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Vorwort

Die Feldjäger
 
„Benimm Dich anständig, dahinten kommen Feldjäger!“



Dieser Beitrag soll sich der Geschichte der Feldjäger widmen, wobei schon am Anfang mit einem Irrtum aufgeräumt werden soll. Der Begriff Feldjäger hat mit der heutigen "Militärpolizei" eigentlich nichts gemeinsam. Der Feldjäger war am Anfang kein regulärer Angehöriger irgendeiner Streitkraft, sondern im eigentliche Sinne ein "Förster". Aus diesen Förstern wurden dann eine Truppe, die Disziplin der Soldaten Sorge tragen soll. So steht der Feldjäger heute außerhalb der Befehlsketten, sind jedem Soldaten weisungsbefugt (außer den eigenen Vorgesetzten) und können, in Erfüllung ihrer Dienstpflicht bzw. der Wahrung des Militärgesetz, sogar einen General festnehmen.

Geschichte

Reitendes Feldjägerkorps
 



Schon 1631 stellte der Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel eine solche Einheit in seiner Armee auf. Der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm, übernahm dieses Truppenteilkonzept einige Jahre später und so entstand ein preußisches, bis 1918 bestehendes, reitendes Feldjägerkorps des deutschen Heeres. Es wurde 1740 von Friedrich dem Großen errichtet. Es bestand zunächst nur aus einem Oberjäger und 12 berittenen Jäger, die aus Forst- und Jagdbeamten ausgewählt waren. Das Kops wurde bald auf 60 Feldjäger und 6 im Offiziersrang stehende Oberjäger verstärkt. Im Frieden waren sie Kuriere des Königs, oder Sie wurden zur Berufsausbildung als Förster beurlaubt. In Kriegszeiten wurden Sie außer zu Kurierdiensten zur Führung von Marschverbänden, für die Verbindungsaufnahme zwischen Stäben und Truppenteilen sowie als Quartiermacher des Königs und der Prinzen verwandt. Das „Reitende Feldjäger-Corps“ in Preußen ist unauflöslich mit dem Regierungsantritt Friedrich des Großen verknüpft. Er stellte bei den Vorbereitungen und Planungen des zur Eroberung Schlesiens bevorstehenden Feldzuges, zur Erkundung genauer Ortskenntnisse und eines reibungslos funktionierenden Meldewesens, eine Spezialeinheit auf. Dazu wollte er „treue Leute von gutem Verstande“, als Kolonnenführer, Kurierjäger, Furierjäger und Leibjäger haben. Eine solche Einheit musste erst geschaffen werden. Gesucht wurden daher junge Leute, die an ein Leben in Wald und Feld gewöhnt waren, über einer guten Orientierungssinn verfügten und die Fähigkeiten zum Spuren lesen erworben hatten. Zudem mussten sie, wegen des vorwiegend selbständigen Einsatzes besonders zuverlässig sein. Darüber hinaus sollten sie noch den Vorzug haben, im Umgang mit Waffen vertraut zu sein und größtenteils bereits über die erforderliche Ausrüstung zu verfügen.
 

 


