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Einleitung

Die Enstehung der Slowakei

 


 

Slowakei
( 2. Republik )

Amtssprache : Slowakisch
Hauptstadt : Bratislava (Pressburg)
Fläche : 49.012 km²
Einwohnerzahl : ca. 5,4 Mio
Bevölkerungsdichte : 111 Einwohner pro km²
Gründung : 1. Januar 1993
Währung : Euro € (1. Jan. 2009)

 

Einleitung / Frühgeschichte bis 1000 n. Chr.

 


Die Slowakei ist wenn man sie mit England, Frankreich oder Spanien vergleicht noch eine sehr junge Nation. Die Slowaken lebten oft in anderen Staaten und das Wort Slowakei erschien erstmals 1918 als die Tschechoslowakei unabhängig von Österreich-Ungarn wurde. Die ersten archäologischen Funde zeigten das sich dort schon in der Zeit von 200.000 bis 35.000 v. Chr. Menschen ansiedelte. Im Gebiet der heutigen Slowakei gab aus auch reiche Bronzevorkommen, die der Epoche den Namen Bronzezeit gab. In dieser Zeit entstand die älteste bekannte Steinarchitektur in Spisský Stvrtok mit Runden Befestigungen, Mauern und Häusern. Archäologische Funde aus der Eisenzeit (700 bis 500 v. Chr.) zeigten das die dort ansässigen Menschen Handelsbeziehungen mit der griechischen Zivilisation und den Etruskern hatten. Man fand in der Slowakei auch von den Kelten geprägte Münzen. Die Kelten drangen etwa 500 v. Chr. von Westen kommend bis in die Slowakei vor und errichteten dort ihre Siedlungen. In der Zeit vom 1. bis zum 5. Jh. lebten die germanischen Quaden in diesem Gebiet. Auch die Römer drangen nördlich der Donau vor und ihre Garnisonen und Siedlungen findet man noch in der Slowakei. Quer durch die heutige Slowakei verlief die Grenze zwischen den Römern und den sogenannten "Barbaren". In dieser Zeit kam es oft zu Genzwischenfällen und Kriegen (römisch-quadische Kriege bis ca. 375 n Chr.). Die Völkerwanderung hinterließ ihre Spuren im Süden Europas, die Hunnen wurden zu einer Bedrohung. Ab 471 n .Chr. drangen die Slawen in das Gebiet ein, sie waren ein Vorfahre der heutigen Slowaken. Die Slawen erweiterten im 6. Jh. ihre Siedlungsgebiete und später kamen auch die Awaren. Im Jahr 595 unterwarfen die Awaren und die Slawen danach kämpften sie gemeinsam mit den Awaren gegen die Franken, Langobarden und Byzantiner. Die gleichzeitige Unterdrückung durch die Awaren führte zu einem Aufstand der Slawen mit der Folge das 623 n Chr. der erste schriftlich belegte slawische Staat, das Reich Samos gebildet wurde. In den frühen Jahren des 8. Jahrhunderts entstand ein christlich geprägtes Fürstentum um das heutige Nitra, dass aber um 830 ein Teil des Großmährischen Reiches wurde. Der Einfluss des Großmährischen Reiches reichte bis Krakau, Meißen und in das spätere Ungarn. Das Großmährische Reich wurde im Jahre 906 von den Magyaren angegriffen welche 907 n Chr. die die Zentralmacht Großmährens zerschlugen. Im Jahr 929 kam es zum Kampf zwischen den Anhängern der Christianisierung und dessen Gegnern, dabei wurde der Przemyslide Wenzel durch seinen Bruder Boleslav ermordet. Die Christianisierung war allerdings nicht mehr aufzuhalten und Wenzel wurde sogar deren Märtyrer und Symbolfigur des einheitlichen christlichen Staates. Die Machtübernahme der Przemysliden sorgte für eine Teilung der Westslawen in Tschechen und Slowaken. Im Jahre 950 musste sich Böhmen dem deutschen König unterwerfen, doch nach dem Ende der Staufer wurden die Böhmischen Könige mächtigsten Fürsten des Reiches. Den an der Elbe wohnenden Slawen gelang zwar ein erfolgreicher Aufstand gegen die Deutschen, doch ihre Uneinigkeit verhinderte die Festigung ihres Reiches.

 

 

Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
5.-6. Jh. Slawische Besiedlung.
623-658 Samos Reich.
um 800 Niederlage der Awaren durch Karl den Großen, Entstehung der Fürstentümer Mähren und Nitra.
um 833 Entstehung des Großmährischen Reiches.
863-867 Wirken der Brüder Kyrill und Method in Großmähren.
880 Einführung der slawischen Liturgie.
885 Tod Methods, Ende der byzantinischen Mission.
895 Loslösung der tschechischen Fürstentümer von Großmähren, allmählicher Zerfall des Großmährischen Reiches.
904-908 Niederlagen in Kämpfen gegen die Ungarn.
910 (bzw. 1025) Die allmähliche Landnahme beginnt.
Die Slowakei gehört von dieser Zeit an über 1000 Jahre als Provinz Horné Uhorsko zu Ungarn.
Daher auch die unterschiedlichen kulturellen, sprachlichen und politischen Ausprägungen zu den Tschechen.
997-1038 Stefan I., der Heilige, erster ungarischer König.
Die Christianisierung wird von Rom aus betrieben.

Bis 1800

Die weitere Geschichte bis zum Jahr 1500

 

 

 

(Europa im Jahr 1500)

 

Am Anfang des neuen Jahrtausends eroberten die Polen die zu Ungarn gehörende Slowakei. Im Jahr 1030 konnten die Ungarn ihr slowakisches Gebiet wieder in ihr Land eingliederten. 1048 entstand das Neutraer Grenzfürstentum, das von den ungarischen Thronanwärtern regiert wurde. Im Jahr 1108 wurde das Neutraer Grenzfürstentum vollständig in das Königreich Ungarn eingegliedert, bis zum Jahr 1918 blieb dies auch so. Zum Beginn des 11 Jh. vergrößerte sich wieder der polnische Einfluss. Die nordslowakischen Landschaften Arwa (Orava) und Zips unterstanden dem Bischof von Krakau. Das änderte nichts daran, dass fast die gesamte Slowakei weiterhin ein Bestandteil des Königreichs Ungarn blieb. Die Ungarn bezeichneten in dieser Zeit die Slowaken als "pannonische Slawen". Zwischen den Slawen und den Deutschen kam es in diesem Jahrhundert zu mehreren Kriegen. Das slowakische Gebiet entwickelte sich damals sehr gut, neue Städte wurden gegründet, und die Städte profitierten vom Bergbau Bis zum 18 Jh. blieb die Slowakei wohlhabendstes Gebiet des Königreichs Ungarn. Viele Deutsche wanderten in das zu Ungarn gehörende Gebiet ein und ersetzten die seit dem Mongoleneinfall von 1241/1242 erlittenen Menschenverlusten. Die Ungarn verloren immer mehr an Einfluss. Viele der ansässigen Adligen wandten sich dem neugewählten deutschen König Rudolf von Habsburg zu. 1278 zog Ungarn in den Krieg gegen die Habsburger und nach der Schlacht am 26.August 1278 auf dem Marchfeld war klar, dass die Habsburger jetzt im Osten Europas die Vormachtstellung innehatten. In den frühen Jahren des Jahres 1300 wurde die Slowakei von den Adeligen Mattäus Csák III. (West- und Mittelslowakei) und Omodej (Ostslowakei) regiert. Am Anfang des Jahres 1400 befanden sich auf dem slowakischen Gebiet eines der reichsten Gold- und Silbervorkommen. Doch politisch gesehen waren die Zeiten nicht so gut, Sigismund von Luxemburg verpfändete 1412 mehrere Zipser Städte an Polen-Litauen. Diese Städte blieben unter der ungarisch - polnischen Verwaltung bis zum Jahr 1772. Die tschechischen Hussiten griffen in den Jahren von 1419–1437 immer wieder das slowakische Gebiet an. Schon drei Jahre später gelang es dem tschechischen Adligen Johann Giskra (Ján Jiskra) aufgrund der Thronkämpfe im Königreich Ungarn die Slowakei für die Habsburger zu besetzen. Von 1445–1467 kämpften die Herrscher Ungarns immer wieder gegen die "post-hussitischen rebellischen Bratríci". Nach dem Ende der Kämpfe entstand die erste Universität Ungarns in Pressburg. In dieser Zeit (vielleicht schon ein paar Jahrzehnte früher) siedelten sich die ersten Juden in der heutigen Slowakei an und gründeten ihre ersten Gemeinden. Am stärksten waren sie in den Städten Bratislava, Senica, Trnava, Nitra, Pezinok und Trencin und Pressburg vertreten wo sie ein Jahrhundert später schon insgesamt 800 Mitglieder hatten. Die meisten ansässigen Juden verdienten ihr Geld als Händler oder Geldverleiher, einige waren aber auch in der Landwirtschaft und als Weinbauern tätig. Wie vielen Städten des mittelalterlichen Europas kam es auch in der Slowakei zu Angriffen und ersten Judenverfolgungen aus mehreren Gründen. Im Jahre 1494 wurden einige Juden in Trnava wegen eines angeblichen Ritualmordes angeklagt und nach ihrer schuldig Sprechung zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

