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Das Thema

Die Rocker Armee
Hells Angels Motorcycle Club (HAMC)

Der Hells Angels Motorcycle Club (HAMC) ist ein Phänomen der Straße, der Kriminalität und eine der hierarchisch organisierten Gruppen dieser Welt. Aus dem Motorrad- und Rockerclub, dessen Mitglieder typischerweise Harley-Davidson-Motorräder fahren, ist seit 1948 nicht nur einer der größten Vereine bzw. Organisationen geworden, sondern auch einer der berüchtigtsten. In 32 Ländern sind sie präsent, durch ihre Kutten leicht zu erkennen und wegen ihrem Auftreten gefürchtet. Sie führten Kriege in Skandinavien um ihr Monopol unter den Rocker und in der Unterwelt. Die sogenannten „Chartern“ (Orts- oder Landesclubs) sind ihre Landesvertretungen, Zentralen und die Clubhäuser für ihre Treffen. National und international wird der Club seit Jahrzehnten regelmäßig durch Behörden und Medien mit den unterschiedlichsten Straftaten in Verbindung gebracht und es kam weltweit immer wieder zu Verurteilungen einzelner Mitglieder und Verboten ganzer Charter.
 

Ehrlichkeit – Zuverlässigkeit – Respekt – Freiheit

 


 
 
Gegründet am 17.03.1948
Fontana, Kalifornien USA
Gründer:
Otto Friedli
Besonderheit:
Vornehmlich weiße Mitglieder
Aktivitäten:
Schutzgelderpressung , Drogenhandel , Waffenhandel , Körperverletzung , Erpressung , Geldwäsche , Mord , Prostitution und Handel mit gestohlenen Waren
Alliierte:
AK81, Cali Cartel, Indian Posse, Iron Horsemen
Rivalen:
Bandidos, Mongols, Outlaws, Sons of Silence, Pagans und Vagos
ca. 6000 Full Members

ca. 1000 - 2000 Anwärter und ernstzunehmende Supporter

255 Charter (27 Ländern, 6 Kontinente)


Geschichte

Geschichte 

 

Der Rocker ist bis heute ein Symbol für Freiheit und das Motorrad als sein Gefährt, doch hat diese Bezeichnung auch einen gewaltbereiten Akzent bekommen. Entstanden als Subkultur in Amerika und vielen Motorcycle Clubs (kurz MCs), die Mitglieder organisierten, an sich banden und der Kultur verschiedene Gesichter gaben. Es geht dabei um Lebensstil, Lebenseinstellung und Abgrenzung von gesellschaftlichen Regeln. Man wollte den bürgerlichen Normen entfliehen und die Lederwesten, die sogenannten Kutten, sind dabei das sichtbarste Zeichen der Auflehnung gegen bürgerliche Normen, wie in diesem Fall der Kleiderordnung. Es ging und geht bis heute um Motoräder, die ein besonderen Charme der Mobilität haben, wobei als Rocker alle Motorradfahrer zu bezeichnen sind - siehe Duden. Die Szene teilt sich dabei auf, in die nicht organisierten Fahrer, als Freebiker bezeichnet (engl.: ‚freie Motorrad-Fahrer‘), und den organisierten Clubbikern.

 


(Sonny Barger (* 8. Oktober 1938 in Modesto, Kalifornien; eigentlich Ralph Hubert Barger)
ist prominentes Mitglied des Motorradclubs Hells Angels und Gründungsmitglied des Chapters Oakland.)

 

Bei der Organisation haben sich nicht nur schnell Hierarchien entwickelt, sondern gleich eigene Gesellschaftsformen, die sehr dem militärischen ähneln. Hintergrund dafür ist sehr wahrscheinlich, dass viele Veteranen des Zweiten Weltkrieges sich unter den Rockern tummelten. Sie brachten eine Art Uniform zu den Rockern, indem sie nicht nur die Kutten anlegten, sondern ihre Ordensbänder gleich daran heften. Wie auch bei der Armee, kann der Gegenüber auf einen Blick sehen, mit wem er es zu tun hat, was dieser geleistet hat und mit welchen Respekt bzw. Verhalten man auf ihn zugehen muss um ihm gerecht zu werden. Dazu kamen die auffälligen Kennzeichnungen in Clubfarben (Colors), bestimmte Tätowierungen und die Verwendung von provozierenden Symbolen. Man drehte der Gesellschaft zwar den Rücken zu, doch übernahm man viele bewährte Formen. Das Militär und seine Rolle in der Gesellschaft bietet nun man den höchsten Grad an Organisation, Hierarchie und vor allem Loyalität.

 

 

 

Diese Phänomen der Rocker gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg, doch wurde es nach diesen erst populär und expandierte - in die verschiedensten Richtungen. Die Ursprünge der heutigen Rocker und Rockerorganisationen ist in den 1960er- bis 1980er-Jahren anzusiedeln. Wie schon oben genannt, haben die Veteranen einen bedeutenden Anteil daran. Sich einer Subkultur anzuschließen hieß für Sie auch Flucht aus dem normalen Leben. Nach soziologischer Auffassung waren vor allem aus Kriegen heimkehrende Soldaten nicht in der Lage, sich wieder in das zivile Leben einzufügen, und bildeten deshalb sozial geschlossene Randgruppen. Man wollte und man brauchte die Kameradschaft, die Hierarchie und die Organisation. Die Kutten, die Motorräder waren dabei nur die äußerlichen Aspekte dieser Einstellung. Man wollte die Familie der Kameradschaft, die sich in Armee wie bei den Rockerclubs als „brother in arms“ ausdrückte.
Die Hells Angels bilden keine Ausnahme, sondern sind wohl ein Paradebeispiel dieser Schlussfolgerung. Ihr ehemalige Anführer Sonny Barger, ein prägendes Mitglied der Hells Angels, war wegen dieser Kameradschaft und dem starken Zusammenhalt beigetreten. Bis heute ist die Kameradschaft eine Grundregel der Hells Angels - wie auch anderer Motoradclubs. Heute wie damals bauen die Hells Angels auf ihre "Bruderschaft", ihren Zusammenhalt und Verschwiegenheit, welche für ihre Geschäfte und Fortbestehen essentiell sind.

 


(Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5)



Ich möchte die Motorräder und ihre Bedeutung bei den Motoradclubs bei dieser Betrachtung außen vor lassen, weil dies hier den Rahmen sprengen würde. Nur ein Wort dazu, so sind die Motorräder im Großen und Ganzen nicht einer Einheitlichkeit oder Hierarchien untergeordnet. Das Motorrad ist in erster Linie Fortbewegungsmittel und Ausdruck der Mobilität, nicht so sehr der Zugehörigkeit. Es sind keine speziellen Marken Pflicht. Der Chopper als Modell wurde bevorzugt, auch Custum Bikes sind beliebt - je nach finanziellen Hintergrund der Mitglieder. Ein sogenanntes Heavy Bike (Schwere Maschine) gehört zum echten Rocker genauso dazu, wie eine Mitgliedschaft im Fitness Club. Viele Clubs bzw. Charters, verlangen von ihren Mitgliedern auch eine bestimmte Fitness bzw. Körperbau. Respekt verschafft man sich durch den ersten Eindruck und dieser kann durch breite Schultern nur zu gut vermitteln werden. Daneben war dieser Körperbau auch für einen großen Erwerbszweig der Hells Angels und andere Clubs von Nöten, denn als Türsteher verdingen sich viele Rocker ihren Lebensunterhalt und an der Tür von diversen Club lassen sich der Rauschgifthandel und andere Unterweltaktivitäten am besten steuern und entwickeln. Oft bezeichneten sich die Mitglieder untereinander als „Brother“ (dt. Bruder).Weit interessanter ist deshalb die Organisation der Mitglieder. Man braucht für eine Gemeinschaft vor allem Traditionen und Regeln, keine andere Form des menschlichen Handelns und Zusammenseins spiegelt diesen Fakt so wieder wie die Armee. Die Kutte, die Fitness, das Motorrad und strikter Organisation sind Spiegel der Armee. Diese Armee funktioniert und hat sich durch Jahrzehnte die Etablierung rekrutiert, Ausbilder und Anführer geformt.

