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Einleitung

Offiziere im Deutschen Heer

Die Geschichte und Bräuche des deutschen Offizierskorps

 

Einleitung

Der Offizier als Begriff entstammt dem mittellateinischen officiarius (=Inhaber, Verwalter eines officium, eines Amtes), wobei es in einer Kriegsordnung erstmals in einem deutschen Werk - "Kriegsordnung" - in französischer Sprache auftaucht. Dort wird es erstmals auf eine militärische Stellung angewendet. Als Begriff "Offizirer" erhält er in Deutschland die bis heute bestehende Bedeutung. Davor hießen die höheren Stellung im Militär als "Kriegsämter" oder "hohe Ämter" bezeichnet. Die "Befehlshaber" oder "Befehlsleut" sind nun die Offiziere, dennoch war dies auf die gesamte Verwaltung ausgedehnt. Wobei erst im 30ig jährigen Krieg und der Zeit danach, der Begriff Alleineigentum der Soldatensprache geworden ist.
So wird der Offizier ein Soldat bzw. Teil obersten Militärhierachie (I. Offizier / II. Unteroffizier / III. Manschaften). Dieser Teil hat den Dienstgrad Leutnant bis Generalfeldmarschall (Marschall), ihnen wird dabei neben der Führung von Teilen der Armee auch die Verantwortung für Führung und Ausbildung übertragen.

 

Subalternoffiziere:
Leutnant
Oberleutnant
 
Hauptleute:
Hauptmann
 
Stabsoffiziere:
Major
Oberstleutnant
Oberst
 
Höhere Stabsoffiziere:
Brigadier
Divisionär
Korpskommandant
Oberbefehlshaber der Armee /
Generalmajor bis General
(Feldmarschall im Kriegsfalle)

 

Der deutsche Offizier, bis heute Vorbild und Abbild alter preußischer Tugenden. Sie gehen auf den Soldatenkönig seine Förderung des Soldatentums zurück. Unter ihm sollte nun auch der Adel für den Staat dienen und zwar in der Armee. So fertigte König Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) jedes Offizierspatent persönlich an. Der Offizier und seine Bestallung wurde so wirksam und glaubhaft gemacht. Bis heute legte die Ausfertigung die Rangfolge im Dienstalter fest.

 

Tradition

Bräuche und Traditionen

Viele Bräuche des damals entstehenden Offizierskorps sind bis heute geblieben und haben einen unverrückbaren Platz im Militär. Ganz besonders ist hier natürlich das Kasino zu erwähnen, welches ursprünglich ein Haus war, das von den Adligen für gesellschaftliche Anlässe genutzt wurde und erst mit der Zeit daraus Kasinogesellschaften wurden, die das Haus für ihre Zwecke nutzen. Diese adligen Gesellschaften fanden sich nun auch im Militär wieder und dort wollte der Adel natürlich seine zivilen Traditionen weiterpflegen, darunter auch die Kasinos (Verkleinerungsform von casa=Haus). So fanden sich die Adligen Offiziere als Gesellschaft zusammen und trafen sich im Kasino zum gesellschaftliche Beisammensein, welches dann zu einem Privileg der Offiziere in der Armee wurde bzw. diese nur Zugang hatten weil Adlige. Das Offizierskasino entsteht in der heutige Form erst Mitte des Ende des 18. Jahrhundert, weil dort nun auch der einfache Mann durch Leistung aufsteigen kann.

Heute ist das Offizierskasino Mittelpunkt der Offiziere in der Freizeit bzw. auf dem Militärgelände. Es wird dort den Traditionen gefrönt und der Offizier als höchster Rang im Militär, findet sich dort unter seines gleichen wieder. Wobei der Ausspruch "in der Majorsecke sitzen" nicht auf das Kasino zurückzuführen ist, denn dies ist kein Stammtisch für die Stabsoffiziere, sondern die kritische Zeit vor der Beförderung des Hauptmanns zu den Stabsdienstlern, sprich Majoren und höher: "Der älteste Hauptmann steht immer an der Majorsecke und da weht eben ein scharfer Wind, der manchen umwirft." (Dr. Wilhelm Loewe, Abgeordneter des Deutschen Reichstages, geb. 1886).
Die Offiziersbeurteilung ist dabei natürlich ein wichtiger Aspekt aus der Majorsecke herauszukommen und eingeführt wurde Sie schon vom Soldatenkönig persönlich. Diese sog. Konduitenlisten sollen darüber Auskunft geben, ob dieser Offizier zu gebrauchen ist und welchen Zweck er dienen könnte. Später sind daraus die Personal- und Qualifikationslisten geworden, welche heute die Dienstakten für jeden Mann und jede Frau in Uniform darstellen.

