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Das Thema

Die Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk
( Operation Taifun )

 

 
Die Nachwelt wird einmal abwägen und feststellen können was mehr Gewicht hatte in diesen 3 1/2 Monaten,
die Reden des Herrn Mr. Churchill oder meine Handlungen.

- Adolf Hitler am 03. Oktober 1941 -


22. Juni 1941

Der Vormarsch


( 22. Juni 1941, 3.00 Uhr morgens am Grenzfluss Bug.)

Minsk und Bialystok

Seit dem 22. Juni tobt nun ein Kampf von einer wahrhaft weltentscheidenen Bedeutung;
Umfang und Tiefe des Ereignisses wird erst eine Nachwelt ganz klar erkennen.

- Adolf Hitler am 03. Oktober 1941 -

Am 22. Juni 1941 überschritt die Heeresgruppe Mitte die Grenze der Sowjetunion mit dem weit gefassten Operationsziel Moskau. Nachdem die Grenzverteidigung schnell niedergerungen wurde ging der Vormarsch rasch voran. Der Panzergruppe 2 (Guderian), und der Panzergruppe 3 (Hoth) war es gelungen mehrere sowjetische Divisionen bei Minsk und der 4. Armee (Kluge) gelang es gemeinsam mit der 9. Armee (Strauß) Bialystok einzukesseln. Bereits am 9. Juli 1941 waren die beiden Kessel gesäubert und 232.898 Rotarmisten gingen in deutsche Kriegsgefangenschaft; 3.332 Kampfwagen wurden zerstört. Die Rotarmisten gingen in Gefangenschaft obwohl ihnen durch den Artikel 58 des sowjetischen Strafgesetzbuches die Todesstrafe drohte. Stalin entschied sich zu rigorosen Strafmaßnahmen. Er ließ zahlreiche Befehlshaber der Roten Armee, unter ihnen auch Dmitri Grigorjewitsch Pawlow hinrichten. Die Gefangenen Rotarmisten hingegen wurden als "Verräter" angesehen und nach dem Krieg wurden diese in Zwangsarbeitslagern interniert. Die Familienangehörigen der sogenannten Verräter wurden in Sippenhaft genommen. Jeder Kommandeur erhielt einen politischen Kommissar zugeteilt. Marschall Semjon Konstantinowitsch Timoschenko sammelte die Reste der zerschlagenen "Westfront" und zog die "Zentralfront" sowie die neue "Reservefront" die von Georgi Konstantinovich Schukov befehligt wurde zusammen, um den Gegner bei Smolensk aufzuhalten. Doch viel Zeit blieb ihnen nicht, denn bereits am 10. Juli begann die Heeresgruppe Mitte mit dem Vorstoß auf diese Stadt. Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch hatte, um die Bewegungen der schnellen Truppen im Angriffsschwerpunkt besser zu koordinieren, beide Panzergruppen dem Armeeoberkommando 4 des Generalfeldmarschalls Günther von Kluge unterstellt, der seine Infanterie an die 2. Armee an Generalfeldmarschall von Weichs abtrat.

 

 

Weiter über Smolensk

(Deutsche Panzer in der Kesselschlacht von Smolensk)
Erst die Nachwelt weiß ganz genau, wie es kam und was geschah.

- Adolf Hitler am 03. Oktober 1941 -

Am 10. Juli 1941 wurde der Angriff mit Stoßrichtung Smolensk eingeleitet. Schon am 11. Juli unternahmen die Sowjets einige Gegenangriffe, diese misslangen und Marschall Timoschenko musste eine weitere Niederlage hinnehmen. Seine 13. Armee wurde vernichtend geschlagen und am 13. Juli war Mogilew an die Deutschen gefallen und nach weiteren Vormärschen waren die Heeresspitzen der Wehrmacht nur noch 18 km von Smolensk entfernt. Am 14. Juli stieß die Panzergruppe 3 nachdem sie Polozk und Witebsk eingenommen hatte, von Osten kommend auf Smolensk vor. Die Stadt wurde am 24. Juli eingekreist und 15 sowjetische Divisionen saßen in der Falle. Allerdings gab es im Umfassungsring noch einige Lücken die am 27. Juli Geschlossen wurden. Die Stadt wurde als nächstes angegriffen und nach schweren Häuserkämpfen war am 30. Juli Smolensk erobert.

 

 

Erste Probleme

(Ion Antonescu,Dr. Paul Otto Schmidt, Adolf Hitler, Wilhelm Keitel, Eckhard Christian, Franz Halder/ 1942)
Am 22. Juni morgens setzte nun dieser größte Kampf der Weltgeschichite ein.
Seitdem sind etwas über dreieinhalb Monate vergangen, und ich darf hier zunächst eine Feststellung treffen:
Es ist alles seitdem planmäßig verlaufen.

- Adolf Hitler am 03. Oktober 1941 -

Ganz so planmäßig lief der Vormarsch allerdings doch nicht. Es kam in der deutschen Führung zu Meinungsverschiedenheiten ob man den Vormarsch auf Moskau weiterführen sollte. Die Heeresführung versuchte nun Hitler zu überzeugen, dass der Vormarsch auf Moskau fortgesetzt werden sollte.Franz Halder erwähnte auch Hitler gegenüber der könnte Zeitverlust dazu führen das Moskau vor dem Einbruch des Winters nicht mehr erreicht werden könnte. Hitler wollte zuerst Leningrad und die Ukraine, die Krim und das Donezbecken besetzen. Die Heeresgruppe Süd kam nicht so schnell voran wie gewünscht und die erste Einkesselung des Gegners gelang erst bei Uman wo 130.000 Rotarmisten in Gefangenschaft gingen. Die Heeresgruppe Nord konnte zwar den in den Raum zwischen Peipus- und Ladogasee vordringen aber die verlängerte Ostflanke konnte die 16. Armee nicht mehr abdecken und die 18. Armee kämpfte noch in Estland. Die Ist-Stärke der Infanteriedivisionen lag noch bei 80 % und die der schnellen Truppen bei 50 %. Hitler blieb bei seinem Entschluss und verlangte das die 2. Armee und die Panzergruppe 2 nach Süden vorrücken sollten um dort bei der Eroberung Kiew teilzunehmen, während die Panzergruppe 3 sich nach Norden bewegen soll um dort Leningrad zu nehmen. Es dauerte bis zum 12. August um Hitler zu überzeugen, dass der Vormarsch auf Moskau wieder aufgenommen wurde. Hitler legte in seiner Weisung Nr. 34 (12. August 1941) fest :

Das „Staats-, Rüstungs- und Verkehrszentrum“ Moskau noch vor Einbruch des Winters besetzt werden soll.

