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Portrait

Großadmiral Dr. phil h. c. Erich Raeder

"Jeder Krieg wird durch die Seehoheit entschieden werden."

* 24. April 1876 in Wandsbek bei Hamburg
† 6. November 1960 in Kiel

Kaiserreich

Kaiserreich



Erich Hans Albert Raeder wurde am 24. April 1876 in Wandsbek bei Hamburg als Sohn eines Studienrates und späteren Direktors des Realgymnasiums zu Grünberg/Schlesien geboren. An der Schule seines Vaters legte er 1894 sein Abitur ab. Raeder sollte Medizin studieren, er entschloss sich aber, Offizier zu werden. Seine Bewerbung bei der Kaiserlichen Marine wurde angenommen, und am 1. April 1894 trat der 18jährige Raeder in die Marineschule Kiel ein. Dort erhielt er seine soldatische Grundausbildung und wurde sechs Wochen später an Bord des Schulschiffes „Stosch" in die Grundbegriffe der Seefahrt eingeweiht. Seine ersten Seefahrerjahre bescherten ihm unter anderem zwei Auslandsreisen nach Westindien, darunter einmal mit dem Schiffsjungen-Schulschiff „Gneisenau". Am 13. Mai 1895 wurde Raeder Seekadett und verbrachte nach Artillerie-, Minen- und Torpedolehrgängen ein weiteres Jahr an der Marineschule Kiel. Am 25. Oktober 1897 legte er die Seeoffiziersprüfung mit einer so vorzüglichen Leistung ab, dass ihm dafür von Kaiser Wilhelm II. eine „allerhöchste Belobung" zuteil wurde. Danach wurde Raeder Signaloffizier an Bord der Panzerkorvette „Sachsen" und anschließend auf dem Panzerschiff „Deutschland", welches mit der modernsten Marinetechnik ausgestattet war. Hier kam er in Kontakt mit dem Kaiserbruder Prinz Heinrich von Preußen. Nachdem ein Kreuzergeschwader 1897 Kiautschou und Tsingtau besetzt und die deutsche Regierung ein Jahr später dieses Gebiet von China auf 99 Jahre gepachtet hatte, wurde eine zweite Kreuzerdivision unter dem Kommando des Prinzen Heinrich nach Ostasien geschickt. Die „Deutschland" war das Flaggschiff des Prinzen, als er an der Spitze der 2. Kreuzerdivision Ostasien besuchte. Mit ihm an Bord war der Signaloffizier Erich Raeder. Diese Reise regte ihn, dem neben seiner Tätigkeit als Signaloffizier auch noch die Schiffskapelle unterstellt war, zu seiner ersten schriftstellerischen Arbeit an. Ein Buch mit dem Titel "Aufstand auf den Philippinen". Damit war für ihn ein weiteres Interessengebiet erschlossen, das er bis zu seinem Tode pflegen und das ihm 1926 die Würde eines Ehrendoktors einbringen sollte. Am 9. April 1900 wurde Raeder Oberleutnant und Adjutant bei der I. Matrosendivision in Kiel, ein Jahr später 1. Offizier auf SMS „Grille". Durch eine Knieverletzung zu wochenlanger Ruhe gezwungen, widmete er sich erneut der Schriftstellerei. Raeder verfasste eine Studie über das Zusammenwirken von Heer und Marine im Krimkrieg. Nach seiner Genesung wurde er dann Wachoffizier auf dem Linienschiff „Kaiser Wilhelm der Große", und am 1. Oktober 1903 kam Oberleutnant Raeder bis zum 30. Juni 1905 an die Marineakademie in Kiel, um hier seine militärische Ausbildung durch wissenschaftliche Studien zu ergänzen. Nachdem er von der Schule schon gute englische und französische Sprachkenntnisse mitgebracht hatte, betrieb Raeder jetzt Russisch als sprachliches Hauptfach und perfektionierte später noch diese Kenntnisse durch einen dreimonatigen Sprachurlaub in Russland. Dass er nebenbei im Selbststudium auch noch Spanisch erlernt hatte, unterstreicht sein lebenslanges Bemühen um eine vielseitige, gründliche Bildung.