 

 
Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
1150 Ankunft der ersten deutschen Siedler in der Zips.
1241 Béla IV. holt nach Mongolenverwüstungen deutsche Siedler in grosser Zahl
(1271 Zipser Willkür) in die Slowakei.
1301-1305 Der tschechische Prinz Wenzel (Václav) wird als Ladislav V. ungarischer König.
1308-1342 Karl I. Robert ungarischer König.
1311 Eroberung von Nitra durch Matús Cák.
1342-1382 Ludwig I. der Große ungarischer König.
1387-1437 Sigismund (aus Luxemburg) ungarischer König.
1412 Verpfändung von 13 Zipser Städten und 3 weiteren Kronstädten durch Sigismund an Polen (bis 1772).
1437 Das Haus Habsburg erheiratet erstmals die ungarische Königswürde.
1440/41 Besetzung von Teilen der Slowakei durch Jan Jiskra und seine hussitischen Söldner.
1482-1433 Einfälle der Hussiten in die Slowakei.
1458-1490 Matthias Corvinus ungarischer König.
1467 Eroberung des letzten Bruderschaftslagers durch Matthias Corvinus.

 

 

 

Die weitere Geschichte bis zum Jahr 1800


 

 

(Juden werden auf dem Scheiterhaufen verbrannt / Darstellung aus dem Mittelalter)

 

Die Reformationsbewegung war auch im slowakischen Gebiet spürbar und ab dem Jahre 1521 wuchs die Zahl ihrer Anhänger stetig. Das Osmanische Reich war in dieser Zeit auch bestrebt seine Macht in Europa auszudehnen und im Jahr 1526 siegten die Osmanen (Türken) in der Schlacht bei Mohács gegen die Ungarn. Der darauf folgende 12 Jahre andauernde Bürgerkrieg spaltete Ungarn in drei Teile. Die slowakischen Gebiete wurden nun ein Bestandteil des Habsburger Reiches. Die jüdische Bevölkerung wurde aus den Städten vertrieben und sie ließen sich dann in den Dörfern nieder. 1529 wurde erneut eine Ritualmordanklage gegen die Juden eingereicht. Der Ritualmord war aber nur ein Vorwand, denn der Stadtherr von Pezinok hatte noch Schulden zu begleichen und so war die Ritualmordanklage ein guter Grund gewesen sich vor der Rückzahlung zu drücken. 30 der beschuldigten Juden wurden zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. 1535 wurde Preßburg (Bratislava) die Haupt- und Krönungsstadt der Habsburger-Monarchie. Trnava (Tyrnau) wurde 1541 Sitz des Erzbischofs. In den Folgejahren fielen immer wieder die Osmanen ein und plünderten die slowakischen Gebiete. Unruhen prägten die Siedlungsgebiete der Slowaken, zum einen waren es die Osmanen, welche immer wieder bis zum Jahr 1686 das Land plünderten und zum anderen waren es mehrere Aufstände gegen die Habsburger. Von 1604–1606 dauerte der Aufstand von Stephan Bocskay. Im Schatten des 30 jährigen Krieges folgte der nächste Aufstand 1619–1626 von Gabriel Bethlen und 1644–1645 von Georg I. Rákóczi. Nach dem 30 jährigen Krieg war es in den slowakischen Gebieten erst mal ruhig geblieben doch von 1664–1671 sorgte die "Verschwörung Wesselényis" für einen erneuten Aufstand. Ein Jahr später folgte dann der Kuruzen-Partisanenkrieg der bis 1678 andauerte. Kaum war der Partisanenkrieg beendet, da begann der nächste Aufruhr diesmal angeführt von Emmerich Thököly der bis 1688 andauerte. Im neuen Jahrhundert begann ein weiterer Aufstand der von Franz II. Rákócz angeführt wurde und mit dem Frieden von Sathmar/Satu Mare (1711) beendet wurde. Der neu geschlossene und eingehaltene Friede sorgte dafür, dass die Wirtschaft des Landes sich verbesserte. 1722 gab es die ersten Manufakturen im slowakischen Gebiet und deren Anzahl sollte langsam aber stetig wachsen. Die Stadt Banská Štiavnica (Schemnitz) erhielt 1735 eine Bergbauschule und 1762 wurde aus ihr die erste Bergbauhochschule der Welt. 1726 erließ Karl VI. Familiantengesetze mit der Folge, dass es zu einer großen Einwanderungswelle von mährischen Juden in die Slowakei kam. Die Familiantengesetze beschränkten in Böhmen, Mähren und Schlesien die Rechte der Juden, sie durften nur unter Beschränkungen heiraten und ihr Wohnrecht war ebenfalls streng geregelt. Die eingewanderten Juden gründeten mehrere Lehranstalten in Pressburg, Huncovce und Vrbove. In den weiteren Jahren wuchs die Wirtschaft, besonders Pressburg und Košice (Kaschau) wurden bedeutende Industriestandorte. 1787 wollte Anton Bernolak als erster eine einheitliche slowakische Sprache schaffen. Der Grund war der sich entwickelnde Gegensatz zwischen den Slowaken und der ungarischen Oberschicht welche ungarisch als Amts- und Schulsprache durchsetzen wollte. Die Auswirkungen der Revolution in Frankreich (1789) sollte auch die Slowaken erreichen. 1794 wurde die unter dem Einfluss der Revolution stehende Jakobinerbewegung im Königreich Ungarn von Ignjat Martinovic (slow. Ignác J. Martinovic, ung. I. Martinovics) gegründet. Ihm schlossen sich ca. 200 Personen Ungarn und Slowaken an, mit dem Ziel eine demokratischen Republik nach französischem Vorbild zu errichten (Abschaffung der Monarchie). Ein Verräter der von dieser Verschwörung erfahren hatte berichtete davon das Ungarn umgewandelt werden und eine Föderation entstehen sollte, mit den Provinzen Ungarn, Slowakei, Illyrien und Walachei. Das Zeitalter Napoleons sorgte zum Ende des Jahrhunderts, dass durch die Slowakei immer wieder russische Armeen zogen.


 
Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
1515 Beginn der Reformation.
1526

Niederlage des ungarischen Heeres in der Schlacht bei Mohacs gegen die Osmanen. 

Die ungarische Krone geht an die Habsburger, gleichzeitig ein Teil Ungarns an das Osmanische Reich.

Ungarische Könige werden Johann Sigismund Zapolya (mit Unterstützung der Osmanen) und Ferdinand I. (Habsburger).

1530 Einfall der Osmanen in die Slowakei.
1538 Friede von Großwardein.
1541-47 Krieg mit den Osmanen; 5jähriger Friede.
1551-68 Erneuter Krieg mit den Osmanen.
1553 Beginn der Gegenreformation.
1561 Gründung des Jesuitenkollegs in Trnava.
1564-1576 Maximilian I. ungarischer König.
1568 Friede in Adrianopel mit den Osmanen.
1576-1608 Rudolf II. ungarischer König.
1593-1606 15-jähriger Krieg mit den Osmanen.
1603-1604 Einschreiten gegen die Protestanten in der Slowakei.
1604-1606 Aufstand des István Bocskaj gegen die Habsburger.
1608-1619 Matthias II. ungarischer König.
1619-1626 Drei Aufstände von Gabriel Bethlen gegen die Habsburger.
1635 Gründung der Universität Trnava (bis 1777).
1637-1657 Ferdinand III. ungarischer König.
1657-1705 Leopold I. ungarischer König.
1660 Gründung der Universität Košice (im 18. Jh. aufgehoben).
1663-1664 Erneute Kämpfe gegen die Osmanen.
1673-1674 Prozesse gegen evangelische Geistliche in Bratislava.
1683 Niederlage der Osmanen bei Wien.
1699 Friede zu Karlowitz, Rückzug der Osmanen.
1703 Revolte von Franz II. Rákoczi (bis 01.05.1711).
1705-1711 Joseph I. ungarischer König.
1711-1740 Karl VI. ungarischer König.
1713 Hinrichtung von Juraj Jánošík in Liptovský Mikuláš.
1740-1780 Maria Theresia österr. Kaiserin und ungar. Königin.
1780-1790 Regierung Josephs II..
1781 Toleranzpatent Josephs II. mit Abschaffung der Leibeigenschaft 1785.
1787 Erste Kodifizierung der slowakischen Schriftsprache durch Anton Bernolák.
1790-1792 Regierung Leopolds II..
1792-1835 Regierung Franz II..
1792-1827 Entstehung mehrerer slowakischer gelehrter Gesellschaften.

