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Das Thema

Das größte US-amerikanische private Sicherheits- und Militärunternehmen

 


Heutiges Logo des Unternehmens

 


 
Teile der Xe Services LLC
U.S. Training Center Inc. (bis Februar 2009 Blackwater Training Center Inc.)
Blackwater Target Systems
Blackwater Security Consulting
Blackwater Canine
Blackwater K-9
Blackwater Airships, LLC
Blackwater armored vehicle
Blackwater Maritime Solutions
Raven Development Group
Aviation Worldwide Services
Greystone Limited
Total Intelligence Solutions (TIS)
The Black Group
Terrorism Research Center
Technical Defense


Einleitung

Einleitung

 

Afghanistan, der neue wilde Westen für die verschiedensten Privatunternehmen der Welt. Mit diesen Firmen kommen Männer ins Land, die nicht den soldatischen Grundsätzen folgen, sondern oftmals nur ihre Midlife Krise überwinden wollen. Sie dienen als Söldner, für Geld und für die größte Firma dieser Dienstleistung - Blackwater. Sie dienen keiner Nationen, sondern sind nur ihrem Arbeitgeber bzw. Sold verpflichtet.
Chaotische Politik, freie Waffenkultur und strategische Position sind die Schlüsselworte für diese Unternehmen. Afghanistan ist dabei quasi eine Goldgrube, denn dieses Land kennt die letzten 30 Jahre nur das Militär, die Waffen und die verschiedensten Uniformen von Soldaten aus der ganzen Welt . Nun ist eine neue Form hinzugekommen, die schlichten Poloshirts mit dem Blackwater Logo. Man trifft Sie heutzutage nur noch selten mit diesem Logo - neue Firmenpolitik - doch erkennt man Sie sehr schnell. Die Polo Shirts sind dieselben, die Sonnenbrillen auch und die Waffen im Anschlag gehören zu ihrem Auftreten wie der Arbeitsanzug. Das großspurige Auftreten gibt es gratis dazu, genauso wie die riskantesten Regionen und Straßen, auf denen Sie Konvois, Personen und andere Werte beschützen.

 


(Teil 2)



Eine Gesellschaft, die den Krieg verinnerlicht und eine Firma, die aus dem Krieg sich finanziert und identifiziert. Auf dem Highway 7, besser bekannt als Jalalabad Road, der gefährlichsten Straße in Afghanistan, sieht man viele SUV mit dem Logo von Privatunternehmen fahren, doch sind das nur selten Ingenieursfirmen oder Aufbauhelfen, denn auf einen solcher Helfer kommen 3 Söldner, die ihn beschützen. Ein unglaubliches Geschäft, dass sich die Firmen zu Nutze gemacht und den Nationen so eine ungewollte Dienstleistung abgenommen haben. Diese Straße verbindet die wichtigsten Orte Kabuls, und damit sind die Orte gemeint, die Ausländer aufsuchen um dort zu wohnen und/oder zu arbeiten. Weil dort so viele Anschläge stattfinden, ist die Straße von Kratern durchsiebt und Autowracks aller Sorten und Marken säumen den Straßenrand. Diese Straße symbolisiert Kabul heute und die Situation dieses Landes. Dabei sind solche Orte den Sicherheitsfirmen nicht unbekannt, es gibt sie überall auf der Welt und das schon seit Jahren. In Afrika, in Südamerika und auch in Teilen Asiens, doch in diesem Land ist am meisten für Firmen wie Blackwater zu holen, denn hier winkt der Sold aus Staatskassen, welche unerschöpflich, nie versiegend und im Falle Amerika, die Aufschrift Kriegskasse tragen. Man kann Afghanistan und den Irak als Sprungbretter solcher Unternehmen sehen, die seit 2001 aus dem Boden schießen. Firmen, die vorher Personen und Gebäudeschutz anboten und dazu Privatpersonen Sicherheitstrainings absolvieren ließen. Unternehmen, die sich aus den Veteranen der Streitkräfte verschiedenster Nationen bedienen und den Willigen bis zu 600 Euro am Tag als Sold für ihre Dienste in ihrem Namen bieten.
Die Namen dieser Unternehmen sind so unscheinbar wie ihre Söldner in den Poloshirts wirken sollen. So sind Firmen wie Global Security und Blackwater Sammelbacken für Abenteuerlustige geworden und haben eine Firmenpolitik, die den Fahrern der SUV auf den Straßen der Krisengebiete NICHT erlaubt stehen zu bleiben, sollte ein gleichartiges Vehikel der Firma während der Ausübung einem Anschlag zum Opfer fallen. Der Mensch als Investition, die Aufgabe als Dienstleistung und immer den Börsenkurs bzw. das nächste Quartalsergebnis im Blick.

Warum die Nationen dieser Welt - allen voran die USA - Firmen wie Blackwater beschäftigen? Weil tote Söldner von Subunternehmern des Krieges nicht in den Verlustzahlen, die dem Kongress vorgelegt werden müssen, auftauchen und für 800 Gefallene Mitarbeiter einer Firma, kassieren diese gern 1 000 000 000 Dollar für Aufträge in Krisengebieten wie Afghanistan, Irak und wohl bald auch für die Piratenjagd in asiatischen Gewässern.

Entstehung

Entstehung

 

 



Ein Name, der mit Blackwater in einem Atemzug genannt wird ist - George Bush. Der ehemaligen US-Präsident steht für den Aufstieg dieser Firma genauso wie sein Gründer Erik Prince. Der Chef von Blackwater Worldwide, einem der weitverzweigtesten Söldnerkonzernen der Erde, einem Konzern, der oft unter dem Deckmantel von EP Investment operierte, war erster Ansprechpartner der Bush Administration, wenn es um die heiklen Einsätze ging, vor allem wenn man sich die Besatzungspolitik des Pentagons ansah.
EP steht für Erik Prince und dieser stammt aus einer tief konservativen republikanischen Familie, war Navy-Seal und versteht sich als zum Katholizismus konvertierter christlicher Fundamentalist. Er und Bush waren also Verbündete im Geiste und im Geschäft. So verlief der Aufstieg von Blackwater, die 1996 gegründet wurde, mehr als rasant. Die Anschläge des World Trade Center im Jahre 2001, waren für Bush größte Niederlage und gleichzeitig die größte Chance für die noch junge Söldnerfirma. Denn Blackwater war damals vor allem Betreiber eines Trainings- und Schießplatz für Staatsangestellte in North Carolina und nicht weltweit operierendes Sicherheitsnetzwerk. Die ersten Millionenaufträge kamen durch die gute Lobbyarbeit und exzellenten Beziehungen zu den politischen Partner von Bush. Blackwater sollte fortan amerikanische Einrichtungen in Afghanistan beschützen und die sollte erst der Anfang sein. Mit dem amerikanischen Militär kamen auch die Firmen und Zivilisten ins Land und deren Wohnsiedlungen wollten beschützt werden. Kein anderer als Blackwater bot sich da bestens an und ohne dem Hindernis einer Ausschreibung, wurden viele Aufträge direkt an Erik Prince weitergeleitet. Als im August 2003 der Auftrag für den Schutz des Leiters der US-Besatzung im Irak, Paul Bremer, kam, hatte man den Hauptgewinn gezogen und die Gelder fingen an zu fließen. Man setzte sich im Krisengebiet fest, dominierte den Markt dort und setzte seine Mitarbeiter in wichtige Positionen. So konnte Blackwater im Jahre 2005 mehr als 350 Millionen Dollar staatlicher Gelder umsetzen und mit Dienstleistungen, die sonst die US Army übernehmen müsste, die Regierung zufriedenstellen.
 