Nachdem der König sich aus diesen Gründen wiederholt für die Heranziehung seiner Jäger zur Wahrnehmung der neuen Aufgaben ausgesprochen hatte, befahl er, durch „Allerhöchste Kabinettsorder“ (AKO) vom 24. November 1740, die Aufstellung einer als „Jäger-Corps zu Pferde“ bezeichneten neuen Truppengattung. Nur die im Forstdienst stehenden Söhne von Förstern fanden damals Aufnahme im Reitenden Feldjägerkorps. Nach ihrer Dienstzeit sollten die frei werdenden Oberförsterstellen vorzüglich von ihnen besetzt werden. Die zu Beginn 299 Mann starke Einheit, die ihre eigene Bewaffnung mitbrachte (die Jagdgewehre waren zu dieser Zeit den Infanteriewaffen in Punkto Treffgenauigkeit deutlich überlegen), wuchs bis zu Friedrichs II. Tod auf rund 1.000 Mann an und gilt als Vorläufer aller Jägerbataillone. Seit 1817 wurden als Feldjäger hauptsächlich Leute eingestellt, die bereits bei einem Jägerbataillon bzw. seit 1845 im Gardeschützen-Bataillon gedient hatten. Vor dem 1. Weltkrieg bestand das Korps aus 3 Oberjägern und 78 Reitern - den Feldjägern, sämtlich im Offiziersrang. Ihr Chef war ein Generaladjutant, ihr Kommandeur des Inspekteur der Jäger und Schützen. Es bestand seit 1740 aus gelernten Jägern und später auch aus Forstakademikern. Seit 1798 hatten sämtliche Mitglieder Offiziersrang, welche mit ihren Paradeuniformen des Garde-Jäger-Bataillons um 1850, den Feldjäger bzw. sein Bild bis heute prägen. Die schließlich bis 1919 unter sieben preußischen Königen bestehend – sich im Krieg und Frieden stets bewährend - in Ehren bestanden hat. Bei Kriegsbeginn 1914 gab es in Deutschland ca. 33 Einheiten der Feldgendarmerie die im Verlauf des Krieges auf über 100 erweitert wurden. Bis sie nach verlorenem Kriege durch kriegsministerielle Verfügung zum 1. Oktober 1919 als das „Reitende-Feldjäger-Corps“ (RFC) aufgelöst wurde. Damit hatte die „viertälteste Truppengattung“ der preußischen Armee aufgehört zu existieren.
Eine ähnliche Truppe gab es in Russland bis 1917, jedoch ohne Bezug zum Forstwesen. So war das Reitende Feldjägerkorps ein Kavallerieverband mit besonderen Aufgaben in der preußischen Armee.
Die Aufgabe dieser Einheit, als Stabskavallerie klassifiziert, waren Erkundungs- und Kurierdienste, im 19. Jahrhundert ausschließlich letzteres. Die Garnison war 1740 Berlin, Potsdam, Charlottenburg und Köpenick. 1746 wurde Köpenick die Hauptgarnison mit Feldjägerkommandos in Berlin, Potsdam und Zehlendorf. 1808 wurde Köpenick alleiniger Standort, 1812 Berlin, später endgültig Charlottenburg. In der unmittelbaren Nähe des Königs befanden sich stets mehrere Feldjäger, die seine Briefe und sonstigen Nachrichten entgegennahmen und sofort zu befördern hatten. Der Kurierdienst umfasste ebenso die Bewältigung des diplomatischen Schriftverkehrs vom Auswärtigen Amt, speziell der chiffrierten Depeschen, zu den Botschaften im Ausland und umgekehrt. Der jeweils diensttuende Feldjäger reiste von Berlin mit dem Nachtexpress ab. Er trug Zivil und war verpflichtet, für die Sendungen Leib und Leben einzusetzen.Besondere militärpolizeiliche Befugnisse wie die heutigen Feldjäger hatte das Korps nicht, deren Aufgaben wurden im altpreußischen Heer im Bereich der Strafverfolgung von den Regimentsprofosen, im Bereich der allgemeinen Sicherheit (Patrouillen um die Garnisonen u.ä.) insbesondere von den Husaren wahrgenommen.
 

Das reitende Feldjägerkops war insofern eine Besonderheit in Preußen, als dass es sich nur aus Forstassessoren bzw. Absolventen, die ein Studium der Forstwissenschaft abgeschlossen hatten, rekrutierte und seit 1798 ausschließlich aus Offizieren bestand. Aufnahmeprüfung für das Feldjägerkorps war das sogenannte „Feldjägerexamen“, welches Kenntnisse moderner Sprachen und Reitfähigkeiten erforderte. Die Aufnahme in das Feldjägerkorps erfolgte aber erst durch Abstimmung der jeweils aktiven Korpsmitglieder bei gleichem Stimmrecht. 1866 bestand des reitende Feldjägerkorps überwiegend aus bürgerlichen Mitgliedern. Die Zahl der Angehörigen des Adels stieg in den folgenden Jahrzehnten stetig immer mehr an, so dass 1914 die Mitglieder bürgerlicher und adliger Herkunft jeweils ca. die Hälfte der Mitglieder des Feldjägerkorps ausmachten.Nach Gründung der Forstakademien, wurden die Feldjäger, die sich noch nicht im Kurrierdienst befanden, beurlaubt und zum Studium der Forstwissenschaften an die Forstakademie Eberswalde oder die Forstakademie Hann. Münden abkommandiert. Dort lebten die Feldjäger weiterhin mit militärischer Disziplin und Rangfolge auf dem eigenen „Kommandohaus“. Häufig blieben die Feldjäger solange im Korps, bis für ihn eine Stelle als Oberförster frei wurde.


