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Das Thema

Heinz-Wilhelm Eck

 

Siegerjustiz ? und die Peleus - Affäre

 

Kapitänleutnant Heinz-Wilhelm Eck, Kommandant von U-852, ist der einzige U-Boot Kommandant, der am Ende des 2. Weltkrieges wegen Kriegsverbrechen angeklagt und hingerichtet worden ist.
Aber war er wirklich ein Kriegsverbrecher?


Lebenlauf

Heinz-Wilhelm Eck wurde am 27. März 1916 in Hamburg geboren und ist in Berlin auf gewachsen.
Er trat am 8. April 1934 als Mitglied der Crew 34 in der Reichsmarine ein und durchlief eine ganze Reihe von Ausbildungsgängen und Fachlehrgängen. Am 1. April 1937 wurde er zum Leutnant zur See befördert. Die nächsten 5 Jahre verbrachte er an Bord von Minensuchbooten von 1939 bis 1942 war er Kommandant auf solchen Fahrzeugen. Im Februar 1942 meldete Eck sich freiwillig zur U-Boot Waffe, er wurde schnell angenommen und meldete sich am 8.Juni 1942 in Pilau zur Ausbildung.
Vom 28. Oktober 1942 bis zum 21.Februar 1943 fuhr er als Kommandantenschüler auf U-124 mit, dem Boot von Johann Mohr.
U 124 unternahm während seiner Dienstzeit elf Feindfahrten, auf der es 48 Schiffe mit 224.953 BRT versenken und drei Schiffe mit 26.167 BRT beschädigen konnte. Es war eine der erfolgreichsten Statistiken im Seekrieg des zweiten Weltkriegs.
Ein paar Monate später übernahm er das Kommando des U-Boot Neubaus U-852 und stellte es in Dienst. Am 18. Januar 1944 waren alle Erprobungen beendet und das Boot war voll ausgerüstet. Eck sollte mit U-852 aus Kiel in Richtung U-Bootstützpunkt Penang in Malaysia auslaufen. Vor dem Auslaufen wurde der junge Kapitänleutnant Eck, von den Korvettenkapitän Adalbert Schnee, einem Eichenlaubträger und U-Boot Ass über die Gefahren der ihm vorliegende Unternehmung gebrieft. Eck hörte sehr genau zu was Schnee ihm zu sagen hatte, er sagte das U-852 eines der größten, langsamsten und am leichtesten zu treffenden U-Boote war, die es damals gab. Er warnte ihn auf die intensive Luftüberwachung an den engen Stellen des Atlantiks, besonders vorsichtig zu sein. Er wies ihn darauf hin dass Wrackteile eines torpedierten Schiffes noch über die nächsten Tage aus der Luft zu sehen sein. Schnee unterstrich seine Warnung mit dem ominösen Hinweis, das alle vier IX D 2 Boote die vor U-852 dieses Seegebiet befahren hatten, entweder in der Nähe von Ascension oder sonst wo im Südatlantik verloren gegangen waren.
Der Südatlantik, so Schnee ist ein sehr gefährlich für uns. Das Eck, Schnees Warnung ernst genommen hat, wurde an den Ereignissen klar, die sich 54 Tage später abspielten.
Der Typ IX D 2 hatte eine Wasserverdrängung von über 1616 Tonnen Überwasser und getaucht von 1804 Tonnen. Das Boot war über 87 Meter lang, es hatte 2 Dieselmaschinen mit 4400 PS und Elektromaschinen mit über 2000 PS, Überwasser war es über 19 Knoten schnell, getaucht erreichte es 7 Knoten.
Die Reichweite lag bei 31.500 Seemeilen bei 10 Knoten. Es hatte 6 Torpedorohre und eine sehr starke Flakbewaffnung. Einige dieser Boote führten einen Einmann Tragschrauber von Typ Focke-Achgelis Fa 330 genannt Bachstelze mit. Eck wurde auch vom Fregattenkapitän Günther Heßler gebrieft, der wie Schnee Träger des Ritterkreuzes und U-Boot Ass war. Heßler war Chef des Stabes von Konteradmiral Eberhardt Godt, der den täglichen Ablauf des U-Boot Krieges leitete.
Heßler bestätigte die Warnungen, die Eck von Schnee erhalten hatte, und betonte, das Eck alles vermeiden solle, was die Aufmerksamkeit des Feindes erregen könnte. Ecks Reiseanweisung war klar. Er hatte Befehl, U-852 durch den Atlantik nach Süden zu führen das Kap der guten Hoffnung zu umfahren und im Indischen Ozean Handelskrieg zu führen. Danach sollte er zur Gruppe Monsun nach Penang stoßen.
Am 13. März 1944 stand U-852 ungefähr 300 Meilen östlich der Linie Ascension-Freetown. Das Boot fuhr Überwasser als gegen 17 Uhr an Steuerbord voraus der Dampfer Peleus mit 6.659 BRT in Sicht kam. Eck befahl Höchstfahrt und ließ einen Kurs steuern der ihn vor das Ziel brachte. Die Jagd dauerte 2 Stunden bis U-852 in Angriffsposition kam war es dunkel. Eck ließ 2 Torpedos aus den Bugrohren abfeuern. Von der Brücke von U-852 beobachtete Eck die Detonation. Die getroffene Peleus sank wie ein Stein. Niemand kann wissen wie viele der 35 Männer den Angriff überlebt haben, und wie viele in die Boote kamen. Zu diesem Zeitpunkt waren 5 Offiziere auf der Brücke von U-852: Eck, sein 1. WO Colditz, der 2. WO Hoffmann, der LI Lenz und der Arzt Weißpfennig.


