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Das Thema

 

Afrikafeldzug


13.9.1940 bis 13.5.1943

Militärischen Operationen der Achsenmächte gegen die Alliierten in Libyen, Ägypten und Tunesien


Italien

 

 

Als Italien am 10.6.1940 an der Seite des deutschen Reiches in den Krieg eintrat, stand in der italienischen Kolonie Libyen eine italienische Heeresgruppe bestehend aus der 5. und 10. Armee. Die Artillerie war veraltet, die Panzerabwehrmittel waren dürftig. Dennoch hoffte Mussolini, gegen die um ein Vielfaches schwächeren englischen Streitkräfte in Ägypten zu raschen Erfolgen zu kommen und begann seinen "Parallelkrieg" in Nordafrika.

Am 13. September 1940 starteten die italienischen Streitkräfte ihre Offensive in Libyen gegen die englischen Truppen, die dort standen. Die schwachen englischen Grenzsicherungen wurden von sechs italienischen Divisionen und acht Panzer-Bataillonen überrollt. Dieser Vorstoß gelang nur bis Sidi Barani. Hier blieben die Divisionen stehen, um den Nachschub nachkommen zu lassen. Drei Tage hatten die italienischen Truppen gekämpft und 80 Km Geländegewinn verzeichnet, doch danach ging es keinen Schritt mehr weiter. Das Gegenteil war der Fall und die Engländer gingen ihrerseits zur Gegenoffensive über. Schnell wurden die italienischen Stellungen in Verlegenheit gebracht und sie mussten weichen. Ende Dezember musste Mussolini aufgrund der katastrophalen militärischen Entwicklung Italiens Adolf Hitler um Hilfe bitten. Italien begab sich, durch ein erneutes Scheitern seiner militärischen Ziele weiter in die Abhängigkeit des deutschen Reiches.

Nach den recht peinlichen Niederlagen in Griechenland und den allgemein eher schwachen Entscheidungen der Führung der italienischen Militärs, reihte sich dieses Scheitern in Afrika nun in die alles andere, als gelungen zu bezeichnende Kriegsführung ein. Am 20. Januar 1941 eroberten die Engländer sogar die extrem wichtige Festung Tobruk und somit war Libyen in Gefahr. Nach nur drei Tagen fiel diese wichtige Stellung und 30.000 Italiener marschierten in Gefangenschaft. Hitler konnte und wollte nicht hinnehmen, dass Afrika an die Alliierten fällt und somit befahl er das „Unternehmen Sonnenblume“, so hieß der Feldzug in Afrika. Rasch wurden Verbände zur Unterstützung des italienischen Bündnispartners aufgestellt und ein Vorauskommando nach Afrika geschickt. Später wurde aus dem Vorauskommando das Deutsche Afrikakorps, kurz DAK. Aus der anfänglichen Unterstützung der Italiener wurde für die Deutschen ein weiterer Kriegsschauplatz.


Afrikafront

 


Bei Freund und Feind eine Legende: schon bald wird Erwin Rommel den Beinamen "Der Wüstenfuchs" erhalten

Der erste Kommandeur war Generalmajor Erwin Rommel, der spätere Generalfeldmarschall, dessen zukünftiger Spitzname „Wüstenfuchs“ zur Legende wurde. Er alleine vermochte es, mit seinem Wirken, Charisma, seiner Truppenführung und seinem Vorgehen, Freund und Feind zu beeindrucken. Deswegen zählt er heute zu den besten Generalen der Geschichte und ist auch bei seinen ehemaligen Feinden hoch geachtet und sein Name wird respektiert. Im Laufe des Feldzuges entstand der Eindruck bei den Engländern, dass er alleine schon eine Division an Kampfstärke ausmachen würde und bei jedem neuen Kräftemessen gegen Rommel schwand die Hoffnung, als Sieger das Feld zu verlassen.

Ende Januar '41 wurde das X. Fliegerkorps nach Sizilien verlegt, um die italienischen Truppen gegen die Royal Air Force zu schützen. Die RAF hatte die Luftüberlegenheit in Afrika leicht an sich reißen können und verunsicherte damit alle Nachschubbemühungen, sowie alle Truppenbewegungen. Gerade an diesem Kriegsschauplatz war die Luftüberlegenheit von hoher Bedeutung. Da man die Staubwolken eines sich bewegenden Heeres bereits aus sehr großer Entfernung sehen konnte, war ein Angriff aus der Luft immer zu befürchten. Am 06. Februar erhielt Rommel den Auftrag, Mitte Februar nach Tripolis zu fahren, um ein deutsches Expeditionskorps zu übernehmen.