Doch bleiben wir bei der Gesellschaftsordnung des Offizierskorps, vor allem was die Räumlichkeiten anbelangt. In Preußen traten nach 1815 sogenannte Offizier-Speiseanstalten auf dem Plan. Welche natürlich nur sekundär der Sicherstellung einer warmen Mahlzeit dienten. Ein unverheirateter Leutnant hatten von der Einführung dieser Institution an, regelmäßig am Offizierstische teilzunehmen - auch höheren Offizieren wurde dergleichen empfohlen, da Sie auch zur Erhöhung des Gemeingeistes und Zusammenhalt des Offizierskorps beizutragen hatten. So verbrachte man im Kasino so manche Stunde des Abends miteinander, doch am Tage traf man sich meist in solchen Anstalten, welche auch außerdienstlich wichtige Kommunikationsknoten wurden:

"Die Köchin war bereits recht alte, etwas eigenwillige Person, die schon lange diente und ihr Fach vorzüglich verstand. Sie hatte nicht minder alter Gehilfin zu Seite, drei Ordonanzen in einfacher Livree versahen den Dienst bei Tisch. Das Essen bestand täglich in Suppe, Gemüse und Fleisch, Braten und Zubehör, zum Schluss Butter und Käse, alles immer sehr gut zubereitete und so reichlich, dass der Abendappetit im Quartier sich mit umso Weinigerem begnügen konnte. Wein wurde nur am Königs-Geburtstag in gemeinschaftlicher Bowle getrunken. Die Tischdisziplin war recht streng, Wurde es unter den jungen Leutnants an dieser oder jener Stelle zu laut, so genügte schon der ernste Blick eines älteren Kameraden, um die Unterhaltung wieder auf einen angemessenen Ton zurückzuführen. Aber weit entfern, eine Zwangsanstalt zu sein, bot dieser Tisch trotz seiner Einfachheit und Schmucklosigkeit doch das Bild einer vornehmen Gesellschaft, wo selbst die schwierigen Elemente solch einen Anstandsgesetz fügten, das dem preußischen Offiziersgeit entsprach. Der Kostenpreis für den Tisch betrug für den einzelnen Offizier 5 Thaler 15 Groschen monatlich, wovon 2 Thaler aus den Offiziers-Tischgeldner flossen. Dieser Preis war bei der Infanterie, mit Ausnahme der Garde, damals wohl meist üblich. Ein höhere konnte aber auch nicht gestellt werden, da die Mehrzahl der Subalternoffiziere lediglich auf das kärgliche Gehalt angewiesen war, das bis Anfang der 1840er Jahre hin für den Sekondleutnant nur 16 Thaler, 22 Groschen, 6 Pfennig betrug."

 

 

(General der Infanterie , Eduard v. Fransecky)

Sollte man einmal gegen die Regeln des Offiziere verstoßen haben, bzw. eine Beurteilung besonders schlecht gewesen ist, so kann es sein, dass sich dieser Offizier vor einem Ehrengericht zu verantworten hatte. Solche Gerichte zur Bestrafung von Offizieren sind aus einem einfachen Zwecke her entstanden, solche nicht in Zweikämpfen und Duellen zu verlieren. Der Offizier war ein wertvolles Gut, das erst nach langer Ausbildung einen Verband effizient führen konnte, deshalb waren Duelle zwecks gegenseitige Vorwürfe oder Beleidigungen zu verhindern. Auf den Ehrengerichten, bereits im 30ig jährigen Krieg erstmalig vom schwedischen König eingesetzt, wurden dann zum ersten Mal dienstliche und außerdienstliche Verhalten eines Offiziers der entscheidenden Beurteilung der Kameraden unterstellt, wobei das Gericht aus Offizieren ein Urteil über ihren Kameraden zu fällen hatte. Im Jahre 1815 ging dies dann juristisch in die sog. Landwehrverordnung ein und war nun geltendes Recht im deutschen Heere.