Am 30. August trafen sich Hitler und der Oberbefehlshaber des Heeres Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch. Bei diesem Treffen einigten sich die beiden, dass man die Offensive auf Moskau wieder fortsetzen wollte. Noch bevor Hitler seine Weisung ausgab wurden die Befehlshaber der betroffenen Armeen darüber informiert. Hitler wollte aber trotz seiner Weisung die Offensiven auf Leningrad und in der Ukraine zuerst beendet wissen. Es sollte bis zum 6. September 1941 dauern bis Adolf Hitler mit seiner Weisung Nr. 35 festlegte:

Die Anfangserfolge gegen die zwischen den inneren Flügeln der Heeresgruppen Süd und Mitte befindlichen Feindkräfte haben […] die Grundlage für eine Entscheidungssuchende Operation gegen die vor der Heeresmitte stehende in Angriffskämpfen festgelegte Heeresgruppe Timoschenko geschaffen. Sie muss in der bis zum Einbruch des Winterwetters verfügbaren befristeten Zeit vernichtend geschlagen werden. Es gilt hierzu, alle Kräfte des Heeres und der Luftwaffe zusammenzufassen, die auf den Flügeln entbehrlich werden und zeitgerecht herangeführt werden können.
... „den im Raum ostwärts Smolensk befindlichen Gegner in doppelter, in allgemeiner Richtung Wjasma angesetzter Umfassung […] zu vernichten. […] Erst dann […] wird die Heeresgruppe Mitte zur Verfolgung Richtung Moskau - rechts angelehnt an die Oka, links angelehnt an die obere Wolga - anzutreten haben.“


Wjasma und Brjansk

Wjasma und Brjansk - Die Vorbereitung der Operation Taifun -

(Angehörige der 7. Infanteriedivision.)
Der Ablauf dieses einmaligen Geschehens ist Ihnen ja im Großen bereits jetzt, soweit er zurückliegt, bekannt:
Drei deutsche Heeresgruppen. Eine, die Aufgabe, die Mitte aufzubrechen und rechts und links zunächst eine Bahn freizumachen.
Die beiden Flankengruppen, die Aufgabe, die eine gegen Leningrad vorzustoßen und die andere die Ukraine zu besetzen.
Im Wesentlichen sind diese ersten Aufgaben gelöst.

- Adolf Hitler am 03. Oktober 1941 -

Hitler forderte Halder auf die Offensive auf Moskau innerhalb von 8 bis 10 Tagen zu Beginnen. Doch Halder entgegnete, dass dies nicht möglich sei. Die Panzergruppe 2 und die 2. Armee waren noch an der Einschließung von Kiew beteiligt und mussten erst wieder zur Heeresgruppe Mitte verlegt werden und auch die Kämpfe von Smolensk forderten ihren Tribut. Die Verlegung der Einheiten von den anderen Heeresgruppen, sowie das Eintreffen der 2. und 5. Panzerdivision aus Deutschland würde ebenfalls noch einige Zeit beanspruchen. Die Verluste an Mensch und Material konnten ebenfalls nicht ausgeglichen werden. Die Panzergruppe 2 hatte während der vergangenen Kämpfe rund 50 % ihrer Panzer eingebüßt, die Panzergruppe 3 verlor etwa 20 bis 30 % ihrer Panzer. Die für die Versorgung und notwendigen Zugmaschinen waren nur noch zu 70 bis 78 % vorhanden. Hitler bewilligte die Zuführung von insgesamt 125 Panzern. Halder wollte neben diesen zugesagten Panzern noch weitere 181 Panzer was ihm aber von Hitler verweigert wurde. Damit die Offensive anlaufen konnte wurden in Gomel, Roslawl, Smolensk und Witebsk Vorratslager angelegt die von 27 täglichen Versorgungszügen aufgefüllt werden sollten. Das schlechte Wetter und die Partisanenaktivitäten ließen die notwendige Zahl von Transportzügen im November auf 20 ( Eisenbahnzüge ) absacken. Am 10. September 1941 ging vom Oberkommando des Heeres (OKH) die Weisung heraus, dass die Operationen gegen Moskau fortgeführt werden sollten. Generalstabschef Franz Halder legte die Weisung Hitlers teilweise nach seinem Ermessen aus. Halder gab den Befehl, dass die Verbände zum gleichen Zeitpunkt nach Moskau vorrücken sollten. Die 2. Armee und die Panzergruppe 2 waren zwar noch in der Gegend um Kiew, sollten aus dem Kampfraum Romny gegen Orjol vorgehen. Jetzt besaß die Heeresgruppe Mitte einen dritten Angriffskeil gegen Osten. In Halders Weisung wurde ebenfalls festgelegt, dass die Heeresgruppe Süd 2 Generalkommandos, 4 Infanteriedivisionen, 2 Panzerdivisionen und 2 motorisierte Infanteriedivisionen abgeben musste. Die Heeresgruppe Nord musste die Panzergruppe 4 (3 Generalkommandos, 5 Panzerdivisionen und 2 motorisierte Infanteriedivisionen) an die Heeresgruppe Mitte abgeben. Hitler wollte die Zange schon bei Wjasma schließen aber Generalfeldmarschall Fedor von Bock, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte wollte die Einschließung des Gegners weiter östlich bei Gschatsk durchführen. Generaloberst Halder war für den Plan von Fedor von Bock und beide trafen sich am 17. September 1941 um den Operationsplan auszuarbeiten. Am 19. September erhielt die Operation den Namen "Taifun". Es wurde festgelegt der Angriffstermin sollte der 30. September sein. Anders als von Hitler gewollt, sollte die Panzergruppe 2 ihren Angriff bereits 2 Tage früher beginnen, während die anderen Verbände ihren Angriff erst am 2. Oktober beginnen sollten. Generaloberst Heinz Guderian hatte sich mit seiner Meinung durchgesetzt, er äußerte, dass in seinem Kampfbereich sehr wenige feste Straßen vorhanden waren und er plante schnell nach Orjol vorstoßen damit er von dort aus die weiter nach Brjansk vorrücken könne. Die Verbände der Heeresgruppe Mitte erhielten ihre Befehle am 26. September. Der Angriffsplan sah vor, dass die 4. Armee mit der ihr unterstellten Panzergruppe 4 in der Nähe der Straße Roslawl-Moskau vorrücken sollten und dann bei einem Durchbruch durch die sowjetischen Linien beiderseits von Wjasma in Richtung der Autobahn Smolensk-Moskau einzuschwenken. Im nördlichen Frontabschnitt sollte die 9. Armee mit der ihr unterstellten Panzergruppe 3 die sowjetischen Linien südlich der Stadt Bely durchbrechen um dann die Straße zwischen Wjasma und Rschew erreichen. Nachdem dies gelungen war sollte nach dem Angriffsplan die 9. Armee westlich von Wjasma vorrücken um die Rote Armee dort festzunageln. Die 2. Armee hatte den Auftrag die Flanke der 9. Armee zu sichern indem sie auf Suchinitschi und Meschtschowsk vorrückte. Der Auftrag der Panzergruppe 2 war es von Süden her die sowjetische Frontlinie zu durchbrechen um dann gemeinsam mit der 2. Armee die Sowjets im Raum Brjansk zu schlagen. Als Angriffszeitpunkt war der 2. Oktober 1941 um 5.30 Uhr vorgesehen.


