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Das Thema

Chester W. Nimitz
* 24.02.1885 - † 20.02.1966

 

 

 

"A ship is always referred to as "she" because it costs so much to keep one in paint and powder"
Chester W. Nimitz geboren am 24. Februar 1885 in Fredericksburg, Texas, gestorben am 20. Februar 1966 in Treasure Island, Kalifornien


Frühe Jahre

Die Jugend
Flottenadmiral Chester W. Nimitz, welcher auf der Höhe seines Kommandos am pazifischen Kriegsschauplatz, Herr über mehr als 2 Millionen Männer und Frauen, 5.000 Schiffe und 20.000 Flugzeuge war, war ursprünglich ein sehr bescheidener und bodenständiger Mann. Als er am 24. Februar im Jahr 1885 in Fredericksburg Texas geboren wurde, war seine Mutter zu diesem Zeitpunkt bereits Witwe. Sein leiblicher Vater erlebte die Geburt seines Sohnes nicht mehr und verstarb zuvor.

Er wuchs in Fredericksburg, Texas innerhalb der kleinen deutschen Gemeinde auf und sprach sogar Deutsch. Bis zu seinem 6. Lebensjahr lebten und arbeiteten er und seine Mutter in der Pension (welche übrigens die Form eines Flussdampfers hatte) seines Großvaters, dieser war Jahre zuvor aus Deutschland in die Vereinigten Staaten emigriert. Chester Nimitz hatte eine sehr enge Beziehung zu seinem Großvater, der für ihn wie ein Ersatzvater war. Er nannte ihn oft noch später „den wichtigsten Mann“ in seinem Leben. Wenig später heiratete seine Mutter den jüngeren Bruder ihres verstorbenen Mannes und die Familie zog nach Kerrville, Texas um wo sie das St. Charles Hotel leitete.

 


Die Akademie
Ursprünglich wünschte sich Nimitz eine Ausbildung an der renommierten Akademie des Heeres, West Point, durchzuführen. Er konnte den Eignungstest jedoch nicht bestehen, erhielt aber stattdessen die Gelegenheit sich in der Flottenakademie Annapolis zu beweisen. Der junge Chester Nimitz war außerordentlich fleißig. Seine Kameraden bestätigten immer wieder, dass er vom frühen Morgen bis spät in die Nacht lernte, um sich auf die berühmte 3-Tage-Aufnahmeprüfung von Annapolis vorzubereiten. Seine Selbstdisziplin zahlte sich aus, er wurde im Jahr 1901 im Alter von 15 Jahren an der Akademie aufgenommen, sogar bereits vor Abschluss seiner High School. Aufgrund des starken Mangels an jungen Nachwuchsoffizieren, bedingt durch Roosevelt’s Flotten Expansionsprogramm, wurde seine „Admiral’s class“ bereits vorzeitig vor dem regulären Ablauf des Schuljahres am 30. Januar des Jahres 1905 abgeschlossen.
Chester Nimitz wurde als 7. – bester seines Jahrganges von 114 Absolventen in dem Rang eines Ensign (entspricht Leutnant zur See) von der Akademie entlassen.

Die schweren ersten Jahre
Nur zwei Jahre später wurde er während der aufkommenden Krise mit Japan als Kommandeur eines alten Zerstörers, der USS DECATUR, auf die Philippinen verlegt. Aufgrund unzureichender Kartenmaterialien und der Nachlässigkeit der lange nicht im Einsatz befindlichen Besatzung des Schiffes, lief sein Schiff während einem seiner ersten Kommandos nach nur 2 Tagen auf eine Sandbank. Mit großen Kraftanstrengungen konnte es zwar wieder flott gemacht werden aber Nimitz, der künftige Flottenadmiral, musste sich zunächst einmal dafür vor dem Militärgericht wegen „Gefährdung von Ausrüstung und Männern der U.S. NAVY“ verantworten.

 

Zunächst sah es so aus, also ob seine Karriere unter keinem guten Stern stehen würde. Einige Jahre später konnte er sich aber bereits als herausragender Kommandant profilieren. Er wechselte bereits Früh zur neu gegründeten U-Boot Waffe der NAVY.