Besonders wichtige Anliegen, darunter fielen vor allem und einzig die Befehle des Monarchen des Königreich Preußens, wurden durch einen "Blauen Brief" erteilt. Solche Beförderungen, Versetzungen, Verabschiedungen, Ernennung und wohl auch Urteile, wurden in Umschläge aus festem wie starken blauen Papier versendet, welche eigentlich dafür gedacht waren Unbefugten einen Einblick zu untersagen. Die "Blauen Briefe" waren somit schneller Brauch und bedeutenden im Offiziersmunde entweder eine gute Nachricht oder eine schlecht von oberster Stelle. Bekam ein gealterter Offizier solch einen Brief, so hieß es meist Abschied. Erhielt ein verdienter junger Offizier nach gewonnener Schlacht oder herausragenden taten solch einen Brief, verhieß dies meist die Auszeichnung mit den höchsten Würden des Landes.

Der Offizier ist die Elite der preußischen Gesellschaft und seine Dienste werden nirgendswo mehr geschätzt als in der Heimat von Moltke, Schliefen und Clausewitz. So wurde jeder Offizier des alten Heers mit "Hochwohlgeboren" tituliert. Heute längst außer Mode und so gar nicht standesgemäß in der heutigen Gesellschaft, war es damals ein üblicher Ehrentitel. Das Hochwohlgeboren wurde damals nur dem schlichten Adel zugesprochen, welche oft im Militär seine Aufstiegschancen sah. Doch mit Friedrich dem Großen konnte auch der einfache Mann in die Offiziersränge aufsteigen und so die Titulierung auch auf solche nichtadligen Personen angewendet. Im zivilen Leben musst man schon Ratsherr sein um diesen Titel zu führen, beim Militär fing es "schon" beim Offizier an, der diesen Titel auch nach seiner Dienstzeit weiter tragen durfte.

 

 

"Arma nobiliant ... On devient noble par l'épée"
"Jeder Offizier, der nicht Kavallier ist, ist Wohledelgeborender"

 

(Friedrich der Große 1766)

 

Dabei ist der Hauptmann und Stabsoffizier ein "Hochgeehrter" und ein Leutnant wie auch Fähnrich ein "Vielgeehrter". Die Generäle ragten dabei natürlich noch heraus, führten Sie doch ab dem Generalleutnant den Titel "Exzellenz" (lat. excellentia = Vortrefflichkeit, Herrlichkeit), welcher eigentlich nur den Herrschern oder Vertretern solcher an anderen Höfen zustand. Später wurden dann Professoren und Doktoren mit diesen Titel ausgezeichnet (vir excellentissimus), was oftmals zu gewisser gesellschaftlicher Konkurrenz führte:

"Was Lenz, was Lenz? Ich bin kein Schulmeister oder Kirchenrat, ich bin Generalleutnant, so heißt mir."

 

(Generalleutnant Hans Adam v. Schöning)


Also ein Prädikat, was durchaus nicht immer zum Vorteil für den Trägern des Heers gereicht war. Diese hohen Herren des Schlachtfeldes beliebten so lieber ihren Rang als Anrede, so kam es zu keinen Verwechslung und ihr Beruf stach wie kein andere aus der Masse heraus - auch ohne Titulierung, denn der General ist doch Titel genug. Erst nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches wurde der Titel "Exzellenz" nicht mehr verliehen.