Entstehung

Entstehung 

 


Eine Kutte aus den Anfängen des Clubs, in einer Zeit, wo die Colors des Clubs noch nicht einheitlich waren.

 

Die Hells Angels wurden als Motorrad Club am 17. März 1948 in den USA in Fontana (San Bernardino County, Kalifornien) gegründet. Nach einer kurzen Zeit als "einfacher" Rocker Club, übernahm Ralph „Sonny“ Barger die Leitung des Clubs und organisierte eine Fusion weitere Clubs aus Kalifornien am 1. April 1957. Im kalifornischen Oakland wurden diese Clubs unter dem Label ‚Hells Angels‘ vereint. President des Clubs Barger war ein PR-Genie und nutze die Macht, die Ausstrahlung und den Hintergrund der Hells Angels für ein Ziel - auf den Motorrädern die Welt erobern. Der Geflügelte Totenschädel sollte dabei zum Markenzeichen, wie zur mächtigsten Waffe des Clubs werden, denn ihr Ruf ist bis heute legendär, berüchtigt und schüchtern mögliche Konkurrenten schon früh ein. Nur wenige haben sich heute gegen die Herrschaft der Angels erhoben und alle sind gescheitert. So konnten die Hells Angels unter Barger im Verlauf der 1960er Jahre nicht nur über die USA ausbreiten, sondern nach dem amerikanischen Kontinent auch andere Länder dieser Welt erobern. Sie spielten dabei ganz oben mit und waren präsent, vielleicht zu präsent, denn 1969 gerieten die Hells Angels in die Schlagzeilen, als sie bei einem Konzert der Rolling Stones, auf dem nordkalifornischen Altamont Speedway, dem Altamont Free Concert, als Ordner fungierten. Der 18-jährige Zuschauer Meredith Hunter wurde direkt vor der Bühne von einem Mitglied erstochen, nachdem er unter Drogeneinfluss eine Schusswaffe gezogen hatte und auf die Rolling Stones zielte. Das Gericht erkannte auf Notwehr und sprach den Ordner frei. Die Linie war aber klar, ihre Ziele und Aufträge wurden mit gnadenlosem Einsatz angegangen.

 

 

 

In Europa war es Martin „Tino“ Schippert, der die Hells Angels-in Europa hoch brachte. In der Schweiz erhielten Sie die Lizenz Ende 1970. Auch in Deutschland wurden Sie schon früh aktiv, so waren sie im norddeutschen Raum bereits in den 1960er Jahren anzutreffen. Am 16. März 1973 wurde die erste Gebietsvertretung in Deutschland in Hamburg gründete.
Bis heute wenden die Hells Angels bei ihrer Expansion dieselbe Taktik an. In dem Gebiet, auf dem sie alsbald agieren wollen, werden die ansässigen Rockerclubs ausgekundschaftet, gegeneinander ausgespielt und aufeinander gehetzt. Was übrig bleibt wird entweder ihrer stärksten Männer beraubt oder in den Club übernommen. So hat man den Boden für den eigenen Erfolg bereitet, bereits vorhandene Strukturen übernommen und den schnellsten bzw. leichtesten Weg für die Expansion eingeschlagen. In Deutschland geschah dies auch, wobei die wohl größte Übernahme im November 1999 über die Bühne ging. Zu diesem Zeitpunkt verhandelte man mit den Bones, die man zu einem Übertritt (patchover) bewog, wobei in der Öffentlichkeit feierlich Kutten übergeben und hinter den Kulissen die Macht auf die Hells Angels übergeben wird. Die Bones, der bis dahin bedeutendste deutsche Motorradclub, verschaffte den deutschen Engeln ein Monopol, das Sie bis heute halten. Gab es davor nur Charters (Untergruppierungen) in Hamburg, Stuttgart, Kiel und Berlin, entstanden in der Folgezeit viele weitere Charters. Der Aufstieg des Clubs war damit nicht mehr aufzuhalten und mittlerweile gibt es in Deutschland 41 Charter, wobei das Charter der Hells-Angels-Hannover weltweit als das größte angesehen wird.

 

 



Österreich kam 1975 ins Visier der Angels, dort wurde in Vorarlberg das erste Charter gegründet. In den Folgejahren folgten dann Wien, Kärnten, Tirol, Steiermark und die Nomads in Oberösterreich. Die grundlegenden Werte der Hells Angels: Ehrlichkeit – Zuverlässigkeit – Respekt – Freiheit, sind zwar erstrebenswerte Tugenden, doch werden Sie von den Members der Angels nur allzu oft gedehnt, verzerrt und oft gebrochen. International wird die Gruppe seit Jahrzehnten regelmäßig durch Behörden und Medien mit den unterschiedlichsten Straftaten in Verbindung gebracht. Es kam weltweit immer wieder zu Verurteilungen einzelner Mitglieder, unter anderem wegen Gewalt- und Drogendelikten, sowie Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Schutzgelderpressungen. Dennoch sind diese Werte für den Erfolg des Clubs verantwortlich, denn genauso wie die Armeen dieser Welt sich diese Tugenden für die Ausbildung, den Kodex und die Lebensweise ihre Soldaten zu Nutze macht, sind Sie auch für die Hells Angels wichtig und garantieren den Erfolg. Man braucht Organisation, Aufteilung und Teamarbeit, was sich eigentlich nur durch diese Tugenden erreichen lässt - die Freiheit lassen wir dabei mal außen vor. Dennoch steht die Freiheit für die Abkehr von den gesellschaftlichen Maßstäben des Hells Angels, was Sie auch durch ihre kriminellen Machenschaften unter Beweis stellen.

Legende

Die Legende 

 

Die Höllenengel, Rocker, Kriminelle und große Rebellion gegen das Spießbürgertum. Auf dem Rücken ihrer Kutten prangen der "Deadhead", der geflügelte Totenkopf und der rot-weiße Schriftzug mit ihrem Namen. Sie sind Teil der Legende um die Rocker, welche im Jahr 1947, im Örtchen Hollister, einem kleinen Nest in Kalifornien, 5000 Einwohner, beginnt. Dort ist diese Lebenskultur das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Auf dem Cover des Liftstyle Magazin erschienen die ersten offiziellen Fotos der Rockerclubs. Sie nannten sich Biker "Outlaw Racer" und auf ihrer "Kutte" war ein Patch in Form einer Raute angebracht, in der "1%" stand.