Doch zunächst erhielt er den Auftrag, die 5. leichte Division und den Sperrverband zu übernehmen. Zwei Tage später erhielt Generalmajor Streich den Befehl, den nordafrikanischen Kriegsschauplatz zu übernehmen. Das Ziel war die Bildung eines Sperrriegels gegen die englischen Truppen im Süden von Sirte, um auf das Eintreffen der 15. Panzerdivision zu warten. Am 12. Februar war Rommel in Tripolis und begab sich mit den ersten eingetroffenen Teilen seiner Division, der Aufklärungs- und Panzerjägerabteilung zur Font. Er machte sich ein Bild von der Lage und war verwundert, dass es sich die Italiener bequem machten und in die Casinos gingen, statt eine Stellung gegen die Luftangriffe oder Artillerieschläge zu errichten. Gariboldis Plan, Tripolis als Verteidigungsstellung aufzubauen, funktionierte nicht. Deshalb schlug Rommel vor, die italienischen Divisionen "Pavia" und "Brescia" und die Panzerdivision "Ariete" an die Front zu verlegen. Auch die deutschen Truppen sollten zur Front. Rommels Ziel war Agedabia, weil die dortigen Süßwasserquellen für den Kampf in der Wüste entscheidend waren.

Entgegen Hitlers Abwartekonzept unternahm Rommel am 22. März 1941 bei El Agheila einen Aufklärungsvorstoß, aus dem sich eine stürmische Gegenoffensive entfaltete. Sein schnelles Vorstoßen führte zu sehr schnellen Erfolgen. Am 4. April führte dies zur Einnahme von Benghasi und am 8. April von Derna.

 


Tobruk

Der Kampf um Tobruk, auch bekannt als das "Verdun in der Wüste":
Die Stellungen wurden von Australiern verteidigt, die im April zwei Eroberungsversuche des deutschen Afrikakorps abwehrten. Ergebnis dieser deutschen Bemühungen waren schwere Verluste und der erste Makel auf Rommels bis dahin weißer Weste. Trotzdem verlor er die Eroberung dieser Festung nie aus den Augen, denn er wusste um dessen Bedeutung. Im weiteren Verlauf des Jahres 1941 kamen noch polnische Verbände zur Verteidigung von Tobruk hinzu. Tief gestaffelte Verteidigungsstellungen aus Panzergräben, Bunkern, MG- und PAK-Nestern machten ein Vordringen in den Ort nahezu unmöglich.
Bis Ende 1941 wurde der Ort belagert und von der deutschen Luftwaffe massiv bombardiert. Nachdem Tobruk sturmreif gebombt war, konnte das DAK diese Stellung endlich erobern.


Soldaten des Afrikakorps mit Beute-LKW

Angriffe der Briten im Mai und Juni 1941 mit der Bezeichnung „Operation-Battleaxe" scheiterten an den deutschen Verteidigungstruppen. Bis zur „Operation Crusader“ war Tobruk in den Händen der Achsenmächte. In dieser Operation gelang es den verbündeten Truppen unter englischer Führung allerdings, die Truppen des DAK aus ihren Stellungen zu vertreiben und den Union Jack wieder auf der Festung Tobruk zu hissen. Am 23. Dezember 1941 gab Rommel Benghasi auf und stand Anfang des Jahres 1942 wieder in seiner Ausgangsstellung vom März 1941. Auch wenn es sich hier um einen Rückzug der Truppen Rommels handelte, so ist doch klar zu erkennen, dass er kein Befürworter der starren Haltetaktik seines Oberbefehlshabers Adolf Hitler war. Rommel verstand sein Handwerk sehr gut und war Meister im Erkennen der Situation und der Einschätzung der Lage. Das brachte ihn auch wieder gleich in die Lage, in die Gegenoffensive überzugehen.

Am 23. Januar gab er den Befehl zum Angriff auf die Engländer. Im Schutz heftiger Sandstürme und gegen einen völlig überraschten Gegner stießen die deutschen Panzerstreitkräfte sehr schnell vor. Nur sechs Tage nach Beginn dieser neuerlichen Offensive war Benghasi zurückerobert, am 03. Februar stand Dern auf dem Programm und die Engländer waren vergeblich bemüht, die Deutschen aufzuhalten. Zum Stehen kamen die Deutschen trotzdem, denn der ausbleibende Nachschub verhinderte ein weiteres Vorrücken. Das Thema Nachschub wurde sowieso immer mehr zur Achillesferse für Rommels Truppen. Die Nachschubwege waren immer mehr unter Beschuss der Royal Navy und Royal Air Force, immer weniger Material erreichte die Häfen unter italienischer Kontrolle, die für die Streitkräfte Rommels unentbehrlich waren. Es dauerte bis in den Mai, bis diese Probleme halbwegs behoben werden konnten und wieder genügend Material für das Fortführen der Offensive bereitstand.