 

Hierachie

Hierarchie und Bedeutungen der Ränge

Mit dem Kadetten fängt alles an und die jüngeren Söhne von Grundbesitzern, solche die nichts erbten, suchten als Kadetten ihren Weg im Leben beim Militär als zukünftige Offiziere. Der Begriff Kadett leitet sich vom Ursprung her aus dem mittelateinischen "Kerlchen" ab und solche Zöglinge im Alter von 14- 16 Jahren, wurden als Kadetten von ihren Regimentern quasi erzogen.
Nach der Kadettenjugend, kommt die Zeit als Fahnenjunker. Die Knaben sollten nun zu Offizieren ausgebildet werden, wobei der Name sich von den Söhnen der Edelleuten auf väterlichen Gütern "Junkern" ableitet. Diesen adligen jungen Händen wurde nun das höchste Gut bzw. das Heiligtum des Soldaten anvertraut - die Fahne. Im Dienst wurde diese Auszubildenden des Offiziersberufs als "Gefreitenkorporal" oder "Freikorporal", aber auch "Standartenjunker" oder "Stückjunker" bezeichnet.

Die Fahnenjunker durften auf keinen Fall die Fahne sinken lassen, die Ihnen anvertraut wurde. Sie trugen im Kampf und auch dem Schlachtfeld die Fahne und somit die Ehre der Einheit. So sollten Sie den Wert und die Moral der Armee bzw. des Offizierskorps kennenlernen. Mag der Begriff des Fahnenjunkers bei späteren Neuordnungen verschwunden sein, ersetzt durch Begriffe wie "Offiziersaspirant" oder "Avantageur", hat sich die Bezeichnung inoffiziell immer halten können und ist heute wieder Bestandteil des Weges zum Offizierswerden.
Für die Fähnriche galt dasselbe, die heißen eigentlich Fahnenträger und war bei den Landsknechten ein kampferprobter bzw. kräftiger Mann, der im späteren altpreußischen Heer zu den Offizieren gezählt wurde. Im Jahre 1763 war es üblich, dass die 5 ältesten und besten Fahnenjunker jedes Infanterieregiments das Fähnrichs-Patent bekamen. Der Fähnrich war somit eine Art Probezeit als Offizier, auch "Portepéefänrich" oder "Säbelfähnrich" genannt. Auch diese Bezeichnung hat sich bis ins heutige Deutsche Heer gerettet.

 

Der Leutnant, erster Rang in der Hierarchie des Offizierskorps, ist von der Bedeutung des "Stellvertreters bzw. Statthalters" abgeleitet und entspricht wohl so am besten dessen Bedeutung. Der "lieutenant", als Stellvertreter des militärischen Befehlshabers existiert heute ist dieser Form nicht mehr und der Adjutant hat seinen ursprünglichen Platz eingenommen. Die ursprüngliche Bedeutung und Aufgabe des Leutnants spiegelt sich aber bis heute in den Rängen wieder: Generalleutnant, Oberstleutnant oder Kapitänleutnant. Erst später bildete sich der der Brauch heraus, den Hauptmann oder Rittmeister im Range zunächst stehenden und daher zu dessen Stellvertreter berufenden Offizier schlechtweg "Leutnant" zu nennen, und noch später wurde dieses Wort zu einer Gesamtbezeichnung für den niedrigsten Offiziersgrad.
Entstanden ist der Leutnant im Mittelalter, denn der Vorläufer des Offizier wurde vor über 500 Jahren schlichtweg mit "Ämter-" Inhaber bezeichnet. Dieser Ämter wurden im Volk schlichtweg "Leutenampt" - das Amt der Leute - und in den Liedern der Spielmännern jener Zeit entstand dann die volkstümliche Form des "Leutnants". So sehr im volkstümlichen verankert, dass dieser Begriff des Leutenant ("Liutnand") auch als deutscher Vorname bis heute noch lebendig geblieben ist. Auch für die militärische Moral wurde der Leutnant wichtig, denn als "Wagemutiger" war es der Stellvertreter bzw. Platzhalter, der seinen Platz bis zum Schluss verteidigte.