 

 

 

Die Hells Angels entstanden in dieser Zeit und wurden Teil der Legende um die Rockerkultur, aus der Sie bis heute nicht wegzudenken sind. In der Clubgeschichte werden dieser ersten Members förmlich heroisiert, es waren Kriegsveteranen, darunter auch Flieger der 303. U.S.-amerikanischen F 17 Bomber-Staffel. Diese brachten auch das Logo und den Namen mit in den neu gegründeten Club, den Sie, wie vieles andere auch, aus ihrer Militärzeit mitbrachten. Der Film von Howard Hughes über die Hells Angels der Lüfte, machten Sie zum Paten einer ihrer Fliegerstaffeln - 366-BF-305 - und nicht nur der Schriftzug "Hells Angels" zierte die bombentragenden Flugzeuge, sondern auch ein geflügelten Totenkopf. Es stand für ihre Vergangenheit, ihren Ruf und ihre Leistungen im Krieg. Die genauen Gründe warum das Logo nun den Weg auf die Kutte fand ist nicht bekannt - oder wird gehütet von den verschwiegenen Mitgliedern der Hells Angels. Unüblich war es auf keinen Fall und es ist nur nachvollziehbar, wenn man die Flucht der Veteranen in ihre Militärzeit denkt, welche wohl durch nichts Besserem symbolisiert wird, als alte Wappen und Maskottchen.
Aus "brothers in arms" (Kriegskameraden) werden Brüder auf Rädern und Sie leben nach ihren eigenen Regeln. Ein Mann, der diese Freiheit und die Regeln für sich entdeckte war der junge Lagerarbeiter Sonny Barger aus Oakland. Eine Besonderheit für sich war, dass der junge Mann, der 1955 seine Geburtsurkunde gefälscht hatte um in die US Army eintreten zu können, überhaupt von den Veteranen aufgenommen wurde. Trotzdem schaffe er es nicht nur sich diese Lebensform des Rockers zu eigen zu machen, sondern auch mit seinem Motorradklub „The Oakland Panthers“, eine neue Epoche unter den Rockern zu beginnen. Er vereinigte die konkurrierenden Clubs unter dem Banner der Hells Angels. Er gehört nicht nur zur Legende, hat Anteil an historischen Momenten der Vereinsgeschichte, sondern er ist die Legende der Hells Angels. Sein Motto, die Welt unter den Rädern der Hells Angels bestimmte die Linie des Clubs. Noch heute wird der 1982 an Kehlkopfkrebs erkrankte der starke Raucher, der seinen Kehlkopf beim Kampf gegen den Krebs verloren hatte und über ein Loch am Hals sprechen muss, von den Members verehrt wie ein Gott. Er hat einen Stammplatz in jedem Club der Hells Angels.

 

 

 

Die Hells Angels erlangen in den 70er und 80er Jahren quasi Kultstatus, indem Sie im dokumentarischen Musikfilm Gimme Shelter eine tragische Rolle spielen. Als Ordner bei einem Rockkonzert der Rolling Stones auf dem kalifornischen Altamont Speedway (Altamont Free Concert), wurde der 18-jährige Meredith Hunter von einem Hells Angel erstochen wurde, nachdem er mit einer gezogenen Schusswaffe in Richtung der Bühne zielte. Einen weiteren Auftritt in der Hollywood Geschichte erhielten die Hells Angels im Film "Hells Angels on Wheels" von 1967 mit Jack Nicholson. Die Hells Angles selbst, Sonny Barger an der Spitze des Motorradgeschwaders, fahren dort als Rocker über die Straße. Eine Rolle, die Sie im selben Jahr in "The wild Angels"Nancy mit Sinatra und Peter Fonda wiederholten. Bei "Easy Rider" waren Sie nicht mit von der Partie, doch wären die zwei motorisierte Hippies auf Egotrip, wohl nicht nach dem Geschmack und Auffassung der Bruderschaft gewesen.

 


(USAAF B-17 "Hells Angels" (303d Bombardment Group) RAF Molesworth, 1943)

 

Ihr Ruf klingt in diesen Jahren in den Songs von Eric Burdon, Donovan, Greatful Dead, Canned Heat und Janis Joplin nach. Sie sind Teil der Popkultur geworden, wenn man das so sagen darf, doch darf man nicht den Plan dahinter vergessen, denn bis heute sind die Hells Angels auf Macht und Vorherrschaft aus.
In Deutschland fiel diese Einstellung besonders in Problemviertel auf fruchtbaren Boden. Dabei waren die "Halbstarken" in Hamburg Horn, Barmbek und Harburg die passendste Klientel für die Rocker aus Übersee. Die Bloody Devils, die einen ähnlich populären Weg ginge, unter anderem 1972 in die deutschen Kinos mit dem Film "Die Rocker", wurden Ansprechpartner für die Hells Angels und bereits 1972 gründet sich das erste Charter in Hamburg. Die stärksten Clubs, nach dem Vorbild der Hells Angels, zogen die Rocker oder besser schon Organisation aus den USA an. Die nächsten auf der Liste waren die Kopenhagener Rockergruppe "Galloping Gooses", die sich durch ihr brutales Auftreten empfohlen. So ging es weiter, vorsichtig und strategisch, eroberten die Hells Angels Europa.
Man nahm sich was man wollte, setze dazu brutale Gewalt an und der Legende haftete fortan eine gewaltsame Seite an, denn bekam man nicht was man wollte, wie in einer Disco in Sylt 1980, wo der Besitzer daraufhin umgebracht wurde, konnte der Gegenüber mit keiner Gnade rechnen. In Deutschland gingen die Hamburger mit diesen Recht des Stärkeren besonders ausgiebig um. Der Verbot der Hells Angels als Verein in Hamburg war da unvermeidlich, doch gerade wegen dieses Rufes ist die alte Gruppe der Hamburger heute über andere Bundesländer und Charter zerstreut und trägt diese Clubpolitik weiter. Das rechtmäßige Verbots, 2001 von Otto Schily angestrebt, auf alle Hells Angel Charters scheiterte.

 


Sonny Barger in seinen frühen Jahren als Rocker bzw. Motorradclub Mitglied



Nach den Kriegen in Skandinavien und auch in Brandenburg/Berlin, sind die Hells Angels zu einer anderen Clubpolitik übergegangen. Alles fürs Geschäft und das läuft im Hintergrund nun mal viel besser. Man übernimmt nun einfach die Clubs bzw. geht mit ihnen Verträge ein und kann damit sehr viel mehr Profit herausholen. So betreiben die Angels unter dem Deckmantel einer rühmlichen Rockerlegende hunderte Puffs und Bars, dahinter ein florierendes Drogengeschäft und Schutzgeldimperium. Kommt ein Hells Angels Member bzw. mehrere in Deutschland vor Gericht, so lautet der Vorwurf meist: Bildung einer bewaffneten Gruppe, räuberische Erpressung, Diebstahl.
Oft behaupten die Angeklagten im Gespräch und Interviews: "Rocker kämpfen um Ehre," - "Sie sind bereit, für ihren Club zu sterben." Ihre Kutten sind Ihnen heilig und der Patch ihr Leben. Dennoch steht das Geschäft im Vordergrund und nicht der Beschützerinstinkt für die eigene Legende. Fusionen von Rockerclubs prägen heute das Bild und der deadhead als Markenzeichen für einen der größten, gewalttätigsten und wohl immer noch legendärsten Club der Welt.

Armee

Die Armee 

 

Der Mann macht das Patch - Nicht das Patch den Mann

 

Die Hells Angels sind eine Armee, zwar nicht im eigentlichen Sinne, aber aus organisatorischer und hierarchischer Sicht schon. Der Club nutzt dabei ein System von Patches, das ähnlich den militärischen Medaillen und Ehrenzeichen der Armee aufgebaut ist. Der Hintergrund dabei ist simpel, der Gegenüber erkennt sofort die Stellung des Members und seine Verdienste, so weiß er von vornherein wie er sich verhalten muss. Außerdem impliziert ein System aus Orden und Ehrenzeichen eine gewisse Motivation, die gerade in einer Männerdomäne ein Streben nach Leistungen und Respekt auslöst.