Am 26. Mai 1942 war es dann soweit und die Deutschen führten die Offensive fort. Bei Bir Hacheim kam es allerdings zur erneuten Verzögerung, denn der Wüstenstützpunkt wurde von 4.400 Soldaten der Freien Französischen Brigade unter dem Kommando von Brigadegeneral Pierre Koenig verteidigt. Bir Hacheim, mit seinen 1.200 Kampfständen und Artillerie-Nestern, wurde von den 4.400 Soldaten unter großen Anstrengungen verteidigt, was die Deutschen so nicht erwartet hatten. So gelang es nur unter großen Opfern und massivem Einsatz von Artillerie und Luftwaffe, Bir Hacheim einzunehmen.


Vormarsch des Deutschen Afrikakoprs 1941 - Karte von http://www.deutsches-afrikakorps.de/


Unternehmen Theseus

Unternehmen Theseus:
Am Nachmittag des 19. Juni ließ Rommel seine Panzerdivisionen wieder nach Westen drehen, während er der 90. leichten Division die Weisung gab, weiter nach Osten vorzugehen. Da Rommel sein Ziel, die Festung Tobruk zurückzuerobern, noch nicht hat in die Tat umsetzen können, ließ er einen Scheinangriff auf eine Versorgungsbasis der Briten durchführen, während sein eigentliches Ziel Tobruk lautete. Weitere Ablenkungsmanöver waren falsche Funksprüche, um den Feind völlig im Unklaren der eigentlichen Ziele zu lassen. Schließlich, am 20. Juni 1942, begann wieder einmal der Angriff auf die Festung. Das 21. Italienische Armeekorps führte einen Scheinangriff aus Richtung Südwesten, während der Hauptstoß aus Richtung Südost erfolgen sollte. Um 05:30 begann die Luftwaffe einen Angriff auf die Stelle, wo der Hauptstoß geführt werden sollte mit 80 Stukas und 100 Bombern, die große Hindernisse wie Stacheldraht und Minenfelder aus dem Weg räumen sollten.


Begegnungen - deutscher Panzersoldat in Afrika

Am Nachmittag des 20. Juni eroberten die Deutschen erst den Flughafen und dann am Abend den Hafen von Tobruk, wobei Tausende Kriegsgefangene gemacht wurden. Zu den zahlreichen Kriegsgefangenen kamen noch die ca. 1.000 Geschütze und 400 Panzer, die entweder vernichtet oder erbeutet werden konnten. Auch große Mengen an Nachschubgütern konnten erbeutet werden und damit war dieses Problem vorerst vom Tisch. Mit einem weiteren Sieg im Rücken wollte Rommel die Gunst der Stunde nutzen und trieb seine Truppen weiter Richtung Ägypten an.


El Alamein

Der endgültige Wendepunkt in Afrika: „Die Schlacht um El Alamein“:
Der frischgebackene Generalfeldmarschall Rommel überschritt zwei Tage nach seiner Beförderung und dem damit verbundenen Privileg, den Marschallstab tragen zu dürfen, die ägyptische Grenze mit seinen Panzertruppen. Vom Volk in manchen Teilen der Region begeistert empfangen und in Kairo herbeigesehnt, traf er am 30. Juni in der Enge von El Alamein zwischen Kattara-Senke und Küste 100 km westlich von Alexandria ein. Die Engländer packten bereits ihre Sachen in Kairo zusammen, da sie ihres Sieges nicht gewiss waren und auf den schlimmsten Fall, nämlich dem Fall Kairos, vorbereitet sein wollten. Allerdings hatte Montgomery, seines Zeichens Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Afrika, starke Verbände in dieser Enge zusammengezogen. Montgomery war kein großer Stratege und sicherlich Rommel unterlegen, aber er erkannte die Situation und Lage dieser, für die Verteidigung strategisch wichtigen Enge sofort. Er wusste, dass dies die beste Position war, um die Deutschen zu empfangen. Er verfügte auch über das nötige Material und konnte somit recht entspannt auf die vorrückenden deutschen Truppen warten. Er war dem DAK in allen Belangen an Mensch und Material überlegen und die Enge machte Rommels taktisches Geschick zunichte. Er war in diesem Gelände nicht in der Lage, die Manöver so auszuführen, wie er es mit seinen zahlenmäßig unterlegenen Truppen gebraucht hätte, um die Engländer in Verlegenheit zu bringen.

