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Das Thema

Die Schlacht im Hürtgenwald

 


Vorwort

 

1. Vorwort

Als die "Big Red One", die 1. US-Infanteriedivision, in Frankreich anlandete, dachte wohl niemand, dass sie im weiteren Verlauf an einer der verlustreichsten Schlachten des zweiten Weltkrieges teilnehmen:
Der Schlacht im Staatsforst Monschau, später als die Schlacht im Hürtgenwald (vom englischen "to hurt" und der Gemeinde Hürtgenwald) bekannt.
Diese Schlacht, die in 3 größere Schlachten gegliedert wird, dauerte vom 6. Oktober 1944 bis zum 10. Februar 1945 an, also etwas mehr als 5 Monate. Die amerikanischen Soldaten unter Führung von General Courtney Hodges, mussten nicht nur gegen den deutschen Feind unter Generalfeldmarschall Walter Model kämpfen, sondern musste sich auch in dem unwegsamen Terrain mit Logistikproblemen und taktischen Fehlern herumschlagen.


Vorgeschichte

 

2. Vorgeschichte

Am 6. Juni 1944 landeten in der Operation Overlord ca.1,5 Millionen alliierte Soldaten in der Normandie. Ziel war es, die deutschen Besatzer aus Frankreich zu vertreiben und nach Deutschland zurückzudrängen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte nach der Operation Cobra (Durchbruch bei Avranches) der Verteidigungsgürtel der deutschen Verteidiger durchbrochen werden. So konnten die Alliierten schneller als gedacht die Deutschen zurückdrängen. Bereits 1944 stand man an der Grenze zu Deutschland und hat diese teilweise schon überquert.
Der Westwall, von den deutschen als "unüberwindbar" propagandiert, erfüllte die Alliierten mit Schrecken, doch dieser hatte seine besten Tage bereits hinter sich. Nach den Erfolgen in Frankreich und Russland, wurde die Befestigungslinie, die sich mit mehreren kleineren Lücken von Belgien bis zur Schweiz erstreckte, teilweise abgebaut und für den Atlantikwall benutzt. Nun lagerten hier Bauern ihre Ernte oder benutzten sie als Ställe, wo vor ein paar Jahren noch Munition und Geschütze lagerten. Die Natur hatte die Schussfelder wieder eingenommen, und nur kleinere Verbände der Landesschützen leisteten dort ihren Dienst ab. Nur kleinere Gebiete, wie zum Beispiel die Siegfried-Linie, wurden teils reaktiviert und neu aufgebaut.
Dieses Ziel sollte jedoch erst Anfang 1945 erreicht werden. Wegen diesem schnellen Vorstoß gab es massive Probleme mit dem Nachschub und Verstärkung, sodass der Angriff allmählich ins Stocken geriet oder sogar still stand. Das war auch ein Grund, warum die Ardennenoffensive der deutschen 1944 zuerst so erfolgreich war. Nachdem die kämpfenden, alliierten Truppen wieder versorgt waren, konnten sie die Wehrmacht wieder zurückdrängen. Das nächste Ziel der Alliierten war es, möglichst schnell den Rhein zu überqueren und sich am Ostufer neu zu formieren. Deshalb sollten Teile der 1. US-Armee schnell durch den unwegsamen Hürtgenwald vorrücken, um den Rhein zu erreichen. Der einfachere Weg, nämlich über die Ebenen der Eifel schnell mit gepanzerten Kräften vorzustoßen, wurde abgelehnt, da das alliierte Oberkommando glaubte, dort mehr Verluste durch Hinterhalte zu erleiden.

 


Das Schlachtfeld

3. Hürtgenwald

Der Staatsforst Monschau wurde erst nach der Schlacht als Hürtgenwald bekannt. Das 140 km² große Waldplateau besteht größtenteils aus Sandstein und anderen, spröden Gesteinen. Das gesamte Gebiet ist größtenteils dicht bis sehr dicht bewaldet. Diese Waldgebiete, die größtenteils aus Fichten bestanden, wurden in der Schlacht im Hürtgenwald weitgehend zerstört, sodass nach dem Krieg der Wald wieder aufgeforstet wurde. Erst in den 1990er Jahren wurden zudem Rotbuchen verwendet, die aufgrund des Klimas dort sehr schnell wachsen und sich auch schnell vermehren. Heutzutage besteht der Forst vor allem aus Rotbuchen, Fichten und zu einem kleinen Teil aus Sommerlinden. Der Forst wird heute für die Holzproduktion genutzt und bietet sich auch als Tourismusziel an. Zahlreiche Wanderwege führen heute dort entlang, wo vor ca. 65 Jahren hart gekämpft wurde.

