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Das Thema

Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg
30.11.1939 - 13.03.1940


Vorgeschichte

Vorgeschichte

Finnland, das nach 600 Jahren unter schwedischer- und 100 Jahre unter russischer Herrschaft gelebt hatte, hatte im Zuge der Februarrevolution, indem das russische Zarenreich zerbrach, seine Unabhängigkeit vom Selbigen erklärt. Lenin, der Führer der Bolschewiki und Initiator der Oktoberrevolution und des daraus resultierenden Bürgerkrieges, sah die finnische Unabhängigkeit, im Gegensatz zu den „Weißen Garden“, als keine Bedrohung an und erkannte im Jahre 1918 Finnland als souveränen Staat an. Das neue, unabhängige Finnland wurde aber kurz darauf von einem Bürgerkrieg erschüttert, ausgelöst von einem Regierungsumsturzversuch durch sozialistische Kräfte mit Unterstützung der Bolschewiki. Jedoch konnte der Bürgerkrieg unter der Führung von Carl Gustaf Mannerheim für die Bürgerlichen entschieden werden, die Finnen empfanden dies als Freiheitskrieg gegen Russland. Jedoch versuchten halbfinnische Verbände östliche Gebiete zu erobern, getrieben von einer großfinnischen Idee, jedoch ohne Erfolg. 1920 besiegelten beide Staaten im Frieden von Dorpat das Ende der Feindseligkeiten. Die Beziehungen der beiden Länder in der Folgezeit waren "korrekt, aber kühl". 1932 schlossen sie einen Nichtangriffspakt, doch das gegenseitige Misstrauen blieb bestehen.

Als sich die Interessenkonflikte zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion zuspitzten, versuchte Stalin Finnland durch Verträge mehr an sich zu binden, was jedoch scheiterte. Die Spannungen wuchsen mit der Zeit immer mehr, durch das Einordnen Finnlands in das kapitalistische Lager, Propaganda gegen die Sowjetunion und die betonte Deutschfreundlichkeit Finnlands durch Rechte. Eine Versöhnungspolitik griff erst ab 1937. Die Sowjets waren schon seit Beginn der 30er Jahre von einem kommenden Krieg überzeugt, mit dem Erstarken des Kaiserreichs Japan und mit Hitlers Aufstieg. Sie sahen das Baltikum und Finnland als möglichen Einfallsort solcher Mächte. Die zweite Hauptstadt und zweitgrößte Stadt des Landes, sowie Wiege der Revolution, Leningrad, wurde als Durchmarschroute für kommende Landkonflikte mit europäischen Mächten angesehen. So waren gerade die baltischen Staaten ein Kernpunkt des kommenden Hitler-Stalin Paktes. Dieser erlaubte es den Sowjets diese Gebiete sich einzuverleiben, ohne das Hitler-Deutschland eingreifen oder irgendwelche Ansprüche geltend machen würde. In Verhandlungen mit Finnland sollten diese die Karelische Landenge abtreten, im Austausch anderer karelischer Gebiete, sowie anderer strategisch wichtigen Ländereien. Diese Verhandlungen scheiterten und so fassten die Sowjets nun eine militärische Lösung ins Auge. Die Rote Armee inszenierte einen Grenzzwischenfall, wobei die Rotarmisten angeblich von finnischer Artillerie beschossen worden sein. Natürlich wies die finnische Regierung solche Vorwürfe zurück, worauf der sowjetische Außenminister Vyacheslav Molotov die Beziehungen zu Finnland abbrach. Damit hatten die Sowjets eine Ausgangslage geschaffen um Finnland in eine kriegerische Auseinandersetzung zu zwingen. Ohne formelle Kriegserklärung überschritt die Rote Armee die finnische Grenze, zeitgleich wurde die Hauptstadt Helsinki schwer bombardiert, und somit erfolgte eine sowjetische Kriegserklärung an Finnland.