Am 2. Mai 1944, U-852 nach dem Angriff durch ein Flugzeug der RAF

Eck sagte:“Das er sich wegen der großen Anzahl an Trümmer Sorgen machte.“ Er glaubte das die Luftaufklärung sie morgen früh sichten würden, und dann wussten sie das hier ein U-Boot ist.
Er wusste das U-852 keine Chance auf ein entkommen hatte, wenn diese Wrackteile nicht schnellstens versenkt werden. Er hielt sich die U-Boot Verluste in diesem Gebiet vor Augen. Keine Frage er musste handeln.
Eck hatte sich entschieden, das er zum Schutz seines Bootes und der Mannschaft alle Spuren der Peleus vernichten musste. Daher ließ Eck 2 MG´s auf Deck bringen. Während die Waffen nach oben gebracht wurden protestierten der 1. WO und der LI gegen die Entscheidung Ecks.
Nach Eck war es erforderlich alle Hinweise auf die Versenkung zu beseitigen, und er rechtfertigte die Beseitigung der Wrackteile als operative Notwendigkeit, um sein Boot vor der Entdeckung und Vernichtung zu schützen.
Eck ließ die 2 MG an der Relling vor dem Turm anbringen, eines Steuerbord, eines Backbord.
Scheinbar teilte Eck den Offizieren auf der Brücke mit, das er wünsche dass die Wrackteile und die Flöße versenkt werden.
Er sagte nicht das auf Menschen im Wasser geschossen werden soll, und er gab auch nicht keinen Befehl das die Überlebenden getötet werden sollten.
Aber er nahm in Kauf das sie ohne die Flöße keine Chance mehr hätten. Die Flöße waren im Wasser wegen der Dunkelheit kaum zu erkennen, auf 200 Meter wurde das Feuer eröffnet. Trotz des MG-Feuers sanken die Flöße aber nicht, also wurden Handgranaten auf sie geworfen, aber wieder kein Erfolg. Zum Schluss wurde es noch mit der 20 mm Flak versucht aber auch hier war keine Wirkung zu erkennen. Die Flöße konnten einfach nicht versenkt werden.
Bei dieser Aktion wurden 6 Überlebende getötet und weitere Verletzt. Seine Versuche alle Spuren zu beseitigen waren völlig fehlgeschlagen. U-852 lief dann endlich von der Versenkungsstelle ab. Am 1. April 1944 konnte Eck mit seinen Boot noch die Dahomian mit 5.277 BRT versenken.
Er meldete seine Erfolge dem BdU, die Briten hörten den Funkspruch ab, und schickten eine starke U-Jagdgruppe in das Seegebiet wo sich U-852 aufhielt.
Am 20. April 1944 wurden die restlichen Überlebenden der Peleus von der U-Jagdgruppe gerettet. Sie sagten das sie von einem Deutschen U-Boot torpediert wurden sund dann mit MG und Handgranaten beschossen wurden.
Aber noch konnten die Briten nichts machen, denn sie kannten das Boot noch nicht.