( Deusche Soldaten in ihren Schützenlöchern)

Die Sowjets waren nicht untätig gewesen, am 12. September 1941 wurde Generaloberst I. S. Konew Kommandant der Westfront. Die Westfront (22., 29., 30., 19., 16. und 20. Armee) sollte das Gebiet vom Seligersee im Norden bis Jelnja im Süden verteidigen. Marschall S. M. Budjonny war mit seiner Reservefront (24., 43., 31., 49., 32. und 33. Armee) an der linken Flanke der Westfront aufgestellt und deckte den Raum entlang der Desna und Wjasma ab. Generaloberst A. I. Jerjomenko stand mit seiner Brjansk Front (50., 3. und 13. Armee) Im Gebiet von Schukowka und Woroschba. Die drei Frontkommandos hatten zu diesem Zeitpunkt rund 40 % des Personals und der Artillerie sowie 35 Prozent der Panzer und Flugzeuge des Gesamtbestandes der Rote Armee zur Verfügung. Auf dem Papier sahen diese Zahlen zwar gut aus doch in der Praxis bedeutete es, das die Frontlinie durchgehend schwer zu halten war. Die Westfront musste eine Frontlinie von 340 km verteidigen und jede Armee hatte nur 5–6 Schützendivisionen und nur eine als in Reserve. Die Schützendivisionen bestanden hauptsächlich nur noch aus unausgebildeten Freiwilligen und es mangelte an Maschinengewehren und anderen Infanteriewaffen. Insgesamt verfügten die 3 Fronten über 800.000 Soldaten - 1.250.000 Soldaten, 6.800 - 10.598 Geschütze, 780 - 990 Panzern und 360 - 930 Flugzeuge. (Die Zahlen beruhen auf heutigen Schätzungen.) Am 14. September 1941 meldete Richard Sorge, der Spion Stalins in Tokio, dass die Japaner die Sowjetunion nicht angreifen werden, wenn Moskau nicht von den Deutschen erobert wird. Des Weiteren übermittelte er, dass die Kwantungarmee um ein dreifaches die Anzahl der Sowjetischen Truppen im fernen Osten übertraf. Generaloberst Konew informierte die STAWKA am 26. September darüber, dass die Deutschen einen Angriff vorbereiten und dass mit dem Angriff am 1. Oktober zu rechnen sei. Konew aber irrte sich mit seiner Annahme, die deutschen würden nur eine begrenzte Offensive starten und so kam von der STAWKA nur der Befehl den Ausbau und die Erweiterung der Verteidigungsstellungen zu beschleunigen. Die Frontverbände wurden in Alarmbereitschaft versetzt und die geschwächten Divisionen sollten abgelöst und als Reserve hinter die Front verlegt werden wo sie gleichzeitig Ersatz erhalten sollten. Generalleutnant K.K. Rokossowski, Befehlshaber der 16. Armee schrieb nach dem Krieg in seinen Memoiren:

"Die Information der Armeeoberbefehlshaber war zu jener Zeit überhaupt schlecht organisiert. Praktisch wussten wir nichts vom Geschehen innerhalb, geschweige denn außerhalb der Front, was unsere Arbeit stark behinderte."

So wurde z.B. die Brjansk Front erst am 28. September vor einem möglichen Angriff gewarnt und Generaloberst Jerjomenko wollte seine Truppen umgruppieren. Der Angriff der Wehrmacht am 30. September sorgte dafür das Jerjomenko dies nicht mehr umsetzen konnte. Ende September traf eine Nachricht aus Tokio in Moskau ein. Richard Sorge hatte erfahren, die Japaner hatten nicht vor die Sowjetunion im Osten anzugreifen. Nun konnte Stalin sich sicher sein das die Sowjetunion keinen Zweifronten Krieg führen musste und die sibirischen Divisionen im Westen des Landes eingesetzt werden konnten; er musste nur durchhalten bis diese Einheiten verlegt waren.
Konew verbot den Einheiten der Westfront jede Form des Rückzuges, jeder Meter Boden sollte verteidigt werden. Bei Wadino nördlich von Dorogobusch wurden seine Reservekräfte gesammelt die unter dem Befehl seines Stellvertreters als operative Reserve zur Verfügung stehen sollte. Stalin wollte trotz der hohen Verluste, dass die Rote Armee sich nicht nur verteidigte. Am 29. September erhielt Generalmajor A.N. Ermakow den Befehl mit seinen Einheiten die Stadt Gluchow zurückzuerobern und Generalmajor P.P. Sobjennikow sollte bei Roslawl angreifen. Die beiden Einheiten stürmten direkt in die Aufmarschgebiete der deutschen Wehrmacht und mussten hohe Verluste hinnehmen. Am 30. September griffen die Deutschen wie geplant zuerst mit der Panzergruppe 2 die von Generaloberst Guderian geführt wurde östlich von Gluchow an. Das XXIV. motorisierte Armeekorps hatte schon am am 1. Oktober 13.00 Uhr den linken Flügel der Gruppe Ermakow durchbrochen und rückte nun nach Sewsk vor. Das XXXXVII. motorisierte Armeekorps kam ebenfalls gut voran und rollte in Richtung Karatschew. In der Nacht zum 2. Oktober befahlen Stalin und Generalstabschef B. M. Schaposchnikow die durchgebrochenen deutschen Einheiten mit Hilfe der 13. Armee (Generalmajor Gorodnjanskij) und der Gruppe Ermakow abzuschneiden. Die eingeleitete Gegenoffensive der beiden Verbände konnte nur den Vormarsch des XXXXVIII. Armeekorps verlangsamen aber der Einsatz der 9. Panzerdivision vereitelte diesen Plan endgültig.