 

4. Probleme der Amerikaner und die Vorteile der Deutschen

Der Angriffsplan der Alliierten war, wie bereits erwähnt, von Logistikproblemen, taktischen Fehleinschätzungen und das unwegsame Terrain gezeichnet. So wurde der einfachere Weg, nämlich über die Ebenen der Eifel schnell mit gepanzerten Kräften vorzustoßen, abgelehnt, da das alliierte Oberkommando glaubte, dort mehr Verluste durch Hinterhälte zu erleiden. Da aber die Luftaufklärung durch das dichte Laubwerk bzw. später durch den Schnee kaum das Geländeprofil des Waldgebietes erkennen konnte, wurden die Soldaten so in sehr unwegsames Gelände geschickt, in dem gepanzerte Begleitfahrzeuge kaum bis gar nicht genutzt werden konnten. So kämpften im Hürtgenwald hauptsächlich Infanteriegruppen beider Seiten gegeneinander, was in dem Gelände schnell zu hohen Verlusten führte. Zusätzlich zur fehlerhaften Luftaufklärung konnten die Amerikaner nicht auf Luftunterstützung bauen. Durch den Wald waren die Deutschen Verbände geschützt und die Artillerietruppen der Wehrmacht waren durch schwere Flakgeschütze geschützt. Ein weiteres Problem der Amerikaner war, dass sie schneller als gedacht in Deutschland waren. So konnte nicht genügend Nachschub an die Front geliefert werden. Deswegen kamen die Verbände schleppend voran und hatten kaum Verpflegung bei sich. Das dezimierte die Kampfkraft eminent. Durch den langsameren Vorstoß der Amerikaner konnten sich die verteidigenden Truppen gut formieren und ,obwohl sie geschwächt waren, schnell eine gute Verteidigungslinie bauen. Diese Defensivstärke und die Ortskenntnis der deutschen Soldaten sorgten für ein fast unüberwindbares Bollwerk.

 

5. Planung der Offensive

Ziel der Amerikaner war es, schnell den Rhein zu überqueren, bevor die Deutschen die Brücken sprengen konnten. In der Schlacht im Hürtgenwald sollten die US-Soldaten schnell 2 feindfreie Korriore bilden, den "Stolberg-Korridor" im Norden und den "Monschau-Korridor" im Süden. So einfach die Planungen dazu waren, so schwer war die Umsetzung des Planes. Die deutschen hatten das Ziel, die Amerikaner aufzuhalten und den Hürtgenwald zu sichern. Dieser bot fast perfekten Schutz, konnte schnell zur Festung ausgebaut werden und die in der Nähe liegende Rurtalsperre könnte einen befürchteten Durchbruch in der Jülicher Böhrde unterbinden, wenn diese geöffnet würde. Zudem wurde das Gebiet als Aufmarschgebiet für die beginnende Ardennenoffensive gebraucht. Insgesamt wurden auf Amerikanischer Seite knapp 120.000 Mann aus 12 Divisionen eingesetzt. Die Deutschen Verteidiger setzten ca. 75.000 Soldaten aus 9 Divisionen ein.