 

 

Die Zentrale von Blackwater liegt in North Carolina an der Grenze von Virgina. Dort kaufte Erik Prince mit seinem Erbe ein 28 Quadratkilometer großes Anwesen bei Moycock, was er in kürzester Zeit in das größte militärische Trainingscenter der USA umwandelte. Den Namen erhielt die Firma von dem "schwarzen Wasser", das den Untergrund des weitgehend sumpfigen Geländes dieses riesigen Areal bildet. Bereits 10 Jahre später ist Blackwater in Neun Ländern tätig und gliedert sich in 4 Kernkompetenzen: "Fortbildung, Logistik/Mobilität, Technologie/Innovation und personelle und materielle Ressourcen". Auf dem ganzen Areal sind verschiedene Trainingsgelände mit modernen Schießplätzen, einem künstliche See (um das Entern von gekaperten Containerschiffen zu üben), Vorrichtungen für den Antiterrorkampf in Gebäuden, Übungsplätze für rund 20 Hundestaffeln und eine aufwändigen Teststrecke (um dem Einsatz der selbst entwickelten Sicherheitsfahrzeugen einzuüben). Jährlich werden hier über 40 000 Personen geschult: Privatpersonen gegen gute Bezahlung, Personal der Polizei, Militär, Zoll und Strafverfolgungsbehörden. Der Transport von Personal und Material in entlegenen Einsatzgebiet wird inzwischen von der firmeneigenen Luftfahrtgesellschaft Aviation Woldwide Services (SWS) übernommen.
Die verschiedenen Firmenteile splittern sich wieder auf, wie bei AWS ins STI Aviations, Inc, Air Quest, Inc. und Presidental Airways, Inc. deren Gelände und Maschinenpark sich mehrheitlich in Florida befindet. Neben verschiedenen Hubschraubern, einer Boeing 767, Zeppelin und sogar einem Super Tucano Kampfjet von Embraer. Über 2500 Angestellte weltweit sind in das Firmennetz integirert und 24 000 Persönlichkeiten in Reserve bzw. in der Datenbank des Unternehmens, stellen die Armee einer privaten Firma dar. Viele davon sind aus der dritten Welt und die Rekrutierungsbüros befinden sich überall auf der Welt und den Büroetagen der Innenstädte. Manila gilt als größte Rekrutierungsfläche für Blackwater und mittlerweile sind mehr als 30 Prozent der Arbeitnehmer von Blackwater ursprünglich aus der Dritten Welt.

 


(Prince in seinem Büro in Virginia.
Seine Firma verdiente mehr als 1 Milliarde Dollar während der Regierungszeit von George W. Bush.)

 

Die Lobby wurde sein wichtigstes Werkzeug, so waren viele Beamte aus dem Stab von Bush in einer vielerlei Hinsicht an den Konzern von Erik Prince gebunden. Die bekamen Geld, sie bekamen Posten und dafür Blackwater ihre Stimme. So war es Joseph Schmidt, ein umstrittener Spitzenbeamter in Donald Rumsfelds Verteidigungsministerium, der von 2002 bis 2005 für militärische Dienstleistungsverträge zuständig war, der nach dem Abdanken des Verteidigungsminister direkt ins Lager von Blackwater wechselte. Im folgte Cofer Black, der Antiterrorismus-Chef der CIA unter George W. Bush, und ebenso 2005 der ehemalige stellvertretenden Chef der Operationsabteilung der CIA, Rob Richter. Damit noch nicht genug und wer die Liste des Blackwater Vorstandes mit der des Weißen Hauses unter Bush sich ansieht, wird viele Parallelen finden. Schon 2007 sicherte man sich den nächsten großen Fang und mit Alvin „Buzzy“Krongard, dem Chef der CIA-Operationsabteilung, wechselte ein wichtiger Experte und seine Verbindungen in den Vorstand von Blackwater. Die Verbindungen und Vorteile dadurch sind nur allzu offensichtlich, hat doch Krongards Abteilung 2002, den ersten Millionenauftrag für Blackwater in Afghanistan vermittelt. Ein Aufstieg ohnegleichen und wohl nur selten zuvor in der Geschichte, hat sich die These von den Verdienern des Krieges bewahrheitet. Das Budget für dem Kampf gegen den Terror wuchs von Jahr zu Jahr, die Beamten im Pentagon unterzeichneten viele Schecks und ein großer Teil davon wanderte auf das Konto von Blackwater. Die Poloshirts mit dem Blackwater Logo gehörten fortan zum Straßenbild und gerade heute gibt es mehr Sicherheitsdienstler als Soldaten in Afghanistan. Doch immer mehr Augen richteten sich auf den größten Anbieter für Schutz und Sicherheit im Nahen Osten. Nicht nur Reporter und die Demokraten haben Blackwater als größten Kriegsprofiteur und vermeidlichen Kämpfer gegen den Terror entdeckt, sondern auch Hollywood. Unzählige Reportagen, Serien und Filme haben das Logo von Blackwater für sich entdeckt, ohne die Charakteristika zu verlieren hat man das Logo als Symbol für Gewalt und Willkür für sich entdeckt. Wenn der Nahe Osten im Fernsehen lief, dann lief auch ein muskelbepackter Poloshirt Träger, mit dunkler Brille und großkalibriger Waffe durchs Bild.
Die negativen Nachrichten über die Söldnerfirma, die Vorwürfe grundlos Zivilisten erschossen und diese Vorfälle vertuscht zu haben, setzten der Firma noch zu. Blackwater drohte Aufträge in Millionenhöhe zu verlieren und wichtigen Kunden durch ihren Ruf zu verschrecken. Dabei sollen Kriegswaffen zum Einsatz gekommen sein, die nicht zugelassen waren und illegal eingeführt wurden.

