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Das Thema

Deutsches Liedgut
 
Die Seele, die Wünsche und die Geschichte in einem Lied

 

Aus einfachen Texten entstanden, aus Situationen des alltäglichen Lebens der Vergangenheit, sind Sie heute die musikalischen Augenzeigen deutscher Geschichte - Lieder. So hat das deutsche Volkslied eine lange textliche wie musikalische Traditionen im deutschsprachigen Raum. Dabei stehen Sie als musikalische Zeugnisse („Volkslieder“) nicht nur für eine idealisierte, vergangene ländliche Kultur, sondern spiegeln die Geschichte in militärischer, politischer und regionaler Perspektive wieder. Will man eine Entwicklung aufzeigen, so ist das Mittelalter als Gründungsphase zu betrachten, wobei sich die Lieder, Vortragsweisen und Melodien immer verfeinerten. Als Hochphase wird die deutsche Romantik gesehen, die wie keine andere Epoche den Liedern ihren Stempel aufdrückte. Lange Texte, die im Reim und Sinngehalt bis heute als beispielhaft verstanden werden. Herder und andere Vertreter haben aus dem Volkslied zu jeder Seit ein Abbild der Kultur und Gesellschaft gemacht .
Doch ist es gerade die oftmals einfache Konstruktion der Volkslieder, deren einprägsamer Charme, Reim und Inhalt, der schon früh für die Begeisterung der Massen genutzt wurde. Waren es anfangs aufmunterne und motivierende Soldatenlieder, so entwickelten sich mitunter Protestlieder daraus, die ihre politische Wirkung nicht vefehlten. In der Neuzeit wurde diese Wirkung auf die Spitze getrieben und das Volkslied regelrecht missbraucht. So galten im Nationalsozialismus sie so typischen, rückwärts gewandten Rekonstruktionen teilweise als obsolet. Dennoch kann man diese Phase wohl als einen der Aspekte des einfachen Liedes aus bzw. für das Volk für typisch halten und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die Ideologien der Moderne sich diese Wirkung zu nutze machten. Heute wird sich die Wirkung auch noch zu nutze gemacht, doch nicht mehr im negativen und politischen, sondern eher im populistischen und medienwirksamen. Heut findet man die Grundstruturen der Volkslieder, die sich durch eine bestechende Einfachheit großer Beliebtheit erfreuten, vor allem im Schlager aber auch den neueren Formen der Populärmusik wieder. Wichtig dabei zu bemerken, dass sich das Volkslied nie eine die gesamte Sparte deutscher Lieber einordnen lässt, sondern immer von der volkstümlichen Musik abzugrenzen ist.

 

„Was ist das alte, klassische Volkslied? Es ist das Lied des ganzen, in sich noch geschlossenen Menschen, jenes starken Menschen, der alle Entwicklungsformen und -möglichkeiten noch in sich trug, der nur recht von Herzen zu singen brauchte, um dem ganzen Volke Herzenskünder zu werden. Diese Art Menschen lebt heute noch, draußen in den stillen Landeswinkeln, sie aber neu zu schaffen ist menschenunmöglich, unmöglich, da aller Fortschritt unserer Zeit auf einem Opfer gleichsam des ganzen, vollen Lebens beruht, auf einem trotzigen Sprunge ins Halbleben des Sonderberuflers und Spezialisten.“


Hans Breuer, Der Zupfgeigenhansl, Vorwort zur 10. Auflage 1913

 

Historie

Die Zeit des Deutschen in der Romantik bevorzugt „Einfache, Naturnahe, Ursprüngliche und Unverfälschte“. Diese Voraussetzungen werden von den bis heute bekannten Dichtern und Autoren verwirklicht, so auch Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe und Gotthold Ephraim Lessing, die wegweisend an der Entstehung der Deutschen Volkslieder beteiligt waren. Die Volksseele ist dabei immer Hauptinhalt und Intention der Lieder, die zu Recht als popular song übersetzt werden. Keine hochgestochenen, zeittypischen Poesie der gebildeten Schichten, sondern die einfache Ausdrucksweise dominieren die Lieder, wobei der Gassenhauer oder das Straßenlied nicht mit diesen Liedern gleichzusetzen war. Ein nationalistisches und patriotisches Gedankengut setzt sich in den Lieder durch.

„Eine kleine Sammlung […] Lieder aus dem Munde jeden Volks, über die vornehmsten Gegenstände und Handlungen ihres Lebens, in eigener Sprache, zugleich gehörig verstanden, erklärt, mit Musik begleitet. […]“ Er erwartet, so mehr zu erfahren „[…] von Denkart und Sitten der Nation! von Ihrer Wissenschaft und Sprache! Von Spiel und Tanz, Musik und Götterlehre!“ Sachverhalte, „[…] auf die der Menschenkenner doch immer am begierigsten ist […]“ Er fordert am Ende berufene Personen aller Nationen zu Sammlung und Studium solchen Liedgutes auf in der Gewissheit, „[…] andern Nationen gäben sie hiermit die lebendigste Grammatik, das beste Wörterbuch und Naturgeschichte ihres Volkes in die Hände“.



Herder

„Mag nur ein Geselle, Landsknecht, oder Reiter, ein Gelehrter, ein Vornehmer oder aber einer der berufsmäßigen 'Singer' der Dichter eines Volksliedes sein, es ist und bleibt einer aus der großen Menge. Und selbst wo uns fest umrissene Charaktere, bekannte Namen entgegentreten: Luther, Hutten, Hans Sachs u.a, da verleugnen ihre Volkslieder die allgemeinen Familienzüge nicht. Eben weil hier diese Dichter aus dem Volksempfinden heraus zu dichten vermochten, weil sie sich mit dem ganzen Volke eins und sich als lebendiges Glied des Ganzen fühlten: deshalb wurden ihre Lieder Volkslieder.“


Prof. Dr. Julius Sahr in 'Das deutsche Volkslied', Leipzig, Göschen, 1912

„In seinen Lieder hat der Deutsche gelacht und geweint, geträumt und geklagt, gekämpft und gerungen, gezürnt und gebetet; sie sind deshalb ein Stück deutschen Geistes- und Gemütslebens.“


Franz M. Böhme in 'Deutscher Liederhort', Leizpig, Breitkopf & Härtel, 1893

 


Wenn wir die Entstehung der ersten Volkslieder in den historischen Kontext setzen, dann trifft diese musikalische Gründerzeit auf eine europaweite Freiheits- und Nationalbestrebung, die sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts weiter vertiefte. Man traf den Kern der Zeit und sprach die Leute - das Volk - auf einer Ebene, die den Leuten aus der Seele sprach: Stimmen der Völker in Liedern! Herder will damit die Menschen retten, denn die sich wandelnden Lebensbedingungen des beginnenden Kapitalismus und der Industrialisierung, brachten eine neue Entwicklung im Volk, die sich in den Lieder ausdrücken sollte und etwas von der alten, traditionellen Zeit bewahren sollte. „Das Volk“ sang und hielt sich so am Leben.


