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Das Thema

 

Die Schlacht um Stalingrad

 

Kein anderes Ereignis aus dem zweiten Weltkrieg ist so in den Köpfen der Menschen geblieben wie die große Schlacht um Stalingrad.
Obwohl nicht Hauptziel der deutschen Sommeroffensive 1942 und anfangs so nicht eingeplant, wurde die Stadt am Ende doch verbissen bzw. mit allen Kräften angegriffen.

 

Die deutsche Führung war so besessen von der Einnahme von Stalins Stadt, dass die Flanken vernachlässigt wurden und nur von schlecht ausgebildeten rumänischen und italienischen Soldaten gehalten wurde. Dies führte, zusammen mit anderen Faktoren, zur Kesselschlacht in Stalingrad.Wie viele Soldaten im Kessel waren und wie viele starben, verwundet oder gefangen genommen wurden, weiß bis heute niemand genau. Aber man geht von 200.000 bis 320.000 getötete Soldaten im Kessel aus, sowie 120.000 Gefangene.

Nach Hause kamen nur Wenige.

 


 
Schlacht von Stalingrad
 
Datum:
13. September 1942 – 2. Februar 1943
Ort:
Stalingrad, Sowjetunion
Ausgang:
Sieg der Sowjetunion
Konfliktparteien
 
 
Deutsches Reich
Königreich Rumänien
Königreich Italien
Kroatien
Königreich Ungarn
Sowjetunion
 
Befehlshaber
Erich von Manstein (Heeresgruppe Don)
Friedrich Paulus (6. Armee)
Hermann Hoth (4. Panzerarmee)
Petre Dumitrescu (3. rumänische Armee)
Constantin Constantinescu (4. rumänische Armee)
Italo Gariboldi (8. italienische Armee)
Ungarn Gusztáv Jány (2. ungarische Armee)
Wassili Tschuikow (Stalingrader Front)
Alexander Wassilewski (Südfront)
Georgi Schukow(Südwestfront)
Semjon Timoschenko (Donfront)
Truppenstärke insgesamt ca. 850.000
Truppenstärke insgesamt ca. 1.700.000


Vorgeschichte

 

Die Stadt

Die Stadt im Süden der Sowjetunion, in der heutigen Russischen Föderation, hatte eine enorme Rüstungsindustrie und war ein enorm wichtiger Verkehrsknotenpunkt. So liefen Erz, Getreide aus der Kornkammer der Ukraine und Öl aus Baku bzw. Grozny, mit der Eisenbahn oder dem Schiff die Wolga entlang durch Stalingrad. Im Frühsommer 1942 war die Front noch weit entfernt von der Metropole an der Wolga. Die Zeichen des Krieges bestimmten aber bereits das Stadtleben. Die Einwohner Stalingrads fieberten mit den kämpfenden Soldaten der roten Armee, die das heilige Mutterland verteidigten. In der Technischen Universität waren, wie überall in der UDSSR, Landkarten aufgehangen worden, auf ihr mit roten Fähnchen die Front aufgezeigt. Große Besorgnis regte sich als die Fähnchen, vom 22. Juni bis zum Wintereinbruch, im Süden bis Rostow am Don verschoben wurden. Erleichterung brachten erst die sowjetischen Gegenangriffe im Winter 41/42, doch sie schwand als diese Angriffe zum Stillstand kamen. In der Stahlgießerei „Roter Oktober“ waren bis zu 20.000 Arbeiter beschäftigt, um das notwendige Material zum Abwehrkampf herzustellen. Direkt daneben stand die riesige, von den Amerikanern gebaute, Traktorfabrik „Dserschinski“. Dort wurden statt Landmaschinen, 250 Panzer vom Typ T-34 monatlich produziert. Nachschub wurde ebenfalls aus der Geschützfabrik „Rote Barrikaden“ hergestellt. In Stalingrad war ebenfalls die bedeutendsten Ölraffinerien des Landes, diese lieferten Treibstoff bis nach Moskau und an die Fronten. Die verzweigten Gleisanlagen waren früh das Ziel von Görings Luftaufklärern. Die deutschen Piloten nannten sie „Tennisschläger“ wegen ihrer markanten Form. Zu diesem Zeitpunkt lebten 500.000 Menschen in der skurril aussehenden Stadt. Den Stalingrad war zwar 30 Kilometer lang, aber auch nur 5 Kilometer breit. So erstreckte sie sich entlang der Wolga, die in diesem Abschnitt bis zu 2000 Meter breit war, alle wichtigen Gebäude der Stadt. Diese lagen auf der westlichen Wolgaseite, auf der östlichen hingegen waren nur wenige Wohnhäuser. Beide Seiten waren nicht verbunden, da es keine Brücken gab. So musste alles mit Fähren erledigt werden. Die Stadt war hauptsächlich aus Holz gebaut, während Steinhäuser nur in den Arbeiterbezirken nahe den Produktionsanlagen zu finden waren. Im Süden der Stadt standen drei riesige Getreidesilos. Diese waren von Generaloberst Paulus als Motiv für Armplakette, welche für die Soldaten der 6. Armee vorgesehen, nach dem Sieg über Stalins Stadt bereits festgelegt worden.
Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt wichtiger Handelsposten. Die Stadt wurde damals schon gegen Feinde, wie die Tataren, geschützt. Während der kommunistischen Revolution in Russland, während und nach dem ersten Weltkrieg, versuchte die Weiße Garde, unter Anton Iwanowitsch Denikin, die Stadt, die damals noch Zarizyn hieß, einzunehmen. Kurze Zeit später belagerten kaukasische Nationalisten die Stadt, um den Getreidenachschub über den Flussweg, in die neue Hauptstadt Moskau, zu unterbinden. Die Verteidigung der Stadt an der Wolga übernahm Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, genannt Stalin. Zu seinen Ehren wurde die Stadt 1924 in Stalingrad umbenannt. Für Stalin war die Stadt Prestigeobjekt Nummer Eins. Zu Beginn der Planungen für die Sommeroffensive, war Stalingrad aber weder genannt, noch Ziel eines Alternativplanes gewesen. Noch konnten die Stalingrader den Tatarenwall für einen Spaziergang nutzen. Damals ahnte noch niemand, dass dort die blutigste Schlacht des Zweiten Weltkrieges, zwischen Deutschen und Sowjets, geschlagen werden würde.


Die Stadt an der Wolga vor dem Krieg

 

Die Planungen

 

Es war Frühsommer 1942, als die Weichen für die deutsche Sommeroffensive gestellt wurden. In der Wolfsschanze plante Hitler an Hand von Kartenmaterial, was ihm seine Strategen gaben, den Angriff auf die Sowjetunion, der den endgültigen Sieg über das Riesenreich bringen sollte. Die Lage war, nach der Niederlage im russischen Winter, wieder entspannt und die Gegenoffensive der roten Armee gestoppt. Vor allem aber wurde die Versorgung durch das günstigeres Wetter besser. Vor Beginn des „Unternehmens Barbarossa“, prahlte Hitler noch: „Es dauert nur acht Wochen.“. Doch der Blitzkrieg war gescheitert und allen beteiligten Generälen und Soldaten war klar, dass der Russe bereitete sich ebenfalls auf eine Offensive vorbereitet. Der Vorteil würde bei dem liegen, der die Initiative ergreift. Darum war Hitlers Maxime: So schnell wie möglich aus der Defensive heraus!
Von der Barentsee bis zum Kaspischen Meer, kämpfte die Wehrmacht auf einer 5000 Kilometer langen Front. Dabei konnte die Armeeführung mit 196 eigene Divisionen, die von 68 Verbündeten unterstützt wurden, planen. Bis August 1942 waren 336.000 Soldaten gefallen, 1.127.000 Verwundet und 75.900 vermisst. Damit war das deutsche Ostheer auf 60% der anfänglichen Ist-Stärke von „Unternehmen Barbarossa“ geschrumpft. Ausfälle wurden nur unzureichend mit neuen Rekruten, genesenen Verwundeten und Soldaten aus dem besetzten Westeuropa ausgeglichen. Das Dokument „Wehrkraft 1942“ zog eine schonungslose Bilanz: „Fehlstellen des Ostheeres am 01. Mai 1942: 625.000 Köpfe. Volle Auffüllung der Verluste des Winters ist nicht möglich. Wehrkraft geringer als im Frühjahr 1941.“ Ebenfalls war der Materialmangel von entscheidendem Gewicht in den Kämpfen. Nur die Hälfte der Flugzeuge, die im Mai 1941 zur Verfügung standen, waren einsatzbereit. Panzer konnten nicht so schnell produziert werden, wie sie ausfielen oder abgeschossen wurden. Nun rächte sich, was man bei der planmäßigen Rationalisierung der Rüstungswirtschaft seit Kriegsbeginn versäumt hatte.


(Entwurf für das Stalingrad Ärmelschild)

Im Jahre 1942 begannen die Mobilisierungsmaßnahmen, die für die Sommeroffensive viel zu spät kamen. Fehlentscheidungen Hitlers gefährdete den waffentechnologischen Vorteil der Wehrmacht. Außerdem erteilte er die Genehmigung zum Bau der neuen Panzer „Tiger“ und „Panther“ erst, als die Sommeroffensive bereits lief. Die Wehrmacht besaß keinen Panzer ,der den T-34 auf langer Entfernung besiegen konnte und so nannten die Landser ihre eigenen Waffen „Türklopfer“. Aber auch die rote Armee musste Verluste hinnehmen. So wurden 4 Millionen Rotarmisten im ersten Kriegsjahr von der Wehrmacht gefangen genommen. Trotzdem standen der roten Armee im Sommer 1942 eine erstaunliche Zahl von 790 Divisionen zur Verfügung – viermal mehr als der Wehrmacht. Beim Material sah es ähnlich aus. Durch eine erhöhte Eigenproduktion, sowie dem britisch-amerikanischen Nachschub, war die rote Armee auf Dauer klar im Vorteil. So verließen 1200 sowjetische Panzer die Produktion - jeden Monat. Hitler wischte solche Meldungen als Unfug und Feinpropaganda vom Tisch. Er glaubte an die schier unbegrenzte Leistungsfähigkeit seiner arischen bzw. deutschen Soldaten. Sündenböcke für die Niederlage vor Moskau waren schnell gefunden. Hitler entließ Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch, Generalfeldmarschall Fedor von Bock und Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt.Wilhelm Ritter von Leeb, der Oberbefehlshaber Heeresgruppe Nord, bat von sich aus um eine Ablösung. Insgesamt wurden 11 von 18 Feldmarschälle abgelöst. Dazu kam die Entlassung seines erfolgreichen Heerführers: Generaloberst Heinz Guderian! Erich Hoepner wurde wegen „Ungehorsams und Feigheit“ aus der Wehrmacht sogar ausgestoßen. Die „alte“ Spitze in den militärischen Planungsstäben sollte mit einer „neuen“ operativen Führung an der Front das umsetzen, was Hitler wollte. Nun bestimmte der Führer nicht mehr nur die großen Ziele der Kriegführung, sondern auch operative Fragen selbst. Die Offiziere der Wehrmacht waren nun zu „bloßen Erfüllungsgehilfen“ degradiert worden. Diesmal gab es aber nur einen Schwerpunkt beim Angriff, statt wie bei Barbarossa drei. Die Hauptoperation wurde der Heeresgruppe Süd zugesprochen. Hier sollten die Kräfte der Sowjetarmee zwischen Donez und Don vernichtet, die Kaukasuspässe gewonnen und die Ölgebiete am Kaspischen Meer erobert werden. So sagte Hitler seinen Generälen: „Wenn wir Maikop und Grosny nicht bekommen, dann muss ich diesen Krieg liquidieren.“
Halder legte Hitler einen Plan vor, der auf einer durchdachten Strategie beruhten. Halder wollte eine Zersplitterung der Truppen vermeiden. Erst sollte mit einer Reihe von Teiloffensiven, sowjetische Frontvorsprünge in die deutschen Linien beseitigt werden. Danach sollte der Hauptangriff folgen: Die 4. Panzerarmee sollte aus dem Raum Orel und Kursk über Woronesch, den Don entlang angreifen und sich dann mit den Kräften der 6. Armee, die aus dem Raum Charkow vorstießen, in Aufmarsch-Richtung Wolga vereinen. Weiter Südlich sollten deutsche Verbände über Rostow nach Osten vordringen und sich bis an die Wolga heran kämpfen. Das Zusammentreffen beider Heeresgruppen war im Raum Stalingrad geplant. Dort sollte sich eine riesige Zange schließen, um die Hauptstreitmacht der Roten Armee einzukesseln. Der nächste Schritt war die Sprengung des Kessels und darauf der Vorstoß Richtung Kaukasus. Dabei sollte die 1. Panzerarmee aus dem Raum Proletarskaja mit der 17. Armee aus Rostow Maikop am Schwarzen Meer besetzen. Dieser Plan hatte genau zwei Ziele: die Vernichtung der gegnerischen Kräfte an der Wolga und den Vorstoß in den Kaukasus. Die große Sorge war aber ein zuvorkommender sowjetischer Angriff. Niemand wagte es sich der Illusion hinzugeben, die rote Armee würde untätig bleiben.
Wären die deutschen Flügel stark genug um einen Gegenangriff abwehren zu können? Die Front zwischen Woronesch und Noworossisk am Schwarzen Meer wären im Verlaufe der geplanten Kampfhandlungen auf eine Länge von 2000 Kilometer ausgedehnt gewesen. Zweites Problem war der Nachschub. War er in der Lage diese Strecke zu absolvieren bzw. den Nachschub aufrechtzuerhalten? Außerdem musste dieser nun 500 Kilometer weiter östlich fahren als bisher. Dazu kam die Frage, wie viele Reserven bereitgehalten werden mussten. Auf diese Fragen gab es von Hitler nur eine Antwort: „Der Feind hat schwerste Verluste an Menschen und Material erlitten. In dem Bestreben, scheinbare Anfangserfolge auszunützen, hat er auch die Masse seiner für spätere Operationen bestimmten Reserven in diesem Winter weitgehend verbraucht.“ Nach einer dreistündigen Besprechung stimmte Hitler Halder in den wesentlichen Punkten zu, aber er bearbeitet die Pläne persönlich noch einmal. Was dann am 05. April 1942 als „Weisung Nummer 41“ abgesegnet wurde, wich in mehreren Punkten von den ursprünglichen Plänen ab. Es begann bereits mit der Bezeichnung der Aktion. Eigentlich sollte die Offensive „Fall Siegfried“ lauten, aber durch die Misserfolge von Barbarossa, wich Hitler von Namen der deutschen Saga ab und kehrte zum „Farbenspiel“ zurück. Unter Fall Weiß wurde Polen Überfallen, unter Fall Gelb die Benelux Staaten und unter Fall Rot Frankreich. Die neue Offensive hieß nun „Fall Blau“. Weisung Nummer 41 umfasste 14 maschinengeschriebene Seiten. Die Ausführlichkeit hat einen einfachen, aber tragischen Grund. Hitler schrieb neben allgemeinen Absichten und Zielen, detaillierte Beschreibungen einzelner Operationen mit exakten Anweisungen zur Ausführung nieder. Das Führungsprinzip der Auftragstaktik beruhte auf einer simplen Logik: Es ermöglichte den Befehlshabern an der Front auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Rücksprachen mit der nächsthöheren Ebene waren nur bei Grundsatzentscheidungen erforderlich. Dies war die Grundvoraussetzung der flexiblen Gefechtsführung. Genau dies nahm Hitler damit den führenden Generälen an der Front.
Die endgültige Eroberung Leningrads durch die Heeresgruppe Nord wurde nur kurz erwähnt. Weisung Nummer 41 beschäftigte sich hauptsächlich um die Heeresgruppe Süd. Der Angriff war in vier Phasen vorgesehen. In Phase I sollte eine Heeresgruppe aus dem Raum Orel und Kursk über Woronesch den Don entlang vorstoßen. Danach folgt in Phase II, die Vereinigung mit Kräften aus dem Raum Charkow. In Phase III war angedacht, dass die Truppen weiter östlich vorstoßen und sich mit der anderen Heeresgruppe, die aus dem Raum Rostow bis an die Wolga vorgestoßen ist, vereinigen. Im Raum Stalingrad war das Zusammentreffen geplant. Nach der Vernichtung der eingekesselten Feindverbände hätte Phase IV begonnen. Hier sollte Baku am Kaspischen Meer und Batumi an der sowjetisch-türkischen Grenze erobert werden. Das Öl war auf langer Sicht notwendig, aber das wurde vorsichtshalber nicht benannt. Hierbei zeigt sich besonders das Hitler die Idee vom schnellen Sieg aufgegeben hat. Nun wollte er die Ölfelder um die eigene Kraft zu steigern und die roten Panzer verdursten zulassen. Selbst die Sollstärke, war in Weisung Nummer 41 angegeben. So sollte der nördliche Zangenarm mehr motorisierte Infanterie und Panzer erhalten als der südliche. Weisung Nummer 41 war und ist in seinem Detailreichtum, realitätsfernen Beurteilung und Missachtung aller Führungsdivisen (Von Clausewitz bis Moltke), für jedes militärische Lehrbuch ein abschreckendes Beispiel. Die militärische Führung der Wehrmacht beugte sich ihrem Führer und begann den Aufmarsch-Plan umzusetzen.
Stalingrad war keineswegs das eindeutige Ziel, wie von Hitler später immer wieder behauptet wurde. Lediglich das Erreichen oder ein Ausschalten der Stadt mit Artilleriefeuer als weiteres Rüstungs- und Verkehrszentrum, war vorgesehen. Die Einnahme der Stadt erachtete Hitler, zu Beginn des „Falls Blau“, als nicht notwendig.


Adolf Hitler – er wollte die Offensive im Süden und plante diese auch.


Nach Stalingrad

 

Die Vorbereitung: Krim

Die Vorbereitung auf die große Sommeroffensive wurde mit weiteren Operationen durchgeführt. Diese hießen „Trappenjagd“, „Störfang“, „ Wilhelm“ und „Fridericus“. Viele Militärs hielten diese für schwierig, sogar manchmal gar nicht zu bewältigen. Das es dennoch gelang, bestärkte Hitler in seiner Einschätzung, dass die rote Armee am Ende ihrer Kraft sei.
„Trappenjagd“ war der Codename für die Besetzung der Halbinsel Kertsch. Die 20 Kilometer breite Landenge war mit Minenfeldern, Stacheldrahtverhauhen, Panzersperren und gut ausgebauten Verteidigungsstellungen gesichert. Mit einem gestaffelten Abwehrfeuer wurde jeder deutsche Angriff bisher abgewehrt. Hitler forderte in der Weisung 41, das Kertsch, sowie Sewastopol auf der Krim, fallen müssen. Generaloberst Erich von Manstein erteilte am 08. Mai um 03:15 den Befehl zur „Trappenjagd“. Mit geschickten Scheinangriffen stießen die Soldaten der Wehrmacht durch die relativ schwachen Flanken und nach 7 Tagen standen die Truppen in Kertsch. Die drei sowjetischen Armeen wurden eingekesselt und so machte die Wehrmacht 170.000 Gefangene. Die deutschen Verluste waren mit 8000 Mann vergleichsweise gering. Von Manstein erwies sich an der Ostfront nicht nur als begabter Theoretiker, sondern auch als erfolgreicher Praktiker. Kertsch sollte das Sprungbrett nach und das Tor zum Kaukasus aufzustoßen. Nach der Eroberung von Kertsch, musste Manstein die Festung Sewastopol einnehmen. Dies geschah unter den Codenamen „Störfang“. Die 11. Armee musste gegen die stärkste Festung der Welt antreten. In dieser waren mehr als 100.000 sowjetische Soldaten mit zahllosen Geschützen und Granatwerfern. Am 03. Juni 1942 begann die erste Artillerieschlacht des zweiten Weltkrieges. Aus insgesamt 1300 Geschützen feuerte die Wehrmacht 5 Tage lang auf die Festung. Dazu kamen die schweren Geschütze „Dora“, „Thor“ und „Odin“. Der Mörser Thor hatte 60 Zentimeter Durchmesser, das Eisenbahngeschütz Dora sogar 80 Zentimeter. 4000 Mann waren notwendig um den Giganten Dora zu bedienen. Ganze fünf Wochen dauerte die Aufstellung des Geschützes. Die drei Schuss, die pro Stunde aus dem Rohr gefeuert wurden, hatten eine enorme Wirkung und zerstörten Bunker, die noch 30 Meter unter der Erde lagen. Dazu kam das VIII. Fliegerkorps, das täglich bis zu 2000 Einsätze flog. Tausende Menschen starben dabei. Doch auch nach den 5 Tagen Beschuss, waren die letzten Überlebenden zu heftiger Gegenwehr in der Lage. Die Parole „Kampf bis zum letzten Mann“ wurde hier eindeutig erfüllt. Jeder Bunker, jedes MG-Nest, jede Stellung leistete hartnäckigen Widerstand. Von über 1000 Rotarmisten, die das Fort „Maxim Gorki“ verteidigten, überlebten grade einmal 40 das deutsche Artilleriefeuer. Die Löcher, die in Befestigungsmauern gerissen wurden, wurden von den Überlebenden mit den Leichen der Kameraden gefüllt. So musste jeder deutsche Soldat für die Einnahme der Festung buchstäblich über Leichen gehen. Jeder Widerstand der roten Armee war zu diesem Zeitpunkt bereits sinnlos geworden. Sprengte ein sowjetischer Parteifunktionär einen Stollen, starben neben wenigen deutschen Soldaten auch hunderte Frauen und Kinder die Zuflucht vor dem Artilleriefeuer gesucht haben. Am 03. Juli 1942 endete das Gemetzel auf der Krim und zwei sowjetische Armeen waren vernichtet. Hitler war zufrieden und beförderte Generaloberst von Manstein zum Generalfeldmarschall.