 


Operation Taifun

Wjasma und Brjansk - Die Operation Taifun -

( Deusche Soldaten beim Angriff)
Es wurde mir dieses Mal das Herkommen besonders schwer, weil in diesen Stunden, da ich hier sein kann,
an unserer Ostfront sich wieder im Vollzug eingeleiteter Operationen ein neues gewaltiges Ereignis vollzieht.
Seit 48 Stunden ist abermals eine Operation von gigantischem Ausmaß im Gange.
Sie wird mithelfen, den Gegner des Ostens zu zerschmettern.

- Adolf Hitler am 03. Oktober 1941 -

Am 2. Oktober begann die Heeresgruppe Mitte (Generalfeldmarschall Fedor von Bock) mit ihren Panzergruppen 3 und 4 sowie der 4. und 9. Armee den Angriff. Das erste Etappenziel waren die Städte Wjasma und Brjansk. Die Panzergruppe 4 (Generaloberst Erich Hoepner) überwand um 5.30 Uhr die sowjetischen Verteidigungsstellungen der 43. Armee (Generalmajor P.P. Sobjennikow) an der Desna. Die 2. Armee ( Generaloberst Maximilian von Weichs ) griff am rechten Flügel der Brjansk Front an und die Sowjets versuchten hartnäckig ihre Stellungen dort zu behaupten. Die 3. Armee (Generalmajor J.G. Kreiser) und die 50. Armee (Generalmajor M.P. Petrow ) verteidigten sich zwar tapfer doch mit dem Durchbruch der Panzergruppe 4 hatte die 2. Armee nun die Möglichkeit durch die entstandene Lücke die sowjetischen Stellungen zu umgehen. Die 2. Panzerarmee traf auf weniger Widerstand und konnte bereits am 3. Oktober das 100 Kilometer östlich von Brjansk liegende Orel erreichen. Die 2. Panzerarmee verlegte ihre Angriffsspitze nun nach Norden und die Panzerspitzen der 2. Armee rückten von Nordosten kommend nach Süden vor um damit Brjansk vom rückwärtigen Gebiet abzuschneiden. Die Angriffsspitzen der 4. Panzerdivision nahmen die strategisch wichtige Stadt Orjol. Der Stadtkommandant Generalleutnant. A. A. Tjurin hatte buchstäblich vergessen die Stadt mit Truppen zu besetzen und so konnte die Wehrmacht diese Widerstandslos einnehmen. Fedor von Bock hatte nach der der Besetzung von Orjol den Befehl erhalten "Sich in den Besitz von Mzensk […] zu setzen und nach Möglichkeit in Richtung Tula vorzugehen." Die STAWKA hatte ebenfalls die Bedeutung von Mzensk erkannt und mit Lufttransporten 5.500 Soldaten verlegt. Weitere Reserven wurden eiligst nach Mzensk verlegt so die 5. und 6. Garde-Schützendivision, die 4. und 11. Panzerbrigade, das 5. Luftlandekorps, das 36. Kradschützen-Regiment und ein Arbeiterregiment aus Tula trafen ein und wurden im 1. Gardeschützenkorps ( Generalleutnant D.D. Leljuschenko ) zusammengefasst. Die Panzergruppe 3 ( Generaloberst Hermann Hoth ) konnte die sowjetischen Verteidigungsstellungen zwischen der 19. Armee (Generalleutnant Lukin) und 30. Armee (Generalmajor Chomenko) zwar durchbrechen und es gelang ihr einen Brückenkopf über den Dnjepr zu errichten, aber Generaloberst Konew setzte 3 Panzerbrigaden und eine 1 Schützendivision ein um diesen Durchbruch abzuriegeln. Am 3. Oktober hörten die Deutschen Hitlers siegessichere Rede im Sportpalast, anlässlich der Eröffnung des Kriegswinterhilfswerkes 1941/42 in Berlin. Der am 3. Oktober begonnene Angriff der Panzergruppe 3 auf Cholm-Schirkowski traf ebenfalls auf einen zähen Widerstand der Sowjets. Mehrere Male wurde die Stadt von den Deutschen und Russen erobert und wieder verloren, doch am Ende mussten sich Boldins Einheiten zurückziehen. Die Panzergruppe 3 konnte erstmals nicht nachsetzen weil der Treibstoff langsam zur Neige ging. Am 4. Oktober gelang dem XXXX. motorisierten Armeekorps der weitere Vorstoß ins Hinterland und gemeinsam mit der 10. Panzerdivision konnte man Kirow und Mossalsk einnehmen. Das XXXXVI. motorisierte Armeekorps nahm am selben Tag Spas-Demensk und schwenkte auf Befehl von Generalfeldmarschall Günther von Kluge nach Norden um dort später den Südteil des geplanten Kessels zu errichten. Die Sicherung nach Osten übernahm das LVI. motorisierte Armeekorps. Die Gegenangriffe der Roten Armee waren alle gescheitert und so sah Generaloberst Konew am 4. Oktober keine andere Möglichkeit als die Zurücknahme seiner Front in die Linie Gschatsk-Wjasma. Die STAWKA zögerte zunächst und erst am Nachmittag des 5. Oktober erlaubte sie Konew sich zur Rschew-Wjasma Linie zurück zu ziehen und die 31. und 32. Armee der Reservefront wurde der Westfront unterstellt. Diese beiden Einheiten waren aber schon durch den schnellen Vormarsch der Wehrmacht ebenfalls in in Gefechte verwickelt und nicht in der Lage die Westfront zu verstärken. Die Reservefront hatte ebenfalls den Rückzugbefehl erhalten aber dieser kam nur langsam und ungeordnet in Gang. Die Gruppe Boldin und die 31. Armee sollten nun diesen Rückzug absichern. Die 22. und 29. Armee wichen nach Rschew und Stariza zurück und die 49. und 43. Armee zogen sich nach Kaluga und Medyn zurück. Am 5. Oktober war die Gruppe Boldin und die 31. Armee vom Rest der Front abgeschnitten und Generalmajor Wischnewski musste nun mit seiner 32. Armee den Rückzug absichern. Die STAWKA war "blind" was sich an der Westfront abspielte da keine Meldungen eintrafen. Die Flieger des 120. Jagdfliegerregiments meldeten das Vorrücken motorisierter Kolonnen auf Juchnow doch keiner in der STAWKA glaubte diesen Meldungen. Lawrenti Beria, Chef des NKWD sorgte dafür, dass Oberst Sbytow ( Chef der Moskauer Fliegerkräfte ) wegen "Verbreitung von Panikmache" angeklagt wurde; am 5. Oktober fiel die Stadt Juchnow in die Hände der Wehrmacht. Der Panzergruppe 4 gelang ein weiterer Einbruch in die Frontlinie der Reservefront des Marschalls Budjonny. Dieser musste schon frühzeitig seine Reserven einsetzen und er meldete ebenfalls am 5. Oktober an die STAWKA :