 

"Wir haben ein Offizierskorps, welches uns kein anderes Land der Welt nachmachen kann [...] Den deutschen Leutnant macht uns kein Volk der Erde nach."
(Bismarck)

 

Der Hauptmann gilt im allgemeinen Sprachgebrauch als "Anführer", der "Haupt - Mann" und Oberbefehlshaber des Verbandes. Bei den Landsknechten war er an der Spitze eines Fähnleins. Im Königreich Polen war er gar der Oberbefehlshaber des Heeres. Der Hauptmann, welcher heute den Übergang vom untersten Offiziersrang zum Stabsdienst markiert, stand früher wesentlicher weiter oben in der Hierarchie. So nannte man Wallenstein gar den "General Veldt Hauptmann", heißt der Hauptmann als oberster Führer in allen Teilen des Heeres bzw. durch Namenserweiterungen nur klassifiziert. Damals wie heute war den Hauptleuten die Verwaltung unterstellt, damals wie heute einer der wichtigsten Aufgaben, denn gewinnt der Nachschub doch den eigentlichen Krieg, die Soldaten derweilen nur die Schlacht.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Titel des Hauptmannes durch den "Kapitän" ersetzt. Erst in der preußischen Armee fand die Rangbezeichnung wieder seinen Weg zurück ins Heer. Dafür verantwortlich war Friedrich Wilhelm IV. Der Rittmeister, ähnlich wie der Hauptmann, ist der der Rittmeister Führer einer Einheit. Als Meister einer Schar von Berittenen.

 

"Die Herzöge und Herren von Holstein ... und alle Hansastädte wählten einträchtig den Herzog von Wilhelm von Braunschweig zu ihrem Rittmeister und Hauptmann ihrer Schar."
(Johann Russe, 'Nordelbischen Chroniken')

 

Bis zur Abschaffung der Kavallerie und der anderen berittenen Truppenteile, wurde der dem Hauptmann entsprechende Rang des Hauptmanns, nicht mehr eingeführt. Die Vorschläge, den Rang bzw. Titel des Rittmeisters für die Luftwaffe einführen, wurde nicht durchgeführt. Dabei ist anzumerken, dass ein Rittmeister im Stabsdienst als Hauptmann bezeichnet wurde. Es gab in der Tradition der Adjutantur des Generalsstab einfach nicht den Rang des Rittmeisters. Schon in Bezug auf die Uniformen wurde der Hauptmann und Rittmeister einander angepasst. So war der Rittmeister schon frühzeitig ein auslaufendes Modell.
So kommen wir zu den Offizieren im Stabsdienst. Als erstes der Major, in der Bedeutung des Begriffes ein "Verwalter bzw. Aufseher" oder Hausmeier (major domus). Der lateinische Begriff war in Deutschland die endgültige Vorlage für den militärischen Rang, der nach dem spanischen Vorbild auf der letzten Silbe betont wurde. Der Begriff des Ranges steht dabei auch für seine Funktion in der militärischen Hierarchie. Die Diensttätigkeit eines Major des Verwalters ist in der Geschichte meist als "Platzmajors bzw. Stadtmajors" belegt. Der Major fungiert dabei als "Regimentsmaier", der im Regiment für die innere Verwaltung zuständig ist, oder auch als eigenständiger Kommandeur bzw. Gouverneur eines Ortes oder Standorts. Als "Oberster Wachtmeister", wurde der Major bei der Errichtung der stehenden Heere ein feste Größe bzw. Rangstufe. Die zuerst geläufige Anrede des "Herr Oberstwachtmeister" wurde dann bald durch "Herr Major" verdrängt.

Der in der Hierarchie folgende Rang des Oberstleutnants - in der Funktion eines Stellvertreters des Obersten - entstand aus der Beförderung von erfahrenden Kriegshauptmännern zu sogenannten Feldobristen. Diese später nur Obristen bzw. als Oberst bezeichneten Offiziere, welche meist ein Regiment im Feld kommandierten oder später dann den Stabsdienst anführten, sollten sich, wenn Sie der Dienst im Stab zu Ruf, einen Stellvertreter auswählen. Dieser Stellvertreter wurde dann im alten Heer Obristen Leutnant genannt und ist keineswegs als Rang im eigentlichen Sinne zu betrachten. Es war im ursprünglichen Sinne nur eine vorübergehende Tätigkeit, welche von einem waffenkundigen ausgeführt wurde.
Der Oberst - Superlative von der Obere - ist den wachsenden Heeren und sich immer ausuferenden Heeresstrukturen geschuldet. Wurde das Heer ursprünglich vom Hauptmann geführt, so brauchte man mit einer größer werdenden Armee auch immer mehr von diesen Hauptleuten, was dann schließlich zur Schaffung eines "Obersten Hauptmann" führte, welche dann nur noch Oberst genannt wurde. Der sogenannte "Feldoberst" bzw. "Kriegsoberst" waren die höchstkommandierenden Offiziere im Feld, welche sich als Rang unentbehrlich machten. Die größeren Armee wiesen dann eine ähnliche Entwicklung beim Begriff Leutnant auf, der als Stellvertreter auch in andere Ränge mit einfloss, wie der Oberst: Generalleutnant / Generaloberst