 
Aufgaben I
 
Feldjägerstreifendienst
Einsatz bei militärischen Großveranstaltungen und bei sonstigen Veranstaltungen mit militärischer Beteiligung
Kontrollen in militärischen Liegenschaften
Unterstützen der Wehrdienstgerichte und sonstiger Justizorgane
Mitwirken beim Sammeln und Rückführen von Versprengten
und von in Gewahrsam genommenen Personen
Mitwirken beim Sammeln und Transport von Kriegsgefangenen



Das am 24. November 1740 aufgestellte Feldjägerkorps zu Pferde wurde 1756 zum Reitenden Feldjägerkorps. Zunächst unter dem Oberjäger Schenck in Stärke von einem Oberjäger, einem Assistenten und zwölf Feldjägern aus Forst- und Jagdbeamten gebildet, wuchs die Stärke im Laufe des Ersten Schlesischen Krieges auf insgesamt 110 Mann. Mit Kriegsende auf Friedensstärke von drei Oberjägern und 60 Feldjägern gebracht, wuchs mit Ausbruch des Zweiten Schlesischen Krieges 1744 die Truppe auf sechs Oberjäger, 167 Feldjäger und einen Feldscher. Das Korps wurde eingeteilt in zwei Schwadrons zu je einem Rittmeister, drei Oberjägern und 84 Feldjägern; 1791 wurden beide Schwadrons vereinigt, 1808 wurde das Korps verkleinert und erhielt 1811 eine Sollstärke von drei Oberjägern und 77 Feldjägern unter dem Befehl des Chefs. 1798 erhielten die Oberjäger offiziell Offiziersrang, 1808 verlieh man Offiziers-Portepees an sämtliche Feldjäger und ab 1871 wurden nur mehr Offiziere eingestellt. Um 1900 bestand es aus zwei Oberjägern (Oberleutnants) und 80 Feldjägern (Leutnants). Chef des Korps war der Generaladjutant des Königs, Kommandeur der Inspekteur der Jäger und Schützen.
 


Offizier (Oberjäger) vom Reitenden Feldjäger-Korps, 1740 aufgestellt.

Feldjägerstern

Der Feldjägerstern



Einen Tag vor seiner Krönung am 18.01.1701 stiftete der angehende König den Hohen Orden vom Schwarzen Adler für Verdienste um den preußischen Staat, der die höchste Auszeichnung Preußens war und seinen Wahlspruch Suum cuique als Inschrift beinhaltete. Der Spruch sollte die allgemeine Unparteilichkeit und die getreuliche Gesinnung Friedrichs zu Preußen ausdrücken.
 

 
Hierzu steht in den „Statuten des königlich preußischen Ordens vom schwarzen Adler“:
„Mit dem Crantze die Gerechtigkeit der Belohnung, mit den Donnerkeilen die Gerechtigkeit der Strafen, und mit dem Suum cuique die allgemeine Unparteilichkeit anzudeuten, nach welcher nicht nur einem und dem anderen, sondern allen durchgehends, und einem jedweden nach Verdiensten das Seine geleistet werden.“



Der 24. November 1740 war die Geburtsstunde der „Feldjäger zu Pferde“. Per allerhöchster Kabinettsorder ordnete Friedrich II. die Aufstellung dieses „Korps“ an. Diese Feldjäger dienten anfänglich als Kolonnen-, Kurier-, Furier- und Leibfeldjäger. Später, im Jahre 1744, wurde zudem ein „Feldjägercorps zu Fuß“ aufgestellt. Ab 1756 wurde das „Feldjägercorps zu Pferde“ in „Reitendes Feldjägercorps“ (RFC) umbenannt. Nach wiederum allerhöchster Kabinettsorder vom 12. Dezember 1847 trug das „Reitende-Feldjägercorps“ im Dienst zu Pferde „Sattel-Überdecken, grün mit rothem Besatz, nach dem Schnitt für Dragoner-Offiziere, mit dem Gardestern“. Weiter wurde der Gardestern, der in der Ausfertigung für Offiziere dem Stern des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler entsprach, unter anderem auf dem Helm, später (1903) auch auf der Kartusche, getragen.
Am 12. November 1955 überreichte der Bundesminister für Verteidigung an des preußischen Heeresreformers Scharnhorst 200. Geburtstag in der Bonner Ermekeil-Kaserne den ersten 101 Freiwilligen die Ernennungsurkunden. Einziger Schmuck des Raumes war dasEiserne Kreuz. Die ersten 1000 Freiwilligen wurden am 2. Januar 1956 nach Andernach (Heer), Nörvenich (Luftwaffe) und Wilhelmshaven (Marine) einberufen. Unter diesen Freiwilligen befanden sich auch die ersten Angehörigen der Militärpolizei-Lehrkompanie. Sie trugen als Truppengattungsabzeichen zunächst einen sechszackigen Stern am Uniformkragen, der nicht dem preußischen Gardestern nachempfunden war, sondern dem „Polizeistern“ entsprach. Später wurde der Stern auch immer wieder als „Sheriffstern“ bezeichnet. Anlässlich der „Großen Polizeiausstellung Berlin 1926“ wurde ein sechszackiger Stern als Wahrzeichen der Ausstellung geschaffen, der unserem ersten Truppengattungsabzeichen als Vorlage gedient haben könnte.
Nach der Einführung der Kragenspiegel in der Bundeswehr wurden die Sterne gegen orangefarbige Kragenspiegel ausgetauscht. Als sichtbares Truppengattungszeichen wurde der Gardestern von den Feldjägern vorerst nicht an der Uniform getragen. Jedoch wurde er von den Feldjägertruppenteilen und Feldjägerdienststellen in den unterschiedlichsten Ausführungen in den Dienststellen benutzt. Um eine eindeutige Regelung im Bereich der Waffengattung zu erreichen, erhielten alle Feldjägereinheiten 1963 vom Truppenamt eine farbige Darstellung des Gardesterns mit Erläuterungen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes.
 