 


 
 
1. President
Leitung des Charter
2. Vice-President
Stellvertreter des President
3. Secretary
Verwaltung
4. Sergeant at Arms
zuständig für die Disziplin im Club
5. Treasurer
Schatzmeister
6. Road Captain
Organisation der Motorradkonvois
7. Member
(Legacy)
Mitglied
(Sohn eines Mitglieds = Sonderstatus)
8. Prospect
Anwärter auf den Memberstatus
9. Hangaround
Anwärter auf den Prospectstatus
10. Supporter
Unterstützung des jeweiligen oder
weltweiten Charter,
kein Mitglied

 

Die Kutte wird zur Uniform und die Patches zu den Auszeichnungen des Dienstes in der Bruderschaft. Obwohl die spezifische Bedeutung der einzelnen Patches nicht der Öffentlichkeit bekannt ist, weiß man, dass solche für spezifische Aufgaben, bedeutende Aktionen oder für die Überzeugungen eines Members stehen. Dazu kommt die klare Hierarchisierung, die absichtlich derer einer Armee ähnelt, um die Disziplin aufrecht zu erhalten und Aufgaben effektiv zu lösen. Im Mittelpunkt steht aber das Barger Patch, nach dem Mann benannt, der es eingeführt hat. Es wurde auf dem Rücken getragen und größer als die ursprünglichen Patch, entstammt der Entstehungszeit der Hells Angels und soll weithin sichtbar die Clubzugehörigkeit anzeigen. Die offiziellen Farben der Hells Angels waren dabei besonders wichtig, alle Patches sind in diesen Farben gestaltet. Die Farben Rot und Weiß standen für den Patriotismus der amerikanischen Member und so auch der Clubphilosophie. Die älteren Member sträubten sich damals gegen das größere Logo und die Veränderung, doch mit wachsenden Mitgliederzahlen setze sich das Patch durch. Getragen werden darf es nur auf Leder oder Jeansjacken. Vor allem die Kutten, auf denen die Patches getragen werden, müssen beste Qualität sein, dürfen nicht schlampig sitzen und auf keinen Fall dreckig daherkommen. Die Kutte als Uniformjacke, welche im Schnitt zwischen 500 und 800 Euro kostet. Natürlich gibt es solche Kutten und vor allem die Aufnäher nicht an jeder Ecke, als Clubsymbole dürfen nur von Clubmembern getragen werden. Wird eine Person mit den Symbolen des Clubs angetroffen, sprich Kutte oder T-Shirt mit den Symbolen und Abzeichen, drohen Folgen. Die Symbole werden eingezogen und schlimmstenfalls das Tragen mit Gewalt bestraft. Bei den Kämpfen zwischen den Clubs wird häufig auch diese Kutte das Ziel der Angriffe. Es entbrennt quasi ein Kampf um die Kutten, in Schlägereien werden gegenseitig die "Patches" von den Kutten gerissen und auch die Kutten gestohlen.

 

 

 

Das Design des offiziellen Hells Angels Logos, des "Deadhead" - "Geflügelter Totenkopf" stammt von Frank Sadilek, dem ehemaligen Präsident des San Francisco Charters. Die Farben und die Form der frühen Jacke Emblem (vor 1953) waren die kopierten Insignien der 85. Fighter Squadron und der 552. Mittlere Bomber Squadron. Die Farben Rot und Weiß werden auch für die wichtigsten Patches verwendet, so auch für das Patch mit der Zahl 81, dass in einigen Varianten auf den Kutten zu finden ist: "Support 81, Route 81". Die Zahlen 8 und 1 stehen für die jeweiligen Positionen im Alphabet von H und A, den Anfangsbuchstaben des Clubnamens. Diese werden von Freunden und Förderern des Vereins verwendet werden, da nur Vollmitglieder alle Hells Angels Abzeichen tragen dürfen. Ein sehr verbreiteter Patch ist auch auf vielen Kutten der Hells Angels (und anderen Motorradclubs) zu finden - der rautenförmige 1% Patch. Bei den Hells Angels wird dieser "1%" Patch in roter Farbe auf weißem Hintergrund, mit wiederrum roter Umrandung verwendet. Er ist eine Antwort auf die Aussagen der amerikanischen Motorradfahrer Association (AMA) zum Hollister Vorfall (einer legendären Schlägerei). Es wurde gesagt, dass 99% der Motorradfahrer gesetzestreue Bürger seien, die den Verordnung und gesellschaftliche Vorgaben folgen. Die letzten 1% wären vogelfrei oder im englischen sogenannte "Outlaws". Aufzeichnungen zu dieser Geschichte oder zu den Aussagen der AMA gibt es zwar nicht, doch das Patch steht für den Charakter der Hells Angels und anderer ähnlich gearteter Clubs. Die meisten Mitglieder tragen dazu einen rechteckigen Patch (in den Clubfarben), mit dem Namen des jeweiligen Charters, dem er angehört, genauso wie einen anderen gleichen Patch, der seine Funktion angibt (President , Vice President , Secretary , Treasurer und Sergeant at Arms) - über den Club Charter Patch. Dazu gibt es einen weiteren im selben Design, der "Hells Angels" lautet. Einige (meist langjähriger) Mitglieder tragen einen Patch mit den Initialen " AFFA ". Diese Abkürzung bedeutet: "Angels Forever, Forever Angels" (sobald ein Mitglied immer ein Mitglied).

 

 

 

Über weitere Patches und ihre Bedeutung kann man nur spekulieren, doch sollen sie hier nicht unerwähnt bleiben. Das Buch Gangs (Tony Thompson) hat versucht sich der Thematik zu nähern und beschreibt einen Patch mit der Symbolik zweier im Nazi-Stil gehaltenen SS Blitze unter den Worten "Filthy Few. Der Träger soll es erhalten haben, nachdem er sich von einem Anschlag erholte. Wahrscheinlich also ein Verwundetenabzeichen des Clubs. Andere Quellen behaupten, es handelt sich um einen Patch, der solchen Members zugesprochen wird, die einen Mord im Namen des Vereins begangen bzw. sich dafür bereit erklärt haben. Ein andere Patch, ähnlich dem "Filthy Few" Patch, ist der "Dequiallo" Patch. Dieser Patch hat die Bedeutung, dass der Träger sich gegen eine Verhaftung gewährt hat bzw. aktiv gegen Strafverfolgungsbehörden vorgegangen ist. Wo beide Patches an der Jacke getragen werden, ist nicht festgelegt. Der Polizei Kopf Patch bedeutet, dass der Träger aus diesem Charter einen Polizist angegriffen hat (Aussehen nicht genau beschrieben). Zu nennen sind außerdem, die für jeden Member bezeichnenden Streifen auf der Weste, die Anzahl der Streifen steht für den Umsatz und Verdienst beim Drogenverkauf (Aussehen und Platzierung auf der Weste unbekannt). Die verschieden aussehenden geflügelten Totenköpfe in Gold an den Brustteilen der Weste, stehen für die Verdienste um den Club. Umso mehr Totenköpfe, umso größer die Leistungen des Trägers für Hells Angels: Expansion, Geschäft und Einfluss.

 

 

 

Ihre Symbole, Abzeichen und Logos schützt der Club aufwendig. So wurde im März 2007 Walt Disney Motion Pictures Group verklagt, weil der Film aus ihrer Produktion "Wild Hogs" Namen, unverwechselbaren Logo und Abzeichen der Hells Angels ohne Erlaubnis verwendet hat. Die Klage wurde abgeschmettert, zeigt aber die Wichtigkeit dieser für Außenstehende nicht wichtig erscheinenden Belangen. Auch Textilmarken wurden schon verklagt, denn das Logo des Clubs muss hart verdient werden und darf nicht käuflich erworben werden. Bekommt ein Member das Logo, muss er es vom Club kaufen und es bleibt auch weiterhin im Besitz des Clubs - es wurde nur verliehen. Die Kutte müssen die Member mit ihrem Leben beschützen und ein Verlust ist gleichbedeutend mit einem Ehrverlust für den Träger.