Autoren/Liedermacher

Wichtige Autoren und Liedermacher:

Achim von Arnim
Clemens Brentano
Matthias Claudius
Simon Dach
Heinrich Heine
Wilhelm Müller
Ludwig Uhland
Johann Friedrich Reichardt
Johann Abraham Peter Schulz
Friedrich Silcher
Carl Friedrich Zelter
Christian Gottfried Krause
Ludwig Erk
Franz Magnus Böhme
Louis Pincks

Historisches II

„Durch die deutsche Volksdichtung geht ein

 

tiefreligiöser Zug.“


Otto Böckel in 'Das deutsche Volkslied'. Marburg, Elwert, 1908

Der Volkston sollte die Musik machen und nicht die musikalische Begleitung spielt nun die Hauptrolle, sondern die Stimme und der Text. Man kann noch heute den Text lesen und ohne Musik die Stimmung herauslesen. Dabei will der Dichter sogar die Veränderung der Lieder durch mündliche Weitergabe: „Nichts in der Welt hat mehr Sprünge und kühne Würfe als die Lieder des Volkes!“ So kam zum Unterhaltungsfaktor auch die Entwicklungsfaktor dazu, denn die kleinen Veränderungen machten den Reiz aus, brachten neue gesellschaftliche Untertöne ins Spiel ein. Leider verursachte die industrielle Revolution, mit ihrem rasanten gesellschaftlichen Wandel, einen Nachlass in der Pflege und Tradierung des Volksliedes. Diese Entwicklung ging im 20. Jahrhundert so weiter und bei den neuen Singebewegungen des 20. Jahrhunderts handelt es sich kaum noch um Musikpraxen, die „authentisch aus dem Volk geschöpft“ sind, sondern eher um ein romantisch-nostalgisches Zurückgreifen auf ein Repertoire, das längst in Liederbüchern überliefert ist und kaum noch einen Bezug zur Lebensrealität darstellt.
 

„Viele Volksweisen sind wahre Perlen der Tonkunst. Soll doch Beethoven einmal erklärt haben, er gebe seinen ganzen Komponistenruhm um die Erfindung der Volksweise 'Innsbruck, ich muß dich lassen' (Nun ruhen alle Wälder)! Und wahrlich, auch unsere heutigen Tonmeister könnten manchmal mit Nutzen bei dem Volksliede in die Lehre gehn.“


Dr. J.W. Bruinier in 'Das deutsche Volkslied'. Leipzig, B.G. Teubner, 1914

 

 

„Der Reim des Volksliedes bedarf nicht der Vollendung, die ihm die heutige Kunstpoesie gibt und geben muß, da er durch die Melodie eine Veredlung und Hervorhebung erfährt, die ihn dem Ohre viel annehmbarer macht wie ein bloßes Lesen oder Sprechen.“
Fr.W. Freiherr von Ditfurth in 'Fränkische Volkslieder'. Leipzig, Breitkopf & Härtel, 1855.



„Nur Kulturblasiertheit oder oberflächliste Betrachtung findet im Volkslied weiter nichts als eine naive Art der Volksbelustigung oder als die unterste Stufe der Poesie. Wer tiefer blickt, entdeckt in im wirklich einen guten Genius des Volkes.“
Bischof Keppler in 'Mehr Freude', Freiburg i.B., Herder, 1911

 

Historisches III

Eine neue Entwicklung lässt sich in den Liedern erkennen, einen politischen Aspekt, denn in den Arbeiter- und Studentenlieder wollte man wieder Position beziehen - früher aus nationalen Einheitsgedanken, nun aus politischen Erwägungen - das löst eine neue „Renaissance“ des Volksliedes aus. Die Jugend singt, die Musik verbindet und Deutschland wird dich die Lieder wieder ein singendes Land bzw. ein gemeinsam denkendes Land. Ein Prozess, denn der Nationalsozialismus für sich auszunutzen wusste. Gemeinsam denken heiß für die Nazis gleichgeschalten, Volkstum und Heimat sollen wieder in den Vordergrund treten. Doch die Lieder wurden auch vom Widerstand gesungen und trugen den Freiheitsgedanken weiter fort: „Tot sind unsre Lieder, unsre alten Lieder. Lehrer haben sie zerbissen, Kurzbehoste sie verklampft, braune Horden totgeschrien, Stiefel in den Dreck gestampft.“



In der Bundesrepublik Deutschland kommen die Volkslieder durch die 60er und die Protestbewegung wieder nach vorn. Es wurden Lieder der deutschen Arbeiterbewegung geschrieben, aber auch die Populärmusik kam auf das Volkslied zurück. Auch die DDR nahm den Volksliedgedanken wieder auf. Heute ist es die Neofolk-Bewegung, die das Volkslied am Leben erhalten - der Mittelalter-Rock wird dabei nur zu gerne als Vergleichspunkt herangezogen. Aber auch leider benutzen die Neuen Rechten und dem Rechtsextremismus den Nationalgedanke dieser Leider für ihre Ziele.

 

 

„Es muß etwas in diesen Liedern stecken, was ihnen Stärke gibt, dem Zahn der Zeit zu trotzen, der so schnell an unseren schönsten Opernarien nagt. “


Eiwert, A., Ungedr. Rest alten Gesanges, Gießen, 1784

„Wenn das Volk sein Volkslied erst wieder kennen und schätzen lernt, dann ist nur noch ein kleiner Schritt dazu, daß es dies Lied auch wieder gemeinsam und frei singen lernt, und wo dies sich wieder einbürgert, da hat der Volksgesang seine Aufersteheung gefeiert. “


Der Verfasser in 'Zur Pflege des Volksliedes und Volksgesanges.' 1920

 


2. Weltkrieg

Lieder des Zweiten Weltkrieges

 

Der Krieg schafft die Voraussetzung Mythen, Geschichte und Erlebnisse in Lieder zufassen. Die Identität von Streikräften, Waffengattungen und Verbänden bilden dabei den Kern solcher Lieder, die beschwören, begleiten und Mut schaffen soll. Hier einige Beispiele, leider werden solche Lieder auch nur zu gerne von der Ideolgie wie Propaganda für ihre Zwecke missbraucht!

 

Texte

 

Es zog ein Regiment vom Ungarland herauf
aus Kärnten (19. Jahrhundert)

 

Es zog ein Regiment
Vom Ungarland herauf
Ein Regiment zu Fuß,
Ein Regiment zu Pferd,
Ein Batallion Soldaten

Bei einer Frau Wirtin,
Da kehrten sie ein,
Frau Wirtin schenkt' ihn'n
Den kühlen Wein,
Durch ihr feins Töchterlein.

Und als der helle,
Lichte Tag anbrach,
Und als das Mägdlein
Vom Schlafe auferwacht
Da fing es es an zu weinen.

Ach schwarzbraunes Mädel,
Warum weinest du so sehr?
Ein Unteroffizier (mit an Beidl wie a Stier)
Hat mir mein Ehr' genommen."

Der Hauptmann, der war
Ein gestrenger Mann,
Die Trommeln ließ er rühren,
Soldaten aufmarschieren
Den Fähnrich ließ er henken.

Es zog ein Regiment
Vom Ungarland heraus,
ein Regiment zu Fuß,
Ein Regiment zu Pferd,
Ein Bataillon Soldaten

Württemberg 1818

 

Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Wert und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten
Einst zu Worms im Kaisersaal.

„Herrlich“, sprach der Fürst von Sachsen,
„Ist mein Land und seine Macht;
Silber hegen seine Berge
Wohl in manchem tiefen Schacht.“

„Seht mein Land in üpp'ger Fülle,“
Sprach der Kurfürst von dem Rhein,
„Goldne Saaten in den Tälern,
Auf den Bergen edlen Wein!“

„Große Städte, reiche Klöster!“,
Ludwig, Herr zu Bayern sprach.
„Schaffen, daß mein Land dem euren
wohl nicht steht an Schätzen nach.“

Eberhard, der mit dem Barte,
Württembergs geliebter Herr,
Sprach: „Mein Land hat kleine Städte,
Trägt nicht Berge silberschwer;

Doch ein Kleinod hält's verborgen:
Daß in Wäldern, noch so groß,
Ich mein Haupt kann kühnlich legen
Jedem Untertan in Schoß.“

Und es rief der Herr von Sachsen,
Der von Bayern, der vom Rhein:
„Graf im Bart! Ihr seid der Reichste!
Euer Land trägt Edelstein!“

Feuerwehr Kamerad
(Quelle und Verfasser unbekannt)

 

Kamerad sein in der Feuerwehr
ist uns´re schönste Zier,
Denn Gott zur Ehr
dem Nächsten zur Wehr,
ja das geloben wir.
Wir messen nicht nach groß und klein,
nach Anseh´n, arm und reich.
Wir sind für alle hilfsbereit,
vor uns ist jeder gleich.
Refrain:

Wir sind ja da, wir halten Wacht,
bei Tag und bei der Nacht,
hilft keiner mehr, hilft keiner mehr,
hilft doch die Feuerwehr.