Ausgangslage auf der Krim vor dem Angriff.

 

Die Wegbereitung: Fridericus

Zwei Wegbereitungsoperationen sollte die 6. Armee, unter der Führung ihres neuen Befehlshabers Generaloberst Friedrich Paulus, ausfüllen und damit den Aufmarsch für die Sommeroffensive vorbereiten. In der Weisung 41 stand, im Rahmen der Operation „Fridericus“ einen Sowjetischen Frontkeil bei Barwenkowo zu kappen. Dieser war ein Gebietsgewinn der roten Armee während der Winteroffensive. Ein idealer Ausgangspunkt für eine sowjetische Offensive auf Dnjepropetrowsk, wobei die halbe Heeresgruppe Süd eingekesselt worden. Diese Gefahr sollte die 6. Armee Anfang Mai beseitigen. Doch bereits seit März überlegte die sowjetische Führung, an welcher Stelle die Rote Armee ihre Kräfte konzentrieren sollte, um ihre eigene Offensive zu beginnen. Marschall Boris Schaposchnikow schlug die Mitte vor, Georgi Schukow war für den Schlag vor Moskau, Semjon Timoschenko den Südwesten und Stalin einen Präventivschlag auf breiter Front. Am 09. Mai, wenige Tage vor Beginn der deutschen Aktion „Fridericus“, bekam die 6. Armee zu spüren, wofür sich Stalin entschieden hat. 3 Armeen, sowie starke Panzerverbände, traten an, um die Deutschen bei Charkow einzukesseln. Die Wucht war so groß, dass die 6. Armee förmlich überrannt wurde. Paulus wollte im Rahmen einer Frontbegradigung bereits erobertes Gebiet aufgeben und die Kräfte für einen Gegenschlag neu sammeln. Der rehabilitierte Fedor von Bock plädierte als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd für einen Angriff der 17. Armee, sowie Teilen der 1. Panzerarmee, für einen Gegenschlag von Süden. Dies gelang auch und die Schlacht nahm eine weitere Wende. Als die Einkesselung drohte, telegraphierte Timoschenko an Stalin, dass er den Rückzug erbitte. Stalin lehnte ab. Erst am 19. Mai gab Stalin sein Einverständnis zum Abbruch der festgefahrenen Offensive, aber da war es schon zu spät. Die 57., die 9. und die 6. Sowjetische Armee saßen gefangen im Kessel. Der Gegenstoß der 6. deutschen Armee von Norden hatte sich mit der 17. Armee vereint. Den Sowjets gelang der Ausbruch nicht. In Moskau fragte Stalin: „Die Deutschen haben gemeldet, dass sie mehr als 200.000 unserer Soldaten gefangen haben. Lügen sie?“ Sie logen nicht! Fast eine Viertelmillionen Rotarmisten gingen in deutsche Gefangenschaft. Timoschenko verlor 2000 Geschütze und fast alle seine Panzer. So war die Aktion der deutschen ein voller Erfolg, wenn auch nicht wie geplant. Keiner schien sich daran zu erinnern, dass Paulus einen ganz anderen Vorschlag gemacht hatte und so bekam er von Hitler das Ritterkreuz verliehen.
Goebbels Propaganda feierte den „neuen Stern, an der Ostfront“. Hitler lobte die 6. Armee mit folgenden Worten: „Mit der 6. Armee kann ich den Himmel stürmen.“ Damit war der Aufmarsch abgeschlossen.

 

Der Vorteil: Dickkopf Stalin

Durch diese ganzen Aktionen hätte Stalin doch die Aktivitäten als Hinweise aufnehmen müssen, dass der Hauptangriff im Süden erfolgen würde. Er musste aber nicht spekulieren, den Stalin wusste es genau. Am 19. Juni flog Major Joachim Reichen, 1. Generalstabsoffizier der 23. Panzerdivision, zu vorgeschobenen Einheiten. Durch ein Sommergewitter und feindlichem Artilleriefeuer, musste sein Fieseler Storch zwischen den Fronten Notlanden. Ein deutscher Stoßtrupp fand den Storch, aber Pilot und Major waren verschwunden. Sie wurden von einem russischen Spähtrupp gefangen genommen. Dies war eine Katastrophe für die deutsche Sommeroffensive! Den Reichel hatte den Aufmarschplan für Fall Blau in mehreren Dokumenten dabei und diese waren nun in feindlicher Hand. Auf Hitlers Befehl hin, durften Operationsanweisungen nur noch mündlich weitergegeben werden. Doch General Georg Stumme gab dem Drängen seiner Frontoffiziere nach und informierte seine Truppen schriftlich. Hitler tobte vor Zorn und ließ Stumme vor ein Kriegsgericht stellen. Urteil: 5 Jahre Festungshaft. Fall „Blau“ war nun gefährdet und der Überraschungseffekt dahin. Einige Offiziere wollten den Plan noch ändern, aber die deutsche Kriegsmaschine lief bereits. Im Hauptquartier der sowjetischen Südwest-Front erkannte man die Brisanz dieser Dokumente und informierte Stalin im Kreml. Doch dieser glaubte, die Pläne seien eine Fälschung. Stalin zeigte sich starrsinnig. Viel zu spät gab Stalin dem Drängen seiner Generäle nach und damit eine verspäteten Vorbereitung auf diesen deutschen Präventivschlag. Doch dafür war es bereits zu spät. Stalins Starrsinn hatte für die rote Armee schwere Folgen.


Marschall Schukov (r.) auf der Tribune des Lenin-mausoleum (mit Stalin m. und Budjonny l.)


Fall Blau

 

Der Fall Blau: Beginn

Es war der 28. Juni 1942, als die 2. Armee, die 2. Ungarische Armee und die 4. Panzerarmee von Norden her zum Angriff auf die erste Etappe von Fall Blau auffuhren. Woronesch sollte am 6. Juli bereits in deutscher Hand sein. Am 30. Juni trat Paulus mit der 6. Armee zum Angriff an und stieß Richtung Don. Dort sollten sich die Angriffsarmee der deutschen Armeen vereinigen und die rote Armee einkesseln. Die Angreifer kamen schnell voran. Bereits am 3. Juli erreichte die 24. Panzerdivision Woronesch und überquerte an der östlichen Don Seite einen Brückenkopf. So war nach wenigen Tagen der erste Teil des Vormarschplans erfüllt. Der Angriff der Wehrmacht fand in einer Phase der Neuorientierung in der roten Armee statt, was die Leichtigkeit am Anfang des Vormarsches erklärt. Stalin hielt nun nicht mehr an seiner Parole „Halten um jeden Preis“ fest, sondern gab die Erlaubnis, Rückzüge anzuordnen, wenn Widerstand sinnlos war und die eigenen Verbände die Einkesselung drohte. Doch auch wenn die rote Armee sich zurückzog, so war der Kampf dennoch nicht einfach. Denn eingegrabene Panzerabwehrgeschütze und gut getarnte Panzer vom Typ T-34, machten den Deutschen den Vormarsch extrem schwer.
So verhinderte die rote Armee die termingerechte Einnahme Woroneschs und hielt Hoths 4. Panzerarmee entscheidend auf. Dazu kam, dass das Schwergewicht der Wehrmacht nicht aus motorisierten Truppen bestand. Die Infanterie saß nicht auf Panzern oder LKWs und stießen Richtung Don, sondern liefen zu Fuß im 10 km/h Tempo an die Wolga. Nicht mal die deutsche Artillerie war unmotorisiert, sondern wurde mit Pferden bewegt. Zu der Langsamkeit der Infanterie, kam noch ein gebremster eigener Nachschub. Der schnelle Vorstoß der Panzerdivisionen brachte nichts, wenn die Panzer alle mit Treibstoffmangel liegen blieben. Andere Nachschubengpässe löste der deutsche Soldat selber. Überall gab es Kartoffeln, Rüben und andere essbare Dinge. Anders gesagt, stahl der Soldat dem Zivilisten diese Dinge. Federvieh war begehrte Kriegsbeute bei den Landsern. Aber mit keinem Vogel der Welt ließ sich ein Panzer bewegen. Bei Hitler, im Führerhauptquartier, löste der Vormarsch immer wieder ungeduldige Nachfragen aus.


Deutsche Panzer, bei Beginn von Fall Blau.

 

Die Planänderung

Die Entscheidung Hitlers Anfang Juli 1942, war entweder Verblüffung oder Bluff, Überraschung oder Konsequenz. In seiner "stetigen Unstetigkeit" änderte Hitler seine ursprünglichen Planungen und zersplitterte die deutschen Truppen. Ohne die alten Ziele erreicht zu haben, setzte er schon neue. Die Eroberung von Woronesch wurde aufgeschoben. In der Weisung Nummer 43, erteilte Hitler der 11. Armee den Befehl, über Kertsch in den Kaukasus vorzustoßen. Dabei wurden mehrere Divisionen für den Kampf um Leningrad abkommandiert, genauso wie Erich von Manstein.
Fall Blau wurde mit der Weisung Nummer 45 endgültig über den Haufen geworfen. Den nun wurde die Heeresgruppe Süd in die Heeresgruppen A und B aufgeteilt. Die Heeresgruppe A bestand aus der 17. Armee, der 3. Rumänischen Armee und der 1. Panzerarmee. Die Heeresgruppe B bestand aus der 6. Armee, der 2. Armee, der 4. Panzerarmee, der 2. Ungarischen Armee und der 8. Italienischen Armee. Die Heeresgruppe A unterstand Wilhelm List und sollte die Ölfelder im Kaukasus einnehmen. Die Heeresgruppe B unterstand erst Fedor von Bock, danach Feldmarschall Freiherr von Weichs. Ziel der Heeresgruppe B war Stalingrad.
Nun sollten nicht zwei Ziele nacheinander, sondern parallel bzw. gleichzeitig erreicht werden. Mit drei Führerweisungen stellte Hitler die komplette Ostfront auf den Kopf und beeinträchtigte die Sommeroffensive damit gewaltig. Die Ziele der Operation „Edelweiß“, der Heeresgruppe A, konnten nicht treffender beschrieben werden, als mit dem Zitat: „Ich will alles, und zwar sofort!“ Die Heeresgruppe B hatte im Vergleich leichtere Ziele: „feindliche Streitkräfte in Stalingrad zerschlagen und die Stadt besetzen. Die Heeresgruppe B hatte entlang des Dons eine Linie von insgesamt 900 Kilometern zu halten. Hätte Hitler seine Ziele erreicht, wäre die gesamte Ostfront 4000 Kilometern lang gewesen. Dazu forderte der Führer die Operationen vor Wintereinbruch abzuschließen. Der Auftrag der Heeresgruppe B wurde von Fall Blau in Unternehmen Braunschweig umbenannt. Hitler verlegte sein Hauptquartier von der Wolfsschanze nach Winniza, einer Kleinstadt in der südlichen Ukraine. Die rote Armee erkannte die drohende Umfassung und zog sich schnell aus der Schlinge. Trotzdem konnten 100.000 sowjetische Soldaten gefangen genommen werden. Nach zwei Wochen konnte die Wehrmacht, die rote Armee immer noch nicht zur entscheidenden Schlacht stellen. Am 21. Juli überquerte die 4. Panzerarmee den Don östlich von Rostow, um auf Hitlers Befehl den Angriff der Heeresgruppe A in den Kaukasus zu unterstützen. Doch nach 10 Tagen machte Hitler eine weitere Kehrtwende und unterstellte die 4. Panzerarmee der Heeresgruppe B. Nur ein Panzerkorps blieb bei der Heeresgruppe A. Feldmarschall von Bock wurde am 14. Juli seinem Kommando enthoben und durch Generaloberst Maximilian Freiherr von Weichs ersetzt. Die 4. Panzerarmee schwächte die Heeresgruppe A entscheidend an der Kaukasus-Front.


Feldmarschall Weichs - er führte die Heeresgruppe B in Richtung Stalingrad.

 

Die Schlacht vor Stalingrad

In den letzten Julitagen konnte die 6. Armee gerade einmal 100 Kilometer zurücklegen. Grund dafür war, dass die rote Armee immer mehr Kräfte für den Widerstand in die Schlacht warf. Außerdem kam die deutsche Nachhut nicht schnell genug voran. So mussten die Angriffsspitzen warten. Der Großteil des Benzinnachschubs war der Heeresgruppe A zugesprochen worden und somit die 6. Armee, besonders das XIV. Panzerkorps, lahmgelegt worden. Die Zeitverzögerung fiel auch der roten Armee auf und so sammelte sie die eigenen Kräfte bei Kalatsch neu. So war auch die Heeresgruppe B zu diesem Zeitpunkt noch ohne die 4. Panzerarmee auf dem Vormarsch und in der Folge setzte sich Generaloberst Paulus für eine Umstrukturierung ein. Diese wurde erst am 30. Juli, nach Drängen Paulus, von Hitler befohlen und somit die 4. Panzerarmee von der Heeresgruppe A zur Heeresgruppe B verlegt werden. Als die 6. Armee versuchte die 62. sowjetische Armee zu zerschlagen und nach Stalingrad durchzubrechen, wurde sie wieder von der 4. Panzerarmee unterstützt.
Nun gelang der Wehrmacht der Durchbruch. Durch schlechte Nachrichtenverbindungen waren die Soldaten der Sowjetunion so gut wie isoliert. Dazu kam die falsche Taktik der roten Armee mit ihren Panzerverbänden. So konnte selbst der T-34 abgeschossen werden. Viele Soldaten flohen und einige Kommandanten begingen sogar Selbstmord. Am 09. August vermeldete die deutsche Presse den Fund eines „Geheimbefehls“ Stalins. Indem hieß es: „Die Miesmacher und Feiglinge muss auf der Stelle vernichtet werden. Von nun ab muss das oberste Gesetz die Parole sein: „Keinen Schritt zurück!““ Der deutschen Öffentlichkeit sollte die Angst der Sowjetunion über eine militärische und wirtschaftliche Krise, im Fall des Erfolgs der deutschen Sommeroffensive, gezeigt werden. Doch der „Geheimbefehl“ war gar nicht Geheim, sondern war die Tagesparole vom 30. Juli. Dies war Stalins Reaktion auf die Niederlage bei Rostow, am 29. Juli, wo zahlreiche Soldaten panisch geflohen waren. Der Befehl sollte die Ordnung wieder herbeiführen. Die Angst vor der eigenen Führung, sollte die Angst vor dem Gegner ausgleichen. Doch Anfang August halfen keine Drohungen mehr, den die Zange hatte sich bei Kalatsch geschlossen. Die acht eingeschlossenen sowjetischen Schützendivisionen konnten den Ausbruch nicht mehr schaffen und mussten in Gefangenschaft gehen. Bei der Wehrmacht sah es nicht anders aus. Immer häufiger mussten Soldaten zu Begräbniskommandos abkommandiert werden. Am 11. August räumte das sowjetische Oberkommando „kleine Gebietsgewinne“ des Feindes im Norden ein. Eine fast schon euphemistische Umschreibung für Verluste von wichtigen strategischen Punkten. Im Kessel von Kalatsch machte die Wehrmacht 50.000 Gefangene und erbeutete 1000 Panzer und 750 Geschütze. Grade einmal fünf Tage später war die Wehrmacht bis auf 65 Kilometern an Stalingrad herangerückt. Zum ersten Mal konnte man in der Kriegspropaganda von Goebbels etwas von Stalingrad lesen und sehen. Ein Thema, dass die nächsten 6 Monate die deutsche Propaganda beherrschte. Der Triumph bei Kalatsch war die letzte Kesselschlacht der Wehrmacht an der Ostfront. Der Erfolg der Stalingrad-Front, war vor allem der 4. Panzerarmee zu verdanken. Diese fehlte aber nun der Heeresgruppe A im Kaukasus. Eine Erklärung dafür gab Hitler am 30. Juli ab: „Das Schicksal des Kaukasus wird bei Stalingrad entschieden.“ Die Heeresgruppe A war nur zwei Monate lang von List geführt worden, danach übernahm Hitler persönlich das Kommando. Einmalig im zweiten Weltkrieg. Am 17. August war der Kampf im Donbogen beendet.


Deutscher Panzer IV vor einem Haus vor Stalingrad - Bundesarchiv

 

Vom Don zur Wolga

Mit Landserromantik hatte die deutsche Offensive nicht viel zu tun, anders wie in der Wochenschau oft behauptet. Ein geschöntes Bild der Propaganda, konnte in einigen Briefen der Soldaten nach Hause realistisch wiedergegeben werden. „ Die Gegend ist eine Wüste, unfruchtbare Sandsteppe, in der es glühend heiß ist. Kein Haus, kein Strauch, kein Schatten und oft gibt es tagelang kein Wasser.“ schrieb Oberleutnant Alfred Meisel nach Hause. Die Artilleristen sahen vielleicht aus wie Bilderbuchathleten, doch die Muskeln kamen von den häufigen anheben der schweren Munition. Hinzu kam eine einseitige Ernährung die Mangelkrankheiten verursachten, wie Ruhr und Typhus. Die Opfer mit Brandverletzungen und Schusswunden, hatten es am schlimmsten Einschränkungen zu ertragen. In ihre oft großen Wunden flogen regelmäßig die Fliegen rein. Die Folge waren Wundbrand und Infektionen. Der Stabschef des XI. Korps stellte 52 Grad am Tag fest, dazu Temperaturen am Gefrierpunkt in der Nacht. Der Staub, den die Panzer aufwirbelten, nahmen der Infanterie die Luft zum Atmen weg. Lange Zeit hatten die Soldaten mit Pferden Glück. Denn diese konnten schwere MG-Geschütze und ähnliches transportieren oder selbst geritten werden. Bis auch dieseTiere zu schwach dafür wurden. Hitze, Staub und Versorgungsschwierigkeiten machten Mensch und Tier zu schaffen. Die NS-Propaganda verlor darüber natürlich kein Wort. Wer in Holzbaracken Getreide fand, stellte fest, dass diese mit Petroleum überschüttet und damit ungenießbar war.
Bauern begrüßten die Wehrmacht auch nicht mehr als Befreier von dem Kommunismus. Die Russen hatten genug Erfahrungen mit den Deutschen gemacht, als diese die Zivilbevölkerung ausbeuteten. Wasser gab es kaum, den die Brunnen wurden von der roten Armee vergiftet. Manche Soldaten hatten Glück und nahmen die Feldflasche eines toten Kameraden. Viele Soldaten hatten gehofft nach den harten Kämpfen bei Kalatsch, Stalingrad schnell einzunehmen und dann ihr Winterquartier dort zu errichten. Doch es kam anders.


(Teil 2, Teil 3, Teil 4)


Stalingrad, der Anfang

 

Der Beginn der Schlacht um Stalingrad

Das OKH hatte sich, anders als bei den Planungen zu Fall Blau, für einen konzentrierten Angriff auf Stalingrad entschieden. Die Stadt sollte in die Zange genommen werden. Von der 6. Armee im Norden und der 4. Panzerarmee im Süden. Am 19. August stellte Hitler der 6. Armee eine unmögliche Aufgabe. Sie sollte bis zum 25. August die Stadt an der Wolga besetzt haben. 6 Tage! Der 6. Armee standen dabei die 62., die 64. und die 57. Armee, sowie später die 51. sowjetische Armee gegenüber. Dies war aber kein Verhältnis von 1:4. Den eine sowjetische Armee war so groß wie ein deutsches Korps. Die 6. Armee bestand aus ungefähr 4 Korps, was zu einem ausgeglichenen Verhältnis führte. Auf der deutschen Seite kämpften auch die rumänischen Verbände, mit der 1. Kavalleriedivision und der 20. Infanteriedivision. Für Stalingrad waren die besten Verbände vorgesehen.

