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Das Thema

Operation Chastise
Angriff auf die Talsperren
 

 


1. Was war die "Operation Chastise?"

Operation Chastise (dt. "Züchtigung") war eine britische Bomberoperation in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943.
19 speziell umgebaute Lancaster-Bomber der 617. Staffel der RAF hatten den Auftrag, 6 Talsperren im heutigen Nordrhein-Westfalen und Hessen zu zerstören, um die deutsche Industrie besonders im Ruhrgebiet zu schwächen.
2 der angegriffenen Dämme konnten zerstört werden (Eder-und Möhnetalsperre), die anderen 4 (Lister-, Diemel-, Sorpe- und Ennepetalsperre) konnten standhalten.
Insgesamt kamen zwischen 1300 und 2400 Menschen - größtenteils Zivilisten - bei den vom Auslaufen der Stauseen ausgelösten Flutwellen ums Leben.


Die Talsperren

2. Bedeutung der Talsperren für Deutschland

Die Talsperren haben grundsätzlich 3 Hauptaufgaben: Wasserversorgung der umliegenden Gebiete, Stromerzeugung und Wasserstandsregulierung. Großbritannien wählte aber diese 6 Talsperren aus, um die Stromversorgung der Schwerindustrie im Ruhrgebiet und Umgebung entscheidend zu schwächen.

Der Edersee, damals der größte Stausee Deutschlands, wird, wie der Name schon sagt, von der Edertalsperre gestaut. Der See liegt im heutigen Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen. Zwischen 1908 und 1914 erbaut, bot der See Platz für ca. 200 Millionen Tonnen Wasser. Er war der am wenigsten bewachte Stausee der 6 Angriffsziele, da er für die Nazis als "unzerstörbar" galt. Da der See von großen Hügeln gesäumt war, glaubten die Nazis nicht an einen britischen Luftangriff und setzten dort in den Kriegsjahren nur 2 Wachen pro Schicht ein. Flugabwehrgeschütze oder Abfangnetze gegen Torpedos gab es dort nicht.

Der Möhnesee liegt bei Möhnesee im Landkreis Soest. Mit einer Höhe von ca. 37 m, einer Dicke von 30,5 m (Sockel) / 7,6 m (Oberer Teil) und einer Länge von knapp 777 m war die von 1909-1913 erbaute Staumauer die massivste in ganz Europa. Mit einer Staumenge von ca. 140 Millionen Tonnen war er jedoch weitaus kleiner als der Edersee. Dieser Damm war besser geschützt als die Edertalsperre: Es wurden 2 Abfangnetze installiert und mehrere Flakstellungen schützten ihn vor gegnerischen Angriffen aus der Luft.

Die Listertalsperre liegt im Landkreis Olpe im Sauerland. Mit einer Höhe von 42 m, einer Dicke von 31,5 m (Basis) und einer Länge von ca. 265 m konnte die Talsperre ungefähr 22 Mio. m³ stauen. Der Angriff auf diesen Damm wurde kurz vorher abgesagt.

Die Diemeltalsperre bei Korbach wurde ebenfalls nicht angegriffen. Sie diente lediglich als Zusatzziel. Sie sollte nur angegriffen werden, wenn eines der Hauptziele (Eder-und Möhnetalsperre) nicht zerstört werden kann oder wenn die Mission so erfolgreich sein sollte, sodass alle Staudämme zerstört würden. Sie war und ist ungefähr so groß wie die Listertalsperre.

Die Sorpetalsperre bei Arnsberg ist die jüngste der 6 Talsperren. Zwischen 1927 und 1935 erbaut, ist er der höchste Erddamm Deutschlands. Das bedeutet, dass zum größten Teil der Damm aus Erdmaterial besteht. Beim Angriff der Lancaster-Bomber konnte der 61 m hohe und 640 m lange Damm nur geringfügig beschädigt werden. Mit einen Volumen von ca. 70 Mio. Tonnen Wasser war er das drittgrößte Ziel der Briten.

Die Ennepetalsperre bei Radevormwald im Ennepe-Ruhr-Kreis war mit einer Höhe von ca. 50 m und einer Länge von ca. 275 m ein eher kleiner Staudamm. Mit ca. 13 Mio. Tonnen Wasservorrat war er der kleinste der Stauseen. Da er so versteckt liegt und klein ist, konnte er von den Piloten schlecht geortet werden und wurde nicht angegriffen.