Wenn Sirenen heulen in das Land,
Alarm der Feuerwehr!
Einer für Alle, Mann für Mann,
dann fehlt auch keiner mehr.
Treu erfüllt sie ihre Pflicht,
hilft dem Nächsten in der Not,
an sich selber denkt der Retter nicht,
das ist sein höchst Gebot.

Wir sind ja da, wir halten Wacht,
bei Tag und bei der Nacht,
hilft keiner mehr, hilft keiner mehr,
hilft doch die Feuerwehr.

Rote Flammen in den Himmel zieh´n,
der Sturm bricht los mit Macht.
In Rauch und Qualm verhüllet brennt,
die Habe in der Nacht.
Die Leitung schnell zum Brandplatz hin
bei Hitze und bei Harsch,
die Pumpe läuft -
Kommando schallt:
"Alle Rohre Wasser marsch!"

Wir sind ja da, wir halten Wacht,
bei Tag und bei der Nacht,
hilft keiner mehr, hilft keiner mehr,
hilft doch die Feuerwehr.

Ist der Brand vorbei, die Wehr rückt ein,
in später Abendstund´
dann folgt für uns im Freundeskreis
der wohlverdiente Trunk.
Hebt die Gläser hoch und stosset an,
der Dienst war hart und schwer.
Auf´s wohl der Kommandanten
und der ganzen Feuerwehr.

Wir sind ja da, wir halten Wacht,
bei Tag und bei der Nacht,
hilft keiner mehr, hilft keiner mehr,
hilft doch die Feuerwehr.

Grenadiermarsch

 

 

Fridericus Rex, unser König und Herr,
Der rief seine Soldaten allesamt ins Gewehr;
|: Zweihundert Batallions und an die tausend Schwadronen,
Und jeder Grenadier kriegt sechzig Patronen. :|

2. Ihr verfluchten Kerls," sprach Seine Majestät",
Dass ein jeder in der Bataille seinen Mann mir steht!
|: Sie gönnen mir nicht Schlesien und die Grafschaft Glatz
Und die hundert Millionen in meinem Schatz." :|

3. "Die Kais'rin hat sich mit den Franzosen alliiert
Und das römische Reich gegen mich revoltiert;
|: Die Russen seind gefallen in Preußen ein;
Auf, laßt uns zeigen, daß wir brave Landeskinder sein!" :|

4. "Meine Generale Schwerin und der Feldmarschall von Keith
Und der Generalmajor von Ziethen seind allemal bereit,
|: Potz, Mohren, Blitz und Kreuzelement,
Wer den Fritz und seine Soldaten noch nicht kennt!" :|

5. Nun adjö, Luise, wisch ab das Gesicht!
Eine jede Kugel, die trifft ja nicht!
|: Denn träf' jede Kugel apart ihren Mann,
Wo kriegten die Könige ihre Soldaten dann? :|

6. Die Musketenkugel macht ein kleines Loch;
Die Kanonenkugel macht ein viel größeres noch;
|: Die Kugeln sind alle von Eisen und Blei,
Und manche Kugel geht manchem vorbei. :|

7. Unsre Artillerie hat ein vortreffliches Kaliber,
Und von den Preußen geht keiner zum Feind nicht über;
|: Die Schweden, die haben verflucht schlechtes Geld;
Wer weiß, ob der Östreicher besseres hält. :|

8. Mit Pomade bezahlt den Franzosen ihr König;
Wir kriegen's alle Wochen bei Heller und Pfennig.
|: Potz, Mohren, Blitz und Kreuzsakrament,
Wer kriegt so prompt wie der Preuße sein Traktement! :|

9. Friedricus, mein König, den der Lorbeerkranz ziert,
Ach hättest du nur öfters zu plündern permittiert.
|: Friedericus Rex, mein König und Held,
Wir schlügen den Teufel für dich aus der Welt!

Das Kaiserjägerlied

Wir Jäger lassen schallen
Ein froh gewaltig Lied, hurra!
Und gelten soll es allen,
Zerstreut in Nord und Süd, hurra!
Im Osten und im Westen,
Wo unsre Fahne weht,
Wir zählen zu den Besten,
So lang die Treu' besteht.
Und sieht man uns so sagt man,
Und alles läuft und rennt:
Das sind die Kaiserjäger
Vom ersten Regiment.

Wenn wir hinausmarschieren
Ins weite, freie Feld, hurra!
Und frisch dort exerzieren,
Es jedem wohl gefällt, hurra!
Da schauen uns die Mädchen
Auch immer gerne zu
Und jede möcht' im Stillen
Auch so an Jägersbue.
Auf d'Nacht, da gibt's an Drahrer
Mit seiner Jagerin,
Wir sind die Kaiserjäger
Vom ersten Regiment.

Wenn vor dem Feind wir stehen
Mit mutgeschwellter Brust, hurra!
Muß alles in Scherben gehen
Bei unsrer Kampfeslust, hurra!
Bei uns, da gibt's kein Weichen;
Wir stehen Mann für Mann
Stark wie die deutschen Eichen,
Die niemand brechen kann.
Und sinkt auch mancher nieder,
Im Herz die Kugel brennt,
Wir sind die Kaiserjäger
Vom ersten Regiment.

 

Preußenlied
(Preußische Nationalhymne)

 

Ich bin ein Preuße! kennt ihr meine Farben?
Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran;
Daß für die Freiheit meine Väter starben,
Das deuten, merkt es, meine Farben an;
Nie werd´ich bang´verzagen;
Wie jene will ich´s wagen.
Refrain: Sei´s trüber Tag, sei´s heitrer Sonnenschein:
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Mit Lieb´und Treue nah´ich mich dem Throne,
Von welchem mild zu mir ein Vater spricht;
Und wie der der Vater treu mit seinem Sohne,
So steh´ich treu mit ihm und wanke nicht.
Fest sind der Liebe Bande;
Heil meinem Vaterlande!
Refrain: Des Königs Ruf dringt in das Herz mir ein:
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Nicht jeder Tag kann glüh´n im Sonnenlichte,
Ein Wölkchen und ein Schauer komm´zur Zeit;
Drum lese keiner mir es im Gesichte,
Daß nicht der Wünsche jeder mir gedeiht;
Wohl tauschen nah und ferne
Mit mir gar viele gerne;
Refrain: Ihr Glück ist Trug und ihre Freiheit Schein,
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Und wenn der böse Sturm mich wild umsauset,
Die Nacht entbrennt in des Blitzes Glut;
Hat´s doch schon ärger in der Welt gebrauset.
Und was nicht bebte, war der Preußen Mut.
Mag Fels und Eiche splittern,
Ich werde nicht erzittern!
Refrain: Es stürm´und krach´, es blitze wild darein!
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Wo Lieb´ und Treu´ sich so dem König weihen,
Wo Fürst und Volk sich reichen so die Hand;
Da muß des Volkes wahres Glück gedeihen,
Da blüht und wächst das schöne Vaterland.
So schwören wir aufs neue
Dem König Lieb´und Treue.
Refrain: Fest sei der Bund! Ja, schlaget mutig ein!
Wir sind ja Preußen, laßt uns Preußen sein!

Lützows wilde Jagd

Text: Theodor Körner - 24. 4. 1813
Musik: Karl Maria v. Weber - 1814 (1786 - 1826)

Der Titel des Liedes wird in manchen Büchern auch mit "Was glänzt dort vorm Walde..." oder "Was glänzt dort im Walde..." wieder gegeben.