 

Hitler lobte die 6. Armee einst mit: „Mit der 6. Armee kann ich den Himmel stürmen.“ Doch in Stalins Stadt sollte die Hölle warten. Am Morgen des 20. August griff die 6. Armee vom Don aus an, bereits 3 Wochen später als geplant. Am 350 Meter breiten Don bauten Pioniere des LI. Korps innerhalb von einem Tag vier Pontonbrücke. Eine Meisterleistung. Eine Brücke konnte bis zu 40 Tonnen tragen. Über diese Brücken stießen die Panzer des XIV. Panzerkorps vor. Selbst sowjetische Luftangriffe konnten die Deutschen nicht zurückwerfen. Die Panzer verstärkten den Brückenkopf an der anderen Donseite, der von den Pionieren gehalten wurde. Dort formierten sie sich auch zum Angriff. Am Höhenrücken 137 bereitete sich die 6. Armee darauf vor, die sowjetischen Stellungen zu durchbrechen. Während der ersten Kilometer war kaum Widerstand vorhanden. Das war bedingt durch den Verteidigungsplan der Stalingrad-Front unter Jeremenko, dem Helden von Moskau. Dieser setzte den Großteil seiner Truppen gegen die 4. Panzerarmee im Süden ein. Der Plan war aber angesichts des Angriffs der 6. Armee nutzlos. Die größte Sorge für deutsche Panzerkommandanten waren auch nicht die rote Armee, sondern riesige Erdspalten. Manche so groß das fünfstöckige Häuser reingepasst hätten. Je näher die Wehrmacht an die Wolga kam, umso mehr und umso größere Spalten tauchten auf. Hinzu kamen mehrere Ausläufe des Dons und der Wolga. Dies verhinderte ein höheres Tempo der Panzer. Außerdem wurde der Widerstand immer härter, so näher man der Wolga kam. Immer besser waren die Verteidigungsstellungen getarnt. Um die Widerstandsnester auszulöschen, setzte die Wehrmacht Fallschirmspringer ein. Trupps von ungefähr 25 Mann stärke sprangen hinter den russischen Linien ab und räumten die Stellungen eines nach dem anderen, oft im Mann gegen Mann Kampf. Die 6. Armee hatte auf ihren Vormarsch immer größere Schwierigkeiten, den die rote Armee setzte sich immer härter zur Wehr. Oft genannte Phasen des Gefechts waren „Starke Abwehr“, „heftiger Widerstand“ und „hartnäckige Gegenwehr“. Bei den Kämpfen von Stalingrad handelte es sich um besonders „erbitterte Kämpfe“, obwohl die eigentliche Schlacht in der Stadt noch gar nicht stattgefunden hat. Am Nachmittag des ersten Angriffstages durchdrangen die deutschen Panzer die sowjetischen Stellungen und stießen 40 Kilometer weit vor. Erst dann rührte sich wieder stärkerer Widerstand. Aber die Gegenwehr kam von Frauen, die die Flakgeschütze benutzten. Diese waren aber unzureichend ausgebildet. Deutsche Luftangriffe setzten den Sowjets hart zu. Mit Brandbomben und dem Westwind ließen sie die Steppe vor Stalingrad in Flammen aufgehen. Der Nachteil dabei war, das der schnelle Panzervorstoß auch oft mit den Flammen zu kämpfen hatte. Trotzdem erreichte die Wehrmacht mit der 16. Panzerdivision an diesem Abend die Wolga. Oberstleutnant Hyazinth Graf Strachwitz war als erste mit der I. Abteilung des Panzerregiments 2 am Ufer der „Mutter aller Flüsse Russlands“. Nun gruben die Männer 15 Kilometer nördlich von Stalingrad Gräben aus. Innerhalb eines Tages hatten deutsche Vorauskommandos einen drei Kilometer breiten Korridor in die sowjetische Verteidigung gerissen und standen in den nördlichen Vortorten von Stalingrad. Ein großes Problem war, dass die Geschwindigkeit der deutschen Panzerspitzen die eigene Luftwaffe überraschte. Die ständig wechselnde Gefechtslage erschwerte den deutschen Piloten, die eigenen Panzer von sowjetischen zu unterscheiden. Die deutsche Blitzkriegstaktik war kein kontinuierliches Vorrücken, sondern ein wechselndes Vor und Zurück, ein umkreisen des Gegners um ihn in den Rücken anzugreifen. So sah ein Angriff aus dem Westen, wie ein sowjetischer Gegenstoß. Große rote Flaggen mit einem Hakenkreuz sollte die Erkennung aus der Luft erleichtern, doch dafür war kaum Zeit vorhanden. Fliegerverbindungsoffiziere sollten die Stellungen der Bodentruppen an die Luftwaffe weitergeben. Mit dem Codewort „Benzo“ verhinderten diese oft Angriffe der Stukas auf eigene Panzer. Viele Landser hielten den historischen Moment mit Fotoapparaten fest, denn zum ersten Mal in der Geschichten standen deutsche Soldaten an der Wolga. Viel Soldaten glaubten an den entscheidendem Schlag gegen die Sowjetunion und der Endsieg stünde nun kurz davor. Doch soweit war es noch lange nicht. Stalin tobte vor Wut über die Nachricht, das deutsche Panzer an der Wolga stünden. Die rote Armee versuchte mit allen zur Verfügung stehenden Kräften den weit vorgeschobenen deutschen Posten zu zerschlagen. Doch die Verbindung zu den nachrückenden Truppen war bei den Deutschen ausreichend stabil und sicher. Der Druck der roten Armee war groß, den sie griff von Norden und Süden her an. Auch General Gustav von Wietersheim wollte Teile seines Abschnittes, den sein XIV. Panzerkorps am Vortag erobert hatte, wieder aufgeben. Paulus verbot dies, weil er an der These Hitlers über die Stärke der roten Armee glaubte. So mussten die Truppen die Stellung halten und Wietersheim wurde durch General Hans Hube ersetzt. Eine ganze Woche verteidigte die eingekesselte 16. Panzerdivision den Brückenkopf um Rynok und Spartakowka. Dieser Kessel wurde vom 24. August bis zum 1. September sogar aus der Luft versorgt. Neben der Luftversorgung hatte die Luftwaffe noch einen anderen Auftrag. Die Luftflotte 4 hatte alle zur Verfügung stehenden Kräfte zusammengezogen, um die Bodentruppen zu unterstützen.
Am 23. August startete die Luftwaffe einen Angriff, den die Bewohner Stalingrads nie mehr vergessen sollten. Für die Innenstadt wurde keine Luftwarnung gegeben, auch weil es bereits viele Fehlalarme gab, dass die Bevölkerung einfach ihrer normalen Tätigkeit nachkam. Doch diesmal kam es anders. Die Stille wurde durch das Geschützfeuer der Flaks gestört und dann kam die Luftflotte 4. Richthofen. Man hatte alles geschickt was er zur Verfügung stand. So fand nun der größte konzentrierte Luftangriff, der bis dahin an der Ostfront geflogen wurde, statt. Besonderen Schrecken verbreitete die Ju 87. Dieser Sturzkampfbomber (kurz Stuka) war mit dem Jericho-Gerät ausgestattet, der einen infernalischen Lärm beim Sturzflug verursachte. Angeblich auf eine Idee Hitlers zurückgehend, konnte das Gerät zwar keine Mauern zum Einstürzen kriegen, doch die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. An diesem Tag flog die Luftwaffe 1600 Einsätze und warf 1000 Tonnen Bomben ab. Stalingrad war nun eine einzige Flammenhölle. Zuerst brannten die Industrieviertel, wo Öllager explodierten und Flammensäulen von bis zu 500 Meter Höhe entstanden. Diese waren noch Tage später aus 100 Kilometern zu erkennen. Doch nach den Industrievierteln wurden Brandbomben auch gegen Wohngebiete eingesetzt, welche die Holzhäuser flächendeckend vernichteten. Tausende Zivilisten wurden obdachlos und viele flohen über die Wolga nach Osten. Diese Angriffe auf die Zivilbevölkerung waren einkalkuliert worden, denn Hitler wollte die gesamte Bevölkerung aus Stalingrad vertreiben. Die männliche Bevölkerung sollte getötet werden, die Frauen und Kinder sollten vertrieben werden. Tod oder Vertreibung, eine andere Alternative gab es nicht. Die sowjetische Luftabwehr konnte dem Bombenhagel nichts entgegensetzen. Zwar hatte der Ausbau der Flugabwehrgeschütze hohe Priorität, doch fehlte es den meisten Geschützen an Munition und die Ausbildung der Besatzung war mehr als unzureichend. Die meisten der Geschütze wurde an den Werken „Roter Oktober“, der Geschützfabrik „Barrikaden“ und dem ehemaligen Traktorenwerk aufgestellt. Hier waren vor allem Frauen eingesetzt. Die Verluste der Luftflotte 4 waren dagegen gering. Nur drei Flugzeuge kehrten von dem ersten Angriff nicht zurück. Doch das Bombardement kostete den Sowjets 40.000 Tote.

„Genossen von Stalingrad!
Wir werden den Deutschen unser Vaterstadt nicht zum Spott preisgeben. Wir alle werden uns gemeinsam erheben und unsere liebe Stadt, unser Vaterhaus und unsere Familien verteidigen. Wir werden die Straßen der Stadt mit unüberwindlichen Barrikaden versperren. Jedes Haus, jedes Stadtviertel, jede Straße machen wir zu einer uneinnehmbaren Festung. Alle zum Aufbau der Barrikaden! Jeder, der fähig ist, Waffen zu tragen, auf die Barrikaden zur Verteidigung der Vaterstadt, des väterlichen Hauses!“


Soldat mit sowjetischer PPSh-41 in Deckung im Spätherbst 1942 während des Deutschen Angriffs auf Stalingrad.

Dieser Aufruf wurde vom Stalingrader Verteidigungskomitee, am 25. August an die Bevölkerung ausgegeben, sollte Mut machen. Der Kriegsrat verhängte am gleichen Tag den Belagerungszustand. Nun hatte Generaloberst Andrej I. Jeremenko das Sagen. Ihm zur Seite stand der politische Kommissar der Partei – Nikita Chruschtschow, der spätere Generalsekretär der UDSSR. Während Jeremenko die militärische Organisation anvertraut wurde, hatte Chruschtschow die Aufgabe, die psychologische Kriegsführung zu betreuen. Zu den ersten Beschlüssen gehörte, dass die Kolchosen ihre Getreidereserven dem Militär überlassen mussten. Die militärische Führung erwog die Evakuierung der Stadt. Jeremenko ersuchte per Funk die Erlaubnis die gesamte Bevölkerung und die Rüstungsbetriebe zu evakuieren. Nun verursachte dies eine Vielzahl von Gerüchte, die in der Stadt die Runde machten. So sollten Frauen und Kinder so schnell wie möglich über den Fluss nach Osten gebracht werden. Stalin lehnte aber ab und Jeremenko gehorchte. Nach dem Aufruf vom 25. August, begann die Bevölkerung mit den Bau der Barrikaden. Die Vororte der Stadt wurden zur Verteidigungszone erklärt – wie ein Jahr zuvor in Moskau. Die gesamte Bevölkerung wurde dazu aufgeboten. Männer und Frauen zwischen 16 – 60 Jahren, wurden durch Funktionäre der Partei in Arbeitskolonnen zusammengezogen. Frauen und Jugendliche hoben Gräben mit Schaufeln und Weidenkörben vor der Stadt aus, während Pioniereinheiten Minen, Stacheldraht und Panzersperren errichteten. Die Arbeit musste wegen deutscher Bomber immer wieder unterbrochen werden. Die ganze Stadt wurde zwangsrekrutiert, statt evakuiert. Doch letztlich musste auch Stalin einsehen, dass sich eine Evakuierung auf langer Sicht nicht vermeiden lassen würde. Die Verluste der Zivilisten waren einfach zu hoch. Als die Führung die Evakuierung erlaubte, war der Weg über die Wolga bereits so gefährlich wie der Verbleib in Stalingrad. Da es keine Brücken gab, mussten die Menschen mit alten Booten über den reißenden Fluss. Diese Boote waren deutschen Luftangriffen und Artilleriefeuer ständig ausgesetzt. Die Schäden wurden nur notdürftig repariert, auch um weitere Menschen zu retten. Insgesamt konnten 300.000 Menschen die Stadt verlassen.
Nach Westen gab es auch eine „Evakuierung“, aber eine etwas andere. Menschen die zu den Deutschen liefen, wurden in sogenannte Lager gebracht. Dabei war die SS aber nicht beteiligt. Sonderkommandos waren zwar bis an die Stadt hinter der 6. Armee mitgekommen, aber angesichts der schweren Kämpfe zogen sie sich zurück und bewachten die Lager. Die Lager bestanden aus einer mit Stacheldraht eingezäunten Fläche – ohne regelmäßige Versorgung, ohne Gebäuden, aber mit Wachmannschaften. Neben der SS, waren da meist Hilfstruppen beschäftigt. Ukrainer, rechtskonservative Nationalisten und gescheiterte Existenzen in deutscher Uniform. In den Lagern waren Schätzungen zu Folge ca. 60.000 Menschen eingesperrt worden. Bei der roten Armee mussten junge Mädchen Krankenschwestern spielen, da es Personal mangelte, während Jungs aus der kommunistischen Jugendorganisation zu kämpfenden Truppen abkommandiert wurden. Am 10. September folgte ein Befehl von Generallleutnant Tschuikow an die 62. Armee, der nicht nur den Soldaten zugeteilt war: „Jeder Soldat eine Festung.“

 

Die Kämpfe in der Stadt

 

Zwei Monate war es her seit dem Beginn von Fall Blau. Als die Heeresgruppe B am 19. August den Befehl zur Einnahme Stalingrads erhielt, dauerte die Offensive bereits 7 Wochen länger als der gesamte Westfeldzug. Zwei Tage vor dem Zeitpunkt, welchen Hitler zur Einnahme Stalingrads vorgegeben hatte, am 23. August, erreichten deutsche Panzer die Wolga. Das LI. Armeekorps, unter General Walther von Seydlitz-Kurzbach, hatte zwei Aufgaben. Erstens die eingeschlossene 16. Panzerdivision zu entsetzen und zweitens den Flugplatz Gumrak, 8 Kilometern vor Stalingrad, einzunehmen. Damit wäre im Norden die Ausgangsstellung für den Angriff auf die Stadt an der Wolga geschaffen. Die rote Armee schaffte es nicht, die Deutschen zurückzuschlagen. Hyazinth Graf Strachwitz wurde nach dem Entsatz mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet und aus Altersgründen in die Heimat abberufen.
Das Kommando über die 16. Panzerdivision hatte nun Bernd Freytag von Loringhoven. Es blieben nur noch 5 Wochen bis zum Einsetzen der Herbststürme, die eine Schlammperiode in der Region verursachten. Aus diesem Grund scheiterte im Herbst 1941 die deutsche Offensive vor Moskau. Im Süden bereitete sich die 4. Panzerarmee auf den Angriff vor. Jedoch blieben die Panzer Hoths bei Abganerowo, vor dem inneren Verteidigungsgürtel, zum Stehen. Nun gruppierte Hoth um. Er dirigierte seine Panzer geschickt von einem Vorort zum nächsten und erreichte den inneren Verteidigungsgürtel. Nun waren die sowjetischen Armeen, die 62. und die 64., von der Einkesselung bedroht. Die Zeit lief gegen die 6. Armee und die 4. Panzerarmee. Ende August war die Stadt zwar fast vollständig eingeschlossen, aber erst am 4. September drangen deutsche Panzer in die südlichen Vororte Stalingrads ein. Nach drei weiteren Tagen war Gumrak in deutscher Hand. Zwei weitere Tage später, am 9. September, stießen die Panzer der Wehrmacht in die nördlichen Bezirke der Metropole ein. Damit war auch die Eisenbahnlinie Astrachan-Moskau besetzt. Damit wären die Ziele von Fall Blau im Norden erreicht. Doch Hitler wollte mittlerweile mehr. Er drängte mit jedem Tag mehr auf die Einnahme der Stadt an der Wolga. Im Süden gab Jeremenko den Befehl zum Rückzug. Damit gab er zwar die gut ausgebauten Stellungen auf, aber rette zwei Armeen vor der Einkesselung. Die 62. Armee zog sich am 10. September in die Innenstadt zurück. Am gleichen Tag zog Jeremenko mit Chruschtschow und seinem Hauptquartier aus der Zariza-Schlucht zurück, an die östliche Wolgaseite. Nur noch ein sowjetischer Armeegefechtsstand war auf der westlichen Wolgaseite.
Auf dem Mamai-Hügel verteidigte die 62. sowjetische Armee, unter Generalleutnant Lopatin, die Front. Nach verzweifelten Verteidigungsbemühungen zog Lopatin die Armee zurück und wurde darauf von Stalin abgesetzt, da er nicht bis zum letzten Mann kämpfen ließ. Der neue Mann für die 62. war Generalleutnant Wassilij Tschuikow. Die 20.000 Soldaten wurden nun von der Höhe 102 aus befehligt. Für die nördlichen und mittleren Vorstädte hatte Tschuikow weniger als 50 Panzer und unbewegliche Artillerie zur Verfügung. Er ahnte, was für eine Schlacht bevorstand: ein Kampf Mann gegen Mann, Haus um Haus, Stockwerk um Stockwerk. Das Kampfgebiet der 62. Armee wurde das Zentrum eines Infernos, in dem die Wehrmacht mit besonderer Härte und Entschlossenheit zur Wolga stießen. Am 12. September musste sich die rote Armee auf die innere Verteidigungslinie zurückziehen, diese war direkt vor der Stadtgrenze, und damit war der Kampf um die Vororte Stalingrads beendet. Der Angriff auf das Zentrum von Stalingrad begann am 13. September um 4:45, dieselbe Uhrzeit beim Angriff auf Polen am 1.September 1939, und läutete die Schlacht von Stalingrad ein. Vom Mamai-Hügel aus, feuerte die deutsche Artillerie auf die ganze Stadt. Während die Wehrmacht zum entscheidenden Vorstoß ansetzt, wurde in Moskau Unternehmen Uran, die sowjetische Gegenoffensive, geplant. Bevor diese Offensive aber begonnen werden konnte, musste Stalingrad gehalten, die 6. Armee im Häuserkampf aufgerieben und genug Einheiten nach Stalingrad transportiert werden. Bei den Kämpfen um die Höhe 102 sah es nach einem Erreichen dieser Zeile aus, nämlich eine Verteidigung der Stadt durch die rote Armee. Auch nach weiteren Luft- und Artilleriebombardements, leistete ein Schützenregiment der NKWD und das 42. Gardeschützenregiment erbitterten Widerstand. Von der Ostseite der Wolga wurden danach auch die 13. Gardeschützendivision unter General Alexander Rodimzew in die Schlacht geworfen. Für die sowjetischen Soldaten kam eine Rückkehr auf die östliche, sichere Wolgaseite nicht in Frage. Von 10.000 Soldaten sollten 320 die Schlacht um Stalingrad überleben. Sie lebten nach ihrem Kampfmotto: „Für uns gibt es hinter der Wolga kein Land.“
Durch die hohen gegnerischen Verluste, meldete das Oberkommando des Heeres am 13. September in einem Lagebericht optimistisch: „Der Angriff gegen Stalingrad schreitet gegen die zäh verteidigte Befestigungsanlage am Rande der südlichen Vororte langsam vorwärts.“ So blieb Tschuikow keine Wahl und er verlagerte sein Hauptquartier in den Tunnel, der von der Zariza-Schlucht bis zur Wolga reichte. Darauf konnten die Deutschen ihre Reichskriegsflagge in den Boden von Stalingrad rammen. Doch nach kurzer Zeit riss ein sowjetischer Gardist, in einem selbstmörderischen Anfall von Heldenmut, diese aus dem Boden. Am 14. September hatten sich Verbände der 71. Infanteriedivision bis ins Zentrum der Stadt vorgekämpft. Mitte September, nach vier Wochen härtester Kämpfe, stand die rote Armee eingeschlossen und mit dem Rücken zur Wolga.

 

Die deutsche Seite verbreitete Siegeszuversicht: „Gegen Mittag fiel der Hauptbahnhof, um 15:15 Uhr ist das Wasserwerk in unserer Hand. Das Wolgaufer ist erreicht!“ Dies meldete die 6. Armee dem Oberkommando. Ganze zwei Stunden war das Gebäude in den Händen der 6. Armee, dann besetzte die rote Armee wieder diesen strategisch so wichtigen Punkt. Kurz darauf wurde es wieder von den Deutschen besetzt, die in den Abendstunden erneut den Sowjets weichen mussten. In 3 Tagen wechselte der Hauptbahnhof 15 mal den Besitzer. Dann setzten sich die Deutschen endgültig dort fest. Noch konnte General Paulus die geforderte Siegesmeldung nicht liefern. Dennoch schien der endgültige Sieg nur noch eine Frage von Stunden zu sein. Tschuikow musste in der Nacht vom 17. auf den 18. September sein Hauptquartier wieder verlegen. Der Tunnel in dem er war, wurde durch deutsche Infanteriekompanien beschossen. Die Kämpfe in Stalingrad waren längst keine offene Feldschlacht mehr, in dem Panzer und motorisierte Verbände weiträumig agieren, den Gegner einkesseln und dann niederkämpfen konnten. Die Kämpfe in der Stadt an der Wolga waren Häuserkämpfe, ein Graben- und Stellungskrieg, den die sowjetische Propaganda schon damals nicht zu Unrecht als „russisches“ oder „rotes Verdun“ bezeichnete. Als „Douaumont Stalingrad“ wurde ein besonders umkämpfter Höhenzug im Norden der Stadt bezeichnet. Die Botschaft war klar: „Wie damals auf den Feldern von Verdun kommt ihr nicht weiter.“ Der Unterschied war jedoch, dass die Deutschen in Stalingrad vorankamen – langsam zwar, aber scheinbar unaufhaltsam. Die größte Gefahr der Wehrmacht, in den Ruinen von Stalingrad, waren sowjetische Scharfschützen.
Auf Initiative von Wassilij G. Saizew, entstanden in jedem Regiment Scharfschützengruppen. Diese kamen entlang der ganzen Front zum Einsatz. Überall lauerten diese Spezialisten und zwangen durch ihre bloße Anwesenheit die deutschen Soldaten, den aufrechten Gang zu vermeiden und stattdessen zu kriechen. Erfahrene Soldaten kannten das einzige Rezept gegen Scharfschützen: „Ducken und unten bleiben.“ Aber auch in scheinbar sicherer Entfernung hinter der HKL, mussten die Männer mit dem schlimmsten Rechnen. Trauer war kaum noch möglich – zu viele sind gefallen. Die Männer stumpften mit der Zeit einfach ab. Die Trauer nahm meist nur noch zu, wenn die Verluste zu hoch waren bzw. junge unzureichend ausgebildete Soldaten als Verstärkung kamen und nach drei Tagen zu gut wie alle Tot waren. Eine kurze Pause für eine Zigarette, wo man den Kopf aus der sicheren Deckung nahm, hatte oft tödliche Folgen. Die Deutschen hatten großen Respekt vor den feindlichen Scharfschützen, die mit der Zeit und fortschreitenden Kämpfe, immer mehr Druck ausübten.
Auf den Straßen Stalingrads versperrten nicht nur schnell errichtete Betonbunker den Weg, sondern auch bewegungsunfähige schwere Panzer, die noch immer feuern konnten. Im Nahkampf mussten diese Hindernisse beseitigt werden. Meter um Meter ging es, im Feuer der Widerstandsnester, die in den Trümmern Stellung bezogen hatten, vorwärts. Vor jedem Angriff, sei es ein Straßenzug, eine Fabrik, ein Haus oder eine Stellung des Gegners, bombten die deutschen Stukas alles nieder. Durchschnittlich 1000 Einsätze flog das VIII. Fliegerkorps am Tag. Ein deutscher Pilot erreichte, in den drei Monaten, die die Offensive nun dauerte, 228 Einsätze. Mit dem Bajonett im Anschlag, kam es zum Kampf Mann gegen Mann. Die sowjetischen Soldaten nannten die Handgranate bald „Taschenartillerie“. Auch die Deutschen erkannten die Vielfältigkeit dieser Waffe, in dieser Kampfphase. Die große Schlacht um Stalingrad war längst in viele kleine aufgesplittert. Die rote Armee schickte kleine Gruppen von maximal 6 Mann, bewaffnet mit Messer und Spaten, in die Ruinen, um dort den Kampf zu suchen. Auch wenn die Kämpfe manchmal mittelalterliche Verhältnisse annahmen, so wurde er auch mit modernen Waffen geführt. Flammenwerfer waren die gefürchtete Pionierwaffe, die die Verteidiger aus der sicheren Deckung treiben sollte. Die besseren Waffen dieser Art hatten aber die Sowjets, denn ihre kamen aus amerikanischer Produktion und konnten 25 Meter weit sprühen, während die der deutschen nur 15 Meter erreichten. Eine Abwehrmöglichkeit bestand nicht. Die beste Möglichkeit hieß einbuddeln und liegen bleiben. Nicht nur jedes Haus und jede Etage, jede Einzelne Wohnung musste erobert werden. Es gab Stellungen, da saßen im Keller die Sowjets, auf der Parterre die Deutschen, im ersten Stock wieder die Sowjets und unter dem Dach wieder deutsche Soldaten. Sobald eine sowjetische Stellung in deutscher Hand war, begann der Gegenangriff der Roten. Das große Schlachtfeld Stalingrad zerbrach in einzelne Kriegsschauplätze. Je mehr es auseinander fiel, desto wichtiger wurde die Kommunikation zwischen Führung und Front. Viele Einheiten brannten durch das gegnerische Trommelfeuer in wenigen Tagen aus. Die Überlebenden mussten dringend von der Front genommen werden, damit sie sich erholen konnten. Die Toten blieben auf dem Schlachtfeld. Die spät sommerlichen Temperaturen ließen die Verwesung schneller fortschreiten. So herrschte In Stalingrad ein süßlicher Geruch, gemischt mit Rauch und Pulverdampf: „Eine Szenerie, die als Vorhof der Hölle nur unzureichend beschrieben wäre“ so Guido Knopp in seinem Buch „Stalingrad – Das Drama“. Schon im September färbten sich die Blätter. Die Bäume verloren ihr Laub und unterstrichen die düstere Atmosphäre. Die Holzbauten verbrannt, die Steinhäuser in Trümmern, die Straßen vom Dauerbombardement aufgerissen. Über der Stadt lag eine dichte Rauchwolke, die weiterhin von der Zerstörung kündete. In den Ruinen hatten sich die Verteidiger verschanzt und leisteten erbitterten Widerstand.