Planung

3. Vorbereitung zur Operation


Im Krieg mit Deutschland war es für die Britischen Militärs von besonderer Bedeutung, die deutsche Rüstungsindustrie zu schwächen, sodass die Wehrmacht ohne Nachschub aufgeben müsste. Nach zahlreichen erfolglosen Versuchen, Industriekomplexe im Ruhrgebiet zu zerstören, sah die Britische Führung schnell ein, dass diese Industriegebiete besonders gut gegen Luftangriffe geschützt ist. Um diese dennoch auszuschalten, musste man am besten die Energieversorgung dieser Betriebe finden und ausschalten. Deutschland hatte zu dieser Zeit 3 Hauptenergiequellen: Die Kohleminen, Die Ölfelder Rumäniens und die stromerzeugenden Staudämme. Da die Kohleminen hauptsächlich nur durch Infanterie eingenommen werden konnten, und die USA bereits signalisiert haben, Rumänische Ölfelder zu bombardieren (Operation Tidal Wave), "gruben" die Briten einen Plan von 1937 aus, der die Zerstörung einiger Staudämme rund um das Ruhrgebiet vorsieht. Von den rund 20 damals vorliegenden Staudämmen wurden die bereits erwähnten ausgewählt. Der Eder-, Sorpe- und der Möhneseedamm wurden dabei als Hauptziele ausgewählt, da diese zusammen ca. 85 % des Ruhrgebiets mit Strom versorgten. Wären diese drei Dämme zerstört worden, hätte die Kriegsmaschinerie Deutschlands still gelegen.
So hatten die Briten nun einen Angriffsplan. Jetzt fehlte nur noch eine Staffel Bomberpiloten, die den Einsatz fliegen würden. Als Kommandanten und Organisator der Staffel wählte man Wing Commander (Dt.: Oberstleutnant) Guy Gibson. Er hatte die Aufgabe, eine Staffel von Langstreckenbombern zu formen und zu führen. Diese Staffel nannte man zuerst Staffel X, da die Operation Chastise Streng geheim war und selbst Gibson nichts davon wusste. Gibson sollte demnach die Flieger vor allem Dingen im Nachtflug und im Tieffliegen trainieren. Nachdem die Flieger darin geschult worden, benannte man die Staffel um in die 617. Staffel (617th Squadron).


Wing Commander Guy Gibson, Kommandant der 617. Staffel


Probleme

4. Probleme und deren Lösungen


Noch vor der Aufstellung der 617. Staffel kam das Problem auf, wie man einen Damm zerstören könnte. Die bisherigen Bomben hatten in Experimenten gezeigt, dass sie so gut wie keine Zerstörung bringen, nur wenn sie exakt auf der Staumauer treffen, was aber sehr unwahrscheinlich war. Torpedos konnte man in den meisten Fällen nicht einsetzen, da in fast allen Stauseen Abfangnetze installiert waren. Englische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass konventionelle Bomben reichen würden, wenn sie direkt an der Staumauer gezündet würden. Da dieses Präzisionsbombardement in der Zeit fast unmöglich war, entwickelte der britsche Flugzeugingenieur Barnes Wallis eine Rotationsbombe, die wie ein Stein flach auf dem Wasser aufkommen und die zuvor zugefügte Rotation in eine Vorwärtsbewegung umsetzen sollte. Nach zahlreichen Tests - unter anderem wurde auch eine Frisbee-ähnliche Variante getestet - setzte sich eine Tonnen-ähnliche Konstruktion durch. Diese "hüpfte" über das Wasser und tauchte dann nach mehreren Hundert Metern ab, um zu detonieren.


Rollbombe, von wallis auch "Upkeep" genannt.

Dennoch gab es Probleme beim Abwurf. Ein kleines Problem war zum Beispiel, dass die Rotationsbombe vom Kurs abkam, wenn der Pilot seinen Bomber schief über das Wasser flog. Ein größeres Problem war die Entfernung zum Ziel. Warf der Pilot die Bombe zu früh ab, versank die Tonne zu früh und detonierte im offenen Wasser. Warf er sie zu spät ab, war das Risiko gegeben, dass die Bombe noch zu hoch sprang und wo möglicherweise über die Mauer flog.
Dieses Problem lösten britische Ingenieure auf eine einfache, aber geniale Weise. Die Staumauern waren/sind nämlich nicht eben, sondern haben meist kleinere Türme, in denen zum Beispiel Messgeräte oder Wachhäuser untergebracht waren. Diese wurden durch ein speziell auf die verschiedenen Staumauern zugeschnittenen Visier anvisiert. Dieses Visier war Y-artig aufgebaut. Am untern Teil des "Y" saß der Bombenschütze. Ein Ring in der Mitte des "Y" wurde so ausgerichtet, sodass der Ring genau die Mitte einer gedachten Linie zwischen zwei Türmen anvisierte. Die Arme des "Y" waren an den Enden hochgebogen. Sobald die Arme des Visiers die 2 Türme überschnitten, war die perfekte Distanz zum Ziel gefunden.