 

 

 

Die Disziplin wurde auch durch Geldstrafen hochgehalten, so wurde eine von Geldstrafe von zwei Dollar erhoben, wenn jemand ohne Angabe gewichtiger Gründe einem Meeting fernbliebt. Damals viel Geld, heute nach über 60 Jahren schwankt die Strafe zwischen fünfzig und hundert Dollar. Vor allem wegen der Disziplin wurden Mädchen bei Meetings nicht zugelassen, es sei denn, dass dazu eine spezielle Veranlassung besteht. Zwischen Clubmitgliedern sind Schlägereien bis heute verboten. Die Schläger werden hart bestraft, damals mit fünf Dollar je Schläger und wohl auch mit anderen Sanktionen. Zu einer Tradition gehören bis heute die Runs, nicht nur in Kalifornien. Dabei geht es um gemeinsame Motorradfahrten ins Land hinaus, wo man innerhalb festgelegter Bereiche Schusswaffen abfeuern darf. Zu einer Regel von Sonny Barger gehört es, dass bei diesen Runs Schusswaffen nur zwischen 6.00 und 16.00 Uhr abgefeuert werden dürfen. Außerdem sollte bei den Runs keine Patronen, Cola- und Bierdosen ins Feuer geworfen worden, dadurch entsteht keine nicht zu kontrollierende Gefahr für die Mitglieder und Besuchern der Runs.

 


 
Patch
Beschreibung
1% steht für Onepercenter
13 steht für M für Motorrad, aber auch Marihuana
74 steht für die Kubik Größe (inches) einer Harley Davidson
84 steht für die Kubik Größe (inches) eines Shovelhead- oder eines Evolution-Motors
666 auf Patches weit verbreitet, keine spezielle Bedeutung
81’s steht für H A im Alphabet (Hells Angels)
LXIX steht für das Gründungsjahr des Clubs 1969
1 6 6 1 steht für A F F A.
A F F A steht für “Angels Forever. Forever Angels“
ANGEL steht für Hells Angel Full-members.
BIG HOUSE CREW steht für einen Hells Angels, der im Gefängnis war
BIG RED MACHINE Bezeichnung für Supporter der Hells Angels
H A's Hells Angels.
L & R Love and Respect
RED AND WHITE weitere Bezeichnung für Hells Angels
A.C.A.B. steht für „All Cops Are Bastards“
B.A.B. steht für „Born Again Biker“, jemand, der nach einer Pause wieder Motorrad fährt
DFFL steht „Dope Forever, Forever Loaded“ ( ‚Drogen für immer, für immer drauf‘)
FTW steht für „Fuck the World“
EFIF steht für "Einmal Freeway – Immer Freeway"
GBNF steht für „gone, but not forgotten“
( ‚gestorben, aber nicht vergessen‘) – als Erinnerung an verstorbene Mitglieder
MC steht als Abkürzung für „Motorcycle club“
SFFH steht für „Stoned Forever, Forever Happy“
Your brother ain’t always right, but he’s always your brother steht für (‚Dein Bruder hat nicht immer Recht aber er ist und bleibt dein Bruder)‘
verweist auf die Kameradschaft innerhalb der Rockerszene
86 steht für „Heroin forbidden“, von Sonny Barger eingeführtes Credo, das den Mitgliedern Heroinkonsum verbietet
Dequiallo steht für Vollmitglieder, die einen Polizisten verprügelt haben
Filthy Few steht für (‚die Wenigen dreckigen‘), Patch mit zwei Siegrunen, verweist auf die Tötung eines Menschen
Dead Head (gold/klein) (gold/klein) steht für die Verdienste des Mitglieds für das Charter, Anzahl gibt die Verdienste an
Dead Head (Groß/Farben) steht auf dem Rücken für die Vollmitgliedschaft
Totenkopf mit Zahl steht für die Jahre, die man im Club ist (an der linken Seite oben getragen) mit der Zahl zwischen den Flügeln des Totenkopfes und dem Schriftzug Years darüber Ehefrau oder Freundin
Old Lady steht für die Ehefrau oder Freundin
Patch Over steht für die Übernahme eines ganzen Clubs in die Reihen der Hells Angels, dabei werden die Clubpatches gegen die Patches der Hells Angels getauscht und die Mitglieder des anderen Clubs als Vollmitglieder übernommen
Colors / Farben steht für den Club-Patch
Flash steht für die Spezial-Patches

 

Auch wollte Barger durch seine Regeln, die Trinkgewohnheiten der Rocker im Zaum halten. So dürfen die Spirituosen des Clubs nicht mit Rauschmitteln gemischt werden. Vor allem nicht von anderen Members um die andere Mitglieder zu berauschen. Disziplin darf auch bei den Festen nicht abhandenkommen. Bei den Meetings in Oakland darf bis heute noch nicht einmal geraucht werden. Sonny Barger wollte einen Club, der nach außen und innen gefestigt ist, dazu war Disziplin in allen Bereichen des Lebens wichtig. Hand in Hand geht dabei auch der Umgang mit Frauen, so durften keine Techtelmechtel mit den Frauen anderer Mitglieder angefangen werden. Eine Ehefrau, Freundin oder Lebensgefährtin sind für die anderen unantastbar. Die Strafen werden mit Ausschluss bestraft und würden ohne Maßregelung den Zusammenhalt der Gruppe stark gefährden. Bargers Motto: "Abermillionen Frauen auf der Welt, die paar tausend Frauen von Hells Angels sind nun einmal tabu."

 


Ein spezielles Abzeichen der Hells Angels, dass nur verdiente Mitglieder tragen dürfen bzw. solche Full-Members, die schon eine gewisse Zeit im Club sind. Eingetragen ist in diesem Patch bzw. Abzeichen, die Zahl der Jahre, die das Mitglied schon Hells Angel ist!

 

Ein wichtiges Kriterium für die Armee, ist nach der eindeutig geklärten Befehlsgewalt auch die Ausbildung und Aufnahme. Die Aufnahme ist dabei gleichzeitig die Ausbildung der Member, denn wurde man in den ersten Jahren ziemlich schnell Member, mit der Einschränkung ein Veteran zu sein, wurde diese Statuten beim erhöhten Andrang auf den Club schon frühzeitig geändert. Man erschwerte die Aufnahmebedingungen für zukünftiger Mitglieder, zum Einen um die Umwelt wirksam auszuschließen und zum Anderen um nur die besten und vor allem loyalsten für ihre Reihen zu rekrutieren. Die Auswahlverfahren waren militärisch angelegt und sind in Teilen mit den alten Aufnahmebedingungen in Ritterorden zu vergleichen. Unbedingte Treue und die lebenslange Mitgliedschaft - ohne Ausnahmen - sind die Grundprinzipien. Vom Warten auf eine mögliche Aufnahme, was Jahre dauern konnte, wurde man bestenfalls zum Anwärter und musste viele niedrige Aufgaben machen. Eine Aufnahme war dennoch nicht garantiert. Diese Zeit wurde nicht nur zum genauen Kennenlernen und Prüfen des Anwärters genutzt, sondern er wurde auch auf die Bruderschaft geprägt, lernte schnell die Hierarchien kennen und vor allem die Umgangsformen im Club.

