, 73 Maschinen und 1.313 Fahrzeuge sicher. Der Verkehr zwischen den Zonengrenzen floss weiter, wie als gebe es diese Grenzen gar nicht. Die Zahlen von 226.300 von insgesamt 228.947 festgenommener Grenzverletzer, allein im zweiten Halbjahr 1948, wurden an der Demarkationslinie innerhalb Deutschlands aufgegriffen. An der Grenze zu Polen wollten dagegen nur etwa 900 und rund 1.800 an der Grenze zur ČSSR die Grenze überqueren. Im ersten Halbjahr 1949 lag so der Schwerpunkt der Grenzverletzungen eindeutiger an der Demarkationslinie.
Am 7. Januar 1950 übernimmt die Grenzpolizei der DDR zudem den Schutz der Seegrenze der DDR mit in ihr Aufgabengebiet auf. So werden nun auch die Küste, die Dreimeilenzone als auch die Hafeneinfahrten von deutschen Einheiten überwacht. Die Grenzsicherung der DDR nimmt somit erstmal Gestalt an und die geringen Kräfte der Transportpolizei und Wasserschutzpolizei werden maßgeblich geschützt. Wichtig dabei ist, dass immer sowjetische Offiziere im Hintergrund fungierten, dass bei Gefahr einer Konfrontation mit den westlichen Besatzungsmächten immer die Rote Armee zur Stelle gewesen wäre.

 

 

 

Aufgaben der Grenzpolizei


Die Grenzpolizeieinheiten hatten gemäß den Weisungen der Organe der sowjetischen Militäradministration und gemeinsam mit sowjetischen Truppen die Grenzen der sowjetischen Besatzungszone, insbesondere die Demarkationslinie, zu überwachen. Sie mussten Ordnung in den Grenzverkehr bringen und ein illegales Überschreiten der Grenzlinien verhindern. Ein Schwerpunkt war der Kampf gegen Schwarzhandel großen Stils. Nicht zuletzt galt es, das Bandenunwesen zu bekämpfen, nach Kriegs- und Naziverbrechern sowie illegalen faschistischen und militaristischen Gruppen und sonstigen Rechtsbrechern zu fahnden und deren Flucht in die Westzonen zu verhindern.

Aufbau

Aufbau der Grenzsicherung

 

Schon bereits am 25. August 1952 wurden die ersten 543 freiwilligen Helfer der Grenzpolizei im Streifen- und Beobachtungsdienst zur Unterstützung der grenzsichernden Einheiten eingesetzt. Die Bereitschaft der Grenzeinheiten steigt zunehmend. Dazu erscheint am 10. April 1953 der „Der Grenzpolizist“ in den Auslagen der Zeitschriftenhändler, als Organ der Hauptverwaltung der Deutsche Grenzpolizei. Ab Herbst 1961 wird die Zeitung dem neuen Namen angepasst und hieß ab dann die Wochenzeitung „Der Grenzsoldat“. Sie wurde aber am 21. Juni 1962 eingestellt. Das Erscheinen schien wohl nicht weiter förderlich für den Staat, seine Organe und vor allem den Grenztruppen. Im Interesse der Politik "Deutsche an einen Tisch", die bis 1955 für die DDR bestimmend bzw. Leitlinie war, wurde der Begriff Staatsgrenze noch nicht verwendet. Dafür wurde "Westgrenze", "Grenze zur Bundesrepublik" und auch "Demarkationslinie" verwendet. Noch bis 1974 war in der Verfassung der DDR der Wiedervereinigungswille noch fest verankert, erst zu diesem Zeitpunkt wurde dies gestrichen. Bis 1955 bzw. 1961 sollte, bzw. wurde die (innerdeutsche) Grenze herunter gespielt.