Lagekarte
 

 


Beginn der Schlacht

 

6. Die Schlacht beginnt

Am 6. Oktober 1944 griff die 9. US-Infanteriedivision auf der gesamten Breite des Plateaus die 275. Infanteriedivision der Wehrmacht an. Da die Amerikaner nicht auf Artillerie- und Luftunterstützung hoffen konnte, und schweres Gerät in dem unwegsamen Gelände nicht einsetzbar war, mussten die amerikanischen Soldaten einen Stellungskrieg führen. Die Wehrmacht konnte durch die Geländevorteile und ausgeklügelten Stellungen ihrer Geschütze die US-Soldaten im Zaum halten. Zudem hatten sie den Vorteil, dass sie die alten Befestigungen des Westwalls nutzen konnten, was ihnen einen weiteren Vorteil gab. Während die 275. Infanteriedivision auf Geschütze zurückgreifen konnte, konnten die Amerikaner noch nicht einmal ihre Mörser einsetzen, da diese freie Flächen brauchten und diese im hügeligen Waldgebiet nicht fand. Die Wehrmacht hingegen konnte den Wald als Festung ausbauen, indem man die Befestigungen des Westwalls benutzte, Minenfelder anlegte und versteckte Scharfschützen in Bäumen (sog. "Baumschützen") die Kampfkraft der Amerikaner dezimierte. Die für viele gefährlichste Waffe der Deutschen waren aber nicht die kämpfenden Divisionen, sondern vielmehr die Artillerietruppen, die die Stellungen der Amerikaner aus ausreichender Entfernung unter Beschuss nahmen. Die Artilleriegranaten schlugen in den unbefestigten Stellungen der Amerikaner ein, doch viel schlimmer waren die Granaten, die einen Baum trafen und ihn in tausende Splitter verwandelte. Diese Splitter waren ebenso schnell wie Gewehrschüsse, bohrten sich in die Körper ungeschützter Soldaten und ließen diese meist verbluten. Die Holzsplitter waren schlecht im Menschlichen Körper zu finden, da sie meist sehr klein waren. Zudem konnte man die Wunden schlecht säubern, da die Umgebung sehr schmutzig war und der Splitter selber viel Schmutz in den Körper trieb. So starben viele der gefallenen Soldaten an Verblutungen oder Wundbrand.
Die verteidigenden Deutschen Soldaten konnten die Amerikaner in Schach halten, hielten die wichtigen Anhöhen und hatten so einen weiteren Geländevorteil. Trotzdem gab es bei den Deutschen auch immer wieder Probleme, So konnte zum Beispiel der Nachschub bei anhaltender Schlacht nicht mehr direkt an die kämpfenden Verbände gebracht werden. Nach dem Rückzug aus Frankreich wurde vor allem die Westfront durch Treibstoffprobleme gezeichnet, sodass im Hürtgenwald eigens aufgestellte "Trägerkolonnen" den Nachschub an die Front bringen mussten. Nach 10 Tagen schwerer Kämpfe flachten die Gefechte zwischen den geschwächten Divisionen stark ab. Am Ende der erfolglosen Offensive hatten die Amerikaner ca. 2,7 km Wald erobert, diesen Landgewinn aber mit 4500 getöteten Soldaten bezahlt. Die Verluste auf deutscher Seite berufen sich auf 3200 Gefallenen.


Matschige und enge Wege machten den Einsatz von schwerem Gerät fast unmöglich

 