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Tonsatz: Karl Maria von Weber, 1814
Interpret: Erich Kunz, "Deutsche Studentenlieder"

1. Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?
Hör's näher und näher brausen.
Es zieht sich herunter in düsteren Reihn,
Und gellende Hörner schallen darein,
Erfüllen die Seele mir Grausen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:
Das ist,

Kehrreim:
|: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. :|

2. Was zieht dort rasch durch den finstern Wald
Und streift von Bergen zu Bergen?
Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,
Das Hurra jauchzt, und die Büchse knallt,
Es fallen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:
Das ist,

3. Wo die Reben dort glühen dort braust der Rhein,
Der Wütrich geborgen sich meinte;
Da naht es schnell mit Gewitterschein
Und wirft sich mit rüstigen Armen hinein
Und springt an das Ufer der Feinde.
Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt:
Das ist,

4. Was braust dort im Tale die laute Schlacht,
Was schlagen die Schwerter zusammen?
Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht,
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht
Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt:
Das ist,

5. Was scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,
Unter winselnden Feinde Gebettet?
Es zucket der Tod auf dem Angesicht,
Doch die wackern Herzen erzittern nicht,
Das Vaterland ist ja gerettet!
Und wenn ihr die schwarzen Gefallnen fragt:
Das war,

6.. Die wilde Jagd und die deutsche Jagd
Auf Henkersblut und Tyrannen!
Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!
Das Land ist ja frei, und der Morgen tagt,
Wenn wir's auch nur sterbend gewannen.
Und von Enkeln zu Enkeln sei's nachgesagt:
Das war,

 

Text: Joh. H. Chr. Nonne , 1814
(zum "Oktoberfeuer" am Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig 18. Oktober 1814)
Musik: auf die Melodie "Feinde ringsum" - E. L. S. Gläser , 1791

 

Siehe, wir stehn
treu im geweiheten Kreise
dich zu des Vaterlands Preise
brennen zu sehn.

Heilige Glut!
Rufe die Jugend zusammen,
daß bei den zischenden Flammen
wachse der Mut.

Hier auf den Höhn
leuchte, du brennendes Zeichen,
daß alle Feinde erbleichen,
wenn sie dich sehn.

Finstere Nacht
lag auf Germania's Auen:
Da ließ Jehova sich schauen,
der uns bewacht.

Licht, brich herein!
Sprach er: da sprühten die Flammen,
schlugen in Gluten zusammen
über dem Rhein.

Und er ist frei!
Flammen umbrausen die Höhen,
die um den Herrlichen stehen,
jauchzt, er ist frei!

Stehet vereint,
Brüder, und laßt uns mit Blitzen
unsre Gebirge beschützen
gegen den Feinde!

Leuchtender Schein!
Siehe, wir singende Paare
schwören am Flammenaltare.
Deutsche zu sein!

Höre das Wort!
Vater, auf Leben und Sterben,
hilf uns die Freiheit erwerben!
Sei unser Hort!

Burschen, heraus!

 

1. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Wenn der Lerche Silberschlag grüßt des Maien ersten Tag, dann heraus, und fragt nicht viel, frisch mit Lied und Lautenspiel! Burschen, heraus!

2. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Ruft um Hilf' die Poesei gegen Zopf und Philisterei, dann heraus bei Tag und Nacht, bis sie wieder freigemacht! Burschen, heraus!

3. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Wenn es gilt für's Vaterland, treu die Klingen dann zur Hand, und heraus mit mut'gem Sang, wär' es auch zum letzten Gang! Burschen, heraus!

Bier her! Bier her!

 

1. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Soll das Bier im Keller liegen, und ich hier die Ohnmacht kriegen? Bier her! Bier her! oder ich fall' um!

2. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Hat der Wirt kein Glasel mehr, bring er's halt im Fassel her! Bier her! Bier her! oder ich fall' um!

3. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Wenn ich nicht gleich Bier bekumm', schmeiß' ich's ganze Wirtshaus um! Bier her! Bier her! oder ich fall' um!

 

"Der Gott der Eisen wachsen ließ"

Text: Ernst Moritz Arndt - 1812
Musik: Albert Methfessel - 1818 - (1785-1869)

Auf dem blutigen Höhepunkt der napoleonischen Kriege hatte der vaterländische Dichter Ernst Moritz Arndt 1812 sein Kampflied "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" verfasst, ein Text, der in seiner martialischen Phantasie davon träumt, mit dem "Franzosenblut" das "Eisen (zu) röten".

 

Der Gott, der Eisen wachsen liess
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut
den Zorn der freien Rede,
daß er bestände bis aufs Blut
bis in den Tod die Fehde

So wollen wir, was Gott gewollt
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht
den hauen wir zu Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben

O Deutschland, heil'ges Vaterland!
O deutsche Lieb' und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land!
Dir schwören wir aufs neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht!
Der fütt're Krähn und Raben.
So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht
und wollen Rache haben.

Lasst brausen, was nur brausen kann
in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann
fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan
und himmelan die Hände,
und rufet alle, Mann für Mann
Die Knechtschaft hat ein Ende!

Laßt klingen, was nur klingen kann
Trompeten, Trommeln, Flöten
Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten
mit Henker- und mit Knechteblut
o süßer Tag der Rache
Das klinget allen Deutschen gut
daß ist die große Sache

Lasst wehen nur, was wehen kann
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
zum Heldentode mahnen:
Auf, fliege, stolzes Siegspanier
voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
den süssen Tod der Freien

„Von wegen des heiligen Deutschen Reichs – An Jahn“

Bekanntes deutsches Volks- und Studentenliedes
Max von Schenkendorf von 1814.

Die Melodie wurde in leicht abgewandelter Form von Pour aller à la chasse faut être matineux („Wer jagen will, muss früh aufstehen“), einem französischen Jagdlied von 1724, übernommen. Leider wurde diese bedeutende Liedgut im Dritten Reich wurde das Lied als „Treuelied“ von der Schutzstaffel (SS) in entfremdeter Form verwendet. Die letzte Zeile markiert die wichtigste Unterscheidung für Versionen des a) von Kaiser und von Reich / b) von unserem Österreich.

 

Der Text der geistlichen Version von Friedrich von Hardenberg ( Novalis ):

Wenn alle untreu werden,
So bleib' ich dir doch treu;
Daß Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb' ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.

Oft muß ich bitter weinen,
daß du gestorben bist,
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergißt.
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan,
Und doch bist du verklungen,
Und keiner denkt daran.

Du stehst voll treuer Liebe
Noch immer jedem bei;
Und wenn dir keiner bliebe,
So bleibst du dennoch treu;
Die treuste Liebe sieget,
Am Ende fühlt man sie,
Weint bitterlich und schmieget
Sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden,
O! lasse nicht von mir;
Laß innig mich verbunden
Auf ewig sein mit dir.
Einst schauen meine Brüder
Auch wieder himmelwärts,
Und sinken liebend nieder,
Und fallen dir ans Herz.


Versionen

Der originale Text von Max von Schenkendorf lautet:


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Wenn alle untreu werden,
So bleiben wir doch treu;
Daß immer noch auf Erden
Für euch ein Fähnlein sei.
Gefährten unsrer Jugend,
ihr Bilder bess'rer Zeit,
Die uns zu Männertugend
und Liebestod geweiht.

Wollt nimmer von uns weichen,
uns immer nahe sein,
treu wie die deutschen Eichen,
wie Mond und Sonnenschein.
Einst wird es wieder helle,
in aller Brüder Sinn,
sie kehren zu der Quelle
in Lieb und Freude hin.

Ihr Sterne seid uns Zeugen,
die ruhig nieder schau'n,
wenn alle Brüder schweigen
und falschen Götzen trau'n.
Wir woll'n das Wort nicht brechen
nicht Buben werden gleich,
woll'n predigen und sprechen
vom heil'gen Deutschen Reich.

Text: Hans Ferdinand Maßmann , 1820
Musik: Thüringer Volksweise

Das Lied war in Preußen vor dem ersten Weltkrieg für den Schulunterricht in der sechsten Klasse vorgeschrieben. Es war Teil der Kriegserziehung im Kaiserreich und ist heute noch in Bundeswehrliederbüchern zu finden.