 

 

 


 
Staatsgrenze der DDR
 
2.820 Kilometer insgesamt lang
310 Kilometer vor der Küste der DDR
450 Kilometer Länge mit der Volksrepublik Polen
460 Kilometer mit der tschechoslowakischen
sozialistischen Republik
 
 
Grenzanlage zwischen der BR Deutschland und der DDR
 
1.440 Kilometer lang ist die Staatsgrenze der DDR
zur BRD
160 Kilometern lang gegenüber Westberlin

 

 

 

Den militärischen Kommandeuren der Grenztruppen waren vor allem die Siedlungen, historische Gebäude und andere Bauten ein Dorn im Auge. Vor allem Brücken und mögliche Verstecke waren ein "Hindernis" für die neue Grenze. Die Burgen und Schlösser, ungünstig gelegen, waren unsichere Punkte im Grenzstreifen und werden deshalb von den DDR-Machthabern als Symbole des (preußischen) Militarismus verklärt und als teure Instandhaltungsobjekte verurteilt.
So traf es auch Schloss Keudelstein. Dieses kleine Fachwerk-Schloss Keudelstein, gelegen am südwestlichen Rand des Eichsfeldes, hat seine Historie in der deutschen Geschichte in einem geteilten Deutschland beenden müssen. So wurde seine Lage an der Zonengrenze zum Verhängnis für sein Jahrhunderte währendes Bestehen. Die DDR-Führung fürchtete, dass sich hier Flüchtlinge verstecken könnten und ließ die Anlage vollständig abtragen. Dabei gehörte dieses Bauwerk zum Vermächtnis des Erzbischof von Mainz, der hier Anfang des 14. Jahrhundert auf einer Bergkuppe eine Burg errichten lassen. Desweiteren bestand das Gemäuer und seine dazugehörigen Anlagen zu dem sagenumwobene Stammhaus der Familie Keudel. Dazu gehören das im 17. Jahrhundert von den Keudels erbauten Schloss Keudelstein und der Gutshof. So verschwand im Zuge der Grenzziehung ein Zeugnis deutscher Geschichte und fiel der Teilung zum Opfer.

 

 

 

Werbebroschüre der Grenztruppen

 

Seite 2-12 / 13-22 / 23-34

 

In Übereinstimmung mit dem Staatsvertrag zwischen der DDR und der UdSSR (1. Dezember 1955) übernahm die DGP die alleinige Bewachung und Kontrolle der Staatsgrenze der DDR und am Außenring von Groß-Berlin sowie auf den Verbindungswegen zwischen BRD und Westberlin. Kontrolle von Truppen der westlichen Alliierten bleibt in der Verantwortung der sowjetischen Truppen. Der Rote Armee übergab somit die Verantwortung und Gewalt über die Grenze der DDR. Somit war ein Konfrontationspunkt (siehe Berlin Krise) des Kalten Krieges vorerst "ausgeschaltet".
Danach musste der Abzug der sowjetischen Kräfte kompensiert werden. So wurden von November 1957 bis Mai 1958 die Grenztruppen verstärkt, u.a. durch eine verstärkte Teilnahme von Bürgern im Grenzgebiet an der Grenzsicherung. Von November 1957 bis Mai 1958 konnte die Zahl der Grenzpolizeihelfer fast verdoppelt werden und ab Juni 1957 wurden in der Tiefe des Grenzgebietes auch Helfergruppen gebildet.
Es folgten demzufolge auch die ersten Auszeichnungen und Würdigungen dieser Leistungen. Im Jahre 1958 wurden erstmals 58 Grenzpolizeihelfer mit der Medaille "Für vorbildlichen Grenzdienst" ausgezeichnet. Die Wirksamkeit der engeren Zusammenarbeit mit der Grenzbevölkerung bei der Grenzsicherung zeigte Wirkung. Ein hoher Prozentsatz (bis zu
50 Prozent) aller gestellten Grenzverletzer wurde durch den Beitrag der Bevölkerung gestellt.


 

Schaschlik Zubereitung im Beobachtungsturm


Eine leckere Sache war immer Schaschlik auf den B-Turm machen. Also von zu Hause mit dem Paket Knacker schicken lassen, die Äpfel gab es meist auf der Kompanie und eine Zwiebel beim Küchenbullen besorgen. Auf dem B-Turm alles in Stücke schneiden und dann auf den zuvor vom Waffenöl gesäuberten Waffen-Reinigungsstab der MPI auffädeln. Auf jeden Turm war ja ein Handfeger u. eine Kehreschaufel. Das Butterbrot in welchen die Pausenbrote eingepackt waren, wurde zerknüllt auf die Schaufel gelegt und angezündet. Jetzt musste man sehen, da das Papier ja nicht lange brannte, dass das Fett der Knacker schnell anfing, sich zu verflüssigen und somit das Feuer weiter unterhielt, bis das Schaschlik die gewünschte Bräune hatte. Die Rauchentwicklung war relativ gering, allerdings mussten die Fenster geöffnet werden.