Die U-Jagdgruppe bestand aus 9 Schiffen unter anderen auch aus 2 Gleitträger und 2 Fregatten, und langsam schnappte die Falle zu.
Am 2. Mai 1944, U-852 befand sich in der Nähe von den Golf von Aden wurde es von einer Wellington entdeckt. Es war kurz nach der Morgendämmerung, U-852 fuhr unter Wasser als der Bomber sie überraschte. Er flog aus der Sonne an und warf 6 Wasserbomben. U-852 wurde schwer beschädigt, neben starken Wassereinbruch strömte giftiges Chlorgas durch das Boot. Eck wusste sofort das sein Boot nicht mehr zu retten war, er gab den Befehl in Richtung der Küste von Somalia zur laufen und dort das Boot auf den Strand zu setzten um seine Besatzung zu retten.
Inzwischen war auch die U-Jagdgruppe eingetroffen und nahm U-852 unter Feuer, das Boot wurde durchlöchert von den Einschlägen der Granaten der Schiffe. Am Nachmittag war U-852 nur noch ein Wrack, das gestrandet und schwere Schlagseite hatte, Eck befahl jetzt alle Mann von Bord. Denn das Boot wurde jetzt auch wieder aus der Luft beschossen.
Eck ließ Sprengsätze an Bord von U-852 anbringen um sein Boot zu zerstören, aber sein Kriegstagebuch schaffte er nicht mehr zu vernichten, ein Fehler der ihm das Leben kosten sollte.
Erschöpft und mit etlichen Toten und Verwundeten, wartete die Besatzung von U-852 am Strand was passieren würde, es dauerte nicht lange dann wurden sie von einem britischen Marinetrupp gefangen genommen.

 


Prozess

 

 

von links: Heinz Eck, August Hoffmann, Dr. Walter Weispfennig, Hans Lenz and Wolfgang Schwender

U-852 wurde von Nachrichtenoffizieren der Royal Nary untersucht, und diese fanden auch das Kriegstagebuch an Bord, jetzt hatten sie einen Namen für den Peleus-Fall.
Die Offiziere Eck, Hoffmann, Lenz und Weißpfennig wurden nach England gebracht, und mehrmals verhört, man sagte ihnen dass man ihnen nach dem Krieg den Prozess machen werde und am 17. Oktober 1945 begann der schließlich der Prozess.
Er dauerte gerade einmal 4 Tage.
Nachdem Abschlussplädoyer brauchten die Geschworenen 40 Minuten bis zum Schuldspruch. Heinz Eck, August Hoffmann und Dr. Walter Weißpfennig wurden zum Tod durch Erschießen verurteilt, Hans Lenz zu lebenslangen Gefängnis und Wolfgang Schwander zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Am 30. November 1945 an einem kalten Hamburger Morgen wurde das Urteil schließlich vollstreckt.
Lenz und Schwander wurden 1951 aus der Haft entlassen.

Quellen

Lautlose Jäger ISBN: 3-538-25220-2
Enzyklopädie Deutscher U-Boot ISBN: 3-613-02245-1
Wikipedia: Zugriff 31.08.2009

Autor: Karaya234