 

 

Ich hab mich ergeben
Mit Herz und mit Hand,
Dir Land voll Lieb´ und Leben
Mein deutsches Vaterland!

Mein Herz ist entglommen,
Dir treu zugewandt,
Du Land der Freien und Frommen,
Du herrlich Hermannsland!

Du Land, reich an Ruhme,
Wo Luther erstand,
Für deines Volkes Tume
Reich ich mein Herz und Hand!

Ach Gott, tu erheben
Mein jung Herzensblut
Zu frischem freudigen Leben,
Zu freiem frommem Mut!

Will halten und glauben
an Gott fromm und frei
will Vaterland dir bleiben
auf ewig fest und treu.

Laß Kraft mich erwerben
in Herz und in Hand,
zu leben und zu sterben
fürs heil´ge Vaterland!
Noten:

"Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand"

Das Lied der Deutschen

{youtube}ZkrrZ5zl30k|600px|380px{/youtube}

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach laßt uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!

Deutsches Flaggenlied

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1. Stolz weht die Flagge Schwarz-Weiß-Rot
Von uns'rer Schiffe Mast,
Dem Feind weh', der sie bedroht,
Der diese Farben haßt!
Sie flattert an der Heimat Strand
Im Winde hin und her
Und weit vom deutschen Vaterland
Auf Sturmbewegten Meer!
|: Ihr woll'n wir treu ergeben sein,
Getreu bis in den Tod,
Ihr woll'n wir unser Leben weih'n,
Der Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

2. Allüberall, wo auf dem Meer
Ein hoher Mast sich reckt,
Da steht die deutsche Flagge sehr
In Achtung und Respekt.
Sie bietet auf dem Meere Schutz
Dem Reiche allezeit,
Jedwedem tück'schen Feind zum Trutz,
Der Deutschlands Ehr' bedräut.
|: Fürwahr, wo uns're Flagge weht,
Da hat es keine Not,
Hoch leb', die stets in Ehren steht,
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

3. Und wenn ein feindlich Schiff sich naht
Und's heißt: "Klar zum Gefecht !"
So drängt es uns zur kühnen That,
Wir kämpfen für das Recht,
Und dringt ein feindliches Geschoß
In eines Seemanns Herz,
Nicht klagt der wack're Kampfgenoss',
Ihm macht es keinen Schmerz.
|: "Hoch !" ruft er dann: Das schadet nit,
Ich starb den Ehrentod
Für Deutschlands heiligstes Panier,
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

4. Und treibt ein feindliches Geschick
Uns an ein Felsenriff,
Gleichviel in welcherlei Gestalt
Gefahr droht unserm Schiff:
Wir weichen und wir wanken nicht,
Wir thun, wie's Seemanns Brauch,
Den Tod nicht scheuend unsre Pflicht
Selbst bis zum letzten Hauch.
|: Ja, mit den Wogen kämpfen noch
Der sterbende Pilot,
In seiner Rechten hält er noch
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

5. In Afrika, in Kamerun,
Der wilde Feind sich zeigt,
Der deutsche Seemann mutig ficht,
Er weichet nicht so leicht.
Der "Bismarck" und die "Olga" auch,
Sie hielten tapfer Stand,
Wo deutsches Blut vergossen ist
Im fernen wilden Land.
|: Starb auch so mancher Kampfgenoss'
Den echten Heldentod,
Hoch wehet doch in Afrika
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

6. Es tönen hell durch Deutschlands Gau'n :
Heil! Kaiser Wilhelm dir!
Du kannst auf uns're Treue bau'n,
Wir folgen mutig dir!
Und wie auch einst der Würfel fällt,
Sei's Friede oder Krieg,
Führst du uns an als Kaiserheld,
Ist unser doch der Sieg.
|: Hoch! Kaiser Wilhelm, lebe hoch!
Beschütze uns vor Not.
Lang' mögest du beschützen noch
Die Flagge Schwarz-Weiß-Rot! :|
Hurra!

Text: aus "Wallensteins Lager" (dem ersten Teil der Wallenstein - Trilogie)
Friedrich Schiller - 1797
Musik: Christian Jakob Zahn , 1797 - auch vertont von Albert Lortzing (1801-1851)
(Text auch als " Frisch auf Kameraden aufs Pferd " bekannt)

 

Wohlauf Kameraden auf´s Pferd, auf´s Pferd,
in das Feld, in die Freiheit gezogen;
im Felde, da ist der Mann noch was wert,
da wird das Herz noch gewogen;
da tritt kein anderer für ihn ein,
auf sich selber steht er da ganz allein.

Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
man sieht nur noch Herren und Knechte;
die Falschheit herrscht und die Hinterlist
bei dem feigen Menschengeschlechte.
Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
der Soldat allein ist der freie Mann.

Des Lebens Ängste, er wirft sie weg,
hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen,
er reitet dem Schicksal entgegen keck,
trifft's heut nicht, trifft es doch morgen.
Und trifft es morgen, so laßt uns heut'
noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit !

Von dem Himmel, da fällt ihm sein lustig' Los,
braucht's nicht mit Müh' zu erstreben;
der Fröhner, der sucht's in der Erde Schoß,
da meint er den Schatz zu erheben,
er gräbt und schaufelt so lang er lebt,
und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

Der Reiter und sein geschwindes Roß,
sie sind gefürchtete Gäste;
es flimmern die Lampen im Hochzeitsschloß,
ungeladen erscheint er zum Feste.
Er wirbt nicht lange, er zeigt kein Gold,
im Sturm erringt er der Minne Sold.

Warum weint die Dirn' und zergrämet sich schier ?
Laß fahren dahin, laß fahren !
Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,
kann treue Lieb nicht bewahren.
Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
seine Ruh' läßt er an keinem Ort.

Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,
Drum froh, wer den Degen jetzt führet,
Und bleibt nur wacker zusammengefügt,
Ihr zwingt das Glück und regieret.
Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,
Der mutige Springer erreicht sie doch.

Drum, frisch Kameraden, den Rappen gezäumt,
die Brust im Gefechte gelüftet !
Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
frisch auf, eh' der Geist noch verdüftet !
Und setzet ihr nicht das Leben ein,
nie wird das Leben gewonnen sein.

Gott erhalte den Kaiser
(Österreich)

 

1. Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!
Hoch als Herrscher, hoch als Weiser
steht er in des Ruhmes Glanz.
Liebe windet Lorbeerreiser
ihm zu ewig grünem Kranz.
Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!

2. Über blühende Gefilde
reicht sein Zepter weit und breit.
Säulen seines Throns sind Milde,
Biedersinn und Redlichkeit.
Und von seinem Wappenschilde
Strahlet die Gerechtigkeit.
Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!


3. Sich mit Tugenden zu schmücken,
achtet er der Sorgen wert.
Nicht, um Völker zu erdrücken,
flammt in seiner Hand das Schwert;
sie zu segnen, zu beglücken,
ist der Preis, den er begehrt.
Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!

4. Er zerbrach der Knechtschaft Bande,
hob zur Freiheit uns empor.
Früh erleb’ er deutscher Lande,
deutscher Völker höchsten Flor
und vernehme noch am Rande
später Gruft der Enkel Chor:
Gott erhalte Franz den Kaiser,
unsern guten Kaiser Franz!

Die Internationale

 

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|
Es rettet uns kein höh'res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|
In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
wir sind die stärkste der Partei'n
Die Müßiggänger schiebt beiseite!
Diese Welt muss unser sein;
Unser Blut sei nicht mehr der Raben,
Nicht der mächt'gen Geier Fraß!
Erst wenn wir sie vertrieben haben
dann scheint die Sonn' ohn' Unterlass!
|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|

Die Gedanken sind Frei
( Fassung 1865, Deutsches Volkslied )

 

1. Die Gedanken sind frei
Wer kann sie erraten?
Sie rauschen vorbei
Wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
Kein Jäger sie schießen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

2. Ich denke was ich will
Und was mich beglücket,
Doch alles in der Still
Und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
Kann niemand verwehren.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

3. Und sperrt man mich ein
Im finsteren Kerker,
Das alles sind rein
Vergebliche Werke;
Denn meine Gedanken
Zerreißen die Schranken
Und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei.