"Die Lage am linken Flügel der Reservefront ist außerordentlich ernst. Für die Abriegelung des […] entstandenen Einbruchs sind keine Kräfte vorhanden. […] Die Kräfte der Front reichen nicht aus, um den Angriff des Gegners […] aufzuhalten."


(Die Propagandamaschine ist Siegesgewiss)


Die Brjansk Front meldete ebenfalls, dass sie nach Osten zurückweichen muss. Generalleutnant Jerjomenko hatte die Gefahr erkannt und er bat Generalstabschef Schaposchnikow um die Genehmigung, für einen Rückzug wenn der Fall eintrat, dass die Front nicht mehr zu halten war. Sein Antrag wurde abgelehnt und man wies Jerjomenko an, keinen Meter kampflos preiszugeben. Am 6. Oktober sorgte der Vorstoß des XXXXVII. motorisierten Armeekorps mit der Einnahme der Desna-Brücken dafür, dass die Brjansker Front von allen Nachschubverbindungen abgeschnitten wurde. Die Staatliche Verteidigungskommission (GKO) traf zu einer Krisensitzung sich am selben Tag. Jetzt hielt man es für möglich, das durch die Zerschlagung von drei Fronten eine Bedrohung für Moskau entstehen ließ. Das GKO verfügte, dass die bisher entstandenen Verteidigungsstellungen bei Moschaisk ausgebaut werden sollte. Dafür wurden zunächst 4 Schützendivisionen der Westfront abgezogen und dort die Verteidigung zu organisieren. Auch die Reserven die man durch den Abzug von Einheiten aus entlegenen Außenposten gewann wurden in die neue Verteidigungsstellung verlegt. Generalleutnant Jerjomenko der am 6. Oktober immer noch auf eine Rückzuggenehmigung wartete erlebte eine böse Überraschung, gegen Mittag erschienen in der Nähe seines Gefechtsstandes deutsche Panzer. Er konnte sich noch rechtzeitig mit 3 Panzern und einigen Infanteristen in Sicherheit bringen. Die STAWKA war nicht mehr in der Lage den Befehl zum Rückzug übermitteln und ging davon aus das Jerjomenko gefallen war. Aufgrund dieser Annahme wurde Generalmajor M.P. Petrow Befehlshaber der Front. Auch auf der deutschen Seite lief nicht immer alles reibungslos, die 4. Panzerdivision geriet in der Nähe von Mzensk in einen Hinterhalt der 4. Panzerbrigade (Oberst Michail Katukow), die mit dem neuen T-34 Panzer ausgerüstet war. In der Nacht zum 6./7. Oktober fiel zum ersten Mal im Operationsbereich der 2. Panzerarmee der erste Schnee der später in Regen überging. Am 7. Oktober war die Einkreisungsoperation bei Wjasma abgeschlossen und schon um 10.30 Uhr befand sich das XXXX. motorisierte Armeekorps in der Stadt ( Panzergruppe 4 ) und auch das LVII. motorisierte Armeekorps traf im Laufe des Tages ein. Fedor von Bock befahl sofort die Auflösung des Kessels und die 2. Panzerarmee sollte dies erledigen, während die 2. Armee den im Norden stehenden Gegner vernichten sollte. Die weiteren Planungen sahen vor das die Panzergruppen 3 und 4 durch die Infanterie der 4. und 9. Armee abgelöst werden sollten damit diese dann an dem weiteren Vorstoß auf Moskau teilnehmen konnten. Der hartnäckige Widerstand der Roten Armee verlangsamte den Vormarsch. Auf der deutschen Seite hielt man den Ostfeldzug militärisch für entschieden. Im Oberkommando der Heeres (OKH) vertrat man die Ansicht, dass der Gegner so stark geschwächt war und es völlig ausreichte diesen nur mit einem Teil der Kräfte in Richtung Moskau zu verfolgen. Hitler wollte die Eroberung von Kursk durch die 2. Panzerarmee und die Panzergruppe 3 und Teile der 9. Armee sollten nach Norden gehen um dort mit der Heeresgruppe Nord die Rote Armee im Raum Ostaschkow zu zerschlagen. Generalfeldmarschall Fedor von Bock verweigerte seine Zustimmung da sie eine Zersplitterung seiner Kräfte bedeutete. Hitler hatte sich entschieden und seine Entscheidung wollte er durchsetzen. Der Führerbefehl verlangte das Abdrehen der Panzergruppe 3 nachdem die Kesselschlachten beendet waren. In London und Washington war man ebenfalls der Meinung gewesen, dass die Russen durch ihre bisher erlittenen Verluste wohl am Ende wären. Am 9. Oktober gelang es der 167. Infanteriedivision. (2. Armee) das Zusammentreffen mit der 17. Panzerdivision bei Brjansk, dadurch wurde die südwestlich um Trubtschewsk stehende sowjetische 3. und 13. Armee eingeschlossen. Das GKO traf sich erneut um das entstandene durcheinander in der militärischen Führung zu beseitigen. Die bei Moschaisk zusammengerafften Truppen wurden in einer neuen Front zusammengefasst und Generalleutnant P.A. Artemjew (Chef des Moskauer Verteidigungsbezirkes) wurde der Befehlshaber. Eine Kommission des GKO (Teilnehmer: Molotow, Mikojan, Malenkow, Woroschilow und Wassilewski) besuchte die neu geschaffene Front und sie wurden dort tätig. Stalin höchstpersönlich entschied das der bisherige Befehlshaber der Leningrader Front, Armeegeneral G.K. Schukow nach Moskau versetzt wurde. Shukow sollt die bedrängten Frontbereiche inspizieren und dann seine Eindrücke Stalin berichten. Alle Beobachter fanden egal wo sie waren ein heilloses Chaos vor, im Stab der Reservefront wusste keiner wo sich der Befehlshaber befand. In Medyn einem Tor nach Moskau befanden sich nur 3 Soldaten. Zwischen den drei bedrängten Fronten gab es keine Verbindung untereinander. Nach diesen Erkenntnissen handelte die STAWKA und so wurde am 9. Oktober Armeegeneral Schukow die Führung der Westfront übertragen.
Im Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte stellte man fest:
"Ein Bewegen der Panzereinheiten abseits der Hauptstraßen ist wegen grundloser und schlechter Wege infolge des schlechten Wetters z.Zt. nicht möglich. Hierdurch auch Betriebsstoffschwierigkeiten."

