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Einleitung

Robert L. Howard
Träger der Medal of Honor
Einer der am höchsten dekorierten Soldaten in der Geschichte US Streitkräfte

 

Robert L. Howard hat während seiner Dienstzeit mehr Auszeichnungen bekommen als die meisten anderen Soldaten vor ihm in der Geschichte der US Streitkräfte. Seine diversen Einsätze in den Special Forces während des Korea und Vietnam Krieges, machten ihn zu einer Legender innerhalb dieser Eliteeinheit. Ihm wurden diverse Tapferkeitsauszeichnungen verliehen, die meisten davon sogar mehrmals. Darunter auch die Medal of Honor, die er zwar nur einmal bekam, aber insgesamt 3mal für diese höchste Ehrung des Kongresses für Tapferkeit vorgeschlagen wurde, jeweils aus unterschiedlichen Anlässen und Taten auf dem Schlachtfeld. Es ist nur wenig über diesen Mann bekannt, die meisten seiner Einsätze sind bis heute Verschlusssache und dennoch ist er einer der höchst geachtetsten Veteranen des US Militärs.

 Links: French Parachutist Badge über dem Air Assault Badge / Darunter die Unit awards: Oben die Presidential Unit Citation mit Eichlaub und daneben die Meritorious Unit Commendation, darunter von links die Navy Unit Commendation, Republic of Vietnam Cross of Gallantry Unit Citation und Vietnam Civil Actions Unit Citation

Mitte: Oben Combat Infantryman Badge und darunter das Aircrew Badge / Ordensband von oben links die Medal of Honor, das Distinguished Service Cross mit einfachen Eichenlaub, der Silver Star, der Legion of Merit mit dreifachen Eichenlaub, der Bronze Star mit dreifachen Eichenlaub und Valor (Tapferkeit), das Verwundetenabzeichen Purple Heart mit siebenfachen Eichenlaub, die Meritorious Service Medal mit zweifachen Eichenlaub, die Air Medal mit dreifachen Eichenlaub und Valor Abzeichen, Joint Service Commendation und Army mit insgesamt sechsfachen Eichenlaub und Valor Abzeichen, Joint Service Achievement Medal und Army Achievement Medal, Vietnamesische (Republik) Ehrenkreuz mit Gold, Silber und Bronze Stern, die Vietnamesische (Republik) Verwundeten Medaille, die Vietnamesische (Republik) Militärverdienstmedaille erster Klasse, die Vietnamesische (Republik) Verdienstmedaille erster Klasse, die US Army Verdientsmedaille mit vierfachen Eichenlaub, der (Süd)koreanische nationale Verdienstorden zweiter Klasse, National Defense Service Medal, Armed Forces Expeditionary Medal mit drei weiteren Einsatzsternen, die Vietnam Service Medal mit drei weiteren Einsatzsternen, NCO Professional Development Ribbon mit zweifachen Eichenlaub, Army Service Ribbon, die Vietnamesische (Republik) Stabseinsatzmedaille zweiter Klasse, Army Overseas Service Ribbon, Armed Forces Reserve Medal und Vietnamesische (Republik) Einsatzmedaille (Jahreszahl 1960) / Darunter von Links Master Parachutist Badge, Pathfinder Badge und Expert Marksmanship Badge mit zwei speziellen Qualifizierungen

Rechts: Von oben Rangabzeichen eines Colonel Ausgehanzug, Special Forces Tab, Ranger Tab, Airborne US Army Special Forces Tab