 

 

 

Die vollständigen Anforderungen an einen Hells Angel sind folgenden: Der Bewerber muss männlich sein, einen gültigen Führerschein besitzen, darf in keinem anderen Motorrad Club Mitglied sein, keine pädophiler Taten begangen haben, kein Polizist oder Gefängniswärter sein. Nach einem, langen schrittweisen Prozess, wird das mögliche neue Mitglied zu einem "Hang-Around" bzw. wird zu Club-Events und Treffen eingeladen. War er als Hang-Around (Mitläufer) erfolgreich, kann er den Status eines "Associate" bekommen, der in der Regel ein oder zwei Jahre bekleidet wird. Nach dieser Phase der Aufnahme kann der Status "Prospect" (Anwärter) folgen, damit hat er das Recht an einigen Club-Aktivitäten teilzunehmen, aber noch kein Stimmrecht auszuüben. Seine Eignung zum Vollmitglied wird da besonders unter die Lupe genommen. Bei der Anwartschaft gehen die meisten Rocker durch die Hölle, 20 Stunden wach und immer auf Abruf, dazu noch mit Aufträgen, die alles abfordern. Die Angels sondern ihre Soldaten so aus, die Selektion der Stärksten, macht aus den Rockern eine Elitetruppe, die zu allem bereit ist. Mit solchen Angels an seiner Seite, hat man eine solide Basis von Full Member, die den Konzern HAMC genauso wie die Armee der Hells Angels lenken und anführen können.

 


Tattoos sind sehr wichtig für die Clubmitglieder, symbolisieren Sie doch die lebenslange Mitgliedschaft und "Verkörperung" des Clubs, seiner Philosophie und der Auszeichnungen, die man duch den Club in Form des Patches und Flashs erhält.

 

Diese letzte Phase der Aufnahme hat im besten Falle die endgültige Aufnahme als "Full Member" zur Folge. Erst jetzt darf der Anwärter den " Full-Patch" tragen. Damit ist das komplette vierköpfige Wappen, darunter das "Death's Head"-Logo, zwei Teile (oben Rocker: "Hells Angels", unten Rocker: Staat oder Territorium) und der rechteckige 'MC' Patch unter dem Flügel des Death's Head gemeint. Den Prospects ist nur gestattet den unteren Teil des Patches mit dem Schriftzug des Staates oder Territoriums, zusammen mit dem rechteckigen "MC"-Patch zu tragen. Um ein ordentliches Mitglied des Clubs zu werden, muss das Prospect von allen Mitgliedern des Klubs einstimmig gewählt werden bzw. mehr als nur einfache Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen können. Bei einigen Charters kann man mit einer Gegenstimme abgelehnt werden, bei anderen (größeren) Charters reicht die Mehrheit. Eine Neinstimme muss bis heute erläutert werden. Wenn es den anderen nicht gelingt, den Ablehnenden umzustimmen, ist die Aufnahme abgelehnt. Heute dauert es mindestens ein Jahr, und es kann bis zu vier Jahren dauern, bis die Aufnahme durch Abstimmung erfolgt. Der Anwärter reist in der Regel zu jedem Charter des Trägerunternehmens bzw. zu den Vertretungen nach geographischer Zuständigkeit (Staat / Provinz / Territorium) und stellt sich vor. Dieser Prozess ermöglicht es jedem stimmberechtigtem Mitglied den Anwärter kennenzulernen. Der Anwärter muss bei der Aufnahme in formeller Art und Weise, seine Treue zum Club und seinen Mitgliedern beteuern. Das endgültige Logo-Patch bzw. das vollständige Logo wird dann in einer Zeremonie verliehen, die auch als Weihe des neuen Bruder fungiert. Dieser Schritt zur Erlangung der vollen Mitgliedschaft kann auch als "gepatcht" bezeichnet werden. Selbst nachdem ein Mitglied gepatcht worden ist, bleibt das Patch selbst Eigentum des HAMC und nicht des Mitglieds. Beim Verlassen der Hells Angels oder beim Rauswurf, muss es an den Club zurückgegeben werden. Es gab damals eine Aufnahmegebühr in Höhe von 15 Dollar für jedes neue Mitglied. Alle neuen Mitglieder müssen ihr eigenes Motorrad besitzen, aber eine Harley muss es nicht sein, dennoch gehört die Harley zu den unumstößlichen Statussymbolen. Vollmitglied können dazu nur Männer werden, Frauen wird in fast allen Charters die Mitgliedschaft verwehrt.

 


Der "Dequiallo" Patch. als Auszeichnung, sich gegen eine Verhaftung gewährt zu haben bzw. aktiv gegen Strafverfolgungsbehörden vorgegangen zu sein

 

Fast man alles die Strukturen noch einmal zusammen und bringt das System Hells Angels auf einen Nenner, dann hat man ein beeindruckendes Beispiel für beispielhafte Organisation. Dabei hat man sich immer den Gegebenheiten und den Situationen angepasst. Als man merkte mit den Vollmitgliedern lässt sich nicht alles regeln, organisieren und kontrollieren, ging man zu einer Expansion der Organisation über. Die Vollmitglieder agieren dabei als eine Art Offizierskorps und schuf mit den Anwärtern so etwas wie Offiziersanwärter. Diese müssen sich zu Anwesenheitsappellen melden und nehmen dann Aufträge an. Sie arbeiten direkt mit den Hells Angel Vollmitgliedern zusammen und sind meist der einzige Kontakt zu den Supportern.

 


Hochrangiger Hells Angels (erkennbar an den vielen Patches) und andere Clubmitglieder (als Bodyguards)

 

Die Supporter wurden zur eigentlichen Armee und stellten die Soldaten. So kommen heute auf ca. 4000 bis 6500 Vollmitgliedern weltweit, mindestens das Zehnfache an Supportern. Ein Beispiel ist die Brigade 81, ein Supporter-Club der Hells Angels, sie nennen sich auch »Truppe 81«, wobei die »81« für Hells Angels steht. Die Supporter haben die 81 als Äquvalent zum Deadhead übernommen, der nur den Vollmitgliedern zusteht. So hat man auch bei den Abzeichen neue Ränge geschaffen. Die Supporter tragen nur selten Kutten, meist sind es T-shirts oder Jacken. Diese Personen agieren als Dienstleister für die Hells Angels und sind meist auch im Milieu tätig. Einige dieser Supporter sind reine Arbeitstiere und erledigen die Routine auf der Straße, kontrollierten von Anwärtern oder Vollmitgliedern. Andere Supporter sind als Kampfbrigaden für den Club tätig, erledigen Gewalttaten, weil Sie von der Polizei nicht direkt als Hells Angels wahrgenommen werden. Sie alle sind integriert in den Club und Ihnen wird immer suggeriert, mit genug Engagement kannst du aufsteigen und Offizier werden. Solche Einsatzkommandos der Hells Angels können auch befreundete/untergeordnete Clubs sein. Sie sperren Straßen ab, haben besondere Aufträge zu erledigen, betreiben Aufklärung und sind eine Art Miliz für die Hells Angels. Diese Truppen agieren ausschließlich im Umfeld der Hells Angels und nur sehr selten direkt mit Ihnen. Sie schotten das Umfeld und vor allem die Hauptquartiere ab, welche, überwacht und weiträumig durch Bewacherkreise geschützt sind! In den Hauptquartieren, sprich den Clubs haben immer Angels Dienst, sie sind bewaffnet, halten Stellung und verhindert eine Besetzung des Gebäudes bzw. tragen Sorge, dass Polizisten bei Durchsuchungen nichts finden!