Bis 1919

Die weitere Geschichte bis zum Jahr 1900

 

Napoleon der Europa seinem Willen unterwerfen wollte besetzte nach der Schlacht von Austerlitz im November/Dezember 1805 Pressburg. Dort wurde dann der (vierte) Friede von Pressburg unterzeichnet. 1809 wurde erneut ein Waffenstillstandsabkommen mit Napoleon unterzeichnet, aber er ließ die Burg Devín (Theben) sprengen. Insgesamt 120.000 Mann verlor das Königreich Ungarn während der Kriege gegen Napoleon, unter ihnen waren auch viele Slowaken. Im Jahr 1811 war die Habsburger Monarchie Bankrott und diese forderte vom den Ungarn finanzielle Mittel. Da die Ungarn diese nicht erfüllen wollten tagte der Landtag von Pressburg in der Zeit von 1812–1825 nicht mehr. Nachdem Napoleon besiegt war wurde auf dem Wiener Kongress Europa neu geordnet und viele Verhandlungen fanden auch in Pressburg statt. In den 1820er Jahren wollten viele ungarische Adelige alle im Königreich lebenden "nicht-Ungarn" assimilieren, und die radikalen unter ihnen wollten einen eigenen Nationalstaat Ungarn erschaffen und die Slowakei sollte ein Bestandteil des Staates werden. Sie sollten sich in den 1830er Jahren durchsetzen. In der Slowakei befanden sich bereits einige Fabriken und sie war ein wichtiger Rohstofflieferant im Königreich Ungarn gewesen (78 % der Roheisen- und 64 % der Gusseisenproduktion des Königreichs Ungarns). Zum letzten Mal wurde 1830 in Pressburg eine Krönung durchgeführt, die wichtigsten ungarischen Verwaltungen wurden schon im letzten Jahrhundert nach Buda (Ofen) durch den Erlass von Kaiser Joseph II. (1784) verlegt. Die Pest brach 1831 in der Ostslowakei, von Galizien aus kommend aus. Die sofort eingeleiteten Hygienemaßnahmen der Behörden lösten bei der der hungernden Bevölkerung einen Bauernaufstand (auch Cholera-Aufstand genannt) aus, an dem sich etwa 40.000 Menschen beteiligten. Im Jahre 1840 wurde wurde die erste von Pferden gezogene Eisenbahnlinie (von Pressburg zum Vorort Svätý Jur) im Königreich Ungarn eröffnet. Im Jahr 1844 sollte die 1000 Jahre lang verwendete lateinische Amtssprache durch die ungarische ersetzt werden. Die Teile der Bevölkerung die keine Ungarn waren protestierten dagegen, da sie eine weitere Magyarisierung der Slowakei befürchteten. 1848 tagte zum letzten Mal der ungarische Landtag in Pressburg. Die erste Dampfeisenbahnlinie auf slowakischen Gebiet wurde eröffnet, sie Verband die Städte Pressburg und Wien miteinander. Die Revolutionen des Jahres 1848 erreichten auch die Slowaken. Die Nationalbewegung legte ein politisches und staatsrechtliches Programm vor in dem man sich nicht nur von Königreich Ungarn abspalten wollte, sondern auch von den Habsburgern. Im September 1848 kam es zu einem Aufstand der Slowaken der aber scheiterte. Daraufhin gründeten die Slowaken einen Nationalrat, aber auch er konnte sich nicht durchsetzen. Eine Quelle gibt an das sich die Slowaken zwar von Ungarn abspalten wollten und die Slowakei als autonome Region einer föderativen Habsburger-Monarchie beitritt. Zum ersten Mal erwachte ein slowakisches Nationalbewusstsein und der Name "Slowakei" wurde erwähnt. Insgesamt verlor aber die "Slowakei" in der ersten Hälfte des 19 Jh. an Bedeutung. Ab 1849 war die Amtssprache in der Slowakei deutsch gewesen, aber im Jahre 1851 führte Wien vorübergehend das "Alt-slowakische" als Amtssprache ein. Die nationalen Bestrebungen wurden in der Slowakei von den Ungarn scharf überwacht. So wurden die Anführer dieser Bewegung Ludovít Štúr und Jozef Miloslav Hurban, die als "verdächtige Personen" galten von der Polizei überwacht.


 

 

(Trnava / Tyrnau 1880)

 

1861 verstärkten sich wieder die nationalen Ambitionen der Slowaken. Am 6./ 7. Juni trafen sich insgesamt 6.000 angesehene Slowaken in der Stadt Martin und verfassten dort ein Memorandum einer slowakischen Nation. Man wollte erreichen: eine selbständige Gebietseinheit auf dem Gebiet der Slowakei ("Slowakischen Gegend"), die Anwendung der slowakischen Sprache, einen Lehrstuhl für die slowakische Sprache an der Universität von Pest und die Gründung von slowakischen Kultur- und Literaturvereinen. Es wurde überarbeitet und dem österreichischen Kaiser vorgelegt. Den Slowaken wurde nur erlaubt eigene slowakischsprachige Gymnasien (1862 Velká Revúca, 1867 Martin, 1869 Kláštor pod Znievom) zu unterhalten und sie durften eine Gesellschaft gründen (1863) wo die slowakische Sprache, Kultur und Wissenschaft erhalten bleiben sollte. Die Slowaken waren nun schon mehrere Jahrhunderte ein Bestandteil des Königreich Ungarn. Im Jahr 1867 wurde die aufkeimende "Nationale Bewegung" durch die starke Magyarisierungspolitik im Königreich noch verstärkt. Die slowakischen Sprachinseln wurden vom Rest des Landes immer stärker isoliert. Die nationalen Interessen wurden von den ausgewanderten Slowaken in den USA unterstützt. 1867, der österreichisch-ungarische Ausgleich legte fest, dass die Ungarn ebenfalls über die Slowaken herrschen konnten. 1868 wurden durch ein Gesetz alle Einwohner Ungarns zu "einer einzigen untrennbaren ungarischen Nation" erklärt und ungarisch wurde jetzt die einzige Staatssprache (Amtssprache in der Slowakei, 1849–1868 : deutsch /Gerichtssprache überwiegend ungarisch). Jozef Miloslav Hurban war eine der führenden Persönlichkeiten der Slowaken und musste 1869 ins Gefängnis. In der Wiener Presse wurde die Kritik an der Inhaftierung von Jozef Miloslav Hurban so groß, dass der österreichische Kaiser 1870 seine Freilassung veranlasste. 1871 entstanden die "Slowakische Nationalpartei" und die "Neue slowakische Schule (Nová škola slovenská). Die "Neue slowakische Schule" wollte eine Verständigung mit den Ungarn, aber löste sich 1875 auf. Im selben Jahr verließen immer mehr Slowaken ihre Heimat und wanderten in die USA aus. Bis 1914 stieg ihre Zahl auf 650.000 an. Den drei slowakischen Gymnasien wurde 1873/74 "Panslawismus" vorgeworfen und als Folge wurden diese und die Slowakische Matica geschlossen. Das war aber nur der Anfang, die Slowaken wurden auch noch wirtschaftlich unterdrückt und mehrere Unternehmen wurden unter dem Vorwand des "Panslawismus" ebenfalls dicht gemacht. 1878 standen in Ungarn Wahlen an, die "Slowakische Nationalpartei" stellte sich nicht zur Wahl weil sie gegen Wahlmanipulationen protestierte. Sie boykottierte auch die Wahlen von 1884 – 1901. Es waren damals nur die Reichen und Adeligen Staatsbürger Wahlberechtigt, zudem kamen noch Gewaltakte bei der Wahl, Verhaftungen nicht ungarischer Kandidaten, und slowakische Persönlichkeiten wurden von der Wahlliste entfernt. Von 1879 bis 1893 wurden mehrere Gesetze verabschiedet die ungarisch als einzige Sprache in den Volksschulen (1879) und Kindergärten (1891) vorschrieb. Bis zum Jahr 1900 war die Zahl der slowakischsprachigen Volksschulen von 1822 auf 528, und die deutschsprachigen Volksschulen von 1232 auf 383 zurückgegangen. Im Gegenzug stieg die Zahl der ungarischsprachigen Volksschulen von 5.819 auf 10.325 an. Allen slowakischen Schülern die an einer ungarischen Schule lernten wurde es verboten, egal wo, sich in der slowakischen Sprache zu Unterhalten oder in Slowakisch geschriebene Bücher oder Zeitungen zu besitzen. Wer sich nicht daran hielt durfte die Schule nicht mehr besuchen. Jeder der dagegen protestierte oder Proteste für die Zeitungen verfasste und veröffentlichte wurde verhaftet.