 


Ausgangslage und Krieg

Ausgangslage und Krieg

Ausgangslage der Sowjetunion

Die ersten Planungen rund um den Krieg führte der Chef des Generalstabes der Roten Armee, Boris Shaposchnikov, im Auftrag Stalins. Seine Planungen skizzierten eine mehrmonatige Operation, die mit einem Großteil der Armee hätte durchgeführt werden müssen, dies jedoch lehnte Stalin ab. Stalin gab dann die Aufgabe zur Planung an den Chef des Leningrader Militärbezirks Kirill Merezkov ab. Dieser stellte eine erfolgreiche Operation in wenigen Wochen in Aussicht. Er offerierte, dass er bezüglich der Landstreitkräfte nur die Truppen des Leningrader Bezirkes benötige. Merezkovs Plan legte das Hauptaugenmerk auf die Karelische Landenge rund um den Ladoga See und damit auf die „Mannerheim-Linie“. Die 7. Armee sollte mit einer Stärke von 200.000 Soldaten und 1.500 Panzern durch die finnischen Befestigungen brechen, die 8. Armee sollte nördlich des Lagoda See´s die finnischen Befestigungen umgehen und den Verteidigern der Mannerheim-Linie in den Rücken fallen. Dafür hatte die 8. Armee 130.000 Soldaten und 400 Panzer zur Verfügung. Nördlich sollten weitere zwei Armeen in dem kaum erschlossenen Gebiet Angriffe durchführen. Ziel dort war es, die Verkehrsverbindungen abzuschneiden und die finnischen Truppen zu binden. Dazu standen die 8. Armee, nördlich davon stand die 9. Armee und im Raum Petsamo die 14. Armee bereit, welche eine Stärke von 140.000 Soldaten und 150 Panzern besaß.


Insgesamt hatte die Rote Armee eine Überlegenheit an Soldaten von 3 zu 1, an Artillerie von 5 zu 1 und an Panzern gar 80 zu 1.

Ausgangslage von Finnland

Finnland konnte nur eine sehr kleine Streitmacht aufstellen, was daran lag das Finnland selbst eine sehr geringe Bevölkerungsdichte hat. Außerdem war das wenige Material in einem schlechten Zustand, da das Militärbudget sehr beschränkt war. So hatten sie zu Kriegsbeginn 250.000 Soldaten, 130.000 davon in der Karelischen Landenge und 120.000 an der übrigen Ostgrenze. Tatsächlich zählte das Heer der Finnen dann doch nur etwa 200.000 Mann, aufgrund des Mangels an Waffen. Außerdem besaß sie gerade mal 30 Panzer und ca. 100 Panzerabwehrkanonen, importiert aus Schweden, deshalb wurden meist zur Panzerabwehr auf die Molotovcocktails zurückgegriffen. Die Artillerie stammte zumeist noch aus dem Ersten Weltkrieg. Diese war ebenfalls nicht in großen Mengen vorhanden, das gleiche gilt für die Artilleriemunition. Die Luftwaffe war auf ca. 100 Flugzeuge beschränkt und die wenigen Flugabwehrkanonen wurden zum Schutz der Städte eingesetzt und konnten somit nicht an die Truppe ausgegeben werden. Einfach gesagt, es mangelte an fast allem, jedoch nicht am Willen. Da die Sowjetunion als einziger realer Kriegsgegner angesehen wurde, hatte man schon in der Vorkriegszeit damit begonnen, die später genannte "Mannerheim-Linie", zu bauen und so die Karelische Landenge zu befestigen.

 

Diese Bunkeranlagen waren aber strukturelle eher schwach und nur die neusten mit festem Stahlbeton gebaut. Am dichtesten waren die Bunkeranlagen bei Summa, in der Nähe von Wiborg. Aber die Linie wurde auch durch Feldbefestigungen verstärkt. Hier standen ca. 92.000 Soldaten. Um die Flanke, nördlich des Ladoga Sees zu schützen, positionierten die Finnen dort ca. 28.000 Mann, an der übrigen Front nordwärts wurden kleine Verbände eingesetzt, da man dieses Gebiet für Armeen für unpassierbar hielt.

und der Krieg kam….