 


Deadheads, die für Verdienste um den Club verliehen werden

 

Die Bars, in denen sich Angels treffen, sind nicht nur einfach Bars. Es sind Treff- und Sammelpunkte der Angels, um Aktionen zu koordinieren. Sie treten dabei meist in großen Gruppen auf die Bars werden manchmal von Angels geführt, sind aber meist in der Hand von anderen untergeordneten Clubs bzw. kontrollierten Dritten/Supportern. Ganz oben sitzen die chiefs, dies sind im Vergleich zu den anderen Vollmitgliedern die Generäle, oftmals von einem eigenen Stab umgeben. In diesem Stab sitzen Angels für die Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Umgeben sind die höchsten Clubmitgliedern nur von Vollmitgliedern. Die chiefs wählen auch Oberhäupter für die verschiedenen Länder. Gewählt für der chief, der die meiste Macht, Einfluss und dadurch Stimmen auf sich vereinen kann. Ob es einen Europapräsidenten gibt ist unklar, aber sehr wahrscheinlich, dass es ein übergeordnetes Gremium für die Organisation in Europa gibt. Diese Annahme lässt sich aus den internen Organisationsformen Anfang ab 2000 erkennen. So wurde eine Kommission, als unabhängiger Ausschuss, für interne Auseinandersetzungen gebildet. Es werden dort alle Parteien anhört, das Geschehene objektiv auswertet und gegebenenfalls Strafen verhängt. Solche Gremien werden meist nur von chiefs bzw. von Vollmitgliedern aus dem Stab des chiefs gebildet, sind also als richterliche Kompetenzstrukturen zu verstehen. Solche Institutionen innerhalb einer solch hierarchischen Struktur lassen erkennen, dass die Hierarchie sich auf einen Punkt konzentriert, der durch wenige Vollmitglieder an der Spitze gebildet wird.

 


Sogenannter chief bzw. President der Hells Angels in Deutschland
hochdekoriert im Club (siehe Deadheads und Funktionpatches)

 

So ist ersichtlich, dass manche chiefs eine Sonderrolle bei Verträgen, Schlichtungen und Verhandlungen einnehmen. Es sind dabei immer dieselben, die meist auch für die Hells Angels über das Charter hinaus sprechen. Zu erkennen sind diese Leute fasst nie an den Patches, auffällig ist nur, dass sie meist Präsident/chief sind und viele goldene deadheads auf ihren Kutten haben. Auch bekleiden Sie mehrere Positionen gleichzeitig, die auf ihren Kutten angezeigt sind. Es könnte also sein, dass die Patches für Stellung und Rang in einem Charter, in bestimmter Kombination, einen weiteren Rang nach oben bilden! Doch bleibt dies alles im Dunklen, weil bis in diese Kreise noch kein verdeckter Ermittler vordringen konnte.

 

 

 

Die Organisation war nicht immer an die illegalen Machenschaft des Clubs angelehnt. Der Drogenhandel wurde vor allem aus Geldnot angefangen und weil es in Kalifornien in den 70er und 80er Jahren nun mal die einfachste, aber illegale Möglichkeit war, Geld zu verdienen. Man brauchte Anwälte für Kameraden und Geld für Motorräder, die Hippies waren da ein willkommene Kundenbasis. Doch die Hippies waren nicht gerade Patrioten, die Hells Angels waren hingegen ausgesprochen Pflichtbewusst - sie waren für den Vietnamkrieg. Viele der Mitglieder der Hells Angels waren im Vietnamkrieg. Sie verprügelten Studenten und lösten gewalttätig Demonstrationen auf.
Die Organisation wurde dann immer mehr der Durchsetzung der eigenen Ziele angepasst. Die Hells Angels und deren größter Konkurrent Bandidos sind fast identisch organisiert. Beide gliedern sich in Chapters, Ortsgruppen. Ihnen steht jeweils ein Präsident vor. In der Hierarchie folgen der Roadcaptain (Tourenplaner), Secretary (Sekretär) und der Sergeant at Arms (Waffenmeister). Mehr als 300 Ortsgruppen (Charters) mit insgesamt 6000 Mitgliedern (in Berlin und Brandenburg sind es rund 1000) sind die Grundlage für die Hells Angels in Deutschland. Um die Disziplin und den Gehorsam nicht zu verlieren, darf diese Organisationsstrukturen nicht durchbrochen werden. Nach außen Bier, Bikes und Busen - nach innen Geld mit Drogen, Menschen- und Waffenhandel, Glücksspiel und Schutzgelderpressung. Sollten Member wirklich mal die Clubregeln brechen und zu Aussteigern werden, so wird schon mal das eintätowierte Club-Logo mit der Schleifmaschine entfernt. Niemand verlässt den Club! Es gibt natürlich auch Ausnahmen, eine ehrenhafte Entlassung sozusagen, dann wird dem Member »LEFT« und das Datum des Ausstiegs auf die rechte Hand tätowiert. Er zwar darf seine Club-Tattoos behalten und an öffentlichen Partys teilnehmen, doch er muss die Uniform/ Kutte und alle Auszeichnungen ablegen bzw. darf sie nie wieder tragen. Aus dem Club geworfen zu werfen wird dagegen, wie schon oben geschildert, weit härte bestraft. Die unehrenhafte Entlassung wird mit der Tätowierung »OUT« an selber Stelle angezeigt. Er muss seine Tattoos entfernen. Dieses Prozedere heißt »Out in bad Standing« bzw. dass der Member dem Club geschadet hat. Nach dem Entfernen seiner Tattoos ist er vogelfrei bzw. wird nicht mehr durch den Club geschützt. Auch die Clubmitglieder, sonst den strengen Regeln untereinander unterworfen, dürfen die Person auf ihre Weise bestrafen.

 

Über allem liegt die Omertà (Schweigen) – die Mafia-Pflicht, innere Angelegenheiten nicht nach außen zu tragen.

"Kriege"

Rockerkriege 

 

Das SEK mit Maschinenpistolen bewachen Motorrad Korsos und können nicht schlichten, sondern nur versuchen Zivilisten zu schützen. Die Hells Angels sind Outlaws und präsentieren diesen Stil auch vor Polizisten, gerade wenn diese vor ihren Clubheimen auftauchen. In diesen vermuten die Polizisten oftmals Waffen, Drogen und „Kriegsgerät“. Denn wie schon in Skandinavien gesehen, schrecken die Hells Angels nicht vor schweren Waffen zurück - Sprengstoff, Granaten und sogar Raketenwerfer. Woher diese Waffen ist nicht bekannt, doch stehen solche Waffen für die verzweigten Beziehungen zur Unterwelt. Die Harley ist nur noch Image und Äußeres wie es scheint, und wird zwar bei den großen Festen und Eröffnungen des Motorradclubs stolz präsentiert, sind aber schon lange nicht mehr das Arbeitsgerät ihrer Wahl bei der Darstellung ihrer Macht.