Seit Einführung des Baretts ziert ein stilisierter Gardestern als historische Nachbildung und als Truppengattungszeichen die Kopfbedeckung eines jeden Feldjägers. Dem Wahlspruch Friedrichs I. „Suum cuique“ fühlt sich die Feldjägertruppe der Bundeswehr auch nach 300 Jahren verpflichtet. Sie versteht sich als militärische Traditionstruppe dieses ehemaligen „Reitenden-Feldjäger-Corps“.

Uniform

Uniform

Die Uniform folgte stets dem Stil der preußischen Dragoner, jedoch mit zeisiggrünem, rabattenlosen Uniformrock, roter Abzeichenfarbe, gelben Knöpfen, schwarzem Hut, paillefarbener Hose und Weste. Die Uniform machte die allgemeine Entwicklung mit, in den Befreiungskriegen wurden dunkelblaugraue Hosen mit rotem Vorstoß und der Zweispitz eingeführt. 1843 wich der Hut der Pickelhaube. Mit der festen Zuordnung zum Gardekorps wurden auch Gardelitzen eingeführt. Die Uniformen waren die gleichen, wie ihrer Kollegen zu Fuß.
Neben Fahnen und Helmen auch die berühmten metallenen „Ringkragen“, die den Feldjägern im Zweiten Weltkrieg den Schimpfnamen „Kettenhunde“ eintrugen. Sogar für Soldaten der Waffen-SS waren Feldjäger damals disziplinarisch zuständig. Vielen waren sie verhasst, weil sie Fahnenflüchtige jagten und sogar noch die Flüchtlingstrecks aus dem Osten nach möglichen Soldaten durchkämmten, ein Kapitel, das die Ausstellung künftig noch stärker beleuchten soll. Das ist auch nötig, denn die Geschichte der Feldjäger zählt zu den weniger erforschten Kapiteln der NS-Militärgeschichte.
Die Bundeswehr führte bei ihrer Gründung die berüchtigten Ringkragen nicht wieder ein, stattdessen bekamen die Soldaten „Affenjäckchen“-Anzüge nach US-Vorbild. Noch heute allerdings tragen Feldjäger Litzen in Orange an der Schulter – ihre Traditionsfarbe seit Preußens Zeiten. Wer sich darauf versteht, kann in einer Uniform lesen wie in einem Buch. In ihren Details verbergen sich Traditionslinien, in ihnen manifestiert sich das Selbstverständnis einer Truppe.

 