 


 
Schlüsselpersonen in der Firmenstruktur
Erik Prince

Gründer und Firmenchef
(offiziell im Ruhestand)
 
Joseph E. Schmitz

Chief Operation Offizier
(Ehemaliger Generalinspektor im Pentagon
oberster Antiterror Spezialist unter Bush
1992-2002 Direktor einer CIA Abteilung)
 
Cofer Black

Vizepräsident
und ehemals Leiter des Intelligence Sektor von Blackwater
(Langjähriger Chef der CIA für den Nahen Osten und
enger Vertrauter von Jordaniens König Abdullah)
 
Robert Richer

Vorstand und ehemals Leiter
des Intelligence Sektor von Blackwater
 



Der drastischste Fall: Fünf Blackwater-Mitarbeiter, die im September 2007 in Bagdad ohne ernsthaften Anlass mehr als zehn Iraker töteten und viele weitere verletzten, werden in den USA vor Gericht gestellt. Ein sechster erklärte sich bereits für schuldig. Die Unternehmensspitze von Blackwater – so Medienmeldungen – sei in das Blickfeld des Justizministeriums geraten, das ihr „ernsthaftes Fehlverhalten“ vorwerfe.

Anfang 2009 verlor dann der Konzern die Lizenz, im Irak zu operieren, und damit seinen lukrativsten Auftrag, den Schutz amerikanischer Regierungsaktivitäten im Irak. Dieser Umstand hinderte den Konzern nicht ihre Verträge weiterhin zu erfüllen und neue für den Irak zu erhalten. Man arbeitet weiter, mit neuen Subunternehmern und den alten Methoden.
Dennoch sind fortan die Sicherheitsdienste der Welt unter Beobachtung und Blackwater stand ganz oben auf der Liste von Friedensaktivisten, Demokraten und Staatsanwälten. So führte das Engagement von Blackwater in Afghanistan zu einer Überprüfung dessen Arbeitsweise bzw. wurde ein neues Gesetz die Tätigkeit der Militärdienstleister entworfen und verabschiedet. Dennoch kommen bis heute zwischen 80-90 % des Umsatzes kommen aus Regierungsaufträgen, darunter Länder wie Japan und Aserbaidschan. Die Privatwirtschaft macht aber einen zunehmend großes Feld für Blackwater aus, so sind Reedereien und Versicherungen unter den neu hinzugekommenen Kunden anzutreffen. Auch das Department of Homeland Securtity steht auf der Kundenliste von Blackwater, nicht erst 2006 und dem Hurrikan Kathrina.

Alles Neu ?

Neue Regeln, neuer Name und doch alles beim Alten

 

 

 

Das Montreux-Dokument über private Sicherheits- und Militärfirmen sollte einen Einschnitt in Blackwaters Arbeit sein. Am 17.09.2008 verabschiedeten 17 Staaten – darunter Afghanistan, Angola, Australien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irak, Kanada, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Sierra Leone, Südafrika, die Ukraine und die Vereinigten Staaten – das so genannte "Montreux Document on Pertinent International Legal Obligations and Good Practices for States related to Operations of Private Military and Security Companies during Armed Conflict". Es ist das erste internationale Dokument, das privaten Sicherheits- und Militärfirmen über ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen aufklärt, einweist und verpflichten soll. Vor allem gilt die, die in bewaffneten Konflikten im Einsatz stehen. Es handelt sich dabei aber nur um Empfehlungen bzw. "Good Practices", die Maßnahmen vorschlagen, die die Nationen gegen den Missbrauch, der vergebenen Obrigkeit an Militärdienstleister, unternehmen sollen. Es sollen so Lücken im humanitäre Völkerrecht und den Menschenrechte, geschlossen werden. Leider ist es nicht mehr als ein Fingerzeig und keine völkerrechtlich bindende Charta.
Dieses Dokument soll Staaten, die solche Firmen einsetzen, Staaten, in denen Unternehmen wie Blackwater im Einsatz stehen, und der Herkunftsstaaten von Militärdienstleister eine gemeinsame Leitlinie geben und Ordnungsrichtlinien für einen legalen Einsatz.

 

Das Montreux-Dokument

Teil 1
Unterscheidet zwischen Vertrags-, Territorial- und Herkunftsstaaten und gibt für jede Gruppe einen Überblick über die einschlägigen internationalen Verpflichtungen, die ihnen aus dem humanitären Völkerrecht und den Menschenrechten erwachsen. Ebenfalls behandelt wird die Frage der Haftung des Vertragsstaates für das Verhalten von Privatpersonen aufgrund des Völkergewohnheitsrechts. Zusätzlich befasst sich dieser Teil mit einschlägigen internationalen rechtlichen Verpflichtungen für “alle Staaten“, mit Verpflichtungen der PMSC und ihrer Angestellten sowie mit Fragen der Verantwortlichkeit von Vorgesetzten.

Teil 2
Unterscheidet ebenfalls zwischen Vertrags-, Territorial- und Herkunftsstaaten. Die guten Praktiken orientieren sich größtenteils an bereits bestehenden staatlichen Praktiken zu PMSCs, aber auch für Waffen und Streitkräfte. Diese reichen von der Einführung transparenter Lizenzerteilungsverfahren über Maßnahmen zur Verbesserung der Aufsicht und Haftung und zielen darauf ab, dass nur jene PMSC ihre Dienstleistungen in bewaffneten Konflikten anbieten dürfen, die das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte – aufgrund einer angemessenen Ausbildung, spezifischer interner Verfahren und einer zweckmäßigen Aufsicht – respektieren.