 
Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
1835-1848 Regierung Ferdinands V..
1843 Kodifizierung der slowakischen Schriftsprache durch L`udovít Štúr.
1848 Slowakische Intellektuelle sprechen sich in Liptau
für eine Föderalverfassung der k.u.k-Monarchie aus.
Mai: Slowaken tragen ihre nationalen Forderungen in Liptovský Mikuláš vor,
Juni: Slawenkongreß in Prag,
Sept: Bewaffneter Aufstand der Slowaken.
1848-1916 Regierung Franz Josephs I..]
1849 Ablehnung slowakischer nationaler Autonomie durch Regierung Schwarzenberg führt zu Hinwendung slowakischer Intelligenz zum Panslawismus.
Zunehmende Auswanderung (vor allem nach Amerika) aus wirtschaftlichen Gründen.
1851 Annullierung der oktroyierten Verfassung durch einen Staatsstreich.
1851-59 Neoabsolutistische Ära A. Bach.
1852 Erscheinen der Krátka mluvnica slovenská (Kurze slowakische Grammatik) -
Reform der slowakischen Schriftsprache.
1860 Oktoberdiplom mit autonomen Verwaltungsrechten für Ungarn (gescheitert).
1861 Februarpatent mit weiteren Zugeständnissen an Ungarn.
1863 Gründung der Matica slovenská.
1866 Preußisch-österreichischer Krieg mit Niederlage Österreichs.
1867 Österreichisch-ungarischer Ausgleich.
Beginn der gewaltsamen Madjanisierung (Forcierung der ungarischen Kultur und Sprache) der Slowaken.
1874-75 Schließung slowakischer Gymnasien und der Matica slovenská
durch ungarische Regierung.

 

 

 

Die weitere Geschichte bis zum Ende des 1. Weltkrieges

 

 

(Europa im Jahr 1900)

 

Zum Beginn des neuen Jahrhunderts waren die in die USA ausgewanderten Slowaken sehr aktiv. Sie gaben mehrere Zeitungen und Zeitschriften heraus die sich auch mit der alten Heimat befassten. Die meisten Slowaken ließen sich in Pittsburgh nieder. Im Jahr 1903 wurde in Bratislava (Pressburg) der erste ungarische Zionistenkongress und 1904 der erste Misrachi-Kongress abgehalten. 1905 wurde die Slowakische Sozialdemokratische Partei (seit 1906 autonome Fraktion der Ungarischen Sozialdemokratischen Partei) gegründet. Die slowakischen Sozialdemokraten traten nicht nur für ihre sozialdemokratischen Errungenschaften ein, sondern verlangten auch die Gleichbehandlung der Slowaken. Die Slowakische Nationalpartei spaltete sich in mehrere Parteien auf; die Hlasisten die aus slowakischen Studenten aus Prag, Wien und Budapest bestand und vom Professor Tomáš Garrigue Masaryk beeinflusst wurde. Später entstand aus ihr eine weitere Partei die Prúdisten. Die Prudisten waren liberal und pro-tschechoslowakisch. Seit 1909 befürworteten diese beiden Parteien die Gründung der Tschechoslowakei. Die "Bauernbewegung" wurde von Milan Hodža angeführt. Die katholische Strömung wurde vom Priester Andrej Hlinka angeführt und er gründete 1906 bzw. 1913 die "Slowakische Volkspartei". Das Aponyi Gesetz von 1907 nahm keine Rücksicht auf die im Reich lebenden Slowaken. In diesem Gesetz wurde festgelegt, das alle Beamte die Slowaken Ungarisieren mussten und in den Schulen durfte nur ungarisch gesprochen und Unterrichtet werden. Deutsch und Slowakisch galten als Fremdsprachen und durften nur eine Stunde pro Woche im Unterrichtsplan enthalten sein. Andrej Hlinka musste im selben Jahr ins Gefängnis, er wurde aber 1909 vom Heiligen Stuhl für unschuldig erklärt. Ein Zwischenfall im Dorf Cernová ließ die Weltöffentlichkeit aufhorchen, in dem Dorf erschossen ungarische Polizisten 15 Bewohner (darunter auch schwangere Frauen und Kinder). 12 Dorfbewohner wurden verletzt und 40 weitere wurden inhaftiert. Dies geschah nur, weil die Bürger ihre neu gebaute Kirche nicht von einem ungarischen Priester geweiht werden sollte. Die Dorfbewohner wollten das der in dem Dorf geborene Andrej Hlinka die Kirche weihte. Nicht nur die Presse, sondern auch das österreichische Parlament, besonders die tschechischen Abgeordneten kritisierten das Vorgehen der Ungarn. Die Einschränkungen der Priester zeigte sich auch in anderen Bereichen, wer sich weigerte auf Ungarisch zu arbeiten wurde in die ärmsten und entlegensten Dörfer gesandt. Die Priesterschulen waren ebenfalls davon betroffen, schon die Anwendung der slowakischen Sprache oder der Besitz von slowakischsprachigen Büchern wurde bestraft. Es ist vielleicht daher auch kein Zufall, dass 1907 in Cleveland (Ohio) die Slovak League of America gegründet wurde mit dem Ziel, die Slowakei politisch und finanziell zu unterstützen. Die Rücksichtslose Politik der "Magyarisierung" sorgte bis 1910 zu einem Ansteigen des magyarischen Bevölkerungsanteils auf 54,6 %. Trotz aller Schwierigkeiten und Verordnungen, auch im Schatten des 1. Weltkrieges wurde das Königreich Ungarn von der Modernisierung und Verstädterung erfasst. Die Slowakei war dabei sogar eines der industriereichsten Gebiete in Ungarn. In vielen Landesteilen der Slowakei hungerten aber die Menschen, der Bergbau befand sich im Abschwung. Kurz vor dem Ende des Weltkrieges trafen sich die in den USA lebenden Exil Tschechen und Slowaken am 30.6.1918. Der Vertrag von Pittsburgh legte eine Zusammenarbeit beider Bevölkerungsgruppen fest mit dem Ziel einen gemeinsamen Staat zu gründen. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges brach für die Slowaken eine neue Zeit an.
 


 
Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
1907 Madjarisierende Schulgesetz im Volksschulwesen.

 

 

Tschechoslowakei

Die weitere Geschichte bis zum Ende der Tschechoslowakei

 

 

 

(Mitteleuropa 1923)

 