Deutsche Soldaten in den Ruinen der Stadt auf dem Vormarsch.


Winter

 

Der Winter kommt!

Es war der 16. September, als starke Regenfälle die Trümmerlandschaft Stalingrads in eine Schlammwüste verwandelten. Bomben- und Granattrichter wurden zu kleinen Tümpeln. Die Uniformen und Gesichter der Soldaten waren bald von einer Lehmschicht überzogen. Die Schützengräben liefen voll Wasser, da das Regenwasser im Lehmboden nicht versickern konnte. Die Männer standen bis zu den Knöcheln in Wasser und litten bald unter „Schützengräberfüßen“, da sie die Füße nicht trocknen konnten. Vor allem aber kam der Nachschub, der bis jetzt schon schleppend lief, kaum noch voran. Aus diesem Grund versuchte Paulus mit allen Mitteln die Stadt einzunehmen und es schien zu klappen. Am 18. September musste Tschuikow seinen Unterstand wieder räumen und nahm Stellung am westlichen Steilufer der Wolga. Nach weiteren vier Tagen fiel auch das Getreidesilo in deutsche Hand. Am 26. September wehte die Hakenkreuzflagge auf dem Parteigebäude am Roten Platz. Auf der einen Seite hatten sich die Verteidiger in den Häusern, Schützengräben und hinter Straßensperren verbarrikadiert. Auf der anderen Seite sah es genauso aus und die Soldaten beider Seiten kämpften bis zur totalen Erschöpfung. Schlaf konnten in diesem Inferno viele nicht finden. Essen konnte kaum herbeigeschafft werden und Verwundete kaum aus der Schusslinie genommen werden, da ständig die Kugeln flogen. Ende September begann der nächste Angriff auf die Fabrik Roter Oktober. Doch in sechs Tagen und sechs Nächten kamen die Deutschen kaum 400 Meter vorwärts.
Anfang Oktober war es dann soweit – der erste Schnee fiel in Stalingrad. Ein Jahr zuvor nahm der Winter den deutschen Angriffsschwung vor Moskau, nun war die Einnahme Stalingrads gefährdet. Die Offiziere an der Front wussten, dass die Zeit nicht auf ihrer Seite stand und das Winter und Kälte keine Verbündeten der Wehrmacht waren. Hitler räumte ein, ohne es konkret auszusprechen, dass die Ziele des Sommer- und Herbstfeldzuges nicht erreicht worden waren. Aber Hitler träumte bereits von der Fortführung der Offensive im nächsten Frühjahr, die wieder einmal die endgültige Zerstörung des Gegners herbeiführen sollte. Daher mussten die Stellungen gehalten werden. Er ordnete die Einleitung der Wintervorbereitungen an und befahl frostsichere und heizbare Bunker für die Panzer gebaut werden sollten. Doch Holz war Mangelware und Zement lag weit hinter der Front. Außerdem war kein Personal zum Bau dieser Anlagen da. Die Pioniere waren ebenso ausgeblutet wie die Infanterie. Zudem kommt, das die rote Armee den Bauarbeiten nicht tatenlos zusehen würde. Am 6. Oktober mussten die Angriffe eingestellt werden. Die Kampfkraft reichte nicht mehr aus. Es war eine kurze Atempause. Sie diente der Vorbereitung einer letzten Offensive, die die Entscheidung bringen sollten. Am 14. Oktober trat die 6. Armee noch einmal an. Ziel war die Traktorenfabrik Dserschinski. Der Himmel war voller Bomber. Die Luftflotte 4 hatte alles Flugfähige noch zusammengezogen Nach den Fliegerbomben folgte der Mörser- und Artilleriebeschuss. Die Stellungen der Verteidiger zerbrachen und Phosphorbomben setzten die Trümmer in Brand. Die nachfolgenden Infanterieverbände kämpften sich durch die sowjetischen Linien, mit dem Ziel die Wolga zu erreichen. Der 62. Sowjetischen Armee drohte die totale Vernichtung. Die Verluste der roten Armee waren an diesem Tag besonders hoch. In nur zwei Tagen starben drei Viertel der Soldaten, die in der Traktorenfabrik kämpften. Auch die Wehrmacht zahlte für die Erfolge. Kompanien waren plötzlich nur noch zehn Mann stark. Doch nur noch 300 Meter war die 6. Armee vom Verteidigungsbunker Tschuikows entfernt - 300 Meter, die sie von der Gefangennahme aufhielten. Die Einnahme Stalingrad schien nur noch eine Frage von wenigen Tagen, ja wenigen Stunden zu sein. Mit der 94. Infanteriedivision und der 14. Panzerdivision wurden sogar noch weitere Einheiten in die Kämpfe geworfen. Die rote Armee konnte nur noch wenige Häuserblocks halten. Sie saßen im Norden in den Arbeitersiedlungen, in einigen Fabrikhallen und in den Unterständen, die am Steilufer gebaut wurden. Tschuikows Verbände waren zwischen den Fabriken Roter Oktober und Barrikaden eingekeilt. Hinter ihnen lag die Wolga, die anderen Seiten waren mit Deutschen besetzt. Es waren drei Brückenköpfe die gehalten wurden. Wenige Hundert Meter breit war das kontrollierte Gebiet. Die Wehrmacht war so nah an die Wolga herangekommen, das Versorgungsschiffe nun direkt unter Feuer genommen werden konnten. Doch in den Trümmern war der Widerstand immer noch nicht gebrochen. Die Fabrikanlage Roter Oktober bestand aus zehn Hallen. Neun waren Ende Oktober von den Deutschen besetzt, doch in Halle 4 herrschte die rote Armee und wehrte sich erfolgreich. Der Erfolg war durch unterirdische Gänge, welche die Werkshallen miteinander verband, möglich. Die Sowjets konnten im letzten Moment der feindlichen Infanterie entkommen und im Rücken wieder auftauchen. In der Geschützfabrik Barrikaden hatten sich zwei sowjetische Regimenter, der 308. Schützendivision, verschanzt, während ein drittes in einer nah gelegenen Schlucht die Flanke sicherte. Dieses Leistungs- und Leidensvermögen der Verteidiger stellte die deutsche Propaganda vor große Probleme. Goebbels konnte im bisherigen Kriegsverlauf immer schnelle Erfolge verkünden. Die Härte der Schlacht von Stalingrad wurde als Heldenkampf der Landser gegen den feigen slawischen Untermenschen glorifiziert, der selbst dann mit einem Panzer schoss, wenn der Deutsche grade Gefangene gemacht hat. Dem Gegner Tapferkeit anzuerkennen, wollten die NS-Medien nicht. Die Offensive der 6. Armee hatte Ende Oktober ihren Schwung längst verloren. Die Truppen waren erschöpft. Es gab kaum Nachschub an Personal und Material. In nur zwei Tagen bluteten ganze Truppenteile aus. Die meisten deutschen Kompanien bestanden nur noch aus wenigen Mann. Die rote Armee verlor bis dahin drei Viertel ihrer Soldaten in den Kämpfen um die Traktorenfabrik Dserschinski. Anfang November wurde die letzte Offensive der Wehrmacht eingeleitet. Operation Feuersturm sollte die letzte Offensive werden – nur anders gedacht als von Hitler erwartet. Zunächst gelang es den deutschen Infanteriedivisionen einen Keil in die sowjetischen Verteidiger zu treiben. Nicht einen großen, sondern viele kleine Brückenköpfe, wurden von der roten Armee noch gehalten. Ein Streifen von 350 Metern Länge und 200 Metern Breite war der Rest, den die Sowjets noch von Stalingrad hielten. Die russischen Verbände wurden von drei Seiten aus angegriffen. Nur die Wolga bot Schutz vor Beschuss. Mitte November schien die Lage aussichtslos. Die Versorgung wurde, neben dem deutschen Beschuss, nun auch durch Eisschollen auf der Wolga behindert. Im besten Fall besaßen die sowjetischen Einheiten, noch eine Sollstärke von zehn Prozent. Doch wieder scheiterte die Offensive an den Stellungen der Verteidiger. Am 15. November mussten alle Angriffe eingestellt werden. Viele Infanteriekompanien waren so dezimiert, das sie zusammengelegt werden mussten um kampffähige Einheiten zu bilden. Die Panzerdivisionen besaßen ebenfalls nur noch wenige Panzer. Seit Ende Juni 1942 hat die Wehrmacht 1000 Panzer, 2000 Geschütze und 1400 Flugzeuge verloren. Nur die Verluste an Truppen konnte das überbieten: 70.000 Gefallene, Verwundete, Gefangene oder Vermisste. Die vollständige Eroberung Stalingrads war gescheitert. Eine Woche nach dem Einstellen des Angriffs, begann für die 6. Armee der Anfang vom Ende...


Deutsche Soldaten im russischen Winter.

 

Operation Uran - Der Aufmarsch

Während im deutschen Hauptquartier „Werwolf“, die Krise zwischen Hitler und seinem Generalstabschefs ihren Höhepunkt erreichte, trafen im Kreml der sowjetische Generalstabschef Alexander Wassilewski und der stellvertretende Oberbefehlshaber Georgi Schukow ein. Am 13. September hatte Stalin sie in die Hauptstadt beordert, um die Gegenoffensive zu planen. Operation Uran sollte die Wehrmacht mit ihrer eigenen Taktik vernichten. Zwei Armeen sollten vom Norden und Süden Stalingrads angreifen und die 6. Armee in der Metropole einkesseln. Aus den Belagerern sollten Belagerte werden. Die Schwachstelle der deutschen Front war schnell ausgemacht. Die Frontstelle, die von den Verbündeten gehalten wurde. Von Kletskaja bis nach Woronesch standen Ungarische, Italienische und Rumänische Verbände. Vor allem die Rumänen waren für eine große Gegenoffensive nicht ausgerüstet, genauso wenig auf den Winter. Das begrenzte Material der Deutschen an modernen und leistungsfähigen Waffen, war für die eigenen Einheiten reserviert. Das größte Problem war allerdings die ausgedehnte Front und die ungenügend gesicherten Flanken. So waren selbst die deutschen Einheiten nicht fähig einen Großangriff der Sowjets zurückzuschlagen. Kaum jemand in der deutschen Führung konnte und wollte sich vorstellen, dass die rote Armee zu größeren Offensivaktionen in der Lage war. Diejenigen, die es hätten besser wissen müssen, lieferten die notwendigen Argumente. In einer Lagebeurteilung der „Fremde Heere Ost“, hieß es: „Feind bleibt ruhig, weil zu geschwächt.“ Deshalb glaubt die deutsche Führung den verbündeten Armeen Aufgaben zuzuteilen, die für ihre Ausrüstung gerade noch ausreichte. Einen 400 Kilometer langen Abschnitt, mit zu wenig Personal und veralteter Ausrüstung zu halten, konnte nur gelingen, wenn die Sowjets keinen Großangriff starten würde. Die Schwäche der deutschen Flanken war so offensichtlich, dass die rote Führung eine Falle vermutete und ihre Großoffensive genauer plante und vorbereitete.
Der Hauptangriff sollte fast 200 Kilometer westlich Stalingrads beginnen. Das Ziel war es Stalingrad als Köder hinzuhalten, damit die Wehrmacht mit dem Schwergewicht ihrer Masse in der Stadt sind. Hinter dem Köder sollte die Falle zuschnappen. Ein Angriff aus der Tiefe des Raumes, das war das Erfolgsrezept der deutschen Wehrmacht und nun sollte sich diese Taktik gegen ihre Erfinder richten. Die Generäle der roten Armee waren gelehrige Schüler. Am 13. September erlaubte Stalin diese Offensive. Sie sollte unter höchster Geheimhaltung erfolgen. Nicht mal Tschuikow erfuhr davon. Nur seine Soldaten bekamen die Vorbereitungen zu spüren. Die STAWKA setzte die Zuteilung an Munition für die Artillerie herab, um diese für die Offensive einzusetzen. Für Operation Uran brauchte die rote Armee zusätzliche Kräfte. Diese wurden durch neue Produktionserfolge der Schwerindustrie hergestellt. Halder schätzte, dass die Sowjetunion 1200 Panzer monatlich bauen konnte, während die Wehrmacht 500 in einem Monat baute. In Wirklichkeit produzierte die Rote Armee 2200 Panzer im Monat. Die Hälfte dieser Panzer wurde für die Offensive im Süden abgestellt. Auch die Flugzeugproduktion stieg stark an. Von weniger als 10.000 Flugzeugen im ersten Halbjahr 1942 auf über 15.000 im zweiten. Die sowjetischen Piloten hatten die Luftüberlegenheit in Stalingrad erreicht und sollten sie nicht mehr hergeben. Auch auf dem Boden war die rote Armee überlegen. Um das gesamte Material in den Einsatzraum zu bringen, brauchte man Zeit. Zeit, die die 62. Armee durch ihren Widerstand schaffen sollte. Für die Offensive war auch in Großeinsatz der Katjuscha angedacht. Die deutschen Landser nannten diese nur Stalinorgeln - Raketenwerfer, die auf Lastwagen montiert waren. Mit 16 Abschussgestellen, sollten sie die 6. Armee zermürben. Um die Offensive nicht zu gefährden, musste die deutsche Führung im Unklaren gelassen werden. Dazu wurden Flugplätze und Versorgungslinien gut getarnt. Auch wurden 17 Brückenattrappen über den Don errichtet, um von den 5 echten Brücken abzulenken. Die Rumänen warnten schon Ende Oktober von einem großen sowjetischen Aufmarsch, doch Generalobers Petre Dumitrescu wurde nicht ernst genommen. In den folgenden Tagen wurde zunehmende Aktivität im Norden und Süden Stalingrads gemeldet. Darunter Stoßtrupp-Aktivitäten, Ansammlungen des Feindes und sogar Angriffe auf die rumänischen und italienischen Abschnitte der Front, wurden gemeldet. Deutsche Funker fingen russische Befehle ab, die auf eine Offensive hinwiesen. Paulus war nicht nur von der Luftaufklärung über diesen Aufmarsch informiert worden, auch eigene Beobachtungsabteilungen schickte er aus. Auch sowjetische Gefangene berichteten von Truppenbewegungen an der Don-Front. Paulus zögerte und wollte die Kämpfe in der zerstörten Stadt einstellen und ein Teil seiner Truppen an die bedrohten Flanken schicken. Das XLVIII. Panzerkorps sollte im Norden die Front verstärken. Doch die 1. rumänische Panzerdivision verfügte über lediglich veraltete tschechische Panzer. Die 14. Panzerdivision hatte in Stalingrad gekämpft und dementsprechend hohe Verluste erlitten, wobei die 22. Panzerdivision kein Treibstoff mehr zur Verfügung stand. Das Panzerkorps verfügte insgesamt über 100 Panzer für 3 Divisionen. Auch wenn dies als mächtige Streitmacht erscheint, war es nur noch eine Rumpftruppe. Es war eine Beruhigung für die rumänischen Verbündeten Nazideutschlands. Eine weitere Verstärkung der Flanken unterblieb.
In den Wäldern von Kremenskaja und in den Steppen im Süden Stalingrads, zogen frische sowjetische Divisionen in ihre Aufmarschräume und bereiteten sich auf die große Offensive vor. Auf Seiten der Deutschen ahnte niemand den wahren Grund für die lange Ruhephase der Kämpfe an den Front. Das Wetter machte der roten Armee einen Strich durch die Rechnung. Der Angriffstermin war der 9. November, doch Regen und Minustemperaturen ließen den Boden vereisen. Außerdem waren nicht alle Truppen für den Winterkrieg ausgerüstet. Es fehlte an Handschuhen, wärmende Kopfbedeckung und winterfeste Fußbekleidung. Doch da der Nachschub rollte, wurde jeder bis zum neuen Angriffstermin, dem 19. November, ausgerüstet. Die Wagen bekamen Schneeketten und Schneeschaufeln. Der Aufmarsch zur Operation Uran war nun beendet und der Angriff begann.


Schukov plante die Operation Uran und führte sie auch durch.