Am 1. Juli versuchte Rommel mit einem Angriff des Deutschen Afrikakorps beiderseits des Ruweisat-Rückens südlich El Alamein vorbeizustoßen, wurde aber bei zwei Anläufen vom 2. bis 4. Juli von der britischen Panzerdivision zurückgeworfen; auch die weiter nördlich angesetzte 90. leichte Division scheiterte, der südliche Flankenangriff der italienischen Division "Ariete" brach im Feuer neuseeländischer Artillerie zusammen. Als am 11. Juli die australische 9. Division aus El Alamein ausbrach, musste Rommel, auch wegen der erheblichen Nachschubprobleme, den Durchbruchversuch nach Alexandria und ins Niltal aufgeben und zur Verteidigung übergehen.


Das berühmte Kommandofahrzeug "Greif" (Sd.Kfz. 250/3)

Spätestens jetzt rächte es sich, dass die Achsenmächte es versäumt hatten, die wichtige Insel Malta zu erobern und somit den Briten ihren wichtigsten Stützpunkt auf dem Weg nach Afrika zu entreißen. Malta wurde immer mehr zum Ausgangspunkt für Angriffe auf die Nachschubwege des Deutschen Afrikakorps. Die Verluste waren enorm und man geht von ca. 30% aus, die bis August 1942 den Weg auf den Meeresboden fanden und nicht die Häfen erreichten. Auch die langen Strecken von den Häfen bis zur Front stellten ein immer größeres Problem und vor allem Risiko dar. Die Royal Air Force kontrollierte zunehmend das Geschehen und konnte die 2.000 Km lange Strecke immer mehr unter ihre Kontrolle bringen. Rommel suchte daher Ende August/Anfang September eine schnelle Entscheidung mit der Schlacht von Alam Halfa, die aber schon zeigte, dass sich die Gewichte endgültig zugunsten der Briten verschoben hatten.

Vom 31. August bis 02. September 1942 scheiterte ein letzter Versuch Rommels, vor Alam Halfa die Initiative zurückzugewinnen. Auch ein englischer Vorstoß gegen Tobruk am 14. September 1942 blieb noch erfolglos. Ein nächster Schlag der englischen 8. Armee aber brachte die Wende. Am 23. Oktober 1942 griff sie mit zehn Divisionen und vier Brigaden, mit 1.114 Panzern und 880 Flugzeugen fünf geschwächte deutsche und sieben italienische Divisionen an, die nur über 530 Panzer und 372 Flugzeuge verfügten. Der in Abwesenheit Rommels führende General der Panzertruppen Stumme fiel. Am 02. November 1942 durchbrach Montgomery nach mehrtägiger Materialschlacht mit großem Artillerieaufwand und rollenden Luftangriffen die Stellungen der Achsentruppen und brachte 30.000 Gefangene ein.

Operation Torch:
Da eine zweite Front, wie sie Stalin schon lange forderte, in Europa noch nicht zu schaffen war, entschied man sich auf alliierter Seite, eine weitere Front in Nordafrika zu eröffnen. Diese Operation führte dazu, dass sich das DAK nun auch mit Truppen in ihrem Rücken auseinander setzen musste. Die Kräfte, die ohnehin schon kaum ausreichten, mussten jetzt mit weiteren Gegnern klar kommen. Da sich dieser Teil Afrikas eigentlich unter der Kontrolle von Vichy Frankreich befand versuchte man mit Geheimtreffen einem kriegerischen Konflikt mit den dort stationierten Truppen aus dem Weg zu gehen. Offiziell galt nämlich die immer wieder betonte Weisung Pétains, Französisch Nordafrika gegen jegliche Angriffe mit Waffengewalt zu verteidigen wie seinerzeit Dakar, wobei der Hass auf die Briten seit dem Überfall von Mersel-Kebir eine wesentliche Rolle spielten. Die französische Afrika-Armee war keineswegs nur Kanonenfutter und hatte nach der Kapitulation 1940 ausreichend Zeit, sich zu reorganisieren. Sie verfügte über eine vernünftige Luftwaffe und eine immer noch starke Marine. Hinzu kam ein Zufall: Admiral Darlan, Oberbefehlshaber der Vichy-Streitkräfte, befand sich aus privaten Gründen in Algier und band dem dort kommandierenden General Juin die Hände für ein eventuelles Arrangement mit den Angloamerikanern. Zwar gelang überall die völlige Überraschung der Verteidiger, doch kam es danach an allen Landeköpfen zu Gefechten zwischen den Alliierten und den Franzosen. Trotzdem war die Gegenwehr der Vichy-Franzosen nur von kurzer Dauer und so unterschrieb Darlan am 10. November einen Waffenstillstandsvertrag mit den Alliierten. Diese „Kapitulation“ Darlans hatte weitreichende Folgen. Nicht nur, dass er seines Amtes enthoben wurde durch das Staatsoberhaupt Petain, nein die Antwort der Deutschen folgte daraufhin auch und diese war ein schwerer Schlag für Südfrankreich. Bis dahin unbesetzt und der Vichy-Regierung unterstellt, machten die Deutschen kurzen Prozess und rückten in dieses Gebiet ein. Sie fürchteten eine Invasion von Süden her und wie auch in Nordafrika, so war auch in Südfrankreich zu befürchten, dass die Vichy-Truppen die Alliierten nicht lange aufhalten würden.