Am 30. November setzte die Rote Armee ihre Einheiten entlang der Grenze, von Petsamo bis nach Karelien in Marsch, begleitet wurde diese Invasion von schweren Bombenangriffen auf die finnische Hauptstadt Helsinki, die Bevölkerung konnte erst wenige Minuten zuvor durch Fliegeralarm gewarnt werden. Dadurch verloren Dutzende ihr Leben im Feuer, unter dem Schutt und den Trümmern. Große Gefechte gab es zu Beginn nicht, da die sowjetische 7. Armee zu langsam vorrückte und deren Befehlshaber Wsewolod S. Jakowlew kurzerhand von Stalin durch Kirill Merezkow ausgetauscht wurde. Außerdem entbrannte im finnischen Oberkommando eine Kontroverse, Mannerheim wollte die Deckungseinheiten offensiv gegen die Sowjets vorgehen lassen, der Befehlshaber der Karelischen Landenge Hugo Östermann hingegen wollte sie mit hinhaltendem Widerstand zu den Befestigungen zurückziehen lassen. Am Ende setzte sich Östermann durch. Am 16. Dezember starteten die Sowjets einen Angriff am östlichen Rand der finnischen Befestigungen bei Taipale, dieser konnte jedoch abgewehrt werden. Erneute Versuche am 25. bis 27. Dezember führten zum selben Ergebnis und ein Durchbruch der Mannerheim-Linie konnte nicht erreicht werden. Ein gleichzeitiger Angriff bei Summa, dem eigentlich erkorenen Durchbruchsort, konnte ebenfalls zurückgeschlagen werden und das obwohl hier die Sowjets die Linie lange mit ihrer Artillerie beschossen hatten. Am 23. Dezember sahen Mannerheim und Östermann dann die Chance zu einem Gegenangriff gekommen. Dieser kostete aber nach 8 Stunden 1.500 Finnen das Leben und brachte so gut wie keine Geländegewinne ein, daraufhin wurde der Gegenangriff abgebrochen. Aber auch der Vormarsch nördlich des Ladoga Sees verlief schleppend, deswegen wurde der bisherige Kommandant I.N. Chabarow am 3. Dezember durch den Korpskommandeur W. Kurdionow ersetzt. Aber abseits dieses Stellungskrieges nutzte die finnische Armee einen Vorteil an Beweglichkeit, nämlich durch ihre Skitruppen. Dabei nutzte sie die Taktik der Motti, diese ist eine Umkreisungstaktik, indem wie hier Skitruppen kleine Verbände eingekesselt wurden und dann meistens auch vernichtet. Hier konnten zwei sowjetische Divisionen eingekesselt werden, die jedoch zunächst standhielten (nur eine davon hielt bis Kriegsende). Der einzige Vorteil für die Sowjets bei diesen Kesselgefechten war, dass sie wichtige finnische Verbände binden konnten die an anderen Frontabschnitten fehlten.

 

Im Norden Finnlands im Gebiet von Salla, der Provinz Oulu kam der Angriff der Sowjets auch zum Erliegen. Nach den Schlachten von Salla, Suomussalmi und Kuhmo wurden die Invasoren aufgehalten und man konnte vieles an Kriegsgerät wie Panzer, LKW´s, Mörser, Panzerabwehrkanonen erbeuten und den Sowjets hohe Verluste zufügen. Die Finnen hatten aber mit einem Angriff in dieser Region nicht gerechnet und mussten für diese Siege eine Reservedivision und improvisierte Verbände aufbieten. Im hohen Norden ging aber Petsamo verloren. Bis auf die Eroberung Petsamos hatten die Sowjets keine nennenswerten Erfolge im Norden Finnlands gefeiert und ihre strategischen Ziele konnten ebenfalls nicht erreicht werden. Jedoch konnten die Finnen selber hier die Sowjets nicht von ihrem Territorium verdrängen und so wurden dort ebenfalls Truppen gebunden die an der Karelischen Landenge gebraucht wurden. Eins war nach diesen Gefechten schon sicher, die sowjetische Dampfwalze hatte sich festgefahren.


Das linke Bild zeigt die festgefahrene sowjetische Dampfwalze und das rechte Bild zeigt die sowjetische Lage Dezember 1939 an der Karelischen Landenge

Dieses Scheitern war an verschiedenen Dingen festzumachen. Schlechte Aufklärung, Ausbildung, Zusammenarbeit der Einheiten (Flugzeuge, Panzern, Infanterie, Artillerie) und die mangelnde Ausrüstung und der Mangel an guten Offizieren. Aber auch das die Politkommissare einen sehr großen Einfluss auf die militärischen Entscheidungen nehmen konnte, dies taten sie dann auch und so konnten sie Befehle einfach widerrufen. Sie waren auch oft die Richter in Angelegenheiten in denen sie urteilten welche Soldaten und Offiziere nicht r zum Wohle der Sowjetunion handelten, so war es ihnen erlaubt auf der Stelle Erschießungskommandos aufzustellen und die angeblichen Täter erschießen zu lassen.