Karriere



Robert L. Howard wuchs in Opelika, Alabama auf, ging dort zur Schule und entschied sich schon früh für eine Karriere im US Militär. Dieser Weg schien aufgrund seiner Familientradition vorgegeben zu sein. Sein Vater und seine vier Onkel waren alles Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg. Sie gehörten zu einer neu geschaffenen Elite innerhalb des US Militärs, welche nur für die gefährlichsten Missionen eingeteilt wurden. Aus seiner Familie kamen aber nur wenige aus diesem Krieg zurück, zwei der fünf Brüder fielen an der Front und die anderen drei erlagen nach dem Krieg den Folgen ihrer Verwundungen. In der Familie hat sich zu dieser Zeit eine Art Kriegerethik entwickelt, die sein Vater Bob Howard auch bei seinem Sohn förderte. Der Sohn wurde während der Abwesenheit des Vaters von der Mutter und seinen Großeltern unterstützt bzw. erzogen. Er arbeitete in seiner Jugend hart und schuftete mit seiner Schwester in der Baumwollindustrie Alabamas. Dabei nahm er sich auch die ausgesprochenen Umgangsformen dieses Bundesstaates an, eine altmodische Höflichkeit des Südens, bei der man vor jeder Dame den Hut zieht und ein "Ja, Ma'am" ganz automatisch über die Lippen rollt. Ein junger Mann des Südens, der sich wie die Männer der Familien ein tiefes Bewusstsein für Recht und Gerechtigkeit zu eigen gemacht hat. So trat er 1956, im Alter von 17 Jahren, in die US Army ein (bei Montgomery, Alabama) und verließ die Army erst nach 36 Jahren (29. September 1992) als hochdekorierter Colonel wieder. Den Kriegerethos nahm er mit und setzte fortan alles daran seine Missionen zu erfüllen, Befehle auszuführen und für andere Menschen sein eigenes Schicksal hinten an zu stellen. Diese Einstellung förderte eine Einheit in den US Streitkräften besonders, die 101. Luftlandedivision. In dieser Einheit begann der Weg des jungen Robert Lewis Howard.
 


 
Personendaten

  
Name : Robert Lewis Howard
Geboren : 11. Juli 1939 in Opelika, Alabama
Verwundet : Diverse Verwundungen:
ca. 20 mal verwundet
8 mal Purple Heart
Gestorben : 23. Dezember 2009 in Waco, Texas
Rang : Colonel (Special Forces)
Einheit : Diverse Einheiten:
Army Special Forces
MACV-SOG
Special Operations Command Korea
Höchste Auszeichnung : Medal of Honor (Dreifache Nominierung aus unterschiedlichen Gründen)

 

Howard ging entschlossen sein Weg als Unteroffizier bei den Fallschirmjägern, und machte dabei die neu geschaffenen Spezialkommandos der US Army auf sich aufmerksam. Die brauchten Leute wie Sergeant Howard, der körperlich fit, groß, breitschultrig, solide wie ein Holzfäller und geistig tauglich war. Er soll einen imposanten Eindruck gemacht haben, aufrecht in seiner grünen Uniform. So kamen die Special Forces (Green Berets) auf ihn zu und verpflichteten ihn für den Einsatz in den sogenannten Recon Companies für Kommandoeinsätze. Dies sind streng geheime Einheiten, die man vor allem im gerade erst entflammten Vietnamkrieg für Dschungeleinsätze brauchte. Im Dschungel von Vietnam waren Frontlinien nicht immer klar auszumachen und der Feind war geschult in einer Kriegsführung, die nichts mit der des Zweiten Weltkriegs zu tun hatte. Ein Guerillakrieg in der grünen Hölle von Vietnam brauchte dafür geeignete Soldaten, die verdeckte Missionen hinter den feindlichen Linien durchführen konnten. Diese Military Assistance Command, Vietnam – Studies and Observation Group (MACV-SOG), wurde daraufhin für Rettungsmissionen, Aufklärung, verdeckte Angriffe und Störungen der feindlichen Nachschublinien (Ho-Chi-Minh-Pfad) eingesetzt. Sie wurden in (Nord) Vietnam, Laos und Kambodscha unter höchster Geheimhaltung für Missionen eingeteilt. So führte Howards Weg insgesamt fünfmal nach Vietnam, wo er als Teil der Special Operations Group eingesetzt wurde. Er diente dabei als Unteroffizier in einem ca. 60 Mann großen Kommandotrupp, der bis heute von Legenden und Heldenmythos umwölkt ist.

 

 

Für das MACV-SOG qualifizierte sich Howard im Jahr 1965, wo er während eines Einsatzes von einer Kugel getroffen wird, welche ihm im Gesicht schwer verwundete. Während er sich in einem Krankenhaus erholte, wurde er von einem Special Forces Soldaten besucht und rekrutiert. Sie baten ihm an bei den Green Berets seinen Dienst zu leisten.

 


MACV-SOG Einheitsemblem (inoffiziell) des MACV-SOG. Es zeigt den Totenkopf mit dem grünen Barett und die Flügel für Luftlande- und Luftunterstützende Operationen sowie den Anker für maritime Operationsfähigkeit.