 

 

 

Admiral Erich Raeder als Chef der Marineleitung nach seinem Amtsantritt im Oktober 1928



Nach seiner Beförderung zum Kapitänleutnant am 20. April 1905, wurde Raeder Navigationsoffizier auf dem Küstenpanzerschiff „Frithjof" und am 1. April 1906 erhielt er ein Kommando, das in besonderem Maße seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprach. Raeder wurde 1906 erster Referent im Nachrichtenbüro des Reichsmarineamtes in Berlin. Dort hatte er, neben der Auswertung der ausländischen Presse, die Aufgabe, die Zeitschriften Marine-Rundschau und Nauticus als Redakteur zu betreuen. Diese Aufgaben erfüllte Raeder so gut, dass ihm dafür sein erster Orden, der Rote Adlerorden IV. Klasse, vom Kaiser verliehen wurde. Vom 1. Oktober 1908 bis zum 15. März 1910 erhielt er wieder ein Bordkommando und wurde Navigationsoffizier auf dem Panzerkreuzer „Yorck". In gleicher Funktion wurde Raeder anschließend auf die Kaiserjacht „Hohenzollern" kommandiert und verbrachte dort zwei für ihn sehr interessante und lehrreiche Jahre. Der Dienst brachte ihn zwangsläufig immer wieder mit Kaiser Wilhelm II. in persönlichen Kontakt. Der Kaiser, der den intelligenten und aufgeschlossenen jungen Offizier schätzte, ließ ihn beim Passieren der Insel Lissa einen Vortrag über die Seeschlacht von 1866 halten, in der die Österreicher unter Admiral Wilhelm von Tegetthoff die Italiener besiegt hatten. Aber auch bei anderen Gelegenheiten wurde Raeder vom Kaiser, der Diskussionen und geistreiche Unterhaltung liebte, ins Gespräch mit einbezogen. Am 15. April 1911 zum Korvettenkapitän befördert, wurde er am 1. Oktober 1912 an Bord von SMS „Yorck" 1. Admiralstabsoffizier im Stab des Befehlshabers der Aufklärungsschiffe, Admiral Hipper (1863-1932). In gleicher Eigenschaft wurde Raeder am 22. Juni 1914 auf dessen Flaggschiff, den Großen Kreuzer „Seydlitz", versetzt und erlebte hier den Kriegsausbruch im August 1914.

 

Erster Weltkrieg

 

An Bord dieses Kreuzers machte er an der Seite von Hipper am 3. November 1914 den Einsatz gegen den britischen Hafen Yarmouth mit. Weitere Einsätze richteten sich gegen die Häfen Hartlepool und Scarborough, auf die das Gefecht auf der Doggerbank gegen überlegene britische Seestreitkräfte am 24. Januar 1915 folgte. In dieser heftigen Seeschlacht wurde die „Seydlitz" schwer beschädigt, der Kreuzer „Blücher" vernichtet und das britische Flaggschiff „Lion" kampfunfähig geschossen. Für die Bewährung bei dieser „Feuertaufe" erhielt Raeder das EK I. Als Admiral Hippers Stabschef nahm er am 31. Mai 1916 auch an der größten Seeschlacht des Ersten Weltkrieges, der Skagerrakschlacht, an Bord des Schlachtkreuzers „Lützow" teil. Dieser versenkte zwar einen britischen Kreuzer, aber wurde dabei selbst so schwer beschädigt, dass Hipper und sein Stab mitten im feindlichen Feuer auf ein Torpedoboot umsteigen mussten. Am 2. April 1917 erfolgte Raeders Beförderung zum Fregattenkapitän, seine Ernennung zum Kommandanten des neuen Kleinen Kreuzers „Köln" und damit sein erstes, nach fünfjähriger Stabsstellung, selbständiges Kommando überhaupt.