(Siehe www.eda.admin.ch)

 

Daraus muss Blackwater die Konsequenzen und sich der Situation anpassen. Eine Firma kann das nur auf eine Weise tun und so wurde Blackwater im Jahre 2009 umstrukturiert, man änderte den Namen in Xe Services (Limited Liability Company) und der Gründer, Eric Prince, zog sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Und auch Gary Jackson, der Präsident des Konzerns, ging in Rente. Und so wurde Raider zu Twix und der Inhalt bliebt gleich. Man wollte Blackwater und sein Image begraben und mit blütenweißer Weste wieder ins Scheinwerferlicht treten. Eine massive Werbekampagne wurde aus der Taufe gehoben und man versuchte sich zu rehabilitieren. Dies war auch dringend nötig, weil Barack Obama die Politik des Kriegstreibers ad acta legen wollte. Der große Finanzier im Weißen Haus war weg und an die Stelle der Lobbyisten an der Schalthebeln der Macht, traten Leute wie David Singer, ein früher Kritiker der US-Söldnerfirmen und ganz besonders Hillary Clinton, die schon früh die Kontrolle von Söldnerfirmen war bzw. dies nun auch in die Tat umzusetzen gedachte. Per Erlass wies er im März alle Bundesministerien und Behörden an, die Vergabe von Verträgen über staatliche Kernaufgaben an Privatfirmen deutlich einzuschränken und laufende Verträge zu überprüfen.
In einer wenig beachteten Rede hatte Obama erklärt, seine Regierung stehe vor einer „klaren Alternative“. Sie könne wählen „zwischen Investitionen, die darauf zielen, die Sicherheit des amerikanischen Volkes zu erhalten“ und „Investitionen, die darauf zielen, Auftragnehmer aus dem Verteidigungsbereich reich zu machen“.

 


 
Daten und Fakten!
 
Irak Krieg 1991
540.000 Soldaten und 9.200 zivile Spezialisten
 
Irak Krieg 2003
300.000 Soldaten
 
Irak Heute
162.000 Soldaten und 180.000 Zivilisten (Vom US-Verteidigungs- und Außenministerium bezahlt)
Insgesamt sollen 120 000 - 200 000 Sicherheitsdienstleiser im Land sein
Mindestens 2000 Blackwater Leute sind im Irak und Afghanistan tätig
50 % aller Verhörspezialisten im Land sind Privatpersonen,
die über das Verteidigungsministerium angestellt sind

Durchschnittslohn von Militärdienstleiser beträgt 2000 - 4000 Dollar die Woche
 
US Verteidigungsministerium
137.000 private Vertragspartner (insgesamt)
7300 im Sicherheitsbereich (Inoffiziell schätzen Quellen bis zu 10 000)

 

Doch ist der Krieg deswegen nicht vorbei und die Dienstleister nicht aus dem Lande. Man braucht Sie, man will Sie und man bezahlt Sie auch weiterhin, wenn auch nicht so fürstlich bzw. diesmal durch Ausschreibungen dem Wettbewerb und Konventionen unterworfen. Aussichtslos ist das Geschäft mit der militärischen Sicherheit auch künftig nicht. Blackwater / Xe mag im Irak an Boden verloren zu haben, doch in Afghanistan und Pakistan sind die wohl bekannten Polohemden immer häufige anzutreffen. Dort wird im Rahmen der Afpak-Strategie (AfPak steht für eine Verbindung von Afghanistan und Pakistan als ein einzelnes, gemeinsames Krisengebiet) weiterhin auf die Militärdienstleister gesetzt und deren Engagement massiv ausgebaut. In Afghanistan sind mittlerweile mehr Mitarbeiter von Söldnerfirmen und militärischen Dienstleistern tätig als US-Soldaten. Bis vor kurzem war Blackwater sogar zuständig, die Drohnen der CIA in Afghanistan aufzumunitionieren. Damit war Blackwater direkt am Kampf gegen Al-Qaida- und Talibanführer im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet beteiligt.

 


(Trainingsgelände von Blackwater - Preise und Trainingsplan)



Die Strategie hat sich nicht geändert, die Söldner in den Krisengebieten sind dieselben, nur dass auf ihren Poloshirts ein anderes Logo prangt und ein anderer Mann ihre Schecks ausstellt. Das Beispiel Blackwater zeigt, dass diese Art der Kriegsführung nicht mehr von den Krisengebieten dieser Zeit wegzudenken ist. Der Krieg wird privatisiert, die Nationen sparen Geld, die Menschen müssen nicht mehr sehen, wie ihre Soldaten unter militärischen Geleit aus Flugzeugen gebracht werden, doch ist der Krieg brutaler, effizienter und an den Richtlinien der Unternehmen gebunden worden. Die getöteten Söldner werden nun inoffiziell ausgeflogen, wenn Sie dann überhaupt dieses Privileg in Anspruch nehmen können bzw. dies in ihrem Vertrag zu aufgeführt ist. Heute sichern sich Unternehmen wie Blackwater juristisch ab und handeln nicht nur auf eigene Rechnung, sondern vor allem auf Rechnung ihre Arbeitgeber, die für ihre Dienstleistungen bzw. deren Umsetzung schon mal ein Auge zu drücken.

Huren des Krieges ?

"Huren des Krieges"
und/oder
Vollstrecker einer Gesellschaft

 

 

 

Blackwater musste sich wegen seiner Taten stellen und zwar im Repräsentantenhaus. Dabei wurde die unangemessener Brutalität der Mitarbeiter, durch das "Blutopfer" der Sicherheitsdienstler für die Sicherheit von Diplomaten gegenübergestellt. Man erwidere doch nur das Feuer und der Einsatz der Waffe wird im äußersten Notfall eingesetzt. "Es gibt keinen besseren Beweis für die Fähigkeiten und die Hingabe dieser Männer", und alles Weitere seinen "fehlerhafte Informationen". Als besonders schwerer Fall wurde der Tod von elf Iraker bei einem Schusswechseln dem Unternehmen zur Last gelegt, doch hätte man nur auf feindlichen Beschuss reagiert, die aufgeladene Situation kurz nach einer Autobombenexplosion richtig beurteilt und fünf der 20 Bodyguards hätten daraufhin das Feuer auf "bedrohliche Ziele" erwidert. Die irakische Regierung sah dies nicht im gleiche Licht und setzte anschließend die Lizenz für Blackwater aus.
"Sollten Unschuldige ihr Leben gelassen haben, lassen Sie mich deutlich sagen, dass ich dies ausdrücklich bedauere", betonte Prince. "Jedes Leben, ob Amerikaner oder Iraker, ist wertvoll." Nach allem, was man bisher über die Ereignisse des 16. September wisse, habe die Blackwater-Garde "in einem sehr komplexen Kriegsgebiet" jedoch angemessen reagiert. Mit Verweis auf die laufende Untersuchung fügte Prince hinzu: "Der Kongress sollte die Anschuldigungen nicht als Wahrheit akzeptieren, bevor er nicht die Fakten kennt." FBI-Ermittler hatten sich gestern auf den Weg in den Irak gemacht, um die Blackwater-Aktivitäten zu prüfen.
Dabei war vor dem Repräsentantenhaus nicht dieser Fall das wirkliche Thema, es ging um die Privatisierung des Krieges an sich, wobei die wirtschaftlichen Gesichtspunkte am wichtigsten schienen. Man umschrieb die Politik der USA gegenüber von Blackwater mit Outsourcing (Auslagerung von Diensten und Leistungen) und fragte sich nicht vorrangig nach dem Recht bzw. der Moral der Einsätze, sondern ob sich das Engagement von Blackwater für die "Vollstreckung" der amerikanische Außenpolitik auch für den amerikanischen Steuerzahler auszahlt.
Pro Einsatzkraft und Tag habe Blackwater 1222 Dollar in Rechnung gestellt - fast 450.000 Dollar pro Jahr. Ein Einsatz von US-Soldaten sei für ein Neuntel bis zu einem Sechstel dieser Kosten zu haben.
Das Blackwater sehr umtriebig im Irak gewesen war, beweisen auch andere zahlen. So sind Mitarbeiter des Unternehmens seit 2005 in annähernd 200 Schießereien verwickelt gewesen. In 80 Prozent der Fälle sei der erste Schuss von einem Blackwater-Mitarbeiter abgefeuert worden. Mindestens 16 Iraker sollen bei den Zwischenfällen ums Leben gekommen sein, die wirkliche Zahl liege aber vermutlich höher. Auf dem Höhepunkt der Aktivität von Blackwater im Irak - heute kann das wegen der neuen Firmenstruktur und einer Vielzahl von Subunternehmen, Tochterfirmen und Undurchsichtig von Xe Services nicht genau ermittelt werden - waren fast tausend Männer für Blackwater im Irak unter Waffen.