 

Der General

Der General - Höchster Offizier des Heeres

So kommen wir auch schon zum General und seiner Bedeutung. Der General - generalis / lat. allgemein - war schon bei den Deutschen Ritterorden, der Oberbefehlshaber. Wobei beim Heer anfangs noch Unterschiede gemacht wurden, so hieß der oberste General bei der Infanterie Generaloberst, bei der Reiterei Feldmarschall und bei der Arkelei Feldzeugmeister. Der Generalfeldmarschall war ein besonderer, allen Generalen und ähnlich gearteten Oberbefehlshabern voranstehender Rang, der nur im Kriegsfalle von oberster Stelle eingesetzt wurde.

 

"Ein General heißt ein Allgemeiner.
In einer Waffe soll eigentlich keiner
Mehr aufgeh´n, er soll sie alle erfassen
Und versteh´n, sie zusammenwirken zu lassen."


(Militärisches Buch des 19./20. Jahrhunderts

"Für die militärische Jugend von 17 - 70 Jahren")

 

Der General als Rang in Deutschland bzw. Preußen wurde von den Franzosen übernommen, wo er eigentlich das Pendant zum Oberst ist. In den deutschen Landen integrierte man den Begriff als "General Hauptmann", "General Feldherr" oder "General Oberst", wobei er immer eine besondere, allen voran stehende Offiziersperson auf Schlachtfeld symbolisieren soll. Der Rang selber entstand erst kurz vor dem 30ig jährigen Krieg, wobei er von Preußen in der Folgezeit, als Führer einer Heereseinheit eingesetzt wurde: General über die Reiterei, General über die Arckelley und General über das Fußvolk. Erst mit dem Kaisereich wurde der General nochmal erhöht und als General über die untergeordneten Generalsränge gesetzt. Heute hat der General 4 Sterne, wobei der 5. Stern den Generalfeldmarschall markieren würde. Die unteren Generalsränge haben dann nach Abstufung weniger Sterne.

Der 30ig jähriger Krieg bringt auch die verschiedenen Generalsränge hervor, so wurde dem Bundesfeldherrn ein Generalleutnant zur Seite gestellt. Dabei geht man nach bekannten Muster der unteren Ränge vor. Der Generalmajor (Major = Wachtmeister) hat als Generalwachtmeister meist einen Kompaniebefehl, der Generalleutnant (Leutnant = Stellvertreter) hat als weiterführende Form des Oberstleutnant bzw. Leutnants (heute noch mit der Abstufung Oberleutnant) meist einen Regimentsbefehl inne und an oberster Stelle der Generaloberst (Oberst = der Oberste militärische Führer) den Generalbefehl über das Heer bzw. die Armee, wobei auch er nur eine weiterführende Form des Oberst bzw. Hauptmannes ist. Der einzige Unterschied hier, dass der Generalmajor unter dem Generalleutnant steh, wobei die naheliegenste Erklärung ist, dass der Stellvertreter = Leutnant bzw. in diesem Falle Generalleutnant immer den höchsten Rang bzw. hier dem Generaloberst direkt unterstellt ist und somit auf Platz 2 der Rangliste.

 

"[Der Generaloberst] ein herrlicher, tapfferer, von hohem Stamm geboren, reicher, vermöglicher Mann [sei]"

 

(Fronspenger)

 

Der Generaloberst steht dennoch unter dem Marschall bzw. Generalfeldmarschall, der von höchster Stelle eingesetzt wurde. Bezeichnend dafür war, dass der erst 1854 von Wilhelm I. geschaffene Dienstgrad nur für die Prinzen von Preußen bestimmt war. Eine Sonderstellung über allen anderen Generälen, die nochmals überhöht wurde nach dem Fall von Metz 1870. An diesem Tage sollten beide Prinzen zu den ersten Generalfeldmarschällen werden und den Brauch des Generalfeldmarschall, als höchsten Offizier des Heeres begründen.