Bei Aufstellung der bundesdeutschen Streitkräfte schuf man 1955 für den Staatsbürger in Uniform den schlichtesten Rock, der je von einem deutschen Soldaten getragen wurde. Schlicht und den Gepflogenheiten der Verbündeten angepasst, wurden auch bei den Unterscheidungsmerkmalen der Waffengattungen des Heeres anstelle der Waffenfarben der alten Armee, des Reichsheeres und der Wehrmacht kleine Metallabzeichen nach amerikanischem Muster genehmigt. Doch bereits Anfang 1957 ersetzten Kragenspiegel beim Dienst- und Ausgehanzug die Metallabzeichen, so dass man wieder an den Farben erkennen konnte, welcher Waffengattung der einzelne Heeressoldat angehörte. Die Kragenspiegel waren rechteckig, mit mattem grauem Gespinst in Litzenform auf Unterlagen in den Waffenfarben. Um die bisher allzu schlichte Uniform des Heeres schmucker zu gestalten, waren 1962 zudem Paspelierungen und Unterlagen der Schulterklappen sowie Hosenbiesen genehmigt worden. Paspeln in Waffenfarbe waren an der Schirmmütze ab 1962 und zwischen 1962 und 1976 rund um den Kragen für Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee und Schiffchen für alle Unteroffiziere und Mannschaften befohlen. Für den Kampfanzug wurden 1964 die Aufschiebeschlaufen in Waffenfarbe eingeführt.
Die Entstehung und Entwicklung der Waffenfarben ist unterschiedlich verlaufen. Einige lassen sich weit in die Geschichte zurück verfolgen, andere scheinen recht willkürlich ausgewählt worden zu sein. Zu den traditionsreichen Farben gehören u.a. das Jägergrün der Infanterie, das Goldgelb der Panzeraufklärer, das Hochrot der Artillerie und das Schwarz der Pioniere. Das Weiß, die Farbe des 1. Garderegiments zu Fuß seit der Zeit Friedrich des Großen, der Infanterie von 1915 bis 1945 mit Ausnahme der Jäger und Gebirgsjäger ist seit 1956 die Farbe der Militärmusik, die bis 1945 die Farbe des jeweiligen Truppenteils getragen hat, bei der sie etatisiert war.
Der Feldjägertruppe schließlich wurde die Traditionsfarbe „Orange“ der Gendarmerie und Feldgendarmerie zugewiesen. Und auch im Verbandsabzeichen der Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Sonthofen, war bis 2003 als Schule des Heeres, die Waffenfarbe Orange zu sehen. So war dem roten schildförmigen Verbandsabzeichen mit den gekreuzten Schwertern und dem darunter befindlichen “S“ für Schule eine Umrandung in der Farbgebung Orange zugeordnet. Darüber hinaus setzen Einheiten, Verbände und Dienststellen der Feldjägertruppe nach wie vor Orange als Merkmal ihrer Truppengattung in Abzeichen und Wimpel ein. Bleibt letztlich festzustellen, dass die Waffenfarbe auf den Großen Kurfürsten zurückgeht und die Feldjägertruppe so auch ein Stück Preußen symbolisiert.

 



Oranien (franz. Orange) war eine dem Königshaus Preußen besonders nahe stehende Farbe. Sie weist zum Andenken auf die erste Frau des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688), Prinzessin Luise Henriette von Nassau-Oranien, hin, deren Wappenfarbe Orange war. Luise Henriette war die Mutter des ersten preußischen Königs Friedrich I. (1657-1713) und zugleich das Enkelkind Wilhelm I. von Oranien. In Anlehnung an die oranische Verwandtschaft bekamen die Söhne des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm I. 1708 und 1712 von König Friedrich I. in Preußen auch den Titel eines Prinzen von Oranien verliehen. Die Heirat des großen Kurfürsten mit Luise Henriette von Oranien hatte ein „niederländisches Jahrhundert“ im Sinne einer politischen und kulturellen Orientierung zur Folge. Das Geschlecht der Oranier verdankt seine Farbe dem kleinen Fürstentum Orange im Rhonetal oberhalb von Marseille in Südfrankreich. Das Fürstentum war im Jahre 1530 durch Heirat der Grafschaft Nassau-Chalons und 1544 Wilhelm I. von Nassau-Dillenburg, genannt „der Schweiger“, dem späteren königlichen Statthalter der Niederlande, zugefallen. Er befreite später die Niederländer vom spanischen Thron und wurde 1584 ermordet. Mit Wilhelm I., der auch Prinz von Oranien war, erfolgte die Gründung des Hauses Nassau-Oranien.
Mit der Stiftung des „Hohen Orden vom Schwarzen Adler“ am 17. Januar 1701 steht die Farbe Orange auch im silbernen Bruststern als Hintergrundfarbe des schwarzen Adlers und als Farbe des Schulterbandes bzw. der Schärpe, die über die linke Schulter zur rechten Hüfte getragen wurde. In vielen zeitgenössischen Abbildungen sind preußische Heerführer, Könige und deutsche Kaiser mit dem Orden abgebildet, und diese geben durchaus eindrucksvoll die Farbe Orange wieder. Die kleine Einheit des Feldjäger-Korps zu Pferde behielt auch unter Friedrich Wilhelm III. seine traditionell grüne Uniform bei. Von der Form entsprachen die Hüte denen der Infanterie. Die Röcke der Mannschaften hatten keine Rabatten und konnten über die ganze Brustlänge geschlossen werden. Dagegen entsprach der Schnitt der Offiziersröcke den Vorschriften von 1798. Sie waren ebenfalls rabattenlos, hatten jedoch eine reichliche Goldstickerei in Rokokomanier. Abzeichenfarbe und Futter waren rot. Zu weißen Hosen gehörte eine grüne Weste. Nach 1802 wurden die grünen Westen durch weiße ersetzt.