Politkommissar

Ende Dezember 1939 ließ Stalin dann die Einheiten in der Karelischen Landenge neu organisieren. So wurde eine neue zusätzliche Armee aufgebaut und Merezkov erhielt das Kommando über die 7. Armee. Anfang Januar 1940 wurde Marschall Timoschenko zum Oberbefehlshaber der Nordwestfront, in welcher die sowjetischen Truppen zusammengefasst wurden. Außerdem wurde ein neuer Kriegsplan entworfen und zwar sollten Offensiven nur noch auf die Karelische Landenge beschränkt werden, dabei ist anzumerken, dass dieser Plan dem von Shaposchnikov, dessen Plan vor dem Krieg abgelehnt wurde, sehr ähnlich ist. Auch wurden nun Einheiten hinter der Front ausgebildet, vor allem an Modellen der Mannerheim-Linie und Betonbefestigungen. Neue Waffen wie die Panzertypen KV-1 und T-34 wurden an die Front geschafft, ebenfalls solche Offiziere, die nun aus GULAG-Lagern entlassen wurden. Am 1. Februar begannen dann die ersten neuen sowjetischen Offensiven mit Divisionen, die gezielt in der Mitte der Mannerheim-Linie angriffen. Dies jedoch zunächst nur als Demonstration bzw. Versuch, dort experimentierte das sowjetische Oberkommando auch mit der in Deutschland verwendeten Auftragstaktik. Dieses Experiment der Auftragstaktik verlief gut und wurde vom Oberkommando positiv bewertet und so fügte sich der Demonstrationsangriff in die Großoffensive ein (eigentlich war zwischen den beiden Angriffen eine Pause gedacht). Am 11. Februar lief die Großoffensive und die gesamte Front griff die Mannerheim-Linie an, wobei die seit Anfang Februar kämpfenden Divisionen einen Durchbruch durch die vordersten Befestigungslinien erzielen konnten.


Die Mannerheim-Linie aus Sicht der sowjetischen Verbände.

Ein finnischer Gegenangriff, durch eine kampferfahrene Reservedivision im Durchbruchsgebiet, scheiterte. Am 19. Februar schließlich wurden auch die mittleren Stellungen durchbrochen und am 25. Februar dann die rückwärtigen Stellungen. Ein weiterer Gegenangriffsversuch der Finnen, diesmal sogar mit Panzern des Typs Vickers, war eine totale Katastrophe, da die Geräusche jener in den eigenen Reihen Panik auslösten, da sie für sowjetische Panzer gehalten wurden. Die nächste Großoffensive zeigte die Schwäche der finnischen Verteidigung an der Karelischen Landenge. Die starke Konzentrierung auf die Mannerheim-Linie machte die Truppen unbeweglich, da hinter der Linie kaum noch Befestigungen vorhanden waren, war kein Spielraum für ein Zurückweichen. Aber obwohl die Finnen nun zurückgewichen waren, war Timoschenkos Hauptziel, die finnischen Truppen einzukesseln und zu vernichten, nicht erreicht worden.

 

Nachdem die Mannerheim-Linie überwunden war, legte man nun das Hauptaugenmerk auf die Stadt Wiborg. Der Roten Armee gelang es Truppen (ein Schützenkorps, eine Panzerbrigade und Kavallerie) über den eingefrorenen Finnischen Meerbusen an die Stadt Wiborg heranzubringen. Auch führte die Baltische Flotte der Sowjetischen Marine kleinere Landungsunternehmen an der Finnischen Küste durch, mit diesen erreichten sie auch ihr Ziel, nämlich Finnische Reserveeinheiten an die Front nach Wiborg abzuziehen. Jedoch konnten sie die Stadt nicht einnehmen, bis zum Friedensschluss am 13. März 1940 waren sie gerade mal bis ins Stadtzentrum vorgedrungen.


Frieden und die Folgen

Frieden

Als die Lage an der Front für die Finnen immer prekärer wurde, zeigte sich die Regierung unter Risto Ryti nun bereit zu einem Frieden mit der Sowjetunion. Vorher wurden im Januar erste Kontakte zu den Sowjets über die in Stockholm tätige Botschaft aufgenommen. Anfang Februar erhielten die Finnen erstmalig Kenntnis über die sowjetischen Forderungen. Ende Februar stellte man fest, dass ein Frieden schon sehr bald abzuschließen sei, zur Not auch unter schweren Bedingungen. Anfang März traf eine offizielle finnische Delegation in Moskau ein, auf sowjetischer Seite führte Molotov die Gespräche. Stalin selbst nahm nicht teil. Die russische Seite stellte dann ihre leicht verschärften Bedingungen. Die Finnen zögerten jedoch, so teilte die militärische Führung am 9. März mit, dass die Stärke der erschöpften Bataillone an der Landenge meist kaum noch 250 Mann betrug und an der Front der völlige Zusammenbruch drohte. Diese Situation gab schließlich den Ausschlag zum Friedenschluss zu sowjetischen Bedingungen. Und so wurde am 13. März 1940 nach einem langen und vor allem blutigen Krieg der Vertrag von Moskau unterzeichnet, der noch am selben Tag um 12:00 Uhr alle Kampfhandlung der Sowjets und Finnen beendete.

