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Das Thema

Unternehmen Paukenschlag
U-Boot-Angriff auf Amerika


Deutsche U-Boote auf dem Marsch


Geschichte

"Paukenschlag" war der Deckname für die U-Boot-Offensive gegen den Schiffsverkehr vor der Ostküste der USA. Nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbor und dem damit verbundenen Kriegseintritt der USA, konnte Hitler es kaum abwarten, den Amerikanern den Krieg zu erklären. Er wollte die Japaner für seine Zwecke gegen die Russen gewinnen und erhoffte sich ein offenes Bündnis mit den Japanern, die bis dahin den Kriegsschauplatz im Pazifik fast ausnahmslos kontrollierten.

Die Lage der Deutschen im Atlantik sah dagegen nicht ganz so rosig aus, aber die U-Boot-Waffe brachte die Royal Navy, allen voran deren Nachschubwege immer stärker ins Wanken. Die Verluste der Handelsschifffahrt waren sehr hoch und die bis dahin sowieso schon recht umfangreichen Hilfslieferungen der USA konnten nach der Kriegserklärung des Deutschen Reiches an die USA nun ganz offen attackiert werden. Jetzt verlegten die deutschen Wolfsrudel ihre Operationsgebiete auch immer näher an die Küsten der USA, um die dort auslaufenden Schiffe sofort angreifen zu können. Die Deutschen wussten, dass die US-Küsten für solche Übergriffe nicht ausreichend verteidigt waren, weder eine vernünftige Luftaufklärung, noch ausreichende Begleitschiffe standen zum Schutz der Handelsschifffahrt zur Verfügung.


Karl Dönitz, der Befehlshaber der Unterseeboote (BdU)

Die vom Befehlshaber der Unterseeboote (BdU) Karl Dönitz zwölf bereitgestellten U-Boote sollten dem Gegner gleich schwere Verluste zufügen. Ein Problem war sicherlich die lange Anfahrt bis zu den amerikanischen Küsten, die sich über rund drei Wochen erstreckte. Der lange Weg bis zum Operationsgebiet hatte zur Folge, dass die Treibstoffreserven der U-Boote fast schon gänzlich zur Neige waren und somit eine längere Aufenthaltsdauer vor den Küstengebieten ausgeschlossen war. Das Problem konnte aber nach einiger Zeit behoben werden, indem man die sogenannten U-Tanker, umgangssprachlich „Milchkühe“ genannt, einsetzte. Die Einsatzdauer der U-Boote konnte dadurch entscheidend erhöht werden. Damit stiegen auch die Erfolgsaussichten auf „Beute“.


U 123 mit Kapitänleutnant Hardegen beim Auslaufen zum Unternehmen Paukenschlag

Die Anfangserfolge waren sehr beeindruckend. Die deutschen U-Boot-Kommandanten waren ihren fast völlig unerfahrenen Gegnern total überlegen und spielten diesen Trumpf auch aus. Die Schiffe fuhren im Großen und Ganzen immer noch einzeln, selbst die Tanker hatten keinerlei Schutz und wurden somit zum leichten Opfer der „Wölfe“. Nachdem die U-Boote ganze fünf Monate gewütet und den Alliierten schwere Verluste zugefügt hatten, wurde reagiert. Man führte im Juni 1942 das sich bereits aus dem Nordatlantik bewährte Konvoisystem nun auch vor der US-Ostküste ein.


Reinhard Hardegen, erfolgreichster Kommandant der Unternehmung, bei der Verleihung des Ritterkreuzes

Aufgrund der großen Erfolge und der immer stärkeren Gewichtung der deutschen Kriegsmarine auf die U-Boot-Waffe wurden weitere U-Boote in das Operationsziel beordert. Das Gebiet erstreckte sich dann sogar schon bis zur Karibik und sollte helfen, die Öl-Lieferungen aus Venezuela zu unterbinden. Dönitz hatte ausrechnen lassen, dass selbst die U-Boote vom Typ VII für ein paar Tage in amerikanischen Gewässern operieren konnten, wenn sie auf der Anreise Treiböl sparten. Nachdem im April die ersten U-Boot-Tanker eintrafen, konnte die Reichweite der U-Boote erheblich erhöht werden. Ein solcher U-Boot-Tanker konnte bis zu zehn Boote vom Typ VII versorgen.

Die Verteidigungsmaßnahmen der Amerikaner sind in den ersten Monaten eher als eine Katastrophe zu bezeichnen. Sie standen dem Problem fast völlig hilflos gegenüber. Erst nach drei Monaten gelang es ihnen, ein deutsches U-Boot zu erwischen. Am 14. April 1942 hatten sie U 85 geortet. Der Zerstörer Roper hatte das U-Boot vor der Küste von New Jersey ausgemacht und alle Fluchtversuche des Kommandanten von U 85 halfen nichts mehr. Er versuchte, dem Zerstörer im Dunkel der Nacht über Wasser zu entkommen, aber dieser Plan scheiterte und er versenkte sein Boot selbst. Leider hatte die Besatzung des Zerstörers Roper nicht die Größe und Menschlichkeit besessen, den im Wasser schwimmenden, wehrlosen Matrosen zu helfen. Im Gegenteil, sie fuhren mit voller Fahrt durch die Menge und warfen ihre Wasserbomben.

Während der ersten sechs Monate der Offensive der deutschen U-Boote vor den Küsten Amerikas wurden insgesamt 397 Schiffe mit über 2.000.000 BRT versenkt. Ca. 5.000 Seeleute fanden in diesem Gemetzel auf alliierter Seite den Tod. Auf deutscher Seite stehen dagegen nur sieben U-Boote (U-85, U-352, U-157, U-158, U-701, U-153 und U-576), die verloren gegangen sind und eine vergleichsweise geringe Anzahl von 302 deutschen Seeleuten.


Wochenschau-Bericht vom 25. Februar 1942



Quellen

siehe hierzu auch: USS Roper gegen U-85


wikipedia.org (Zugriff 12.10.09)
uboat.net (Zugriff 12.10.09)

Autor: Oliver