 


 
Militärkarriere
Eintritt ins Militär : 20. Juli 1956
Ruhestand : 30. September 1992 (Colonel)
 
Dienststellen
82d und 101st Airborne Division
2d Ranger Battalion
3d, 5th, and 6th Special Forces Group
MACV SOG
5th Infantry Division
7th Corps, XVIII Airborne Corps
 
Kommandos
Kommandant der Reconnaissance Company (MACV SOG in Vietnam)
Kommandant einer Ranger Company in Fort Benning, Georgia
(2d Ranger Battalion)
Kommandant Kelly Barracks in Stuttgart, Deutschland
Executive Officer des 2d Ranger Battalion und des Mountain Ranger Camp.
Ausbilder der Military Airborne, Ranger, und Pathfinder in der Infantry School, wie auch Kommandotaktiken der Green Berets
Ausbilder am General Staff College, Special Operations und Special Forces am Special Warfare Center
Stabsoffizier XVIII Airborne Corps (G3), Combined Forces Command/
Eighth United
States Army, Korea (C3, J3, G3)
 
Ausbildung
Militärausbildung in der Infantry School und später Special Forces
Offizierslehrgang am Special Warfare Center und Command and General Staff
College in Fort Leavenworth, später dann Studium am National War College
in Washington, D.C.
Abschlüsse
Mit Auszeichnung belegt den Ranger Kurs, Pathfinder Kurs und die Parachute Rigger School
Infantryman's Trophy als herausragender Infanterie Offizier
(Klasse von 1979-1980)
Studienabschluss am National War College
(Klasse von 1987-1988)
Besondere militärische Auszeichnungen
Outstanding Youngman of America award 1970, 1971
Military Hall of Fame
Military Hall of Fame, Veterans of Foreign Wars, State of Alabama in 1973
Zum Colonel auf Lebenszeit der Alabama State Militia, State
of Alabama durch Governor George Wallace 1976


Call of Duty



Robert L. Howard hat während seiner Dienstzeit in Vietnam, insgesamt 54 Monate, 14-mal eine Verwundung im Felde bzw. während des Kampfeinsatzes erlitten. Für diesen Einsatz von Leib und Leben, erhielt er acht Purple Hearts (einzigartig in der Geschichte des US Militärs). Während seiner Dienstzeit bei den Special Force wurde er zum höchst dekoriertem amerikanischen Soldaten im Vietnamkrieg und während seiner gesamten Laufbahn sogar seit dem Zweiten Weltkrieg. Als Sergeant First Class der US Army, im Verband des Special Services, hat er ca. 250 Feinde im Kampf getötet und war auf diversen geheimen Einsätzen hinter den Linien des Feindes zu Gange. So bekam er für einen dieser Einsätze auch die Medal of Honor, die höchste Auszeichnung für Tapferkeit der US Streitkräfte, welche als Ordensband vor allen anderen getragen wird. Als Unteroffizier der Military Assistance Command, Vietnam - Studies and Observations Group (SOG-MACV), wurde Howard insgesamt drei Mal für die Medal of Honor vorgeschlagen, auch dies ist einmalig in der Geschichte des US Militärs. Umso beeindruckender wird dieser Fakt, als das Howard alle drei Nominierungen, für drei verschiedene Gelegenheiten, innerhalb von 13 Monaten erhielt (1967-1968). Die ersten beiden Empfehlungen wurden zu einem Silver Star und zum Distinguished Service Cross heruntergestuft, der Grund hierfür war der geheime Status des Einsatzes gewesen. Die Einsätze waren verdeckter Art und durften als Black Operations nicht der Öffentlichkeit bekannt werden. Die Verleihungen finden bis heute jeweils durch den Präsidenten statt, welche die Verleihung auch offiziell bekannt gibt bzw. diese live im Fernsehen übertragen wird. In den Verleihungsbestimmungen wird außerdem aufgeführt, dass die Art und die Besonderheit der Tat im Einsatz beschrieben bzw. offiziell bekannt gemacht wird, was in diesen Fällen ebenfalls nicht möglich war. Erst die letzte Nominierung des Sergeant First Class, bei dem er sein Leben bei einer Rettungsaktion in Kambodscha riskierte (30. Dezember 1968), führte zur Verleihung der Medal of Honor. Dabei wäre es noch einige Jahrzehnte vorher wahrscheinlich sogar zu einer mehrfach Verleihung der Medal of Honor im Falle von Howard gekommen. Durch ein Gesetz vom 9. Juli 1918, darf keine Person mehr als einmal Medal of Honor erhalten. Zuvor gab es 19 Doppel-Auszeichnungen der Medaille, wobei die Bestimmungen für die zweiten aufeinander folgenden Auszeichnungen heruntergestuft wurden.
 