 

Während seines Kommandos auf der USS SKIPJACK, einem der frühen U-Boote, erhielt er für die Rettung eines Seemannes, für welche er sich in voller Montur Hals über Kopf ins Meer stürzte, die „Silver Life Saving Medal“, seine erste Auszeichnung!


Entscheidungen
In diesen Jahren heiratete er auch seine Frau Catherine Vance Freeman aus Massachusetts. Mit ihr hatte er vier Kinder, seinen Sohn Chester jr. und die Töchter Catherine, Mary und Nancy.
Eine der bemerkenswertesten Charakteristika von Nimitz war seine Leidenschaft und Treue zur NAVY. Nach dem Krieg einmal sagte er „Ein Teil der NAVY zu sein ist eine ehrenvolle und Arbeit und Befriedigung für die Seele“. Im Jahr 1913 wurde Nimitz nach Deutschland geschickt, um dort die neuesten Dieselmotoren zu studieren. Und nach seiner Rückkehr übernahm er die Oberaufsicht beim Bau des ersten Diesel getriebenen Schiffes der NAVY, der USS MAUMEE (Bis zu diesem Zeitpunkt waren Kohle betriebene Schiffe die Regel). Aufmerksam geworden auf inzwischen Lt. Nimitz boten führende amerikanische Ingenieure und Maschinenbaufirmen ihm eine Stellung für $25.000 pro Jahr (!) als Zivilangestellter an (zum Vergleich, die NAVY zahlte ihm nur $3.456 pro Jahr).
Er lehnte dieses Angebot mit dem Hinweis auf seine „Ehrenvolle und befriedigende Aufgabe“ bei der NAVY ab. Spätestens seit diesem Tag wurde offenbar, dass Nimitz kein Opportunist, sondern Soldat mit Leib und Seele war. Er sagte später, er habe es auch niemals bereut, nur dass er seine Frau erst überzeugen musste.


1. Weltkrieg/Friedenszeit

Der Erste Weltkrieg
Als Mitglied des Führungsstabes der U-Boot Flotte, diente Nimitz im Ersten Weltkrieg im Atlantik. Den U-Booten gehörte seitdem und auch in der Zukunft, immer seine größte Aufmerksamkeit und Liebe. Er wurde zum Rang eines Lieutenant-Commander befördert und konnte im September 1919 sein erstes Kommando auf einem Großschiff, der USS South Carolina, als Erster Offizier antreten. Er wurde zuvor bereits zum Chef des Marine Planungsstabes ernannt.


Zwischen den Kriegen
1922 ging Nimitz an die Flottenkriegsschule, dem Naval War College. Nachdem er seinen Abschluss erlangen konnte, wurde er dem Chef des Kommandostabes der Streitkräfte, Admiral Robinson, welcher später Oberkommandeur der Flotte wurde, unterstellt. Nimitz wurde Dozent für Flottentechnik und Wissenschaft an der Universität von Berkley in Kalifornien. Diese Tätigkeit übte er 3 Jahre aus, bevor er wieder 1929 in den aktiven Dienst der U-Boot Truppe für weitere 2 Jahre eintrat. Im Jahr 1931 übernahm er das Kommando über die Zerstörer-Basis in San Diego und schon zwei Jahre Später bekam er sein erstes eigenes Kommando über ein Schlachtschiff, der USS Augusta. Inzwischen war sein Rang Captain. Im Jahr 1935 übernahm er noch einmal den Posten des stellvertretenden Chefs des Flotten Navigationsbüros bis 1938. Im Jahr 1938 wurde Nimitz im Alter von nur 53 Jahren zum Rear-Admiral (Konteradmiral) ernannt. Er war zu diesem Zeitpunkt einer der jüngsten Admirale der NAVY.


2. Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg
Als der Krieg am 7. Dezember 1941 mit dem Angriff auf Pearl Harbour für die USA begann, befand sich Chester Nimitz in Washington. Präsident Roosevelt wählte ihn anstatt einen, seiner 28 anderen dienstälteren Admiräle, um das Kommando über die Pazifikflotte in Pearl Harbour zu übernehmen. Nimitz enttäuschte Roosevelt nicht. Er schien genau der richtige Mann am richtigen Platz zu sein. Er konnte die Moral der Truppen wieder herstellen in dem er neue aggressive Verbände, kommandiert von den charismatischen Offizieren Halsey und Spruance, die einen sehr guten Ruf in der NAVY hatten, aufstellte. Gemeinsam mit ihnen gelang der wahrscheinlich größte Sieg in der Geschichte der US NAVY, der Sieg in der Schlacht von Midway!