Feldjägerlied

Ein wirkliches Traditionslied, auf die Feldjäger der Bundeswehr bezogen, gibt es wohl nicht. Aus der Historie sind zwar einige Lieder bekannt, doch diese stammen alle aus der Zeit, als Feldjäger noch zu den Jägertruppen gehörten. Es gibt eine alte schwäbische Volksweise aus dem 18ten Jahrhundert: “Ein schwarzbraunes Mädchen hat‘ nen Feldjäger lieb“. In Anlehnung daran schrieb Ludwig Uhland das Kameradenlied: "Ich hat' einen Kameraden".
 

“Ein schwarzbraunes Mädchen hat‘ nen Feldjäger lieb“



 

Ein schwarzbraunes Mädchen
hat ´nen Feldjäger lieb,
einen hübschen, einen feinen
einen Feldoffizier.

Ei, du schwarzbraunes Mädchen,
trau dem Feldjäger nicht!
Denn er sitzt auf dem Gaule
und macht dir das Maule,
aber heiraten tut er nicht.

"Und der Feldjäger ist mein,
und kein andrer darfs sein,
denn er hat mir versprochen,
mein eigen zu sein."

"Und jetzt geht es fort,
und wir haben kein Brot:
O du schwarzbraunes Mädchen,
wir leidens keine Not."

"Jetzt geht es ins Feld,
und wir haben kein Geld:
O du schwarzbraunes Mädchen,
so gehts in der Welt."

Ein lustiger Soldat
hat allzeit die Macht,
schöne Mädchen zu lieben,
bei Tag oder Nacht.
 

 
Aufgaben II
 
Erkunden und Kennzeichnen von Straßen
Aufnahme von Verkehrsunfällen mit Bundeswehrbeteiligung
Militärische Verkehrskontrollen
Militärische Verkehrsregelung
Begleiten und Kontrolle von militärischen Gefahrengut- oder Großraumtransporten
Mitwirken beim Planen und Überwachen des militärischen Straßenverkehrs
Kontrolle von militärischen Gefahrgut Transporten
Einrichten eines Verkehrsleitnetzes
Regeln des Verkehrs im Spannungs- und Verteidigungsfalle,
soweit dies für die Erfüllung des Verteidigungsauftrages erforderlich ist

 

"Ich hat' einen Kameraden"



 

Ich hatt’ einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen,
Gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück von mir.

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad.
Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew’gen Leben
Mein guter Kamerad!



Ludwig Uhland schrieb während des Befreiungskrieges gegen Napoleon die Ballade „Der gute Kamerad“. Österreich hatte sich 1809 zuerst gegen den Imperator erhoben, und der junge Poet nahm am Leiden auf beiden Seiten Anteil. Er fühlte mit den Badenern, die unter französischem Befehl gegen die aufständischen Tiroler ziehen mussten, und er trauerte um seinen Förderer Leo von Seckendorf, der als österreichischer Hauptmann gefallen war. Gesungen folgte die Melodie zunächst in Anlehnung an eine alte schwäbische Volksweise dem Feldjägergesang aus dem 18ten Jahrhundert “Ein schwarzbraunes Mädchen hat‘ nen Feldjäger lieb“. Sie wird fälschlich Friedrich Silcher (1797 – 1860) zugeschrieben, der die schlichte Weise aber 1827 nur bekannt machte. Der “gute Kamerad“ bildet seit Mitte des 19ten Jahrhunderts über alle politischen Systeme hinweg bis auf den heutigen Tag einen unverzichtbaren Bestandteil des militärischen Zeremoniells. Das Kameradenlied ist ein Denkmal des unbekannten Soldaten und gleichermaßen von künstlerischer Klasse wie von großer Volkstümlichkeit. Es erklingt in Deutschland traditionell als Weihelied bei Totenehrungen und beim Großen Zapfenstreich. Der einfache Text blieb über zwei Jahrhunderte unberührt. Wie der Lorbeerkranz mit der Schleife in den Nationalfarben und die aus den Opferschalen lodernden Flammen gehört der “Gute Kamerad“ zur ewigen Symbolik des Gedenkens an die Kriegsopfer. Vielleicht bezieht das Lied seine besondere Wirkung gerade aus diesem Umstand, dass es von allen Systemen gleicherweise verwendet wurde. Damit verbindet es die Botschaft, dass der Tod alle Gegner gleich sind.
Es gibt ein paar Lieder der Feldjägertruppe, aber diese werden bei Laufübungen gesungen wie bei Full Metal Jacket. Die Melodien sind von anderen Truppengattungen übernommen und der eigene Text wurde dazu gesungen.