Bereits während des Weltkrieges kontaktierten die Anhänger einer slowakischen Nationalidee Kontakt ihre tschechischen Nachbarn. Die Niederlage der Mittelmächte (Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich und Bulgarien) machte nun den Weg frei für einen gemeinsamen unabhängigen Staat. Die Siegermächte des Weltkrieges (Mitglieder der Entente) USA, England, Frankreich und Italien unterstützten dies. Am 28. Oktober 1918 war es soweit, die Tschechoslowakei wurde gegründet und am 30. Oktober stimmte der Slowakische Nationalrat für eine Vereinigung der Slowakei mit den tschechischen Ländern zu. Im Vertrag Saint-Germain (Auflösung des österreichischen Vielvölkerstaates) und dem folgenden Frieden von Trianon (Abspaltung der Slowakei von Ungarn), wurde der neue Staat international anerkannt. Das Staatsgebiet der Tschechoslowakei (Abgekürzt CSR) bestand aus dem tschechischen Böhmen und Mähren und der vom Königreich Ungarn abgetrennten Slowakei. Die Slowakei hatte im neuen Staat keinen autonomen Status. Die Tschechoslowakei war ein Staat den dem die gesamte Bevölkerung zum einen Teil eine gemeinsame und zum anderen auch unterschiedliche Geschichte hatte. Der neue Staat hatte aber neben vielen Gemeinsamkeiten eine unterschiedliche Kultur, ethnische Zusammensetzung und ein unterschiedliches Niveau in der Wirtschaft. Viele in der Bevölkerung hofften jetzt, dass der neue Staat ihre Probleme lösen würde und könnte. Die Juden erhielten im neuen Staat den Status einer eigenen Nationalität dies sorgte dafür, dass die in der Slowakei lebenden Juden erweiterte Rechte erhielten. Die in der Tschechoslowakei verbliebenen Deutschen (23% Bevölkerungsanteil) und Ungarn (5% der Gesamtbevölkerung); beide gehörten vorher zu den Herrschenden in diesen Gebieten, wurden jetzt im neuen Staat unterdrückt. In den weiteren Jahren sollten auch die Slowaken immer unzufriedener werden da sie keine Autonomie besaßen und so entstand eine slowakische Autonomiebewegung die in der "Slowakischen Volkspartei" politisch diesem Willen Ausdruck verlieh. Im Jahr 1919 besetzten tschechoslowakischen Truppen die von Pressburg in Bratislava umbenannte Stadt. Die Außenpolitik der Tschechoslowakei war geprägt durch gute Beziehungen zu Frankreich, weil auch schon in den 1920 er Jahren das von vielen Deutschen bewohnte Sudetenland immer wieder zu Sprache kam. Die Parteien der Weimarer Republik wollte durch Verträge die Rechte der Sudetendeutschen verbessern. Doch nach der Machtergreifung Hitlers wurde langsam aber sicher klar, dass dieser irgendwann einen Anschluss an das Deutsche Reich fordern würde. Eine Volkszählung im Jahr 1930 ergab, dass die jüdische Bevölkerung 4,11 % der Gesamtbevölkerung ausmachte. Insgesamt lebten 136.737 Juden in der Slowakei in ca. 2.700 Gemeinden und Städten. Die größte jüdische Gemeinde befand sich in Bratislava mit ca. 15.000 Einwohnern, gefolgt von Nitra 4.358, Prešov 4.308, Michalovce 3.955, Žilina 2.917, Topolcany 2.459, Trnava 2445, Bardejov 2.441, Humenné 2.172 und Trencín mit 1.619 Einwohnern. Die Tschechoslowakei begann sich 1935 auch außenpolitisch dem ideologischen Feind Hitlers, der Sowjetunion, zu nähern. Das Münchener Abkommen von 1938 und die Zustimmung Frankreichs und Englands sorgten nicht nur für die Abtrennung des Sudetenlandes, sondern auch dafür das die Slowakei die Autonomie erhielt. Dafür musste die Slowakei Gebiete an Ungarn und Polen abtreten. Die autonome Slowakei sorgte nun auch für ein anwachsen von Repressalien gegen die dort lebende jüdische Bevölkerung. Schon am 6. Oktober 1938 wurde in der Slowakei darüber diskutiert wie man zur einer "Lösung der jüdischen Frage" kommen könnte. Der konservativ-gemäßigte Tiso musste sich nun mit Vojtech Tuka, einem radikal-faschisten und Alexander Mach dem Leiter der "Hlinka-Garde" an einem Tisch setzen. Die radikal-faschisten wollten wie in Deutschland die Juden ausbürgern und das "Sidorkomitee" begann mit der Ausarbeitung von antijüdischen Gesetzen (Regierungsverordnungen). Die im ersten Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 entschiedenen Gebietsabtretungen der Slowakei an Ungarn sorgten noch im November für eine Deportationswelle von 7.500 Juden nach Ungarn. Man behauptete einfach die Juden wären Schuld, dass die Slowakei diese Gebiete verlor und deshalb wurden sie dafür bestraft. 89.000 Juden blieben in der Slowakei.


 
Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
14. November 1918 Tomáš Garrigue Masaryk erster Präsident der Tschechoslowakei.
07. Dezember:
Errichtung eines Ministeriums für die Verwaltung der Slowakei
unter Vavro Šrobár.
1918-1920 Die Slowakei wird durch die Pariser Vorortverträge
Teil der neugegründeten Tschechoslowakei.
Ungarn verliert durch den Vertrag von Trianon
Gebiete nördlich der Donau.
1920 bis 1938 Religiöse Gegensätze und tschechische Dominanz in der CSR
führen zur Verstärkung des slowakischen Nationalismus.
Karpatendeutsche (ca. 5 % der Bevölkerung) erhalten Kulturautonomie.
29.Februar 1920 Erste Verfassung der Tschechoslowakischen Republik.
1935-38 Milan Hodža Ministerpräsident der CSR.
18. Dezember 1935 Edvard Beneš Präsident der CSR.
23. September 1938 Mobilisierung der tschechoslowakischen Armee.
29. September: Münchener Abkommen,
07. Oktober:
die Slowakei wird autonom,
Jozef Tiso slowakischer Ministerpräsident
(ab 1939 Präsident).
November 1938 Wiener Schiedsspruch zwingt Tschechoslowakei
zur Abtretung von Gebieten an Polen und Ungarn.

1. Republik

Die erste Slowakische Republik

 

 

 

 

(Jozef Tiso * 13. Oktober 1887 in Nagybiccse/Veľká Bytča; † 18. April 1947 in Bratislava, Tschechoslowakei)

 

Knapp ein halbes Jahr nach der Unterzeichnung des Münchener Abkommens wurde unter dem Druck Deutschlands die Tschechoslowakei endgültig aufgelöst und verschwand von der Landkarte. Das slowakische Parlament erklärte am 14. März 1939 das slowakische Gebiet für unabhängig und gründete die Slowakische Republik (später auch als erste Slowakische Republik bezeichnet), Jozef Tiso bildete eine Regierung. Der neue Staat war aber nicht mehr als ein Satellitenstaat Hitlers gewesen, dessen Souveränität stark eingeschränkt war. Am 15. März 1939 marschierten deutsche Truppen in Böhmen und Mähren ein und benannten ihr "Protektorat" nach diesen Gebieten. Das Deutsche Reich Hatte das Recht erhalten in den Bereichen Wirtschaft und Außenpolitik der Slowakei mit zu bestimmen. Der Schutzvertrag legte ebenfalls fest, dass deutsche Truppen in den zur Slowakischen Republik gehörenden Provinzen am Ostrand der Kleinen und Weißen Karpaten sowie des Javorník-Gebirges folgend, Truppen stationieren konnte. Die Slowakei durfte insgesamt 6 Divisionen aufstellen und diese mit dem vorhandenen Material aus der aufgelösten Tschechoslowakischen Armee ausrüsten. Die Ausnahme bildeten die sogenannten Volksdeutschen, diese durften eigene Verbände aufstellen die insgesamt ein Artillerie-, ein Pionier- und zwei Infanterie-Regimenter stark waren.

 

 
Minister des Staates
14. März 1939 – 27. Oktober 1939
(Regierung Jozef Tiso)
 
Ministerpräsident : Jozef Tiso
Vizeministerpräsident : Vojtech Tuka
Innenminister : Karol Sidor,
ab dem 15. März 1939 beurlaubt,
am 18. April 1939 abgelöst,
Nachfolger Jozef Tiso
Außenminister : Ferdinand Durcanský
Verteidigungsminister : Ferdinand Catloš
Finanzminister : Mikuláš Pružinský
Minister für Unterricht
und nationale Aufklärung :
Jozef Sivák
Justizminister : Gejza Fritz
Wirtschaftsminister : Gejza Medrický
Minister für Verkehr
und Öffentliche Arbeit :
Július Stano

 

Dieser Deutsch-slowakische Vertrag hinderte die Regierung Ungarns nicht daran die Slowakei am 23. März 1939 ohne eine Kriegserklärung, anzugreifen (Slowakisch-ungarischer Krieg). Die Ungarn drangen von der besetzten Karpatenukraine ein und überraschten die Slowaken völlig. Am 24. März wurde bereits der Waffenstillstand ausgehandelt und die Slowaken konnten mit Hilfe der in ihrem Staat noch stationierten Tschechen zu einer Gegenoffensive antreten. Die ungarische Luftwaffe bombardierte die slowakische Luftwaffenbasis bei Spišská Nová Ves. Bei diesem Angriff starben 13 Slowaken. Tiso bat das Deutsche Reich um eine militärische Unterstützung, dies wurde zwar abgelehnt, aber man schlug vor das die deutschen Wehrmachtseinheiten in der Ostslowakei sich an der Verteidigung beteiligen könnten. Tiso lehnte dieses Gegenangebot allerdings ab. Die Kämpfe wurden noch bis zum 31. März 1939 fortgesetzt. Bereits in den ersten Apriltagen wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen und am 4. April wurde ein Friedensvertrag in Budapest unterzeichnet. Die Slowaken mussten die östlichen Gebiete um die Orte Stakčín und Sobrance mit insgesamt 1.697 km² Fläche, 69.930 Einwohnern und 78 Gemeinden an Ungarn abtreten. In diesem kurz andauernden Krieg starben auf Seiten der Slowaken 22 Soldaten und 36 Zivilisten. Der unter dem Einfluss des Deutschen Reichs stehende neu gegründete Staat ging nun auch gegen die bisher gleichberechtigte jüdische Bevölkerung vor. Die Slowakische Volkspartei unter Hlinka stellte sofort die These auf, dass die Juden die "Erzfeinde des slowakischen Staates und Volkes" seien. Im April 1939 wurden die Juden in der Slowakischen Republik neu eingestuft und durch Gesetze aus dem öffentlichen und wirtschaftlichen Leben entfernt und verloren in den weiteren Monaten ihre Bürgerrechte. In der Slowakischen Republik wurden auch durch das "Gesetz 113/1940" die Betriebe "Arisiert". Die Slowakische Republik wurde ebenfalls ein Aufmarschgebiet für die Deutschen Truppen und als am 1. September 1939 Hitlers Angriff auf Polen begann griffen deutsche und slowakische Verbände auch von der Slowakei aus an. Die Slowakei beteiligte sich mit 3 Infanteriedivisionen.