 

 

 

Von Links: Generaloberst Walter von Brauchitsch und Großadmiral Erich Raeder beim Reichskriegertag in Kassel am 6. April 1939

Weimar

Weimarer Republik

 

Nach nur zehnmonatiger Kommandantenzeit folgte ein kurzes Kommando im Großen Hauptquartier in Spa. Hier traf er unter anderem mit Hindenburg und Ludendorff zusammen. Da man jedoch auf einen so bewährten Admiralstabsoffizier in der Flottenführung nicht verzichten wollte, wurde Raeder für die Zeit von Dezember 1918 bis März 1920 zum Leiter der Zentralabteilung des Reichsmarineamtes berufen. 1919 erfolgte seine Beförderung zum Kapitän zur See. Er hatte damals die unangenehme Aufgabe, nach Kriegsende 1918 die Reste der deutschen Flotte in britische Häfen zu überführen. Als Chef der Zentralabteilung des Reichsmarineamtes trug Raeder auch zur Ernennung des Admirals Adolf von Trotha zum Marinechef bei. Er wurde dann einer von dessen engsten Beratern und stellte, infolge von Trothas erklärter Sympathie für die Kapp-Putschisten, 1920 sein Amt zur Verfügung. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Diktats wurde die Reichsmarine der Weimarer Republik erheblich verkleinert. Raeder arbeitete ab dem 1. Juli 1920, für zwei Jahre im Marinearchiv in Berlin an der amtlichen Seekriegsdokumentation "Krieg zur See 1914 bis 1918" mit. Zu dieser steuerte er 1922 und 1923 zwei Bände über den Kreuzerkrieg bei. Damit erwies sich Raeder auch als Marinehistoriker von hohen Graden. Dafür wurde er anlässlich des 10. Skagerrak-Jubiläums am 31. Mai 1926, von der Philosophischen Fakultät der Universität Kiel zum Ehrendoktor ernannt. Daneben fand Raeder auch noch Zeit, ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Berliner Universität durchzuführen. Diesem verdankte er später den Ruf, der einzige aktive Offizier im Admiralsrang zu sein, der eine kaufmännische Bilanz lesen und beurteilen konnte. Zur angestrebten Doktorpromotion reichte die Zeit jedoch nicht mehr. Raeder wurde am 1. Juli 1922, unter Beförderung zum Konteradmiral, zum Inspekteur des Marinebildungswesens berufen. Damit unterstanden ihm die Marineschulen in Kiel-Wik und Flensburg-Mürwik sowie der als Schulschiff eingesetzte Kreuzer „Berlin" und der Viermastschoner „Niobe". Im Herbst 1924 erfolgte Raeders Ernennung zum Befehlshaber der Leichten Seestreitkräfte in der Nordsee, und schon im Februar 1925, unter gleichzeitiger Beförderung zum Vizeadmiral, wurde er Chef der Marinestation Ostsee. Am 1. Oktober 1928 stieg Raeder zur höchsten Position auf, die in der Reichsmarine zu erlangen war, der eines Chefs der Marineleitung. Dieser Posten wurde 1935 in Oberbefehlshaber der Kriegsmarine umbenannt.

 

 
Links: Generaladmiral Raeder während des „Tags der Wehrmacht“ auf dem Reichsparteitag, September 1938
Rechts: Der Chef der Marineleitung, Admiral Raeder (Dritter von Links), bei der Skagerrakfeier am 31. Mai 1935

 


 
Auszeichnungen
 
Seekadett - 13. Mai 1895
Fähnrich zur See - 25. Oktober 1897
Leutnant zur See - 1. Januar 1899
Oberleutnant zur See - 9. April 1900
Kapitänleutnant - 21. März 1905
Korvettenkapitän - 15. April 1911
Fregattenkapitän - 26. April 1917
Kapitän zur See - 29. November 1919
Konteradmiral - 1. August 1922
Vizeadmiral - 10. September 1925
Admiral - 1. Oktober 1928
Generaladmiral - 20. April 1936
Großadmiral - 1. April 1939