Erfahrungsbericht eines ehemaligen Grenzers

 

Das Problem, wenn nur einer einschlief: Er konnte vom anderen "angeschissen" werden (von schlimmeren Dingen abgesehen). Das Problem, wenn beide einschliefen: Sie konnten Meldezeiten verschlafen oder von Kontrollstreifen "aufgeklatscht" werden. Für uns Offiziere gab es übrigens ein großes Problem. Aufgrund der Dienstbelastung waren auch wir permanent übermüdet. Wenn Du als Kommandeur Grenzsicherung auf der Führungsstelle geführt hast, dann immer die Nachtschicht (22:00 - 06:00 Uhr). Nachts zwischen 02:00 und 03:00 Uhr war es am schlimmsten. Keine Anrufe, kaum Meldungen über das Grenzmeldenetz, der Wald war auch zur Ruhe gekommen und um dich herum das leise, rhythmische Klicken und Ticken der Signalanlagen. Wehe du bist auch nur eingenickt. Es gab nichts Schlimmeres als wenn ein Soldat, der mit dir als Posten auf der Führungsstelle war und dann erzählte, dass Du als Offizier draußen schläfst. Die sich aus dem Widerspruch von Schlafbedürfnis und dieser Erkenntnis ergebende "dynamische Sitzhaltung" wurde bei uns als "Figurenwerfen" bezeichnet. Nach vorne sinken - nach hinten hochzucken ... nach der Seite sinken - nach der anderen Seite hochzucken ... usw. usf. Wenn es ganz schlimm wurde, schickte man mal den Posten eine Weile zur Beobachtung auf's Dach. Das war aber nur, damit das "herumgezucke" nicht allzu peinlich wurde.

Erfahrungsbericht eines ehemaligen Grenzers

 

 

 

"[...] die Grenztruppen der Deutschen Demokratischen Republik (nachfolgend Grenztruppen der DDR genannt) [...] alle erforderlichen Maßnahmen zum zuverlässigen Schutz der Staatsgrenze zu treffen und im engen Zusammenwirken mit den anderen Schutz - und Sicherheitsorganen die territoriale Integrität der Deutschen Demokratischen Republik und die Unverletzlichkeit ihrer Staatsgrenze einschließlich ihres Luftraumes und der Territorialgewässer zu gewährleisten."

"Dienste im Schutz der Interessen aller Völker, dem Sozialismus und dem Frieden, wenn sie dem imperialistischen Feind von der Lübecker Bucht bis zur Plauener Pforte die Grenzen seiner Macht zeigten."

Grenztruppen

Grenztruppen und das Ministerium für Staatssicherheit


 

Die Angehörigen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) arbeiteten vor allem mit den Kommandeuren der Grenztruppen in verschiedener Hinsicht zusammen.
In den Grenztruppen waren die Mitarbeiter der „Verwaltung 2000“ - der Hauptabteilung I des MfS – Abwehr tätig. (Die Bezeichnung „Verwaltung 2000“ war aus den Zeiten der Kasernierten Volkspolizei (KVP) erhalten geblieben, als die Stabseinheiten mit einem Zifferncode bezeichnet wurden und die Abwehroffiziere als Verbindungsoffiziere <VO> bezeichnet wurden..)
Dabei haben es die Mitarbeiter der Abwehr auf die subversiven Aktivitäten, wie Spionage, Diversion, Sabotage, Terror und anderer Gewalttaten, die Verhinderung des Verrats geheim zu halten der militärischer Informationen abgesehen. Auch die Verhinderung von Fahnenfluchten lag in ihrem Verantwortungsbereich. Daneben sollten Angriffe auf die Staatsgrenze der DDR, Grenzprovokationen und andere Aktivitäten gegen die Grenzsicherung aufgeklärt werden.
Ein wichtiger Aspekt hierbei war die Beratung und Informationsaufbereitung für die Kommandeure. Sie sollte über die Lage im westlichen Vorfeld informiert werden.
Ein ständiges enges Zusammenwirken kann mit den Passkontrolleinheiten (PKE) festgestellt werden. Ein direkter Einsatz von offiziellen Mitarbeitern der Verwaltung 2000 fand nur in Ausnahmesituationen statt. Sie fungierten bei schweren Grenzzwischenfällen vor allem als Untersuchungsorgane des MfS.