Ein Kamerad ?

Vom Feldjäger zum guten Kameraden...
 

 

Ehrenhain der Feldjägertruppe

(Teil 2 / Teil 3)

In Sonthofen waren Erinnerungstafeln angebracht, die Auskunft über zahlreiche Verbände, Einheiten und Dienststellen der Feldjägertruppe und ihre Standorte gaben. Die Tafeln wurden auf Initiative der Kameradschaft der Feldjäger e.V. gestiftet. Die erste Übergabe an den General der Feldjägertruppe erfolgte im November 2002. Bis zum Umzug der Schule für Feldjäger und Stabsdienst nach Hannover befand sich unter den Arkaden im Sonnenhof der Burg eine nahezu lückenlose Aufstellung und hielt hier über die Zeiten fort die Erinnerungen an die Verbände, Einheiten, Dienststellen und Standorte dieser Feldjägereinrichtungen der Bundeswehr wach. Die Gedenkstätte der Feldjägertruppefür im Einsatz oder bei der Ausbildung getötete Kameraden wurde an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in der Ehrenhalle am Sonnenhof errichtet.


 
Aufgaben III
 
Absicherung von Operationszentralen in Gefechtsständen von Großverbänden
Personen- und Begleitschutz
Eskorten und Lotsendienst
Absicherung von Besprechungen, Ausstellungen und Vorführungen
Überwachen von Liegenschaften der Bundeswehr
Mitwirken beim Schutz von Objekten
Schutz von Transporten
Unterstützung bei Maßnahmen der Rüstungskontrolle in Deutschland
Erhebungen und Ermittlungen



Die Gedenkstätte wurde mit Unterstützung der Kameradschaft der Feldjäger e.V. im Herbst 2006 errichtet. Direkt gegenüber dem Ehrenmal für Generaloberst Beck fanden die im Einsatz getöteten Kameraden ein würdiges Gedenken. Hier wollen wir an die im Einsatz getöteten Kameraden erinnern.

Ein weiteres Denkmal für die Feldjäger ist der Feldjägerstein Eberswalde. Dort steht das Denkmal für das Reitende Feldjäger-Corps und die gefallenen Feldjäger in Eberswalde. Ehe die Auflösung des Reitenden Feldjäger-Corps 1918/19 ausgesprochen war, gingen alte und junge Feldjäger daran, auf der Basis bereits vorhandener Strukturen eine „Feldjägergesellschaft“, heute „Feldjägerverein e.V.“, zu gründen. Deren erster Vorsitzender Dr. Reinhold Schmalz war. Dabei stellte der Vorsitzende u.a. zwei Aufgaben heraus, deren sich der Verein annehmen müsse: Eine Erinnerungsstätte für die gefallenen Feldjäger, sowie für das Reitende Feldjäger-Corps selbst zu errichten und die RFC-Geschichte fortzuschreiben. Und so wurde auf dem Waldfriedhof in Eberswalde ein „Feldjägerstein“ als Denkmal errichtet und am 24. November 1922 eingeweiht.
 

 



Ein Findling aus märkischem Walde fand sich, kaum 150 Meter vom Denkmalsplatz entfernt. Gekrönt von einem sterbenden Adler. Die Lichter verhangen und die Fänge in den Stein gekrampft. Darunter die goldene Inschrift „Das Reitende Feldjäger-Korps, 1740-1919, seinen Gefallenen“ und unter dem Namenszuge – am Fuße der Ausspruch Moltkes über die Dienste der Feldjäger im Kriege „Wenn man einem Feldjäger einen Befehl übergeben hatte, war man sicher“. Auf der steinernen Brüstung waren die Namen der 46 Feldjäger eingraviert. Im Weltkrieg 1914/18 waren 22 Feldjäger gefallen. Zu den weiteren Feldjägern finden sich nur wenige Hinweise.
 