 

Eine der Taten, die zur ersten Nominierung Howards führte, war eine Mission im Südosten von Laos am 16. November 1967. Er konnte bei diesem Einsatz, mit seinem stark geschwächten Trupp, einen feindlichen Stützpunkt bzw. Versteck erobern. Das Team wurde dabei unter schweres Maschinengewehrfeuer genommen, welches Howard im Alleingang neutralisierte und eine zweite Maschinengewehrstellung durch eine Handgranate aus kürzester Entfernung ausschaltete. Im Verlaufe des Einsatzes kann Howard, durch außerordentlichen Mut, den Erfolg sichern. Die zweite Nominierung brachte ihn ein Einsatz mit einem Platoon in Laos ein, welches nach vier Tagen, am 19. November 1968, von vietnamesischen Truppen, unter anderem bewaffnet mit einem PT-76 Panzer sowjetischer Bauart, in einen Hinterhalt gelockt wurde. Howard erledigte den Panzer durch den Abschuss einer leichten Anti-Panzer-Waffe aus ungeschützter Position. Er wurde während des Einsatzes verwundet, und schaffte es sogar noch die Crew eines Medivac Hubschrauber zu retten. Dafür musste er über 300 Yards durch nordvietnamesisches Feindfeuer gehen, konnte aber die beiden Piloten und den verwundeten Bordschütze in Sicherheit bringen. Er wurde dabei erneut verwundet, diesmal durch eine Granate, die 14 Splitter in seinem Körper zurückließ. Die Extraktion des Zuges wurde bis zum nächsten Morgen durch schweres nordvietnamesisches Flak-Feuer verhindert. Das Flak-Geschütz, welche eine Landung durch Hubschrauber verhinderte, wurde vor der Abholung von Howard ausgeschaltet.

 


Teil 2 / Teil 3

 

Es wäre also sehr wahrscheinlich gewesen, dass Howard als zweifacher Medal of Honor Träger am 30. Dezember 1968 in den Einsatz in Kambodscha gegangen. Es wurde bei diesem Einsatz nach einem vermissten amerikanischen Soldaten namens Robert Scherdin gesucht. Howard erfuhr erst nach diesem Einsatz über das „Frontradio“ von der Ehrung und auch das während er unter feindlichem Feuer stand. Für seine Verwundung während des Einsatzes am 30. Dezember bekam er außerdem sein achtes Purple Heart. Der schon zum Master Sergeant beförderte Howard, wurde mit der Medal of Honor direkt zum 1st Lieutenant befördert. (offizielle Verleihung 1969, Verleihung durch den Präsidenten Nixon 1971)

 

 