7. Allerseelenschlacht

Am 26. Oktober wurde die stark geschrumpfte 9 US-Division durch die vorwiegend aus Rekruten bestehende 28. US-Division ausgewechselt. Der Anblick der verschmutzten Soldaten, die einen Großteil ihrer Kameraden auf dem Feld verloren hatten, senkte die Kampfmoral der frischen Division weiter. Die nächste Offensive sollte gegen das Dorf Schmidt laufen. Schmidt war ein wichtiger Punkt in diesem Gebiet, da sich dort mehrere Transportwege kreuzten und dieses Dorf eine gute Sicht auf den Stolberg-Korridor hatte. Die 28. US-Division sollte am 31. Oktober angreifen, wegen dem schlechten Wetter konnte aber erst am 2. November begonnen werden. Durch die Verschiebung konnte die 28. durch Pionier-, Panzer- und Artillerieeinheiten verstärkt werden, aber auch die Deutschen konnten ihre Verteidigungslinien weiter aufbauen. Befestigungen und weitreichende Minenfelder ließen die 28. US-Division wieder einmal nur langsam vorankommen. Die Splitter von getroffenen Bäumen, die sogenannten Baumkrepierer, und die Baumschützen dezimierten weiterhin die Division. Trotzdem konnten die Amerikaner schon am 3. November die Gemeinden Vossenack, Schmidt und Kommerscheidt einnehmen. Die Deutschen Artilleriestellungen, die dort vermutet wurden, konnten abermals nicht gefunden werden und so verloren sie immer mehr an Kampfkraft. Das nächste Ziel des Amerikanischen Oberkommandos war die Kallschlucht, die als einzig brauchbare Nachschubroute bis nach Schmidt diente. Die Angriffsspitzen konnten sich aber nur sehr langsam einen Weg durch das unwegsame Gelände bahnen, Die Panzerunterstützung blieb regelmäßig im Schlamm stecken oder konnte auf den geschlungenen Wegen nicht fahren. Dieser Umstand wirkte sich jedoch auch auf die Deutschen Verteidiger aus. Deswegen konnte der Fall des wichtigen Dorfes Schmidt auch nicht verhindert werden. Obwohl die Deutschen Truppen in dem Gebiet stark geschwächt waren (Es kämpfte immer noch die 275. Infanteriedivision), befahl man mit einigen Verstärkungseinheiten einen Gegenangriff, da man die wichtigen Talsperren um den Hürtgenwald bedroht sah. Die Amerikaner hatten dem nichts entgegen zu setzen, sie wurden immer wieder mit Artilleriefeuer belegt und mussten sich in den 3 Dörfern eingraben. Diese drei Dörfer wurden dann von der 89. Infanteriedivision mit Verstärkung der 116. Panzerdivision angegriffen und erobert. Die Amerikaner mussten sich zurückziehen, was aber nicht vollständig gelang. Wer nicht im Gefecht fiel, der wurde meist gefangen genommen. Nur ein Bruchteil der 28- US-Division konnte sich zurückziehen. Als letztes der drei Dörfer fiel am 8. November Vossenack. Die Kämpfe waren dermaßen hart, dass von beiden Seiten in der Hitze des Gefechts noch nicht einmal Gefangene genommen wurden. Nach dem Rückzug der 28. US-Division flauten die Gefechte wieder ab. Allein bei dem Kampf um das Dorf Schmidt fielen 6184 US-Amerikaner und ca. 3000 Deutsche Soldaten.


Minenfeld; dahinter zersplitterte Bäume, eine Gefahr für die amerikanischen Soldaten


Ausgang der Schlacht

8. Operation Queen

Das Amerikanische Oberkommando sah sich unter Zugzwang. Das Gebiet sollte eigentlich schnell und ohne große Verluste eingenommen werden. So sollte in den Augen des Oberkommandos die 1. US-Armee unter Hodges im Hürtgenwald eine Großoffensive auf alle bekannten deutschen Stellungen starten und so die Kräfte binden, während die 9. US-Armee weiter nördlich den Hürtgenwald umschließt und ins Rurtal vorstößt ( Operation Queen). Speerspitze der 1. US-Armee war die gesamte 4. US-Division, die die insgesamt drei deutschen Divisionen im Gebiet angreifen sollten. Diese Divisionen vom 81. Korps waren allesamt unter Sollstärke, die immer noch kämpfende 275. Division hatte zum Beispiel nur noch 6000 Soldaten und 150 Geschütze. Beim ersten Angriff erlitten 2 US-Regimenter so starke Verluste, dass diese sich zurückziehen mussten. Da die deutschen abermals gut vorbereitet waren, wurde nun Panzerunterstützung angefordert, die im Wald aber nicht eingesetzt werden konnte. So sprengten die einzelnen Pioniereinheiten der Amerikaner Panzerstraßen in den Wald, um die Panzer anrollen zu lassen. Kampfunterstützung hatten sie jetzt, dennoch blieb der Nachschub aus. Am 19. November wurden die Kämpfe eingestellt, um Verwundete und Tote zu bergen und Nachschub zu erhalten. Das ermöglichte zwar eine Teilstärkung der Streitkräfte, aber auf deutscher Seite blieb man nicht tatenlos stehen und forderte 2 ganze Infanteriedivisionen an. So wurde der deutsche Widerstand immer härter.
Am 21. November 1944 griff die 8. US-Division im Gebiet des Wehebachs an und rückte langsam auf das Dorf Hürtgen vor. Die deutschen Widersacher konnten aber, obwohl sie ca. 2:1 unterlegen waren, gegenhalten und den Angreifer nur langsam vorrücken lassen. Währenddessen zogen sich die deutschen Truppen in das Dorf Hürtgen zurück, konnten es aber nicht halten und verloren es an die Amerikaner am 29. November 1944. Ein Angriff auf das Dorf Merode war zwar erfolgreich, im Gegenzug wurden aber die 2 US-Kompanien, die es erobert hatten, vernichtet.
Bestandteile der 8. und 28. US-Division stießen daraufhin auf Brandenberg vor, kamen aber wieder nur langsam voran und konnten erst am 12. Dezember die Orte Gey und Straß einnehmen.
Die 9. US-Armee, die ins Rurtal vordringen sollte, wurde von den deutschen aufgehalten und die Talsperren blieben in deutscher Hand.