 

Operation Uran – Der Angriff

In einem Befehl an die Truppen wandte sich der Kriegsrat der Stalingrad-Front, am 19. November, an die „Genossen, Rotarmisten, Kommandeure und Politarbeiter“: „Die Stunde der Abrechnung mit dem gemeinsamen Feind ist gekommen. Ich befehle: Die Truppen der Stalingrad-Front gehen zum entschlossenen Angriff gegen den verruchten Feind, die deutsch-faschistischen Okkupanten, über, vernichten ihn und erfüllen ehrenvoll ihre Pflicht vor der Heimat.“ An drei Fronten rund um Stalingrad warteten mehr als eine Million sowjetische Soldaten, 13.000 Geschütze, 900 Panzer und 1100 Flugzeuge auf ihren Einsatz. Sie alle sollten Stalins Befehl ausführen, der mit dem Appell endete: „Tod den deutschen Okkupanten.“ Die 31. Armee von Norden, die 51., die 57. und die 64. Armee von Osten, unterstützt von der 5. Panzerarmee, traten zum Angriff an. Die Befehlshaber der drei Frontabschnitte waren Generalleutnant Nikolai Watutin, Generalleutnant Konstantin Rokossovski und Generalleutnant Andrej Jeremenko. Der Auftrag war die Front der deutschen Verbündeten, der Rumänen und Italiener, zu durchbrechen. Das Ziel war ganz klar: Die Einkesselung der 6. Armee.
Am 19. November um 5:50 Uhr deutscher Zeit, begann die Operation im dichten Schneegestöber. Angesichts der Vielzahl an Meldungen über sowjetische Angriffe im Feldzug, war sich Winrich Behr, der Verbindungsoffizier der 6. Armee und der Rumänischen Truppen, nicht sicher ob er die Nachricht über diese sowjetische Offensive weitergeben soll. Er hätte dafür den Chef des Stabes, Generalmajor Schmidt, aus dem Schlaf holen müssen. Die Uhrzeit war ebenfalls kurios. In Stalingrad geht die Sonne ca. 2 Stunden eher auf als in Deutschland. Doch Hitler beharrte auf die deutsche Zeit. So war es bei den Deutschen am Don und Wolga noch 5:50 Uhr und bei der roten Armee schon 7:50. An diesem Morgen des 19. November,s eröffneten die Sowjets aus allen Rohren ein teuflisches Artilleriefeuer. Behr gab schließlich die Meldung weiter. Doch erst um 9:45 Uhr erhielt Paulus die Meldung. Die vielen Meldungen, die er erhielt waren außerdem sehr widersprüchlich. Wie ernst die Situation bereits war, hatte im Hauptquartier zu diesem Zeitpunkt noch niemand erkannt. Während die rote Armee 200 Kilometer von Stalingrad entfernt zum entscheidenden Schlag ausholte, gingen die Kämpfe in den Ruinen der Stadt weiter. Am selben Tag, an dem die rumänischen Linien durchbrochen wurden, eroberten die Truppen der 6. Armee die Fabriken Dserschinski und Barrikaden. Statt die motorisierten Verbände aus der Stadt zurückzuziehen und die bedrohten Flanken zu verstärken, setzten die 16. und die 24. Panzerdivision ihre Eroberungsbemühungen in Stalingrad fort. Paulus verharrte wie gelähmt in seinem Hauptquartier. Er begegnet der Offensive mit einer unerklärlichen Passivität, statt die beweglichen Einheiten in den Kampf zu schicken. Auch die Luftwaffe griff nicht ein. Aber dies war nicht freiwillig. Richthofens Flieger konnten nicht eingreifen, weil das Wetter es nicht zuließ. So konnten die weit überlegenen sowjetischen Truppen die rumänischen Linien durchbrechen, wenn nicht sogar überrollen. Später stellte sich heraus, dass die deutlich schlechter ausgebildeten und bewaffneten Verbündeten keine Schuld traf, auch wenn dies immer wieder vorgeworfen wurde. Stellt man die schlechte Ausrüstung der Truppe, die kaum Panzerabwehrwaffen verfügte, in Rechnung und berücksichtigt zudem die unfähige Führung so haben die Einheiten der 3. Rumänischen Armee ihr Möglichstes getan. Erst um 18 Uhr, als die Operation Uran bereits 12 Stunden lief, ging im Hauptquartier des LI. Armeekorps der Befehl ein, die nicht in Stalingrad eingesetzten Teile der 24. Panzerdivision in Richtung Donübergang in Marsch zusetzen. Weitere vier Stunden später, kam erst der Befehl, die Kämpfe in der Stadt einzustellen. Schnell in Richtung Westen, hieß es nun. Doch dazu war die Armee zu unbeweglich. Im Oktober waren auf höchsten Befehl 100.000 Zugtiere aus der der Stadt weit ins Hinterland getrieben worden. Dies sollte den Nachschub entlasten, da nun kein Tierfutter mehr in den wenigen Zügen, nach Stalingrad gebracht werden musste. Die deutsche Artillerie war nun bewegungsunfähig und suchte sich Ersatz. Diesen fand sie in den russischen Kriegsgefangenen. Doch durch die Unterversorgung waren diese meist so körperlich geschwächt, dass selbst die Kräftigsten dies nicht lange aushielten. Genauso fehlte Benzin für die motorisierten Einheiten und dort wo es vorhanden war, fehlte es an Besatzung. Am schlimmsten sollte sich ein Fehler auswirken, der bereits ein Jahr zuvor gemacht wurde. Es fehlte den Soldaten an Winterbekleidung. Lange hatte sich der Winter angekündigt. Mitte November fiel erneut Schnee und bald darauf kam der erste Schneesturm. In der Nacht zum 26. November fielen die Temperaturen auf minus 26 Grad. Statt die 6. Armee in Stalingrad vor dem Winter richtig auszurüsten, setzte Hitler auf das Prinzip der Hoffnung. Bis zum Wintereinbruch sei die Stadt längst erobert und in den befestigten Quartieren sei das Überwintern kein Problem. Statt wärmenden Wollmützen wurden Papierkopfhauben vorgeschlagen. Als Gesichtsschutz „kann eine gepolsterte Tuchbinde gebunden werden, die in der Mitte für die Nase ausgebuchtet ist, ähnlich einer Faschingsnase.“ Bei solchen Empfehlungen verging den Soldaten im Kessel schnell das Lachen. Statt wärmender Decken, gab es kindliche Schüttelreime. Wenn man das schon als Gipfel der Unverfrorenheit sieht, wird nun eines Besseren belehrt. Wenn keine Papiermützen oder Tuchbinden vorhanden seien, empfiehlt der Leitfaden der Wehrmacht: „Im Kampf gegen die Unbilden des russischen Winters entscheidet letzten Endes die innere Haltung.“ Die Panzermänner, die im Winter noch in ihren Panzern Schutz suchen konnten, hatte als Winterkleidung nur ihre Sommeruniform und einen sehr dünnen Mantel. Dieser war aber nicht für die Besatzung gedacht. Der Mantel wurde um das MG gelegt und selbst bei Schneetreiben blieb dieses beim Schießen eingehüllt. So etwas waren die Ratschläge von Autoren, die am warmen Schreibtisch in der Heimat, weit weg von der Front, saßen. Wieso ein Paar Filzstiefel plötzlich den Besitzer wechselten, ist nichts für zarte Gemüter. Die deutschen Landser nahmen sich diese von russischen Gefallenen. Für die unscheinbaren, aber warmen sowjetischen Stiefel, tauschte mancher sein edleres, deutsches Schuhwerk. Die russische Bekleidung war aber nicht nur wegen ihrer Wintereignung begehrt. Die Russen hatte gestärkte Hemden, durch die Läuse nicht durchkamen. Aber bei 30 Grad minus, war es schwierig einem Gefallenen das Hemd auszuziehen. Neben dem Treibstoffmangel gab es ein weiteres Problem, bei den deutschen Fahrzeugen. Sie waren nicht für den Winter getarnt worden. Wie dunkle Flecken ragten sie aus der weißen Landschaft heraus und waren leichte Beute der sowjetischen Artillerie. Diese Probleme hatte auch die rote Armee, doch diese hatten genug Benzin um ihre Fahrzeuge über Nacht laufen zu lassen. Nicht zuletzt dank deutschem Benzins. Als die rumänischen Verbände panisch flüchteten, ließen sie ein großes Treibstofflager unversehrt zurück. Bei der Umgruppierung der 44. deutschen Infanteriedivision ging ein Großteil der Ausrüstung verloren, da diese nicht weggeschafft werden konnte. Auch die 2. Panzerdivision sprach schließlich am 22. November von einer katastrophalen Betriebsstofflage. Eine entscheidende Frage bei der Abwehr der Gegenoffensive der roten Armee war daher: Konnten die Einbußen an Material wieder ausgeglichen werden? Zentraler Punkt dieser Frage war die Brücke von Kalatsch. Sie war ein entscheidendes Glied in der deutschen Nachschubkette. Über dieser Donbrücke lief der Großteil der Versorgung für die 6. Armee. Wenn die Brücke fällt, würde die Versorgung sofort zusammenbrechen. Trotz dieser Bedeutung, gab es dort keine organisierte Verteidigung. Dort waren Nachschub- und Reparaturtruppen, eine einzige Flakbatterie mit 4 Geschützen und wenige Truppen der Feldgendarmerie postiert. Gerade mal 25 Mann sicherten die Brücke. Gleich zwei sowjetische Panzerkorps setzten vom Norden her, am 22. November 1942, zur Einnahme der Stadt an. Die 19. Panzerbrigade hatte den Auftrag, die Brücke im Handstreich zu nehmen, bevor sie gesprengt wird. Zuerst begann die Aktion mit einem Bluff. Zwei erbeutete deutsche Panzer fuhren zur Brücke und eröffneten erst kurz davor das Feuer. Die Verteidiger mussten sich schnell zurückziehen und hatten keine Zeit die Brücke zu sprengen. So rollten kurz darauf T-34 Panzer über diese in die Stadt ein und nahmen sie mit der nachrückenden Infanterie. Was bei Kalatsch geschah, geschah auch anderer Orts. Bei Golubinskij fielen wichtige Brücken in sowjetische Hand zurück. Bei Kriwo Muschanskaja wurde die westliche Eisenbahnlinie blockiert, während die 51. Armee nach der Einnahme Abganerowos zum Stoß nach Kotelnikowo ansetzte, um dort die zweite Eisenbahnlinie zu kappen. Im Norden bei Paspopinskaja kapitulierten 5 Rumänische Divisionen, nach dem diese lange eingekesselt waren. Die rumänische 4. Armee im Süden befand sich unterdessen in Auflösung. Die Rumänen ließen alles zurück was ihnen im Weg war. Ausrüstung, Munition und Treibstoff. Nur Mäntel und Nahrungsmittel wurden mitgenommen. Durch den Wintereinbruch waren neben den deutschen Maschinen, auch die sowjetischen gezwungen am Boden zu bleiben. Ein Angriff der Luftwaffe gegen die Rumänen, hätte katastrophale Folgen für die schwachen Rumänen gehabt. Der Schnee kam mit dem Ostwind. Dieser schien manchmal nicht von Oben sondern von vorne zu kommen. Die Rumänen kannten dies aus ihrer Heimat, doch für die deutschen Soldaten war dieser Anblick Neu. Kälte, Schnee und Russen – sie schienen überall. Der Wunsch der Soldaten, war es so schnell wie möglich aus dem sich bildenden Kessel zurückzuziehen. Dies machten sie durch eine panische Flucht. Ob Rumänen, Italiener oder Deutsche, alle flohen. Dazu wurden die Brücken und Behelfsübergänge über dem Don genutzt, die noch in deutscher Hand waren. Die Flucht der Achsenmächte über die Brücke von Akimowski erinnerte an den Übergang der französischen Armee über den Beresina. Wie bei Napoleons Feldzug versuchten die Flüchtenden, über den zugefrorenen Fluss zu entkommen, doch genauso wie damals brach das Eis zusammen und die Soldaten ertranken. Versprengte Soldaten suchten nach den Resten ihrer Einheit. Überall standen Fahrzeuge, die nach einem Treffer bewegungsunfähig waren oder ohne Sprit liegen geblieben sind. Niemand schien zu wissen, wo sich Freund und Feind aufhielten.
Die vorstoßende rote Armee hatte die geräumten Stellungen bezogen, da kam der Befehl die alte Hauptkampflinie wieder herzustellen. Unter hohen Verlusten erreichten die Deutschen das, doch nach kurzer Zeit mussten sie die Stellungen endgültig Räumen. Am 26. November standen nur noch wenige deutsche Soldaten westlich des Dons. Zwölf Wochen zuvor hat die 16. Panzerdivision auf dem Weg nach Stalingrad die Brücke bei Lutschinsiki überquert. Die Siegeszuversicht war kaum zu steigern, der Iwan sollte den vernichtenden Schlag erhalten. Nun sah es andersrum aus. Um den Vormarsch der Sowjets zu erschweren, sprengten die Pioniere in den Abendstunden die Brücken. Die 6. deutsche Armee saß in Stalingrad fest. Nach nur wenigen Tagen des schnellen Vormarsches, trafen die Spitzen der beiden Zangenarmeen am Abend des 23. Novembers zusammen. Was die deutschen Panzer zu Beginn des Russlandfeldzuges so erfolgreich demonstriert hatten, wandten die Sowjets als Schüler nun gegen den Erfinder an. Der Ring um die Stadt war geschlossen und Goebbels Propagandamaschine schwieg. Doch bald änderte sich das. Die Einkesselung wurde nicht direkt ausgesprochen, sondern mit Namen wie „Festung Stalingrad“ oder „Raum Stalingrad“ verschleiert. Selbst die Soldaten im Kessel erfuhren es nicht – zumindest nicht von der eigenen Führung, sondern von der roten Armee. Die Nachricht von der Einkesselung löste unterschiedliche Reaktionen aus. Die einen waren optimistisch, die anderen pessimistisch. Beide Seiten wussten aber, dass im Russlandfeldzug immer öfters Einheiten eingekesselt worden waren. Diese wurden aus der Luft versorgt und nach kurzer Zeit entsetzt. Im OKW herrschte vier Tage nach Beginn der großen Offensive keine Katastrophenstimmung. Der Generalstab des Heeres reagiert nicht. Er reagierte nicht weil er nicht konnte. Zu dieser Zeit war Hitler nämlich auf dem Obersalzberg und machte Urlaub. Erst am Abend des 22. Novembers startete sein Sonderzug nach Leipzig, wo ein Flugzeug wartete. Alle zwei Stunden hielt der Zug an, damit Hitler sich über die Lage informieren konnte. In der Wolfsschanze angekommen, gab sich Hitler optimistisch über den Ausgang dieser Lage. Hatte er den Ernst der Situation nicht erkannt? Oder war er bereit eine ganze Armee zu Opfern um seine Ziele nicht zu gefährden?


(Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5)

 

Ausbruch oder Untergang?

Auf einer Fläche von 1500 Quadratkilometern, waren nun fast 350.000 Mann, mit 1800 Geschütze, 10.000 Transportfahrzeuge und 50.000 Pferde eingekesselt. Die sowjetische Führung glaubte, dass weniger als 100.000 Mann in dem Kessel seien, der deutsche Wehrmachtführungsstab schätze die Zahl auf 400.000 und Paulus ging von 200.000 Mann aus. Hitler befahl „Aushalten und weitere Befehle abwarten“. Jeder der Hitler 14 Tage vorher in einem Bierkeller hatte reden hören, konnte seine Entscheidung voraussagen. Damals sagte er nämlich: „Sie dürfen versichert sein – und ich wiederhole es mit voller Verantwortung vor Gott und der Geschichte, dass wir Stalingrad nie wieder verlassen werden. Nie wieder!“ Dies sollte für die eingeschlossenen tödliche Wirklichkeit werden. Paulus wurde in der Zwischenzeit in den Kessel geflogen. Hitlers Anweisung: Ein Oberbefehlshaber gehöre zur Truppe. Paulus neues Hauptquartier war nun in Gumrak, rund zehn Kilometer außerhalb der Stadt. Gumrak besaß einen Bahnhof und ein Flugfeld, was von ehemaliger sowjetischer Flak gesichert wurde. Damit war Gumrak ein strategisch wichtiger Punkt. Die Offiziere und Generäle in dem Kessel waren sich schnell einig. Die Truppen sollten sich sammeln und ausbrechen. Am 22. November bat Paulus in seinem Bericht um Handlungsfreiheit – mit anderen Worten: Rückzug. Raus aus dem Kessel – das war die einzige vernünftige Lösung. So schlug es auch der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B vor. Generaloberst Freiherr von Weichs unterstützte in seinem Bericht am 23. November die Meinung von Paulus. Er nannte dabei die problematische Nachschubsituation und die Schwierigkeiten, einen Entlastungsangriff zu starten. Die rote Armee zog inzwischen den Ring um Stalingrad immer enger und eroberte zahlreiche Nachschublager. So spitzte sich die Lage im Kessel noch mehr zu. Den vorgeschobenen Einheiten gingen schon bald Munition und Benzin aus. Paulus setzte am Abend des 23. Novembers einen weiteren Funkspruch, an das OKH, ab. In diesem forderte er weiterhin den Ausbruch. Diesmal verwies Paulus darauf, dass seine Generäle diese Ansicht teilten.

 

Am 23. November berichtete von Weichs dem Generalstabschef des Heeres: „Die Versorgung der 20 Divisionen umfassenden Armee, auf dem Luftweg, ist nicht möglich. Mit dem verfügbaren Lufttransportraum kann täglich nur ein Zehntel des Tagesbedarfs in den Kessel geflogen werden.“ Diese pessimistische Einschätzung beruhte noch auf die optimistische Annahme, dass das Wetter günstig bleibt. Da Vorräte nicht vorhanden waren und der Nachschub auch nicht aus der Luft ausreichend gewährleistet ist, gab es für General Walther von Seydlitz-Kurzbach nur zwei Optionen: „Durchbruch nach Südwesten in allgemeiner Richtung Kotelnikowo oder Untergang in wenigen Tagen. Es gibt keine andere Wahl.“ Zeitzler, der Generalstabschef im Oberkommando des Heeres, teilte die pessimistische Einschätzung der Frontgeneräle und versprach, bei einem Telefonat am 22. November, dass er versuchen werde Hitler von einem Ausbruch zu überzeugen. Die Generäle rechneten damit, dass Hitler nachgeben würde. Die Enttäuschung kam am nächsten Tag. In einem Führerentscheid, der obersten Befehlsstufes wogegen man keine Widerspruchsmöglichkeit hatte, befahl Hitler die Stalingrad-Front zu halten. Damit war das Todesurteil über die deutschen Einheiten im Kessel unterschrieben. Hitler verbot den Ausbruch, weil er die alte Front wieder herrichten wollte. Dazu bildete er die Heeresgruppe Don. Diese neue Heeresgruppe war dem Feldmarschall Erich von Manstein unterstellt. Sie umfasste die Resten der 3. und 4. rumänischen Armee und Teile der 4. Panzerarmee und der 6. Armee. Diese trauriger Haufens der einst so siegreichen deutschen Wehrmacht, sollte nun 1 Millionen sowjetische Soldaten auf die Ausgangslinie der Operation Uran zurückwerfen und Stalingrad entsetzen. Eine Voraussetzung war, das Stalingrad solange von der 6. Armee verteidigt wird und die Luftversorgung funktioniert. An beides, vor allem letzteres, glaubten die Generäle nicht. Aber nicht nur Hitler glaubte an die Luftversorgung, sondern auch Reichsmarschall Hermann Göring. Dieser verwies auf die Me 323, das größte Landflugzeug der Welt. Göring avisierte ein Gesamtvolumen von 500 Tonnen Nachschub täglich, seine Experten nannten 350 Tonnen als absolute Höchstmenge. Göring verschwieg allerdings, dass dies grade mal die Hälfte war, was die 6. Armee täglich benötigte. Er versicherte seinem Führer trotzdem, dass er die Luftversorgung Stalingrads meistern wird. Dies machte Göring allerdings nicht persönlich, sondern sein Generalstabschef Jeschonnek. Jeschonnek knüpfte den Versprechungen seines Chefs zahlreiche Bedingungen an: gutes Flugwetter, Nutzung frontnaher Flugplätze und Abkommandierung zusätzlicher Flugzeuge. Hitler wischte die Einschränkungen vom Tisch. Für ihn galt das „Ja“ und die „Wenns“ vergaß er. Um verlorenes Renommee bei Hitler zurückzugewinnen, versprach Göring die Versorgung. Dabei täuschte er Hitler gleich zweimal. Jeschonnek errechnete das 300 mal 1000-Kilo-Sprengbomben ausreichen um 300 Tonnen Nachschub in die Stadt zu kriegen. Diese fassten allerdings nicht 1000 Kilo Nachschub, sondern nur 650 Kilo. Somit waren kaum 200 Tonnen am Tag gesichert. Göring ließ diesen Rechenfehler nicht korrigieren, sondern ließ ihn mit Absicht so stehen. Zeitzler versuchte weiterhin Hitler von einem Ausbruch zu überzeugen, doch Hitlers „Ja“-Sager machten alle Mühen zunichte. Generalfeldmarschall Keitel und Generaloberst Jodl stimmten Hitler zu, Stalingrad zu verteidigen. Von Januar bis Ende April 1942 gab es bei Demjansk schon einen Kessel, wo deutsche Einheiten entsetzt wurden, doch waren die Umstände ganz anders. Das Gelände war bewaldet und somit schlecht für die sowjetische Luftabwehrkanonen. Außerdem waren dort „nur“ 100.000 Mann eingeschlossen. Dazu kommt, dass die Entfernung bis zum nächsten Flughafen gerade einmal rund 30 Kilometer betrug – in Stalingrad sollten es bald bis zu 200 werden. Durch den Erfolg bei Demjansk getrübt, glaubte Hitler, dass ein Kessel einen Vorteil bieten würde. Die Generäle mussten gehorchen, den der Ungehorsam konnte schwere Folgen bedeuten. Guderian und Brauchitsch wurden ihres Kommandos enthoben, als diese sich gegen den Haltebefehl Hitlers ausgesprochen haben. Hoepner wurde unehrenhaft aus der Wehrmacht entlassen, weil er seine Truppen zurückzog. Am schlimmsten traf es Generalleutnant Sponeck. Er wurde zum Tode verurteilt, weil er seinen Einheiten auf der Krim den Befehl zum Rückzug gegeben hatte.


Paulus musste sich entscheiden: Eigenmächtiger Rückzug oder Hitler gehorchen.

 

Der kleine Rückzug

Das LI. Armeekorps unter General von Seydlitz kämpfte in Stalingrad an der Wolga- und Stadt-Front. Seydlitz erwartete den Rückzugsbefehl und plädierte für den Rückzug aus den gefährdeten Stellungen. Seine Einheiten vernichteten alles was sie nicht mitnehmen konnten und der roten Armee behilflich sein konnte. Entsprechend einer Lagebeurteilung befahl Seydlitz: „Herauslösen des XIV. Panzerkorps, Übernahme der Stellungen durch die 94. Infanteriedivision und Zurücknahme des Lataschamkazipfels in der Nacht zum 23. November.“ Darauf entstand das Gerücht das Seydlitz, mit dieser Begradigung der Front, auf eine bessere Verteidigungslinie, den allgemeinen Rückzug der 6. Armee provozieren wollte. Fest steht, dass er auf eigene Verantwortung seinen Truppen den Rückzug befahl und das ohne ausdrückliche Erlaubnis Hitlers. Darin unterschied Seydlitz sich von Paulus. Dieser wollte nur Ausbrechen, wenn Hitler dies genehmigte. Seydlitz Rückzug endete in einem Debakel. Die rote Armee stieß sofort nach, besetzte die geräumten Stellungen und fügte der 94. Infanteriedivision schwere Verluste zu. Kurze Zeit nach dem Rückzug kam der Befehl, die geräumten Stellungen in schweren Kämpfen zurückzuerobern. Auch da wo der Gegner nicht war, ahnten die Soldaten das schlimmste. Artilleriegeschütze waren gesprengt worden, da man keine Pferde für den Abtransport hatte. Schutzlos lagen die Soldaten hinter Stellungen, die sehr mitgenommen waren. Das Scheitern der einzigen geplanten Rückzugsaktion bestärkte Hitler in seiner Entscheidung, den Kessel zu verteidigen. Es steht fest, dass Hitler von diesem eigensinnigen Rückzug erfuhr und das er nach dem verantwortlichen Befehlshaber fragte. Doch Paulus gab darüber keine Auskunft und deckte Seydlitz. Seydlitz rechnete mit seiner Verhaftung, wurde aber sogar zum Oberbefehlshaber der Ost- und Nordfront Stalingrads befördert. Darauf wies Paulus Seydlitz darauf hin, dass er nun die nötigen Kompetenzen besitzt, um eigenmächtig auszubrechen. Doch Seydlitz Antwort überraschte: „Mir bleibt ja wohl nichts anderes übrig als zu gehorchen.“ Damit gaben alle Kritiker von Hitlers Haltebefehl den Widerstand auf. Die Soldaten der 6. Armee mussten sich auf einen längeren Aufenthalt in den Ruinen der Stadt einrichten und das im tiefsten russischen Winter. Bei den allermeisten Offizieren herrschte ebenso blanke Not, wie bei gewöhnlichen Soldaten. In der offenen Steppe vor Stalingrad kampierten die Einheiten in mühsam ausgebuddelten Erdlöchern oder Schneekuhlen. Als einziger Schutz gegen den beißenden Wind gab es eine Plane. Winterkleidung war Mangelware. Der schützende Helm ließ sich kaum noch auf dem Kopf tragen, Wickelgamaschen oder Fußlappen sorgten für eine notdürftige Isolation, damit der Stahlhelm nicht am Kopf festfror. In dieser Situation setzten alle ihre Hoffnungen auf die deutsche Luftwaffe: Eine Luftbrücke sollte das Dilemma beheben.