 


 
Blackwater im Irak
 
Blackwater Verträge mit der US Regierung
 
2001
0,7 Mio. US $
2002
3,4 Mio. US $
2003
25,4 Mio. US $
2004
48,5 Mio US $
2005
352 Mio US $
2006
593 Mio US $

 

"Selbst in Fällen, bei denen es um den Tod von Irakern ging, war die erste Reaktion des State Department offensichtlich immer, Blackwater zu Bußzahlungen (an die Opfer) aufzufordern, um die Sache hinter sich zu bringen, anstatt auf deren Verantwortung zu bestehen und wegen möglicher Strafbarkeit gegen Blackwater-Mitarbeiter zu ermitteln". Sind die Militärdienstleister nun Profiteure des Krieges und von sich aus willig jedem Mann eine Waffe in die Hand zu drücken, der für Geld das Risiko auf sich nimmt, oder braucht man solche Firmen einfach bzw. will man Sie auch an seiner Seite wissen?! Sie verdienen Geld, sie bringen Leute in Arbeit und stehen auf ihre Art für den way of life in america. Das geltende Gesetze und die Regeln gewähren ein angemessenes Maß an Kontrolle und Rechenschaftspflicht für private Sicherheitsfirmen in Kriegsgebieten, und bieten mit ähnlich schwammigen Definitionen eine Grauzone für dessen Arbeit. Ähnlich wie die Tabakfirmen in Amerika, will Blackwater sogar war für diese einschränkenden Rechte tun. So stehen Sie hinter dem Abgeordneten David Price, der jedes Sicherheitsunternehmen vor einem US-Gericht zur Verantwortung ziehen will, wenn Sie sich etwas zu Schulden kommen lassen. Pure Ironie, Einsicht oder einfach nur Berechnend? Wohl eher Letzteres, wie sich schon bei den Tabakunternehmen gezeigt hat. Ein gutes Image ist alles, es macht es den Behörden einfacher öffentliche Aufträge an Blackwater zu vergeben und gleichzeitig weiß Blackwater, dass alle größeren Hindernisse von den wichtigen Stellen abgeblockt werden, sodass Dienstleister dieser Art nie arbeitslos werden.

 


(Teil 2)



Dabei hat Blackwater im Ausland ähnliche Rechte wie die US Army bzw. sogar wie Diplomaten. Das "Memorandum 17" (Voraussetzungen für die Lizenzierung von Waffen sowie Handlungsbefugnisse von privaten Sicherheitsunternehmen im Irak - Bestandteil des "Iraq National Weapons Card Programms (INWCP)") ist Grundstein dieses Schutzes und wurde von den Behörden der USA, der Übergangsregierung quasi aufgedrückt. Man kann Blackwater so maximal des Landes verweisen, aber strafbar machen Sie sich nicht.
"Huren des Krieges" werden Firmen wie Blackwater genannt, vor allem von den Hinterbliebenen der Gefallenen Mitarbeiter, aber auch von andere Seite. Eine Seite, die diese Huren nicht mehr missen will und ähnlich dem Rotlichtmilieu, auch das Söldner Handwerk zu ältesten Gewerben der Welt gehört. Blackwater-Eskorten sind "unverzichtbar" und außerhalb der Green Zone hat man Sie nur zu gern um sich, innerhalb verurteilt man Sie als Cowboys mit Automatik Gewehren. Zu bleiben, bis die ganze Sache geklärt ist. Immun gegen irakisches Recht - und zugleich weitgehend unbehelligt von US-Gerichten - sind die Beschützer, Vollstrecker und Hure zugleich, nur will man Sie eigentlich nicht brauchen und schon weniger kennen.

Privat-Armee

Privatarmee mit der Aufgabe
"Sicherheit, Frieden, Freiheit und Demokratie überall zu unterstützen"

 

 

 

"Ich war langsam etwas zynisch geworden, wie ernst die Leute Sicherheit nehmen", sagte Prince dem konservativen Nachrichtensender Fox News kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001. "Doch jetzt hört das Telefon gar nicht mehr auf zu klingeln."