 


(Frank Hanebuth Präsident des Charters in Hannover)

 

Waffenstillstand wird geschlossen, wenn das Geschäft gefährdet ist und neben der Mainstream Linie des Clubs, die vor allem auf Merchandising (Bier, Zigaretten, Kleidung und auch starke Spirituosen) und Motorradveranstaltung aufbaut, noch eine zweite Welt existiert. Schaut man sich nur die Bilder und Filme zu den Hells Angels an, so erkennt man die Machowelt, in der Gewalt nun mal eine unumstößliche Rolle spielt. In Dokumentation wird der Titel - Verherrlicht und Verharmlost - gern verwendet und es trifft durchaus zu. Es ist eine Armee von Rockern, mit starker Hierarchie und sogar extra Sprechern für die Öffentlichkeit. Der Ehrenkodex spielt dabei eine wichtige Rolle, fürs Geschäft der Hells Angels und im negativen Sinne für die Ermittlungen der Polizei.
Eine internationale Bruderschaft, die den Mythos für sich nutzt. Dieser Fakt hat schon so machen Journalisten zu Sympathisanten der Angels werden lassen, angezogen von der Faszination dieser Männerdomäne. Dieser Ehrenkodex macht es schwer bis in die höchsten Ebenen vorzudringen, denn die verdeckten Ermittler haben es bisher nie geschafft die Hells Angels Größen auffliegen zu lassen. In den höchsten Kreisen ist man durch eine innige und abhängige Bruderschaft verbunden, in diesem Kreis vorzudringen dauert entweder Jahre oder wird vorher entdeckt. Auch nutzen die Hells Angels ihren Mythos immer wieder geschickt um Fürsprecher zu gewinnen. Mal die Symbolisierung der Männlichkeit, dann die Stigmatisierung durch die Polizei und zum anderen als Anlaufpunkt für Menschen, die sich vom System abgelehnt fühlen. Heute findet man viele ehemalige Neonazis in der Kutte der Hells Angels, welche vor allem die Bruderschaft, das militärische und eine weit verzweigte Organisation suchen. Eine politische Richtung wird aus der Sicht der Hells Angels nie eine Rolle spielen, wie der Soldat auch sind die Hells Angels unpolitisch. Sie wollen ihre Aufgabe, den Willen des Klubs erfüllen bzw. ihre Bruderschaft schützen. Popularität hat bisher immer geschadet und darum wird auch in Zukunft die Expansion eher im Dunkeln verlaufen.

 

 

 

Die Höllenengel müssen heute vor allem durchgreifen können, trainieren im Fitness Studio und sind Kampfsport Experten. Man will in so viele Geschäfte wie möglich mitmischen, wenn nötig mit Gewalt. Gerade solche Member, die sich hier auszeichnen und deadheads sammeln, steigen in der Hierarchie auf. Talent ist gefragt, im Geschäft wie in der Gewalt. Dabei stoßen die Members in alle Sparten der Wirtschaft vor, von Getränken bis zum "Hausmeisterservice".
In den Schwerpunkten der deutschen Hells Angels Niederlassung reagiert die Polizei heute grundsätzlich mit großem Polizeiaufgebot, zu unsicher ist den Beamten, wie die Rocker reagieren und zu gewaltbereit reagiert die neue Garde der Hells Angels. Gerade die großen Treffen der Hells Angels, vor allem die Treffen mit mehreren hundert Personen, bedeutet für die Polizei Überstunden. Die Gefahr von Übergriffen auf die Polizei ist dabei eher gering, die möglichen Konflikte mit den Bandidos spielen da eher die vordergründige Rolle. Männer, die ihre Ehre verteidigen, aber auch (und vor allem) ihr Revier, ihr Geschäft und ihr täglich Brot. Der Angriff auf die Familie, das Geschäft und den Patch heißt es im Rockerjargon und die Verteidigung heißt oft auch Blutvergießen - auf beiden Seiten.
Mit dem Totenkopf auf dem Rücken, haben die Member eine ganze Armee hinter sich. Die Hells Angels führten Krieg gegen ihre Konkurrenten, oft mit Erfolg und die Polizei kämpft einen Undercover Kampf gegen die Totenkopf Soldaten - leider mit nur sporadischem Erfolg. Mit dem Verschwörungsgesetz versucht man in Amerika gegen die Hells Angels vorzugehen. Die Mafia ähnlichen Strukturen sind in diesem Falle aber noch ausgeprägte, Führungsoffiziere weit mächtiger und ihre Soldaten weit gefügiger. Man versucht dabei bis heute die Strukturen der Motorradclubs zu durchschauen und die unterschiedlichen Reviere, Status der Member und Verwicklungen zu entschlüsseln. Wie verschiedene Nationen bzw. Heere prallt man immer wieder aufeinander, die Hells Angels haben dabei Leute für die Verstärkung, Leute für das Ausspähen, Leute für die Aufklärung und Verhandlung. In Amerika sind die Schlachtfelder meist in Kalifornien und zum Teil in New York lokalisiert, in Europa ist bis heute Skandinavien für die brutalsten und legendärsten Rockerkriege bekannt, wie auch Berlin und Umgebung. Immer dort wo das Geschäft boomt, die Drogenflüsse kanalisiert werden und die Präsenz gegenüber Konkurrenten wichtig ist.

 


(Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5 / Teil 6)

 

Aus den Symbolfiguren, den Rebellen der Nation (50er bis 70er Jahre), ist heute ein Club aus Rockersoldaten geworden. Sie verehren die alten Schlachtrösser in ihren Reihen - wie Sonny Barger - immer noch, doch das Geschäft steht im Vordergrund. Inwiefern die alte Garde heute noch die Ziele steuert ist unbekannt, auch ob die Charter untereinander Führungsstrukturen besitzen und es einen „Hochmeister“ unter den „Rockerbrüder“ gibt, ist unbekannt. Wie viele Members es überhaupt gibt, ist auch unbekannt, gerade weil viele Rockerclubs Marionetten der Hells Angels sind, viele Übernahmen am Laufen sind und Supporter nicht genau eingeordnet werden können. Die Cops sind bei ihrem Feldzug gegen die Rocker auch nur schwerlich in den inneren Kern vorgestoßen, gerade weil dieser verschwiegen ist und die Brüder lange brauchen um Vertrauen zu gewinnen.

 


(Sony Barger bei einer Schlägerei in seinen Jugendjahren bzw. bereits als Mitglied der Hells Angels)

 

In Europa dauert der Kampf genauso an, gerade weil hier die Hells Angels noch weiter expandieren. In Skandinavien wurde gekämpft - ohne Bandagen. Erst die Eskalation mit vielen Toten und Einschreiten der Regierung machte dem offenen Krieg ein Ende. Man schaltete von ganz oben Vermittler ein und durch freundschaftliches Handshake wurde der Krieg in Skandinavien eingestellt, zum Besten des Clubs. Man war nun nicht mehr so stark in der Öffentlichkeit vertreten und konnte Geschäfte nun wieder zu ihrer Blüte führen - die Lektion war gelernt. In Deutschland wurde der Krieg gegen die Bandidos so auch beendet, ohne große Blutverluste wie in anderen Teilen der Welt, doch mit dem erreichten Ziel zu zeigen, wie die Grenzen bei den Hells Angels lagen. Heute sind die Bandidos in meisten Geschäftszweigen der Hells Angels kein Thema mehr, denn die Angels sind eine Armee, die noch nie geschlagen wurden.

 


(Sonny Barger heute)



Fakt ist, wenn die Hells Angels nicht dieser Stellung hätten, sich kämpfend und agierend an die Spitze der Rockerclubs dieser Welt gesetzt und diese Position für ihre Geschäften ausgenutzt hätten, dann hätte es eine andere Organisation anderen Kalibers getan. Ob dies nun auch Motorradclubs gewesen wären ist nicht von Belang, denn in dieser Sparte werden Möglichkeiten und freie Raum nicht lange frei bleiben.

Quellen

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http://de.wikipedia.org/wiki/Rocker (Letzter Zugriff 12.01.2011)
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http://www.johnvandinther.org/the-hells ... m-scenario (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://www.bild.de/BILD/regional/hambur ... enden.html (Letzter Zugriff 12.01.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Sonny_Barger (Letzter Zugriff 12.01.2011)
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http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/ ... html#bzTAF (Letzter Zugriff 12.01.2011)
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http://home.arcor.de/onkelspeiche/bikes ... olors.html
http://wap.stern.de/op/stern/de/ct/-X/d ... er/608186/
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Rocker-Begriffen
http://www.tabpress.de/lexikon-hells-angels/



Autor: Freiherr von Woye