Walther von Seydlitz-Kurzbach war der einzige der einen Rückzug wagte - und damit scheiterte.

 

Die Luftbrücke

Die Aufgabe der Luftwaffe war von Anfang an unlösbar. Vorsichtige Schätzungen ergaben ein täglichen Munitionsbedarf eines Korps von mindestens 400 Tonnen. Um damit ein Korps zu versorgen, mussten also zwischen 200 und 400 Maschinen in den Kessel fliegen – dabei waren Treibstoff und Nahrungsmittel noch nicht mit inbegriffen. Brot gab es nur noch für 4 Tage. Die Quartiermeister fragten bereits nach dem Bestand der Pferde. 1000 Tonnen waren notwendig um die Armee mit allem zu versorgen, Paulus forderte „nur“ 600 Tonnen, doch die Luftwaffe konnte maximal 300 Tonnen einfliegen. Am 25. November landete die erste Ju 52 mit Versorgungsgütern im Kessel. Um sein Versprechen halten zu können, hatte Göring alles mobilisiert. Sämtliche Ju 52 waren versammelt worden und selbst veraltete Ju 86 wurden wieder flottgemacht. Fluglehrer und Schüler sollten genauso helfen wie Personal der Lufthansa. Es bedurfte aber auch geeignete Landebahnen innerhalb und außerhalb des Kessels. Rasant wurden zwei Flugplätze errichtet: Bassargino und Pitomnik. In Swerewo musste die überlebende Zivilbevölkerung auf einem abgeerntetem Maisfeld eine provisorische Start- und Landebahn bauen. Während der ersten Woche kamen täglich maximal 30 Flugzeuge zu ihrem Ziel in dem Kessel. Fast genauso viele wurden am 24. November abgeschossen. 24 Maschinen gingen verloren. Statt der versprochenen 300 Tonnen am Tag kamen so grade einmal 350 Tonnen in einer Woche an. Doch bereits am 7. Dezember landeten 188 Maschinen in Stalingrad, mit ihnen 282 Tonnen Material. Die versprochene Menge von 300 Tonnen schien nicht unerreichbar. Die Stimmung besserte sich allgemein und auf dem Rückflug wurden Briefe mitgenommen. Die Heimatfront sollte auch von den großen Leistungen der Luftwaffe erfahren. Die Moral der 6. Armee war Anfang Dezember keineswegs schlecht. Die rote Armee musste eine Pause einlegen. Nach der Gewaltanstrengung von Operation Uran waren beide Seiten erschöpft und froh über die Feuerpause. Aus solchen Pausen schöpften die deutschen Truppen neue Hoffnungen. Während die 6. Armee ihre Ruhepause genoss, bestätigte sich das Urteil der Experten. Die Kapazität der deutschen Luftwaffe reichte nicht aus. Es war nicht nur die viel zu wenig Mengen die transportiert werden konnten, sondern auch die Art der Fracht. Bei den wenigen Raum war die Frage ob man mehr Munition oder Nahrungsmittel transportieren sollte. Verteidigung galt als wichtiger als Überleben. So waren gerade einmal vier Prozent der Fracht essbar. Der größte Teil der Transportkapazität fiel aber aus einem anderen Grund aus. 25 Prozent waren für Treibstoff reserviert. Treibstoff für den Rückflug und die Jäger, die die Transporter beschützten. Hinzu kamen unsinnige Güter. Einmal wurden sechs Tonnen Bonbons eingeflogen, ein anderes Mal Tonnen von Süßigkeiten. Zu Weihnachten sicher gut gemeint, aber nicht gut gedacht. In Stalingrad warteten die Soldaten auf Brot, nicht auf einmaliges Konfekt. Diese waren wenigstens noch essbar. Ein Flugzeug brachte einmal alte Zeitungen, Kragenbinden und Dachpappe, Kölnisch Wasser oder Bücher. Irrtümer, die die Soldaten zur Verzweiflung brachten. Auch die Offiziere erlebten wunderliche Dinge. Paulus berichtete das einmal, wohl aus Spaß, mehrere Pakete mit Kondomen geschickt wurden. Wer darüber noch lachen konnte, dem sollte das Lachen bald vergehen.

 

Die deutschen Flughäfen wurden schnell zu beliebten Zielen von sowjetischer Artillerie- und Luftangriffen. Hinzu kamen das vor Stalingrad 1000 Flugabwehrgeschütze in Stellung gebracht worden sind. Bald konnten deutsche Maschinen nur noch Nachts fliegen. Jedes dritte Flugzeug der Versorgungsflotte ging verloren. Von 1550 eingesetzten Maschinen, gingen 550 verloren. Nach dem Kälteeinbruch im Dezember sprangen viele Flugzeuge nicht mehr an. Die Rettung waren Wärmegeräte. Das Problem war, dass davon jede Staffel nur eins hatte, während eins für zwei Flugzeuge benötigt worden wären. So klauten die Staffeln untereinander die seltenen Geräte und pinselten schnell das eigene Zeichen darauf. So schnell wechselten die Geräte den Besitzer – zumindest bis zur nächsten Nacht. Bald schon verhinderten aufgestellte Wachen solche Diebstähle. Angesichts der vielen Schwierigkeiten, ist es doch eine Meisterleistung, die die deutschen Piloten erreichten. Vom 1. bis zum 12. Dezember wurden täglich rund 97,3 Tonnen eingeflogen, danach stieg die Menge auf 137,7. Solange blieb es bis zum Jahreswechsel. Danach sank die Menge wieder auf durchschnittlich 100 Tonnen. Doch das war nur ein Drittel was die Luftwaffe zugesagt hatte und ein Sechstel was die Armee brauchte. Nur an zwei Tagen wurden mehr als 300 Tonnen eingeflogen. Am 7. Dezember und am 20. Dezember mit jeweils 362 Tonnen. Weitere Schwierigkeiten kamen im Januar. Der Flugplatz Bassargino konnte bald nicht mehr angeflogen werden, da die Front zu nah war. Gumrak bekam ein Landeverbot, weil Paulus seinen Gefechtsstand nicht durch sowjetische Luftangriffe gefährden wollte. Pitomnik blieb als einziger Flugplatz. Dieser verfügte auch als einziger über die Ausrüstung, um Nachteinsätze gewährleisten zu können. Die Maschinen der Luftwaffe mussten immer rund 300 Kilometer zurücklegen. Ende Dezember griff das sowjetische XXIV. Panzerkorps Tazinskaja an, ein wichtiges Sprungbrett der Ju 52 Maschinen für die Versorgung Stalingrads. Aus dem Führerhauptquartier hatte Generalleutnant Fiebig den Befehl erhalten, die Maschinen erst dann zurückzuziehen, wenn der Flugplatz unmittelbar unter sowjetischen Artilleriefeuer liegt. Am 28. Dezember fuhren die sowjetischen Panzer in den Flughafen und die Maschinen standen noch. Wie auf dem Präsentierteller wurden sie abgeschossen. In einem Massenstart versuchten die Piloten die 180 Maschinen zu retten. Durch organisatorische Meisterleistung kamen zwei Drittel der Flugzeuge durch, doch der Verlust des anderen Drittel lag schwer. Es waren nicht nur 70 Maschinen, die verloren gingen, sondern auch ein Zehntel der gesamten Versorgungsflotte. Die Versorgung wurde immer schwieriger. Am 29. Dezember war Hans Hube, kommandierender General des XIV. Panzerkorps, im Führerhauptquartier und machte seinen Unmut lautstark zuerkennen. Hube sagte zu Hitler: „Warum lassen sie nicht den Fliegergeneral erschießen, der ihnen die Versorgung Stalingrads versprochen hat?“ Dieser Fliegergeneral, auch als Reichsmarschall Göring bekannt, spielte die Situation noch herunter. Die Versorgung sei ja gar nicht so schlimm, wie behauptet wird. Den Preis für diese Überheblichkeit mussten 300.000 Männer in Stalingrad zahlen. Dank Göring hatten sie einen weiteren Feind. Den Feind Nr. 1 – der Hunger! Ein Feind der unbarmherzig zuschlug und niemanden verschonte.


Eine Ju52 auf dem Weg die Soldaten in Stalingrad zu versorgen.

 

Unternehmen Wintergewitter

In denselben Befehl, indem Hitler den Rückzug der 6. Armee verbot, deutete er einen Befreiungsschlag an. Dieser wurde am 2. Dezember vorbereitet. Der Auftrag an Generaloberst Hoth lautete kurz und knapp: „Stellen sie die ostwärts des Don auf kürzestem Wege die Verbindung zur 6. Armee wieder her.“ Dafür standen dem Panzergeneral der 4. Panzerarmee, neben seiner Armee, die Reste der 4. Rumänischen Armee zur Verfügung. Zudem bekam er die 6. Panzerdivision, die frisch aus Frankreich herbei geordert wurde. Diese Division verfügte über 160 Panzer vom Typ IV mit der langen 7,5cm-Kanone. Diese waren die einzigen, die dem T-34 gleichwertig waren. Hinzu bekam Hoth wenige Tigerpanzer. Zunächst war ein Angriff der Truppen am Tschir geplant, doch konnten diese wegen ständiger Angriffe der roten Armee, nie zur Offensive übergehen. Hoth war also auf sich alleine gestellt. Daher drängte er immer mehr darauf, dass ihm die 6. Armee entgegen kommt. Hitler lehnte ab, er bestand weiterhin darauf, dass die 6. Armee die Stellungen an der Wolga zu halten habe. In den frühen Morgenstunden des 12. Dezembers brachen die deutschen Panzer zum Entsatzangriff auf. Vor ihnen lag eine Eis- und Schneewüste, die von starken sowjetischen Kräften kontrolliert wurde. Doch die Panzer kamen relativ schnell vorwärts. In den ersten drei Tagen schafften sie 50 Kilometer, weitere 50 lagen vor ihnen. Im Kessel verbreitete sich das Gerücht über die lange erwartete Verstärkung. Die Illusion eines Entsatzes schien Wirklichkeit zu werden. Am 14. Dezember erreichte die Armee den Aksai, nach fünf Tagen harter Kämpfe wurden die Sowjets auch hier geschlagen. Dabei war schon die 17. Panzerdivision dabei. Diese wurden nach langem Einreden von Manstein auf Hitler aus der Kaukasusfront abkommandiert. Hoth war optimistisch und funkte an Paulus: „Haltet aus, wir kommen.“ Doch der Entlastungsangriff Hoths geriet ins Stocken. Generaloberst Jeremenko hatte die 2. Gardearmee, Stalins Elitetruppe, heranführen können. Diese bedrohten nun die Flanke der 4. Panzerarmee und verwickelten die vorwärts drängenden Panzer in heftige Gefechte. Am 19. Dezember standen die Deutschen am Myschkowa. Hier am Ufer des Flusses bei Wassiljewka, sollten sich die Soldaten der 6. Armee und der 6. Panzerdivision treffen. Einen Tag zuvor hatte Manstein seinen 3. Generalstabsoffizier in den Kessel einfliegen lassen. Er sollte sich ein Bild über die Lage machen und Paulus überreden auszubrechen. Manstein bat Hitler den Befehl für „Donnerschlag“, dem Ausbruch der 6. Armee, zu geben. Hitler zögerte.


Generaloberst Hoth sollte den Kessel entsetzten, doch er hatte keine Chance...

 


Manstein bat ihn ein weiteres Mal, doch Hitler lehnte ab. Hitler glaubte, nach dem Hoth bereits 48 Kilometer vor Stalingrad stand, dass die 4. Panzerarmee die restlichen Kilometer auch noch schaffen werde. Die Zeit drängte, den die Flanken der 6. Panzerdivision waren durch den Aufmarsch starker sowjetischer Kräfte bedroht. Der Stabschef der 6. Armee, Arthur Schmidt, war ebenfalls gegen einen Ausbruch. Er, der überzeugte Nationalsozialist, warnte vor den psychologischen Folgen eines Rückzugs. Er fügte hinzu, dass, wenn die Versorgung gewährleistet ist, die 6. Armee noch Ostern in Stalingrad stehen könnte. Wenn... Doch die Luftbrücke konnte niemals genug Nachschub liefern. Paulus zögerte. Er wollte den Ausbruch nur mit der Erlaubnis Hitlers durchführen. Doch Hitler blieb stur. Nicht zuletzt da die 6. Armee nur noch Treibstoff für 20-30 Kilometer hatte. Manstein war überzeugt, dass die einzige Möglichkeit, die 6. Armee zu retten, in einem Ausbruchsversuch bestand. Er arbeitete einen Plan aus, in dem ein LKW-Konvoi aus den vorgeschobenen Positionen in den Kessel fuhren und alle verfügbaren Reserven zu mobilisieren. Doch Hitler blieb bei seiner Entscheidung: „Wintergewitter“ ja - „Donnerschlag“ nein. Paulus gehorchte. Noch fast eine Woche hielten die Einheiten der 4. Panzerarmee ihre Stellungen am Myschkowa. Noch fast eine Woche gab es optimistische Funksprüche. Hoffnung keimte auf – nicht als euphorische Stimmung, sondern als das schüchterne Gefühl, es könne die ersehnte Rettung kommen. Die Hoffnung starb schnell.
Die Situation wurde immer bedrohlicher für Hoth. Bei der 8. Italienischen Armee, die die Flanke der Armeegruppe Hollidt schützen sollte, gelang der roten Armee ein Durchbruch. Der Vorstoß der roten Armee nach Rostow schien möglich und damit ein weiterer, viel größerer Kessel. Manstein hatte keine Wahl und musste Teile von Hoths Panzerverbänden an den neuen Brennpunkt senden. Einen Tag vor Weihnachten kam das Aus für den Entsatzangriff. Die deutschen Panzer waren in so greifbarer Nähe. Da mussten die Soldaten der 6. Armee hilflos mit ansehen, wie die schon nahe geglaubte Rettung immer weiter zurückwich. Die Konsequenzen waren allen klar, auch dem Kommandeur der 6. Panzerdivision, Generalmajor Erhard Raus: „Auch der letzte Landser konnte sich ausmalen, dass dies den Untergang Stalingrads bedeutete.“ Im Kessel hofften manche immer noch, auf Wunderwaffen oder eine große Offensive. Was wäre gewesen wenn die 6. Armee den Ausbruch gewagt hätte? Diese Frage ist und bleibt hypothetisch. Hitler glaubte, dass bei einem Ausbruch, die 6. Armee so enden wird wie Napoleons Armee 1812 bei Beresina. Selbst wenn der Ausbruch gelungen wäre, dann wäre die Armee an einem anderen Brennpunkt der Front verheizt worden. Die Katastrophe an der Ostfront wäre auch niemals verhindert, sondern nur verlängert worden. Am 24. Dezember mussten die Panzer der 4. Panzerarmee kehrt machen. Der Entsatzangriff Hoths und Mansteins gescheitert. Der Untergang der 6. Armee in Stalingrad war nur noch eine Frage der Zeit.

 

Weihnachten in Stalingrad
 

Nach dem gescheiterten Entsatzangriff, stand Weihnachten vor der Tür. Auch die Soldaten feierten das Fest. Das Fest des himmlischen Friedens, das Fest der Familie, der Geschenke, der Ruhe und inneren Einkehr. Die Soldaten der 6. Armee erlebten das Gegenteil. Heiligabend 1942 war in den Kellerlöchern und Erdbunkern ein Tag bitterer Trostlosigkeit. Weihnachten in Stalingrad war für die Männer ein Fest der Angst und des Hungers, der Einsamkeit und der Entbehrungen, der Anspannung und der tödlichen Gefahr. Statt daheim die Wärme der Weihnachtskerzen, zu spüren, froren die Landser im russischen Winter. Das Thermometer sank in der Stadt auf minus 25 Grad, in der Steppe vor Stalingrad auf bis zu minus 35 Grad. Im Kessel versuchten die deutschen Soldaten, allen Umständen zum Trotz, ein klein wenig Weihnachtsstimmung herbeizuzaubern. Aus Steppengras entstanden Weihnachtskränze, den Bunker des Kommandeurs der 376. Infanteriedivision schmückte sogar ein Weihnachtsbaum, den Generalleutnant Edler von Daniels hatte aufstellen lassen. In den normalen Landserkreisen ging es weniger festlich zu. Man wollte das Fest erleben wie ein Weihnachtsfest in der Heimat. Eines der berühmtesten Geschichten von Stalingrad, ist die legendäre „Madonna von Stalingrad“. Kurt Reuber, Arzt und Pfarrer in der 16. Panzerdivision, malte auf die Rückseite einer großen Militärkarte seine „Festungsmadonna“: eine Mutter, die ihr neugeborenes umarmt und ihm den Schutz bot, den die Soldaten in den Ruinen Stalingrads vergeblich suchten. „Licht, Leben, Liebe“ diese drei Wörter standen neben dem Bild, das fortan viele Soldaten andächtig betrachteten. Es waren nicht wenige harte Männer, die nun mit den Tränen in den Augen die Zeichnung und die Botschaft in sich aufnahmen. Viele besannen sich zurück, dachten an das, was sie im Kessel am meisten vermissten: die Familie, die Kinder, die Geborgenheit der eigenen vier Wände. Martin Wunderlich hatte an diesem Weihnachtsabend eine besonders traurige Erinnerung: „Mit drei Kameraden war ich auf der Suche nach Verpflegungsbomben. Seit Tagen war nämlich der Nachschub ausgeblieben. Als wir schließlich zu unserer Bleibe zurückkehrten, empfing uns ein Bild des Grauens. Ein russischer Stoßtrupp hatte während unserer Abwesenheit die Posten überwältigt und den Kellerraum samt der Besatzung mit einer geballten Ladung in die Luft gejagt – am Heiligen Abend.“ In manchen Feldpostbriefen, die erst 50 Jahre nach dem Ende der Schlacht wieder aufgetaucht sind, fanden sich fast idyllische Schilderungen: „Am Heiligen Abend waren wir beisammen im Bunker. Mit fünf Mann, einer Flasche Schnaps, 17 Schokoladen. Für uns war es eine große Freude“, schrieb Soldat Julius an seine Schwester und seinem Schwager. Doch die krakelige Schrift, der zu Papier gebrachten Schilderung verriet, die innere Anspannung und die Angst des Schreibers. Bei anderen war die Stimmung weitaus schlechter. Es gab keinen Baum, keine Kerzen, noch nicht einmal einen Tisch. Wozu auch – viele hatten nichts zum Auftischen. Wenige hatten das Glück und erhielten zu Weihnachten ein Päckchen aus der Heimat. Wer noch größeres Glück hatte, fand darin ein wenig Gebäck. Wer so unbeschreibliches Glück hatte wie Hubert Kremser, der bekam gleich drei Päckchen mit Plätzchen, jedes 100 Gramm schwer. Drei Päckchen waren dreimal so viel Post wie normalerweise in den Kessel befördert wurden – aber was war an diesem Abend schon normal? Die Kameradschaft war es: „Man hat es gar nicht fertiggebracht, das irgendwie in einer stillen Ecke alleine aufzumachen“, schilderte Kremser seinen Glücksfall der drei Plätzchenpakete. „Man war froh, die anderen teilnehmen lassen zu können.“ Bei einigen wenigen deutschen Landsern in den Schützengräben und Ruinen, gab es Heiligabend einen „Festschmaus“. Königsberger Klopse aus Pferdefleisch, und auch einen Hauch von Weihnachtsstimmung. „Wir hoffen, dass der Russe einige Tage Ruhe gibt, damit auch wirklich zu merken ist, dass Weihnachten das Fest des Friedens und der Eintracht ist.“ Tatsächlich herrschte in dieser Nacht weitgehend Waffenruhe im Kessel. Jedoch war dies nur eine kurze Verschnaufpause, wie ein Soldat später bemerken musste: „In den Morgenstunden ist der Russe bei uns durchgebrochen. Die Stellungen mussten wir aufgeben. Nach einiger Zeit hatten wir unsere Stellungen wieder. Hierbei wurde ich wieder mal verwundet. Macht euch keine Sorgen. Bald wird alles vorüber sein.“ Erst nach dem Ende des Kalten Krieges fanden sich viele Briefe deutscher Soldaten in russischen Archiven. Es war ein trostlosen Fest 1942. Doch im Radio gab es eine Sendung, die über das Leid hinwegtäuschen sollte, die „Weihnachtssendung des Großdeutschen Rundfunks“. Als „Wunderwerk der Technik“ feierte der Völkische Beobachter diese Wundersendung. Sie vermittelte Grüße vom Eismeerhafen bis nach Afrika, von der Atlantikküste bis zur Wolga. Hierbei konnten Angehörige aus dem ganzen Reich mit ihren Männern, Söhnen oder Vätern sprechen. Die Ringsendung vom Nordkap bis nach Afrika rief auch den Kessel an der Wolga auf: „Als Stalingrad gerufen wurde, begannen wir zu frösteln“, erinnerte sich ein damals zwanzigjähriger Leutnant. Die Ansprache des Propagandaministers verursachte bei den Soldaten große Wut. Joseph Goebbels schwadronierte zynisch von einer „deutschen Weihnacht“, welche die Soldaten im Kessel feiern konnten - „pflichtbewusst und bescheiden“. „Das hat meine Leute so empört, dass sie eine Kreuzhacke genommen haben und den Wehrmachtsempfänger kaputt schlugen. Es hat keiner ertragen können, diese Goebbels-Lügen“, erlebte Hauptmann Dengler die Wut der Soldaten, denen in solchen Momenten bewusst zu werden schien, dass sie von Hitler verraten und verkauft worden sind. Wenn in allen deutschen Wohnstuben des beschwörende „Ich rufe Stalingrad“ aus den Volksempfängern erklang, waren tatsächlich einige Soldaten zu hören, die Grüße nach Hause durchgaben. Die Stimmung an der Front wurde bestenfalls durch Feldpostbriefe wiedergegeben: „Uns geht’s hier ganz beschissen, so ein Weihnachtsfest und Silvester werde ich nie vergessen. Heiligabend habe ich auf Posten gestanden.“ Es war nicht immer eine „stille Nacht“, auch wenn dies die deutsche Propaganda immer wieder behauptete. Die Armee hatte Hitler vertraut und zahlte nun für seine Gier. „Seit 48 Stunden kein Einflug von Versorgung. Verpflegung und Betriebsstoff gehen zu Ende“, lautete der Eintrag ins Kriegstagebuch der 6. Armee an Weihnachten. Weit weniger diplomatisch formulierten einfache Soldaten ihre Situation. In einer Mischung aus Fatalismus und Hoffnungslosigkeit flüchteten sich manche in Galgenhumor. Die Landser sagen einen Spottvers: „Und wir tragen unser Schicksal mit Geduld, denn an dieser Scheiße sind wir selber schuld.“


Die berühmte Madonna von Stalingrad. Sie gab den Soldaten Kraft und Hoffnung für die Zukunft.