Mag der Marschall auch im eigentliche Sinne nur der Pferdeknecht sein, doch wird der Begriff am Hofe doch in einem anderen Zusammenhang gesehen, der immer mehr mit dem Stab bzw. den der den Stab hält bzw. führt zusammenfallen. Dazu noch die Begrifflichkeit des Feldwebel als militärische Verbindung und dem General als höchste Instanz. So fallen hier politische Herrschaft des Stabes am Hof mit dem militärisch höchstem Rang im Feld zusammen. Der Feldmarschall, als oberster Rang der Reiterei, und der Rang des Generalissimus bei den Feldherren, lässt die schon getrennt sehr wichtigen Ränge, die jeweils eigene Korps kommandieren, zusammenfallen und somit von höchster Stelle - unmittelbar vom Hof des Monarchen - einen nur dem Monarchen unterstellten militärischen Führer entstehen. Der der im NS-Reich eingeführter Rang des Reichsmarschall ist dem noch voran gesetzt, obwohl dieser Rang eher der Repräsentation dient als dem Führen von Armeen.

Die Adjutanten bilden dabei eine ganz eigene Sparte im Offizierskorps, denn aus dem Ursprung adjutare = mit allem Eifer jemanden beistehen, lässt von ihrer Funktion erahnen. Ihre Entstehung lässt sich bis heute nicht genau nachvollziehen, doch gab es wohl beim Heer immer eine Funktion des Gehilfen bzw. Assistenten beim Offizierskorps. Einen Soldaten, der die "lästigen Plichten" und "alltäglichen Dinge" richtete bzw. "hülreiche Hand" in allen Lebenslagen des Offiziers darstellt. Wobei man auch noch unterscheiden muss und dem Flügeladjutanten, die den Generalen beim kommandieren eines Flügels in der Schlacht beigestellt wurden, eine Zeile widmen muss. Diese sollten Befehle schnell von der Mitte zu den Flügeln übertragen, bzw. dem General bei der Überwachung bzw. Ausführung zur Hand gehen sollten.
Ein Wort zur Ordonanz darf bei der Erläuterung des Offizierskorps natürlich nicht fehlen, waren Sie doch eigentlich als Befehlsüberbringer eigeführt, wurden Sie schnell zum Mädchen für alles im Heer. Dabei sind verschiedenen Arten von Ordonnanzen entstanden: Kasino-, Küchen-, Gefechtsordonanzen und speziell Offiziersordonanzen bilden das Rückgrat des Offizierskorps, gerade wenn es darum geht den Offiziers bei Dingen zu entlasten, die vom Militärhandwerk ablenken. Wobei man den Militärattaché nicht in dieser Sparte einordnen kann, denn er war Vertreter des Offizierskorps bei ausländischen Vertretungen seines Landes bzw. Militärs. Ein waschechter Offizier, der dem Begriff nach einer Tätigkeit "zugewiesen wurde" und meist beratende Tätigkeit in militärischen Fragen beim diplomatischen Korps ausführte.

 

Quellen

Transfeldt, Walter / Frhr. von Brand, Karl Hermann, Wort und Brauch im Deutschen Heer, Hamburg 1967.

http://rufv-guenzburg.de/Kaiserulan%20Offizier.jpg (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://www.hessen-militaer.de/ditfurth.htm (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://rufv-guenzburg.de/geschichte_1__ ... giment.htm (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Offizier (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://www.balsi.de/Weimar/Militaer/Uni ... rreich.htm (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://www.preussenweb.de/uniformen2.htm (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://www.phsb.eu/hut.html (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://www.scherenschnitt-portraits.com/beispiele.htm (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://www.offizierschule-des-heeres.de/ (Letzter Aufruf 27.05.2011)
http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/jobs/j_offi.htm (Letzter Aufruf 27.05.2011)

Autor: Freiherr von Woye