Visier für den Abwurf der Bombe

Sicht durch das Visier: Der Bomber ist noch zu weit weg...

Der Bomber ist im Abwurfbereich. Jetzt abwerfen und die Maschine hochziehen!

Die Höhe über dem Wasser spielte auch eine wichtige Rolle. Wenn das Flugzeug zu hoch fliegt, dann springt die Bombe nicht und zerschellt beim Aufprall. Wenn das Flugzeug zu niedrig fliegt, kann das Flugzeug durch den Aufprall der Bombe auf der Wasseroberfläche beschädigt werden. So installierte man 2 Lampen an dem Flugzeug, eine direkt hinter der Bombe und eine an der Flugzeugnase. Sie waren so ausgerichtet, dass sie sich auf der Oberfläche des Sees treffen, wenn der Pilot exakt 150 Fuß (45,7 m) über dem Wasser fliegt. Diese Höhe wurde vorher als die Abwurfhöhe bestimmt.


Skizze, um die Funktionsweise der Lampen zu zeigen.


Opereration Chastise

5. Operation Chastise

Erst am 15. Mai 1943, also ein Tag vor dem Beginn der Operation, erfuhren die Piloten der 617. Staffel, dass ihre Angriffsziele die Staudämme sind. Am Abend des 16. Mai 1943 starteten insgesamt 19 Lancaster-Bomber vom Luftstützpunkt Scampton in Richtung Ruhrgebiet. Die Staffel wurde in drei Wellen eingeteilt. Die erste Welle mit 9 Bombern sollte die Möhne- und dann die Edertalsperre sprengen. Die zweite Welle (5 Flugzeuge) sollte die Sorpetalsperre übernehmen. Die dritte Welle war als Reserve gedacht und sollte eingreifen, wenn ein Ziel nicht zerstört werden konnte. Die erste Welle flog über Walcheren und Schouwen in den Niederlanden an Land, überflog Holland, umging die Flugplätze Eindhoven und Gilze-Rijen sowie die Flakstellungen des Ruhrgebiets, flog dann nördlich von Hamm und zog dann nach Süden zum Möhnesee. Die zweite Gruppe flog weiter nördlich bei Zuidersee an Land. Ab Wesel nahm sie die gleiche Route wie die erste Gruppe. Die dritte Formation flog erst zwei Stunden später los und nahm dabei die gleiche Route wie die erste Gruppe. Da die zweite Gruppe einen längeren Weg als die zwei anderen hatte, flog diese bereits um 21.10 Uhr los. Die erste bzw. dritte Formation flog um 21.25 Uhr bzw. 23.25 Uhr los.
Obwohl alle Piloten in Baumwipfelhöhe flogen (ca. 25-40 m) und so unter dem deutschen Radar flogen, traf es die zweite Gruppe sehr hart. Ein Pilot drehte ab, nachdem er von Flakfeuer getroffen wurde und sein Funkgerät verlor. Ein weiterer Pilot verlor seine Bombe in der Nordsee und flog ebenfalls wieder nach England. 2 Piloten wurden abgeschossen. Nur eine Maschine der zweiten Gruppe erreichte das Ruhrgebiet. Die erste Formation verlor beim Anflug nur eine Maschine.

So erreichte die erste Gruppe die Möhnetalsperre. Genau wie die vorhergehende Luftaufklärung erspähte, konnten 12 Flak-Geschütze ausgemacht werden. Diese standen auf dem Damm und in der näheren Umgebung. Gibson, der Kommandant der Staffel, griff als erster an und landete im zweiten Anflug um 00.28 Uhr einen Treffer. Trotzdem war der Damm fast unbeschädigt. Der zweite Pilot konnte seine Bombe zwar abwerfen, wurde aber im Tiefflug von der Detonation erfasst und stürzte ab.
Der dritte Angreifer wurde ebenfalls getroffen, konnte aber zuvor ebenfalls seine Bombe abwerfen und danach nach England heimkehren. Obwohl Bomber 4 auch einen Treffer landete, brach der Damm immer noch nicht. So wurde ein fünfter Anflug angesetzt. Gerade als dieser bereit war, die Bombe loszulassen, sah man, dass der Damm bereits brach. Trotzdem warf er die Bombe ab und zerstörte so den Damm.
Nachdem der Möhneseedamm zerstört war, schickte Gibson zwei Lancaster nach England und