An diesem 30. Dezember 1968 ging Sgt. 1st Class Robert Howard auf eine gemeinsame Patrouille (40 Mann) der US-und südvietnamesischen Truppen und wurde von mehreren hundert nordvietnamesischen Soldaten angegriffen. Eine Granate (oder Claymore) ging direkt neben ihm hoch und Howard verlor sein Bewusstsein. Als er wieder erwachte war sein Körper übersät mit Splitterwunden und sofort fand sich Howard wieder in Bedrängnis von feindlichen Soldaten. Durch die Granate immer noch schwer irritiert, kann er einen auf seinen kommandierenden Offizier zustürmenden feindlichen Soldaten, der einen Flammenwerfer auf diesen richtete, mit einem gezielten Granatwurf außer Gefecht setzen und somit seinen Vorgesetzten retten. In den folgenden Minuten erschießt Howard mehrere Feinde mit seiner Pistole, muss dann verwundet die Position wechseln und sich verschanzen, dabei erleidet er eine weitere Schussverletzung am Fuß. Währenddessen beschützt der seinen Vorgesetzten auch weiterhin, zieht ihn immer mit sich und nimmt eine Position schützend vor ihm ein. Dadurch wird er zur Zielscheibe und eine zweite Explosion verwundet ihn wiederum. Die Patronentasche seines Leutnants wurde dabei getroffen und explodierte. Vor allem seine Hände wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen und das Halten der Pistole muss für Howard eine Qual gewesen sein. Durch seine Verletzung am Fuß war er zudem nicht mehr Gehfähig, kann aber dennoch seinen Trupp organisieren und eine defensive Position aufbauen. Was nun folgte sind 2 Tage härtester Kämpfe und zahlreicher Angriffe des Vietkongs, die Howards Trupp abwehren kann, wobei er selbst durch die Reihen kriecht, von einem Mann zum nächsten, den Verwundeten, Kämpfenden und Sterbenden durch Zurufe bzw. Zuspruch aufmuntert. Nur so gelingt es die Gegner abzuwehren und zu überleben. Trotz der zahlreichen Verwundungen, starkem Gegenangriffen und Unterstützung von anderen verwundeten Kameraden, war er der letzte Mann, der den Hubschrauber bestieg – somit erfüllte er alle Statuten der Medal of Honor mit Bravour.

 

 

"The day that President Nixon draped the Medal of Honor's pale blue ribbon around Howard's neck, I sat before the TV in my parents' living room watching the evening news. Coming on top of his previous decorations - the Distinguished Service Cross and multiple Silver and Bronze Stars, plus eight Purple Hearts - Howard's combat awards exceeded those of Audie Murphy, America's legendary World War II hero, until then our most highly decorated serviceman. At last, Howard would get his due. I flipped station to station, but not one of the networks - not CBS or NBC or ABC - could find ten seconds to mention Captain Robert Howard or his indomitable courage. I found nothing about him in the newspapers. Twisted by the antiwar politics of that era, many in the media believed that to recognize a heroic act was to glorify war. They simply chose not to cover the ceremony. It might as well not have happened."
John Plaster's, SECRET COMMANDOS Behind Enemy Lines with the Elite Warriors of SOG

Der Tag, an dem Präsident Nixon die Medal of Honor, das blasse blaue Band um den Hals von Howard hing, saß ich vor dem Fernseher in meinem elterlichen Wohnzimmer und sah die Abendnachrichten. Howard war mit dieser Auszeichnung auf dem Höhepunkt seiner bisherigen Karriere - das Distinguished Service Cross und mehrere Silber-und Bronze-Stars, plus acht Purple Hearts - Howards Kampf Auszeichnungen übertafen sogar die von Audie Murphy, Amerikas legendärem Helden des zweiten Weltkriegs, der bis dahin unsere höchst dekorierte Soldat war. Endlich würde Howard bekommen was ihm gebührt. Ich schalte durch die Fernsehsender, von Station zu Station, aber nicht ein Kanal - nicht CBS oder NBC oder ABC - sendete etwas über Captain Robert Howard oder seiner unbeugsamen Mut im Kampf. Ich fand nichts über ihn in den Zeitungen. Dies war auch der Anti-Kriegs-Politik der damaligen Zeit geschuldt, wo man glaubte, dass die Medien mit ihren Berichten, diese eine heroische Tat zu einer Verherrlichung des Krieg machen. Sie haben einfach entschieden, die Zeremonie nicht zu senden. Es könnte genauso gut nicht passiert sein.


Auszeichnung

The President of the United States in the name of The Congress takes pride in presenting the MEDAL OF HONOR to

FIRST LIEUTENANT
ROBERT L. HOWARD
UNITED STATES ARMY



or service as set forth in the following CITATION:


For conspicuous gallantry and intrepidity in action at the risk of his life above and beyond the call of duty. 1st Lt. Howard (then Sfc .), distinguished himself while serving as platoon sergeant of an American-Vietnamese platoon which was on a mission to rescue a missing American soldier in enemy controlled territory in the Republic of Vietnam. The platoon had left its helicopter landing zone and was moving out on its mission when it was attacked by an estimated 2-company force. During the initial engagement, 1st Lt. Howard was wounded and his weapon destroyed by a grenade explosion. 1st Lt. Howard saw his platoon leader had been wounded seriously and was exposed to fire. Although unable to walk, and weaponless, 1st Lt. Howard unhesitatingly crawled through a hail of fire to retrieve his wounded leader. As 1st Lt. Howard was administering first aid and removing the officer's equipment, an enemy bullet struck 1 of the ammunition pouches on the lieutenant's belt, detonating several magazines of ammunition. 1st Lt. Howard momentarily sought cover and then realizing that he must rejoin the platoon, which had been disorganized by the enemy attack, he again began dragging the seriously wounded officer toward the platoon area. Through his outstanding example of indomitable courage and bravery, 1st Lt. Howard was able to rally the platoon into an organized defense force. With complete disregard for his safety, 1st Lt. Howard crawled from position to position, administering first aid to the wounded, giving encouragement to the defenders and directing their fire on the encircling enemy. For 31⁄2 hours 1st Lt. Howard's small force and supporting aircraft successfully repulsed enemy attacks and finally were in sufficient control to permit the landing of rescue helicopters. 1st Lt. Howard personally supervised the loading of his men and did not leave the bullet-swept landing zone until all were aboard safely. 1st Lt. Howard's gallantry in action, his complete devotion to the welfare of his men at the risk of his life were in keeping with the highest traditions of the military service and reflect great credit on himself, his unit, and the U.S. Army.

Weiterer Lebensweg

Robert L. Howard war der letzte Medal of Honor Träger der Vietnam Special Forces im aktiven Dienst. Als er am 29. September 1992 in den Ruhestand ging, ließ er eine fast 50 jährige Dienstzeit für die Regierung, zwei Master-Abschlüsse der Central Michigan University und den Rang eines Colonel zurück. Im Ruhestand zog er sich nach San Antonio, Texas zurück und er verbrachte einen Großteil seiner Freizeit mit der Betreuung von Veteranen, was er bis zu seinem Tode weiterführte. Kurz vor seinem Tod übernahm er auch die Betreuung vor Ort, nahm regelmäßig an Reisen in den Irak teil und besuchte davor auch die Truppen in Afghanistan, Deutschland, Bosnien, Kosovo und anderswo. Das Department of Veterans Affairs stellte ihn sogar wieder in den Staatsdienst, welchen er bis zum Jahre 2006 beflissentlich wahrnahm. Neben seinen Veteranenbesuchen, war er Dauergast im Krankenhaus, wo er versuchte, durch viele Operationen, die Folgen seiner Verwundungen und deren verheerende Auswirkungen auszukurieren bzw. beheben zu lassen. Doch waren nicht die Folgen seiner Verwundungen der Grund für seinen Tod, sondern Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er starb am 23. Dezember 2009 in einem Hospiz in Waco, Texas am, umgeben von seinen engsten Verwandten, vier Kindern und vier Enkelkinder. Sein Begräbnis fand auf dem Arlington National Cemetery am 22. Februar 2010 statt. Seine Beerdigung war ein großes Ereignis, zu dem sich auch viele Träger der Medal of Honor einfanden. Sein Grab wurde mit der Medal of Honor geschmückt und im Beisein der höchsten militärischen Würdeträger wurde der ehemalige Fallschirmspringer zu Grabe getragen.
 

Er wollte in glänzend polierten „Jump Boots“ begraben werden, ganz wie er gelebt hat. Damit verkörperte er das Dilemma seiner Zeit und seiner Medaille. Bis heute kennen ihn nur die wenigsten Amerikaner und das, obwohl er fast ebenso hoch dekoriert wurde wie ein Douglas McArthur. Er wurde nicht in der Öffentlichkeit herumgereicht, die Verleihung seiner Medal of Honor nicht im Fernsehen gezeigt und auch keine Parade zu seinen Ehren veranstaltet. Er gilt als der geheime und wohl ungewollte Held des Vietnamkriegs, nur wenige Bücher erwähnen seinen Namen und doch wird er in Kreisen der Special Forces als unsterbliche Legende gehandelt. Kein Film wurde zu seinen Ehren gedreht, doch sein markantes Äußeres verhalfen ihm zu zwei Hollywood Rollen, beide mit John Wayne. In den Dreharbeiten zu „der längste Tag“ war es ein Ausbilder der Green Berets und galt danach als militärisches Duplikat von Clint Eastwood, nur ohne Hollywood und Starallüren.