 

 

 

(Vojtech Tuka, * 4. Juli 1880 in Štiavnické Bane, Österreich-Ungarn; † 20. August 1946 in Bratislava, Tschechoslowakei)



 

 
Minister des Staates
27. Oktober 1939 – 5. September 1944
(Regierung Vojtech Tuka)
 
Ministerpräsident : Vojtech Tuka
Vizeministerpräsident : Alexander Mach
ab dem 17. August 1940
Innenminister : Ferdinand Durcanský,
ab dem 29. Juli 1940 Alexander Mach
Außenminister : Ferdinand Durcanský
ab dem 29. Juli 1940 Vojtech Tuka
Verteidigungsminister : Ferdinand Catloš
Finanzminister : Mikuláš Pružinský
Minister für Unterricht
und nationale Aufklärung :
Jozef Sivák
Justizminister : Gejza Fritz
Wirtschaftsminister : Gejza Medrický
Minister für Verkehr
und Öffentliche Arbeit :
Július Stano

 

Die Judenverfolgungen stiegen bis zum Sommer 1940 stetig an. Das Deutsche Reich sendete den SS-Hauptsturmführer Dieter Wisliceny, der ein enger Vertrauter Eichmanns war. Dieter Wisliceny sorgte dafür, dass die Grundlage geschaffen wurde die slowakischen Juden zu enteignen um sie dann zu einer "Auswanderung" zu zwingen. Dies war aber nur eine Verschleierung der wahren Absichten, die Deportation in die Vernichtungslager. Etwa 89.00 slowakische Juden waren von diesen "besonderen Maßnahmen" betroffen. Das slowakische Parlament gab der Regierung im September 1940 sämtliche Vollmachten um die Judenfrage innerhalb eines Jahres lösen zu können. In den nächsten 12 Monaten wurden die Juden systematisch mit neuen Anordnungen und Verlautbarungen immer stärker ihrer wirtschaftlichen und bürgerlichen Rechte beraubt. Um diese Arisierung durchsetzen zu können wurde ein sogenanntes Wirtschaftliches Zentralamt (Ústredný hospodársky úrad) geschaffen und alle Juden mussten einer Zwangskorporation (Ústredna Židov) beitreten. Man versuchte auch die Juden in ein Ghetto zu stecken, aber dieser Plan wurde nach einer kurzen Anlaufzeit wieder verworfen. Am 22. Juni 1941 griff die Wehrmacht die Sowjetunion an. Die Slowaken beteiligten sich mit einer teilweise motorisierten, und mit tschechischen Panzern ausgerüsteten leichten Brigade mit insgesamt 3.500 Mann, und einem Armee-Korps mit zwei Infanterie-Divisionen. Bereits im Juli 1941 betrug die Gesamtstärke der slowakischen Verbände in Russland: 40.393 Mannschaften und 1.346 Offiziere. Im August 1941 wurden zwei Infanteriedivisionen aus der Front herausgezogen und wieder in die slowakische Heimat geschickt. Als Ausgleich wurden eine 10.000 Mann starke "Schnelle Division" und eine Sicherungsdivision (6.000 Mann stark) im Ostfeldzug eingesetzt. Die beiden Einheiten wurden der Wehrmacht unterstellt und kämpften vor allem in Lemberg, Kiew und im Winter 1941/42 am Mius. Besonders während der Winterschlacht zeigte sich das die "Schnelle Division" aus gut ausgebildeten und motivierten Soldaten bestand und so ist es kein Wunder das deutsche Offiziere die Slowaken als "tapfere Soldaten mit sehr guter Disziplin" bezeichneten. Die schnelle Division wurde also von den Deutschen geachtet und und als vollwertiger Frontverband eingesetzt. Am 19. September 1941 wurde im Deutschen Reich durch den Reichsinnenminister verordnet, dass alle Juden im Machtbereich des Nationalsozialismus den Judenstern sichtbar an der Kleidung tragen mussten. Heinrich Himmler verbot allen Juden die Ausreise aus dem Deutschen Reich. Im gesamten Deutschen Reich wurden sie nun polizeilich erfasst (Meldeämter, Ausweise die ein gelbes "J" erhielten) und man steckte sie in die sogenannten Judenhäuser wo sie von der anderen Bevölkerung streng getrennt wohnen mussten. Ab dem 15. Oktober 1941 begann die organisierte Massendeportation deutscher Juden in den Osten. Die Slowakische Republik musste diese Maßnahmen ebenfalls umsetzen. Am 2. Dezember 1941 wurde die nächste Phase der organisierten Deportation eingeleitet. Ministerpräsident Tuka, ein deutscher Gesandter, und der SA-Obergruppenführer H. E. Ludin einigten sich, das die Juden in der Slowakei weiterhin abgeschoben werden sollten.(daraus folgte ein Deportationsgesetz bei Verlust der Staatsbürgerschaft). Die Folge dieses Abkommens war der Transport von Poprad am 25. März 1942. Am 15. Mai 1942 wurden 28 weitere Transporte mit etwa 28.000 Juden in der Slowakei durchgeführt. Die Slowakei verpflichtete sich für jeden transportierten Juden 500.- Reichsmark zu bezahlen und deren weiteres Vermögen musste an das Deutsche Reich abgeliefert werden. 29 Transporte sollten es bis zum 20. Oktober 1942 werden. Am Ende des Jahres 1942 wurden insgesamt 57.628 slowakische Juden deportiert. Im November 1942 wurden die Deportationen vorerst gestoppt und bis zum August 1944 hielt die sogenannte "Ruhezeit" an. 19.000 Juden lebten noch in der Slowakei, 4000 von ihnen waren in Arbeitslagern (Nováky, Sered, Vyhne) untergebracht. Viele von Ihnen konnten nur überleben weil es in der Slowakei mehrere Ausnahmeregelungen gab (Präsidentenausnahmen, Ausnahmen verschiedener Ministerien). An der Ostfront hatten die slowakischen Verbände hohe Verluste hinnehmen müssen und wurden deshalb 1943 aus der Front herausgezogen und im Hinterland mit Sicherungsaufgaben betraut. Die Unzufriedenheit in der slowakischen Armee wuchs weiter an und immer mehr Soldaten desertierten. Die Divisionen wurden nun komplett abgezogen und in Bau-Brigaden umgewandelt. Man stellte zwei neue Divisionen auf (1. und 2. slowakische Infanteriedivision), mit dem Ziel das diese die Karpaten-Pässe gegen die Rote Armee verteidigen sollten. Man war gerade dabei eine 3. Division aufzustellen, als am 29. August 1944 der slowakische Nationalaufstand begann. Sofort wurden sämtliche antijüdischen Gesetze von den Slowaken außer Kraft gesetzt.