 

griff -obwohl er seine Bombe schon abgeworfen hatte- den Edersee an. Drei der Bomber waren noch mit der Rollbombe bestückt.
Obwohl der Edersee schwer zu lokalisieren war, konnten die Lancaster-Bomber ihren Angriff starten. Da keine Flugabwehr vorhanden war, konnten die Piloten über dem See kreisen und den perfekten Anflug finden. Trotzdem brach der erste Pilot nach 6 Anflügen zunächst ab und ließ den zweiten Piloten anfliegen. Dieser warf seine Bombe ab, aber diese explodierte auf dem Damm und beschädigte die Lancaster. Der Pilot, der zuerst gezögert hatte, warf die zweite Bombe perfekt ab. Der dritte Pilot zerstörte dann schließlich den Damm mit einem zweiten perfekten Treffer.
Die Sorpetalsperre wurde von dem einzig verbliebenen Piloten der zweiten Gruppe angegriffen. Da dieser Damm ein Erddamm war, war es um einiges schwerer, diesen zu zerstören. Deshalb sollten die Piloten versuchen, längs des Dammes anzufliegen und die Bombe ohne Rotation auf dem Damm abzuwerfen. Da die Luftaufklärung den Kirchturm auf einem Hügel bei dem Damm nicht sah, gestaltete sich dieses Unternehmen als noch komplizierter. So brauchte der Pilot zehn Anflüge, um die Bombe korrekt abzuwerfen. Dennoch beschädigte die Bombe nur einen Teil des Dammes und die Sperre blieb intakt. Daraufhin wurde die dritte Gruppe dorthin beordert. Drei Maschinen kamen dort an, wobei zwei die Bombe abwarfen, aber keine Zerstörung melden konnten.
Als der dritte Pilot anfliegen wollte, war der Nebel bereits so stark, dass der Angriff abgesagt wurde. So griffen die zwei verbliebenen Maschinen die Ausweichziele an, wobei nur ein Pilot seine Bombe auf die Ennepetalsperre warf. Diese wurde aber nur beschädigt.
Beim Rückflug wurde die Route der ersten Gruppe geflogen, wobei ein Flugzeug abgeschossen wurde und ein weiteres ins Holländische Meer stürzte. Insgesamt kehrten 77 Soldaten zurück, drei gerieten in Gefangenschaft und 53 wurden getötet. Nach der erfolgreichen Zerstörung der Eder- und der Möhnessetalsperre wurden 33 Soldaten hoch dekoriert.

 
Zerstörte Edertalsperre links; rechts die Möhneseetalsperre


Fakten

6. Fakten

Gibson ließ sich für die Operation ein eigens erdachtes Morsesystem einfallen, wobei Verschiedene Wörter, Zahlen und Buchstaben verwendet wurden. Nach dem Funkprotokoll gelangten diese Codes nach England:


 
Möhnesee
Erster Trefffer:
Goner 68A
Zweiter Treffer:
Goner 28A
(Wurde jedoch nicht vom Bomber überliefert,
da er kurz nach dem Treffer abstürzte.
Gibson sendete diese Nachricht an das HQ)
Dritter Treffer:
Goner 58A
Vierter Treffer:
Goner 78A
Fünfter Treffer:
Nig*er

 


 
Edersee
Erster Trefffer:
Goner 78B
Zweiter Treffer:
Goner 28B
(Wurde von Gibson übermittelt,
da das Flugzeug abstürzte)
Dritter Treffer:
Dinghy


Die restlichen Treffer auf Sorpe und Ennepetalsperre wurden nicht überliefert, da diese nur Ausweichziele waren.

Die Codes wurden folgenderweise entschlüsselt:


 
Goner 1
Bombe ist nicht explodiert
Goner 2
Bombe über dem Damm gesprungen
Goner 3
Bombe ist über 100 Yards vor dem Damm explodiert
Goner 4
Bombe ist ca. 100 Yards vor dem Damm explodiert
Goner 5
Bombe ist ca. 50 Yards vor dem Damm explodiert
Goner 6
Bombe ist ca. 5 Yards vor dem Damm explodiert
Goner 7
Bombe ist am Damm explodiert
Goner 8
Kein Dammbruch
Goner 9
Kleiner Einbruch / Riss am Damm
Goner 10
Großer Riss im Damm

 
A =
Möhnesee
B =
Eder
C =
Sorpe
D =
Lister
E =
Ennepe
F =
Diemelsee


Das Wort Nig*er stand für den Einsturz der Möhneseetalsperre, das Wort Dinghy für den Einsturz der Edertalsperre und signalisierte den restlichen Piloten, dass sie abdrehen konnten, um die restlichen Ziele anzugreifen.