 

Inzwischen hat ein weiterer Weltkrieg in Europa gewütet. Der Stein wurde von der sowjetischen Soldateska mutwillig beschädigt. Von Angehörigen der "Akademischen Feldjäger" aus Göttingen vom Wildwuchs befreit und restauriert, war er am 24. November 1990 - beim Gedenken der Angehörigen des "Feldjägervereins e.V." - Mittelpunkt der 250 Jahrfeier."


 
Aufgaben IV
 
Aufnahme von folgenschweren Unfällen
Feststellen von Sachverhalten im dienstlichen Interesse
Mitwirken bei der Aufklärung von Dienstvergehen
Suche nach unerlaubt abwesenden Soldaten

Wahrnehmung allgemeiner Polizeiaufgaben
Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung
Begleitung von Konvois
Mitwirkung bei der Verhinderung von Straftaten
Einsatz mit Militärpolizeien anderer Länder

Feldjägerstein 1922

Inschriften:
"Das Reitende Feldjäger-Korps, 1740-1919, seinen Gefallenen. - Wenn man einem Feldjäger einen Befehl übergeben hatte, war man sicher."
(Graf v. Moltke 24.11.1890)

 
Links: Damals / Rechts: Heute



Die Tafel im Vordergrund trägt die Namen der Gefallenen. Die Bekrönung des Feldjägersteins zu Eberswalde besteht aus einem sterbenden Adler, welcher naturgetreu vom Bildhauer Vordermayer modelliert wurde.

Zum Schluss

Zweiter Weltkrieg bis Heute
 



In der Reichswehr gab es keine Einheiten mit polizeiähnlichen Aufgaben, sie war in der Deutschen Armee des Versailler Vertrages nicht vorgesehen. Im Zweiten Weltkrieg waren deutschen Feldgendarmen der Wehrmacht und der Waffen-SS verantwortlich für die Verfolgung von Soldaten, die vor allem in den letzten Kriegstagen fahnenflüchtig geworden sind: „Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben“ (Adolf Hitler). Die Kettenhunde, wegen ihrer metallene Plakette mit der Aufschrift Feldgendarmerie oder Feldjägerkommando, die sie um den Hals trugen, so genannt, legen Zeugnis für Unbarmherzigkeit der Wehrmacht im Krieg ab. Sie waren es auch, die die Verbrechen an der Menschlichkeit unter der Zivilbevölkerung ein Gesicht gaben. Vor allem im Bezug auf die Verquickungen von Feldgendarmerie, Geheimer Feldpolizei, Heeres- bzw. Wehrmacht-Streifendiensten und Feldjäger-Kommandos. Nach dem Krieg wurden diese Einheiten der Wehrmacht vom Nürnberger Militärtribunal verurteilt, mit dem Vorwurf, eine verbrecherische Organisation gewesen zu sein. Im Jahre 1948/1949 wurde die Feldgendarmerie entwaffnet, war dennoch an der Aufrechterhaltung der Ordnung im Nachkriegsdeutschland beteiligt.
 

 



Die Bundeswehr übernahm neben der Funktion auch die preußische Tradition, und die am 6. Oktober 1955 aufgestellte Militärpolizei unter der Bezeichnung "Feldjäger", ist bis heute keine Polizei im eigentlichen Sinn, denn Sie besitzen im Frieden keine Weisungsbefugnis gegenüber Nicht-Bundeswehrangehörigen. Nur auf militärischen Territorien und seit neustem bei Auslandseinsätzen, wird die ihre Aufgabe Militärpolizei immer deutlicher und wichtiger.

Quellen

DMP Empfehlung



Webseite

grosser-generalstab.de






http://www.militarypolice.de/modules.php?name=Truppe (Letzter Zugriff 30.06.2011)
http://www.swissmotor.ch/20_artikel/200_250/0223.htm (Letzter Zugriff 30.06.2011)
http://www.feldjaeger.de/ (Letzter Zugriff 30.06.2011)
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/64558 (Letzter Zugriff 30.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Feldj%C3%A4ger (Letzter Zugriff 30.06.2011)
http://www.feldjaeger-stabsdienstschule ... fjgstdstbw (Letzter Zugriff 30.06.2011)
http://en.wikipedia.org/wiki/Feldj%C3%A4ger (Letzter Zugriff 30.06.2011)
http://www.abwehr.co.uk/police/Alternat ... s/FJK.html (Letzter Zugriff 30.06.2011)
http://www.grosser-generalstab.de/sturm/sturm309.html (Letzter Zugriff 30.06.2011)



Autor: sak alisu / Freiherr von Woye