Am 10. Oktober wurde bei Moschaisk eine neue Verteilungslinie errichtet. Es gelang bis Mitte Oktober dort 11 Schützendivisionen, 16 Panzerbrigaden, 40 Artillerie-Regimenter mit einer Gesamtstärke von ca. 90.000 Mann dort in Stellung zu bringen. Allerdings bestanden diese Einheiten kaum noch aus kampferprobten Soldaten. Die einzigen noch gut ausgebildeten Verbände waren die Verstärkungen von anderen Frontabschnitten sowie die ersten sibirischen Schützendivisionen die man in der Nähe von Moskau sammelte. Immerhin reichten diese Verstärkungen aus um 2 neue Armeen aufzustellen. Im Gebiet um Wolokolamsk wurde die 16. Armee (Generalleutnant Rokossowski) neu aufgestellt und im Gebiet bei Moschaisk bildete man die 5. Armee (Generalmajor L.D. Leljuschenko). Die eingekesselten Verbände der Roten Armee versuchten immer wieder zur Frontlinie durchzubrechen. Besonders in den ersten Tagen richteten sich die Ausbruchsversuche gegen die beiden vor Wjasma stehenden motorisierten XXXX. und XXXXVI. Armeekorps. Die Angriffe scheiterten und Generalleutnant Lukin verlegte seine Einheiten in den Süden des Kessels. Er hoffte hier erfolgreich ausbrechen zu können da das Gelände dort gute Möglichkeiten bot. In der Nacht vom 10./11. Oktober begann der Angriff gegen die sich dort befindende 11. Panzerdivision und es gelang 2 Divisionen der Ausbruch aus dem Kessel. Die deutschen Verbände die weiter nach Moskau vorstoßen sollten, konnten am 11. Oktober Medyn einnehmen und am 12. Oktober fiel Kaluga. Am selben Tag gelang es einen weiteren Kessel in der Nähe von Bujanowitschi um die sowjetische 50. Armee zu schließen. Der Einschließungsring wurde aber nur von wenigen Einheiten gehalten da die 2. Panzer- und auch die 2. Armee vom OKH und der Heeresgruppe Mitte den Befehl erhalten hatten, nach Osten in Richtung Moskau vorzugehen. Der Befehlshaber der Westfront Armeegeneral G.K. Schukow Befahl allen eingeschlossenen Einheiten den Ausbruch aus den Kesseln, aber schon am selben Tag mussten diese ersten Versuche aufgegeben werden, nur kleine Gruppen gelang es sich durchzuschlagen. Die Ausbruchsversuche der Brjansk Front sorgten dafür, das große Teile der Wehrmacht gebunden waren und sich nicht an der Verfolgung des sich zurückziehenden Gegners beteiligen könnten.

Das Wetter spielte ebenfalls ein Rolle, die einsetzende Schlammperiode sorgte dafür das die 2. Panzerarmee kaum noch vorwärts kam, sie meldete am 12. Oktober, "dass ihre motorisierten Verbände nur noch 1 km in der Stunde vorankämen." Ab dem 13. Oktober sorgte das die Regen und Schlammperiode (russ. Rasputiza), das die notwendige Versorgung vor allem mit Brennstoff und Munition nicht mehr sichergestellt werden konnte.
Der Wetterumschwung war zwar für die Sowjets ein Vorteil doch Schukow wusste das seine Truppen geschwächt waren und er die Front um jeden Preis halten muss. Er forderte in seinem Befehl Nr. 0345 vom 13. Oktober 1941 von seinen Soldaten und drohte darin:

"Feiglinge und Panikmacher, die das Schlachtfeld verlassen, die ohne Genehmigung die eingenommenen Stellungen im Stich lassen, die ihre Waffen und Geräte wegwerfen, sind auf der Stelle zu erschießen."

Schukow, dem klar war das die Deutschen nur noch die wenigen festen Straßen nach Moskau benutzen würden und so warf er alle verfügbaren Verbände nach Wolokolamsk, Istra, Moschaisk, Malojaroslawez, Podolsk und Kaluga um diese Straßen abzuriegeln. Die Reste der Brjansk Front, verteidigten die Straße Orjol-Tula. Der Schlamm behinderte auch den Nachschub der Roten Armee und so befahl der Befehlshaber der Rückwärtigen Dienste der Roten Armee, General A.W. Chrulew den Nachschub durch Panjewagen aufrecht zu erhalten. Am 14. Oktober versuchten die sowjetischen Armeen erneut einen Ausbruch, an der Nawlja gelang der 3. Armee und bei Chomutowka der 13. Armee der Ausbruch.