 

Grenztruppen und die deutsche Volkspolizei

 

Zwischen den Grenztruppen und der Volkspolizei erfolgte vor allem im Grenzgebiet, außerhalb des Schutzstreifens ein enge Zusammenarbeit. Mögliche "Republikflüchtlinge" sollten so frühzeitig "überführt" werden.
An den Zufahrtswegen zum Grenzgebiet waren VP-Gruppenposten / Grenze eingerichtet, die die Ein- und Ausreise im Grenzgebiet kontrollierten. Die Ein- und Ausreise aus dem Schutzgebiet erfolgte aber grundsätzlich durch Angehörige der Grenztruppen der DDR. Der Schutzstreifen liegt eindeutig und unbestritten im Verantwortungsbereich der Grenztruppen.

 

 

Ausrüstung

Ausrüstung



Die Ausrüstung des "Kommando Grenze" der NVA bestand damals aus der verschiedensten leichten und schweren Waffen. Die schweren Waffen waren u.a. T34-Panzer, Schützenpanzer des Typs BTR 152 oder Granatwerfer der Kaliber 81 mm und 120 mm. Im Jahre 1961 begann auch sogleich das Kommando Grenze mit der Verminung der Grenzanlagen. Das hieß bis 1984 wurden 1,3 Millionen Minen verlegt, damit gehört die innerdeutsche Grenze zu den meist verminten Bereichen in der Welt. Ab 1964 wurden zusätzlich Kraftfahrzeug Sperrgräben errichtet und die Wachtürme aus Holz durch solche aus Beton ersetzt. Dabei entstanden natürlich Probleme bei den internationalen Richtlinien. Vor allem waren dabei die Wiener Verhandlungen ein Problem. Dabei sollten die Grenzanlagen und Grenztruppen nicht zum Gegenstand über die gegenseitige Reduzierung der Streitkräfte und Rüstungen in Mitteleuropa werden. Aus diesem Grund wurden die Einheiten 1974 wieder aus der NVA ausgegliedert und als Grenztruppen der DDR geführt.
Ab 1975 begannen die Grenztruppen mit der Installation von Selbstschussanlagen am Metallgitterzaun und ab dem 1. Mai 1982 wurde das "Gesetz über die Staatsgrenze der DDR" bzw. den Waffeneinsatz gegen Grenzverletzer legalisiert. Inklusive der Selbstschussanlagen, verschiedenen Sperrzonen und anderen ausgeklügelten Mechanismen wurden die "Befestigungen" materiell und auch rechtlich perfektioniert.

Die landgebunden operierenden Grenzsicherungskräfte der DDR waren im Wesentlichen infanteristisch ausgerüstet. Die Bewaffnung bestand aus Pistolen, Karabinern, Maschinenpistolen, Maschinengewehren und Panzerbüchsen.
 

 

 


 
Fahrzeuge
PKWs:
Trabant 601 Kübel /
UAZ / P3
sowie verschiedene
leichte, mittlere und schwere LKWs
(z.B. Robur LO, IFA W50A/L60A)
Kräder und Mopeds:
MZ 250 gl /
ETZ 250 A /
S50 /
S51e
Enduro.
Waffen:
120 mm Granatwerfer /
automatische Granatwerfer AGS 17 /
rückstoßfreie schwere Panzerbüchsen SPG 9 /
Flammenwerfer (Einheiten ab Regimentsebene)
Schwere Waffen:
Flug- und Panzerabwehrgeschütze (50er - 60er Jahre)
Feldhaubitzen und Kanonen (bis 1985)
Divisionskanone D-44 85mm / Kanone M46 - 130mm /
Haubitze 38 122mm / Haubitze D30 122mm (bis 1985)
Geschosswerfer BM 21/ Geschosswerfer RM70
Minenverlegung und zur Minenräumung
(Pioniereinheiten)

 

Durch den Befehl 49/90 vom 21. September 1990 wurde die Auflösung der Grenztruppen der DDR angeordnet. Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Die Ausrüstung der Grenztruppen wurde in bestimmten Teilen übernommen.

Die Jahre 1958-60 stellten die größten Herausforderungen an die Grenztruppen. Das sogenannte "Ausbluten" der DDR, die Flucht von ausgebildeten Fachkräften, hatte begonnen. Die Angehörigen der Grenzpolizei waren im erhöhten Maße dazu aufgefordert, dass Frieden und Sicherheit an der Staatsgrenze gegen eine ständig zunehmende Provokationstätigkeit garantiert werden mussten. Doch darf man hier nicht nur von den Fluchten bzw. Ausreisen sprechen, sondern auch die "Provokationen" von BRD Bürgern erwähnen.