In der Schlacht von Midway gelang es den amerikanischen Flottenverbänden unter Kommando von Nimitz und der Unterstützung der NAVY Piloten den Großteil der japanischen Flotte, inklusive ihrer kostbaren Flugzeugträger, zu zerstören. Zahlreiche Bücher und Spielfilme behandelten später diese für viele Amerikaner größte Heldentat und Revanche für Pearl Harbour.
Der Sieg über die Japaner sollte den Wendepunkt des Kriegsgeschehens für die Amerikaner im Pazifik darstellen, aber es war noch ein langer und schmerzhafter Weg bis zum Sieg. Eines wurde jedoch klar, Flugzeugträger sollten in diesem und künftigen Kriegen eine immer dominantere Rolle spielen. Die Zeit der großen Kampf-Schlachtschiffe war vorbei. Dieses erkannte auch Nimitz und fokussierte sich zunehmend auf den Einsätz der Flugzeugträger. Nimitz übernahm den Oberbefehl über alle alliierten Truppen auf dem Pazifik-Kriegsschauplatz. In den kommenden Jahren wurden unter seinem Kommando zahlreiche Schlachten wie Guadalcanal, Tarawa, Kwajalein, Eniwetook, Saipan, Guam und Iwo Jima sowie Okinawa durchgeführt. Die zahlreichen Invasionen wurden von den vielen im Einsatz befindlichen Marines auch als „Inselspringen“ bezeichnet.

 

Ob seiner großen Erfolge wurde Nimitz am 19. Dezember 1944 zum Fleet Admiral, dem Oberkommandierenden der Flotte mit dem 5. Stern ausgezeichnet und befördert. Dieser erst neu geschaffene Rang wurde während des gesamten Krieges nur 4-mal vergeben, an Leahy, King, Halsey und eben Nimitz.

Der Atombombenangriff der Amerikaner auf die Städte Hiroshima und Nagasaki führte zum Ende des Zweiten Weltkrieges und der Kapitulation der Japaner. Nimitz selbst verurteilte diese Angriffe nie, war er doch fest davon überzeugt, dass sie, ob gleich der hohen Opfer während des Bombenangriffs, sowohl auf japanischer- als auch amerikanischer Seite schlimmeres und unzähliges Opfer mehr verhindert hatten und der Krieg endlich zu Ende war. Am 2. September 1945 kapitulierte die kaiserliche japanische Armee vor den Alliierten, repräsentiert durch Admiral Nimitz auf dem Deck des Schlachtschiffes MISSOURI in der Tokyo bay.

 


Nachkriegsjahre

Nach dem Krieg
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Nimitz noch einige Jahre im Dienst der NAVY und schrieb zahlreiche Bücher. Er vertrat die Meinung, dass man „aus Schwertern auch Pflüge“ machen könnte, und setzte sich in vielen Gremien und Aktionen für die Restoration der Beziehungen und Aussöhnung mit den Japanern ein. Er wurde von 14 Nationen mit höchsten Orden ausgezeichnet und fungierte als Ehren-Botschafter der UNO. Chester Nimitz war und ist für viele Amerikaner immer noch einer der größten Helden, welcher den Wendepunkt des Krieges Symbolisiert. Ihm zu Ehren wurden zahlreiche Schulen, Straßen, Auszeichnungen und Militäreinrichtungen benannt. Der bislang größte US Flugzeugträger USS NIMITZ trägt ihm zu Ehren den Namen.

Sein Heimatstaat Texas erklärte den 22. Juli offiziell zum „Nimitz Tag“.

 


Chester W. Nimitz starb, nach einem bewegten und ereignisreichen Lebens, am 20. Februar 1966 in seinem Haus in Kalifornien, immer noch genauso bescheiden wie er geboren wurde.

Nimitz war nie ein Freund des Krieges gewesen, aber er war stets der Navy und seinem Land verbunden sowie ein herausragender Befehlshaber. Er hat nach dem Krieg einmal in einem Interview gesagt, "es war mir nie eine Freude, aber es gibt eben Dinge, die getan werden mussten"