 

 

 

(Štefan Tiso * 18. Oktober 1897 in Bytča, Slowakei; † 28. März 1959)

 


 
Minister des Staates
5. September 1944 – 4. April 1945
(Regierung Štefan Tiso)
 
Ministerpräsident : Štefan Tiso
Vizeministerpräsident : Alexander Mach
Innenminister : Alexander Mach
Außenminister : Štefan Tiso
Verteidigungsminister : Štefan Haššík
Finanzminister : Mikuláš Pružinský
Minister für Unterricht
und nationale Aufklärung :
Aladár Kociš
Justizminister : Štefan Tiso
Wirtschaftsminister : Gejza Medrický
Minister für Verkehr
und Öffentliche Arbeit :
Ludovít Lednár

 

Nachdem Štefan Tiso zum neuen Ministerpräsident ernannt wurde, starteten seine Gegner bei Banská Bystrica einen weiteren Aufstand gegen die Besatzer doch den deutschen Truppen gelang es schnell diesen Aufstand zu beenden. Am 27. Oktober 1944 war der slowakische Nationalaufstand komplett gescheitert und die Slowakei vollständig durch deutsche Truppen besetzt. Jetzt wurden die zwischenzeitlich eingestellten Deportationen wieder aufgenommen. Die Transporte gingen zuerst zum Ghetto Theresienstadt und von dort aus weiter zum KZ Auschwitz-Birkenau. Bis zum Ende des KZs starben ca. 82.000 slowakische Juden, etwa 10.000 konnten überleben weil ihnen einige Slowaken halfen zu flüchten oder sich zu verstecken. Die in der Slowakei lebende deutsche Bevölkerung wurde evakuiert, als die Front immer näher rückte. Am 9. Mai 1945 war der Krieg zu Ende.



 

 
Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
14. März 1939 Hitler droht Msgr. Jozef Tiso, dem Chef der autonomen slowakischen Regierung, mit der Aufteilung der Slowakei; der slowakische Landtag votiert daraufhin für die Selbständigkeit der Slowakischen Republik.
Tiso stellt die Slowakei unter den "Schutz des Führers".
15. März 1939 Der tschechische Parlamentspräsident Hacha unterzeichnet unter Druck Hitlers die Errichtung eines "Protektorats Böhmen und Mähren".
1939 März die Slowakei wird militärisch dem Deutschen Reich unterstellt.
1940 Beitritt der Slowakei zum Dreimächtepakt.
Aktive Teilnahme am Krieg gegen die UdSSR.
Die Slowakei produziert Rüstungsgüter für das Deutsche Reich (Hermann-Göring-Werke).
1940 Juli tschechoslowakische Exilregierung unter Beneš in London.
1943 Freundschafts- und Beistandspakt zwischen der Sowjetunion und der Exilregierung Beneš.
29. Aug.-27. Okt. 1944 slowakischer Nationalaufstand in Banská Bystrica gegen den Nationalsozialismus, Niederschlagung durch die deutsche Armee.
1945 Die Sowjets erobern Bratislava; Kaschauer Regierungsprogramm.

Bis 1990

Die weitere Geschichte bis zum Jahr 1990

 

From Stettin in the Baltic to Trieste in the Adriatic an "iron curtain" has descended across the continent.


Behind that line lie all the capitals of the ancient states of Central and Eastern Europe.
Warsaw, Berlin, Prague, Vienna, Budapest, Belgrade, Bucharest and Sofia;
all these famous cities and the populations around them lie in what I must call the Soviet sphere, and all are subject, in one form or another, not only to Soviet influence but to a very high and in some cases increasing measure of control from Moscow.

- Winston Churchill am 5. März 1946, Westminster College -
 

Der 2. Weltkrieg war zu Ende und sofort wurde die Slowakei dieses von sowjetischen Truppen besetzt. Als nächstes wurde sofort die Tschechoslowakische Republik wieder hergestellt, allerdings wurde die Karpaten-Ukraine von der Sowjetunion annektiert. Wie auch in Polen wurde nun die deutsche Bevölkerung ausgewiesen. Wohin sollte der Weg der Tschechoslowakei gehen. Die Demokraten hatten ihren politischen Gegner in den Kommunisten die von Moskau aus unterstützt wurden. Von 1946 bis 1948 kehrten viele Slowaken aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien in ihre Heimat zurück. Ein Austauschabkommen sorgte dafür, dass die Ungarn ebenfalls ausreisen mussten. Nachdem die Kommunisten die Macht in der Tschechoslowakei übernahmen (1948) wurde der Bevölkerungsaustausch gestoppt. Die Grenze Tschechoslowakei wurde nun neu gestaltet. Im Süden erhielt sie einige Gebiete zurück die man als den "Bratislavaer Brückenkopf" bezeichnete. Die Karpatenukraine blieb weiterhin ein Bestandteil der Sowjetunion, im Gegenzug wurde der Ort Lekárovce zurückgegeben. Die folgenden Jahre standen unter dem Roten Stern der kommunistischen Diktatur, Stalins Terror hatte nun auch in der Tschechoslowakei Fuß gefasst. Nach dem Tot des "Roten Zaren" waren die 1950 er Jahre dadurch geprägt, dass die eingeleiteten Reformen den Versuch unternahmen einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" einzurichten. 1960 gab es in der Tschechoslowakei eine Verfassungsreform und das Land erhielt die Neue Bezeichnung Tschechoslowakei Sozialistische Republik (CSSR). Die tschechische Reformbewegung in den sechziger Jahren versuchte immer wieder das kommunistische System zu reformieren, darunter wollte man den Slowaken eine Selbstverwaltung einräumen und die Tschechoslowakei in einen föderalen Staat umwandeln. Der Prager Frühling endete am 21. August 1968 mit dem Einmarsch russischer Panzer, fast 30 Jahre waren seit dem Einmarsch der Wehrmacht vergangen. Dies war auch ein Grund das die NVA der DDR nicht an diesem Einmarsch teilnehmen sollte. Die russischen Panzer beendeten den Prager Frühling und die UDSSR stellte die kommunistische Ordnung wieder her. Am 27. Oktober 1968 wurde das Verfassungsgesetz über die Föderation vom Parlament in Prag angenommen aber die Sowjets machten ihrem Satellitenstaat klar wer hier das sagen hatte, nämlich die Kommunistische Partei. Nachdem Dubcek entmachtet war, übernahm Husak die Führung des Staates und er tat alles um es sich nicht mit den Sowjets zu verscherzen. In den 1970 er Jahren näherte er sich vorsichtig an den Westen an. 1973 kam ein Staatsvertrag mit der BR Deutschland zustande, 1975 ein Vertrag der die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit festlegte und 1978 besuchte er die BR Deutschland. Mit der Amtsübernahme von Michail Gorbatschow und den Veränderungen des Kreml Im Umgang mit seinen sozialistischen Bruderländern verloren die Kommunisten in der CSSR immer mehr an Macht. 1989 tritt Husak von seinen Ämtern zurück und Dubcek wurde zum Präsidenten der Föderalen Versammlung gewählt.

 

 
Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
1945 Wiedereingliederung der Slowakei
in die CSR durch bürgerliche Regierung.
Vertreibung der Karpatendeutschen.
Abtretung der Karpato-Ukraine an die UdSSR.
1946 Klement Gottwald Ministerpräsident,
Beneš erneut tschechoslowakischer Präsident.
18. April 1947 Hinrichtung von Jozef Tiso.
1948 Einführung der kommunistischen Diktatur in der CSR
(Februarrevolution).
Nach Rücktritt von Beneš Klement wird Gottwald Staatspräsident;
slowakische Rüstungsindustrie wird im Warschauer Pakt verstärkt.
11. Juli 1960 Umbenennung des Staates in
Tschechoslowakische Sozialistische Republik (CSSR).
1968 Prager Frühling A. Dubceks,
Verfechter eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz
(Aufhebung der Zensur, Freilassung der politischen Gefangenen)
Teil-Autonomie der Slowakei.
Einmarsch der "sozialistischen Bruderstaaten" auf der Grundlage der Breschnew-Doktrin.
Festnahme und Transport nach Moskau von Dubcek
(danach Absetzung)
1969-75 Gustáv Husák,
erster Sekretär des Zentralkomitees der KP,
dann auch Staatspräsident.
Beginn der "Normalisierung" des sozialistischen Regimes,
welches eines der konservativsten im ganzen Ostblock wird.
1987 Parteivorsitz an Miloš Jakeš.
1989 Offizieller Besuch Gorbatschows,
"Samtene Revolution"
unter Führung der
"Bewegung Öffentlichkeit gegen Gewalt"
(hauptsächlich Oppositionelle aus Kirche und Naturschutz-Bewegung.)
Husak erklärt seinen Rücktritt als Staatspräsident.
Dubcek wird zum Präsidenten der Föderalen Versammlung gewählt.
Dezember: Václav Havel wird Staatspräsident.