Als er das Kommando über die 8. Armee übernahm, wendete sich das Blatt: Bernard Law Montgomery

Die letzten Offensiv-Bemühungen Rommels in Afrika kamen über kleine Anfangserfolge nicht hinaus. Mitte Februar 1943 versuchte er, in Tunesien über den Kasserine-Pass zu kommen und am 6. März aus der Mareth-Linie heraus blieb der Vorstoß gegen die vorgewarnte englische 8. Armee ebenfalls liegen. Nur drei Tage später gab Rommel wegen Krankheit das Kommando über die Heeresgruppe Afrika an Generaloberst v. Arnim ab. Auch er stand auf völlig verlorenem Posten und konnte die Niederlage am Kriegsschauplatz nicht mehr abwenden. Alle Bemühungen und Bitten die, tapferen Männer des Deutschen Afrikakorps zu evakuieren und damit in Sicherheit zu bringen, wurden von Hitler abgelehnt. Hitler, der wie immer an seinem Prinzip, "Halten bis zum letzten Mann" festhielt. Arnim kapitulierte schließlich am 13. Mai 1943 und 157.000 deutsche und 86.700 italienische Soldaten gerieten in alliierte Kriegsgefangenschaft. Damit hörte das DAK auf, zu existieren und wird heute noch von den Veteranen und Geschichtsfans weiter im Herzen getragen.


Zum Schluss

Abschließend
darf man erwähnen, dass gerade dieser Kriegsschauplatz sich von anderen des zweiten Weltkrieges abhebt. Das hängt natürlich nicht nur mit den schwierigen klimatischen Verhältnissen zusammen, die beide Seiten ertragen mussten. Nein, vielmehr ist es die Art und Weise, wie dieser Feldzug von beiden Seiten geführt wurde. Aus allen Berichten und Dokus, die ich zu diesem Thema gelesen bzw. gesehen habe, geht immer wieder hervor, mit welchem Respekt sich die Gegner dort behandelt haben. Es ist nicht nur der Name Rommels, der heute noch sehr hohes Ansehen bei den Veteranen beider Seiten besitzt, es war auch der Umgang mit den jeweiligen Kriegsgefangenen und der Verwundetenversorgung. Während gerade im Ostfeldzug unglaubliche Gräueltaten verübt wurden, so war dies in Afrika nicht der Fall. Ein Krieg hinterlässt immer Opfer, Leid und Trauer, aber dieser Feldzug hinterlässt wenigstens keine Kriegsverbrecher und darf somit als ein Gefecht mit gewissen unausgesprochenen Regeln gelten. An diese Regeln haben sich alle Teilnehmer im Großen und Ganzen gehalten und das verdient Respekt und Anerkennung in der Nachbetrachtung. Eine Anmerkung noch zu den Deutschen: Aus meiner Sicht hat man die Bedeutung dieses Schauplatzes völlig unterschätzt. Ein Angriff auf die Russen ein Jahr später und der damit verbesserten Lage für das DAK hätte den Sieg bedeuten können, ja eigentlich hätten die Engländer keine Chance gehabt und man wäre bis zum Suez-Kanal vorgestoßen. Der Verlust dieses Kanals wäre für England ein sehr schwerer gewesen und für die Wehrmacht wäre das Tor zu den Ölfeldern quasi offen gewesen!


Quellen

Buch: Der Wüstenfuchs ISBN 3800413302 von Desmond Young
Buch: Rommel Die Biographie ISBN 3-572-01282-1
Buch: Mit Rommel in der Wüste ISBN 3-87943-369-0
Buch: Der Zweite Weltkrieg ISBN 3-8094-5011-1
wikipedia.org (Zugriff 12.10.09)

Autor: Oliver / Karaya