NS-Staat

Nationalsozialismus



Ohne sich um den neuen Zeitgeist zu kümmern, was seiner unpolitischen, rein soldatisch orientierten und christlich-konservativen Grundeinstellung entsprach, widmete sich Raeder von nun an dem Aufbau und Ausbau einer leistungsfähigen, einsatzbereiten deutschen Kriegsflotte. Stationen dieses Aufbaus waren die bereits in den 1920er Jahren aufgenommenen Führergehilfenlehrgänge, die an die Stelle der durch das Versailler Diktat verbotenen Marineakademie und der Admiralstabsausbildung getreten waren, 1933 die Indienststellung der beiden Panzerkreuzer „Deutschland" und „Admiral Scheer", die Gründung der Fluggesellschaft Severa als Tarnorganisation für eine halbmilitärische Marineluftwaffe, das deutsch-englische Flottenabkommen vom 18. Juni 1935 und der Wiederaufbau einer neuen deutschen U-Boot-Waffe, womit auf Vorschlag Raeders, sein späterer Nachfolger Karl Dönitz beauftragt wurde. Mit dem von ihm eingeschlagenen Weg einer unbedingten Staatstreue brachte Raeder die seit der Räterevolution politisch angeschlagene Marine aus den Schlagzeilen. Mit der Forderung nach dem Bau schwerer Einheiten beschritt er in der Frage der Marinerüstung einen von ihm auch in der Folge konsequent befolgten Weg.
 

 

 

Großadmiral Erich Raeder mit Großadmiralsstab beim Reichskriegertag in Kassel am 6. April 1939



Das deutsch-englische Flottenabkommen von 1935 stellte den Rahmen für den Flottenaufbau, Hitlers Zusage, er brauche die Flotte bis 1946 für seine politischen Ziele nicht, die zeitliche Vorgabe. Außerdem hatte Hitler bis 1938 immer wieder betont, England wäre als künftiger Gegner ausgeschlossen. Von diesen Grundannahmen ausgehend, legte Raeder Hitler um die Jahreswende 1938/39 den sogenannten Z-Plan vor, der auf eine kleine, aber äußerst kampfstarke Flotte zielte. Raeders Leistungen fanden Anerkennung, indem er am 20. April 1936 als erster deutscher Seeoffizier, in den neugeschaffenen Rang eines Generaladmirals erhoben wurde und als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine auch den Rang eines Reichsministers erhielt. Bereits vor Kriegsausbruch wurde Raeder anlässlich seines 45jährigen Dienstjubiläums im Zusammenhang mit dem Stapellauf des Schlachtschiffes „Tirpitz", am 1. April 1939, zum Großadmiral befördert.

2. Weltkrieg

Zweiter Weltkrieg

 

„Die Überwasserstreitkräfte sind aber noch so gering an Zahl und Stärke gegenüber der englischen Flotte, dass sie - vollen Einsatz vorausgesetzt - nur zeigen können, dass sie mit Anstand zu sterben verstehen und damit die Grundlage für einen späteren Wiederaufbau zu schaffen gewillt sind.“
(Großadmiral Erich Raeder notierte am 3. September 1939 im Kriegstagebuch der Seekriegsleitung)