Gegenwart

Die weitere Geschichte

 

 

 

(Flagge der heutigen Slowakei)

 

Nachdem der Kommunismus in den Staaten Osteuropas ausgedient hatte wurde aus der Tschechoslowakei eine föderale Republik. Das Ende der der Tschechoslowakei war aber schon absehbar, weil die Autonomiebestrebungen der Slowaken immer stärker wurden. Die ersten freien Wahlen wurden von der Bewegung "Öffentlichkeit gegen Gewalt (VPN)" gewonnen und man ging eine Koalition mit der KDH ein. Der erste frei gewählte Ministerpräsident war Vladimír Meciar (VPN). Im Juni 1992 gewann die HZDS die Wahlen. Vladimír Meciar wollte nun die Autonomie der Slowakei und dadurch scheiterten die Verhandlungen des tschechischen Ministerpräsidenten Václav Klaus, die neue Tschechoslowakei zu einer Konföderation umzubilden. In der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik (CSFR) wurde die Trennung immer deutlicher, z.B. zwei Parlamente in einem Land (ein Tschechisches und ein Slowakisches). Am 17. Juli 1992 proklamierte das slowakische Parlament die Unabhängigkeit von den Tschechen und 2 Monate später wurde vom slowakischen Parlament die Slowakische Verfassung angenommen. Am 1. Januar 1993 wurde die Slowakei unabhängig und war am jetzt ein souveräner Staat. Als nächstes wurde die Slowakei am 19. Januar 1993 ein Mitglied der Vereinten Nationen (UN) und am 30. Juni 1993 wurde sie in den Europarat aufgenommen. Die Slowakei war unter der Regierung Vladimír Meciar noch weitgehend isoliert, aber die Slowakei öffnete sich für ausländische Investoren was seit 1994 zu einem ständigen wirtschaftlichen Wachstum führte. Die Slowakei verstärkte seit 1998 zwar die Zusammenarbeit mit der EU, doch Vladimír Meciar verweigerte mit russischer Unterstützung die Privatisierung der Energieerzeuger. In der EU wurde er als "Diktator" bezeichnet und es wurden gemeinsam Handelssperren mit den ehemaligen wichtigen Handelspartnern Jugoslawien, Syrien und Libyen verhängt. Bei den Wahlen 1998 erhielt zwar Meciar's Partei die meisten Stimmen doch keiner wollte mit ihm gemeinsam das Land regieren. Mikulás Dzurinda (SDK, später SDKU) wurde 1998 der neue Ministerpräsident und 1999 war Rudolf Schuster Staatspräsident.
 

Am 15. Februar 2000 begannen Verhandlungen die der Slowakei den Eintritt in die EU ermöglichen sollten. Die Regierung Dzurinda begann mehrere Reformen um das Land zu Konsolidieren. Das Sozialsystem wurde reformiert, die Bürokratie wurde verringert und natürlich erhielten ausländische Unternehmen Steuererleichterungen. Die Wirtschaft begann weiter zu wachsen und die Zahl der Arbeitslosen sank im Jahr 2001 auf 19 8%. Obwohl die Slowakei ein souveräner Staat war beeinflussten die EU und die USA das Land, indem sie klar machten das sie Meciars Partei nicht an der Regierung sehen wollten und deshalb unterstützten sie die anderen Parteien mit Geld. Man drohte sogar, sollte die Partei Meciars die Wahlen gewinnen wird die Slowakei vorerst kein EU Mitgliedsstaat. Am 18. Mai 2003 stimmten die Slowaken für einen Betritt in die EU. Die Slowakei wurde im Zuge der NATO-Osterweiterung am 29. März 2004 ein weiteres Mitglied des Verteidigungsbündnisses. Die Präsidentschaftswahlen am 3. April 2004 hatten keinen klaren Sieger ergeben, zwar konnten frühere Ministerpräsident Vladimír Meciar die meisten Stimmen erreichen, aber er musste trotzdem noch einmal bei einer Stichwahl am 17. April 2004 antreten. Die Stichwahl gewann dann Ivan Gašparovic und so konnte die Slowakei am 1. Mai 2004 der EU beitreten. Die Slowakei trat dem Schengener Abkommen bei das am 21.12.2007 wirksam wurde, und am 1. Januar 2009 wurde der Euro (€) das neue Zahlungsmittel der Slowakei.

 

 
Die Geschichte der Slowakei im Zeitraffer
1990 Erste freie Wahlen in der CSFR Vladimír Meciar wird slowakischer Ministerpräsident.
1991 Beitritt der CSFR zum Europarat,
Unterzeichnung des EG-Assoziierungsabkommens
1992 Slowakisches Parlament verabschiedet die Deklaration über die Souveränität der Slowakei.
Gesetz über Auflösung CSFR im Föderalparlament verabschiedet.
Zweite freie Wahlen : Erneuter Wahlsieg der HZDS Meciars.
1993 Unabhängigkeit der Slowakischen Republik.
Schon in den ersten 15 Monaten der Unabhängigkeit innerhalb der Regierungspartei HZDS
(Bewegung für eine demokratische Slowakei) erhebliche Spannungen.
Außenminister Knazko verlässt zusammen mit acht Abgeordneten die HZDS und gründet die ADSR, weitere Parteiaustritte und -ausschlüsse folgen.
Europaabkommen (tritt am 01.01.1995 in Kraft)
1994 Regierung Meciar hat sukzessive ihre parlamentarische Mehrheit verloren.
Nach einer Rede von Präsident Michal Kovac im Parlament, in der er scharf mit der Regierung abrechnet, stellt die Opposition einen Misstrauensantrag gegen die Regierung.
Bei Neuwahlen wird Meciars HZDS wieder stärkste Partei.
Er bildet eine Koalition mit der SNS (Slowakische Nationalpartei) und der linkspopulistischen ZRS.
Staatspräsident Kovac forderte die Regierung seit 1994 immer wieder auf, Demokratiedefizite zu beseitigen.
1998 Parlamentswahlen mit dem Sieg der Opposition, als Bündnis "Slowakische Demokratische Koalition" (SDK) agierend, unter ihrem Vorsitzenden Mikuláš Dzurinda.
Oktober: Dzurinda wird Premierminister.
1999 Erste Direktwahl des Staatspräsidenten, gewählt wird Rudolf Schuster.
15.02.2000 Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der EU
2002 Bei den Parlamentswahlen gewinnen die konservativ-liberalen Parteien SDKU, SMK, KDH und ANO die parlamentarische Mehrheit und können somit die Regierung bilden.
Alter und neuer Premierminister ist Mikulas Dzurinda.
Beim Prager NATO-Gipfel wird die
Slowakei zum Beitritt in das Bündnis eingeladen
Als eines von insgesamt zehn Beitrittsländern wird die Slowakei beim Europäischen Rat in Kopenhagen als künftiges Mitglied bestätigt
2003 In Athen werden feierlich die Beitrittsverträge der EU unterzeichnet
Durch verschiedene Parteiaustritte und die Gründung des "Freien Forums" durch den früheren Verteidigungsminister Simko verliert die Regierungskoalition ihre parlamentarische Mehrheit, setzt ihre Arbeit jedoch als Minderheitsregierung fort.
2004 Beitritt der Slowakei zur NATO
Zweite Direktwahl des Staatspräsidenten,
aus der Ivan Gasparovic als Sieger im zweiten Wahlgang hervorgeht
Beitritt der Slowakei zur Europäischen Union
01.01.2005 Slowakei übernimmt Präsidentschaft der Zentraleuropäischen Initiative

Quellen

Zugriff 04. Juli 2012
http://www.museumonline.at/2000/bratisl ... dapest.htm
http://www.europawissen.de/laenderinfo/ ... emein.html
http://www.uni-koblenz.de/ist/ewis/sklkgesch.html
http://www.osteuropa.lpb-bw.de/4713.html
http://uni-protokolle.de/Lexikon/Slowakei.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte ... r_Slowakei
http://www.stern-tours.de/user_articles ... wakei.html
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Ge ... wakei.html
http://www.novasol.de/ferienhaeuser/slo ... ichte.html
http://www.bratislava.de/Start/Slowakei ... torie.html
http://www.slowakei-net.de/deutsch/slow ... ichte.html
Zugriff 06. Juli 2012
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Slowakei
http://de.wikipedia.org/wiki/Eurozone
Zugriff 12. Juli 2012
http://www.hoeckmann.de/download/phatla ... e_1500.htm
Zugriff 13. Juli 2012
http://www.planet-wissen.de/politik_ges ... /index.jsp
http://www.euratlas.net/history/europe/ ... index.html
http://www.kuk-wehrmacht.de/regiment/im ... rt1898.jpg
Zugriff 14. Juli 2012
http://www.sulinet.hu/oroksegtar/data/k ... mlekei.htm
Zugriff 17. Juli 2012
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenkriegszeit
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http://radpropaganda.org/tag/eiserner-vorhang/
http://de.wikipedia.org/wiki/Prager_Fr%C3%BChling
Zugriff 21. Juli 2012
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http://www.testedich.de/wissen-tests-Al ... &offset=50

 

Autor: Hasso von Manteuffel