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Das Thema

U-47 in Scapa Flow


U 47 - der Stier von Scapa Flow - in stürmischer See


Die Feindfahrt

Am 8. Oktober verließ das komplett aufmunitionierte U-47 vorsichtig den Kieler Hafen, um auf einem sorgfältig abgesteckten Kurs die Orkneys zu erreichen. Der Auftrag fand unter der höchsten Geheimhaltungsstufe statt. Das ging soweit, dass Raeder von Dönitz nur mündlich informiert wurde. Während nun Prien und seine Mannschaft langsam Scapa Flow zustrebten, mag doch so manchem der oberen Kriegsherrn entgangen sein, was für eine monumentale Aufgabe da in Gang gesetzt wurde.


Verlauf der Aktion in Scapa Flow

Prien gab um 00.58 Uhr den ersten Feuerbefehl zu einem Dreierfächer aus den Bugrohren auf die vor ihm liegenden Ziele und eins für die weiter nördlich liegende Royal Oak. Eine Detonation wurde gehorcht und Prien ließ U-47 wenden, um den Hecktorpedo zum Feuern klarmachen zu lassen. Aber auch dieser Torpedo brachte nicht den gewünschten Erfolg. Was Prien entging, war der erste Treffer auf dem Schlachtschiff, der zwar die Mannschaft gegen 01.04 Uhr etwas durcheinander rüttelte, jedoch auch nicht sonderlich beunruhigte. Die Mannschaft nahm irrtümlich an, im Hafen unverwundbar zu sein und, da man die Explosion für Schiffsintern hielt, gingen die meisten wieder in ihre Kojen.

Nach kurzem Abwarten auf die Wirkung der Torpedos wurden die Bug- und Heckrohre sofort wieder nachgeladen. Nach den Fertigmeldungen manövrierte Prien das Boot kurz und feuerte einen weiteren Dreierfächer auf die Royal Oak, der diesmal fatale Folgen hatte.

Nach etwa drei Minuten (01.16 Uhr) ließen sich zwei nachhallende Explosionen vernehmen, da der Rumpf des Schlachtschiffes aufgerissen wurde und erstickenden schwarzen Rauch freisetzte. Nach weiteren 5 Minuten (01.21 Uhr) bemerkte Kapitän Gatt einen Blitz bis in Mastspitzenhöhe, des Weiteren schwarzen Qualm. Dann krängte das Schlachtschiff sehr schnell und stark. Nur dreizehn Minuten später war es gesunken, wobei es 833 Seeleute mit ins nasse Grab riss, darunter auch Konter-Admiral Blagrove, Admiral des 2. Schlachtschiff-Geschwaders.


Auf dem Rückmarsch passiert U 47 mit angetretener Besatzung die Scharnhorst

U-47 verließ Scapa Flow auf gleichem Weg, wie es gekommen war, das unbeschreibliche Chaos nutzend, dass es mit seinem Auftrag anrichtete. Obwohl die Herren auf den engl. Zerstören jetzt voll erwacht waren, erreichten ihre Schiffe dennoch nur 10 Knoten, da der Dampfdruck noch nicht hochgefahren war. Im Gegensatz zu den Verlautbarungen der BBC, die behauptete, ein U.Boot versenkt zu haben, war U-47 gegen 02.15 Uhr schon wieder im Tiefwasser mit Kurs auf Wilhelmshaven. Die britische Admiralität weigerte sich immer noch, an einen U-Bootangriff zu glauben, als U-47 schon fast zu Hause war. Man ging weiter von der Theorie schwerer Explosionen an Bord aus.

Bis 07.46 Uhr ging die Admiralität weiter von ihrer These aus, bis Taucher unter dem Wrack Reste von einem (elektr.) G7e/2874 - Torpedo fanden.


Bild des eindrucksvollen Schlachtschiffes HMS Royal Oak, das bei dem Nachtangriff im Hafen von Scapa Flow durch U-47 versenkt wurde.


U-47 mit Besatzung nach der erfolgreichen Unternehmung.

 

Der Kommandant von U-47:


Günther Prien, der Mann, der als erster Kommandant der Kriegsmarine das Ritterkreuz bekam.


Daten Typ VII B

 
Technische Daten des Type VIIB
 
Verdrängung:
753 Tonnen aufgetaucht,
857 Tonnen getaucht
Länge (gesamt):
66.50m
Länge (Druckkörper):
48.80m
Breite (gesamt):
6.20m
Breite (Druckkörper):
4.70m
Tiefgang:
4.74m
Höhe:
9.50m
Motorisierung:
2 x 6-Zylinder, 4-Takt MAN Dieselmotoren,
3200 PS (aufgetaucht),
2 x AEG Elektromotoren, 750 PS (getaucht)
Geschwindigkeit:
17,9 Knoten (aufgetaucht),
8,0 Knoten (getaucht)
Einsatzreichweite:
8700/6500 SM bei 10/12 Knoten (aufgetaucht),
90 SM bei 4 Knoten (getaucht)
Torpedorohre:
4 Bug, 1 Heck
Torpedos:
14
Minen:
26
Geschütz :
88mm/45, 220 Schuß + FLAK 20mm
Alarmtauchzeit:
30 Sekunden
Größe Tauchtiefe:
ca. 220m
Werft:
Krupp Germaniawerft, Kiel
Serie:
U45 - U55
Bauauftrag:
21.11.1936
Bau Nummer:
538
Stapellauf:
25.02.1937
Werftprobefahrt:
29.10.1938
ndienststellung:
17.12.1938
Feldpostnummer:
18837
 
Flottillen-Verwendung
Dez. 1938 - Dez. 1939:
7. U-Flotille "Wegener" (Kiel)
Jan. 1939 - Mar. 1941:
Chef-Boot, 7. U-Flotille (Kiel/Lorient)


Quellen

Korvettenkapitän Günter Prien ISBN: 3-88189-766-2
Wikipedia Zugriff: 06.09.2009

Autor: Tiwaz / Karaya234