(Eine zerstörte Nachschubkolonne vor Moskau)

Der Wehrmachtsbericht vom 13. Oktober meldete: "Die Vernichtung der bei Wjasma eingeschlossenen Kräfte steht vor dem Abschluss." Der Vorsitzende des Moskauer Stadtkomitees, A.S. Schtscherbakow erklärte zum ersten Mal öffentlich, dass Moskau nun bedroht sei. Sofort wurden mehrere Tausend Moskauer verpflichtet und mussten die Verteidigungsanlagen um die Stadt ausbauen. Die Panzergruppe 4 meldete am selben Tag, dass sie in ihrem Frontabschnitt 140.000 Gefangene eingebracht sowie 154 Panzer und 933 Geschütze, erbeutet oder zerstört werden konnten. Der Vormarsch auf Moskau ging zwar langsam aber stetig voran, Kalinin konnte zwar noch eingenommen werden doch der Widerstand der Sowjets verhärtete sich und die eingeschlossen russischen Verbände banden weiterhin einen Großteil der Heeresgruppe Mitte. Die Lage am 15. Oktober überdeckte die Schwierigkeiten in der sich die Heeresgruppe Mitte befand. Es konnte zwar die Stadt Stadt Rshew eingenommen werden, aber die Panzerverbände hatten hohe Verluste. Die 6. Panzerdivision konnte nur noch 60 Panzer in die Kämpfe werfen und die 20. Panzerdivision verlor 43 ihrer 283 Panzer. Gerade noch 38 Panzer hatte die 4. Panzerdivision die sich mit dem 1. Gardeschützenkorps vor Mzensk im Kampf befand. Die 9. Armee und Panzergruppe 3 benötigten für ihren Vormarsch dringend die "Autobahn Wjasma-Moskau". Diese Straßenverbindung war aber durch Sprengungen, Bombenschäden und der starken Beanspruchung schwer beschädigt worden. Immerhin gelang es noch Tarussa einzunehmen und die Stadt Malojaroslawez zu umgehen. Die sowjetische 110. Schützendivision und 151. motorisierte Schützenbrigade verteidigten sich bis zum 16. Oktober erbittert gegen das LVII. motorisierte Armeekorps und vernichteten dabei ca. 20 Panzer bevor sie sich nach Naro-Fominsk zurückziehen mussten. Am selben Tag entschloss sich Stalin Moskau evakuieren zu lassen. Die Organisationen der Regierung, der Partei und des Militärs begannen mit der Verlegung nach Kuibyschew. Stalin entschied sich in Moskau zu bleiben aber die Industriebetriebe sollten ebenfalls evakuiert werden. Seit dem Beginn der Operation Taifun hatte die Heeresgruppe Mitte bis zum 17. Oktober 47.430 Soldaten und 1.791 Offiziere verloren. Im Raum Kalinin wurde die neue Kalinin Front gebildet (22., 29. und 30. Armee) die unter das Kommando von Generaloberst Konew unterstellt wurde. Das bei Mzensk stehende 1. Gardeschützenkorps hielt die neue Verteidigungslinie mit der neu aufgestellten 26. Armee unter General A.W. Kurkin. Die Naro-Fominsk Verteidigungsstellung hielt die 33. Armee (Generalleutnant M.G. Jefremow) und Teile der 43. Armee (General Golubew) standen bei Malojaroslawez und bei Kaluga hielten Teilkräfte 49. Armee (General I.G. Sacharkin) die Verteidigung Moskaus aufrecht. Hinzu kamen noch die Reste 3., 13. und 50. Armee (Generalmajor Ermakow) von der Brjansk Front die aus dem Kessel ausbrechen konnten. Die 43. Armee konnte ihre Stellungen nicht lange behaupten und musste sich hinter die Nara zurückziehen und nach sechstägigem Kampf eroberte die Wehrmacht Moschaisk. Die Wehrmacht hatte nun durch die Schlammperiode verstärkte Nachschubprobleme, im Hauptquartier der 2. Armee am 18. Oktober kam man zu der Feststellung das dieser Zustand so lange andauern würde "solange nicht die Versorgung neu aufgebaut würde." Die 4. Armee konnte nicht weiter Vorrücken und wurde ständig von Gegenangriffen in Bedrängnis gebracht. Am 19. Oktober ging auch die Panzergruppe 3 in die Verteidigung über weil die Kalinin Front eine Gegenoffensive startete. Die Luftflotte 2 konnte wegen des schlechten Wetters immer seltener die Heeresgruppe Mitte zu unterstützen. Am 20. Oktober wurden die Angriffe vorerst eingestellt. Generalfeldmarschall Fedor von Bock schrieb m 25. Oktober in sein Tagebuch:

"Auswirkungen der Herbstregen vor Moskau

„Das Auseinanderreißen der Heeresgruppe in Verbindung mit dem fürchterlichen Wetter hat dahin geführt, dass wir festsitzen. Dadurch gewinnt der Russe Zeit, seine zerschlagenen Divisionen aufzufüllen und die Verteidigung zu stärken […] Das ist sehr schlimm.“

Generalfeldmarschall von Bock"


Nachbetrachtung

Der weitere Verlauf nach der Schlacht und Nachbetrachtung

(Russische Kriegsgefangene)
Seitdem nun findet ein Kampf statt zwischen der Wahrheit und der Lüge.
Und wie immer, wird dieser Kampf für die Wahrheit am Ende siegreich ausgehen.