Das Ende

 

Das Ende

Auf sowjetischer Seite hatten erneut Truppenverschiebungen stattgefunden. Die Don-Front stand nun unter dem Oberbefehl General Konstantin Rokossovskis, der die Operation Ring, die endgültige Zerschlagung des Kessels, durchzuführen hatte. Über das Eis der Wolga rollte der sowjetische Nachschub, frische Einheiten bezogen ihre Stellungen. Die Vorbereitungen zum entscheidenden Angriff waren jedoch nicht termingerecht zum 6. Januar abgeschlossen. In den frühen Morgenstunden des 8. Januar tauchten auf der Südseite des Kessels, im Niemandsland zwischen roter Armee und Wehrmacht, zwei Gestalten auf, die eine weiße Fahne schwenkten. Es waren zwei Parlamentäre der Sowjetunion, die von ihrem Oberkommando ein Ultimatum an Paulus überbringen sollten. Diese Aktion war von der roten Armee über Rundfunk in deutscher Sprache angekündigt worden. Doch die deutschen schossen auf die zwei Männer. Ein zweiter Versuch der Männer, eine Aufforderung zur Kapitulation zu übergeben, scheiterte ebenfalls. In einer konzentrierten Aktion, warfen Flugzeuge der Sowjetunion, Flugblätter über die deutschen Stellungen ab. Die Soldaten wurden aufgefordert die Waffen niederzulegen Die Lage sei hoffnungslos. Zudem hieß es: „Wir garantieren allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften, die den Widerstand aufgeben, Leben und Sicherheit, sowie bei Kriegsende die Rückkehr nach Deutschland oder auf Wunsch in ein anderes Land.“ Normale Verpflegung, ärztliche Versorgung und ehrenvolle Behandlung versprachen die Unterzeichner, Nikolai Woronow und Konstantin Rokossovski. Paulus wies die Truppe an, der sowjetischen Propaganda keinen Glauben zu schenken. Den am selben Tag kam General Hube von einem langen Besuch im Führerhauptquartier zurück nach Stalingrad. Hube schilderte Hitler die Situation. Hitler predigte auf Hube ein, dass eine Kapitulation der 6. Armee eine Katastrophe herbeiführen würde. Die Armee band in Stalingrad 60 große sowjetische Einheiten. Wenn dieser an der Hauptkampflinie wieder eingesetzt werden könnten, droht der Heeresgruppe A im Kaukasus ebenfalls die Einkesselung. Hitler versprach, dass er einen erneuten Entsatzangriff durchführen werde und die Luftversorgung besser wird. Auf die Versprechen Hitlers ging Paulus nicht ein, aber er wollte einen Zusammenbruch der Südfront oder der gesamten Ostfront nicht verantworten. Paulus sah es daher erforderlich, die Verbände weiterhin zu binden, damit die deutsche Don- und Kaukasusfront stabilisiert werden kann. Rechtfertigt dieses Kalkül die Opferung einer ganzen Armee? Feldmarschall von Manstein zeigte in seinen Memoiren Verständnis für Paulus Entscheidung: „Die 6. Armee band seit Anfang Dezember 60 große Verbände der Sowjets. Die Lage der beiden Heeresgruppen Don und Kaukasus wäre katastrophal geworden, wenn Paulus Anfang Januar kapituliert hätte.“ Am 10. Januar 1943, kurz vor sechs Uhr früh, begann der große sowjetische Generalangriff gegen die 6. Armee im Kessel von Stalingrad. Fast eine Stunde dauerte der vorausgehende Artilleriebeschuss, ein einziges „ununterbrochenes Donnern“ nannte der Generaloberst der Artillerie, Nokolai Woronow, die Machtdemonstration seiner Soldaten. Pausenlos feuerten die sowjetischen Geschütze. Es herrschte ein ohrenbetäubender Lärm, der die Folgen des Beschusses ahnen ließ. Die Deutschen konnten dem nur wenig entgegensetzen, denn seit dem 1. Januar war die Munition rationiert worden. Am Tag nur drei Schuss leichte Feldhaubitze und zwei Schuss Pak. Der von Hitler geforderte „Widerstand bis zur letzten Patrone“ gewann eine tragische neue Bedeutung – die letzte Patrone war längst verschossen. Die massierten Angriffe der Sowjets hatten schnell Erfolg. Die deutschen Linien wurden an vielen Stellen durchbrochen. In nur zwei Tagen gelang es der Roten Armee, das von den deutschen besetzte Gebiet zu halbieren. Den Sowjets begegneten Berge von Erfrorenen, Verhungerten oder erschossenen Soldaten, sowie verlauste dreckige überlebende Soldaten. Zu dem eroberten Gebiet gehörte auch der Flugplatz Pitomnik. Am 16. Januar fiel dieser wichtige Stützpunkt für den deutschen Nachschub. Wer keinen Platz in der letzten Maschine gefunden hatte, zog nun zum letzten Flugplatz – Gumrak. Die Lazarette waren überfüllt und mussten noch immer neue Opfer der Kämpfe und des Winters aufnehmen.


Gefangende Deutsche nach der Niederlage

Die Angriffe der Sowjets durchbrach immer neue Stellen der Verteidigungslinie und die einzelnen Truppenteile der 6. Armee hatten untereinander kaum noch Verbindung. Am 18. Januar war ein letztes Aufbäumen geplant. Unter dem Codewort „Löwe“ sollte der gesamte Kessel in alle Richtungen angreifen. Unsinnig war dieser Plan, die Kampfkraft reichte nicht aus. Der Löwe setzte nicht zum Sprung an. Jede Einheit und jeder Trupp kämpfte auf eigene Faust, solange die Munition reichte. Paulus bat Hitler am 21. Januar um die Erlaubnis zu kapitulieren, dabei hatte er dies vor 12 Tagen noch abgelehnt. Paulus sah ein, dass es keinen Sinn mehr hat. Die Moral war gebrochen, die Munition und die Versorgung reichten nicht aus. Die 6. Armee konnte auch keine starken Kräfte mehr binden, denn es traten nur noch drei Gardedivisionen zum Kampf an. Die Entscheidung Hitlers spiegelt den Wahnsinn während der gesamten Schlacht um die Metropole wieder: „Kapitulation ausgeschlossen. Die Armee erfüllt ihre historische Aufgabe, den Aufbau einer neuen Front beiderseits Rostow zu ermöglichen.“ Knapp eine Woche vor dem Jahrestag der Nationalsozialistischen Machtergreifung wollte sich Hitler die Jubelfeiern nicht durch Meldungen von Niederlagen trüben lassen. Am 22. Januar fiel auch Gumrak in sowjetische Hände, die Versorgung ist zusammengebrochen. Vereinzelt wurde noch Material vom Flugzeug abgeworfen. Am 25. Januar gelang der roten Armee ein großer Erfolg. Sie spaltete den Kessel in zwei kleinere auf. Im Norden hat General Strecker das Kommando. Der Süden wird von Paulus befehligt. Am 28. Januar wurde der südliche Kessel nochmal in kleinere geteilt. Der organisierte Widerstand war endgültig zusammengebrochen.
Am 29. Januar beförderte Hitler Paulus zum Generalfeldmarschall. Hitlers Kalkül war, das sich ein Feldmarschall nicht in Kriegsgefangenschaft begibt und in den Heldentod geht. Dann kam der 30. Januar – Jahrestag der Machtergreifung. Ausgerechnet Göring, derjenige der eine Versorgung versprach, stellte sich vors Rednerpult und lobte den Kampf der 6. Armee: „Die Kämpfer von Stalingrad mussten stehen, das Gesetz befahl es so, das Gesetz der Ehre und der Kriegführung. Das Gesetz befahl auch ihnen zu sterben, damit die Rasse weiter siegen und leben konnte...“ Die Soldaten in Stalingrad hörten ihre eigene Leichenrede. Doch sie hatten andere Probleme. Die Panzer der roten Armee waren nur noch 300 Meter vom Hauptquartier der 6. Armee entfernt. Tags darauf, am 31. Januar 1943, drangen Truppen der roten Armee in das Kaufhaus Univermag ein, dort wo der Stab von Paulus saß. Am Nachmittag ergab sich Paulus den sowjetischen Truppen. Als Hitler davon erfuhr, tobte er, denn Paulus hat sich nicht erschossen. Zwei Tage nach dem nördlichen, kapitulierte auch der südliche Kessel am 2. Februar. Das letzte Lebenszeichen aus der Stadt, wurde von einem einfachen Soldaten an die Heeresgruppe Don geschickt: „Der Russe dringt kämpfend in Traktorenfabrik ein, es lebe Deutschland!“ Vereinzelt wurde noch weitergekämpft, doch als am 3. Februar ein Versorgungsflugzeug über der Stadt kreiste war alles ruhig. Die Waffen schwiegen in Stalingrad. Einzelne Truppen versuchten sich bis zu den deutschen Linien durchzuschlagen. Doch russische Patrouillien, der harte Winter und der Hunger machten allen einen Strich durch die Rechnung - außer einem Mann der es schaffte. Dieser ist allerdings zwei Wochen nach seiner Ankunft auf deutschen Gebiet gestorben. In erst kürzlich geöffneten russischen Archiven gibt es Berichte, das ca. 10.000 deutsche Soldaten bis Anfang März 1943 weiter in Stalingrad gekämpft haben. Genaue Meldungen liegen allerdings nicht vor. Der Großteil der Armee, das waren 100.000 Männer gingen in Kriegsgefangenschaft. 6000 kamen 12 Jahre später zurück...


Generalfeldmarschall Paulus bei seiner Kapitulation - Bundesarchiv: 183-F0316-0204-005

 

Nachwort

Die Schlacht von Stalingrad bzw. die gesamte deutsche Sommeroffensive mit ihrem Untergang im Winter 42/43, zeigen Hitlers Persönlichkeit. Den Wahn die „slawischen Untermenschen“ könnten gar nichts gegen die „überlegene arische“ Wehrmacht tun, alle Ziele gleichzeitig zu erreichen und zur Not auch Hunderttausende zu opfern, um keine Fehler eingestehen zu müssen. All das machten den deutschen Diktator Adolf Hitler aus. Hitler nahm seiner Armee selbst die Kraft für einen möglichen Sieg, indem er sie aufspaltete. Hitler brauchte den Kaukasus wegen seiner Ressourcen, vor allem an Öl. Daher wundert es umso mehr, dass keine einzige Einheit der Waffen-SS an dieser Offensive teilnahm. Nicht mal die SS. Leibstandarte Adolf Hitler, die noch kurz vor der Offensive bei Charkow stationiert war. Der „Größte Feldherr aller Zeiten“ ignorierte die Gefahr an den Flanken der 6. Armee. Er ignorierte, dass die Luftversorgung unmöglich war und hörte auf einen inkompetenten Reichsmarschall, der im Krieg schon oft versagt hatte. Er ignorierte, dass die 4. Panzerarmee nicht stark genug ist um Stalingrad zu entsetzen. Zudem ignorierte er auch die Leiden der Soldaten in dem Kessel und verbot die Kapitulation. An vielen Tragödien gibt es viele Schuldige, doch an dieser nur einen: Adolf Hitler!

Dieser Beitrag ist den deutschen Truppen der 6. Armee gewidmet die in Stalingrad gekämpft und gestorben sind, an die Verwundeten die ausgeflogen wurden, an die ausgeflogenen „Spezialisten“, an die Piloten der Versorgungsflotte, an die Tausenden Kriegsgefangen die noch nach der Schlacht sterben mussten und auch nicht zuletzt an die 6000 Männer die 1955 endlich nach Hause kamen.

 

DMP Empfehlung

Webseite

stalingrad-stalingrad.de
Deutsche Historische Museum DHM - LeMo


Weitere Informationen A-G

Ottó Abt
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Stabschef des III. ungarischen Korps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Wilhelm Adam
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Adjutant der 6. Armee
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31.Januar 1943
Barbu Alienescu
Dienstgrad: General de divizie
Dienststellung: Kommandeur der 4. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Otto Felix von Amsberg
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 371. Infanterie-Division
Persönliches: gefallen am 26. Januar 1943
Günther Angern
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 16. Panzer-Division
Persönliches: Selbstmord 2. Februar 1943
Wilhelm von Apell
Dienstgrad: Kommandeur der 22. Panzer-Division
Dienststellung: am 8. Oktober 1942 in die Führerreserve versetzt
Persönliches:
Hans-Adolf von Arenstorff
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Divisionskommandeur der 60. Infanterie-Division (mot.)
Persönliches: 2. Januar 1943 in Kriegsgefangenschaft, 1952 im Lager Bryanka-Krasnopol in  Kriegsgefangenschaft verstorben
Karl Hermann Arndt
Dienstgrad: Generalarzt
Dienststellung: Korpsarzt des LI. Armeekorps
Persönliches: vermisst seit Januar 1943
Aladár Asztalossy
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 19. ungarischen leichten Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Radu Băldescu
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 18. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Mario Balotta
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Artilleriekommandeur der 8. Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Emilio Battisti
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Kommandeur der 4. Gebirgs-Division "Cuneense"
Persönliches: Kriegsgefangenschaft Januar 1943
Sigurd-Horstmar Freiherr von Beaulieu-Marconnay
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 29
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31.Januar 1943, verstorben am 08.Oktober 1953 im Lager Krasnopolje
Hermann Begemann
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 132
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 28. Januar 1943
Gyözö Beleznay
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 16. ungarischen Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Hans Günther von Below
Dienstgrad: Oberst i.G.
Dienststellung: Stabschef der 71. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Carlo Biglino
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 9. Infanterie-Division "Pasubio"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Ettore de Blasio
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Kommandeur der Schnellen-Division "Principe Amadeo Duca d'Aosta"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Arthur Boje
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 134
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 29. Januar 1943
Jenö Halmaji Bor
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 12. ungarischen Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Davide Borghini
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 9. Infanterie-Division "Pasubio"
Persönliches: -----
Martin Boriss
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 94. Infanterie-Division
Persönliches: am 11. Dezember 1942 aus dem Kessel ausgeflogen
Guido Boselli
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Kommandeur der 9. Infanterie-Division "Pasubio"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Constantin Brătescu
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandant der 1. Kavalleriedivision
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Hans-Georg Brandt
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 577
Persönliches: gefallen am 4. Januar 1943
Albert Brendel
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 274
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943, verstorben am 14. April 1943 in Kriegsgefangenschaft
Wilhelm Böck
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Artillerie-Regiments 176
Persönliches: seit 23. Januar 1943 vermisst
Dr.Ing. Ernst Bormann
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommodore des Kampfgeschwaders 76
Persönliches: außerhalb des Kessels
Günther Breithaupt
Dienstgrad: Oberst i.G.
Dienststellung: Stabschef der 76. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943, gestorben am 22. März 1943 im Kriegsgefangenenlager Frolovo
Friedrich Freiherr von Broich
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur der Panzergrenadier-Brigade 24
Persönliches: am 10. Oktober 1942 in die Führerreserve versetzt
Prof. Dr. Georg Brombierstäudl
Dienstgrad: Wehrmachtoberpfarrer
Dienststellung: AOK
Persönliches: Kriegsgefangenschaft
Manlio Capizzi
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 3. Infanterie-Division "Ravenna"
Persönliches: -----
Hellmut von der Chevallerie
Dienstgrad: Generalmajor später Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 13. Panzer-Division
Persönliches: im November 1942 schwer verwundet  ausgeflogen
Bruno Chrobek
Dienstgrad: Oberst posthum Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur des Infanterie-Regiments 672
Persönliches: gefallen am 10. Dezember 1942
Richard Claassen
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 517
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943 verstorben am 26. Mai 1943 in Kriegsgefangenschaft
Constantin Constantinescu-Claps
Dienstgrad: General de corp de armată später General de armată
Dienststellung: Befehlshaber der vierten rumänischen Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Siegfried Conradi
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur Arko 6
Persönliches: ab 11. November 1942 in die Führerreserve versetzt
Hans Cramer
Dienstgrad: Generalmajor später General der Panzertruppe
Dienststellung: stellvertretender Kommandeur des XXXXVIII. Panzerkorps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Lajos Csatay vités Csatai
Dienstgrad: Generaloberst
Dienststellung: Kommandeur des IV. ungarischen Korps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Dr.-Ing. Albrecht Czimatis
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Artillerie-Regiments 83 der 100. Jäger-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Sándor Dákay
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Quartiermeister der 2. ungarischen Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Lajos Veress de Dálnok
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur des IX. ungarischen Armeekorps
Persönliches: außerhalb des Kessels
August Dangelmaier
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 389. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Alexander Edler von Daniels
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 376. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 28. Januar 1943
Heinrich-Anton Deboi
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 44. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 29. Januar 1943
László Deseső
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur des III. ungarischen Artilleriekorps
Persönliches: Kriegsgefangenschaft Januar 1943 verstorben 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft
Gerhard Dissel
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 295. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
János Dömötör
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur des III. ungarischen Korps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Adolf-Friedrich von Drabich-Waechter
Dienstgrad: Oberst i.G.
Dienststellung: Stabschef der 384. Infanterie-Division
Persönliches: am 9. Dezember 1942 aus dem Kessel ausgeflogen
Corneliu Dragalina
Dienstgrad: General de corp de armată
Dienststellung: Kommandeur des VI. Korps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Moritz Otto von Drebber
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 297. Infanterie-Division
Persönliches: geht am 25. Januar 1943 mit den Resten der Division - 1800 Mann - in Kriegsgefangenschaft
Ioan Dumitrache
Dienstgrad: General de corp de armată
Dienststellung: Kommandeur der 2. Gebirgsdivision
Persönliches: außerhalb des Kessels
Petre Dumitrescu
Dienstgrad: General de armata
Dienststellung: Kommandeur der 3. rumänischen Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Francesco Dupont
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 3. Infanterie-Division "Ravenna"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Heinrich Kurt Alfons Willy Eberbach
Dienstgrad: Generalmajor später General der Panzertruppe
Dienststellung: stellvertretender Kommandeur des XXXXVIII. Panzerkorps
Persönliches: am 12. Dezember schwer verwundet und ausgeflogen
Maximilian Reichsfreiherr von Edelsheim
Dienstgrad: Oberst später General der Panzertruppe
Dienststellung: Kommandeur des Panzer-Grenadier-Regiment 26
Persönliches: im November 1942 aus dem Kessel ausgeflogen
Richard Eichler
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 212
Persönliches: vermisst seit Januar 1943
Heinrich Graf von Einsiedel
Dienstgrad: Leutnant
Dienststellung: Flieger im Jagdgeschwader 3
Persönliches: am 30. August über Stalingrad abgeschossen und in Kriegsgefangenschaft geraten
Moritz von Faber du Faur
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur des rückwärtigen Armeegebiets 593
Persönliches: Mitte Oktober in die Führerreserve versetzt
Jenö Felkl
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: stellvertretender Kommandeur des IV. ungarischen Korps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Hans Freiherr von Falkenstein
Dienstgrad: Oberst später Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur des 14. Schützen-Regiments
Persönliches: im November 1942 in die Führerreserve versetzt
Friedrich Fangohr
Dienstgrad: Generalmajor später General der Infanterie
Dienststellung: Chef des Generalstabes der 4. Panzerarmee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Martin Fiebig
Dienstgrad: Generalleutnant später General der Flieger
Dienststellung: Kommandierender General des VIII. Fliegerkorps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Otto-Lutz Foerster
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Kampfgeschwaders z.b.V. 1
Persönliches: außerhalb des Kessels
Arnaldo Forgiero
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Pionierkommandeur der 8. Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Max Fremerey
Dienstgrad: Generalmajor später Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 29. Infanteriedivision (mot.)
Persönliches: ab 29. September 1942 in die Führerreserve versetzt
Ernö Friedl
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Chefveterinär der 2. ungarischen Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Rudolf Friedrich
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 62. Infanteriedivision
Persönliches: gefallen am 29. Oktober 1942
Eccard Freiherr von Gablenz
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 384. Infanterie-Division
Persönliches: am 4.12.1942 aus dem Kessel ausgeflogen
Italo Gariboldi
Dienstgrad: Generale d’Armata
Dienststellung: Kommandeur der 8. Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Enrico Gazzale
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Kommandeur der 5. Infanterie-Division "Cosseria"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Otto Geuther
Dienstgrad: Wehrmachtoberpfarrer
Dienststellung: Wehrmachtoberpfarrer des AOK 6
Persönliches: Kriegsgefangenschaft Januar 1943
Oszkár Ginszkey
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 6. ungarischen leichten Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Günter Goebel
Dienstgrad: Hauptmann später Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Kommandeur der Kampfgruppe Goebel
Persönliches: am 18. Januar 1943 aus dem Kessel ausgebrochen
Hermann Graf
Dienstgrad: Oberleutnant d.R. später Oberst
Dienststellung: Kommandeur der 9. Staffel des Jagdgeschwaders 52
Persönliches: außerhalb des Kessels
Radu Gherghe
Dienstgrad: General de divizie
Dienststellung: Kommandeur der 1. Panzerdivision
Persönliches: außerhalb des Kessels
Erich Grosse
Dienstgrad: Oberst posthum Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur des Grenadierregiments 276
Persönliches: gefallen am 1. Dezember 1942