So hätte zum Beispiel die Meldung "Goner 610E" Bedeutet, dass die Bombe 5 Yards vor der Ennepetalsperre explodiert, wobei ein langer Riss in der Staumauer entstand.

Die Opferzahlen variieren stark. Manche reden von ca. 50 Toten an der Ederseemauer, anderen Informationen zufolge starben am Edersee 750 weitere Zwangsarbeiter ukrainischer Herkunft.
Bei der Möhneseetalsperre sollen es 1200 bis 1800 Tote gewesen sein. Sogar im etwa 100 km weit entfernten Essen sollen Menschen durch die Flutwelle umgekommen sein. Die Flutwelle des Edersees erreichte zum Beispiel auch Hann. Münden in Südniedersachsen. Dort wurde ein beträchtlicher Teil der Stadt zerstört, wie durch ein Wunder kam aber kein Mensch dabei um.
Aus diplomatischer Sicht war der Angriff ein Erfolg. Churchill hatte dadurch bewiesen, dass die "unerfahrenen und unfähigen" Briten (O-Ton verschiedener Militärs aus den Vereinigten Staaten) Deutschland angreifen konnten. Das überzeugte vor allem Stalin, sich weiter im Krieg zu behaupten und nicht vorher zu kapitulieren.
Aus wirtschaftlicher Sicht war die Operation ein Nichterfolg. Es konnte zwar zuvor die Strom- und Wasserversorgung erheblich geschwächt (Aus beiden Stauseen liefen ca. 330 Mio. Tonnen Wasser aus), dennoch konnte dieser Schaden bereits im Juni 1943 wieder kompensiert werden.


Zukunft

7. Zukunft

Nachdem die Piloten wieder nach England gelangt sind, erhielten wie schon erwähnt, 33 Flieger teils hohe Auszeichnungen:


 
1x Victoria Cross (Für Guy Gibson)
5x Distinguished Service Order
10x Distinguished Flying Cross mit 4 Balken
12x Distinguished Flying Medal
2x Conspicuous Gallantry Cross


Guy Gibson wurde am 19. September 1944 nahe der Stadt Bergen-op-Zoom ab. Er wurde nur 26 Jahre alt.

Die 617. Staffel erhielt nach der Operation Heldenstatus. Sie flogen im Krieg weitere Einsätze und konnte die U-Boot-Bunker von Brest und La Rochelle zerstören, landeten den entscheidenden Treffer bei der Versenkung der Tirpitz und waren auch bei der Bombardierung des "Adlerhorstes" beteiligt.
Die 617. Staffel hat aufgrund der Operation Chastise das Motto >>Après moi, le déluge<< , was "Nach mir die Flut" bedeutet.
Zudem werden sie noch heute "Dam Busters" genannt und haben auch einen brechenden Damm in ihrem Wappen.
Heutzutage ist die Staffel mit der Panavia Tornado ausgerüstet und flog zum Beispiel den ersten britischen Luftankrieg im Irak 2003.


Wappen der 617. mit dem Motto und dem Damm

Hier noch 2 Videos zur Operation Chastise:


Quellen

http://www.lwl.org/westfaelische-geschi ... ebsegmente (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Chastise (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Dam_Busters (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Talsperre (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Edersee (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6hne ... Stausee%29 (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Sorpesee (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepetalsperre (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Rollbombe (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Gibson (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Chastise (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://www.thedambusters.org.uk/chastise_index.html (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://www.raf.mod.uk/organisation/617squadron.cfm (Letzter Zugriff 122.09.2010)
http://en.allexperts.com/e/o/op/operation_chastise.htm (Letzter Zugriff 122.09.2010)

Verweise:
- "Mai 1943 – Die Zerstörung der Talsperren" - britischer Film über die Operation
- Peter Jackson, Regisseur der Herr der Ringe-Trilogie, plant eine Neuverfilmung.
- Von Revell gibt es ein 1:72-Klebemodell der Avro Lancaster "Dam Buster"
- Für das PC-Spiel "Flight Simulator" gibt es das "Dam Busters"-Expansion-Pack, in dem man die Einsätze nachspielen kann.

Autor : S.Kwak