 

Nur durch diese Anrufe, durch die mächtigen Gönner in der Politik und durch die Firmenpolitik - Sicherheit garantieren. In den Marschen North Carolinas entstand nach und nach einer größten Unternehmen dieser Art und gleichzeitig die wohl größte private Militärbasis der Welt, mit Schießbahnen, Geisterstädten, einem künstlichen See und einer Flugzeug-Startbahn. Wie viele Waffen dort gelagert werden, auf welche Art die Mitarbeiter trainiert und getrimmt werden bzw. welche Maschinerie hinter dem Blackwater Logo steht, ist der Öffentlichkeit nur wenig bekannt. Es ist eine Schattenarmee und nur deshalb so im Licht, weil Sie die größte und profitabelste dieser Art bis heute ist. Wie viele private Sicherheitskräfte durch den Irak geistern ist genauso wenig bekannt, wie eine Zahl existiert, die die Söldner dieser Welt auf einen Nenner bringt. Die Schätzungen allein für die Irak gehen von 20.000 bis zu 50.000 Söldnern aus den USA wie aus Europa aus und Sie sind allgegenwärtig. Sie sichern die Green Zone, schützen Uno-Einrichtungen, eskortieren Diplomaten und Kongressabgeordnete durch die Feuerzonen und patrouillieren schwer bewaffnet durch Straßen und im Luftraum. Das gesamte zivile Leben von Ausländern, nicht nur im Irak, sondern auch in anderen Krisengebieten dieser Erde, ist von Blackwater und anderen Firmen dieser Art abhängig. Die Armee der Nationen können solch einen übergreifenden Schutz gar nicht gewährleisten, geschweige denn alle ihre eigenen Landsmänner neben ihren Tätigkeiten vor Ort ausreichend schützen. Die "offiziellen" Armeen führen vor Ort meist eine Ordnungsfunktion aus, sollen ausbilden und der gegenwärtigen Regierung die nötige militärische Durchsetzungskraft geben - immer mit den diplomatischen und politischen Erwägungen verbunden. Die Sicherheitsfirmen sind nur ihrer Bilanz gegenüber Rechenschaft schuldig und da ist es nur eine Frage der Zeit, bis solche gefährdete Staaten wieder auf Söldnerarmeen setzen ... unpolitisch und loyal ihrem Geldgeben gegenüber!
Blackwater selbst hat rund 2300 Söldner in neun Ländern stationiert - davon rund 1000 im Irak - sowie 20.000 weitere in Bereitschaft.

 

Blood Is Thicker Than Blackwater
(Jeremy Scahill auf www.thenation.com)

 

Krisengebiete sind für Blackwater gleichbedeutend mit einem El Dorado, weil die Angst vor allem dem Budget solcher Firmen Flügel verleiht. Outsourcen ist dabei das Schlüsselwort, denn sogenannte "Post-War" Gebiet sind mit ihren Strukturen nicht auf eine demokratische und wirtschaftlich stabile Umgebung beispielsweise der USA zu übertragen. Die Armeen solche Nationen haben eine fast aussichtslose Aufgabe, ihre Vorstellungen von Frieden und Gesellschaft diesen Ländern zu übertragen. Hier kommen dann die zivilen Firmen ins Spiel, die nicht an Konventionen gebunden sind. Das solch eine übertragende Macht nicht ohne Folgen bleiben kann, ist jedem bekannt, vor allem aber dem irakischen Innenministerium, bei dem über 200 Fälle von "Kompetenzübertretung" und "ungerechtfertigten Schusswaffengebrauch" der Firma Blackwater, vorliegen. Meist einigt man sich auf Schadensersatz, was in Ländern mit hoher Armut und Korruption nur zu gern angenommen wird. Die Summen schwanken zwischen 5000 - 15000 Dollar.
Die Aufträge von Blackwater sind in der Geschichte von Militärdienstleistern unübertroffen. Im Jahre 2003 konnte sich die Unternehmensführung einen Auftrag im Irak über 21 Millionen Dollar sichern - der Startschuss. Es kamen unter anderem 38 Nahkampfspezialisten ins Land, zwei K-9 Hundestaffeln und drei Kampfhubschrauber. Man konnte überzeugen und bis zum Ende des Jahres 2006, hatte Blackwater weitere Aufträge in Höhe von 340 Millionen Dollar in der Tasche - weltweit sogar in einem Umfang von 1 Milliarde Dollar. Expansion in einem Ausmaße, welche nur Firmen im Silicon Valley in dieser kurzen Zeit hervorbringen.

 


(Teil 2 / Teil 3 / Teil 4)

 

Blacktwater bewachte die US Botschaft im Irak und gewährt bis heute "diplomatische Sicherheit" in großem Umfang. Weitere Firmen, die diese Bugwelle nutzen, waren Dyncorp und Triple Canopy. Auch deutsche Sicherheitsfirmen mischen beim Spiel mit, so ist die deutsche Sicherheitsfirma Asgaard German Security Group, die bereits in Afrika aktiv war, ein Profiteur dieses Booms. Der Hintergrund dieser Firma ist dabei genauso zwielichtig für Blackwater - nur im viel kleineren Maßstab. So taucht die weder im Handelsregister auf. Man setzte dabei auf Verträge der somalischen Regierung bzw. mit einem Politiker aus deren Reihen. Ehemalige Bundeswehrsoldaten sollten für “hohe dreistellige Beträge” dort eingesetzt werden, doch das deutsche Außenwirtschaftsgesetz macht der Firma ein Strich durch die Rechnung . Die “operative Umsetzung und Durchführung aller Maßnahmen, die notwendig sind, um Sicherheit und Frieden wieder herzustellen” bzw. das “Anwerben für einen fremden Wehrdienst” ist dazu nach Paragraf 109h Strafgesetzbuch illegal. Es scheint also das in Deutschland solche Firmen nicht einfach schalten und walten lassen will, anders als Amerika. Die deutsche Firma ist von der Bildfläche verschwunden, aber das große Geld lockt andere Unternehmer, sodass es nur ein Frage der Zeit sein, bis andere Firmen für solche lukrativen Aufträge zur Verfügung stehen werden.
Blackwater selbst ist in Deutschland auch aktiv geworden, so wurde im Dezember 2009 bekannt, dass Xe 2004 – damals noch Blackwater – den deutsch-syrischen Geschäftsmann Mamoun Darkazanli aus Hamburg mit dem Auftrag der gezielten Tötung observierte. Daraufhin kam Blackwater mit dem deutschen Recht in Konflikt, die Ermittlungen laufen gegen die CIA - dem Auftraggeber. Das Gesetz ist wie man sieht nicht immer auf Seiten von Blackwater, so auch im August 2010 vor einem US Gericht. Blackwater wurde zu einer Zahlung von 42 Millionen Dollar an die US-Regierung verdonnert - die Klage konnten Sie nach diesem Vergleich umgehen. Blackwaters Probleme sind hausgemacht, denn bei der Expansionsgeschwindigkeit nahm auch der Export von Ausrüstung in fremde Länder zu. Blacktwater transportiert im großen Stil Waffen, Fahrzeuge und Zubehör. Zu groß für den amerikanischen Zoll, denn es kam zu insgesamt 288 Verstöße gegen US-Gesetze im Zeitraum 2003–2009, unter anderem wegen „ungenehmigtem Export von Verteidigungsartikeln".