Am 16. Dezember 1944 begann dann die Ardennenoffensive. Die Deutschen konnten ihr Ziel erfüllen, Hürtgenwald zu halten, bis die Ardennenoffensive anrollt.

 

 

9. Ausgang der Schlacht

Während der Ardennenoffensive flachten die Kämpfe ab. Beide Seiten waren dermaßen gebunden, dass keine großen Landgewinne zu verzeichnen waren und die Schlacht zum Stellungskrieg wurde.
Nach der erfolglosen Ardennenoffensive nahmen beide Parteien die Kämpfe wieder auf, aber die Intensität flachte nach und nach ab, da die deutschen Truppen stark geschwächt waren und deren Reserven praktisch nicht mehr existierten. So konnten die Amerikaner schneller vorrücken, und am 8. Februar 1945 fiel endgültig das Dorf Schmidt. Daraufhin wurden die Kämpfe im Hürtgenwald beendet und die Deutschen zogen sich zurück. Am 10. Februar konnten US-Soldaten den Schwammenaueldamm einnehmen, doch die fliehenden Deutschen hatten bereits die Dämme geöffnet und das Rurtal war überflutet. Das bedeutete, dass die Amerikaner weitere 2 Wochen warten mussten, um zum Rhein vorzustoßen. So endete eine der erbittertsten und womöglich verlustreichesten Schlachten des 2. Weltkrieges.


Fakten/Kritik

10. Fakten

Die Deutschen Verteidiger konnten zu Beginn der Schlacht die Amerikaner gut in Schach halten. Ihre wichtigste Waffe waren nicht die kämpfenden Soldaten, sondern das Gebiet selber. Dieses konnte mit etwas Hilfe zur Festung ausgebaut werden, um den im Waldkampf unerprobten Amerikaner abzuwehren. Zudem setzte die Artilleriebombardements der Deutschen dem Gegner zusätzlich zu. Die Bäume splitterten bei einem Treffer stark und wirkten sogar noch stärker als Handgranaten: Die Splitter bohrten sich in die Körper und die Wunden der Getroffenen waren schwer zu versorgen.
Insgesamt nahmen knapp 200.000 Soldaten (120.000 Amerikaner/ 75.000 Deutsche) aus 21 Divisionen (12 Amerikanische/9 Deutsche) teil. Über die Verlustzahlen wird kontrovers spekuliert, Als sicher gelten 33.000 Tote Amerikaner und 12.000 tote Deutsche.
Andere Quellen berichten von 55.000 Amerikanern, die ihr Leben ließen. Dies entspricht in etwa den Verlusten der Amerikaner im gesamten Vietnamkrieg. Die 1. US-Armee verlor alleine zwischen dem 16. November und dem 15. Dezember 1944 21.500 Soldaten.
Der ganze Wald war nach dem Krieg schwer zugänglich, da man immer wieder auf große Minenfelder stoß. Allein auf Amerikanischer Seite gelten heute noch 170 Soldaten als vermisst. Die Bergung der Minen erweist sich als höchst kompliziert, da entweder die Pläne der Minenfelder über die Jahre verrottet sind oder auch spezielle Minen verwendet wurden, die nicht mit Metalldetektoren gefunden werden. So wurden zum Beispiel die Holzmine 43 und die Glasmine 43 verwendet. Die letzteren Glasminen können noch nicht einmal von den speziell ausgebildeten Suchhunden aufgespürt werden. Deshalb ist es noch heute gefährlich, sich nicht auf den vorgegebenen Wanderwegen zu bewegen.
Die Bergung der Toten kam nur sehr langsam in Gang. Noch heute werden durchschnittlich die Gebeine von 7 Toten Soldaten geborgen.
Am 26. September 2008 wurden die letzten Überreste zweier US-Soldaten in Schmidt gefunden, diese gehörten der 28. US-Division an.
Heute erinnern noch ungesprengte Bunker und Panzersperren an die Schlacht. Zudem wurden zahlreiche Denk- und Mahnmäler errichtet. Das wohl ergreifendste Mahnmal steht auf dem Kriegsgräberfriedhof "Hürtgenwald". Dort hat die Veteranenvereinigung des 22. US-Infanterieregiments eine Gedenktafel für den deutschen Leutnant Friedrich Lengfeld aufgestellt. Der Deutsche Leutnant starb am 12. November 1944 bei dem Versuch, einen verwundeten amerikanischen Soldaten aus dem Minenfeld "Wilde Sau" zu retten, im Feldlager "Lukasmühle".