4. Nun will ich auf immer
Den Sorgen entsagen,
Und will mich auch nimmer
Mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
Stets lachen und scherzen
Und denken dabei:
Die Gedanken sind frei.

5. Ich liebe den Wein,
Mein Mädchen vor allen,
Die tut mir allein
Am besten gefallen.
Ich sitz nicht alleine
Bei einem Glas Weine,
Mein Mädchen dabei:
Die Gedanken sind frei

Wacht am Rhein

 

1.

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
Wer will des Stromes Hüter sein?

Refrain

Lieb Vaterland magst ruhig sein,
lieb Vaterland magst ruhig sein:
Fest steht und treu die Wacht,
die Wacht am Rhein!
Fest steht und treu die Wacht,
die Wacht am Rhein!

2.

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,
und aller Augen blitzen hell;
der Deutsche, bieder, fromm und stark, (Variante: der deutsche Jüngling, fromm und stark)
beschützt die heil'ge Landesmark.

Refrain

3.

Er blickt hinauf in Himmelsau'n,
da Heldenväter niederschau'n,
und schwört mit stolzer Kampfeslust:
Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust!

Refrain

4.

Solang ein Tropfen Blut noch glüht,
noch eine Faust den Degen zieht,
und noch ein Arm die Büchse spannt,
betritt kein Feind hier deinen Strand!

Refrain

5.

Der Schwur erschallt, die Woge rinnt
die Fahnen flattern hoch im Wind:
Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein
wir alle wollen Hüter sein.

Refrain

Zwischen der 4. und 5. bzw der 3. und 4. Strophe wird in manchen Publikationen folgende Strophe eingeschoben, die zumindest schon 1870 nachweisbar[1] ist:

Und ob mein Herz im Tode bricht,
wirst du doch drum ein Welscher nicht.
Reich, wie an Wasser deine Flut,
ist Deutschland ja an Heldenblut!

Auf Kriegspostkarten des Ersten Weltkrieges wird auch die nachfolgende 7. Strophe verbreitet[2]:

So führe uns, du bist bewährt;
In Gottvertrau'n greif' zu dem Schwert,
Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!
Und tilg' die Schmach mit Feindesblut!

Heil dir im Siegerkranz
Dr. Balthasar Gerhard Schumacher wurde das Lied im Berliner Nationaltheater aus Anlass des Geburtstags des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. (* 25. September) am 25. Mai 1795 öffentlich intoniert.

 

1.

Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!
Heil, Kaiser, dir!
||: Fühl in des Thrones Glanz
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil Kaiser, dir! :||

2.

Nicht Roß, nicht Reisige
Sichern die steile Höh’,
Wo Fürsten steh’n:
||: Liebe des Vaterlands,
Liebe des freien Manns
Gründen den Herrscherthron
Wie Fels im Meer. :||

3.

Heilige Flamme, glüh’,
Glüh’ und erlösche nie
Fürs Vaterland!
||: Wir alle stehen dann
Mutig für einen Mann
Kämpfen und bluten gern
Für Thron und Reich! :||

4.

Handel und Wissenschaft
Heben mit Mut und Kraft
Ihr Haupt empor!
||: Krieger- und Heldentat
Finden ihr Lorbeerblatt
Treu aufgehoben dort,
An deinem Thron! :||

5.

Dauernder stets zu blüh’n
Weh’ unsre Flagge kühn
Auf hoher See!
||: Wie so stolz und hehr
Wirft über Land und Meer
Weithin der deutsche Aar
Flammenden Blick. :||

6.

Sei, Kaiser Wilhelm, hier
Lang’ deines Volkes Zier,
Der Menschheit Stolz!
||: Fühl’ in des Thrones Glanz,
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil, Kaiser, dir! :||

Grenadierlied

 

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Bin ich nicht ein Offizier
Bin ich ein Grenadier
Steh' in dem Glied wie er
Weiß nicht, was besser wär!
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Habe ich kein eigen Haus
Jagt mich auch niemand raus
Fehlt mir die Lagerstädt
Boden bist du mein Bett!
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Habe ich kein Geld im Sack
Morgen ist Löhnungstag
Bis dahin jeder borgt
Niemand fürs Zahlen sorgt.
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Habe ich kein Geld im Sack
Hab' ich doch Rauchtabak
Fehlt mir der Tabak auch
Nußlaub gibt auch guten Rauch.
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Steh' ich im Feld
Mein ist die Welt!
Kommen mir dann zwei und drei
Haut mich mein Säbel frei
Schießt mich der Vierte tot
Tröstet mich der liebe Gott.
Juchhe ins Feld
Mein ist die Welt.

Prinz Eugenius vor Belgrad

 

Prinz Eugenius, der edle Ritter,
Wollt' dem Kaiser wied'rum kriegen
Stadt und Festung Belgerad.
Er ließ schlagen einen Brukken,
Daß man kunnt' hinüber rucken
Mit d'r Armee wohl vor die Stadt.

Als der Brucken war geschlagen,
Daß man kunnt' mit Stuck und Wagen
Frei passiern den Donaufluß,
Bei Semlin schlug man das Lager,
Alle Türken zu verjagen,
Ihn'n zum Spott und zum Verdruß.

Am einundzwanzigsten August soeben
Kam ein Spion bei Sturm und Regen,
Schwur's dem Prinzen und zeigt's ihm an,
Daß die Türken futragieren,
So viel, als man kunnt' verspüren,
An die dreimalhunderttausend Mann.

Als Prinz Eugenius dies vernommen,
Ließ er gleich zusammenkommen
Sein' Gen'ral und Feldmarschall.
Er tät sie recht instruieren,
Wie man sollt' die Truppen führen
Und den Feind recht greifen an.

Bei der Parol' tät er befehlen,
Daß man sollt' die Zwölfe zählen,
Bei der Uhr um Mitternacht.
Da sollt' all's zu Pferd aufsitzen,
Mit dem Feinde zu scharmützen,
Was zum Streit nur hätte Kraft.

Alles saß auch gleich zu Pferde,
Jeder griff nach seinem Schwerte,
Ganz still rückt' man aus der Schanz'.
Die Musketier' wie auch die Reiter
Täten alle tapfer streiten:
's war fürwahr ein schöner Tanz!

Ihr Konstabler auf der Schanzen,
Spielet auf zu diesem Tanzen
Mit Kartaunen groß und klein;
Mit den großen, mit den kleinen
Auf die Türken auf die Heiden,
Daß sie laufen all' davon!

Prinz Eugenius auf der Rechten
Tät als wie ein Löwe fechten,
Als Gen'ral und Feldmarschall.
Prinz Ludewig ritt auf und nieder'.
Halt't euch brav, ihr deutschen Brüder,
Greift den Feind nur herzhaft an!

Prinz Ludewig, der mußt' aufgeben
Seinen Geist und junges Leben,
Ward getroffen von dem Blei.
Prinz Eugen war sehr betrübet,
Weil er ihn so sehr geliebet,
Ließ ihn bring'n nach Peterwardein.

Aus der Liller Kriegszeitung 1916

 

1. Morgen marschieren wir
In Feindesland.
Mädel, so reiche mir
Noch mal die Hand.
Kehr ich nicht mehr zurück,
Was ist dabei?
Wenn nur mein Vaterland,
Wenn Deutschland frei.

2. Gib mir noch einen Kuß,
Mach' kein Gesicht,
Und wenn ich sterben muß,
So weine nicht.
Kämpfen und Sterben ja,
Bin gern bereit
Wenn nur das Vaterland,
Wenn Deutschland frei!

3. Fall ich durch Feindeshand
Im blut'gen Strauß,
Ruh' ich in Feindesland,
Mach Dir nichts draus.
Wenn ich nicht wiederkehr',
Was ist dabei?
Wenn nur das Vaterland,
Wenn Deutschland frei!