 


 
1958
804 Provokationen
(vom Gebiet der BRD aus
gegen die Staatsgrenze der DDR
und ihrer Sicherungskräfte)
 
1959
1.425
 
1960 (erstes Quartal)
500 Fälle

(Unter anderem drangen motorisierte Kräfte des

Bundesgrenzschutzes am 21. August 1959 bei Klettenberg

in das Gebiet der DDR ein und zerstörten

Grenzsicherungsanlagen. Dabei beruhen diese Zahlen und

Bericht auf den Akten der DDR bzw. Grenztruppen, sind

also mit Vorbehalt zu behandeln.)

Alltag und Ausbildung

Alltag und Wirken der Grenzer

 

Ende 1972 wurden die Grenztruppen der NVA in die Grenztruppen der DDR umbenannt. Dieser Schritt erfolgte im Zusammenhang mit den Wiener Verhandlungen über Truppenreduzierung. Bei dem Abschnitt Ausrüstung schon einmal angeführt, wird damit eindeutig geklärt, dass die Grenztruppen keine Teilstreitkraft der NVA sind und auch nicht zu den Vereinten Streitkräften der Staaten des Warschauer Vertrages gehöre.
Die Grenztruppen bleiben trotzdem in ihren Strukturen unverändert und bleiben weiter der MfNV unterstellt. Die Änderung bezog sich allein auf die offizielle Bezeichnung, die Truppenfahnen, die Bezeichnung der Kasernen unter Beibehaltung verliehener Ehrennamen, die Kennzeichnung der Kfz-Technik und die Staatsembleme an der Technik erhalten eine grüne Umrandung.

 

 

 


 
Kommandeure der Grenztruppen
1952 Richard Smolorz
1952–1955 Hermann Gartmann
1955–1957 Heinrich Stock
1957 Hermann Gartmann
1957–1960 Paul Ludwig
1960–1979 Generaloberst Erich Peter
1979–1990 Generaloberst Klaus-Dieter Baumgarten

(Auf Beschluss des Nationalen Verteidigungsrates der

DDR (NVR) von Juni 1989 wurden die Grenztruppen bis zum

30. November 1989 neu formiert. Mit der

Umstrukturierung wurde die Anzahl der Führungsorgane

von 50 auf 24 reduziert und der Personalbestand um ca.

17 Prozent verringert.)
 
Chefs des Stabes der Grenztruppen
01. Januar 1990 - 30. September 1990 Generalmajor

Dieter Teichmann als Chef GT/Chef Grenzsicherung

30. September 1990 - 02. Oktober 1990 Oberst Jürgen

Hörnlein

(Ab 1990 Grenztruppen nur noch obligatorisch mit

Führung besetzt)

 

 

 

Am 4. Februar 1974 schien die Mauer und die innerdeutsche Grenze sicher bzw. undurchdringlich, besonders für die DDR Bürger. So wurden die Grenztruppen für ihre Leistungen gewürdigt bzw. vom Minister für Nationale Verteidigung ausgezeichnet. Für seiner hervorragende Leistungen im sozialistischen Wettbewerb gehörten dazu, die Grenztruppen der DDR ausgezeichnet mit dem Karl-Marx-Orden / die OHS „Rosa Luxemburg“ mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold / der CGT Generalleutnant Erich Peter mit dem Scharnhorst-Orden / dem GR-25, Oschersleben, wurde der Orden „Banner der Arbeit“ verliehen.

 


 
Abkürzungen
GT
Grenztruppen
GR
Grenzregiment
GK
Grenzkompanie
GAR
Grenzausbildungsregiment

 

 

 

