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Das Thema

Karl-Friedrich Merten

 

Kommandant von U-68

 


Auszeichnungen

 
Auszeichnungen
 
Eisernes Kreuz (1939) II. und I. Klasse
U-Boot-Kriegsabzeichen (1939) mit Brillanten
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub
Ritterkreuz am 13. Juni 1942
Eichenlaub am 16. November 1942 (147. Verleihung)


Lebenslauf

Merten war ein Mann von mittlerer Größe, mit hellen Teint und stechenden blauen Augen, er hatte ein blendendes Lächeln und wurde zu einem Top U-Boot- Ass von Karl Dönitz U-Boot Waffe, im Laufe seiner langen und ausgezeichneten Karriere in der Reichs- und Kriegsmarine. Trotz seiner bemerkenswerten Erfolge hat Merten wenig Aufmerksamkeit bei den Historikern gefunden. Lediglich die Veröffentlichung seiner Memoiren nach seinem Tod hat einen unschätzbaren Einblick über seinen Charakter hinterlassen. Kurz nach seiner Geburt seines Sohnes am 15.August 1908 wurde der Vater von Merten zum ersten Stadtrat der Stadt Ebling gewählt. Er stieg sogar bis zum Oberbürgermeister auf, aber nur bis 1934, als er sich weigerte in die NSDAP einzutreten. Kurz danach wurde er abgesetzt. Die Erziehung des kleinen Karl Friedrich Merten war streng, er sollte keine friedliche und sorgenfreie Jugend haben. Als er acht Jahre alt war starben erst seine Schwester und dann sein Bruder. Die Deutsche Gesellschaft hatte damals die Lasten des ersten Weltkrieges zu tragen. Auf der Schichau-Werft die in seiner Nähe war wurden Torpedoboote gebaut, das weckte schon früh sein Interesse für die Marine. Merten war fest entschlossen nach der Schule zur Marine zu gehen. Noch vor Weihnachten 1925 erfuhr Merten das er die Aufnahmeprüfung zum Seeoffizier bestanden hatte. Direkt nach seinem Abitur meldete er sich in Kiel, es war der 1. April 1926. Die Reichsmarine war durch den Versailler – Vertrag auf eine Stärke von 15.000 Mann begrenzt. Aber Merten gehörte zu den 80 Seeoffizieren die man 1926 einstellte. Sie bildeten die Crew 26. Merten durchlief in den nächsten viereinhalb Jahren ein komplexes Erziehungs- und Ausbildungsprogramm. Die Früchte dieses Systems kann man daran erkennen, das während des gesamten zweiten Weltkrieges aus der Crew 26, 5 darunter auch Merten das Ritterkreuz verliehen bekommen haben, sie hießen Richard Zapp, Harro Schacht, Wilhelm Rollmann und Hans- Gerit von Stockhausen. Am Ende der Ausbildung war der junge Leutnant auf dem leichten Kreuzer Königsberg. Den folgten 2 Jahre als Wachoffizier auf Torpedobooten und eine längere Verwendung als Artillerieoffizier auf dem leichten Kreuzer Karlsruhe. Ende 1936 war Merten Kapitänleutnant geworden, mit der Karlsruhe nahm er an den Einsätzen der Marine im spanischen Bürgerkrieg teil. Im Juni 1939 wurde Merten Ausbildungsoffizier auf dem alten Linienschiff Schleswig-Holstein. Er war dabei als die Schleswig-Holstein am 01.September 1939 die Westerplatte beschoss. Es kam zum 2. Weltkrieg!

 

 

Bild links: U-68 bei der Hafeneinfahrt / Bild rechts: Merten auf dem Turm von U-68


2. Weltkrieg

Aber Merten wollte weg, er wollte zur U-Boot-Waffe und am 1.Mai 1940 wurde er zur Torpedoschule versetzt. Merten musste an mehreren verschiedenen Lehrgängen teilnehmen. Im September 1940 meldete sich Merten auf dem U-Boot Stützpunkt in Lorient in Frankreich. Dort wurde er auf U-38 dem Boot von Heinrich Liebe eingeteilt. Er war seit 1935 U-Boot Offizier, hatte gerade das Ritterkreuz verliehen bekommen, nachdem er fast 100.000 BRT Alliierten Schiffsraum versenkt hatte. Merten sollte mit U-38 eine Feindfahrt mit machen als Kommandanten- Schüler, 2 Monate dauerte diese Feindfahrt. Beeindruckt war er, für seine spätere Dienststellung war es die richtige Grundlage. Die Schlacht im Atlantik nahm immer mehr zu und es dauerte bis zum 11. Februar 1941 bis Merten sein neues Boot die U-68 in Dienst stellen konnte. U-68 war ein Boot vom Typ IX-C, es konnte eine Fahrstrecke von 11.000 Seemeilen zurück legen, 22 Torpedos mitführen, seine Bewaffnung bestand aus 6 Torpedorohren, einem 105 mm Geschütz, einer Flakbewaffnung von 20mm und einer 37 mm Kanone. U-68 verbrachte die nächsten viereinhalb Monate mit Erprobungsfahrten und Übungen zur Ausbildung der Besatzung in der Ostsee. Diese Übungen waren dazu angelegt die Seefähigkeit des Bootes zu überprüfen und die Besatzung und das Boot zu einer echten Kampfeinheit zu machen. Während dieser vielen Übungen lernte Merten seine Besatzung immer besser kennen. Es lagen genau 138 Tage der Ausbildung hinter ihnen. Da hätte Merten und seine Besatzung fast den vollen Preis für ihr Unerfahrenheit bezahlt, eine mehr als einem Monat dauernde Verlegungsfahrt von Kiel nach Lorient quer durch die nordatlantischen Konvoirouten der Alliierten. Am 5.Tage ihres Auslaufens aus Kiel, hatte U-68 einen 5-stündigen schweren Wasserbombenangriff eines Britischen Zerstörers nur mit Mühe überstanden. Später jagte Merten erfolglos einen Einzelfahrer, aber er verlor den Kontakt wieder bevor er einen Torpedo abschießen konnte. Als noch eine Pumpe defekt war und das Boot nicht mehr tauchen konnte, brach Merten die Feindfahrt ab.