4. Sterb ich im Norden dann,
Fall ich im Süd,
Auf unsern Gräbern bald
Die Lilie blüht.
Bluten und Sterben gern -
Wohlan es sei!
Wenn nur mein Vaterland,
Wenn Deutschland frei.

Kriegslied der Division Blenker
American Civil War, 1861

 

 

Wir sind Deutsche und kämpfen
für die Freiheit der Union.
Fest im Glauben an die Einheit
so wie 48 schon.
Yankee Doodle auf den Lippen
ist Gerechtigkeit der Lohn
Für das Banner der Union!

Ref:

Auf für Lincoln und die Freiheit
auf für Lincoln und die Freiheit
auf für Lincoln und die Freiheit
für das Banner der Union!

Ob mit Blenker oder Küster
unserer Fahne ist das gleich
Wir marschieren in den Süden
Stürzen der Tyrannen Reich
Kommt der Feind mit großer Tücke
und versetzt uns einen Streich
Unsre Fahne niemals weicht!

Ref:

Kämpften wir einst gegen Fürsten
und feudale Tyrannei
Stehen wir jetzt gegen Feinde
deren Krieg das Land entzwei'
Den Rebellen dünken Ziele
wie die unsren einerlei
Darum tönt das Feldgeschrei:

Ref:

Seht die lange blaue Reihe
hört die Trommeln schlagen an
Aus der Nähe aus der Ferne
tönet stolz der Hörner Klang
Wir marschieren jetzt nach Süden
und es weiß ein jeder Mann
Dass der Feind nicht siegen kann!

Ref:

Max von Schenckendorf (1783-1817)
1813
(Befreiungskriege gegen Napoleon)
Musik: Karl Groos , 1818 (auf die gleiche Melodie wird gesungen)

Dieses Lied wurde in Preußen vor dem ersten Weltkrieg für den Schulunterricht in der sieben bzw achten Klasse besonders empfohlen ( Zentralblatt der preußischen Regierung von 1912). Es diente der Kriegserziehung im Kaiserreich .

Mit verändertem Text auch in Max Kegel : Sozialdemokratisches Liederbuch von 1896, Seite 35 -
Bei Max Kegel fehlen die Strophen 4. (Aus den stillen Kreisen) und 6. (Hinter dunklen Wällen) - und der religiöse Anteil ist entfernt, so heißt es statt "Gott" eben "Freiheit", "Wo sich Gottes Flamme" wurde z.B. ersetzt durch "Wo der Freiheit Flamme" - der "deutsche" Anteil wurde beibehalten

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1. Freiheit, die ich meine,
Die mein Herz erfüllt,
Komm mit deinem Scheine,
Süßes Engelsbild!
Magst du nie dich zeigen
Der bedrängten Welt?
Führest deinen Reigen
Nur am Sternenzelt?

2. Auch bei grünen Bäumen
In dem lust'gen Wald,
Unter Blütenträumen
Ist dein Aufenthalt.
Ach, das ist ein Leben,
Wenn es weht und klingt,
Wenn dein stilles Weben
Wonnig uns durchdringt.

3. Wenn die Blätter rauschen,
Süßen Freundesgruß,
Wenn wir Blicke tauschen,
Liebeswort und Kuß.
Aber nimmer weiter
Nimmt das Herz den Lauf.
Auf der Himmelsleiter
Steigt die Sehnsucht auf.

4. Aus den stillen Kreisen
Kommt mein Hirtenkind,
Will der welt beweisen,
Was es denkt und minnt.
Blüht ihm doch ein Garten,
Reist ihm doch ein Feld
Auch in jener harten
Steinerbauten Welt.

5. Wo sich Gottes Flamme
In ein Herz gesenkt,
Das am alten Stamme
Treu und liebend hängt;
Wo sich Männer finden,
Die für Ehr und Recht,
Mutig sich verbinden,
Weilt ein frei Geschlecht.

6. Hinter dunklen wällen,
Hinter ehrnem Tor
Kann das Herz noch schwellen
Zu dem Licht empor.
Für die Kirchenhallen,
Für der Väter Gruft,
Für die Liebsten fallen,
Wenn die Freiheit ruft.

7. Wolltest auf uns lenken
Gottes Lieb' und Lust,
Wolltest gern dich senken
In die deutsche Brust.
Freiheit, holdes Wesen,
Gläubig kühn und zart,
Hast ja lang erlesen,
Dir die deutsche Art.

7a. Das ist rechtes Glühen,
Frich und rosenrot,
Heldenwangen blühen
Schöner auf im Tod,.
Wolltest auf uns lenken
Gottes Lieb und Lust,
Wolltest gern dich senken
In die deutsche Brust.

Neues Liederbuch für Artilleristen (1893)
( 1800-1900: Volkstümliches Lied im 19.Jahrhundert)
Text: von Nida
Musik: unbekannt

 

Das Vaterland ruft uns hinaus
hinaus zum scharfen Streit
für Weib und Kind, für Hof und Haus
sind wir zum Kampf bereit
Wir ziehen ohne Klagen aus
voll Kampfeslust zum blut´gen Strauß
wir ziehn, ein Schirm dem Vaterland
mit Blut zu tilgen Schmach und Schand

Hurra Hurra!
Einig stehen wir da
Vom Fels zum Meer
ein Volk, ein Heer

Nimm liebes Weib noch diesen Kuß
vielleicht ist´s letzte mal
wenn ich von einem Büchsenschuß
durchbohrt zu Boden fall
Dann denk ich noch mit hohem Glück
an diesen letzten Kuß zurück
und ohne Todeskampf und Pein
geh ich dann in Walhalla ein

Hurra Hurra!
Der Feind ist da
Der Himmel loht
zum Kampf, zum Tod!

Bombenflieger-Marsch der "Legion Condor"

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Wir flogen jenseits der Grenzen
mit Bomben gegen den Feind.
Hoch über der spanischen Erde
mit den Fliegern Italiens vereint.


Wir sind deutsche Legionäre,
die Bombenflieger der Legion,
im Kampf um Freiheit und um Ehre
Soldaten der Nation.


Vorwärts, Legionäre!
Vorwärts! Im Kampf sind wir nicht allein
und die Freiheit muß Ziel uns’res Kampfes sein!
Vorwärts, Legionäre!


Die Roten, sie wurden geschlagen,
im Angriff bei Tag und bei Nacht,
die Fahne zum Siege getragen
und dem Volke der Frieden gebracht.


Wir sind deutsche Legionäre,
die Bombenflieger der Legion,
im Kampf um Freiheit und um Ehre
Soldaten der Nation.


Vorwärts, Legionäre!
Vorwärts! Im Kampf sind wir nicht allein
und die Freiheit muß Ziel uns’res Kampfes sein!
Vorwärts, Legionäre!


Wir kämpfen an allen Fronten
als Deutsche in spanischen Reih’n,
um Kämpfer für Spaniens Freiheit
und Sieger für Deutschland zu sein.


Wir sind deutsche Legionäre,
die Bombenflieger der Legion,
im Kampf um Freiheit und um Ehre
Soldaten der Nation.


Vorwärts, Legionäre!
Vorwärts! Im Kampf sind wir nicht allein
und die Freiheit muß Ziel uns’res Kampfes sein!
Vorwärts, Legionäre!

Flieger sind Sieger

 

1. Wir jagen durch die Lüfte
Wie Wotans wildes Heer,
Wir schau'n in Wolkenklüfte
Und brausen über's Meer.
Hoch tragen uns die Schwingen
Wohl über Berg und Tal,
Wenn die Propeller singen
Im ersten Morgenstrahl.

2. Uns kümmert kein Gewitter,
Uns schert nicht Tag und Nacht,
Wir sind des Reiches Ritter
Und halten treue Wacht.
Es singen die Propeller
Ein stolzes, starkes Lied,
Sie singen hell und heller
Vom Sieg, der mit uns zieht.