- Adolf Hitler am 03. Oktober 1941 -

Die Quellen geben geben jeweils ein unterschiedliches Datum der Beendigung der Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk an. Einige erwähnen den 15., 17. oder den 20. Oktober 1941. Heinz Guderian irrte sich als er damals bekannt gab, dass die 50. Armee schon am 17. Oktober kapituliert hatte und die Bereinigung der Kessel bis zum 20. Oktober beendet sei. Er erwähnte mit keinem Wort das die 3., 13. und 50. Armee der Brjansk Front zu den neuen Verteidigungslinien durchbrechen konnten. Den letzten noch im Kessel verbliebenen sowjetischen Gruppen gelang es noch sich am 22./23 Oktober sich abzusetzen. Der Wehrmachtsbericht verkündete offiziell das Ende der Gefechte am 23. Oktober. Die Rote Armee erlitt während der drei Wochen andauernden Kampfhandlungen eine weitere schwere Niederlage und die Verluste waren wieder einmal sehr hoch. Etwa 67 sowjetische Schützen-, 6 Kavallerie- und 7 Panzerdivisionen mit 1.242 Panzern und 5.412 Geschützen hatte die Rote Armee verloren und ca. 670.000 Rotarmisten gingen in Gefangenschaft. Generalmajor Petrow war währen der Kämpfe gefallen und Generalleutnant Jerjomenko wurde während der Kämpfe verwundetet aus dem Kessel ausgeflogen. Auch wenn die deutsche Propaganda Optimismus verbreitete, so gelangen wetterbedingt nur Geländegewinne beim Marsch auf Moskau im Bereich der angeschlagenen Brjansk Front. Am 24 Oktober gab die STAWKA den Befehl heraus das sich die Brjansk Front auf die Verteidigungslinie Dubna-Plawsk-Werchowje-Liwny-Kastornoje zurückziehen sollte. Am 26. Oktober begann die Absetzbewegung und am 30. Oktober 1941 war diese abgeschlossen. Die 2. Panzerarmee versuchte zwar noch die Stadt Tula einzunehmen doch sie scheitere am erbitterten Widerstand 50. Armee. Da die Lage sich nicht verbesserte gab Generalfeldmarschall Fedor von Bock am 1. November den Befehl heraus:

"dass vorläufig im großen nicht weiter vorgegangen wird, dass aber alles für den Angriff vorbereitet wird und Versorgungsschwierigkeiten so schnell als möglich behoben werden, damit bei Einsetzen guter Witterung (Frost) sofort angetreten werden kann."
Die Operation Taifun war damit zu Ende. Zwei Wochen dauerte der Stillstand an der Front und die Sowjets sowie die Wehrmacht benutzten diese Verschnaufpause um ihre geschwächten Einheiten wieder aufzufüllen. Die meisten Frontkommandeure sprachen sich dafür aus das man eine Verteidigungsstellung errichten sollte um dort zu Überwintern. Im OKH wollte man dagegen mit einer letzten Kraftanstrengung das Ziel Moskau noch erreichen. Nachdem der schlammige Boden durch den Frost wieder fest wurde und so den Panzern und motorisierten Verbänden wieder ein besseres Vorgehen in Aussicht stellte entschied man den Angriff auf Moskau am 13. November fortzusetzen. Am 17. November 1941 begann einen weiteren der Angriff auf Moskau.

 

(Nicht nur der Gegner sorgte für Verluste)


Rückblickend betrachtet war die Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk eine der größten Niederlagen der Sowjetunion während des 2. Weltkrieges. Die Sowjetische Geschichtsschreibung fasst diese Schlacht mit dem Kampf um Moskau zusammen. Die offizielle sowjetische Geschichtsschreibung behauptete später, dass die STAWKA oder das Staatliche Verteidigungskomitee viel zu spät von den deutschen Angriffsplänen informiert wurde. Der Historiker Joachim Hoffmann bemerkte 1983:

"Die Fehler und Unterlassungen der sowjetischen Führung sind auf jeden Fall ein wesentlicher Grund dafür, warum die Heeresgruppe Mitte die Verteidigung an den entscheidenden Punkten relativ rasch zu durchbrechen vermochte"

In den ersten sowjetischen Veröffentlichungen nach dem Ende des Krieges verschwieg die Vernichtung eines großen Teiles der Roten Armee. Aber auch hier wurde später die Schlacht von Wjasma und Brjansk erwähnt und mit dem Heldenmythos versehen. Die offiziellen Darstellungen, sowie die Memoiren Schukows und Wassilewskis beschrieben die Schlacht und den Opfergang von fünf eingekesselten Armeen als notwendiges Opfer für die Rettung Moskaus. Kein Wort fiel darüber, dass die Wehrmacht mit ihrer Hauptstreitmacht nach Norden gegen Kalinin vorging und nicht nach Moskau vorstieß. Auch auf der deutschen Seite konnte man Kritik an Hitler lesen. In vielen Memoiren die nach dem Krieg erschienen war dort zu lesen, dass die Entscheidung Hitlers und des OKH, die Panzergruppe 3 und große Teile der 9. Armee nach Kalinin zu schicken ein großer Fehler war. Die Schlammperiode und später der beim Angriff auf Moskau einbrechende Winter wurde oft als Grund für das Scheitern der Operation Taifun, die Eroberung Moskaus angesehen. Keine Verantwortlicher in der deutschen Führung hatte während der Offensive die Fachleute von der meteorologischen Abteilung in die Planungen mit einbezogen. Der Witterungsumschwung wurde auch nur zu gerne erwähnt um von in den Planungen gemachten Fehlern abzulenken. Heute wird auch davon geschrieben das im Oktober die Niederschläge sogar unter den Durchschnittswerten lag und die Schlammperiode im Jahr 1941 durch den früh einsetzenden Frost sogar verkürzt wurde. Wie auch immer, fest steht das Ziel der Operation Taifun, Moskau, konnte nicht erreicht werden und das Fehlen von Winterkleidung sorgte bei der Wehrmacht im Winter 1941/42 für die hohe Zahl von erfrorenen Soldaten. Hitler der am 3. Oktober seine Rede zur Eröffnung des Winterhilfswerkes redete dachte wohl in diesem Moment in seinem Siegesrausch nicht einmal daran, dass seine Soldaten bald massenhaft auch dem Kältetod starben während sie die Sowjetische Winteroffensive abwehren mussten.

Quellen

Buch: H. Günther Dahms, Der 2. Weltkrieg in Text und Bild, F.A. Verlagsbuchhandlung München - Berlin, ISBN 3-7766-1597-4


I- Net

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http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte ... _Waffen-SS

 

Autor: Hasso von Manteuffel