Beim Ausbruch des Krieges im September 1939 sah er in England den Hauptgegner, zu dessen erfolgreicher Bekämpfung genügend großer Kolonialbesitz, gesicherte Seeverbindungen und der gesicherte Zugang zum freien Ozean Voraussetzung waren. Bei Kriegsbeginn lagen jedoch weder diese Voraussetzungen vor, noch entsprach der Ausbau der Flotte den an sie zu stellenden Anforderungen. Die von Raeder geschaffene deutsche Kriegsmarine umfasste bis Ende 1939 drei Panzerschiffe, zwei Schlachtkreuzer, zwei Schwere Kreuzer, sechs Leichte Kreuzer, 22 Zerstörer, 20 Torpedoboote, 58 U-Boote, 10 Geleitfahrzeuge, 20 Schnellboote, 44 Minensuchboote und 40 Minenräumer. Sie war damit, wie er niemals leugnete und auch mehrfach vor Hitler betonte, einem mehrjährigen weltweiten Seekrieg keineswegs gewachsen. Raeders Bedeutung ließ nach dem Untergang der „Bismarck" im Mai 1941 spürbar nach. Hitler war über die damit in Zusammenhang stehende Operation, an der die „Bismarck" und die „Prinz Eugen" teilnahmen, zuvor nicht informiert worden. Er hatte den Einsatz der „Bismarck" im Kreuzerkrieg, weil verfrüht, nicht genehmigt. Am 31. Dezember 1942 hatte der Befehlshaber der deutschen Kreuzer den Angriff auf einen stark gesicherten feindlichen Geleitzug im Eismeer bei Anbruch der Dunkelheit abgebrochen. Als der Vorfall bei einem Vortrag am 6. Januar 1943 zur Sprache kam, wurde Hitler sehr ungehalten, denn er hatte eigentlich die Vernichtung des Geleitzuges erwartet. Als Raeder, der seine Auffassung über seestrategische Fragen niemals energisch vertreten hatte, mit Hitler in eine Kontroverse über die Außerdienststellung der Großkampfschiffe geriet, warf Hitler ihm öffentlich die „Tatenlosigkeit" dieser Schiffe vor. Darauf erbat Raeder seinen Abschied, der am 30. Januar 1943 vollzogen wurde. Dieser Abschied wurde ihm durch die formelle Ernennung zum Admiralinspekteur der Kriegsmarine des Großdeutschen Reiches und zum ersten Berater des Führers in marinepolitischen Fragen versüßt. In völliger Zurückgezogenheit erlebte er mit seiner Frau das Kriegsende 1945 in Babelsberg, bis ihn dort die Sowjets verhafteten und nach Moskau brachten, wo Raeder eingehenden Verhören unterworfen wurde.

Nachkriegszeit

Nachkriegszeit

 


„ ...the basic principles of the military services are unchangeable. Courage and candor, obedience and comradeship, love of fatherland and loyalty to the State: these are ever the distinguishing characteristics of the soldier and sailor. Building character through intelligent training and education is always the first and greatest goal.“
("He Led Hitler's Navy," "New York Times" Artikel, 24. April, 1960)

 

Danach stand er im November 1945 mit Großadmiral Dönitz und anderen Angeklagten als „Kriegsverbrecher" vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg. Der inzwischen 70jährige Großadmiral, der in der Verhandlung stets unerschrocken und aufrecht auftrat, bat in einem Gesuch an den Alliierten Kontrollrat um eine soldatisch-ehrenhafte Erschießung. Raeder wurde stattdessen wegen „Verbrechen gegen den Frieden" zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Am 18. Juli 1947 wurde er in das Gefängnis Berlin-Spandau eingeliefert. Acht Jahre verbüßte der „Häftling Nr. 4" seine Strafe, bis der mittlerweile 79jährige am 26. September 1955 in einem alten, abgetragenen Marineanzug, auf einen Krückstock gestützt, alters- und krankheitsbedingt in die Freiheit entlassen wurde. Raeder wohnte danach mit Frau und Tochter zunächst in Lippstadt/Westfalen und verbrachte dann seine letzten Lebensjahre in der Marinestadt Kiel. Hier schrieb er 1957 unter dem Titel "Mein Leben" seine Erinnerungen nieder, die zugleich auch eine Geschichte der Kriegsmarine sind. Nach langer Bettlägerigkeit verstarb Großadmiral Erich Raeder am 6. November 1960 in einem Kieler Krankenhaus.