 

 



Die Firma Blackwater hat heute Regierungsaufträge in Höhe von 500 Millionen Dollar und will zusätzlich noch ins Rüstungsgeschäft einsteigen. Neben der eigenen Luftwaffe, besitzt Blackwater auch gepanzerte Truppentransporter vom Typ Grizzly und ein unbemanntes Luftschiff zur Aufklärung wie Überwachung. Nicht nur vom Namen nach, sind Firmen wie Blackwater als Armee zu klassifizieren. Armeen, die nur sich selbst Rechenschaft schuldig sind und auf Nachfrage angeheuert werden - Kostenvoranschlag inklusive. Die Organisation und Infrastruktur dieser Firmen, können heute mit denen der nationalen Armeen konkurrieren. Eigene Lager, eigener Fuhrpark und im Falle von Blackwater eine eigene Luftwaffe. Viele ehemalige Soldaten sind ganz begierig auf diese Jobs, denn Sie bringen Geld - viel Geld! Die Risiken, die jeder eingeht, der diesen Beruf nachgeht, sind bekannt. Viele Bodyguards bzw. Militärdienstleiser, werden entführt, gezielt angegriffen oder befinden in sehr riskanten Gebieten, in denen Anschläge an der Tagesordnung sind.
Sie tun ihre Dienste und zwar für einen Bruchteil der Kosten von NATO-Operationen. Neben einer Leasing Armee, stellen Blackwater auch die Infrastruktur, Berater, Verhörspezialisten, Nachschub und seit neusten auch Informationen zur Verfügung. Blackwaters neuster Firmenzuwachs nennt sich: Total Intelligence Solutions, und will nun nicht nur das Personal für den Krieg zur Verfügung stellen, sondern auch die wichtigste Waffe des Krieges - Aufklärung.

Freie Marktwirtschaft

Moderne Kriege, private Armeen und Freie Marktwirtschaft

 

 

 

Jeremy Scahill gilt als prominentester Kritiker von Blackwater und hat mit seinem Buche “Blackwater” (siehe Quellen) ein schonungsloses Portrait über diese Firma abgegeben. Ein wichtiger Punkt seiner Recherchen sind die Angehörigen der Angestellten von Blackwater, die den Verlust ihrer Kinder, Ehemänner oder Freunde beklagen. Sie verklagen die Firma, mit der Begründung, die Firma habe zu wenig für die Sicherheit des eingesetzten Personals getan. Betrachtet man die Angestellten der Firma in ihrem Einsatzgebiet, dann kann man schon den Eindruck bekommen, dass hier an allen Enden für einen guten Quartalsabschluss gespart wird. Manche Autos des Unternehmens sind nur schwach gepanzert, andere gar nicht und die Begründung des Unternehmens, man will so wenig Aufmerksamkeit wie möglich wecken.
Mit dem Outsourcing der US Armee von sicherheitsrelevanten bzw. militärischen Aufgaben, hat das Sparen also nicht aufgehört. Seit 1997 wächst die Branche, seit 2001 boomt Sie und auch die Bewerberzahlen steigen. Soweit ist das nachvollziehbar, gerade bei den Gehältern der Angestellten, wobei Dienstleister aus der Dritten Welt nur geringfügig bezahlt werden. Die ehemaligen Gurkas aus Indien, Eliteeinheit der britischen Armee, werden bei privaten Sicherheitsfirmen mit einem Gehalt abgespeist, das andere Angestellte an einem Tag bekommen.
Blackwater verdient Unsummen und das nicht nur im Krisengebiet. Der Konzern übernimmt Nachschub, Versorgung und fast sämtliche Bewachungsaufgaben der Armee. Nach den Problemen 2009, setzt man heute verstärkt auf das Ausbildungsangebot bei Blackwater, dass das größte Trainingscenter dieser Art in Amerika hat. Die US Armee schickt regelmäßig Einheiten zum Training dorthin und outsourct somit weitere Teile ihrer Kompetenzen in die Hände von privaten Firmen. Das Blackwater Training Center ist nach eigenen Angaben die größte, private Schiesstrainingsanlage der USA, umfasst 24 km² und wird auch von vielen zivilen Personen besucht. Für ein fürstliche Honorar werden dort über 40 000 Personen jedes Jahr ausgebildet. Es wird auch eine „Blackwater Academy“ angeboten, in der neue Rekruten umfassend ausgebildet werden. Diese Ausbildung wird von Blackwater finanziert, wenn sich die neuen Rekruten verpflichten, exklusiv für Blackwater zu arbeiten.

 

 

 

Die sogenannten Contractors (Zu Deutsch Militärdienstleiser) beherrschen ihr Handwerk, nutzen ihre Fähigkeiten und auch die Verbindungen zu den Nationalen Armeen. Gerade weil die Sicherheitsfirmen in rechtlichen Grauzonen arbeiten, sehen die Soldaten oftmals weg, denn würden Sie Schüsse ohne Provokation abgefeuert oder sich präventiv durch ihre Waffen schützen, hätte dies eine Untersuchung bzw. eine Anklage vor einem amerikanischen Kriegsgericht zur Folge. J. Cofer Black, früher Koordinator der Terrorismusbekämpfung im US-Außenministerium und seit Februar 2005 Vize-Präsident von Blackwater, sieht hier sogar die große Chance für sein Unternehmen - natürlich nicht in dieser Form gesprochen. So kleidet er die Vorteile seiner Angestellten, in Worte wie " “operational flexibility in dealing with suspected terrorists” oder "All you need to know is that there was a before 9/11, and there was an after 9/11, [...] After 9/11 the gloves come off."
Die Regierung kennt die Vorteile nur zu gut und in den black contracts – Inhalt geheim mit Blackwater, wird dies ausgenutzt, ohne zuzulassen, dass ein schlechtes Licht auf die Ziele der US Regierung geworfen wird. Das Pentagon, das State Department, die CIA und Privatfirmen arbeiten Hand in Hand. Das Pentagon zählt die 120 000 private contractors im Irak sogar zur offiziellen Streitmacht. Der Begriff in den Akten nennt dies total force und stellt somit die Bürokratie und die Gewissen der Regierenden zufrieden, denn die Söldner sind eine Macht, auf die Amerika zählt – und offenbar zählen muss. David Petraeus, Oberbefehlshaber der US-Armee im Irak und einer der höchst dekoriertesten Soldaten Amerikas, gab vor einem Untersuchungsausschuss des Senats zu, dass ihn »manchmal private Sicherheitsleute« geschützt hätten. Ein Unding, dass ein 4 Sterne General von privaten Firmen geschützt wird, anscheinend nicht und schon gar nicht wenn man sich die Bürokratie noch genauer anschaut. Der Begriff des Contractors ist nämlich nicht nur schwammig, sondern genauso zutreffend, weil private Dienstleistungen die gesamte US Armee durchsetzen und sie buchstäblich am Leben erhalten. Vom Koch über den Mechaniker bis zum Leibwächter ist alles vertreten und noch viel mehr. So sind die Firmen CACI International und Titan in Abu Ghraib und die Foltervorfälle genauso verstrickt wie die US Armee. Eine Rolle. Übersetzer, Verhörspezialisten, Techniker und Logistikpersonal wird von diesen Firmen gestellt.
Die Firma Blackwater ist eine Privatarmee, überall einsetzbar und gut ausgerüstet. Die Bedeutung von Blackwater mag vielleicht erst jetzt in den Medien präsent zu sein, doch schon nach dem Hurrikan Katrina patrouillierten Blackwater Mitarbeiter in den Straßen von New Orleans. "Sie scheffelten insgesamt 240000 Dollar pro Tag", rechnete Jeremey Scahill vor, "das sind 950 Dollar Tageshonorar für jeden Blackwater-Mann."