 

 

U-68 Angriff, mit Torpedos und Geschützfeuer, versenkt die BALUCHISTAN am 8. März 1942

Am 1.August machte U-68 in Lorient fest, es blieb Mertens einzige Feindfahrt ohne Erfolg. Am 7. September 1941 erfuhr Merten das seine nächste Feindfahrt in die Gewässer vor Südafrika gehen sollte. Nach dem Auslaufen am 11. September 1941 vergingen 10 Tage ehe das Boot endlich seinen Bestimmungsort erreichte. Es waren noch andere Deutsche U-Boote in der Nähe, nämlich U-107 unter Kapitänleutnant Günter Heßler, dem Schwiegersohn von Dönitz. Zusammen konnten sie einige Schiffe aus dem Geleitzug SL-87 versenken. Als drittes Boot kam U-104 unter Kapitänleutnant Werner Winter hinzu, er konnte drei Schiffe versenken. Am 22. Oktober 1941 fuhr Merten in den Hafen von ST. Helena und konnte dort einen großen Tanker versenken. Merten setzte seine Reise fort und versenkte noch 2. weitere Schiffe. Am 11. November 1941 sollten U-68, U-126 unter Kapitänleutnant Ernst Bauer und U-A unter Korvettenkapitän Hans Eckermann mit dem Versorger Python und dem Hilfskreuzer Atlantis unter Korvettenkapitän Bernhard Rogge treffen, zwecks Proviant, Treibstoff und Torpedo Übernahme. Die Übergabe war gerade beendet, da kam der Britischen Kreuzer HMS Dorsetshire in Sicht. Merten löste sofort alle Verbindungen und führte ein Alarmtauchen durch, aber die vielen Güter störten den Trimm des Bootes und er kam nicht in Angriffsposition. Als auch U-A seinen Torpedofächer daneben jagte war das Schicksal der beiden Deutschen Schiffe besiegelt. Merten konnte gerade noch rechtzeitig die Dorsetshire im Südosten verschwinden sehen, als er wieder auftauchte. Die Python und die Atlantis standen beide in Flammen und waren im Begriff zu sinken. U-68 und U-A unterstanden jetzt Rogge, dieser befand sich an Bord von U-68, die beiden Boote nahmen 414 Überlebende auf es begann eine historische Rettungsaktion. Die 414 Leute wurden zwischen den beiden Booten aufgeteilt, außerdem wurden noch 10. Rettungsboote eingesetzt. Am 02. Dezember 1941 begann die seltsame Reise nach Frankreich, es waren fast 5.000 Seemeilen. Am nächsten morgen kamen die Boote U-129 unter Korvettenkapitän Clausen und U-124 unter Kapitänleutnant Mohr hinzu. Die Überlebenden wurden unter den neuen Booten aufgeteilt und dadurch wurde die Fahrt für die Überlebenden erträglicher.

 

 

bei einer Verleihung beim "Führer", Merten ganz links im Bild

U-68 lieferte seine Überlebenden am 24. Dezember 1941 in St. Nazaire ab, am nächsten Tag macht das Boot in Lorient fest. Die ganze Feindfahrt hatte 116. Tage gedauert, sein Boot hatte 17.600 Seemeilen zurück gelegt. Die nächsten Feindfahrten waren sehr erfolgreich für Merten. Sie dauerten ungefähr 60 Tage, er konnte insgesamt 14. Schiffe mit 90.000 BRT versenken. Im Juni 1942 bekam er das Ritterkreuz verliehen. Seine Feindfahrten 4. und 5. absolvierte Merten wieder in den Gewässern vor Südafrika, und wieder war er erfolgreich. Am 17. November 1942 bekam er das Eichenlaub verliehen, bis dahin hatte er 27. Schiffe mit rund 180.000 BRT versenkt. Auf 5. Feindfahrten legte er fast 65.000 Seemeilen zurück.
Er überlebte den Krieg als Lehrer an der Torpedoschule in Pillau. Merten trat nicht wieder in die Bundesmarine ein.
Er starb am 2. Mai 1993 an Krebs.


Quellen

Lautlose Jäger ISBN 3-548-25205-2
U-Boot Krieg Band 3 ISBN: 3-813-20513-4
U-Boot Krieg Band 4 ISBN: 3-813-20514-2
U-Boot Krieg Band 5 ISBN: 3-813-20515-0
wikipedia (Zugriff 23.08.09)

Autor: Karaya234