Folgen

für die Sowjetunion
Für die UdSSR war der Winterkrieg eine Katastrophe, sie verloren rund 200.000 Soldaten. Dennoch sind die Opfer in der russischen Geschichte kaum bedacht, viele Russen und die Völker der UdSSR wussten damals NICHTS von so einem Konflikt. Die Sowjets erhielten letztendlich Karelien, Salla und Fischerhalbinsel. Jedoch machte dieser blutige Krieg Stalin klar, dass man die Armee modernisieren musste. Des Weiteren wurde der Einfluss des Politkommissaren einschränkt und dabei gleichzeitig den Offizieren mehr Autorität zugestanden. Der Volkskommissar Woroschilow wurde gegen Timoschenko ausgetauscht, mit dem auch neue Truppentaktiken eingeführt wurden. In der Nachkriegszeit wurden in der Sowjetunion neue Waffen entwickelt und bestehende weiterentwickelt. Die Erfahrungen aus dem Krieg gegen Finnland retteten womöglich die Sowjetunion vor einer Niederlage gegen Deutschland.

für Finnland
Für Finnland war der verlorene Krieg dennoch teilweise ein Sieg. Sie konnten ein Land, das mehr als 60mal so groß ist wie sie selbst, in Schach halten und verloren nur durch die Zahlenmäßige Überlegenheit der "Ruskies" und konnten so ihre Freiheit behalten und Eingliederung in den Sowjet verhindern. Dennoch mussten sie den Kommunisten die Ländereien Karelien, Salla und die Fischerhalbinsel abtreten. Für die Finnen bedeutete dies, rund 12% ihres Staatsgebietes abzugeben. Außerdem wollten die Bürger dort KEINESFALLS Bürger der Sowjetunion werden und flohen wieder zurück nach Finnland, was zu Spannungen und Wirtschaftlichen Engpässen führte. Außerdem war durch Waffeneinkäufe im Ausland die Staatsverschuldung stark gestiegen. Jedoch musste die Armee vergrößert und aufgerüstet werden, in Anbetracht, dass bei einem neuen sowjetischen Angriff die Verteidigung noch viel schwerer werden würde. Jedoch wurde weit mehr nun auf die Nationale Staatengemeinschaft geachtet und versucht dort Verbündete für die Zukunft eines freien Finnlands zu finden. So kämpfte man im Zweiten Weltkrieg erneut gegen Sowjetrussland, mit Deutschland, was aber zu noch größeren Gebietsverlusten und zum Lapplandkrieg führte.

Im Ausland
Schon zu Beginn des Krieges verurteilten die ausländischen Mächte den Angriff und die Sowjetunion, welche aus dem Völkerbund entlassen wurde. Außerdem gaben die hohen Verluste und geringe Leistung der Roten Armee den deutschen einen weiteren Anlass um gegen sie loszuschlagen. In der Vermutung, dass das Stalinreich binnen kürzester Zeit zusammenbrechen und gegen eine gut geführte bzw. moderne deutsche Armee chancenlos dastehen würde.. Aber auch andere Mächte sahen die UdSSR seitdem nicht mehr als stark genug an und gingen davon aus, dass die Sowjetunion schnell verlieren würde, im Nachhinein eine massive Fehleinschätzung.


Sonstiges

Sonstiges

Ein empfehlenswerter Film über den „Finnisch-Sowjetischen Winterkrieg“ ist "Feuer und Eis - Der finnische Winterkrieg"

Ivan S. Chetyrbok hat geschrieben:Unser Kompanieführer sagte uns der Krieg sei vorbei. Kurz darauf stießen wir im Niemandsland auf einen finnischen Offizier. Am Abend dann wurden auf beiden Seiten Lagerfeuer angezündet, die Finnischen waren weit entfernt. Alle waren betrunken und unser Kommandant wies uns zurecht. Daraufhin erklärten ihm einige Männer; „niemand hätte diesen Krieg gebraucht, weder wir noch die Finnen. NIEMAND“ und alle Sangen.


Aus den Memorien von Ivan S. Chetyrbok, 85. Russisches Schützenregiment

Quellen

Wikipedia.org(zugriff: 4.12.2009)
Mannerheim.fi(zugriff: 4.12.2009)
Uni-Protokolle.de(zugriff: 4.12.2009)
Infofrosch.info(zugriff: 4.12.2009)

Autor: Kai