 


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Man will einen Krieg ohne sichtbare Opfer führen und Blackwater bietet dafür das Konzept. Die Zahl der aktiven Soldaten der USA wurde in den letzten 20 Jahren von 2,1 Millionen auf 1 Millionen gesenkt, doch blieben die Konflikte und Kriege nicht aus. Private Sicherheitsfirmen sollen die Löcher stopfen und ihre speziellen Fähigkeiten in den Dienst der Regierung stellen. Doch eigentlich ist es anders herum, denn wenn man sich Blackwater oder Halliburton ansieht, so haben sich die Firmenleitungen hier schon früh die Politik in den Dienst gestellt. Bei Dick Cheney find es an und heute arbeiten Teile des Verteidigungsministeriums Hand in Hand mit den Unternehmen. Wobei hochrangige Angestellte des Pentagons nur zu gern die Seiten wechseln, dabei ihren Patriotismus verkünden und im Stillen sehr gern das dreifache Gehalt eines Staatsdieners in Empfang nehmen. Schon 1991 hat man sondiert, wie sich das Militär privatisieren ließe und Dick Cheney hat die Türen geöffnet. Heute ist das Militär schon teilweise in privatisiert und aus dem Fuß in der Tür ist bereits teilweise ein freier Zugang geworden. Man schuf einen Markt für sich selbst und für die gesamte Söldnerindustrie. Der moderne Krieg soll ohne große Heere geführt werden - small footprint. Man braucht aber Truppen, vor allem zur Besetzung, wie man am Beispiel Irak und den Folgen für das US Militär sehen kann. Nur sollen es keine nationalen Armee sein, sondern das Outsourcing und der amerikanische Way of Life, der die Privatisierung als Lösung aller Probleme voranstellt. Man wollte die Fehler von Vietnam nicht noch einmal machen, den Krieg nicht wieder zu Hause verlieren, sondern die direkten Folgen in die private Hand geben. Die freie Marktwirtschaft fängt ihre Krisen und Verluste selbst wieder an, also warum sollte das in einem privatisierten, modernen Krieg nicht auch funktionieren. Je weniger echte Soldaten, desto geringer dieses "politische Risiko". Das ist Lehre aus Vietnam.
Das Stille, Verschwiegene der privaten Sicherheitsfirmen gehört zu den "Wettbewerbsvorteilen" gegenüber einer regulären Armee und die über 1000 Gefallenen in den Reihen dieser Unternehmen, tauche in keiner offiziellen Bilanz auf. Der Krieg muss ökonomisch geführt werden, so die Meinung der Manager dieser privaten Sicherheitsdienstleiser.
"Nennen Sie mir eine wirklich erfolgreiche UN-Mission!?" steht als wirksamster Argument auf ihren Fahnen und es wirkt. Die International Peace Operations Association (IPOA), die Lobbygruppe dieser Firmen betont den Frieden und unterstreichen die Professionalität, Ethik und Effizienz ihrer Unternehmen. Ob diese Sachen alle in einen Satz gehören ist fraglich, aber es ist das, was die Leute hören wollen. So boomt unter neuem Namen das Geschäft von Blackwater: Mögliche Aufträge im sudanesische Krisengebiet Darfur, Konzept für humanitären Interventionen ist geplant und das Piratenproblem schon heute zweitwichtigster Einahmezweig der Blackwater Firmengruppe geworden, schon völlig verinnerlicht.

 

"Ich habe den Film Rwanda Hotel gesehen, und mir ist schlecht geworden. Und ich frage: Warum haben wir das zugelassen? Wir können beim nächsten Mal etwas machen, und zwar ohne große US-Intervention. Wir können eine multinationale Brigade stellen, die aus Professionellen besteht!"
Erik Prince

"Wir haben das Potenzial, Sicherheitsoperationen für einen Bruchteil der Kosten einer Nato-Operation durchzuführen."
Cofer Black, Vizepräsident von Blackwater

"Das ist alles nichts Neues. Auch George Washington hatte Söldner!"
International Peace Operations Association (IPOA)




Weitere Videos zu Blackwater (Englisch)

Quellen


Rolf Uesseler, Krieg als Dienstleistung. Private Militärfirmen zerstören die Demokratie, Ch. Links Verlag; Auflage: 3., aktual. und erw. Neuauflage (11. April 2008).
Thomas Jäger / Henrike Viehrig (Hrsg.), Sicherheit und Medien, Vs Verlag; Auflage: 1 (16. April 2009).
Jeremy Scahill, Blackwater: Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt, rororo; Auflage: 2 (1. September 2009).

http://de.wikipedia.org/wiki/Xe_Services (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.ustraining.com/new/index.asp (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 61,00.html (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 93,00.html (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.tagesspiegel.de/politik/inte ... 86544.html (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.sondereinheiten.de/forum/vie ... 12&start=0 (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://soldatenglueck.de/2010/08/09/409 ... ny-videos/ (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.vanityfair.com/politics/feat ... rentPage=4 (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/top ... sechi.html (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.zeit.de/2007/40/Blackwater (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Memorandum_17 (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.thenation.com/article/blood- ... blackwater (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://derstandard.at/3041961 (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.waronwant.org/campaigns/corp ... ate-armies (Letzter Aufruf 15.12.2011)
http://www.blackwaterfacts.com/ (Letzter Aufruf 15.12.2011)



Autor: Freiherr von Woye