 

 

 

Entlassung von Erich Raeder als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und formelle Ernennung zum "Admiralinspekteur" durch Adolf Hitler am 30. Januar 1943

Lebenslauf

 
Auszeichnungen
 
Chinesischer Orden vom Doppelten Drachen III. Klasse, II. Stufe
am 10. Oktober 1898
China-Denkmünze in Stahl am 12. Dezember 1901
Roter Adlerorden vor der IV. Klasse am 22. Juni 1907
Oldenburgischer Haus- und Verdienstorden des Herzogs Peter Friedrich Ludwig Ehrenritter
II. Klasse mit der Silbernen Krone am 17. September 1907
Roter Adlerorden IV. Klasse mit der Krone am 5. September 1911
Franz-Joseph-Orden Komturkreuz am 16. September 1911
Erlöser-Orden Komturkreuz am 14. Mai 1912
Russischer Sankt-Stanislaus-Orden II. Klasse am 16. April 1913
Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 19. November 1914
Eisernes Kreuz (1914) I. Klasse am 18. Februar 1915
Silberne Imtiyaz-Medaille mit Säbel
Eiserner Halbmond
Friedrich-August-Kreuz II. Klasse
Friedrich-August-Kreuz I. Klasse
Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 5. Juni 1916
Bayerischer Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern und mit der Krone am 20. Dezember 1916
Bulgarische Kriegserinnerungsmedaille am 20. November 1917
Österreichisches Militärverdienstkreuz III. Klasse mit der Kriegsdekoration am 4. September 1918
Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Kiel am 31. Mai 1926
Großkreuz des Spanischen Ordens für Verdienste zur See am 16. November 1928
Verdienstorden (Chile) Kommandeurskreuz mit Stern im September 1928
Ungarische Weltkriegs-Erinnerungsmedaille mit Schwertern am 3. Juni 1931
Großoffizier des Ritterordens der Hl. Mauritius und Lazarus am 7. Mai 1934
Großkreuz des Bulgarischen Militärverdienstordens am 28. Juni 1934
Ehrenkreuz für Frontkämpfer am 9. Oktober 1934
Verdienstorden (Ungarn) I. Klasse am 5. Dezember 1934
Großkreuz des Ordens der Weißen Rose am 27. Februar 1936
Dienstauszeichnungskreuz am 2. Oktober 1936
Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse
Olympia-Ehrenzeichen I. Klasse am 16. August 1936
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP am 30. Januar 1937
Großkreuz des Ritterordens der Hl. Mauritius und Lazarus am 29. September 1937
Japanischer Orden der aufgehenden Sonne I. Klasse (Großer Band mit Sternen) am 9. November 1937
Kriegs-Erinnerungs-Medaille (Bulgarien) am 30. November 1937
Goldene Hamburger Ehrenmedaille am 1. April 1939
Orden vom Weißen Adler Großkreuz I. Klasse am 2. Juni 1939
Großkreuz des Spanischen Ordens für Verdienste zur See in weiß am 21. August 1939
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 am 25. Mai 1939,
mit Spange „Prager Burg“ (Sudetenspange) am 19. September 1939
Medaille zur Erinnerung an die Heimkehr des Memellandes am 26. Oktober 1939
Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse am 30. September 1939
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 30. September 1939
Großkreuz des Schwedischen Schwertordens am 24. Oktober 1940
Großkreuz des St. Alexander-Ordens mit Schwertern am 3. September 1941
Militärorden Michael der Tapfere III. bis I. Klasse
Großkreuz des Freiheitsordens mit Schwertern am 25. März 1942
Großkreuz des Militärordens von Savoyen am 4. April 1942
Großkreuz des Kroatischen Ordens der Krone König Zvonimirs mit Schwertern und andere Dekorationen am 26. September 1942
Verdienstorden Großkreuz am Kriegsband mit Schwertern am 8. Februar 1943


Quellen

Peter Stockert, Die deutschen Generalfeldmarschälle und Großadmirale 1936-1945, Pour le Mérite, ISBN 978-3-932381-47-8

http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Raeder Zugriff am 07.11.11



Autor: Kurt Ralle