Der 1. Dezember 1976 wurde auf Vorschlag des STMCGT Generalleutnant Erich Peter, mit tatkräftiger Unterstützung des MfNV, zum Ehrentag der Grenztruppen der DDR erklärt. So wurde dieser Tag als „30. Jahrestag der Grenztruppen der DDR“ mit einer Festveranstaltung in der „Volksbühne“ in Berlin gewürdigt. Aus diesem Anlass wurde auch der Ärmelstreifen „GRENZTRUPPEN DER DDR“ eingeführt. Den Grenztruppen wurde der Vaterländische Verdienstorden in Gold verliehen, damit wurde auch der CGT ausgezeichnet. Den Kampforden in Gold erhielten die GR „Martin Schwantes“, „Herbert Warnke“ sowie die Grenzbrigade Küste.
Die Grenze wurde gelobt und die Erfüllung ihrer Aufgabe als Säule der Stabilität der DDR gefeiert. Wie steht damit der Befehl vom 22. Juni 1984 in Bezug, der besagt, dass nach Abstimmung mit dem Generalstab der Sowjetarmee durch Generaloberst Streletz in Moskau, Teile der Sicherungsanlagen demontiert werden sollte. War man sich so sicher?
Der Minister für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, erteilte den Befehl 61/84 zum Abbau der Sperranlage 501 (SM-70) an der Staatsgrenze zur BRD bis zum 20. Dezember 1984 und zur Räumung der Erdminensperren bis zum 31. Juli 1985, nicht aus Gründen der Überheblichkeit. Der wahre Grund dieser Abbau waren auch nicht internationaler Proteste bzw. die Erfüllung eines internationalen Vertrages, sondern der Vorschlag der DDR-Regierung. Ein ausschlaggebender Punkt war sicherlich gewesen, dass es auch bei den Angehörigen der Grenztruppen der DDR Tote und Verletzte gegeben hat. Zu unsicher und zu stark frequentiert waren die Anlagen, sodass Unfälle unvermeidlich waren.

 


 
Gesamtstärke der Grenztruppen inklusive der

Rückwärtigen Dienste(1989):
47.000 Mann
 
Sitz des Kommandos der Grenztruppen:
Pätz bei Berlin
Grenzkommando Mitte (Berliner Mauer), Berlin-Karlshorst
 
Kommandeur 1979–1990:
Erich Wöllner
 
Grenzkommando Nord, Stendal
Grenzkommando Süd, Erfurt
6. Grenzbrigade Küste, Rostock (integriert in Volksmarine der NVA)
Grenzabschnittskommando Polen, Frankfurt (Oder)
Grenzabschnittskommando ČSSR, Pirna
 

 

Ausbildung

 

 

Die Offiziershochschule der Grenztruppen, eine der modernsten ihrer Art damals in Europa, befand sich in Suhl. Die Ausbildung der Grenztruppen fand ansonsten, auch für die Mannschafts- wie höhere Dienstgrade in den eigenen Kasernen und eigenen Übungsplätzen statt. Auch hier bewiesen sich die Eigenständigkeit und der Sonderstatus dieses militärischen Teils des DDR-Systems.

 

 

Das Ende

Die Grenze fällt ohne einen Schuss ...

 

 

 

In den Jahren 1980 bis 1988 wurden vom Territorium der BRD und Westberlin folgende schwerwiegende Provokationen gegen die Staatsgrenze der DDR unternommen. Dabei wurden die Kennzeichnung und Markierung der Staatsgrenze, die Grenzsicherungsanlagen und auch Angehörigen der Grenztruppen in Mitleidenschaft gezogen. In den Aktenaussagen der DDR wird oft von diesen Verletzungen gesprochen und es werden auch Tote unter den Grenzern gezählt, doch muss man und darf man unter diesem Aspekt nicht die vielen Mauertoten unter den Bürgern der DDR vergessen. Weit über tausend Flüchtlinge starben in den Grenzanlagen oder im Kugelhagel der Grenzer.
Neben den 852 zerstörten bzw. beschädigten Grenzzeichen, den 329 Fällen, bei denen Grenzsicherungsanlagen auf dem Territorium der DDR zerstört und mitunter auch gesprengt wurden, sind nur ein Teil der Geschichte. Auch die 209 der Bedrohung oder auch Beschießens von Grenzposten oder die 98 Luftraumverletzungen gehörten zu den Risiken der Grenztruppen in den letzten Jahren der Mauer. Sie taten ihre Aufgabe im Namen des Staates, doch beschützten sie ihn nicht vor seinen Gegnern, sondern vor seinen eigenen Bürgern. Hier ist natürlich Vorsicht geboten und die Interpretierung dieser Daten und Fakten lege ich in die fähigeren Hände von Historikern.