H-M

Richard Haizmann
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 9. FlaK-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943 / von einer russischen Wache am 24. Februar 1943 im Kriegsgefangenenlager Frolovo erschossen
Dr.med. Walter Hanspach
Dienstgrad: Generalarzt
Dienststellung: Korpsarzt XIV. Armeekorps
Persönliches: gefallen am 27. August 1942
Alexander von Hartmann
Dienstgrad: Generalleutnant posthum General der Infanterie
Dienststellung: Kommandeur der 71. Infanterie-Division
Persönliches: gefallen am 26. Januar 1943
Bruno Ritter von Hauenschild
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur 24. Panzerdivision
Persönliches: am 12. September 1942 schwer verwundet ausgeflogen
Ferdinand Karl Theodor Heim
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur des XXXXVIII. Panzerkorps
Persönliches: am 14. November 1942 auf persönlichen Befehl Hitlers verhaftet
Walter Heitz
Dienstgrad: Generaloberst
Dienststellung: Kommandeur des VIII. Armeekorps
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft am 9. Februar 1944 in Moskau verstorben
Wolfgang Henkel
Dienstgrad: Oberst i.G.
Dienststellung: Stabschef der 100. Jäger-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
József Heszlényi
Dienstgrad: Generalleutnant später Generaloberst
Dienststellung: Kommandierender General desIV. ungarischen Korps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Karl-Adolf Hollidt
Dienstgrad: Generaloberst
Dienststellung: Befehlshaber der Armee-Abteilung Hollidt
Persönliches: außerhalb des Kessels
Hermann Hoth
Dienstgrad: Generaloberst
Dienststellung: Kommandeur der 4. Panzerarmee (Gruppe Hoth)
Persönliches: außerhalb des Kessels
Hans-Valentin Hube
Dienstgrad: General der Panzertruppe später Generaloberst
Dienststellung: Kommandeur des XIV. Panzerkorps
Persönliches: am 18. Januar auf direkten Befehl Hitlers  ausgeflogen
Helmuth Huffmann
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur 62. Infanteriedivision
Persönliches: am 15. November 1942 in die Führerreserve versetzt
Mihály Ibrányi
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 18. ungarischen Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Gheorghe Ionescu-Sinaia
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 13. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Erwin Jaenecke
Dienstgrad: General der Pioniere später Generaloberst
Dienststellung: Kommandierender General des IV. Armeekorps
Persönliches: am 21. Januar 1943 verwundet aus dem Kessel ausgeflogen
Gusztáv Jány
Dienstgrad: Generaloberst vitéz
Dienststellung: Kommandeur der 2. ungarischen Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Dr. med. Hermann Kayser
Dienstgrad: Oberstarzt nachträglich Generalarzt
Dienststellung: Korpsarzt des IV. Armeekorps
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 28. Januar 1943 verstorben am 5. Dezember 1948 im Lager Oranki
Werner Kempf
Dienstgrad: General der Panzertruppe
Dienststellung: Kommandeur des XXXXVIII. Armeekorps (mot.)
Persönliches: Ende September 1942 von der Front abberrufen
Hans-Helmut von Kirchbach auf Lauterbach
Dienstgrad: Major i.G.
Dienststellung: Stabschef der 3. Infanterie-Division (mot.)
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 28. Januar 1943, verstorben am 17. Februar 1943 im Feldlazarett Krassnomaisk
Friedrich Kirchner
Dienstgrad: General der Panzertruppen
Dienststellung: Kommandierender General LVII. Panzerkorps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Prof. Dr. med. Walther Kittel
Dienstgrad: Generalstabsarzt
Dienststellung: Heeresgruppenarzt Heeresgruppe Don
Persönliches: außerhalb des Kessels
Paul Ludwig Ewald von Kleist
Dienstgrad: Generalfeldmarschall
Dienststellung: Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A
Persönliches: außerhalb des Kessels
Otto Kohlermann
Dienstgrad: Generalmajor später Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur 60. Infanteriedivision (mot.)
Persönliches: am 18. Januar 1943 aus dem Kessel ausgeflogen
Otto Korfes
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Divisionskommandeur der 295. Infanteriedivision
Persönliches: Kriegsgefangenschaft am 31. Januar 1943
Radu Korne
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 8. Kavalleriedivision
Persönliches: außerhalb des Kessels

Dienstgrad: Generalleutnant später Generaloberst
Dienststellung: Chef des Generalstabes der 2. Ungarischen Armee
Persönliches: im August 1942 abberufen
Willibald Freiherr von Langermann und Erlenkamp
Dienstgrad: General der Panzertruppe
Dienststellung: Kommandierender General des XXIV. Panzerkorps
Persönliches: gefallen am 3. Oktober 1942 bei Storoshewoje
Willy Langkeit
Dienstgrad: Oberstleutnant später Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur Panzerregiment 36
Persönliches: im Januar aus dem Kessel ausgeflogen
Martin Lattmann
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 14. Panzerdivision
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Dezsö László
Dienstgrad: Generaloberst
Dienststellung: Kommandeur der 7. leichten ungarischen Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Wilhelm von Lengerke
Dienstgrad: Oberst posthum Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur Panzergrenadier-Regiment 21
Persönliches: gefallen am 26.August 1942
Arno von Lenski
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 24. Panzerdivision
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Richard Lepper
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Artilleriekommandeur 6
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 3. Februar 1943 in Kriegsgefangenenschaft am 30. März 1943 verstorben
Roberto Lerici
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Kommandeur der 52. Infanterie-Division "Torino"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Hans-Georg Leyser
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 29. Infanterie-Division (motorisiert)
Persönliches: Kriegsgefangenenschaft 31. Januar 1943
Carlo Lombardi
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: stellvertretender Kommandeur der 3. Schnellen-Division "Principe Amadeo Duca d'Aosta"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Erich Magnus
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 389. Infanteriedivision
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2.Februar 1943
Jenő Major
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 1. ungarischen Panzerdivision
Persönliches: außerhalb des Kessels
Bruno Malaguti
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Stabschef der 8. Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Gheorghe Manoliu
Dienstgrad: General de corp de armată
Dienststellung: Kommandeur der 4. Gebirgsdivision
Persönliches: außerhalb des Kessels
Erich von Lewinski genannt Manstein
Dienstgrad: Generalfeldmarschall
Dienststellung: Oberbefehlshaber Heeresgruppe Don
Persönliches: außerhalb Stalingrads
Giulio Martinat
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Stabschef der 2. Gebirgsdivision "Tridentina"
Persönliches: gefallen am 26. Januar 1943
Nicolae Mazarini
Dienstgrad: General de divizie
Dienststellung: Kommandandeur der 5. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 22. November 1942
Friedrich-Wilhelm Meisner
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 29. Infanterie-Division (mot.)
Persönliches: vermisst seit 21. Januar 1943
Otto-Wilhelm Kurt von Menges
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 24. Panzer-Division
Persönliches: gefallen am 29. Januarr 1943
Hubert Menzel
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 16. Panzer-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Marko Mesić
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Artillerie-Kommandeur des 369. (kroatischen) Infanterie-Regiments
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 30. Januar 1943
Herbert Michälis
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 298. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Ioan Mihăescu
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 1. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Lascăr Mihail
Dienstgrad: General de divizie
Dienststellung: Kommandeur der 6. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 22. November 1942
Erhard Milch
Dienstgrad: Generalfeldmarschall
Dienststellung: zuständig für die Luftversorgung der 6. Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Leonard Mociulschi
Dienstgrad: General de corp de armată
Dienststellung: Kommandeur der 3. Gebirgsdivision
Persönliches: außerhalb des Kessels
Guglielmo Barbò di Casel Morano
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur des Infanterieregiments “Savoia Cavalleria”
Persönliches: außerhalb des Kessels
Dr. med. Siegfried Müller
Dienstgrad: Oberstarzt später Generalarzt
Dienststellung: Korpsarzt des VIII. Armeekorps
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 17.Januar 1943
Gheorghe Munteanu
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 7. Kavalleriedivision
Persönliches: außerhalb des Kessels

N-S

Savu Nedelea
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 11. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 22. Dezember 1942
Dr. Arthur Neumann
Dienstgrad: Oberfeldrichter
Dienststellung: -----
Persönliches: aus dem Kessel ausgeflogen
Eduard Obergethmann
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Flak-Regiments 99
Persönliches: -----
Hans von Obstfelder
Dienstgrad: General der Infanterie
Dienststellung: Kommandierender General des XXIX. Armeekorps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Kurt Oppenländer
Dienstgrad: Generalmajor später Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 305. Infanterie-Division
Persönliches: am 1. November 1942 wegen schwerer Erkrankung ausgeflogen
Kornél Oszlányi
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: stellvertretender Kommandeur der 9. ungarischen Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Rudolf Karl Paltzo
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 305. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Constantin Panaitiu
Dienstgrad: General de divizie
Dienststellung: Kommandeur der 9. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Ernst Pauer von Arlau
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Artillerie-Kommandeur 129
Persönliches: außerhalb des Kessels
Friedrich Paulus
Dienstgrad: Generalfeldmarschall
Dienststellung: Oberbefehlshaber der 6. Armee
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Etelvoldo Pascolini
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 156. Infanterie-Division "Vicenza"
Persönliches: Kriegsgefangenschaft Januar 1943
Carlo Pellegrini
Dienstgrad: Generale di divisione
Dienststellung: Kommandeur der 2. Infanterie-Division "Sforzesca"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Bernd Leonid von Pezold
Dienstgrad: Oberst i.G.
Dienststellung: Stabschef der 14. Panzer-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Enrico Pezzi
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 9ª Brigata Aerea "Leone"
Persönliches: gefallen 22. Dezember 1942
Max Pfeffer
Dienstgrad: General der Artillerie
Dienststellung: Kommandeur der 297. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943, verstorben am 31. Dezember 1955 im Lager Voikovo
Dr. Georg Pfeiffer
Dienstgrad: Generalleutnant später General der Artillerie
Dienststellung: Kommandeur der 94. Infanterie-Division
Persönliches: am 11. Dezember 1942 aus dem Kessel ausgeflogen
Ernst Philipp
Dienstgrad: Generalmajor später Generalleutnant
Dienststellung: Höherer Artillerie-Kommandeur 310
Persönliches: außerhalb des Kessels
Wolfgang Pickert
Dienstgrad: Generalmajor später General der Flakartillerie
Dienststellung: Kommandeur der 9. Flak-Division
Persönliches: am 15. Januar 1943 aus dem Kessel ausgeflogen
Theodor Plock
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 113. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943, verstorben am 20. April 1943 im Kriegsgefangenlager Frolov
Kurt Werner Radtke
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 44. Infanterie-Division
Persönliches: seit dem 22. Januar 1943 vermisst
Prof. Dr. Otto Renoldi
Dienstgrad: Generalstabsarzt
Dienststellung: Armeearzt 6. Armee
Persönliches: Kriegsgefangenschaft am 31. Januar 1943
Luigi Reverberi
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 2. Gebirgsdivision "Tridenta"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Dr.-Ing. Wolfram Freiherr von Richthofen
Dienstgrad: Generaloberst später Generalfeldmarschall
Dienststellung: Oberbefehlshaber der Luftflotte 4
Persönliches: außerhalb des Kessels
Umberto Ricagno
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 3. Gebirgs-Division "Julia"
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 15. Januar 1943
Gustav-Adolf Riebel
Dienstgrad: Oberst posthum Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur Panzerregiment 24
Persönliches: gefallen am 23. August 1942 in Stalingrad
Hans Ringe
Dienstgrad: Oberst posthum Generalmajor
Dienststellung: Feldkommandant 343
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 20. Januar 1943 seither vermisst
Vincenzo Robertiello
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 5. Infanterie-Division "Cosseria"
Persönliches: -----
Carl Rodenburg
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 76. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Eberhard Rodt
Dienstgrad: Oberst später Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 22. Panzer-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Dimitriu Romulus
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 20. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Dipl. Ing. Friedrich Roske
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 194
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Cesare Rossi
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 52. Infanterie-Division "Torino"
Persönliches: außerhalb des Kessels
Dr. Ing. Kurt Rüdiger
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Höherer Artillerie-Kommandeur 312
Persönliches: außerhalb des Kessels
Constantin Sănătescu
Dienstgrad: General de corp de armată später General de armată
Dienststellung: Kommandeur des IV. Armeekorps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Werner Sanne
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 100. Jäger-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943, verstorben am 26. September 1952 im Lager Krasnopol
Helmuth Schlömer
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 3. Infanterie-Division (mot.)
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 29. Januar 1943
Arthur Schmidt
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Chef des Generalstabes der 6. Armee
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Dr. jur. Oskar Schrader
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Flak-Regiments 104
Persönliches: gefallen am 12. September 1942
Ulrich Schütze
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Artillerie-Kommandeur 144
Persönliches: am 23. September 1942 gefallen
Karl Friedrich Wilhelm Schulz
Dienstgrad: Generalmajor später General der Infanterie
Dienststellung: Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Don
Persönliches: außerhalb des Kessels
Hans Schurig
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 260
Persönliches: -----
Hans Schwanbeck
Dienstgrad: Oberst i.G.
Dienststellung: Stabschef der 79. Infanterie-Division
Persönliches: am 9. Januar 1943 aus dem Kessel ausgeflogen
Leopold Thomas Alexander Viktor von Schwedler
Dienstgrad: General der Infanterie
Dienststellung: Kommandeur des IV. Armeekorps
Persönliches: am 28. Oktober 1942 verwundet und in die Führerreserve versetzt
Richard Graf von Schwerin
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 79. Infanterie-Division
Persönliches: am 9. Januar 1943 aus dem Kessel ausgeflogen
Walther von Seydlitz-Kurzbach
Dienstgrad: General der Artillerie
Dienststellung: Kommandierender General des LI. Armeekorps
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Alecu Ioan Sion
Dienstgrad: General de brigadă posthum General de divizie
Dienststellung: Kommandeur der 15. Infanteriedivision
Persönliches: gefallen am 24. November 1942
Dr. Heinrich Smend
Dienstgrad: Generalarzt
Dienststellung: Korpsarzt XIV. Panzerkorps
Persönliches: am 18. Dezember 1942 aus dem Kessel ausgeflogen und in die Führerreserve versetzt
Georg von Sodenstern
Dienstgrad: General der Infanterie
Dienststellung: Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B
Persönliches: außerhalb des Kessels
Hans-Christoph Freiherr von Spangenberg
Dienstgrad: Oberstleutnant d.R.
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 203
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 22. Januar 1943
Dr. phil. Hans Speidel
Dienstgrad: Generalmajor später Generalleutnant
Dienststellung: Chef des Stabes des Deutschen Generals beim italienischen AOK 8
Persönliches: außerhalb des Kessels
Dr. Hans Emil Paul Spiegelberg
Dienstgrad: Generalarzt
Dienststellung: Korpsarzt des XI. Armeekorps
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Rainer Stahel
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur der Luftwaffenkampfgruppe Stahel (Luftwaffe)
Persönliches: Kriegsgefangenschaft Januar 1943, verstorben am 30. November 1955 im Lager Woikowo
Traian Stanescu
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: stellvertretender Kommandeur der 6. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 24. November 1942
Gheorghe Stavrescu
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 14. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Luitpold Steidle
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 767
Persönliches: Kriegsgefangenschaft Januar 1943
Bernhard Steinmetz
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 305. Infanteriedivision
Persönliches: am 8. Januar 1943 aus dem Kessel ausgeflogen
Richard Stempel
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 371. Infanteriedivision
Persönliches: erschießt sich am 26. Januar 1943
Karl Strecker
Dienstgrad: General der Infanterie
Dienststellung: Kommandierender General des XI. Armeekorps
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Ernst Gottfried Stübichen
Dienstgrad: Oberst i.G.
Dienststellung: Stabschef der 60. Infanterie-Division (mot.)
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 2. Februar 1943
Hans-Joachim von Stumpfeld
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der Kampf-Gruppe Stumpfeld
Persönliches: -----
László Szabó
Dienstgrad: Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 6. leichten ungarischen Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Arnold Szelinski
Dienstgrad: Generalmajor später Generalleutnant
Dienststellung: Kommandeur der 298. Infanterie-Division
Persönliches: am 12. Dezember verwundet aus dem Kessel ausgeflogen
Zoltán Szügyi
Dienstgrad: Oberst später Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur des königlich-ungarischen 43. Honvéd Infanterie-Regiments
Persönliches: außerhalb des Kessels

T-Z

Paolo Tarnassi
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur des 13. Kavallerie-Regiments "Cavallegeri di Monferrato"
Persönliches: gefallen im Dezember 1942
Nicolae Tătăranu
Dienstgrad: General de divizie
Dienststellung: Kommandeur der 20. Infanterie-Division
Persönliches: am 19. Januar aus dem Kessel ausgeflogen
Kurt Oskar Heinrich Ludwig Wilhelm von  Tippelskirch
Dienstgrad: General der Infanterie
Dienststellung: Verbindungsoffizier bei der italienischen 8. Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Stanescu Traian
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: stellvertretender Kommandeur der 6. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 24. November 1942
Constantin Trestioreanu
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 7. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Dumitru Tudose
Dienstgrad: General de brigadă
Dienststellung: Kommandeur der 2. Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Károly Ungár
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Kommandeur der 1. leichten ungarischen Infanterie-Division
Persönliches: außerhalb des Kessels
Michele Vaccaro
Dienstgrad: Generale di brigata
Dienststellung: Kommandeur der 2. Infanterie-Division "Sforzesca"
Persönliches: -----
Ulrich Vassoll
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Artillerie-Kommandeur 153
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Rudolf Veiel
Dienstgrad: General der Panzertruppen
Dienststellung: Kommandierender General des XXXXVIII. Panzerkorps
Persönliches: außerhalb des Kessels
Karl Walter
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 131
Persönliches: Kriegsgefangenschaft Januar 1943
Maximilian Maria Joseph Karl Gabriel Lamoral Reichsfreiherr von und zu Weichs an der Glon
Dienstgrad: Generalfeldmarschall
Dienststellung: Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B
Persönliches: außerhalb des Kessels
Walther Wenck
Dienstgrad: Oberst später General der Panzertruppe
Dienststellung: Chef des Generalstabes der 3. rumänischen Armee
Persönliches: außerhalb des Kessels
Artur Weber
Dienstgrad: Oberstleutnant i.G.
Dienststellung: Stabschef der 297. Infanterie-Division
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 25. Januar 1943
Gustav Anton von Wietersheim
Dienstgrad: General der Infanterie
Dienststellung: Kommandierender General XIV. Panzerkorps
Persönliches: Mitte September 1942 nach einer  Auseinandersetzung mit Paulus in die Führerreserve versetzt
Horst Wilutzky
Dienstgrad: Oberst i.G.
Dienststellung: Stabschef der 376. Infanterie-Division
Persönliches: am 22. Januar 1943 aus dem Kessel ausgeflogen
Erich Wölfel
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 534
Persönliches: Kriegsgefangenschaft Januar 1943
Richard Wolf
Dienstgrad: Oberstleutnant
Dienststellung: Kommandeur des Grenadier-Regiments 208
Persönliches: am 23. Dezember 1942 schwer verwundet aus dem Kessel ausgeflogen
Wilhelm Wolff
Dienstgrad: Oberst
Dienststellung: Kommandeur des Flak-Regiments 37
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Hans Wulz
Dienstgrad: Generalmajor
Dienststellung: Artillerie-Kommandeur 144
Persönliches: Kriegsgefangenschaft 31. Januar 1943
Rolf Wuthmann
Dienstgrad: Generalmajor später General der Artillerie
Dienststellung: Kommandeur der 295. Infanterie-Division
Persönliches: am 16. November 1942 von Generalmajor Dr.  Otto Korfes abgelöst
Francesco Zingales
Dienstgrad: Generale
Dienststellung: Kommandeur des XXXV. Korps
Persönliches: außerhalb des Kessels

Quellen

Buch:
"Stalingrad: Das Drama" von Guido Knopp; ISBN: 3442153727
"Stalingrad: Mythos und Wirklichkeit einer Schlacht." von Wolfram Wette; ISBN: 3596110971

Video:
Stalingrad: Der Angriff (sowie alle anderen Teile)
Stalingrad: Der Kessel (sowie alle anderen Teile)
Stalingrad: Der Untergang (sowie alle anderen Teile)

Internet:
Wikipedia Stalingrad
stalingrad-stalingrad.de
stern.de

Autor: Dome

Information

Autor: Gebirgsjäger und Hasso von Manteuffel