Mahntafel für Leutnant Friedrich Lengfeld

 

11. Kritik

Diese Schlacht vereinbart auf Amerikanischer Seite wohl jeden Fehler und Nachteil, die man in einer Schlacht machen konnte:

1. Fehlende Luftaufklärung
2. Keine Lagekarten bzw. der Höhenunterschiede des Gebietes
3. Keine oder nur mangelhafte Artillerie- /Luft- / Panzerunterstützung
4. Kaum Nachschub wegen des schnellen Vorstoßes durch Frankreich
5. Unerfahrene Divisionen (mit einigen Ausnahmen)
6. Ausweichen auf Hürtgenwald, das bessere Gelände um das Gebiet herum wurde als "zu gefährlich" eingestuft
7. Die Inkaufnahme, dass unerprobte Divisionen im Waldgebiet auf versteckte Einheiten der Feinde treffen können. So könnte ein einzelner Deutscher einen ganzen Zug der Amerikaner niederschießen.
8. Schwache Moral der Amerikaner, die Deutschen waren motiviert, ihr Heimatland zu beschützen und waren zudem besser versorgt.


Noch heute wird an der Offiziersschule Fort Leavenworth, USA, die Allerseelenschlacht als "komplettes Desaster" bezeichnet.


Heute erinnern Gedenktafeln an die Schlacht im Hürtgenwald


Quellen

Buch: Hölle im Hürtgenwald, Adolf Hohenstein und Wolfgang Trees,Triangel Verlag Aachen - ISBN 3-922974-01-5
Buch: Militärgeschichtlicher Reiseführer Hürtgenwald, Peter Többicke, Taschenbuch Verlag E. S. Mittler & Sohn GmbH Hamburg - ISBN 3-813207-35-8
Film: YOU ENTER GERMANY Hürtgenwald - der lange Krieg am Westwall (Film), Konejung Stiftung, ISBN 978-3-935221-90-0

http://www.huertgenwald.de/hwmuseum.html (Letzter Zugriff 3.11.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BCrtgenwald (Letzter Zugriff 3.11.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_i ... Crtgenwald (Letzter Zugriff 3.11.2010)
http://7grad.org/Exkursionen/Westwall/H ... nwald.html (Letzter Zugriff 3.11.2010)
http://www.wdr.de/themen/wissen/1/huert ... index.html (Letzter Zugriff 3.11.2010)
http://www.faehrtensucher.com/h%C3%BCrtgenwald-1944/ (Letzter Zugriff 3.11.2010)
http://www.konejung-stiftung.de/You_Ent ... any_DE.htm (Letzter Zugriff 3.11.2010)

http://de.wikipedia.org/wiki/Museum_H%C ... nwald_1944 (Letzter Zugriff 3.11.2010)
http://www.huertgenwald-film.de/ (Letzter Zugriff 3.11.2010)

Autor: S.Kwak