3. Und starten unsere Ketten*
Zum Flug nach Engeland,
Kein Wunder soll es retten,
Frisch dran mit Herz und Hand.
Nach England woll'n wir fliegen,
Glück ab, mein Kamerad,
Bis sie am Boden liegen
Und Deutschland Frieden hat.

Refrain:
Flieger sind Sieger,
sind allezeit bereit,
Flieger sind Sieger
für Deutschlands Herrlichkeit.

Jagdflieger-Lied

{youtube}jKVKLeFUnuk|600px|380px{/youtube}

Es blitzen die stählernen Schwingen,
Wenn dröhnend und donnernd im Takt
Die starken Motoren, sie singen
Das Lied, das im Herzen uns packt.

Refrain:
Bei uns wird nicht lange gefackelt:
Wir haben den Tommy versohlt!
|: Die stolze Maschine, sie wackelt, wackelt:
Den Feind hat der Teufel geholt! :|

Wir Flieger, zum Kämpfen geboren,
Wir feuern mit sicherer Hand.
Wir haben dem Führer geschworen,
Entschlossen zu schützen das Land.
Refrain:

So jagen wir kühn und verwegen,
In treuer Kam'radschaft verschweißt.
Der Sonne, dem Siege entgegen,
In Bölkes und Richthofens Geist!
Refrain:

Stuka Lied

{youtube}mTRwHJdxBMY|600px|380px{/youtube}

Viel schwarze Vögel ziehen
Hoch über Land und Meer,
Und wo sie erscheinen, da fliehen
Die Feinde vor ihnen her.
Sie lassen jäh sich fallen
Vom Himmel tiefbodenwärts.
Sie schlagen die ehernen Krallen
Dem Gegner mitten ins Herz.

Refrain:
Wir sind die schwarzen Husaren der Luft,
Die Stukas, die Stukas, die Stukas.
Immer bereit, wenn der Einsatz uns ruft,
Die Stukas, die Stukas, die Stukas.
Wir stürzen vom Himmel und schlagen zu.
Wir fürchten die Hölle nicht und geben nicht Ruh,
Bis endlich der Feind am Boden liegt,
Bis England, bis England, bis Engeland besiegt-
Die Stukas, die Stukas, die Stukas!
Wenn tausend Blitze flammen,
Wenn rings sie Gefahr bedroht,
Sie halten stets eisern zusammen,
Kameraden auf Leben und Tod!
Wenn Beute sie erspähen,
Dann wehe ihr allemal,
Nichts kann ihren Augen entgehen,
Den Stukas, Adlern gleich aus Stahl!
Refrain:

Tod säen sie und Verderben
Rings über des Feindes Land.
Die Spuren sind Trümmer und Scherben
Und lodernder Himmelsbrand.
Es geht schon in allen Landen
Ihr Name von Mund zu Mund.
Sie schlagen die Werke zuschanden,
Die Schiffe schicken sie auf Grund.
Refrain:

Flieger empor

{youtube}Vza15gzqgs0|600px|380px{/youtube}

Wir fliegen durch silberne Weiten,
Selig dem Himmel gesellt,
Schweben und sinken und gleiten
Über unendliche Breiten,
Die Gott uns zum Schauen bestellt.

Über der Erde zu thronen
Hoch im sonnigen Schein,
In unerschlossenen Zonen
Neue Menschen zu sein,
Braust es im Chor:
Flieger empor!

Wir werden zum Kämpfen geboren,
Augen stets offen und klar!
Klingt die Musik der Motoren,
Fühlen wir uns unverloren
Und furchtlos in jeder Gefahr.
Über der Erde . . . .

Wir werden nicht immer gewinnen,
Dennoch! uns schreckt keine Not!
Leben, Vergeh'n und Verrinnen,
Aber der Glaube tief innen
Ist stärker als Not und Tod.
Über der Erde . . . .

Kein Tor der Welt ist uns zu hoch

{youtube}MuDEI4Df0yo|600px|380px{/youtube}

1. Kein Tor der Welt ist uns zu hoch,
Wir werden's überfliegen!
Kein Feind der Erde ist so stark,
Daß wir ihn nicht besiegen!
Und keine Lüge ist so schwarz,
Daß wir sie nicht enthüllen,
Und keine Pflicht ist uns zu schwer,
Wir werden sie erfüllen!

2. Wir werfen unseren Motor an,
Was soll das Phrasendreschen?
Wir stürmen an den Feind heran,
Auf Biegen oder Brechen!
Das Warten haben wir nicht gern,
Nur Taten uns gefallen!
Wenn unser Motor vorn uns zieht,
Gehört die Welt uns allen.

3. Das Jagen, das ist unsere Freud,
Wir jagen sie zu Klumpen!
Und hab'n sie keine Flieger mehr,
Wir woll'n ihnen welche pumpen.
Uns geht der Atem lang nicht aus,
Wir siegen oder stürzen,
Die Freude an der wilden Jagd,
Die kann man uns nicht kürzen!

Es donnern unsre Motoren

{youtube}WchfdDnezWw|600px|380px{/youtube}

Es donnern unsre Motoren
Ihr eisernes Lied in die Welt.
Wir sind dazu erkoren
Wenn mancher von uns auch fällt.
Wir werden weiter fliegen,
Wir wollen für Deutschland siegen;
Komme was kommen mag!

Wir fliegen für Deutschlands Ehre
Wir kämpfen für Deutschlands Recht
Wir sind des Volkes Wehre
Wir bleiben treu und echt
Wir werden weiter fliegen,
Wir wollen für Deutschland siegen;
Komme was kommen mag!
Wie Adler der Sonne entgegen
In Schönheit, in Freiheit, in Licht
In Donner, Nebel und Regen
Wir kenen nur eins: unsre Pflicht
Wir werden weiter fliegen,
Wir wollen für Deutschland siegen;
Komme was kommen mag!

Und ist der Sieg einst errungen
Ob sterbend er uns auch beschert
Auf tiefster Seel' gesungen
Der Flug war des Lebens Wert!
Wir werden weiter fliegen,
Wir wollen für Deutschland siegen;
Komme was kommen mag!

Kameraden auf See

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|: Wir sind Kameraden auf See! :|
Komm', Mädel, nun gib mir den Abschiedskuß,
Sei tapfer und treu, wenn ich scheiden muß!
Und fahren wir heute hinaus,
Wir kommen ja wieder nach Haus.
Wir stehen wie Felsen in Luv und Lee,
Wir sind Kameraden auf See!
|: Wir sind Kameraden auf See! :|
Der Flagge, die uns unser Führer gab,
Ihr bleiben wir treu bis an das Grab!
Uns kümmert nicht Wetter und Sturm,
Wir stehen in Bunker und Turm,
Wir stehen wie Felsen in Luv und Lee,
Wir sind Kameraden auf See!

|: Wir sind Kameraden auf See! :|
Der Flagge, die stolz uns zu Häupten weht,
Ihr gilt unser Gruß, wenn's zum Sterben geht!
Sie ist unser heiligstes Gut,
Wir schützen sie mit unserm Blut!
Wir stehen wie Felsen in Luv und Lee,
Wir sind Kameraden auf See!

 


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Volkslied (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.volksliederarchiv.de/ (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.volkslieder-songarchiv.de/volkslieder.php (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://de.wikisource.org/wiki/Deutsches_Volkslied (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/De ... slied.html (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.deutscheslied.com/de/folksong.htm (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://ingeb.org/Lieder/wasglanz.html (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.lieder-archiv.de/lieder/show ... ?ix=300499 (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.augia.at/studentenlieder.htm (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Wenn_alle_untreu_werden (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschlandlied (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.deutsche-schutzgebiete.de/kriegslieder.htm (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://ingeb.org/Lieder/wirsindc.html (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)
http://www.axishistory.com/index.php?id=6795 (Letzter Aufruf 12. Mai 2011)



Autor: Freiherr von Woye / Hasso von Manteuffel