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Das Thema

Victor Otto Oehrn

 

Das Ass ohne Namen

 

 

Ritterkreuzträger Victor Oehrn


Lebenslauf

Victor Otto Oehrn wurde in Kedaberg in Südrussland am 21. Oktober 1907 geboren. Sein Geburtsort unterscheidet ihn von anderen Offizieren, denn er war Auslandsdeutscher. Sein Vater war Direktor bei Siemens, er war im Kaukasus tätig. Der kleine Victor wuchs unter angenehmen Umständen auf.
Oehrn spricht perfekt Russisch. Seine Liebe galt Russland und nicht der Sowjetunion.1921 vertrieben die Bolschewiken die Familie unter Todesandrohungen aus dem Land.
Die Vorstellung von einem Großdeutschland in dem alle Deutschstämmigen sicher leben konnten Gefiel Oehrn.
Die Familie zog in die Umgebung von Berlin. Mit 19 Jahren trat er in die Reichsmarine ein. Er war Mitglied der Crew 27. Seinen Grundwehrdienst verrichtete er in Dönholm einer verlassenen Insel an der Ostseeküste.
Nach der Grundausbildung und der Marineschule Mürwik bekam er als junger Offizier seine erste Verwendung auf den leichten Kreuzer Königsberg.
Danach folgte eine Landverwendung als Kompanieoffizier in Dönholm und ein Einsatz auf dem leichten Kreuzer Karlsruhe. Die Karlsruhe war ein Vorzeigeschiff, sie machte zahlreiche Weltumrundungen. Oehrn stieß erst 1934 zur U-Bootwaffe, er gehörte zu den 12 Kommandanten der Flottille Weddingen.
Im Januar 1936 übernahm er das Kommando über U-14. Es war ein 250 ts großes Küstenboot.
Er führte das Boot gut 2 Jahre. Nach der Zeit auf U- 14 wurde er Kompaniechef an der Marineschule Mürwik. Er durchlief außerdem eine formale Ausbildung an der U- Bootschule in Neustadt und genoss eine Ausbildung zum Admiralstabsoffizier.
Als der Krieg begann wurde Oehrn 1. Admiralstabsoffizier, damit war er verantwortlich für die Planung von U-Boot- Operationen.
Der bekannteste U-Boot Einsatz des gesamten Krieges war der Einbruch in der Reede der Royal Navy von Scapa Flow durch Günter Prien im Oktober 1939 und die darauf folgende Versenkung des Schlachtschiffes Royal Oak. Diese Unternehmen plante Oehrn von Anfang bis Ende.
Für Günter Prien brachte es das Ritterkreuz, für Victor Oehrn das Eiserne Kreuz 2.Klasse. Das er aber erst anlegte nachdem Dönitz es befohlen hatte. Für Oehrn war es ein Tapferkeitsorden, den er nicht verdient hatte, weil er nicht an der Front eingesetzt war. Er wollte unbedingt zur Front versetzt werden. Aber sein Gesuch wurde abgelehnt.

 

 

Kptlt. Oehrn mitten unter der Mannschaft von U-37.


Kriegseinsatz

Erst nach dem Norwegenfeldzug in der die Kampfmoral der U-Boote durch Torpedoversager sank, bekam er das Kommando über U-37 ein Boot vom Typ IX, es war der 10. Mai 1940.
26 Tage dauerte seine 1. Feindfahrt, er versenkte 10 Schiffe mit 41.000 BRT. Seine 2. Feindfahrt begann im August 1940 sie endete 29 Tage später, wieder konnte er Erfolge verbuchen. Er versenkte diesmal 8 Schiffe mit 33.000 BRT. Oehrn beendete seine dritte und letzte Feindfahrt am 22. Oktober 1940, er versenkte 6 Schiffe mit 30.000 BRT.
Die Summe seiner Erfolge betrug damit 24 Schiffe mit 104.000 BRT. Er bekam das Ritterkreuz verliehen.
Er war jetzt ein Ass, aber er bewegte sich immer im Schatten von Kretschmer, Prien, Schepke, Topp, Frauenheim und Schütze.
Ende Oktober 1940 gab er sein Kommando von U-37 ab, er wurde wieder Stabsoffizier, diesen Posten behielt er 13 Monate, im Oktober 1941 befahl Hitler das einige U-Boote von Atlantik ins Mittelmeer zu führen. Um dort das schwer kämpfende Afrikakorps zu entlasten. Im Februar 1942 wurde Oehrn zum Führer der U-Boote in Italien ernannt. Außerdem wurde er Korvettenkapitän.
Im Mai 1942 bereitete Erwin Rommel seine Truppen auf den Angriff auf Tobruk vor.
Oehrn lernte Rommel auf einer Besprechung in Derna kennen und schätzen, er verehrte ihn.
Nach der Einnahme von Tobruk ging es weiter bis nach El Alamein es war der 13. Juli 1942, Oehrn war mit Rommel in seinem Hauptquartier verabredet. Er war auf den Weg dorthin, als plötzlich aus dem nichts hinter einer Sanddüne ein australischer Spähtrupp hervorkam.

 

 

Korvkpt. Oehrn während seines Afrika-Einsatzes

Die Australier eröffneten auf den fliehenden Oehrn das Feuer. Er wurde von 5 Kugeln in Schulter, Hüfte und ins Bein getroffen. Sie nahmen ihn gefangen.
Er wurde nach Ägypten gebracht, dort wurde er operiert. Er schwebte viele Wochen zwischen Bewusstlosigkeit und Wach sein. Er wachte erst am 28. August 1942 wieder auf, seine Wunden heilten nur langsam.
Im Frühjahr 1943 konnte er wieder laufen. Die Wochen vergingen inzwischen hatte die U-Boot Waffe an Bedeutung verloren. Eine Kommission vom Roten Kreuz schlug einen Gefangenaustausch vor.
Am 15. November 1943 kehrte Victor Oehrn humpelnd in den Dienst von Karl Dönitz zurück.
Eine lange Reise war beendet.

Quellen

Buch: Jordan Vause unveröffentlichte Memoiren. Theodore P.Savas Lautlose Jäger ISBN 3-548-25202-2.
Buch: Aufzeichnungen von Victor Oehrn.
uboat.net (Zugriff 29.07.09)

Autor: Karaya234