 

 

 


 
Führungsorgane an der innerdeutschen Grenze
8 Grenzkommandos
6 Grenzbezirkskommandos,
11 Grenzregimentern,
4 Grenzausbildungsregimentern und
33 Grenzbataillonen
16 Grenzkreiskommandos
2 Grenzausbildungszentren

Unteroffiziersschule der Grenztruppen der DDR

„Egon Schultz“, die sich in Perleberg

(Diensthundeführer-Ausbildung in Wilhelmshorst
Offiziershochschule der Grenztruppen „Rosa

Luxemburg“ die sich in Suhl befand (bis Mitte 1985 in Plauen)

 

Am 9. November 1989 kam es zu einer unvorbereitete Grenzöffnung im Ergebnis der Erklärung von Schabowski bei der Pressekonferenz, dass Grenzübertritte ab sofort – unverzüglich – möglich sind. Der Kommandant und der Leiter PKE der GÜST Bornholmer Straße öffnen gegen 23.00 Uhr die GÜST nach Westberlin. Es mag scheinen, dass der Druck der Massen die Ursache dafür war, aber die Ursachen liegen vor allem in der Kopflosigkeit der Führung des Staates und somit auch der Grenzer. Es ist der Besonnenheit der Bürger wie der Grenzer zu verdanken, dass die hier ein sinnloses Blutvergießen verhindert werden konnte. Die anderen Berliner Grenzübergangsstellen folgen dem Beispiel Bornholmer Straße in kurzen zeitlichen Abständen.
Am 30. September 1990 erfolgte im gleichem Zuge die Auflösung der NVA und des Grenzschutzes der DDR. Die Angehörigen der Grenzpolizei, der Grenzpolizei der DDR, der Deutschen Grenzpolizei, der Grenztruppen der NVA, der Grenztruppen der DDR und des Grenzschutzes der DDR wurden ihren Aufgaben entbunden.
Viele Berufssoldaten, vor allem des Grenzschutzes der DDR, beenden ihren aktiven Dienst, da sie es "mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, bei ihren ehemaligen Feinden in den Dienst zu treten".

 

 


Weiterführende Literaturtipps:

Klaus-Dieter-Baumgarten, Peter Freitag (Hrsg.); "Die Grenzen der DDR" Geschichte, Fakten, Hintergründe, Das Neue Berlin Verlagsgesellschaft mbH, ISBN 3-360-01064-7
Klaus-Dieter Baumgarten, "Erinnerungen" - Autobiografie des Chefs der Grenztruppen der DDR, Verlag das Neue Berlin, ISBN 978-3-360-01095-7
Horst Jüttner, "Grenzalarm", Erinnerungen ehemaliger Grenzsoldaten, Verlag am park in der Edition ost LtD., ISBN 13: 978-3-89793-132-9
Justus von Denkmann, "Eine endlose Geschichte - DIE MAUER", SPOTLESS Verlag Berlin
Kurt Frotscher, "Grenzdienst im Kalten Krieg", GNN Verlag, ISBN 3 - 89819 - 080 - 3
Hans-Dieter Behrendt, "Guten Tag, Passkontrolle der DDR", GNN Verlag, ISBN 978-3-89819-243-9
Wolfgang Grandhagen, "Von der Grenzpolizei zu den Grenztruppen der DDR", Berlin 2004
Dietmar Schultke, "Keiner kommt durch - Die Geschichte der innerdeutschen Grenze 1945 - 2990", Aufbau Taschenbuch Verlag, ISBN 3-7466-8041-7

Quellen

Dirk A. Walckhoff, Der 13. August 1961 in der Traditionsarbeit der Grenztruppen der DDR, LIT 1996.

http://www.grenztruppen-der-ddr.de/ (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Grenztruppen_der_DDR (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.forum-ddr-grenze.de/t70f2-Di ... r-DDR.html (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://grenztruppen-der-ddr.org/ (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Grenztruppen (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.nva-fallschirmjaeger.de/foru ... ?boardid=1 (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.panzerbaer.de/helper/nva_grenztrp_fz-a.htm (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Gr ... r_DDR.html (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://innerdeutsche-grenze.info/info/i ... enztruppen (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.wolfgangroehl.de/Grenztruppe ... ruppen.htm (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.chronik-der-mauer.de/index.p ... m/3/page/0 (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://www.ostzone24.de/index.php?sel=mauerprop (Letzter Zugriff 01.02.2010)
http://burgerbe.wordpress.com/2008/05/1 ... rissbirne/ (Letzter Zugriff 01.02.2010)



Autor: Freiherr von Woye